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Geschichte: Fanfiktion
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von audi
erstellt: 23.03.2008
letztes Update: 17.04.2008
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
Autor: audi (ich)
Rating: P-18 Slash
Paring: Bill X Tom
Warnings: M-Preg; Teil 2 von Dirrty Desire
Claimer: Meine Idee
Disclaimer: Tokio Hotel gehören sich selbst. Ich habe sie mir nur mal kurz "ausgeborgt". Ich verdiene keinerlei Geld mit dieser Geschichte.
Inhaltsangabe: 6 lange, schwere Jahre sind seit dem Praktikum bei Toms Modefirma vorbei und durch eine Radiosendung wird Tom auf etwas aufmerksam, was er zuvor nicht wusste. Er ist Vater und Bill hat all seine Träume deswegen aufgegeben. Lebt nur noch für seine Tochter und plötzlich ist Tom da, der Bills ganzes Leben durcheinander bringt. Wenn Nächte dein Leben verändern...
Sichten: Bill und Tom (beide von mir geschrieben)
Anmerkung des Autors (von mir): Ihr müsst Teil 1 gelesen haben, um einzelne Zusammenhänge zu verstehen, denk ich. Naja hinterlasst ein paar Kommis, würde mich freuen. Lg audi
B I L L
Es war wieder eine dieser schlaflosen Nächte, die ich verabscheute, doch zu gleich liebte. Sie gaben mir Zeit zu entspannen, nachzudenken und die Stille zu genießen. Jedes Mal führte mich mein Weg aus dem Kinderzimmer in die Küche, in der ich mir dann ein Tee kochte, das Radio anstellte und gespannt der Radioshow zuhörte. Immer wieder riefen die Leute dort an und erzählten von ihren Leidensgeschichten und auch ich hatte schon einmal das Telefon in der Hand, aber ich hatte mich doch noch anders besonnen und den Hörer wieder aufgelegt. Wer sollte sich schon für meine Probleme interessieren? Sechs Jahre schleppte ich sie schon mit mir herum. Ein Geheimnis, das nicht gerade viele Menschen mit mir teilten. Es war auch zu absurd, als das ich es irgendwem erzählen könnte, der mich nicht kannte. Die Person würde lachen und mich als übergeschnappt erklären, doch das war ich nicht. Nein, ich war voll bei Sinnen. Ich kämpfe jeden Tag. Nicht mal meine eigene Tochter kannte die Wahrheit. Sie ist mit ihren sechs Jahren zu jung, um irgendwas zu verstehen. Es würde sie verwirren und ihr vielleicht sogar schaden. Nein, es war besser, dass sie nichts wusste und es vielleicht auch nie erfuhr. Doch wer könnte es ihr übel nehmen, wenn sie irgendwann käme und die Wahrheit wissen wollte? Ich jedenfalls nicht. Wenn sie alt genug war, würde ich ihr jede Frage beantworten, aber noch war es zu früh.
Die Stimme der Radioreporterin ertönte und ich klammerte mich an meine Teetasse. Es war immer so emotional diese Geschichten zu hören. Manche gingen mir so nah, dass ich weinen musste. Mein Kind hatte mich verändert. Es war fast so, als wäre ich eines Morgens aufgewacht und hätte mir überlegt ein anderer Mensch zu werden, auch wenn ich wusste, dass dies unmöglich war. Man veränderte sich nur über einen Zeitraum, doch ich war mir selbst so fremd geworden, dass ich mich kaum wieder erkannte.
Doch das schlimmste war die Einsamkeit in meinem Leben. Seit ihm hab ich mich nicht mehr verliebt. Keinen Kerl und auch keine Frau hab ich an mich heran gelassen. Mit Andy und Gustav hatte ich zwar immer noch guten Kontakt, doch sie waren auf einer anderen Wellenlänge als ich. Naja sie waren auch noch nicht in dieser Lage. Sie waren noch nicht Vater. Sie waren frei. Vielleicht an eine Frau gebunden, aber nicht an ein Kind, dass von ihnen abhängig war.
Eine Frau, sie hieß Katrin, begann ihre Geschichte zu erzählen. Ihr Freund hatte sie verlassen. Wieder eine dieser „gebrochenes Herz“-Geschichten. Ich kannte sie alle. Sie liefen immer gleich ab und doch waren sie verschieden. Ich fand mich immer wieder Stück für Stück in ihnen wieder, doch nie waren sie genauso, wie meine war.
Ich hätte damals das Praktikum nicht machen sollen. Da bin ich mir mittlerweile so ziemlich sicher. Das ganze Studium war Geld- und Zeitverschwendung. Schon gar, weil ich den Beruf als Modedesigner jetzt mit dem Kind nicht ausüben konnte und in ein paar Jahren war ich vermutlich schon zu alt. Da würde mich keiner mehr haben wollen.
Die Frau, Katrin, legte auf und die Psychologin bat wieder darum, dass jemand anrufen sollte und seine Geschichte erzählen sollte und dieses Mal war ich bereit. Ich würde anrufen, denn mein Schweigen würde mich sonst noch umbringen. Es machte mich jetzt schon so fertig. Manchmal wusste ich nicht einmal mehr, wozu ich das alles ertrug und immer erst, wenn ich am nächsten Morgen meinem Kind in die Augen schaute, und dann die Augen sah, wusste ich, wozu ich es machte.
Ich wählte die Nummer, die ich schon längst auswendig kannte und hörte das gleichmäßige Tuten, das meinen Puls verdreifachte. Ich kam in die Warteschleife und meine Hand begann zu zittern. Ich war jetzt vielleicht nur noch wenige Minuten davon entfernt zu erzählen und damit meine Last los zulassen. Ich dachte nicht über Konsequenzen nach. Ich dachte nicht an das Nachher. Ich brauchte das jetzt wirklich. Einfach reden. Ich wusste, ich könnte auch Gustav oder Andy anrufen, doch das wäre um halb eins in der Früh wirklich nicht in Ordnung. Sie mussten Morgen zur Arbeit. Ich allerdings auch, aber der Schlaf blieb ja aus. Was sollte ich also machen?
Plötzlich begrüßte mich die mir bekannte Stimme aus dem Radio und mein Herz setzte einen Schlag lang aus.
„Ich heiße Bill“, beantwortete ich ihre Frage und meine Stimme klang brüchig.
„Hallo Bill, wie kann ich dir helfen“, fragte sie freundlich, wie sie es immer tat und ich atmete tief durch.
„Ich bin 26 Jahre alt, allein erziehender Vater und immer noch in den Kerl verliebt, der mir das Kind angedreht hat“, sagte ich kühl herunter und Schweigen war aus dem Telefon zu vernehmen.
„Nein, das ist kein Scherz. Vor 6 Jahren machte ich ein Praktikum in einer sehr bekannten Modefirma…“, begann ich, meine Scheu von mir werfend, mit meiner Geschichte.
T O M
Eigentlich war es ja nicht meine Art mitten in der Nacht noch Radio zu hören, doch heute ließ mich irgendwas nicht einschlafen. Ich konnte es einfach nicht. Auch das gleichmäßige Atmen, der jungen Frau, die unglaublich sexy war und neben mir schlief, brachte in mir keine Ruhe.
Ich saß auf dem Balkon meines Apartments und blickte in die Nacht hinaus. Das Radio neben mir auf dem Tisch stehend und eine Zigarette zwischen meinen Fingern. Es war eine milde Nacht. Die kühle Luft strich um meine Nase und es war angenehm hier einfach zu sitzen.
Im Radio erzählte eine Frau, sie hieß Katrin, der ganzen Welt ganz offen ihre Probleme und ich verdrehte nur die Augen. Frauen – die hatten doch Nerven. Immer mussten sie mit all ihren Problemen überall hausieren gehen und uns armen Mitbürgern, die nichts dafür konnten, damit auf den Wecker gehen. Ich droppte etwas Asche in den Aschenbecher und nahm einen weiteren Zug von der Zigarette.
„Ja, ich hätte auch mit dir Schluss gemacht“, sagte ich leise und schüttelte genervt den Kopf.
Wenn ich die Zigarette aufhatte, würde ich auch wieder ins Bett gehen, nahm ich mir vor. Endlich hörte diese Katrin auch auf ihr Privatleben im Radio zu veröffentlichen.
Nach einigen Werbespots fing die Show wieder an, doch ich hatte genug davon. Ich stand auf, drückte die Zigarette aus, blies den Qualm aus meiner Lunge und wollte gerade das Radio ausschalten, als mir eine nur all zu gut bekannte Stimme die Glieder gefrieren lässt.
„Ich heiße Bill“, sagte die Stimme und ich war mir sicher, dass sie meinem Praktikanten vor 6 Jahren gehörte.
Der junge Bill, für den ich Kopf und Kragen riskiert hatte. Er rief also im Radio an um seine Probleme in der Öffentlichkeit breit zu treten? Na da war ich ja mal gespannt, was den Kleinen bedrückte. Ich setzte mich zurück auf den Stuhl und zog meine Beine an mich heran, umschloss sie mit meinen Armen und begann mich zu konzentrieren.
„Ich bin 26 Jahre alt, allein erziehender Vater und immer noch in den Kerl verliebt, der mir das Kind angedreht hat“.
Ich riss schockiert die Augen auf. Bill war Vater? Hatte ich mich da gerade verhört?
„Nein, das ist kein Scherz. Vor 6 Jahren machte ich ein Praktikum in einer sehr bekannten Modefirma“.
Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Er erzählte tatsächlich von uns?
„Es lief mehr oder weniger gut. Ich war der persönliche Assistent vom Chef. Alle beneideten mich um diese Stelle, doch ich musste schneller, als mir lieb war, erkennen, dass es für mich zu hart war.“
„Wie meinst du das, Bill?“, fragte die Radiotante in das kurze Schweigen von Bill.
„Ich hatte eine Affäre mit dem Chef. Schon in der ersten Woche hab ich das erste Mal mit ihm geschlafen. Er hat mich so süchtig nach seinen Berührungen und seinem Körper gemacht, dass ich mich manchmal selbst nicht mehr erkannt habe. Er hat mit mir und meiner Seele und vor allem mit meinem Herz gespielt. Er hat mir so wehgetan, dass ich manchmal einfach alles hinschmeißen wollte, doch mir war diese Karrieremöglichkeit, die sich nach dem Praktikum hätte bilden können, wichtiger. Ich stellte mich selbst zurück und versuchte durchzuhalten. Es war schwer, doch es gelang mir.“
Auf meinem Körper hatte sich eine Gänsehaut gebildet. Ich wusste, dass ich ihm wehgetan hatte und dass das alles nicht ganz fair war. Ich hätte ihn nicht so benutzen dürfen. Ich hätte eigentlich gar nichts mit ihm machen sollen, doch sein Verhalten war auch nicht richtig.
„Am letzten Tag habe ich dann hin geschmissen. Ich konnte das nicht mehr ertragen. Ich hab ein letztes Mal mit ihm geschlafen und bin gegangen. Dies war vielleicht einer der größten Fehler, dass ich einfach gegangen bin, weil er mir noch nach gerufen hatte. Ich weiß nicht, was er mir sagen wollte und dabei würde ich es gern wissen, weil ich ihn immer noch begehre und ihn liebe. Die Sehnsucht nach ihm wächst mit jeden Tag und raubt mir in jeder ruhigen Minute den Verstand. Ich habe Angst, dass ich nicht mehr jemanden anderen lieben kann. Seit sechs Jahren hatte ich keine Beziehung mehr“.
Ich schluckte und rieb mir die Augen.
„Naja 9 Monate nach meinem letzten Tag bekam ich nun dieses Kind. Im dritten Monat hat ein Arzt bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass ich schwanger war. Ich war das Forschungsobjekt überhaupt. Es gab vorher noch nie einen Mann, der schwanger geworden war. Für mich war es ein ziemlicher Schock. Meine Karriere träume waren von da an zerstört. Mit einem Kind war es einfach nicht realisierbar.“
„Und wie ist jetzt der Alltag mit dem Kind? Kennt der Vater denn überhaupt sein Kind?“, fragte die Radiotante interessiert.
„Nein, er weiß davon nichts. Naja und der Alltag? Wie soll der schon aussehen. Morgens geht das Kind zur Schule, in der Zeit bin ich dann in einem Einkaufsladen arbeiten. Mittags hole ich es von der Schule wieder ab und mache den Haushalt, bring mein Kind zum Sport und ähnliches“.
„Das ist sicherlich schwer. Hut ab an dieser Stelle“.
„Danke“.
„Ist es denn ein Junge oder ein Mädchen?“, fragte die Radiotante.
Mir wurde kalt. Mein Herz hatte schon längst aufgehört zu schlagen. Ich war Vater.
„Eine Tochter hab ich. Sie ist prächtig. Ein lieber Engel, doch ihre Augen erinnern mich stark an ihren Vater. Er hatte traumhafte Augen. Er war einfach von Kopf bis Fuß perfekt“, in Bills Stimme lag etwas verträumtes und ich musste mich erst mal aus der Lähmung befreien. Ich war Vater von einer 6 Jährigen. Ich hatte Bills Zukunft zerstört. Diese Tatsache traf mich wie ein Faustschlag ins Gesicht.
„Warum hat man nie in der Zeitung gelesen, dass ein Mann schwanger geworden ist?“, fragte die Radiotante, doch ich konnte über diese Frage doch nur den Kopf schütteln.
Das war doch nicht wichtig. Es war doch nur wichtig, dass ich mich bei Bill meldete. Ich musste ihm helfen. Ich musste zu meinem Kind. Ich.. Oh Gott!
Ich fuhr mir mit der Hand durch meine Dreads und war nur noch verwirrt. Ich konnte dem Gespräch zwischen Bill und der Radiotante kaum folgen. Ich stand auf und lief über den Balkon, versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch meine Aufmerksamkeit richtete sich wieder dem Radiogespräch zu.
„Sie glauben nicht, wie schwer es ist, nie jemanden zu erzählen, dass man selbst das Kind geboren hat, das es keine Mutter gibt, weil eigentlich niemand wissen darf, dass ein Mann ein Kind bekommen hat. Es ist schwer jeden Morgen allein auf zuwachen und erst durch einen Blick in die Augen meiner Tochter zu wissen, warum ich das alles durchhalte. Ich bin mit meiner Kraft oft am Ende und wünsche mir, dass er, der Vater, kommt und mich in den Arm nimmt. Einfach wieder für kurze Zeit dieses unbeschreibliche Gefühl zu geben, das er mir jedes Mal gegeben hat, wenn ich in seinen Armen lag.“
„Würdest du die Zeit zurückdrehen wollen?“, fragte die Radiotante und ich hielt die Luft an.
„Nein“, sagte Bill fest und ich atmete erleichtert aus. „Ich liebe meine Tochter, auch wenn der Alltag oft schwer ist und ich manchmal kurz anders denke, was mir sehr Leid tut. Vielleicht versteht das niemand, aber es ist einfach hart“, er machte eine kurze Pause und erzählte dann weiter: „Ich hab auch damals den Sex mit dem Vater genossen und das Einzige, was ich an meiner Vergangenheit ändern würde, ist, dass ich stehen geblieben wäre und ihm zugehört hätte, anstatt einfach mit dem Aufzug hinunter zu fahren.“
Ich ließ mich zurück auf den Stuhl sinken. Ja, hätte er mir mal zu gehört. Dann hätte er gewusst, was ich für ihn empfand. Er hätte gewusst, dass ich mich verliebt hatte. Verliebt in ihn. Die Gefühle waren zwar nie stark genug, um sie als Liebe meines Lebens zu bezeichnen, aber ich war in ihn verliebt. Ich konnte es ihm nicht zeigen, weil ich so viele Sorgen um meine Karriere hatte. Heute wäre es mir egal, weil ich ausgesorgt hatte. Ich müsste nicht mehr arbeiten, wenn ich wollte. Heute würde ich uns eine Chance geben.
Damals wollte ich ihm so gern alles erklären, doch er hatte mir ja die Chance genommen. Ich hörte dem Radiogespräch nicht mehr zu und dachte nach. Irgendwie würde ich schon Bills Adresse heraus bekommen und dann würde ich mich bei ihm melden. Ich würde mich um das Kind kümmern, ihm meine Hilfe anbieten. Vor allem würde ich ihm einen Job in der Modebranche organisieren. Er konnte doch nicht wegen unseren Nächten seinen Traum hinwerfen. Er war so kreativ. Seine Ideen brillant. Er war einfach ein Genie. Schon allein der Mantel, den er vor sechs Jahren entworfen hatte, verkaufte sich gut.
Ich bekam unbewusst mit, wie Bill sich von der Radiotante verabschiedete und die Werbung begann. Ich schaltete das Radio aus und stand vom Stuhl auf, trat an das Balkongeländer und blickte umher. Um mich herum schliefen wohl die meisten, lenkte ich mich kurz ab, doch den Gedanken verschob ich sofort wieder. Was interessierten mich die anderen? Ich musste mich um Bill und um meine Tochter kümmern. Ich wusste ja nicht mal wie sie hieß. Schlimm so was und dabei war ich doch der Vater. Der zweite Vater.
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