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von Jannchen    erstellt: 21.03.2008    letztes Update: 09.05.2008    Geschichte, Romanze / P6    (fertiggestellt)
Danke für eure Kommis! Ich habs der Autorin ausgerichtet und sie hat sich total gefreut.
Ich weiß ja schon wies weitergeht, aber ich werd trotzdem noch nichts verraten.

lg jannchen

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Wiederspiegelung

Edward saß im Unterricht und starrte an die Wand. So verbrachte er die meisten Stunden des Tages. Auch hier in der Schule saß er auf seinem Stuhl und starrte die Wand an. Zuhause lag er auf der Couch und starrte die Wand an, hörte laute Musik und versuchte verzweifelt einige der Gedanken zu vertreiben. Es funktionierte nie.

Er hatte die letzten 75 Jahre damit verbracht an sie zu denken und welches Leben sie Leben würde. Ob sie Forks verlassen, eine Familie gegründet hatte und ob sie nun einen Anderen liebte. Er hatte sich tausende Male davon abgehalten nach ihr zu sehen, denn er wusste er würde nicht wissen wie er damit umgehen sollte.

Das erste Jahr war das Schlimmste, als er wusste oder eher als er gedacht hatte zu wissen, das sie immer noch in Forks war. Als er genau wusste wo sie war und dass er nur nach Forks zurückgehen musste um sie zu sehen. Aber er wusste, dass er nicht einfach nur hätte zuschauen können. Er wusste er wäre zu ihr gegangen. Es wäre ihm zu jedem Moment bewusst, dass dies das Verheerendes wäre, dass er tun konnte.

Während die Jahre vergingen wurde es einfacher, denn er hatte keinen Anhaltspunkt mehr, wo sie hätte sein können. Er war sich ziemlich sicher, dass sich nicht in Forks geblieben war. Aber er dachte immer noch jeden Augenblick an sie. Er wünschte ihr ein fröhliches und erfülltes Leben. So schmerzvoll es war, sie an der Seite eines Anderen zu sehen, umso mehr wollte er nicht das sie allein und traurig war.
Er wollte nicht, dass es ihr wie ihm erging.  

Es gab eine besondere Zeit, einige Monate nachdem er Forks verlassen hatte, in der er beschloss zurückzugehen, weil er es nicht länger ertragen konnte.
Doch kurz nachdem er diese Entscheidung gefällt hatte, sah er eine Familie auf einer Straße. Die Frau ähnelte Bella ein wenig, sie war nicht annähernd so wunderschön, nicht für ihn, aber sie hatte dieselbe Statur und dasselbe lange dunkle Haar.
Sie hatte einige Kinder und ihren Ehemann bei sich. Und urplötzlich sah er Bella vor seinem inneren Auge mit ihrem Mann, ihrer Familie und ihren Kindern.
Er ging zurück und vergrub sich wieder in sein Loch , bis er sich sicher war, dass er das Richtige tat und das er nicht zu ihr zurückgehen konnte.
Sein Herz fühlte sich an, als wäre es in viele Teile zerbrochen. Er war nur noch eine leere Hülle seiner selbst voll von Gedanken an Bella.
Er verbrachte Jahre in denen er nur in den Erinnerungen an Bella lebte. Er schloss seine Augen und erinnerte sich an ihre sanfte Haut, ihre roten Wangen, ihre braunen Augen und ihren wundervollen Geruch, der alles in ihm hervorgebracht hatte: das Biest und den Mann; körperlicher Schmerzen und die körperliche Sehnsucht.

Das waren die Dinge an die er die ganzen 75 Jahre gedacht hatte und heute noch waren seine Gedanken noch voll von Bella.
Doch nun er hatte immer nur noch ein Bild von ihr vor Augen: Eine sterbende Bella. Er sah wie jemand sie verletzt und ihr das Leben nahm im jungen Alter von 18 Jahren.
Er dachte an hundert verschiedene Möglichkeiten, wie er es verhindert hätte können. Er wusste, dass es seine Schuld war. Er würde sich nicht selbst anlügen. Er wollte ihr ihr Leben zurückgeben und doch wurde es ihr genommen. Er hatte das Gefühl es müsste ihn zerreißen.
Wenn er auch nur eine Ahnung gehabt hätte, wer das Bella angetan hatte, würde er ihn jeden Moment seiner Ewigkeit jagen.
Aber er hatte keine Ahnung, war hier und konnte nichts tun.
Sein Lebensinhalt war für immer verloren und er wusste nicht was er nun tun konnte. Logischerweise hätte ihm schon, bevor sie nach Forks gekommen waren, klar sein müssen, dass sie längst gestorben war, doch er hatte gehofft nach einem friedvollen und erfüllten Leben.


Er hatte einst Pläne gemacht, was er tun wollte falls Bella tatsächlich sterben sollte. Er würde ihr folgen, aber 75 Jahre in denen er jeden Gedanken an sie verschwendet hatte hielten ihn davon ab. Und jetzt, hier mit seiner Familie, wurde er wieder davon abgehalten diesen Weg zu gehen. Er wollte es nicht verantworten noch mehr Schmerz zu verursachen. Er fühlte sich, als wäre seine Existenz bedingt durch Schmerzen.

So versuchte er weiterzuleben. Er wusste er könnte nie vorgeben glücklich zu sein. Aber er könnte vorgeben nicht komplett unglücklich zu sein, zumindest die Zeit die er mit seiner Familie zusammen war. Er schuldete ihnen so viel. Er musste ihnen etwas zurückgeben.

Aber die Zeiten in denen er alleine war, verbrachte er weiterhin in seinem Loch, das voll war mit Bella. Manchmal Erinnerungen und manchmal erschreckende Vorstellungen von ihrer Zukunft. Es war eine schreckliche Existenz, aber eins wusste er: er hatte es verdient.

Und so versuchte er noch nicht einmal die Schmerzen zu vertreiben, weil er wusste, dass alles was er getan hatte, alles was er verursacht hatte, sein Leben zu dem machte was es nun war.
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