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von Sharon    erstellt: 16.03.2008    letztes Update: 16.03.2008    Songfic, Allgemein / P12    (fertiggestellt)
{{ Disclaimer: Alles, bis auf die Idee und die Umsetzung dieser Songfiction, gehören Sommers ("Van Helsing") und Three Days Grace ("Scared"), deshalb bekomme ich auch kein Gehalt.
Autor und Rating: Ich war's, ich hab's getan und deshalb ist das Rating von mir auf P12 gesetzt worden. }}


SCARED

Van Helsings Vergangenheit holt ihn ein.
Er, der Werwolf, der schon 1462 Vladislaus Dragulia tötete und selbst in einen sehr langen und tiefen Schlaf fiel, ist erwacht und erinnert sich nun zwar nur bruchstückhaft, doch durch die einmalige Verwandlung in einen Werwolf werden die Bilder an vergangene Tage immer klarer, in Form von Albträumen, Wahnvorstellungen und „Wolfsausbrüchen“.

Die Vergangenheit wird nicht eher ruhen, bis Van Helsing herausgefunden hat, wer oder was er wirklich war.

Während Gabriel sich gegenüber der letzten der Valerious verständnisvoll zeigt, ist das Biest in ihm, das seit seiner kurzen Zeit als Werwolf aufgetaucht und in ihm immer stärker geworden ist, sehr viel ungeduldiger und giert geradezu noch Annas Fleisch.
Aus diesen Gründen wird das Zusammensein mit ihr immer mehr zu einer Herausforderung für den Dämonenjäger und seine Willenskraft, denn nur die hält die Bestie noch zurück...

Doch im Grunde ist nicht er es, der darunter zu leiden hat.

~So real these voices in my head~


Da stand es. In all seiner animalischen Grässlichkeit. Das große, gefräßige Biest mit Geifer an den Lefzen und Blut an den gebleckten Fangzähnen. Die Nackenhaare zu einem wütenden Kamm aufgestellt, die Ohren aufmerksam in alle Richtung lauschend.
Der Werwolf hatte wieder zugeschlagen und ein neues Opfer gerissen.
Mich.
Und ich lag da, halbtot in all meinem Blut. Den Bauch aufgeschlitzt von einer Wolfskralle, die Gedärme teilweise aus meinem Inneren herausgerupft. Mein Blick ist verschleiert, die Kehle vor austretendem Blut gurgelnd, keine Stimme, nicht einmal für einen Schmerzensschrei. Über mir diese glühend gelben Augen und das noch immer hungrige Knurren. Meine Muskeln zucken, die letzte Kraft weicht aus meinen Gliedern und mit einem geradezu freudestrahlenden Aufheulen reckt der Werwolf seine Schnauze gen Mond.
Das einzige Licht, das ich noch sehe, bevor mich Dunkelheit einhüllt...

Als ich dann plötzlich doch wieder die Augen öffnen kann, ist es eben dieses Licht, das meine Umgebung erhellt. Die Szenerie hat sich im Vergleich zu vor einigen Augenblicken stark gewandelt: der nasse, grasige Untergrund besteht nun aus einem relativ klammen Laken; die hohen, dunklen Bäume sind jetzt als Bettpfosten zu identifizieren; der Schatten über mir ist nun nichts weiter als die Tücher des Himmelbettes statt des beharrten Monsters; und das angsteinflößende Knurren ist nun als Schnarchen zu erkennen; nur der Verursacher des Geräuschs ist noch derselbe: Gabriel.

At night I hear a creeping

At night I feel it move

I’ll never sleep here anymore


Ein Albtraum.
Alles nur ein schrecklicher Albtraum. Oder?
Und wieder bin ich erst nach „meinem Tod“ schweißgebadet aufgewacht. Aufrecht im Doppelbett sitzend streiche ich mir die feuchten Haare aus dem Gesicht und ziehe die Knie näher an meinen Körper. Ein Blick neben mich zeigt mir meinen Gabriel auf dem Bauch liegend schlafen, friedlich, ruhig und ohne Albträume. Nach dem erlebten Schock schleicht sich erstmals wieder ein leichtes Lächeln auf mein Gesicht bei dem Anblick seines nackten Rückens und seiner entspannten Gesichtzüge, so weit ich diese erkennen kann.
Doch mir geht es ganz und gar nicht gut.
Ich bin nicht ruhig, geschweige denn entspannt.

Ich schaue aus dem Fenster; es ist fast wieder Vollmond.
Werwolfszeit, und schon kriecht die Angst in meine Glieder zurück, klamm heimlich, leise und schleichend. Und mit dieser Zeit kommen die Nachtmahre, wie dieser eben.
Horrorvisionen werden die nächsten Nächte meinen jetzt schon erschöpften Geist plagen und mir keine Ruhe gönnen, geschweige denn Schlaf. Daran kann auch mein Liebster nichts ändern; vielmehr ist er es, der mir so zu schaffen macht. Seine Vergangenheit, die nicht nur ihn jetzt wieder einholt, sondern insbesondere mich – aus welchen Gründen auch immer. Verstärkt durch meine Einbildungskraft ist die Furch, die mich aufs Neue umgibt, noch schrecklicher.
Es ist geradezu so, dass ich Panik habe.
Ich verliere vor lauter Bildern und Geräuschen in meinem Kopf regelrecht den Verstand, befürchte ich. Und wieder etwas, das ich fürchte, mehr als die fantastischen Nachtvisionen; doch was noch viel schlimmer ist: Was ist, wenn es möglicherweise der noch grausameren Realität entspricht? Wenn all das, was ich sehe eine Art Vorahnung ist?

I wish you never told me

I wish I never knew

I wake up screaming

It’s all because of you!


Und jedes Mal, wenn ich diese schwere Zeit dann überstanden habe – schlaflos, nervös und ängstlich – brauche ich lange, um wieder einigermaßen ich selbst zu sein.
Habe ich das dann endlich wieder geschafft, ist auch schon wieder Zeit für den Vollmond und eine weitere Runde schlafloser Nächte.
Ein Teufelskreis, der einfach nicht enden will.
Vielleicht auch deshalb, weil ich nicht aufgeben will.
Und doch ist mein Kampfgeist momentan gebrochen.
Ich bin erschöpft, so unendlich müde und am Ende meiner Kräfte, dass ich nicht einmal einen Schwall Tränen zurückhalten kann.
Dicke Tränen der Verzweiflung, die nass meine erhitzten Wangen kühlen.

~So real these voices in my head~

When it comes back you won’t be

Scared and lonely

You won’t be scared, you won’t be

You won’t be scared and lonely

You won’t be scared, you won’t be lonely


Raubtier bleibt Raubtier, ein Jäger bleibt es auch und mit eben diesen Instinkten und Empfindlichkeiten im Blut wacht der Mann neben mir auf, einzig und allein von stummen Tränen, leisem, aufgebrachten Atem und winzigen Erschütterungen in der Matratze und den Laken geweckt.
Meine nassen Augen schimmern ihm im Halbdunkeln des Raumes mehr entgegen, als das sie ihn anschauen.
„Anna...“
Er will mich berühren, zum Trost streicheln und liebevoll  in die Arme schließen, doch ich wehre in ab. Will jetzt nicht von ihm angefasst werden und betreten lässt er kurz den Blick sinken. Da tut es mir schon wieder leid. Er meint es nur gut, aber er kann sich auch nicht wirklich in meine jetzige Lage versetzen; kann sich höchstens ansatzweise vorstellen, was ich gerade durchmache. Ich hoffe aber, dass er das auch nicht braucht; dass er es nicht so erleben würde wie ich, wenn er es dennoch täte, denn ich fühle mich elendig, hilflos und überfordert wie selten zuvor.

I know there’s something out there

I think I heard it move

I’ve never felt like this before


I wish you never told me

I wish I never knew

I wake up screaming

It’s all because of you!


Gabriel Van Helsing, seit du in mein Leben tratst, ist nichts mehr wie es einmal war, sowohl das Positive wie auch das Negative.
Ich mache dich nicht verantwortlich für meine Albträume, auch wenn du es eigentlich bist.
Aber ich gebe dir die Schuld an meiner bisher größten Veränderung, Umstellung, oder wie du es auch nennen würdest: Liebe. Eine Liebe mit all ihren Schattenseiten.

~So real these voices in my head~

When it comes back you won’t be

Scared and lonely

You won’t be scared, you won’t be

You won’t be scared and lonely

You won’t be scared, you won’t be

lonely!

 
 
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