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von Lady of Stories
erstellt: 11.03.2008
letztes Update: 09.08.2008
Geschichte, Romanze / P16
(fertiggestellt)
Der morgendliche Nebel wallte zwischen den grünen sanft geschwungenen Hügeln und Wiesen und ließ die Umgebung verschwommen erscheinen. Die Highlands von Schottland lagen in den frühen Morgenstunden so unberührt, als hätte kein Mensch sie jemals betreten. Durch die Schwaden waren die Umrisse eines Sees zu erkennen, der still und friedlich inmitten der Landschaft lag.
Vollkommen lautlos trat er aus dem Nebel an das Ufer. In seiner schwarzen Kleidung und dem Umhang sah er aus wie ein Reisender. Der erste Eindruck ließ auf einen reichen Mann schließen; der Stoff seiner Hose und des Hemdes schien aus feinem Tuch, die Jacke mit den vergoldeten Ösen sowie die Stiefel schienen matt zu schimmern. Doch schon ein zweiter Blick zerstörte dieses Bild.
Am Ufer kniete er nieder und tauchte seine Hand in das klare Wasser. Einen Moment sah er auf das spiegelnde Nass in seiner hohlen Handfläche hinab. Hätte er sein Spiegelbild sehen können, wäre er vielleicht erschrocken gewesen; die Haut des Mannes war bleich und seltsam verzerrt, dunkle Schatten lagen unter seinen Augen, und sie selbst waren fast schwarz.
Seine schwarze Hose hatte in einem Bein einen langen Riss, die Jacke war abgetragen, das Gold glänzte schon lange nicht mehr. Das schwarze lange Haar fiel in Strähnen auf seinen Rücken und in unregelmäßigen Abständen zuckten seine Mundwinkel.
Graf Dracula, der letzte lebende Vampir auf Erden, spritzte sich ein wenig Wasser ins Gesicht, die eisige Kälte schien er nicht zu spüren. Es war das erste Mal seit Tagen, dass er rastete; wie lange er ohne Pause durch die Länder gestreift war, wusste er nicht mehr. Er konnte nicht einmal sagen, in welchem Land oder auf welchem Kontinent er sich befand. Das alles schien keine Bedeutung zu haben angesichts seines quälenden Durstes nach Blut und der großen, alles verschlingenden Leere in seinem Herzen.
Sarah. Neunundvierzig Jahre war es her, dass die junge Vampirforscherin in seinen Armen gestorben war. So viel Zeit war verstrichen, in denen er nicht aufhören konnte, an sie zu denken, an ihre grünen Augen und die Art, wie sie ihn immer angesehen hatte, vorsichtig und doch verzaubert von dem, was er ihr gezeigt hatte…
Langsam ließ Dracula die Hände sinken und sah auf das Wasser hinab. Sein Spiegelbild war nicht zu sehen, stattdessen zeichnete sich nach einigen Minuten aus den Spiegelungen und dem Morgennebel eine Gestalt auf der Wasseroberfläche ab, die dem Vampir nur zu vertraut war.
„Sarah“, flüsterte Dracula und streckte eine zitternde Hand nach der Gestalt der jungen Frau aus, die im Wasser erschienen war. Sie sah so aus, wie er sie das letzte Mal unverletzt in seinem Schloss in Rumänien gesehen hatte: schwarze Hosen, eine weiße Bluse und das blonde Haar offen. Ein leichtes Lächeln lag auf ihren Lippen, die grünen Augen schienen ihm zuzublinzeln. Sie streckte ihm ihre Hand entgegen, und er beugte sich weiter vor. Wenn er sie nur berühren könnte…
Seine Fingerspitzen durchbrachen die Wasseroberfläche, und im selben Moment verschwand der Schemen. Dracula blieb regungslos sitzen, dann zog er ganz langsam seine Hand zurück und senkte den Kopf. Er wusste, dass er nicht hierbleiben konnte; bald würde die Sonne aufgehen, und seine Haut so verbrennen, dass er an den Schmerzen sterben könnte, doch er konnte sich nicht bewegen. In diesem Moment kümmerte ihn sein Tod weniger als jemals zuvor.
Er war allein.
Vollkommen lautlos trat er aus dem Nebel an das Ufer. In seiner schwarzen Kleidung und dem Umhang sah er aus wie ein Reisender. Der erste Eindruck ließ auf einen reichen Mann schließen; der Stoff seiner Hose und des Hemdes schien aus feinem Tuch, die Jacke mit den vergoldeten Ösen sowie die Stiefel schienen matt zu schimmern. Doch schon ein zweiter Blick zerstörte dieses Bild.
Am Ufer kniete er nieder und tauchte seine Hand in das klare Wasser. Einen Moment sah er auf das spiegelnde Nass in seiner hohlen Handfläche hinab. Hätte er sein Spiegelbild sehen können, wäre er vielleicht erschrocken gewesen; die Haut des Mannes war bleich und seltsam verzerrt, dunkle Schatten lagen unter seinen Augen, und sie selbst waren fast schwarz.
Seine schwarze Hose hatte in einem Bein einen langen Riss, die Jacke war abgetragen, das Gold glänzte schon lange nicht mehr. Das schwarze lange Haar fiel in Strähnen auf seinen Rücken und in unregelmäßigen Abständen zuckten seine Mundwinkel.
Graf Dracula, der letzte lebende Vampir auf Erden, spritzte sich ein wenig Wasser ins Gesicht, die eisige Kälte schien er nicht zu spüren. Es war das erste Mal seit Tagen, dass er rastete; wie lange er ohne Pause durch die Länder gestreift war, wusste er nicht mehr. Er konnte nicht einmal sagen, in welchem Land oder auf welchem Kontinent er sich befand. Das alles schien keine Bedeutung zu haben angesichts seines quälenden Durstes nach Blut und der großen, alles verschlingenden Leere in seinem Herzen.
Sarah. Neunundvierzig Jahre war es her, dass die junge Vampirforscherin in seinen Armen gestorben war. So viel Zeit war verstrichen, in denen er nicht aufhören konnte, an sie zu denken, an ihre grünen Augen und die Art, wie sie ihn immer angesehen hatte, vorsichtig und doch verzaubert von dem, was er ihr gezeigt hatte…
Langsam ließ Dracula die Hände sinken und sah auf das Wasser hinab. Sein Spiegelbild war nicht zu sehen, stattdessen zeichnete sich nach einigen Minuten aus den Spiegelungen und dem Morgennebel eine Gestalt auf der Wasseroberfläche ab, die dem Vampir nur zu vertraut war.
„Sarah“, flüsterte Dracula und streckte eine zitternde Hand nach der Gestalt der jungen Frau aus, die im Wasser erschienen war. Sie sah so aus, wie er sie das letzte Mal unverletzt in seinem Schloss in Rumänien gesehen hatte: schwarze Hosen, eine weiße Bluse und das blonde Haar offen. Ein leichtes Lächeln lag auf ihren Lippen, die grünen Augen schienen ihm zuzublinzeln. Sie streckte ihm ihre Hand entgegen, und er beugte sich weiter vor. Wenn er sie nur berühren könnte…
Seine Fingerspitzen durchbrachen die Wasseroberfläche, und im selben Moment verschwand der Schemen. Dracula blieb regungslos sitzen, dann zog er ganz langsam seine Hand zurück und senkte den Kopf. Er wusste, dass er nicht hierbleiben konnte; bald würde die Sonne aufgehen, und seine Haut so verbrennen, dass er an den Schmerzen sterben könnte, doch er konnte sich nicht bewegen. In diesem Moment kümmerte ihn sein Tod weniger als jemals zuvor.
Er war allein.
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