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Geschichte: Fanfiktion
/ TV-Serien
/ Mutant X
/ Unbewaffnet und extrem gefährlich
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von Kathyana
erstellt: 25.02.2008
letztes Update: 25.03.2008
Geschichte, Mystery, Angst / P12
(fertiggestellt)
Animalisches Brüllen füllte den Raum und Scott hatte so die Ahnung, dass Sabretooth sich in dem Moment auf seinen Angreifer stürzte. Doch noch bevor der sein Opfer erreichen konnte, zerschnitt Magnetos Stimme scharf die Luft. „Sagte ich nicht, sie sollen unverletzt bleiben?“ herrschte er das Mutanten-Raubtier an, worauf Sabretooth mit einem unwilligen Knurren antwortete. Offenbar war ihm diese Anweisung nicht gerade fremd.
Dann hörte Scott, wie eine ihm fremde Stimme mit eindeutigem Triumph sagte: „Das sollten Sie unterlassen, Mr. Mulwray.“ Gleichzeitig wurde er sich jetzt auch des leisen Zischens bewusst und der Feuchtigkeit, die er auf der Haut spürte. Offenbar war eine Art Sprenkelanlage angestellt worden, ohne dass ihm das bislang aufgefallen war.
„Sehr gut, das wird ihn im Zaum halten“, vernahm er wenig später die Antwort.
„Sagte ich das nicht bereits, Mr. Lehnsherr…“
Ein leises Lachen erfolgte, während sich die Schritte entfernten. Dann wurde die Tür wieder verriegelt und nur Scott und der andere Gefangene blieben – in einen Schleier aus Feuchtigkeit gehüllt – zurück. Wenig später legte sich eine Hand auf seinen Arm und riss ihn aus seinen Gedanken. Er zuckte kurz zusammen, worauf sein neuer Mitbewohner meinte: „Woah, woah… ich will dir nichts tun, Cycs. Alles okay bei dir?“
„Was…? Wer…?“ Angestrengt versuchte Scott sich Klarheit zu verschaffen, woran er aber bislang wegen der Dunkelheit, die ihm umgab, gehindert worden war.
„Ich bin’s… Brennan. Erinnerst du dich. Mutant X. Pahoehoe hatte damals meinen Freund Jesse vergiftet.“
„Brennan…?“ Nachdenklich sprach Scott den Namen aus, während vor seinem geistigen Auge das Bild des dunkelhaarigen jungen Mannes auftauchte, der ein Elementar wie er selbst war. Ja, jetzt erinnerte er sich wieder. Brennan Mulwray war dazu in der Lage in seinem Körper genug Energie zu generieren, um den Bedarf einer Kleinstadt zu decken.
Das Lächeln, das schließlich über Scotts Züge glitt, zeigte Brennan, dass der Mutant sich wirklich an ihn erinnerte. Auf eine gewisse Weise erleichtert, atmete er auf.
„Was ist mit deinen Augen, Cycs? Kannst du nicht…?“
„Nein“, unterbrach Scott ihn, während er sich gleichzeitig daran erinnerte, dass ihn damals, als er die neuen Mutanten kennen gelernt hatte, erstmals jemand Cycs genannt hatte. Eigentlich hatte er geglaubt, dass er diese Koseform seines Mutantennamens nur aus Rufins Mund akzeptieren konnte, aber seltsamerweise störte es ihn im Augenblick nicht, dass Brennan es ebenfalls tat. „Nicht ohne meine Brille oder den Visor.“
„Aber wenn du die Augen öffnest, könntest du uns den Weg hier raus ebnen, oder?“
„Ich würde alles zerstören… und uns dabei umbringen, Bren“, teilte Scott ihm mit. „Ich kann meine Mutation nicht kontrollieren, verstehst du?“
„Verdammt“, murmelte Brennan. „Und solange wir im Wasser stehen bin ich auch keine besonders große Hilfe.“
„Yeah. Für meinen Geschmack wissen Magneto und dieser andere viel zu gut über unsere Schwachpunkte Bescheid“, meinte Scott.
„Sein Name ist Eckhart. Er versucht uns ‚Freaks’ auszurotten“, erklärte Brennan.
„Dann nehme ich einfach mal an, dass Magneto ihm noch nicht gesagt hat, dass er diesen Namen nicht von ungefähr trägt“, spekulierte Scott und grinste verächtlich, bevor er sich wieder seinem Leidensgenossen zuwandte: „Was ist mit deinem Com-Link? Funktioniert er noch?“
Überrascht, dass Scott Summers alias Cyclops sich noch an den Spezialring erinnerte, den Adam für jeden des Mutant X-Teams eigens hergestellt hatte, und mit dem sie – sofern der Ring zu DNA-Material seines Besitzers Kontakt hatte – kommunizieren konnten oder einander zu orten vermochten, als wäre es kein Ring, sondern ein mit einem GPS-Sender ausgestattetes Funkgerät, sah Brennan zu Scott.
„Ich hab keine Ahnung, wo die uns hingebracht haben… aber hier funktioniert er nicht“, gab Brennan zurück und ihm war anzumerken, dass er über diesen Umstand nicht besonders erfreut war.
„Was ist mit den X-Men, Cycs?“ fragte er schließlich. „Wissen die darüber Bescheid, wo du bist?“
„Nein“, schüttelte Scott den Kopf, „aber ich vermute, dass ihnen inzwischen schon aufgefallen sein dürfte, dass ich verschwunden bin. Und was ist mit dir, Bren? Weiß Mutant X, wo du bist oder sein solltest?“
„Ich war auf dem Rückweg zur Zentrale, als die mich erwischt haben. Jesse habe ich gesagt, dass ich zurückkomme…“
„… was dann also bedeuten dürfte, dass ihnen dein Verschwinden schon aufgefallen sein müsste. Die Frage ist jetzt nur, was sie tun werden, um dich zu finden, da dein Com-Link offline ist?“
„Emma.“
„Was meinst du?“
„Emma ist Psionikerin und hat mich schon öfters gefunden“, erklärte Brennan seine Hoffnung in die Fähigkeiten der jungen Frau, die wie er zum Mutant X-Team gehörte und für ihn wie eine jüngere Schwester war.
Scott ließ ein leises Lachen hören und meinte: „Jean und der Professor könnten mich aufgrund ihrer Fähigkeiten sicherlich auch ausfindig machen. Weil wir aber von Magneto festgehalten werden, nehme ich an, dass er sich darüber sehr wohl im Klaren war.“
„Willst du damit sagen, dass er einen Weg weiß, um das zu verhindern?“
„Yeah“, nickte Scott und seine Stimme klang bitter. „Ganz genau das versuche ich dir gerade zu erklären. Magneto ist niemand, der es darauf ankommen lässt. Und wenn er wollte, dass wir unsere Fähigkeiten gegen uns selbst einrichten würden, dann würde er sicher auch einen Weg finden…“
„Nicht, wenn wir es nicht wollen“, widersprach Brennan ihm.
„Und was, wenn er uns keine andere Wahl lässt?“ gab Scott zu bedenken. „Wenn es heißt wir oder jemand anderes… vielleicht Jean… oder Emma…“
Brennan schwieg und auch wenn Scott nicht in seinem Gesicht lesen konnte, weil er es nicht sah, so wusste er doch, dass sie beide sich im Fall des Falles gleich entscheiden würden… nämlich gegen sich selbst.
„Glaubst du wirklich, dass Magneto dazu fähig wäre?“ fragte Brennan irgendwann in die Stille hinein, und Scott nickte ernst zur Antwort. „Das glaube ich.“ Danach senkte sich dann wieder ein tiefes Schweigen über das Verlies, in dem die beiden Elementare es sich nebeneinander auf dem nassen Fußboden bequem gemacht hatten.
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