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Geschichte: Fanfiktion
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von audi
erstellt: 16.02.2008
letztes Update: 06.03.2008
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
Die Fahrstuhltür öffnete sich und er stieg ein. Die Tür wollte sich gerade schließen als Tom noch in den Fahrschul gehechtet kam. Über diese sportliche Aktivität und das spontane Erscheinen war Bill sehr erschrocken. Er war noch nicht menthal darauf gefasst Tom wieder zu sehen. Schon gar, weil Tom ihn nervös machte und ein wohliges Kribbeln in seinem Bauch auslöste.
„Guten Morgen“, sagte Tom und zupfte sich zurecht.
„Morgen“, brachte Bill mit belegter Stimme hervor.
Er konnte seinen Blick nicht abwenden. Tom sah heute aber auch wieder gut aus. Eigentlich schon viel zu gut. Tom lächelte Bill selbstsicher an und Bill bemerkte, wie er Tom angestarrt haben musste und wendete schnell, nach einem kurzen Lächeln, seinen Blick ab. Das Blut pulsierte in seinem Gesicht. Wenn er doch nur nicht rot werden würde, hoffte er.
Peinliche Stille machte sich zwischen den beiden breit. Bill wusste einfach nichts zu sagen. Seine Angst war zu groß, dass er wieder stottern würde. Er wusste nicht einmal, was er sagen sollte. Er war zwar nicht so viel jünger als Tom, aber er war immerhin sein Chef und nicht irgendein Kommiliton mit dem er herumblödeln konnte. Tom wirkt auch so förmlich. Da traute er sich das einfach nicht. Vielleicht mochte Tom auch keine Scherze. Er war sich nicht sicher. Er hoffte, dass sich das mit der Zeit geben würde.
Endlich kamen sie im 10. Stockwerk an und stiegen aus dem Fahrstuhl aus. Bill lief vor Tom zum Atelier und spürte Toms Blick auf sich liegen. War es falsch vor Tom zu laufen? Bill wurde unsicher. Vielleicht sollte er Tom vorgehen lassen, doch Tom sagte nichts dergleichen und so lief Bill weiter. Er konnte die schwere Tür schon sehen. Der Weg kam ihm gestern nicht so weit vor oder lag es jetzt daran, dass er unsicher war?! Ein unbehagliches Gefühl machte sich weiter in ihm breit und es vermischte sich mit dem Gefühl, dass ihm jemand auf den Hintern glotzen würde, doch da war doch nur Tom und der würde das sicherlich nicht tun.
Zudem war Tom nicht schwul – so weit Bill wusste. Bill war in dem Thema noch unentschieden. Er hatte sowohl mit Mädchen als auch mit Jungen schon seine Erfahrungen gemacht und er war sich einfach noch nicht sicher, was ihm nun besser gefällt. Es war auch nicht nötig sich zu entscheiden. Immerhin kann ihn niemand zwingen sich zu entscheiden. Es war ja sein Leben und vorallem seine Sexualtiät. Auch wenn seine Eltern da eigentlich ganz anderer Meinung waren. Sie wollten Bill lieber mit einem hübschen, intelligenten Mädchen im Arm sehen. Sie waren aber auch dagegen, dass Bill in der Modebranche arbeiten wollte und diese Fachrichtung studierte. Sie wollten eigentlich lieber, dass er Jura studierte, doch Bill hat sich da auch nicht hereinreden lassen. Er musste glücklich sein mit dem was er macht und nicht seine Eltern, auch wenn sie ihm viel Kraft gegeben haben und vorallem ihn so zielstrebig erzogen haben.
Tom schloss die Tür zum Atelier auf und nacheinander traten sie ein. Bill konnte nicht anders, als kurz einen Blick auf Toms Hintern zu werfen und er musste schon sagen. Es war nicht verkehrt mal kurz zu schauen, denn dann wäre ihm etwas entgangen. Ihm gefiel dieser kurze Blick. Tom hatte schon was zu bieten, doch Bill würde diese Frucht nicht kosten dürfen. Er war nur Praktikant und Tom der Chef, der sicherlich nichts mit ihm, Bill Decore, anfangen würde.
„Möchten Sie einen Tee?“, fragt Bill als er vor dem Wasserkocher steht.
„Ja gern und lassen wir das förmliche Gesietze. Da wird man ja bekloppt“, sagte Tom und Bill verschlug es die Sprache.
Tom Kaulitz duzen? Er, Bill Decore, Tom Kaulitz duzen? War er schon wach?
Tom kam in die Küche und lächelte Bill kumpelhaft an. Er hielt seine Hand Bill hin.
„Tom und du, ok?“, Bill ergriff die Hand und Wärme durchströmte seinen Körper.
„Ok“, sagte er knapp und lächelte Tom ebenfalls kumpelhaft an.
Das Eis schien gebrochen. Bill konnte es kaum fassen. Er dürfte Tom Kaulitz duzen. Das Wasser kochte und Bill schaltete den Wasserkocher aus, kippte den Tee auf und brachte die Kanne ins Atelier.
„Was liegt heute an?“, fragte er und legte seine Hände in seine Taille.
„Die Post muss ins 8. Stockwerk, danach kannst du ins 6. Stockwerk und dir was schönes zum Anziehen heraussuchen“.
Bill öffnete erschrocken seinen Mund. Etwas von Toms Mode anziehen? Er?
Tom lacht auf, „Wir müssen heute Nachmittag zu einer Modenshow und da wollte ich dich wohl mitnehmen“.
Bill klappte seinen Mund wieder zu, auch wenn er immer noch sehr verdutzt war. Eine richtige Modeshow und das nicht nur im Fernseher anschauen, sondern live dabei sein. Das war wundervoll.
„Danach kommst du dann einfach wieder hoch und kannst dann deine Entwürfe von gestern noch mal überarbeiten oder gegebenfalls neue anfertig. Das sollte dann auch reichen, oder?“.
„Danke“, sagte Bill und hatte das Gefühl noch nie so glücklich gewesen zu sein.
Sein Herz schlug ihm schmerzhaft gegen die Brust. Auf der Modenshow würde er ganz viele bekannte Leute sehen und kennenlernen. Sein Name würde vielleicht sogar bekannt werden.
„Vielen, vielen Dank“, bedankte er sich nochmals.
Er wusste nicht, wie er sich dafür bedanken sollte. Das war so großartig.
Tom konnte über so eine Freude nur lächeln. Es freute ihn sehr, dass Bill diese Kleinigkeit so aus dem Häusschen brachte, aber er war damals ja nicht viel anders. Er würde Bill noch ganz groß rausbringen nur davon wusste Bill noch nichts. Der würde Augen machen.
Bill verließ das Atelier, um ins 8. Stockwerk zu fahren und dort die Post abzugeben und gegebenfalls die neue abzuholen. Dann ging es weiter ins 6. Stockwerk, in dem er sich für einen edelen, schwarzen Anzug entschied, den er mit nach oben nahm. Er wollte ihn Tom zeigen, weil er sich nicht sicher war, ob das das richtige für diesen Anlass war und ob es ihm wirklich stand.
Tom war allerdings sehr beschäftigt, sodass Bill ihn mit so etwas nicht stören wollte. Er hing den Anzug ordentlich beiseite und machte sich an seine Entwürfe, verbesserte sie Hier und Da und fing dann einen weiteren an.
Immer mal wieder warf er einen Blick zu Tom, der sehr beschäftigt Entwürfe anschaute und zerknüllte. Dann stöhnte Tom genervt auf und ergriff das Telefon, machte irgendeinen Angstellten zur Sau, der zitternd hinauf kam und Tom Rede und Antwort stehen musste. Bill war sich nicht sicher, was da genau los war. Er traute sich aber auch nicht nachzufragen, da Tom schlecht gelaunt schien.
Leise stand er auf und ging ins Nebenzimmer, stellte neues Teewasser auf und ging ans Telefon. Eine Dame war daran, die nach Tom verlangte, doch Tom war noch beschäftigt mit dem Angestellten und so vertröstete er sie mit einem Rückruf. Dann kochte das Wasser und er brühte neuen Tee auf. Vielleicht wäre genau das Richtige, um Toms Nerven zu schonen.
Er stellte die Teekanne auf den Tisch und bemerkte, dass Tom und er wieder allein waren.
„Da war gerade ein Anruf für dich. Ich hab gesagt, dass du zurück rufst. Die Nummer und der Name liegt neben dem Telefon“.
„Danke“, Tom lässt sich auf dem Sofa sinken und füllt sich eine Tasse Tee.
Seufzend rührt er sich Zucker in den Tee und fährt sich dann mit der Hand durch das Gesicht. Bill wollte etwas sagen, nur wusste er nicht was. So sagte er lieber nichts und ließ sich wieder auf seinem Fensterplatz sinken, um weiter an seinen Entwürfen zu arbeiten.
„Was hast du dir eigentlich für die Modenshow ausgesucht?“, fragte Tom in die Stille hinein.
Bill hätte nicht gedacht, dass er von allein danach fragt. Er hätte eher gedacht, dass Tom sich dafür eher nicht interessieren würde.
„Einen schwarzen Anzug“, antwortet Bill und blickt von seinem Entwurf auf.
„Zeig mal“, fordert Tom und Bill legt sein Entwurf zur Seite, geht in das Nebenzimmer und holt den Anzug hervor.
„Zieh mal an“, fordert Tom weiter.
Bill geht nervös in das Nebenzimmer und legt seine Klamotten ab. Er steht gerade in Boxer im Zimmer, als sich die Tür öffnet und Tom hereinplatzt.
„Oh entschuldige“, sagt Tom, ohne eine Spur Scham zu zeigen.
Bill allerdings wird knallrot und hält sich sein T-Shirt vor, obwohl Tom ihm ja eigentlich nichts wegschauen kann. Es war einfach der Reflex, der ihn dazu brachte sich das T-Shirt vor zuhalten.
„Schon ok“, brachte Bill hervor und hatte das Gefühl vor Scham im Boden zu versinken.
Tom verließ, mit einem letzten Blick auf Bill, das Nebenzimmer und Bill zog sich an. Eigentlich war es nicht schlimm, dass Tom ihn so gesehen hat, aber das auch nur eigentlich, weil Tom immerhin sein Chef war. Das durfte er nicht vergessen. War da Gier in Toms Blick? Nein, da täuschte er sich. Er hätte gern, dass Tom auf ihn stehen würde. Tief in seinem Herzen sehnt er sich danach, doch diese Sehnsucht durfte nicht zu groß werden. Das wusste Bill. Er erinnerte sich schmerzlich daran, dass er nur der Praktikant war und Praktikanten waren nichts. Er hatte keine Chance und sollte sich auch gar nicht erst Hoffnung machen. Tom war sein Chef. Schluss damit.
Er ging ins Atelier und posierte für Tom, der ihn anschaute. Es fühlte sich toll an, obwohl Bill eigentlich nicht wollte, dass es sich toll anfühlte.
„Ja, das sieht gut aus. So kannst du gehen“, sagte Tom und stand auf.
Er kam Bill gefährlich nah und zupfte die Anzugjacke noch ein Stück zurecht. Bill hielt die Luft an. Er spürte Toms warme Hand noch immer an der Stelle, wo sie zuvor war. Ein wohliger Schauer kroch über sein Rücken und er wünschte sich, dass Tom ihn noch einmal berühren würde, doch Tom saß schon wieder auf der Couch und trank ein Schluck Tee. Bill befreite sich aus seiner Starre und ging zurück in das Nebenzimmer, um sich wieder umzuziehen. Dieses Mal kam Tom nicht herein, was Bill schade fand. Irgendwie wollte er, dass Tom herein kam und ihn wieder anschaute, ihn dieses Mal anfassen würde, ihn an die Wand drücken würde und sich langsam ausziehen würde. Dann das letzte Stück Stoff an Bills Körper entfernte und ihn nahm, doch das war nur ein Wunschdenken, eine Sehnsucht. Es würde nicht wahr werden und das war Bill bewusst. Es machte ihn traurig, obwohl es ihn eigentlich nicht kümmern sollte. Er musste sich auf das Praktikum kümmern und nicht um eine alberne Sehnsucht, ermahnte er sich und ging dann wieder ins Atelier, um dort an den Entwürfen zu arbeiten.
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