■
Geschichte: Fanfiktion
/ TV-Serien
/ Charmed - Zauberhafte Hexen
/ Der neue Job
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Glamac
erstellt: 13.02.2008
letztes Update: 10.02.2010
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen)
Diese Akte schien Cole etwas zu geben, an dem er sich festhalten konnte und auf das er sich fixieren konnte. Er öffnete sie und holte die darin aufbewahrten Unterlagen heraus. Er hatte anscheinend jetzt auf „Anwalts-Modus“ umgeschaltet und fuchtelte mit all diesen Papieren umher und schien dabei sehr beschäftigt zu sein. Ich saß noch immer im Sessel und starrte ihn an. Nachdem er scheinbar alle Papiere durchgesehen hatte, hob er seinen Kopf wieder und schaute mir in die Augen.
„Phoebe, was ist das hier alles?“
Ich glaube nicht, dass irgendetwas meine schon vorhandene Verwirrung hätte steigern können. Bis er diese Frage stellte. War das alles was es wissen wollte. Geschäfte.
„Wie, was ist das? Du bist der Anwalt, kennst Du Eure Verträge nicht“, antwortete ich etwas gereizt. Wie konnte er nur einfach so zum geschäftlichen übergehen. Ohne ein Wie geht es Dir? oder sonst etwas in dieser Richtung.
„Was?“ Jetzt war er derjenige, der den Faden verloren zu haben schien. Er sah zuerst kurz auf die Unterlagen in seinen Händen und dann wieder mich an. „Ich rede doch nicht von diesen Verträgen. Ich spreche von Dir? Wieso bist Du hier? Ist etwas passiert? Ich habe keine Ahnung was hier abläuft und warum?“
Er erschien mir in diesem Moment wie ein kleiner Junge, der sich verlaufen hat und nicht mehr wusste wie es weiter geht. Und in seinem Gesicht standen all zu deutlich all die Gefühle und Ängste, die noch vor kurzem bestimmt auch auf meinem zu lesen waren.
„Ich bin hier, weil ich einen Job angenommen habe und hier die Vertragsangelegenheit zu regeln sind.“ Ich lächelte ihn an, den er schien noch immer nicht zu verstehen was hier gerade ablief. „Eigentlich sollte das alles mit Mr. Myers abgewickelt werden. Aber der scheint krank zu sein.“ Er nickte nur ohne ein Wort zu sagen und ohne den Augenkontakt mit mir zu unterbrechen. Ich hatte den Vorteil, dass ich wusste, was ich hier wollte und war daher wohl eher fähig einfache Antworten zu geben, aber auch ich konnte meinen Blick nicht von ihm nehmen. So surreal schien es mir, dass wir beide hier in einem New Yorker Büro sitzen und uns anstarrten.
„Wie geht es Dir Phoebe?“ kam nun die Frage, auf die ich gewartet habe. Diese nichts sagende Höflichkeitsfloskel, die nichts wirklich wissen will und auf die man keine wirklich Antwort erhält, außer der diesen Fällen entsprechen „Danke, ganz gut und Dir?“ Und genau das kam auch aus meinem Mund. Er neigte hierauf nur seinen Kopf etwas zur Seite, zuckte leicht mit den Schultern und lächelte mich an. Und ich verstand es sofort. Was sollte auf die Frage schon geantwortet werden. Ich lächelte also zurück.
„Was nun?“ fragte ich.
„Ich brauche einen Drink. Kann ich Dir auch etwas anbieten?“
Er stand auf und ging an mir vorbei an einen Schrank und holte aus diesem eine Flasche Scotch heraus. Er nahm gleich zwei Gläser mit und stellte alles auf den Tisch und setzte sich wieder auf seinen Platz.
„Ja, ich nehme auch einen, danke“
Obwohl ich eigentlich kein Freund hochprozentiger Getränke war, glaubte ich, dass jetzt gerade etwas derartiges sicher nicht schaden könnte. Wenn es nur eines der tausend Gefühle die durch mich rauschten betäuben könnte, wäre es schon ein Erfolg. Er goss in beide Gläser den Scotch und reichte mir eines von beiden. Und wieder waren wir an demselben Punkt angelangt, wie vorhin schon. Nur saßen wir nun mit Gläsern in der Hand da und starrten uns an.
„Ist das Dein Büro, sehr schön“ versuchte ich die Stille zu unterbrechen. Irgendjemand musste einmal etwas sagen.
„Ja, ist es? Vielen Dank. Du siehst auch sehr schön aus. Du hast Dich kaum verändert.“
Ich lächelte. Im Gegensatz zu mir, wusste er wovon er sprach, denn er hat seinen Blick kaum von mir genommen, seit wir uns gesehen haben. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, ob das Büro schön war. Seit ich hier drinnen war, habe ich nur Cole gesehen. Also konnte auch ich wahrheitsgetreu antworten
„Vielen Dank. Du hast Dich auch kaum verändert.“
Wieder Stille. Es war keine unangenehme Stille. Wir saßen nur so da und blickten einander in die Augen. Es war als ob wir uns aneinander satt sehen müssten und uns dafür jetzt eben die Zeit nahmen. Wir konnten sie nicht durch andere Dinge verschwenden. So lange haben wir das nicht mehr getan. Wir waren wie Blinde, die zum ersten Mal einen Sonnenaufgang sahen und konnten einfach nicht unsere Augen abwenden. Aber das führt zu nichts, dessen war ich mir bewusst, deswegen war ich es wieder, die die Stille unterbrach und zum geschäftlichen kam:
„Ich bin mir nicht ganz sicher, wie das hier ablaufen soll Cole. Ich hatte einen Termin mit Mr. Myers, wie krank ist er denn? Soll ich den Termin verschieben?“
„Ich weiß auch nicht genau was er hat, aber ich gehe davon aus, dass er Montag wieder im Büro sein dürfte.“
Wieder klopfte es an der Tür und Liz kam ins Büro. „Ich wollte sie nur daran erinnern, dass das Meeting in 5 Minuten beginnt. Soll ich mitteilen, dass sie sich verspäten und wenn ja, wie viel?“
„Nein, ich komme gleich runter, danke Liz“, war Coles Antwort.
Es war das erste Mal, dass er seinen Blick jemandem anderen zuwandte, seit wir uns getroffen hatten. Er lächelte Liz an als sie aus dem Büro ging und drehte sich aber dann sofort wieder mir zu.
„Ich würde vorschlagen, wie regeln das Ganze folgendermaßen.“
Er beugte sich vor und nahm die Vertragsunterlagen der Akte wieder zur Hand. Er schien sich gefangen zu haben und nun tatsächlich auf Anwaltsmodus umgeschaltet zu haben. Er blätterte durch die ihm übergebenen Unterlagen und sortierte einige davon aus. Diese legte er wieder zurück in die Aktentasche und den zweiten Stapel reichte er mir über den Tisch hinweg. Ich nahm sie und sah ihn fragend an.
„Das sind Deine Exemplare. Nimm sie doch mit und sieh sie Dir in Ruhe durch. Ich werde mir unsere Kopien ebenfalls durchlesen. Falls Du irgendwelche Fragen hast, mach bitte eine Liste oder markiere die entsprechenden Punkte. Ich werde in der Zwischenzeit klären, ob Michael, oh Mr. Myers, morgen wieder für Dich zu sprechen sein wird. Oder wäre Montag für Dich auch möglich. Dann hättest Du das ganze Wochenende, Dir alles in Ruhe durchzulesen. Wenn nicht, sprechen wir das ganze eben durch und ich hoffe ich kann Dir dann auch ausreichend weiterhelfen. Falls ich nicht erreichbar sein sollte, kann Dir Liz bestimmt auch vorab weiterhelfen. Was hältst Du davon?“
„Ja, das können wir so machen. Ich hatte eigentlich vor am Sonntagabend heim zu fliegen, vielleicht lässt sich der Termin aber auch auf Montag verschieben, ich kläre das noch ab.“
„Gut,“ antwortete er und stand auf.
Ich tat es ihm nach. Er war jetzt wieder komplett in der Arbeit gefangen und ich wollte einfach nur gehen. Weg von hier. Ich ging Richtung Tür und er begleitete mich. Seine Hand griff an die Türklinke, drückte jedoch nicht ab. Er hatte sich vorgebeugt und sein Kopf war nun genau vor meinen, als er sich zu mir umdrehte.
„Ich muss jetzt leider in diese Besprechung, aber ich kann diese Tür nicht aufmachen und Dich einfach so ziehen lassen. Gerade eben, dachte ich noch, ich schaffe es. Aber es geht nicht“
Und in seinen Augen las ich immer noch diese Verwirrung und diesen Mix der Gefühle und in dem Moment konnte ich einfach nicht anders. Ich beugte mich die wenigen Zentimeter die uns noch trennten vor und küsste ihn sanft auf den Mund. Nur ganz kurz und ganz leicht. Unsere Lippen berührten sich nur einige wenige Sekunden. Denn schon dieser flüchtige Kuss reichte um meinen ganzen Körper wieder in Espenlaub zu verwandeln. Ich ging also lieber sicherheitshalber gleich einen Schritt zurück um den Raum zwischen uns zu vergrößern.
Er richtete sich auf, es schien, dass auch er versuchte seinen Körper wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Hand nahm er aber nicht von der Türklinke.
„Würdest Du heute Abend mit mir Essen gehen?“ fragte er dann einfach frei heraus.
„Ja, gerne. Ich wohne im Reginald Hotel, hol mich einfach dort ab, in Ordnung?“ lächelte ich zurück.
Jetzt öffnete er die Tür und lies mich auf den Flur.
„Ich begleite Dich noch zum Aufzug“ sagte er.
Wir gingen also stumm nebeneinander zum Aufzug. Dort warteten wir, weiter, ohne dass auch nur einer von uns etwas sagte, bis dieser kam. Als die Türen sich öffneten und ich hineinging, blieb er draußen stehen. Und nur das Schließen der Türen trennte unsere Blicke.
++++++++++++++
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
