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von Glamac
erstellt: 13.02.2008
letztes Update: 10.02.2010
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen)
Nein, ich fange mit dem Zeitpunkt an, als ich dachte, ich hätte ihn überwunden und könnte mein Leben weiterleben ohne ihn daran teilnehmen zu lassen. Ich hatte ihn nach seiner Rückkehr von den Toten sehr deutlich spüren lassen, dass ich eine Zukunft mit ihm nicht mehr möchte und mir auch nicht vorstellen kann. Das wir keinesfalls füreinander bestimmt waren und das ich bzw. wir ihn vernichten würden, wenn er sich nicht von uns fernhält. Er hat meine Wünsche akzeptiert und ich habe ihn nie wieder gesehen und begonnen mein Leben ohne ihn aufzubauen. Dieses neue Leben führe ich nun schon 3 Jahre. Es war ausgefüllt. Ich hatte einen tollen Job bei der Zeitung, der mich ausfüllte, einen tollen Job als Hexe, der dies ebenfalls tat und über mein Liebesleben konnte ich mich auch nicht beschweren. Es war noch nicht „Mr. Right“ dabei, den suchte ich aber auch nicht. Ich redete mir ein, dass eine Ehe pro Jahrzehnt eigentlich genügte und ich von Natur aus, nicht der Typ bin, der sich gerne bindet. Ich fühlte mich frei und jung und genoss das Leben. Vor einigen Wochen bekam ich dann auch noch ein phantastischen Angebot meine berufliche Karriere auszuweiten. Ein solches Angebot hätte ich mir niemals träumen lassen. Für eine wohltätige Organisation zu arbeiten, als Journalistin, als richtige Journalistin. Wenn mir das jemand noch vor einigen Jahren gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Ich konnte es kaum erwarten, meinen Schwestern davon zu erzählen. Ich würde neben meiner Aufgabe als Hexe auch eine weitere wichtige Aufgabe erhalten. Es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn die getane Arbeit vor anderen Anerkennung erhält und man berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten dafür angeboten bekommt.
Ich bog die Auffahrt zum Haus hoch und sah, dass sowohl Pipers als auch Paiges Wagen schon in der Auffahrt bzw. am Straßenrand standen. Sehr schön, sie waren also schon beide zu Hause und ich konnte die Neuigkeiten sofort weitergeben. Ich sperrte den Wagen ab und ging leichten Schrittes in Richtung Wohnungstür und schrie, kaum dass ich diese hinter mir geschlossen hatte: „Ich bin wieder da und ich habe phantastische Neuigkeiten für Euch! Na ja, eigentlich nur für mich, aber, wenn ich glücklich bin, dann seid ihr es doch auch, oder?“
Diesen Ausbruch an guter Laune ließen sich Piper und Paige nicht lange entgehen und kamen mir von Küche und aus dem ersten Stock entgegen.
„Wir können also schließen, dass es sich um ein erfolgreiches Gespräch gehandelt hat“, meinte Piper, die mit einer Kanne Tee aus der Küche kam.
„Ja, dass kann man wohl sagen,“ antwortete ich und folgte Piper ins Wohnzimmer und Paige tat mir das nach. Am Wohnzimmertisch war schon das Teegeschirr für zwei Personen gedeckt und Paige ging an mir und Piper vorbei und holte das dritte aus dem Schrank und stellte es zu den anderen beiden an den Tisch.
Ich ließ mich auf das Sofa fallen und grinste glücklich vor mich hin, während Paige sich mir gegenüber auf einen Sessel setzte und Piper den Tee einschenkte und danach neben mir Platz nahm. „Na dann, erzähl doch mal, wir wollen Einzelheiten, worum ging es denn bei dem Angebot genau“ frage Paige.
„Es ist etwas ganz Neues. Meine Aufgabe wird darin bestehen, über die Schicksale aller hier in San Francisco als erste Anlaufstation ankommenden Flüchtlinge zu berichten. Dies wird meine Zeitung exklusiv mit dieser Organisation aufziehen. So soll die breite Masse auf diese Schicksale und ihre Hintergründe aufmerksam gemacht werden. Aufgrund meiner psychologischen Ausbildung und meiner bisherigen Tätigkeiten bei der Zeitung gehen sie davon aus, dass ich das nötige Format für diese Tätigkeit habe. Sie hoffen so besseren Zugang zu den Leuten zu bekommen und dadurch vielleicht auch weitere Spenden oder Fördermittel zu erhalten.“
„Das ist super. Du machst Deinen Job und kannst nebenbei etwas Gutes tun, wie ich als Sozialarbeiterin,“ rief Paige.
„Oder wie in meinem tagtäglichen Dasein als Hexe“, grinste Piper. „Oder besser gesagt unserem. Ist es nicht das was wir alle schon die ganze Zeit über machen“.
„Ja, genau das ist es, nur mit einer kleinen, nicht ganz unwichtigen Variante. Ich werde sehr gut bezahlt dafür, im Gegensatz zu meinem anderen Job“ lachte ich.
„Wie viel Zeit würde dieser neue Job denn abverlangen“ wurde Piper wieder ernster. „Bist Du da an bestimmte Arbeitzeiten gebunden oder wie soll das ablaufen.“
„Ganz genau geklärt ist das noch nicht. Ich habe hier nur mit dem Leiter des Büros San Francisco gesprochen. Mit ihm hätte ich die Zeiten der Ankunft der Flüchtlinge und deren Unterbringen etc abzuklären und in Absprache mit ihm sind dann die Interviews zu machen.“
Ich lehnte mich zurück und nahm einen Schluck Tee bevor ich weiter berichtete “ Je nachdem wie sich die Personen zurechtfinden. Aber ich gehe davon aus, dass das ziemlich flexibel sein dürfte, weil ich meine Kolumne immer noch weiter behalten darf, da sie davon ausgehen, dass diese Sache journalistisch eher in einem monatlichem Rahmen ablaufen wird. Ich werde wohl, je nachdem, einmal im Monat einen Artikel abzugeben haben. Ich muss die Leute ja schließlich auch etwas kennen lernen. Aber genaueres ist dann von der Zentrale in New York zu veranlassen. Wenn ich zusage, müsste ich für ein paar Tage nach New York fliegen um dort die genauen Arbeits- und Vertrags-Modalitäten abzuklären. Aber es wird immer noch Zeit übrig sein für die tägliche Dämonjagd“ fügte ich noch lächelnd hinzu.
„Dann hast Du Dich also schon entschieden?“ fragte Paige.
„Ja, das habe ich. Es ist eine sehr große Möglichkeit, die sich vielleicht nie mehr wieder bieten wird und ich muss sie nutzen. Es wird mir bestimmt viel Spaß machen. Das spüre ich“
„Na dann, lasst uns anstoßen, auf die neue Möglichkeiten, die sich Phoebe Halliwell auftun und die sie nutzen soll“ rief Piper und streckte ihre Teetasse zur Mitte, in der sie sich mit denen der Anderen zu einem klangvollen Anstoß-Konzert traf.
Ich erinnere mich heute noch gerne an diesen Nachmittag zurück, ich kann mich noch an alles erinnern. Ich spürte die Veränderungen auf mich zukommen, neuer Tatdrang tat sich auf und ich wollte die ganze Welt umarmen, so glücklich war ich damals.
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Es vergingen einige Wochen und ich hatte schon einige Telefonate mit dem zuständigen Rechtsanwalt in New York geführt, der die vertraglichen Grundlagen für mein neues Standbein schaffen sollte. Wir sind dann übereingekommen, dass ich in der nächsten Woche in New York persönlich vorsprechen sollte und wir dann die Vertragsfeinheiten regeln würden und eben die Unterzeichnung. Nachdem ich seit fast 7 Jahren nicht mehr in New York war, wollte ich diese Gelegenheit gleich nutzen, um ein verlängertes Wochenende dort zu verbringen und einige meiner New Yorker Freundschaften wieder aufzufrischen. Der Termin wurde dann auf einen Donnerstagnachmittag vereinbart und ich buchte, wie jeder normale Mensch, wie Piper betonte, einen Flug für Donnerstagmorgen hin und Sonntagabend zurück. Ich freute mich sehr auf New York. Ich hatte ganz vergessen, wie gern ich einst in dieser Stadt gelebt habe. Ich freute mich auf ein Wiedersehen mit meiner Vergangenheit. Mit meinen Schwestern hatte ich vereinbart, dass, falls ein Dämonengrossangriff stattfinden sollte, sie bzw. Leo mich wieder, nicht mehr ganz so normal, durch orben nach San Francisco zurückbefördern würden.
Da war ich nun, the big apple. Diese Stadt zog einen wirklich in ihren Bann. Ich glaube nicht, dass es einen Menschen gibt, der ihr emotionslos gegenübertreten kann. Ich konnte es sicher nicht. Kaum aus dem Flughafen raus, schnappte ich mir ein Taxi und lies mich durch einige meiner alten Viertel zum gebuchten Hotel in Manhattan fahren. Ich hatte noch ca. 2 Stunden bis zum Termin mit Mr. Myers und sein Büro bzw. das ganze Bürogebäude dieser Organisation war nur zwei Blocks entfernt. Es war ein sehr schönes Hotel, am Rand des Central Parks und ich dachte ich nehme mir noch etwas Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den Park. Es war einer diesen wunderbaren Herbsttage, den man sich nicht entgehen lassen darf.
Ein beeindruckender Gebäudekomplex, dachte ich mir nur, als ich diesen auf dem Weg zu dem Gespräch mit Mr. Myers betrat. An den Aufzügen standen riesige Tafeln mit den Namen von allen in diesem Gebäude untergebrachten Firmen bzw. Abteilungen. Vertragsabteilung Westen, da musste ich hin, 8. Stock. Der Aufzug öffnete gerade seine Türen und lies ein paar Männer und Frauen in Anzügen heraustreten. Ich fuhr gleich in den 8. Stock. Oben angekommen starrte ich in einen riesigen Flur, der mich stark an den beim Buckland Auktionshaus erinnerte. Ich lief ihn entlang und fand an der 2. Tür auch schon das Schild „Empfangsbüro Mr. Myers“ Ich klopfte an und nachdem niemand öffnete, öffnete ich selbst um festzustellen, dass dieses Büro leer war. Ich drehte mich um und starrte den Flur weiter runter als aus dem Büro gegenüber eine junge Frau herauskam und mich anlächelte. Ich lächelte zurück und teilte mit, dass ich einen Termin mit Mr. Myers hätte, hier aber niemand sei und ob sie mir weiterhelfen könnte. Sie nickte und deutete den Flur runter und meinte, „Die dritte Tür rechts, die die offen steht. Dort müssen Sie hin. Mr. Myers ist, so viel ich weiß krank und deshalb ist sein Empfangsbüro auch nicht besetzt. Die Dame dort wird Ihnen sicherlich weiterhelfen können.“
Ich ging also den Flur weiter runter zu der offen stehenden Tür und ging gleich auf die am Tisch sitzende junge Frau zu, die mich anlächelte, als ich auf sie zukam, jedoch nichts weiter sagen konnte, da das Telefon klingelte und sie den Hörer abhob.
Wie soll ich nur das Gefühl beschreiben, als ich seinen Namen hörte. Die Sekretärin, sagte es so einfach, als ob gar nichts dabei wäre. Objektiv betrachtet, war ja auch nichts dabei, denn es war ihr Job, den sie tagtäglich erledigte.
„ Cole Turners Büro, Sie sprechen mit Liz. Was kann ich für Sie tun.“ Kurze Pause. „Ja, diesen Termin hat er sich vorgemerkt und wir an dem Meeting auch teilnehmen. Vielen Dank. Wiederhören.“
Sie legte den Telefonhörer zurück auf die Gabel und lächelte mich wieder an. Sie erwartete jetzt wohl von mir, dass ich etwas sagte und ich, ich konnte nur daran denken, dass ich keine Ahnung hatte, was hier gerade abläuft und ob ich je wieder irgendeinen vernünftigen Gedanken fassen könnte. Meine ganze Aufmerksamkeit galt meinem Körper. Meine Hände zitterten, ich spürte wie das Blut durch meine Adern schoss und gleichzeitig mein Magen begann verrückt zu spielen. Es war eine starke Mischung von Gefühlen die über mich hereinbrachen, so dass mich das Überstehen dieser Eindrücke komplett einnahm. Was war es. Eine Mischung aus Angst und Freude. Ich spürte Schmetterlinge im Bauch, wie vor dem ersten Kuss oder dem ersten Rendevouz, andererseits spürte ich auch die Angst, die aus eben demselben Bauch in mir aufstieg und dann auch noch das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun, und dabei erwischt zu werden.
„Entschuldigen Sie, kann ich Ihnen irgendwie helfen“ kam es von Liz, seiner, Coles Sekretärin. Ob auch sie ein Dämon war, schoss mir sofort durch den Kopf, Lieber nicht auffällig werden. Kühlen Kopf behalten, durchatmen oder überhaupt wieder anfangen zu atmen. Ja. Anmelden.
„Guten Tag, mein Name ist Phoebe Halliwell, ich hatte ursprünglich einen Termin bei Mr. Myers, nur ist dieser wohl krank und man sagte mir in seinem Büro, ich sollte mich hierher wenden,“ kam es dann verhältnismäßig ruhig aus mir raus.
Ob wohl Mr. Myers tatsächlich krank ist, schoss mir nun durch den Kopf. Wurde die Sache von langer Hand geplant und ich war mitten in einem von Cole geplanten Komplott. Vielleicht hätte ich mich lieber umdrehen und sagen sollen, dass ich den Termin nur mit Mr. Myers machen will. Ich weiss es nicht, ich war wohl noch damit beschäftigt, nicht ohnmächtig zu werden und einfach weiterzuatmen Es hat mich sehr getroffen, welche Reaktionen dieser Mann bzw. nur sein Name allein in mir auslöst.
„Oh, ja stimmt, ich weiß Bescheid und werde sie bei Mr. Turner anmelden. Er wird den Termin für Mr. Myers abhalten. Er ist sofort für sie da. Nehmen sie doch so lange Platz“ und mein Blick folgte ihr, wie sie durch einen Handbewegung auf eine kleine Sitzgruppe in der Ecke ihres Büros deutete. Ob ich es wohl schaffen würde, meine Beine dazu zu bewegen, mich dorthin zu tragen, dachte ich noch, als sie den Telefonhörer abhob um mich anzumelden. Ob er von meinem Besuch weiß, wie viel Zeit hatte er um sich auf mein Kommen vorzubereiten, dachte ich noch immer vor dem Tisch der Sekretärin stehend.
„Liz, ich muss kurz runter zu Paul, um noch einige Dinge mit ihm zu besprechen, die er während meiner Abwesenheit erledigen soll“ hörte ich von der Tür diese vertraute und längst nicht mehr gehörte Stimme. Ich stand mit dem Rücken zu ihm und Liz sah an mir vorbei in seine Richtung. Hätte ich mich doch nur schon zu dieser Sitzgruppe hinbewegt. Dann würde ich schon sitzen und müsste mir keine Gedanken wegen meiner Beine machen. Mein ganzer Körper zitterte schon wieder.
„Mr. Turner, Mr. Myers ist heute leider krank und deswegen ist Miss Halliwell hier an Sie verwiesen worden. Sie hätte demnach jetzt einen Termin mit Ihnen,“ erklärte die ahnungslose Liz.
Es half alles nichts. Ich nahm all meinen Mut und meine ganze Kraft zusammen und drehte mich gerade um, als er fragend Liz ansah und „Miss Halliwell?“ wiederholte. Und da standen wir nun. In Lizs Büro und starrten uns an. Er hatte keine Ahnung von meinem Kommen. Das stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich weiß nicht wie lange wir so dastanden, bis Liz nachfragte, ob der Termin in Ordnung ginge. Er schien wie aus einem Koma aufzuwachen, nahm aber den Blick nicht von mir, als er Liz sagt, es sei schon ok, er nimmt Miss Halliwell mit in sein Büro. „Wenn es Ihnen Recht ist.“
Das galt mir. Ist es mir Recht mit diesem Mann in sein Büro zu gehen? Sollte ich sagen, dass es besser wäre, wenn wir den Termin nicht miteinander machen würden, weil ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte und daher alles was wir zu bereden hätten, sinnlos wäre. „Gut, ist mir Recht“ kam es stattdessen aus meinem Mund.
Er stellte sich quer in den Türrahmen und wies mit der rechten Hand zurück auf den Flur, aus dem er gerade gekommen war um mir den Vortritt zu lassen. Und ich setzte einen Fuß vor den anderen und ging an ihm vorbei in den Flur. Dort blieb ich kurz stehen und er ging neben mir ein paar Meter den Flur entlang zu einem Büro. Wieder blieb er an der Tür stehen und lies mir den Vortritt und ich ging hinein. Er schloss die Türe hinter sich und deutete auf eine Sitzgarnitur. Ich ging zum ersten Sessel der sich mir bot und setzte mich hin. Nachdem meine ganze Motorik wie ferngesteuert ablief, konnte ich nicht dafür garantieren, wie lange das alles so gut ablaufen würde und es war besser ich säße, wenn die Funktionen aussetzen. Er setzte sich mir gegenüber auf die Couch und sah mich nur an. Wir saßen beide nur da und starrten einander an. Ich hatte das Gefühl, noch einmal alles aufnehmen zu müssen, was dieser Mann ausstrahlte. Ich spürte sofort wieder, weshalb ich mich am ersten Abend schon so von ihm angezogen gefühlt habe. Es war alles noch da. Diese Augen, dieser Mund, diese Hände, dieser Körper. Und doch hatte ich das Gefühl, als ob ich in einem Traum wäre und jeden Moment aufwachen würde. Ein Klopfen an der Tür brachte mich zurück in die Realität. Ohne eine Antwort abzuwarten, kam Liz ins Büro und übergab Cole eine dunkelbraune Akte.
„Das sind die Unterlagen von Mr. Myers“ sagte sie zu Cole und verließ das Büro wieder.
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