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von DawiL Danger    erstellt: 30.01.2008    letztes Update: 28.02.2008    Geschichte, Mystery / P18 Slash    (fertiggestellt)
Ich habe keinerlei Rechte an irgendeiner der real existenten Personen in dieser Geschichte, also Marilyn Manson/ Brian Warner, Twiggy Ramirez...und denen, die noch folgen werden. Nichts ist wirklich passiert, sondern alles entspringt nur meiner kranken Fantasie.


***ok...gut, wenigstens sehe ich an den Stats, das irgendwer das hier gelesen hat. Auch gut... gebts zu, es liegt daran, dass ich Manson Brian nenne. Aber stellt euch in dem Sachverhalt mal den Namen Marilyn vor, ohne zu lachen. Ich kann es jedenfalls nicht. Trotzdem bitte ich, nicht alles zu ernst zu nehmen, was hier vorkommt. Es ist nur Fiktion, vergesst das nicht, niemand...ok, niemand von dem ich weiß, hat das je wirklich getan. ***


Nachdem Twiggy gegangen war, blieb Brian versonnen einen Moment noch oben vor der Tür stehen, sah die Straße hinab. Nicht, dass er seinem Freund hinterher gestarrt hätte, er betrachtete vielmehr einfach nur die Gegend, in der er lebte, in der er sich einfach gefangen vorkam. Er hasste Vororte einerseits, weil sie nun einmal nur Fassade waren, weil sie diese heile Welt vorspielten, in der Menschen wie er nicht vorgesehen waren, in der sie zu Außenseitern verkamen. Es war eine Gegend wie die, in der er aufgewachsen war, schon alleine ein Grund, es zu hassen. Gut, er hasste seine Eltern nicht, auch wenn man es manchmal hätte vermuten können, so wie er sich verhielt, aber er verachtete die meisten Ideale ihrer Generation und wofür sie standen, das musste er ehrlich zugeben. Aber als Menschen...immerhin war er aus diesen Leuten hervorgegangen, also mussten sie doch auch irgendetwas gemeinsam haben; er hatte bisher noch nicht herausgefunden, was das war, aber vielleicht würde er das ja irgendwann, dachte er amüsiert.

Aber auf gewisse Weise liebte er die Vororte deswegen gerade, weil sie eine Fassade waren. Weil hinter dieser Maske der heilen Welt so vieles lauern konnte, Abgründe, Seltsames...gut, er befürwortete es sicher nicht, dass Männer ihre Frauen schlugen und diese dann ihre Verletzungen als Überbleibsel eines Treppensturzes tarnen, aber er fand es doch amüsant, wenn sich der scheinbar so biedere Nachbar von nebenan als heimliche Drag-Queen herausstellte oder auch die nette ältere Dame von gegenüber unter einem Pseudonym schwülstige Liebesromane schrieb.
„Oder“, murmelte er, „Wenn der seltsame Kerl von nebenan in seinem Keller seinen eigenen modernen Prometheus schaffen will...“ Dann ging er wieder nach drinnen, während am Ende der Straße die Sonne als ein flammender orangener Ball unterging.

Drinnen war es relativ warm, obwohl er doch nur für einen Moment dir Tür offen gelassen hatte; aber bei der schwülen Hitze, die schon seit Wochen herrschte, sodass schon nach wenigen Sekunden draußen die Kleidung an einem klebte, war das auch kein Wundern.
Gedankenverloren ging Brian wieder zurück in Richtung seines Kellers.
Er war jetzt genauer gesagt schon über ein Vierteljahr bei seinen Versuchen, doch bisher zeigte sich keinerlei Erfolg, weshalb er langsam wirklich kurz davor war, die Idee einfach aufzustecken. Vielleicht war es von vornherein eine Schnapsidee gewesen - man sollte Gott schließlich nicht ins Handwerk pfuschen, wie seine Großmutter immer gesagt hatte. Gut, eigentlich war ihm das ziemlich egal, was Gott zu dem sagte, was er gerade tat, aber trotzdem...vielleicht war da wirklich irgendeine höhere Macht, die aufpasste, dass die Menschen nicht zu viel Unsinn trieben. Wer wusste es schon?
Und wenn er so weiter machte wie bisher, dann würde diese Macht ihm sicher bald gehörig in den Hinter treten, da war er sich sicher. So oder so...

Langsam stieg er die Stufen hinab, genoss die Kälte, die hier im Vergleich zur oberen Hälfte des Hauses herrschte, genauso wie die Dunkelheit, die ihm angenehmer schien als das helle Tageslicht.
„Vielleicht werde ich wirklich noch nachtaktiv, wenn ich so weiter mache“, murmelte er vor sich hin, ging in Richtung des Raumes, den er tatsächlich freigeräumt hatte, jedoch nur für sein Projekt, nicht, um für Ordnung zu sorgen, wie er Twiggy hatte weiß machen wollen. Die Farbe an den Wänden der Backsteinmauern war mehr als nur abgeblättert, aber für eine Erneuerung fehlte Brian nicht nur das Geld, er hatte schlicht und ergreifend auch gar keine Lust dazu. Alles war schon ok so, wie es war - und außerdem hatte er manchmal wirklich die Befürchtung, dass seine Freunde doch Recht hatten und sein Haus eines Tages über ihm zusammenbrechen würde. Also, falls das wirklich passierte, wieso Geld in Farbe investieren? Die würde das Ganze schließlich auch nicht mehr zusammenhalten als bisher.

Er öffnete die Tür, wobei er sich mit fast seinem ganzen Körpergewicht dagegen lehnen musste, da das Holz so verzogen war und sich kaum bewegte. Dann öffnete sie sich schließlich mit einem quietschenden Geräusch, sodass er eintreten konnte.
Er knipste das Licht an, das er vorhin sorgfältig ausgeschaltet hatte, wieso auch immer, dann begann er erst einmal, nach seinen Notizen zu suchen, die er sich seit Beginn seines Experimentes gemacht hatte. Er musste erst eine Weile suchen, da er einfach von Natur aus ein unordentlicher Mensch war - was die Erziehung seiner Mutter nicht fertig gebracht hatte, würde er sich jetzt vermutlich auch nicht mehr selbst beibringen können, nahm er an, verlegte sich daher lieber wie sonst auch aufs Suchen.
Nachdem er den Notizblock gefunden hatte, las er noch einmal durch, was er bisher geschrieben hatte, doch das alles half ihm leider genauso wenig weiter wie das, was er in Bücher gelesen hatte. Alles war ja schön und gut, doch praktisch durchführbar war leider keine der Ideen, von denen er gehört hatte, musste er im Lauf der Zeit feststellen, wobei sein größtes Problem ein anderes war-
- nämlich die Tatsache, wie er sich die Teile seines Wesens überhaupt beschaffen sollte. Er hatte gegrübelt, war schließlich auf die Idee verfallen, dass man alles irgendwie genetisch selber züchten könne, was natürlich völliger Blödsinn war, schon alleine aus dem Grund heraus, dass er keine Ahnung hatte wie man das machte und zudem auch hier in seinem Keller ganz sicher nicht die notwendigen technischen Voraussetzungen besaß.
Also fiel diese Plan schon einmal flach.

Die nächste Idee war es, sich irgendwo her wirklich eine Leiche zu besorgen, aber das war nicht so einfach, wie es in der Theorie klang. Auf dem Friedhof ausgraben konnte man gelinde gesagt in den Wind schrieben, da die Leichen, die sich dort fanden vermutlich mehr als alt waren, sie waren zumindest mehrere Tage tot und da ließ sich sicher nichts mehr machen, da war Brian dank seinem mittlerweile angelesenen Wissen ziemlich überzeugt; so einfach wie bei Doktor Frankenstein war das eben doch nicht.
Brian hatte erst einmal mit Mäusen angefangen, nun, toten Mäusen, die er aber ganz sicher nicht selbst getötet hatte, sondern...nun, die Nachbarskatze, die seltsamerweise einen Narren an ihm gefressen zu haben schien und ihm diese toten Tiere genau wie ihren Besitzern immer als eine Art Geschenk brachte und dafür gestreichelt werden wollte. So sehr ihn die Treue des Tieres ehrte, zuerst hatte er das eher eklig gefunden, doch mittlerweile war er dankbar für diesen makaberen Liebesbeweis. So brauchte zumindest nicht er selbst sich um so etwas zu kümmern; denn so gottlos, wie er sich manchmal benahm, ein Mörder war Brian ganz sicher nicht.

Aber heute war er einmal wieder nur theoretisch bei seinem Experiment; er war noch immer nicht weiter gekommen in der Frage des Wie und es sah auch gar nicht so aus, als würde sich das je für ihn klären. Vermutlich was das alles von Anfang an eine mehr als nur dämliche Idee gewesen und er hätte sie gleich aufstecken sollen. Vielleicht hätte er das Buch auch gar nicht aus dem Regal nehmen, sondern sich trotz des Regens auf den Weg nach Hause machen sollen.
Es war eben einfach nur ein...Märchen.
So etwas ging in realem Leben einfach nicht.

„Fein! Ich gebe auf!“, schrie Brian, „Hast du das gehört?“ Er wusste nicht, wen er überhaupt meinte, ob es nur seine Idee war, die Muse der Wissenschaft oder Mary Shelly persönlich. „Ich. Gebe. Auf. Ich bin hier fertig...“ Ärgerlich knallte er sein Notizbuch zu, warf es beiseite, schloss das Buch, in dem er gerade gelesen hatte und stand auf. Er ging zur Tür, schaltete das Licht aus und schloss dann die schwere Tür hinter sich und zwar mit dem Vorsatz, sie nie wieder zu öffnen...

Brian wusste nicht so recht, was er jetzt tun sollte. Um die Bücher in die Bibliothek zurück zu bringen, war es schon zu spät; es war schon fast halb sechs und bis sechs Uhr, wenn die Bücherei schloss, würde er es wohl nicht mehr schaffen. Also würde das wohl noch warten müsse - vielleicht würde er es ja noch morgen nach der Arbeit schaffen. Eigentlich eilte es auch gar nicht, aber am liebsten wollte er die Werke über dieses Thema aus dem Haus haben, frei nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn.“
Aber so, wenn er dieses „Hobby“ nicht mehr hatte, war ihm einfach langweilig, wenn er es offen zugeben wollte. Er konnte doch lesen - irgendetwas anderes. Oder er konnte einen Spaziergang machen. Oder er konnte etwas essen. Gut, das war keine wirkliche Form der Unterhaltung, aber er begann langsam, sich wirklich hungrig zu fühlen - er wusste eigentlich auch gar nicht, wann er das letzte Mal etwas gegessen hatte.

Gelangweilt schlenderte er in die Küche, doch er fand leider nicht mehr als einen gerade abgelaufenen Joghurt und einen schon etwas älteren Apfel, die er beide aß, ohne länger darüber nachzudenken.
Er konnte eigentlich auch..einkaufen.
„Igitt“, murmelte er angewidert. Er hasste nichts mehr, als den Supermarkt mit all den spießigen Hausfrauen, die ihn immer ansahen, als sei er der Satan persönlich. Aber diesmal würde er wohl keine andere Wahl haben, wenn er nicht über kurz oder lang verhungern wollte...

Es war zwar noch immer schwül draußen, doch er nahm an, dass es bald kühler werden würde, deswegen suchte er nach einem Pullover, nahm ihn mit, bevor er sich wirklich auf den Weg in Richtung Supermarkt machte, so lange dieser noch geöffnet war.

Obwohl es schon früher Abend war, war es relativ voll im Supermarkt, die Schlangen an den Kassen reichten fast schon bis in die Abteilung Hygieneartikel, sodass Brian beschloss, später wieder zu kommen, kurz bevor der Laden schloss oder noch besser, morgen nach der Arbeit, auch wenn das höllisch knapp werden würde, wenn er auch noch in die Bibliothek wollte, die augeliehenen Bücher zurückgeben. Doch im Moment dachte er nicht so weit, er wollte nur noch raus hier, da ihn schon die Atmosphäre in den Wahnsinn trieb, wenn er mehr als zehn Minuten am Stück hier verbrachte.
So viel Zivilisation auf einmal machte ihm einfach Angst.
Dennoch, es half nichts, morgen würde er das Einkaufen noch weniger schaffen, deshalb holte er tief Luft, betrat erneut diese Hölle.

Nach einer qualvollen Dreiviertelstunde hatte er es tatsächlich hinter sich gebracht und verließ den Supermarkt mit nicht nur seinen Einkäufen, sondern auch einem beginnenden Kopfschmerz.
Er brachte die Sachen nach Hause, doch er selbst wollte nicht da bleiben, da es für seinen Geschmack immerhin noch ziemlich früh war. Vielleicht war jetzt ja endlich der Zeitpunkt für den Spaziergang, an den er vorhin schon gedacht hatte - vielleicht würde es ja auch gegen die Kopfschmerzen helfen, wobei er das bezweifelte, da die Luft draußen mehr als drückend war.
Aber hier drin war es noch unaushaltbarer...

Er entschloss sich, einfach ein wenig ziellos durch die Gegend zu spazieren, vielleicht für eine Stunde oder etwas mehr.
Eigentlich war es insgesamt ein relativ netter Abend. Es war noch relativ warm und der Himmel leuchtete in einem gespenstischen Gelb, was darauf hinwies, dass es in der nächsten Zeit ein ziemlich heftiges Gewitter geben würde. Aber es war noch nicht so weit, es würde sicher noch ein bis zwei Stunden dauern, dachte Brian oder nein, hoffte es eher, weil er nicht auch noch auf dem Heimweg nass werden wollte.
Mittlerweile hatte er schon die Stadtgrenze erreicht, gar nicht so weit entfernt von dem Vorort, in dem er lebte, wo ein kleinerer Wald begann und eine Autostraße halb versteckt kreuzte, wo regelmäßig unvorsichtige Waldtiere oder streunende Haustiere ein gewaltsames Ende fanden. Doch darüber wollte er jetzt gar nicht nachdenken, auch wenn er es wusste. Er wollte nicht, dass dieser Gedanken die friedliche Stimmung dieses Ortes ruinierten.

Dann...das Kreischen der Bremsen eines Autos zerriss die Stille.
Ein dumpfer Aufprall. Wohl wieder ein Tier, das hier sein Leben gelassen hatte, dachte Brian seufzend.
Dann, wenige Sekunden später das Starten eines Motors, jemand fuhr davon, ziemlich schnell, vielleicht doppelt so schnell, wie hier eigentlich erlaubt war.
Er haut einfach ab, dachte Brian. Nett, wirklich nett. Das arme Vieh, was auch immer es war, hier einfach so verrecken zu lassen. Aber so waren die Menschen wohl.
Aber welches Tier...der Aufprall hatte ziemlich heftig geklungen....
Und irgendwie war ihm unwohl bei dem Gedanken, dass hier, in seiner Nähe jemand - nein, etwas, starb. Vielleicht...er musste etwas tun, das war fast so etwas wie unterlassene Hilfeleistung, ganz egal, ob bei Mensch oder Tier, beschloss er. Schon allein sein schlechtes Gewissen sagte ihm das.
„Und du wolltest ein zweiter Frankenstein werden?“, dachte er spöttisch über sich selbst, „Du gehst ja jetzt schon fast vor Angst ein...“ Aber das war jetzt auch ziemlich egal, während er in die Richtung rannte, wo er vermutete, dass der Unfall passiert sein musste.

Es war leider so verdammt dunkel, dass er nicht sehen konnte, während er langsam an der Straße entlang ging. Er wusste auch gar nicht, wonach er eigentlich suchte; vielleicht hatte er sich ja auch nur verhört-
Doch dann erstarrte er, als er etwas auf der Straße liegen sah.
Nein, nicht etwas, sondern jemanden.
Ein Mann... und er wirkte nicht gerade sehr lebendig.



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so, sparen wir uns Zitate aus “Ein Männlein steht im Walde” (das hat eh schon Thomas Harris in Hannibal Rising getan). Statt dessen, falls es doch jemand lesen sollte, seid einfach gespannt, wie es weitergeht... * doch ein paar Kekse hier lass *
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