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von Kathyana    erstellt: 13.01.2008    letztes Update: 20.02.2008    Geschichte, Mystery, Schmerz/Trost / P18    (fertiggestellt)
Titel: Ein Team ist ein Team
Fandom: Mutant X & X-Men
Autorin: Aiyana
Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an „Mutant X“ oder „X-Men“.

Mutant X & X-Men
„Ein Team ist ein Team“

Schon den ganzen Morgen fühlte Jesse sich unwohl. Wahrscheinlich hatte er nur etwas Schlechtes gegessen... oder es lag daran, dass er in den letzten Wochen kaum zum Schlafen gekommen war, weil sie einen neuen Mutanten in Sicherheit hatten bringen müssen.
Eine Nacht ungestörten Schlaf und ein bisschen Ruhe, dann würde es ihm sicher wieder gut gehen. Das redete er sich ein, obwohl sein Unterbewusstsein ihn etwas anders Glauben machte. Ein heftiger Schmerz tobte in seinen Eingeweiden. Und das schon seit mehreren Tagen. Vielleicht sollte er mit Adam darüber sprechen? Doch was, wenn Adam ihn für einen Schwächling hielt, weil er wegen ein bisschen Magengrimmen zu ihm kam? Nein, er wollte sich nicht lächerlich machen!
„Hey, Kumpel, hast du Lust auf einen Trainingskampf?“ tönte da Brennans Stimme zu ihm herüber.
„Nein, heute nicht“, erwiderte Jesse knapp. Ihm war nicht danach, sich mit Brennan im Ring zu messen, wenn er nicht im vollen Besitz seiner Kräfte war, denn der war nicht nur unglaublich zäh, sondern auch ein verdammt gerissener Kerl, der mit der erstaunlichen Fähigkeit gesegnet war, in seinem eigenen Körper genügend Elektrizität zu generieren, um den Energiebedarf einer Kleinstadt abzudecken. Es war immer ein Wahnsinnsspaß für ihn, aus seinen Fingern Funken sprühen zu lassen und mit Energiebällen zu werfen. Und wenn man diese nicht so einfach absorbieren konnte, dann vermochte einem diese Gabe ganz schön zuzusetzen.
Jesse war zwar auch nicht gerade harmlos, denn auch er war ein neuer Mutant. Er besaß die Möglichkeit die molekulare Struktur seines Körpers durch bloße Willenskraft nach Belieben zu ändern – mal hart wie Stahl, so dass alles an ihm abprallte, und mal so, dass er durch Wände gehen konnte, ohne sich zu verletzten. Aber heute fühlte er sich nicht mächtig, seine Kräfte einzusetzen.
„Was soll denn das heißen?“ rief Brennan zu ihm herauf. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann der Molekular das letzte Mal die Möglichkeit verstreichen hatte lassen, sich mit ihm zu messen.
„Dass du mit mir Vorliebe nehmen musst!“ mischte sich da Shalimar mit vergnügtem Grinsen ein und ihre Augen ließen für einen Augenblick lang den Blick auf ihre tierische DNA zu. Shalimar war eine atemberaubende Schönheit, aber mit sowohl menschlichem als auch tierischem Erbgut gesegnet. Dadurch besaß sie die Kraft, die Geschwindigkeit und die Instinkte einer Raubkatze, was sie zu einer exzellenten Kämpferin machte, die die Kämpfe gegen ihre Teamkameraden und Freunde eher wie das berühmt-berüchtigte Spiel der Katze mit der Maus betrachtete, als wie eine Herausforderung. Dennoch genoss sie das Kräftemessen mit Brennan, denn er konnte ihr trotz allem Paroli bieten, wenngleich ihr stürmisches Temperament und ihre Unberechenbarkeit ihm manchmal ganz schön zu schaffen machten.
„Okay!“ Brennan zwinkerte Shalimar zu, dann zog er sich mit ihr in den Ring zurück. Von weitem beobachtete Jesse, wie die beiden sich gegenseitig bis an ihre Grenzen brachten. Sie waren beide ausgezeichnete Kämpfer, die ihre Mutantenfähigkeiten hervorragend einzusetzen wussten und außerdem die Schwächen ihres momentanen Trainingsgegners nur zu genau kannten. Aber wahrscheinlich war es gerade das, das die beiden immer wieder zusammen in den Ring trieb: Sie liebten beide die Herausforderung.
„Jesse? Geht’s dir nicht gut?“ vernahm der Molekular da eine Stimme hinter sich. Er brauchte sich nicht umzuwenden, um zu wissen, dass Emma hinter ihm stand und dass sie ihn wahrscheinlich schon durchschaut hatte. Da sie eine Teleempathin war, war es nicht gerade einfach etwas vor ihr zu verbergen. Aber diesmal wollte Jesse sie nicht einweihen, denn er konnte sich denken, dass Emma Adam darüber informieren würde. Und er wollte auf gar keinen Fall, dass ihr Freund, Mentor und Anführer ihn für eine Memme hielt.
Bloß gut, dass sie keine Gedanken lesen konnte, sondern nur seinen emotionalen Zustand mitbekam – zwar bis ins kleinste Detail, um genau zu sein – aber alles war besser, als sie ungebeten in seinem Kopf zu wissen und annehmen zu müssen, dass sie in seinen Gedanken herumschnüffelte.
„Doch, doch...“ begann Jesse mit einer Ausrede, dann wurde ihm klar, dass er Emma nicht hinters Licht führen konnte. „Aber ich hab wahrscheinlich was Schlechtes gegessen“, meinte er deshalb erklärend.
„Ich dachte nur...“
„Mir geht’s gut, Emma!“ unterbrach er sie schroff.
„Okay! Ich wollte ja bloß...“
„Ich brauch deine Hilfe nicht“, fauchte er sie an. „Lass mich einfach in Ruhe.“
 
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