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Geschichte: Fanfiktion
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von gugi28
erstellt: 21.12.2007
letztes Update: 21.12.2007
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
„Bist du sicher, dass wir den Urlaub nicht abbrechen sollen, Draco?“, erkundigte sich Harry leise und schob den im Rollstuhl sitzenden Blonden von Bord. Draco verschlug es fast die Sprache, denn sie waren im Paradies angekommen: In der Karibik!
„Bist du irre, Harry? Sieh dich doch mal um! Hier ist es wunderschön!“, war Draco absolut begeistert.
„Aber deine Gesundheit…“, warf Harry leise ein, Draco drehte ihm den Oberkörper zu und funkelte Harry finster an.
„Mir geht es soweit gut, Harry! Ich nehme brav die Tränke und kotze auch nicht mehr, ist das denn nicht Beweis genug? Ich denke, zwei Wochen wären zu anstrengend für mich, aber eine Woche Aufenthalt im Paradies würden mir sicher wieder auf die Beine helfen.“
„Ganz sicher?“, vergewisserte sich der Auror und ging vor Draco in die Hocke.
„Hör auf, so dämliche Fragen zu stellen, Potter, und roll mich gefälligst zu unserem Quartier“, bockte Draco, Harry seufzte - murrend schob Harry den Rollstuhl voran.
Wie Euer Lordschaft befehlen.
Euer Lordschaft gefällt mir.
Draco!
Was denn? Stimmt ja! Kannst du nicht ein wenig Stoff geben?
Mach die Augen auf, Draco! Hier ist überall Sand!
Ich weiß, na und?
Na und?! Der Rollstuhl versinkt im Sand! Ich tu mir ein klein-wenig-schwer damit!
Oh bitte, Harry, so schwer kann das doch nicht sein!
Draco, ich warne dich!
Ach, du warnst mich? Wovor?
Harry hatte das Gemecker satt, denn die heiße Sonne schien seinem Freund wahrlich nicht gut zu tun. Wild entschlossen hob er den Blonden hoch, warf ihn über seine Schulter und stapfte unter dem heiteren Gelächter der mitreisenden Zauberer und Hexen zu ihrer Hütte.
„Ah! Harry! Lass mich sofort los!“, kreischte Draco überrumpelt, das Gelächter wurde lauter.
„So lange du noch schwach auf den Beinen bist, hast du keine andere Wahl!“, giftete Harry retour und setzte seinen Weg fort. Draco verkniff sich eine fiese Aussage, aber das leise Meckern konnte er nicht abstellen.
Als sie ihr Domizil betraten, stellte Harry Draco vorsichtig ab, stützte ihn und sah sich staunend um. Ihre kleine Hütte befand sich direkt beim Strand und die Innenausstattung war vom Feinsten. Sogar Draco war beeindruckt und konnte sich nicht sattsehen. Das Bett war breit und einladend, ihre Behausung wurde in Holz und hellen Farben gehalten. Stand man im Badezimmer oder im Schlafzimmer, so hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das Meer, Harrys Stimmung stieg an.
„Es ist schöner als in dem Prospekt“, wisperte Draco und ließ sich mit Harrys Hilfe auf einen Stuhl gleiten.
„Traumhaft, nicht wahr?“, strahlte Harry ihn an, Draco bekam Herzklopfen. In diesem Moment erkannte er, dass Harry Potter ihn wirklich lieben musste, wenn er all diese Strapazen auf sich nahm, nur um Draco die Schönheit dieser Welt zeigen zu können.
„Danke“, sah Draco zu Harry hoch, der Schwarzhaarige beugte sich zu ihm hinab. „Immer wieder gerne, Draco“, wisperte Harry an seinen Lippen und verschloss sie mit einem zarten Kuss. Draco öffnete seine Lippen, ließ Harrys Zunge ein und stöhnte auf. Seine Lenden begannen zu kribbeln, Erregung flutete seinen Körper. Auch Harry schien es nicht anders zu ergehen, denn als sie ihren Kuss lösten, sahen sie sich mit Lust verhangenen Augen an.
„Meinst du nicht, dass wir das Bett ausprobieren sollten?“, fragte Draco mit rauer Stimme, in Harrys Seelenspiegel blitzte es auf. Ohne ein Wort zu sagen, hob er den Blonden hoch, trug ihn zum Bett und ließ ihn sanft darauf nieder. Draco behielt seine Arme um Harrys Nacken, zog den Auror zu sich und küsste ihn verlangend.
„Berühr mich, bitte“, flüsterte Draco erregt gegen Harrys Lippen, als sie den Kuss lösten, der Schwarzhaarige stöhnte leise auf. Er kam der Bitte seines blonden Lieblings nur all zu gerne nach, küsste dessen bebenden Lippen, dessen Hals und begann, Draco nach und nach zu entkleiden. Alle frei gelegten Stellen würden mit Harrys Lippen bedacht, er ließ sich ausgiebig Zeit. Während Harry jeden Zentimeter von Dracos Haut liebkoste, sie streichelte und küsste, verzerrte sich der Blonde nach mehr, wand sich unter ihm und stöhnte ungehalten auf.
„Potter, quäl mich nicht so“, stieß Draco keuchend aus, in seinen Augen brannte ungezügeltes Feuer. Harry hielt im Küssen inne, sah hoch zu seinem Freund und grinste teuflisch. Bevor Draco jedoch darauf reagieren konnte, widmete sich Harry erneut dem verlockenden Bauchnabel, küsste und leckte weiterhin abwärts und streifte mit seinem Atem das wippende, pralle Glied des Blonden.
Harry drehte den Kopf, streckte die Zunge hervor und tippte den warmen Stahl an, als Belohnung erntete er ein tiefes Knurren. Für den Auror war dies Aufforderung genug, seinen Einsatz zu erhöhen, so kniete er sich zwischen die zittrigen Beine seines Freundes, beugte sich hinab und nahm die glänzende Spitze zwischen seine Lippen. Mit der Zunge leckte er über die Eichel, gleichzeitig saugte er an ihr. Draco bog sein Kreuz durch, japste nach Luft und krallte seine Hände in Harrys Schopf.
Der Schwarzhaarige öffnete seine Lippen ein Stück weiter und nahm den pulsierenden Schaft in seine warme Mundhöhle auf. Als er seinen Kopf auf und ab bewegte und das Saugen intensivierte, schrie Draco leise auf und begann, in Harrys Mund zu stoßen. Der Auror pinnte die Hüften seines Freundes auf das kühle Laken, entließ den Schaft aus seinem Mund, aber leckte diesen quälend langsam empor.
„Aaah! Harry!“, zischte Draco angespannt, dem immer heißer wurde. Harrys Künste waren außerordentlich, und wenn Harry so weitermachte, dann würde Draco sich nicht mehr zurückhalten können!
„Bei Salazar, schneller!“, keuchte Draco angestrengt und stöhnte tief und lange auf, als Harry ihm gehorchte, wilder an seiner harten Lanze saugte. Doch dann kam Draco schlagartig wieder zu sich, da ein glitschiger Finger seinen Muskelring massierte, in ihm eindrang und einen Punkt massierte…
„JAAA! HARRY!“, hatte Draco sich nicht mehr unter Kontrolle, heiße Blitze traktierten seinen Körper. Draco wurde von diesem Gefühl so dermaßen überrollt, dass ihm die Stimme versagte, sein Körper verrückt spielte und sich nicht entscheiden konnte, ob ihm heiß oder kalt war. Es folgte ein zweiter Finger, nun massierten beide.
Draco starrte in den Betthimmel, ohne diesen wirklich zu realisieren. Die heißen Wellen der Lust überrollten den Blonden in immer kürzeren Abständen, der Blonde driftete ab. Er wusste nicht, auf was er sich mehr konzentrieren sollte: Auf Harrys Mund und Zunge oder aber auf dessen Finger, die ihn in den Wahnsinn trieben. Der dritte Finger folgte, Harry weitete den Blonden vorsichtig. Als Harry seine Finger jedoch vor und zurückbewegte, tickte Draco aus, schrie auf und hob seine Knie an.
„Mach endlich, Harry! Ich will mehr!“
Harry gehorchte sofort, riss sich keuchend die Kleidung vom Leib und ließ dabei Draco nicht ein einziges Mal aus den Augen. Endlich nackt, legte sich Harry auf ihn und küsste leidenschaftlich Dracos Lippen, drang in dessen Mund vor und begann einen feurigen Zungenkuss. Draco keuchte und stöhnte in den Kuss hinein, drängte sich an Harry und hatte nur eines im Kopf: Er wollte Harrys Härte jetzt und sofort in sich spüren…
Während ihr Kuss vernichtender wurde, spürte Draco die feste Eichel an seinem Eingang und wie sie sich nach und nach in ihn schob. Es war ein ungewohntes Gefühl, ausgefüllt zu werden, aber diese Erfahrung gehörte definitiv zu seinen schönsten. Harry stöhnte animalisch in ihren Kuss hinein, als er sich nach und nach in Draco schob und wieder eines der Lustzentren traf – Draco löste den Kuss und schrie hart auf.
„Hab… ich dir wehgetan?“, erkundigte sich Harry sofort.
Draco öffnete mit knallroten Wangen seine Seelenspiegel, Harrys Atem stockte. Flüssiges Silber stach ihm entgegen, der Blonde keuchte. Ohne etwas zu sagen, krallte er sich Harrys Hüften, drückte sie von sich und zog sie hart wieder an sich. Harry schrie auf, Draco legte knurrend den Kopf in den Nacken.
„Gott, ist das geil“, war Dracos Stimme rau, Harrys Verstand verabschiedete er sich. Da er sich nun sicher war, dass Draco keine Schmerzen hatte, baute Harry einen Rhythmus auf und achtete genauestens auf Dracos Mimik. Der Blonde jedoch ließ sich komplett fallen, gab sich seinem Freund hin und verlangte nach tieferen Stößen.
Harry erhöhte sein Tempo, Haut klatschte an Haut, beide schwitzten. Ihr Liebesakt wurde animalischer, ungezügelter und zum ersten Mal verstand Draco, weshalb Harry bei ihm Kratzer hinterlassen hatte. Seine Finger gruben sich tiefer in die Haut, er bestimmte von nun an das Tempo. Harrys Stöße wurden dadurch länger, glitten tiefer und trafen exakt Dracos Lustzentren. Der Blonde stöhnte, ächzte und ließ seiner Lust freien Lauf, steckte Harry damit an.
Während Draco mit seinem Becken Harry entgegen kam, stieß der Auror immer schneller in den willigen Körper, bis Draco seinen Orgasmus erreichte. Mit einem wilden Schrei katapultierte der Blonde seinen Kopf erneut in den Nacken und ejakulierte schubweise auf seinen Bauch, während Harry eingeengt wurde und Sterne vor seinen Augen sah. Nur wenige Stöße später erreichte auch Harry seinen Höhepunkt und verströmte sich in seinem Freund, die Welt drehte sich und verschwamm vor seinen Augen.
„Harry? Was… Was war das?“, keuchte Draco angestrengt in Harrys Ohr, der Auror kam wieder zu sich. Schachmatt lag er auf Draco und lauschte dem wild pochendem Herzen.
„Was es auch war, es war phänomenal“, japste Harry, der Blonde gluckste. „Oh ja…“
Von diesem Moment an ging es steil bergauf mit Draco. Harry wusste nicht, was der Auslöser dafür war, aber er war happy über Dracos riesige Fortschritte. Nach nur zwei Tagen war der Rollstuhl überflüssig geworden, denn Draco übte so lange, bis er es schaffte, von alleine auf zwei Beinen zu stehen, ohne schwarze Flecken vor Augen zu sehen. Als es soweit war, strahlte er Harry an und wurde von seinem Freund stürmisch umarmt und geküsst.
Sie ließen es sich gutgehen, nahmen ihre Mahlzeiten auf der Terrasse mit Blick zum Meer ein, vergaßen die Zeit und widmeten sich erst dann der schönen Insel, als Draco seine Kraftreserven aufgetankt hatte. Die Einheimischen dieser Insel waren überaus freundlich und zuvorkommend, verwöhnten die beiden Liebenden mit schmackhaften Essen und ausgiebigen Massagen. Draco fand das Relaxen am Strand besonders schön, auch wenn er es hasste, von Mama-Harry dick eingecremt zu werden, so dass er keinen Sonnenbrand abbekam.
Grinsend sah der Blonde einer jungen Familie zu, die soeben ihrem Kleinkind – schwer bewaffnet mit Schwimmflügel – hinterherjagte. Harry und Draco lachten viel und nutzten die positive Wirkung der Sonne, die gute Laune schaffte. Vergessen war Dracos schwere Krankheit…
Daran wurden sie erst wieder erinnert, als sich der nun 3-wöchtige Urlaub dem Ende neigte und in England der Winter auf sie wartete. Draco wurde etwas wehmütig, da er diese Trauminsel verlassen musste, doch Harry versprach ihm, dafür Weihnachten ganz groß zu feiern. Da der Auror die Änderung seine Abreise rechtzeitig bekannt gegeben hatte, wartete bereits eine Fähre auf sie, die sie zu einer anderen Insel namens Aruba brachte, auf der sich der Flughafen befand.
„Und da es dir hier so gut gefallen hat, werden wir nächstes Jahr noch einmal hier Urlaub machen“, nickte Harry entschieden, er stand neben Draco auf der Reling. Der Blonde musterte lächelnd Harrys Profil, der Wind spielte mit seinen platinblonden Haaren.
„Was sagst du dazu?“, drehte Harry sich ihm zu, Dracos Grinsen wurde breiter. „Das klingt ausgezeichnet, ich bin dabei.“
„Genau das wollte ich hören“, erwiderte Harry stolz und zum ersten Mal konnte Draco unbeschwert lachen.
°°°°
Zwölf Stunden später erreichten die beiden endlich ihr trautes Heim, sie schlotterten aufgrund der Kälte. Ihre schwebenden Koffer stellten sich wie von alleine neben sie ab, öffneten sich und ließen den Inhalt durch das Haus fliegen. Jedes Stück fand seinen passenden Platz, Harry und Draco entledigten sich ihrer Winterkleidung.
Draco ging zum Flurfenster und sah in die winterliche Landschaft hinaus. „Geliebtes Meer“, jammerte er.
„Du wirst es bald wieder zu Gesicht bekommen, Draco.“ Harry stellte sich zu ihm.
„Ich muss mal auf die Toilette“, seufzte Draco und drehte sich um, Harry sah ihn besorgt an. War Draco schon wieder übel? Hatte er das Essen im Flugzeug nicht gut vertragen?
„Ich muss nur pinkeln, nichts weiter“, grinste Draco ihn an und setzte sich in Bewegung.
„Ach so“, nuschelte Harry, Draco lachte und öffnete die Toilettentür.
Ein leises Klopfen ließ Harry herumfahren und die Haustür öffnen. Die aufgeregt flatternde Eule brachte nicht nur einen Brief sondern auch die winterliche Kälte ins Haus, Harry schloss zitternd die Haustür.
„Also dich kenne ich nicht“, murmelte Harry und kam auf die Eule zu, die es sich auf einem Flurtisch bequem gemacht hatte. Der Auror nahm ihr den Brief ab und gab ihr einen Keks, schon erhob sie sich in die Lüfte. Harry eilte schnell zu seiner Tür, öffnete sie und entließ die Eule, doch eine weitere segelte in den Flur.
„Was ist denn heute nur los?“, wunderte sich Harry und nahm der nächsten ihren Brief ab.
„Hast du was gesagt, Harry?“, hörte er Dracos Stimme. „Nichts, alles okay!“, rief Harry zurück.
Insgesamt waren es dann doch drei Eulen, die Harry besuchten und ihre Nachrichten ablieferten. Der Auror wusste noch nicht, von wem aller sie waren, aber seine Neugierde verlangte nach Klarheit.
„Draco? Ich bin oben, wenn du mich suchst!“, rief er aus, lief den Flur entlang und sprintete die Treppen hoch.
„Okay! Bei mir dauert es länger!“, rief Draco zurück, doch Harry hörte ihn nicht mehr. Als er im Schlafzimmer ankam, begab er sich zu seinem Schreibtisch, setzte sich und öffnete den ersten Brief.
Hallo Harry!
Überraschung! Pig ist verhindert, deshalb habe ich eine Eule aus dem Ministerium mit der Überbringung meines Briefes beauftragt. Ich weiß, es sind erste drei Wochen vergangen, aber ohne dich ist es stinklangweilig hier! Simon ist `ne totale Pleite als deine Vertretung, dieser Kerl bekommt wirklich nichts auf die Reihe! Du müsstest Scrimgeour sehen! Mann, der scheißt Simon wirklich jeden Tag zusammen! Klasse! Ich hoffe, es geht euch soweit gut und ihr genießt euren Urlaub. Es ist so schade, dass du zu Weihnachten lieber mit Malfoy unter Palmen liegst, als mit mir und meiner Familie zu feiern. Dein Geschenk bekommst du dann eben erst nach Weihnachten, selbst Schuld. Wenn es etwas Neues gibt, lass es mich wissen, okay? Du weißt, ich hab immer ein offenes Ohr für dich.
Liebe Grüße, Ron
Harry grinste breit und machte sich daran, Ron eine Antwort zu schreiben.
Hallo Ron!
Tada, wir sind schon früher zurück als gedacht. Es gab ein paar Probleme, aber Draco geht es wieder gut. Scrimgeour tickt aus? Erlebt man selten. Irgendwie tut mir Simon leid. Ron, ich würde gerne zu euch kommen, aber ich will Draco nicht alleine lassen. Es tut mir leid. Dein Geschenk muss ich erst besorgen, mal sehen, was ich für dich finde. Ich erzähle dir Genaueres, wenn wir uns wiedersehen.
Liebe Grüße, Harry
„Hedwig?“, sprach Harry seine Eule an, die in seiner Abwesenheit durch einen einfachen Zauber jeden Tag frisches Futter bekommen hatte. Auch das Fenster im Schlafzimmer war so verzaubert worden, dass Hedwig jederzeit ins Freie fliegen konnte, wenn sie Lust dazu verspürte. Hedwig war aber anscheinend sauer, da Harry sie so lange alleine gelassen hatte.
„Ach komm schon, meine Schöne. Draco hat den Urlaub gebraucht! Sieh mal, ich hab hier einen Brief für dich. Bringst du ihn zu Ron?“, bat er sie, doch Hedwig sah ihn noch immer nicht an und fiepte empört. Harry gab es schnaubend auf, schüttelte den Kopf und legte seinen Brief beiseite, um sich den nächsten vorzunehmen.
Ave Potter!
Ich muss noch immer an unsere letzte Begegnung denken. Du musst Draco sehr lieben, wenn du dich so sehr für ihn einsetzt und dich um ihn kümmerst. Ich Idiot hätte hinter Dracos Maske blicken sollen, doch ich war zu verletzt und stur, um seine wahren Absichten zu durchschauen. Ich gebe es nur ungern zu, Potter, aber ich bin froh, dass du mich aufgesucht hast. Bitte sag ihm noch nicht, dass wir in Kontakt stehen, denn ich will ihn sehen und wenn ich darf, euch besuchen. Was sagst du dazu? …Wieso frag ich überhaupt nach deiner Meinung? Draco ist und bleibt mein bester Freund und da ich auch seiner bin, muss ich ihn einfach sehen! Ähm – darf ich? Bitte gib mir Antwort, wenn ihr wieder in England seid. Ich bin verzweifelt.
Gruß, Blaise Zabini
Harry las sich den Brief zwei Mal durch, ehe er ihm antwortete.
Hallo Blaise!
Du kannst mich gerne Harry nennen, wenn du magst. Bitte gib dir keine Schuld, denn du weißt am besten, wie überzeugend Draco sein kann, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Er wollte mich auch loswerden, als wir noch nicht zusammen waren, aber ich bin nicht umsonst ziemlich stur. Ich denke, dass Draco sich für seine Krankheit geniert und nicht will, dass du Mitleid mit ihm bekommst. Als sein bester Freund musst du einfach zu uns kommen – du kannst auch Kevin mitbringen, wenn du willst. Habt ihr Weihnachten schon etwas vor? Sagen wir: 7 Uhr abends bei mir? Kennst du das Haus meiner Eltern in Godric Hollow? Da wohnen wir jetzt.
Liebe Grüße, Harry
„Hedwig? Bist du noch immer sauer auf mich?“, legte Harry die Feder beiseite, Hedwig fiepte erneut. Sie spielte noch immer die beleidigte Leberwurst, was Harry zum zweiten Mal ein Seufzen entlockte. „Na gut, dann eben nicht“, knurrte er sie an. Dann kam ihm in den Sinn, Hedwig mit einem ihrer Lieblingskekssorten zu bestechen, der Plan wurde in die Tat umgesetzt. Hedwig erbarmte sich dem armen Keks – schließlich konnte er ja schlecht werden – und knabberte zufrieden daran. Harry war erleichtert und nahm nun den letzten Brief zur Hand.
Mister Potter,
wir müssen uns unbedingt treffen. Zeitpunkt und Ort bestimmen Sie. Ich erwarte zuverlässig Ihre Antwort.
Hochachtungsvoll,
Lucius Malfoy
Fassungslos starrte Harry auf die kurzen Zeilen, dann begann er zu lächeln. Hochachtungsvoll – wow! Hatte sein Vortrag etwas bewirkt? Wollte Lucius Malfoy über Draco sprechen? Harry hoffte es sehr und zog ein leeres Pergament herbei.
Mister Malfoy,
ich stimme einem Treffen zu. Sie wissen, wo sich das Haus meiner Eltern befindet? Bitte besuchen Sie mich am 25. Dezember um 7 Uhr abends. Ihre Gattin ist ebenfalls herzlich eingeladen.
Mit freundlichen Grüßen,
Harry Potter
„Hedwig?“, wagte Harry einen dritten und letzten Versuch, endlich sah sie ihn an. „Jetzt wären es drei Briefe, die du überbringen müsstest. Wie sieht´s aus?“
Hedwig hüpfte von ihrer Stange, auf Harry zu und streckte ihr Beinchen aus.
„Süße, einen der Briefe müsstest du nach Miami bringen. Ist das zu weit für dich?“, fragte er leise. Hedwig fiepte erneut, krampfhaft hielt sie Harry weiterhin ihr Beinchen entgegen. Harry lachte auf und streichelte ihr über den Kopf, zu guter Letzt bekam sie noch einen großen Keks. Während Hedwig es sich schmecken ließ und noch verschnaufte, steckte Harry die Briefe in Umschläge, verzauberte sie, schrieb die Namen darauf und befestigte sie schließlich an ihrem Beinchen.
„Überanstreng dich nicht, meine Schöne“, riet Harry seiner Schneeeule, bevor er für sie das Fenster öffnete. Hedwig erhob sich in die Lüfte und war nach einiger Zeit nur noch als Punkt im Himmel zu erkennen.
„Harry? Was machst du hier oben?“, kam Draco ins Schlafzimmer, Harry drehte sich zu ihm und grinste ihn an.
„Rons Brief beantworten“, antwortete der Auror. „Draco? Wir müssen morgen sehr zeitig aufstehen.“
„Wieso? Was hast du vor?“, setzte sich Draco auf das breite Bett, neugierig musterte er seinen Freund.
„Geschenke einkaufen! Morgen ist schließlich Weihnachten und ich möchte nicht mit leeren Händen dastehen. Dann brauchen wir noch einen Christbaum und das Haus muss auch noch geschmückt werden“, zählte Harry auf, Draco wurde traurig.
„Was hast du denn?“, setzte sich Harry zu ihm, Draco schnaubte. „Ich kann dir nichts zu Weihnachten kaufen, Harry.“
„Wieso nicht?“, grinste Harry nun, Draco blitzte ihn an. „Weil ich kein Geld besitze!“, zischte er zurück. Wieso musste Harry auch so dämlich fragen?
„Bist du dir sicher?“, verhielt sich Harry geheimnisvoll, nun stutzte Draco. „Was willst du damit sagen, Potter?“
„Du solltest morgen mal zu Gringotts gehen und nach deinem Verlies fragen“, zwinkerte der Auror gutgelaunt.
„Du hast… Du hast ein Verlies für mich angelegt?“, keuchte Draco auf, Harry nickte.
„Ist es leer?“, fragte er weiter und Harry lachte schallend los. „Natürlich nicht! Weshalb sollte ich dir etwas von einem Verlies erzählen, wenn es leer wäre?“
„Du – Harry! Ich…“ Draco fand nicht die richtigen Worte – vorerst. „Ich zahle dir alles zurück!“
„Oh Mann, Draco! Du wirst es wohl nie begreifen!“, ließ Harry sich rückwärts auf das Bett fallen, während Draco stur in eine andere Richtung sah und in gleicher Weise die Arme vor der Brust verschränkte.
°°°°
Der nächste Tag sollte ein klein wenig stressig werden, wie Harry ziemlich bald feststellte. Draco war plötzlich erfüllt von sämtlichen Lebensgeistern und rüttelte seinen Liebsten so lange an der Schulter, bis dieser endlich ein schmatzendes Geräusch von sich gab und aufmurrte. Als Dracos noch harmlose Bemühungen nicht ausreichten, um Harry gänzlich aus seinem Schlaf zu reißen, griff der Blonde zu einer List. Nicht nur, dass er seinen Freund neckend küsste, er fuhr auch mit der Hand unter die Bettdecke und massierte Harrys samtiges Glied so lange, bis es prall war.
Solche Maßnahmen zeigten natürlich Wirkung, denn Harry wurde endlich wach, drückte sein Becken hoch und stöhnte ungehalten in den Kuss hinein. Der Blonde verstand etwas davon, seinen Freund richtig scharf zu machen, denn Harry verging unter seiner reibenden Faust und schaffte es nicht, sich noch länger zurückzuhalten. Mit einem erstickten Schrei erreichte er seinen Höhepunkt und erst dann löste Draco den Kuss.
„Kannst du mich bitte jeden Morgen so wecken?“, fragte Harry atemlos und kassierte dafür ein unwiderstehliches Lächeln. „Aber nicht doch, Harry. Diese Behandlung steht dir erst zu, wenn du heute ganz brav bist und dich sofort ins Badezimmer verziehst. Hopp, hopp, wir haben noch viel zu tun“, lachte Draco und sprang aus dem Bett.
Erst jetzt bemerkte Harry, dass Draco sich schick angekleidet hatte und bereits startklar war. Wahrscheinlich hatte er auch schon den Trank zu sich genommen. Harry blinzelte, gähnte herzhaft und schlenderte verpeilt ins Badezimmer. Da es Draco aber nicht schnell genug ging, schob er murrend seinen Herzbuben an und drückte ihm die belegte Zahnbürste in die Hand.
„Mach schon, beeil dich, Harry“, näselte Draco und wusch sich die Hände, Harry steckte wortkarg die Bürste in den Mund. Dann zog er sein Schlafgewand aus, stellte sich unter die Dusche und wusch sich in Rekordzeit, da Draco ihm die Sekunden von seiner Uhr vorlas.
„Du nervscht, Drascho!“, nuschelte Harry mit der Zahnbürste im Mund, Draco allerdings blieb stur.
„Drei Minuten und vier Sekunden. Schnell, Harry! Du hast nur noch knappe zwei Minuten, die ich dir gebe!“ Draco rauschte ins Schlafzimmer und legte Harry frische Kleidung zurecht, immerhin sollte sein Schatz mehr als passabel aussehen! Sein verpeilter Freund, welcher in 4 Minuten und 34 Sekunden ins Schlafzimmer trottete, visierte das Bett an, schnappte sich die Boxer, schlüpfte in sie hinein und zog sie über seinen Po.
„Harry? Ich geh schnell in die Küche und richte das Frühstück her! Beeilung, Beeilung!“, trällerte der blonde Wirbelwind und verschwand.
„DRACO!“, meckerte Harry lautstark, da er ein Morgenmuffel war, er hörte Dracos Lachen. „Ich liebe dich auch!“
Harry hielt verdutzt inne und spürte sein Herz freudig hüpfen. Draco liebte ihn? Es war das erste Mal, dass der Blonde diese drei Worte aussprach. Der Auror gab endlich Stoff und flitzte fertig angezogen seinem Freund hinterher, den er klarerweise in der Küche antraf. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee stieg ihm in die Nase, Draco goss diesen soeben in die Tassen.
„Draco? Hab ich mich vorhin verhört?“, fragte Harry leise, setzte sich zu Tisch und wartete darauf, dass Draco sich ihm zudrehte. Der Blonde stockte in seiner Bewegung, gab sich einen Ruck und sah Harry eingehend an.
„Hast du nicht“, krächzte er. Draco selbst schien von seinem Geständnis überrascht und deshalb etwas verlegen zu sein, so bemerkte Harry, und plapperte sofort weiter.
„Ähm, wir sollten schnellstens unser Frühstück zu uns nehmen und dann losgehen, immerhin muss ich noch zu Gringotts und mein Verlies begutachten. Hab ich dir schon erzählt, dass ich in spätestens einem Monat von der Firma, bei der ich mich vorstellen war, bescheid bekommen werde? Sollte der Job an mich vergeben werden, kann ich endlich mein eigenes Geld verdienen und…“
Draco hielt im Reden inne, setzte sich zu Harry und nahm zärtlich dessen Hände in seine. „…es genießen. Du bist einfach zu stur und würdest mir das Geld gnadenlos so um die Ohren prügeln, wenn ich auch nur einen einzigen Versuch wagen würde, es dir zurück zu zahlen.“
„Richtig erkannt“, war Harry stolz auf seinen Süßen. Als der Auror dann endlich seinen Kaffe bekam, erwachten auch in ihm neue Lebensgeister. Es folgte ein üppiges Frühstück und dann ging es los.
°°°°
Langsam aber sicher gewöhnte sich Draco an die eisigen Temperaturen und war froh, sich heute besonders warm angezogen zu haben. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel und legten sich auf die bereits vorhandenen, weißen Schneedecken. Auch die Winkelgasse war märchenhaft angezuckert, lachende Zauberer und Hexen kamen dem Pärchen entgegen.
„Hier trennen sich unsere Wege, Harry, sonst kann ich dir kein Geschenk kaufen gehen“, zwinkerte Draco ihm mit roter Nasenspitze zu, Harry bis sich auf die Unterlippe.
„Gibst du mir einen kleinen Tipp, was ich bekomme?“, machte er Hundeaugen, doch Draco zog nur eine Augenbraue hoch und lachte ihn knapp aus. „Vergiss es, Potter.“
„Okay, bis dann“, maulte Harry und setzte sich von ihm ab, Draco eilte hinter ihm her und packte Harrys Arm, um ihn an sich zu ziehen.
„Lieb dich“, nuschelte er undeutlich und drückte Harry in aller Öffentlichkeit einen zarten Kuss auf die Lippen, Harrys Seelenspiegel glitzerten wie Sterne. „Ich dich auch, Schatz. Wir treffen uns wieder hier in zwei Stunden.“
Nachdem sie sich verliebte Blicke zugeworfen hatten, ging jeder seiner Wege, Harry sah Draco lange nach. Es war einfach wundervoll mit anzusehen, wie sehr sich Draco in den letzten Monaten verändert hatte. Nun strahlte der hochgewachsene junge Mann wieder Stolz und Anmut aus, bei jedem seiner Schritte wiegte der schwere Saum des Umhangs hin und her. Männer sowie Frauen sahen dem Aristokraten nach, da Draco mit seinem platinblonden Haar und den typischen Merkmalen der Familie Malfoy auffiel. Lächelnd drehte sich Harry um und steuerte eines der Geschäfte an…
°°°°
Schatz? Harry hatte tatsächlich Schatz zu ihm gesagt! Draco fand, dass dieses Wort nicht zu ihm passte, es sich komisch anhörte. Etwas zu weiblich, seiner Meinung nach. Gut, ein klein wenig gefiel es ihm, aber… Ob er Harry auch mal Schatz nennen sollte?
„Guten Morgen. Mein Name ist Draco Lucius Malfoy und ich möchte gerne in mein Verlies“, trat Draco an den Schalter heran, der Kobold grinste unschön und lehnte sich vor. „Ah! Mister Malfoy! Ich habe Sie bereits erwartet, bitte folgen Sie mir.“
Während Draco dem Kobold folgte und Minuten später staunend vor einem vollen Verlies stand, stattete Harry den Weasleybrüdern einen Überraschungsbesuch ab und wurde freudig und überschwänglich von ihnen begrüßt.
„Harry, altes Haus! Du lebst noch?“, lachte George ihn an und klopfte Harry auf die Schulter.
„Hallo George. Ähm, sorry, war ziemlich beschäftigt“, war es Harry peinlich, sich so lange nicht mehr bei den Zwillingen gemeldet zu haben. Fred schloss zu ihnen auf, er hielt eine Ballonschnur in der Hand. Als Harrys Augen nach oben wanderten, musste er lachen: Ein armer, aufgeblasener Junge glotzte ihn stumm an.
„Dieser Idiot hat von unseren noch verbotenen Früchten genascht, das hat er nun davon“, erklärte Fred mit einem zuckersüßen Lächeln. „Die Wirkung hält Stunden an“, schielte er zu dem armen Jungen hoch, man hörte nur ein gequältes Wimmern.
„Ron hat uns bereits erzählt, dass du mit Malfoy verbandelt bist und ihm den Dämon austreibst“, lächelte George mitfühlend, Harry nickte stumm.
„Kommst du heute Abend zu uns?“, ereiferte sich Fred sofort und zog verspielt an der Ballonschnur, das Wimmern war erneut zu hören – Harry hatte Mitleid mit dem armen Jungen. „Du kannst Malfoy gerne mitnehmen, wenn du magst.“
„Danke, das ist nett von euch, Jungs, aber ich werde mit Draco zu Hause feiern. Ich habe noch gestern einen Brief an Ron geschickt und es ihm erklärt. Wisst ihr, Draco hat noch nie Weihnachten gefeiert und…“
„Schon klar, Harry, verstehen wir ja“, winkte George ab, Harry stieß erleichtert die angehaltene Luft aus.
„Also deshalb war Ron so still heute morgen?“, runzelte Fred zu George sehend die Stirn. „Denke schon“, stimmte sein Zwilling ihm zu.
„Jungs? Ich muss leider wieder weiter, muss noch Geschenke und einen Baum einkaufen“, sah Harry auf die Uhr, die Zwillinge lächelte ihn an.
„Okay, aber melde dich mal bei uns, klar? Schöne Weihnachten, Harry“, erwiderte Fred.
„Mach ich – euch auch schöne Weihnachten! Lasst mir eure Familie und Hermine bitte schön grüßen!“, rief er im Hinauslaufen, die Zwillinge winkten ihm hinterher.
„Dein Kunde“, bemerkte George trocken und blickte hoch zu dem aufgeblasenen Jungen, welcher immer höher stieg und mit starrer Miene hilflos quiekte.
„Oops“, lachte Fred, sprang hoch und schnappte sich noch rechtzeitig die Schnur.
„Denkst du auch gerade, was ich denke?“, zwitscherte George seinem Bruder zu, Fred grinste frech. „Ziehen wir es durch! Ohne Rücksicht auf Verluste.“
°°°°
Harry hetzte von Geschäft zu Geschäft und freute sich, wenn er die richtigen Geschenke fand. Bei Draco tat er sich etwas schwer, doch dann musste er sich an ihre vergangenen Jahre auf Hogwarts erinnern und hatte plötzlich die Idee. Auch Draco hetzte durch die Geschäfte, auf der Suche nach einem geeigneten Geschenk für seinen Freund. Ein Geistesblitz jagte durch sein Gehirn und trug den Namen Blaise mit sich. Draco seufzte betroffen und blieb kurz stehen. Ob Blaise noch immer so wütend auf ihn war? Sollte er auch ihm etwas kaufen und es ihm dann anonym schicken?
Draco wusste, dass er bei Blaise verspielt hatte, dennoch liebte er ihn wie einen Bruder und wollte ihm wenigstens eine kleine Freude bereiten. Als er endlich wusste, was das Richtige für ihn war, machte er sich schleunigst auf den Weg.
Harry und Draco trafen zu Mittag wieder aufeinander, gingen essen und genossen den weihnachtlichen Trubel um sie herum. Es war schön, Draco so frei lachen zu sehen, zu wissen, dass sich der Blonde in seiner Haut sichtlich wohl fühlte. In diesem Moment war Harry der Meinung, dass Draco noch schöner geworden war und dieser nicht wusste, wie attraktiv er eigentlich auf Harry wirkte. Nach dem Essen suchten sie sich einen geeigneten Baum und beeilten sich, nach Hause zu kommen.
Es war schön, zu den Zauberern dieser Welt zu gehören, wie Draco und Harry gerne feststellten. Mittels Zauberstab waren der Christbaum und das Haus in Windeseile weihnachtlich geschmückt. Beide starrten nun zu ihrem Baum und dann zu den darunter liegenden Geschenken.
„Wann willst du anfangen?“, konnte es Draco kaum erwarten, Harry räusperte sich. „In einer Stunde.“
„Sehr gut, dann kann ich uns noch ein schönes Abendessen zaubern, bevor es losgeht“, rieb sich Draco die Hände, der das Kochen lieben gelernt hatte. Kochen erinnerte ihn an das Brauen von Zaubertränken, somit verstand er die Zusammensetzung sämtlicher Speisen.
„Hm, ich freu mich schon darauf“, schnurrte Harry, Draco flitzte davon.
Harry wurde geplagt von Unsicherheit, er betete inständig, dass der heutige Abend kein Desaster wurde. Noch hatte er keine Antwort von den Malfoys oder Blaise erhalten, aber Harry hoffte, dass sie kamen. Wie würde Draco auf die Besucher reagieren? War Hedwig wieder zurückgekehrt? Da Harry sich vergewissern wollte, begab er sich ins Schlafzimmer und lächelte erleichtert, als er seine Eule vorfand, die etwas mitgenommen aussah.
„Wahnsinn, Hedwig! Wie hast du das so schnell geschafft?“, staunte er nicht schlecht. Plötzlich ertönte die Glocke des Hauses.
„Harry? Siehst du nach? Ich kann grad nicht!“, plärrte Draco von der Küche aus zu Harry empor.
„Ja-ha! Ich geh schon!“, rief Harry retour und lief bereits die Stufen hinab. Als er die Tür öffnete, riss er erstaunt die Augen auf, denn vor ihm standen Blaise und Kevin.
„Hier ist meine Antwort für dich, Harry. Deine Eule Hedwig hat uns erreicht, als wir schon in England waren“, hielt Blaise ihm den Antwortbrief entgegen, der Auror nahm ihn an sich.
„Da steht drin, dass wir kommen, nur ein wenig früher“, informierte Kevin ihn mit einem Grinsen, Harry lachte auf. „Wirklich?“
„Dürfen wir reinkommen?“, fragte Blaise höflich, Harry ging sofort zur Seite. Die Jungs traten ein und legten ihre Winterkleidung ab, als sie Dracos Stimme aus der Küche hörten.
„Haben wir Besuch, Harry?“
Blaise schluckte schwer, beim vertrauten Klang von Dracos Stimme. Seine Beine machten sich selbstständig und führten ihn zur Küche.
„Harry? Was…“, kam Draco aus jener und blieb wie angewurzelt stehen. Sprachlos starrte er seinen besten Freund an und konnte nicht glauben, dass dieser tatsächlich vor ihm stand.
„Draco, du bist der größte Trottel auf dieser Welt“, krächzte Blaise leise und marschierte auf seinen Freund zu. Beide Jungen fielen sich wie Ertrinkende in die Arme, wiegten sich umher und wollten sich nicht mehr loslassen. Über die Schulter hinweg sah Draco zu seinem Liebsten und Harry erkannte in dessen Auge all seine Liebe und Dankbarkeit, Worte waren nicht notwendig.
„Es tut mir so leid, Blaise. Ich…“, keuchte Draco, seine Augen brannten.
„Vergiss es, Draco. Jetzt bin ich ja hier. Bitte behalte mich als besten Freund, okay? Ich werde mir auch zukünftig mehr Mühe geben, hinter deine bescheuerte Maske zu sehen“, wisperte Blaise zurück und sog den vertrauten Geruch seines Freundes ein. Draco war das schönste Weihnachtsgeschenk, das er je bekommen hatte.
„Idiot! Ich kann froh sein, dass du mich noch als Freund haben willst“, wimmerte Draco in Blaise´ Halsbeuge, die Umarmung wurde knochenbrechend. Blaise schnappte sichtlich nach Luft, machte sich aus Dracos Armen frei, hielt ihn auf Abstand und musterte ihn ungeniert.
„Bei Salazar! Du siehst gut aus!“, freute er sich wie ein Schneekönig, doch seine Augen verrieten ihn. Draco erkannte sofort, dass Blaise über seine Krankheit bescheid wusste und sah schnell zu Harry.
„Harry?“, krächzte Dracos Stimme, sein Freund fühlte sich schuldig. „Nicht böse sein, Draco, bitte…“
Draco schüttelte immer wieder den Kopf, stapfte schließlich auf Harry zu und riss seinen Freund förmlich in die Arme. „Bei allen Mächten, womit hab ich dich nur verdient?“, zitterte seine Stimme, Harrys Augen fingen an zu brennen. Sein Kinn zitterte leicht und er versuchte krampfhaft, den dicken Klos im Hals los zu werden.
„Du hast mich verdient, weil du mich zum glücklichsten Mann dieser Erde machst“, wisperte Harry zurück, da er seiner Stimme nicht traute.
„Wow“, hörten die beiden Blaise sagen und lösten sich voneinander. Abwartend sahen sie zu dem ehemaligen Slytherin. Blaise´ Augen sprachen Bände, ein zartes Lächeln lag auf seinem Gesicht. „Ihr zwei seid wie füreinander geschaffen. Darf ich euch drücken?“
Bevor er jedoch eine Antwort bekommen konnte, war er auch schon bei ihnen und zog beide Jungs an sich. Kevin stand etwas unschlüssig neben den dreien und knetete seine Finger. Plötzlich packte ihn jemand beim Kragen und involvierte ihn in die Kuschelgruppe. Es war Draco gewesen, der Kevin bereits als Freund von Blaise kannte und ihn natürlich akzeptierte. Kevin lachte befreit auf, umarmte sie kurz und zog sich wieder zurück.
„Ich… Jetzt sind wir zu viert! Ihr bleibt doch hier, oder? Harry? Wir können nicht in einer dreiviertel Stunde loslegen! Ich muss noch… Küche! Und…“ Draco stolperte über seine gehaspelten Worte, sah zwischen seinen Freunden hin und her und verstand die Welt nicht mehr, als sie in schallendes Gelächter ausbrachen.
„Was ist denn so lustig?“, fragte Draco spitz, Harry gluckste noch immer. „Du bist süß, wenn du aufgeregt bist, mein Schneehase.“
„Ich bin nicht dein Schneehase, Potty. Dann müsste ich ja… klein und knuddelig sein“, verzog Draco seine Nase, Blaise lachte erneut los.
„Ich bin in der Küche, wenn mich jemand sucht!“, maulte Draco und verschwand.
„Ja, ja, so ist Draco“, seufzte Harry entschuldigend, Blaise winkte kichernd ab. „Kenne ich schon!“
„Wo können wir denn unsere Geschenke ablegen?“, fragte Kevin, Harry verging das Lächeln.
„Geschenke? Wieso?“
„Erde an Harry! Es weihnachtet sehr?“ Blaise schüttelte tadelnd den Kopf.
„Ja, das schon, aber ihr hättet nichts besorgen müssen“, stotterte Harry, Blaise grinste ihn charmant an. „Finde dich damit ab, Harry. Also? Zeig uns den Weg“, zog Blaise Harry mit sich, Kevin folgte brav. Die drei bestaunten kurz den Christbaum, Kevin legte die Geschenke darunter und dann besuchten sie Draco in der Küche. Der Blonde hantierte mit den Pfannen und Töpfen, als hätte er nie etwas Anderes gemacht, Blaise knallte die Kinnlade zu Boden. „Alter…!“
„Er ist begabt, eindeutig“, schnurrte Harry und rieb sich zufrieden den Bauch, Kevin lief das Wasser im Mund zusammen. „Hunger…“
„Kevin, leider musst du noch ein wenig Geduld haben, denn heute bekommst du etwas Besonderes“, erklärte Draco stolz und grinste ihn an.
„Hunger!“, lachte Kevin und pflanzte sich auf einen Stuhl, Harry und Blaise machten es ihm lachend nach. In der nächsten halben Stunde wurden Neuigkeiten ausgetauscht, Blaise half sogar beim Kochen. Harry fand es wunderbar, wie befreit die beiden besten Freunde miteinander umgingen und sich permanent auf die Schaufel nahmen.
„So! Das Essen ist bald fertig, es muss nur noch eine viertel Stunde ruhen“, war Draco zufrieden, dreistimmiges Magenknurren und entschuldig grinsende Gesichter waren die Antwort.
„Esst `nen Eulenkeks“, schnarrte Draco ungerührt, die Glocke des Hauses ertönte ein weiteres Mal.
Harry wurde blass um die Nase – Draco, Blaise und Kevin sahen sich verdutzt an.
„Ich geh schon“, räusperte sich Harry und flüchtete regelrecht aus der Küche, Draco setzte sich.
„Harry verheimlicht uns etwas, ganz sicher“, schürzte Blaise seine Lippen, Kevin grinste. „Nicht mehr lange.“
°°°°
Harry öffnete die Tür und straffte seine Schultern, die letzten Gäste waren eingetroffen.
„Mister Potter“, grüßte Lucius ihn höflich, Narzissa lächelte schmal.
„Willkommen in meinem Haus, bitte – kommen Sie doch herein und geben Sie mir Ihre Umhänge“, erwiderte Harry galant, die Malfoys betraten das Haus. Neugierig sahen sie sich um, Narzissa lächelte.
„Ist das Dracos Geschmack?“, fragte sie leise, Harry nickte. „Einmalig, oder?“
„Das liegt eindeutig in den Malfoy-Genen, Mister Potter“, brummte Lucius und schickte Harry einen besserwisserischen Blick, Harry schmunzelte.
„Sie haben keine Hauselfen?“, erkundigte sich Narzissa, als sie ihm ihren Umhang in die Hände drückte und Harry ihn fein säuberlich aufhängte. „Nein.“
„Mister Potter, ich… Ist Draco auch hier?“, räusperte sich Lucius, Harry sah ihm fest in die Augen und nahm auch seinen Umhang ab. „Ja, er sitzt mit Blaise und Kevin in der Küche.“
„Wissen Sie, Mister Potter, Ihr letzter Besuch war sehr…“ Lucius überlegte noch.
„…aufschlussreich“, kam ihm seine Gattin zur Hilfe, Harry nickte. „Das freut mich.“
„Harry? Wieso dauert das denn so lange? Wir…“ Draco stürmte aus der Küche und blieb ein weiteres Mal wie angewurzelt stehen, die Schüssel in seiner Hand glitt ihm aus den Fingern. Harry zog schnell seinen Zauberstab und ließ die Schüssel in der Luft erstarren, Kevin und Blaise traten ebenfalls in den Flur hinaus. Blaise erkannte die Situation sofort, nahm die Schüssel an sich und deutete Kevin an, wieder in die Küche zu verschwinden.
„Was macht ihr denn hier?“, schnarrte Draco sie eiskalt an, Harry schluckte schwer. Wie würden die Malfoys reagieren?
„Ich habe sie eingeladen, Draco. Bei den Muggeln ist der heutige Tag das Fest der Liebe und ich wollte nur…“
„Schweig, Potter!“, blaffte Draco ihn wütend an, Harry verstummte sofort. Scheiße, war es doch ein Fehler gewesen, Dracos Eltern einzuladen?
„Gib nicht ihm die Schuld, Draco, denn die Schuld liegt einzig und alleine bei uns. Es tut uns aufrichtig leid“, vernahmen alle im Flur stehenden Lucius´ Stimme, Draco sah seinen Vater ungläubig an. „Wie bitte?“
Lucius trat auf Draco zu und hob seine Hände an – sie zitterten. Zögernd umfasste er die seines Sohnes und drückte sie, dann holte er tief Luft.
„Wir haben als Eltern versagt, Draco. Und wir haben dich für etwas bestraft, das absolut absurd war.“
„Bestraft?“, zischte Draco ihn an. „Ihr habt mich enterbt, meinen Zauberstab zerbrochen und mich rausgeworfen!“ Hass und Bitterkeit lag in seiner Stimme. Narzissa schloss zu ihnen auf und sah Draco flehend an.
„Du weißt nicht, wie sehr wir gelitten haben, Liebling. Wir – wir wollten dich eigentlich nicht enterben oder gar so weit gehen, dich aus dem Haus zu ekeln, aber dann waren die Worte gesprochen und du aus dem Haus. Verzeih bitte deinen sturen Eltern, dass sie dir nicht nachgelaufen sind… Bei Merlin, wir haben als Eltern auf der ganzen Linie versagt“, keuchte Narzissa weiß im Gesicht, ihre Selbstvorwürfe waren nicht zu übersehen.
„Sohn, um ehrlich mit dir zu sein, ist es mir scheißegal, wie du dich verhalten hast und was unsere Verwandtschaft dazu sagt“, ließ Lucius ihn wissen, Draco entzog ihm seine Hände.
„Vater, du lässt dich auf ein niedriges Niveau herab. Es ist dir scheißegal? Welch Ausdrucksweise! Seit wann das denn? War Harry der Auslöser für eure Umstimmung?“, knurrte Draco ihn an.
„Unter anderem“, mischte Narzissa wieder mit. „Mister Potter hat uns nur die Augen geöffnet, uns zutiefst beleidigt, uns angebrüllt und uns keinen Respekt entgegengebracht. Normalerweise würden wir so ein Verhalten nicht dulden, aber in Mister Potters Fall hatte er Recht. Wir haben uns schäbig verhalten und dich einer Welt ausgesetzt, die du nicht kanntest.“ Narzissa versagte die Stimme.
„Ihr wisst es“, hauchte Draco von Vater zur Mutter sehend, danach wanderten seine Augen zu Harry, welcher nur leicht nickte. Narzissa schluchzte auf und hielt sich die Hand vor den Mund, sie schüttelte den Kopf und blinzelte ihre Tränen fort.
„Draco“, war Lucius´ Stimme belegt, seine Augen glänzten verräterisch. Dracos Herz pochte hart in der Brust, denn so aufgelöst und verzweifelt hatte er seine Eltern noch nie gesehen. Sein ganzes Leben lang wurde er mit Disziplin und ohne Liebe aufgezogen – und nun zeigten seine Eltern ihm endlich, was sie für ihn empfanden.
„Als wir erfuhren, dass du… krank bist, brach für uns eine Welt zusammen, mein Junge“, tat sich Lucius schwer, seine Gefühle zu offenbaren. „Du kannst uns verfluchen und uns hassen, Draco, aber du wirst immer unser Kind bleiben. Wir haben dir nie gezeigt, wie stolz wir auf dich sind und wie glücklich du uns machst. Wir lieben dich so sehr und wir wollen dich nicht…“ Lucius tat sich immer schwerer… „Ich will dich nicht verlieren, mein Sohn. Bitte…“ Lucius senkte betroffen seinen Kopf und kämpfte um Selbstbeherrschung.
Narzissa weinte leise und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Nicht unser Kind. Du bist alles, was wir haben, was wir wollen und was wir lieben. Es ist uns vollkommen gleich, ob wir aus der Verwandtschaft ausgeschlossen werden, nur weil du kein Todesser geworden bist und wir abgesprungen sind. Du hast mehr Mut bewiesen als alle Todesser – diese… diese Heuchler - zusammen. Du hast das Richtige getan, wir waren nur in unserem Stolz verletzt und sahen es zu spät ein. Wir wissen, dass wir es nicht wieder gutmachen können, Liebling, aber vielleicht kannst du uns eines Tages verzeihen.“
Narzissa wurde nach ihren letzten Worten bleich im Gesicht und wankte, Harry war sofort an ihrer Seite und stützte sie.
„Mutter!“, war Draco besorgt und zauberte einen Stuhl herbei, Narzissa setzte sich.
„Ich habe deine Mutter noch nie so verzweifelt gesehen, Draco. Wir haben durch Mister Potters Besuch begriffen, dass es nicht falsch ist, Gefühle zu zeigen“, sah Lucius seinen Sohn erneut an, Draco schluckte den Klos im Hals hinab.
„Lucius? Wir sollten gehen“, hauchte Narzissa mit ihren Nerven am Ende, da schritt Draco ein. „Nein!“
Kevin und Blaise erschienen im Durchgang und warteten angespannt, wie sich die Malfoys nun verhalten würden, Harry hielt sich etwas abseits.
„Ich… Habt ihr Hunger? Harry, Blaise, Kevin und ich wollen Weihnachten feiern und es wäre schön, wenn ihr bleiben könntet“, sprach Draco sie leise an, Narzissa strahlte ihn unter Tränen an. „Es gibt nichts, was wir lieber tun würden, Baby.“
„Mom“, wimmerte Draco, zog sie hoch und in seine Arme, Narzissa küsste schmatzend seine Wange ab. „Oh Draco! Danke, mein Liebling, ich danke dir…“
„Sohn?“, krächzte Lucius, Narzissa befreite sich aus seinen Armen. Lucius öffnete die seinen und schon schmiss sich Draco an die Brust seines Vaters. Lucius hatte ihn noch nie in die Arme genommen, so fühlte er sich endlich die väterliche Geborgenheit. Er bemerkte, dass sein Vater am ganzen Körper zitterte.
„Wir werden mit dir kämpfen, mein Junge, und dir die besten Ärzte zur Seite stellen, die es gibt. Ich hab dich lieb, Draco“, wisperte er in das Ohr seines Sohnes, Draco weinte stumm an der Brust seines Vaters.
„Draco hat bereits einen Termin bei Dr. Onato – nächste Woche“, sagte Harry leise.
„Dr. Onato? Wunderbar, er ist der Beste auf seinem Gebiet“, war Narzissa erleichtert und nahm die Tasse Tee, die Blaise ihr stumm gebracht hatte, liebend gerne entgegen. „Danke, Blaise.“
„Schon gut“, hüstelte Blaise, Draco machte sich aus Vaters Umarmung frei. Er strahlte mit der Weihnachtsdekoration um die Wette, lächelte Harry zu und schaffte es nicht, seine Dankbarkeit mit Worten zum Ausdruck zu bringen.
„Auftrag ausgeführt“, lobte sich Harry selbst, nun wurde er verdutzt gemustert.
„Nachdem ich erfahren habe, was Draco passiert ist, hab ich mich dazu entschlossen…“
„…deinen Helferkomplex raushängen zu lassen und mich mit meinen Leuten wieder zu vereinen“, beendete Draco mit einem schiefen Grinsen Harrys Satz, der Schwarzhaarige lächelte unsicher.
„Danke, Mister Potter“, lächelte Lucius ihn das erste Mal offen und ehrlich an, Harry verschlug es die Sprache. Da er anscheinend ein ziemlich komisches Gesicht zu machen schien, lachten die Besucher los, sogar Draco konnte sich schwer halten. Besitz ergreifend zog er seinen Harry zu sich und küsste ihn mehrmals auf die Lippen.
„Ich bin glücklich, Harry, so verdammt glücklich. Gibt es eine Steigerung von Liebe? Denn das empfinde ich für dich“, schnurrte er in Harrys Ohr, als er diesen nahe an sich heranzog und nicht mehr hergeben wollte.
„Ach Draco“, seufzte Harry zufrieden und kuschelte sich an ihn.
„Sieh mal, Lucius, sind sie nicht ein schönes Paar?“, freute sich Narzissa, Lucius seufzte. „Mhm.“
„Mist! Ich muss in die Küche, sonst kann ich unser Abendessen vergessen! Schätze, ich muss doch ein wenig zaubern“, löste Draco sich rasch von Harry und stützte in besagten Raum, Narzissa folgte ihm verdutzt.
„Du kochst?“, keuchte sie auf, Draco war voll bei der Sache. Narzissa bemerkte schnell, dass ihr Sohn Spaß daran fand. „Ich koche gerne, Mom.“
„Ja, das sehe ich“, sagte sie leise und setzte sich an den Tisch.
„Erklären Sie mir dieses Weihnachten genauer, Mister Potter?“, wandte sich Lucius währenddessen an Harry, der Schwarzhaarige fing an zu erzählen. Kevin und Blaise halfen gerne aus, Lucius wurde immer neugieriger.
Die Standuhr schlug den Gong zur siebten Abendstunde, aber auch die Glocke der Tür meldete sich lautstark. Die Unterhaltungen verstummten, Harry hob die Hände hoch. „Keine Ahnung, wer das jetzt sein kann“, schüttelte er den Kopf, auch Draco war nun sehr neugierig.
Harry ging an die Tür und öffnete sie, dann verschlug es ihm die Sprache.
„Frohe Weihnachten, du hohle Nuss! Wenn du nicht zu uns kommst, kommen wir zu dir!“, lachte George ihn frei Haus an, Fred stieß seinen Bruder ins Haus. Arthur, Molly, Ron, Hermine und Ginny folgten, nun wurde es laut im Hause Potter/Malfoy.
„Percy kann nicht kommen, macht aber nichts, oder? Frohe Weihnachten, Alter“, zog Ron Harry an sich und klopfte ihm auf die Schulter, Harry stand die Rührung ins Gesicht geschrieben. „Frohe Weihnachten, Ron.“
„Harry!“, quietschte Hermine und zog ihn aus Rons Armen in ihre. „Es ist so schön, dich wieder zu sehen!“
„Dich auch, Mine“, erwiderte Harry leise.
„Hallo Harry“, lächelte Ginny ihn an, Harry lächelte zurück - Ginnys derzeitiger Freund war verhindert und konnte leider nicht mitkommen.
„Harry, mein Lieber! Wie geht es dir und deinem Freund Draco? Entschuldige bitte, dass wir einfach so hier reinplatzen, aber wir konnten euch nicht alleine feiern lassen. Immerhin wollten wir deinen festen Freund näher kennen lernen und ihn unter die Lupe nehmen“, drückte Molly Harry fest an ihre beherzte Brust, Harry schnappte nach Luft.
„Schöne Weihnachten, Harry. Gibt es auch Muggelgegenstände in deinem Haus?“, schob sich nun Arthurs Gesicht in Harrys Blickfeld, Harry konnte nur rot im Gesicht nicken.
„Molly? Bitte lass Harry los, der arme Junge bekommt keine Luft mehr“, bat er seine Frau, Molly ließ ihn sofort los und entschuldigte sich.
Plötzlich verstummte das Geplapper, als sich die Familie Weasley den Malfoys, Kevin und Blaise gegenüber stand.
„Oh, wir kommen sehr ungelegen, das war unhöflich von uns“, fühlte sich Molly betroffen, Fred und George grinsten sich frech an. „Na und? Dann lernen wir Harrys Gäste eben kennen!“, echoten sie.
„Fred! George! Wie wäre es, wenn ihr Manieren zeigen würdet!“, schnauzte Molly sie gedämpft an, die Zwillinge lachten sie an – oder aus?
„Ähm…“ Harry wusste nicht so recht, was er tun sollte.
„Hallo Mister Malfoy, ich bin George Weasley“, machte es der erste Zwilling vor und schüttelte dem verdutzten Lucius die Hand. „Und ich bin Fred!“, gluckste der andere Zwilling, Lucius brachte schließlich ein Lächeln zustande. „Angenehm.“
„Sie dürfen Narzissa zu mir sagen“, nickte die Blonde den Jungs zu.
„Und Sie dürfen uns gerne duzen, Lady. Das ist schon okay“, erklärten sie locker vom Hocker, Narzissas Lächeln wurde breiter. „Dann gilt das auch für euch.“
„Narzissa, meine Liebe? Wenn wir hier schon so einfach in Harrys Haus reinplatzen, würden Sie mir dann Gesellschaft in der Küche leisten? Es wäre wundervoll, gemeinsam mit Ihnen ein üppiges Mahl vorzubereiten“, wandte sich Molly an Narzissa, die Blonde starrte sie nur an. „G-Gerne.“
„Geht nicht. Ich hab schon was gekocht“, murrte Draco, Ron schnupperte. „Riecht lecker! Malfoy, du kochst? Jetzt kann ich dich schon viel besser leiden“, lachte Ron, Draco räusperte sich verlegen.
„Dürfen wir dann dem Koch des Hauses behilflich sein?“, drehte sich Molly zu Draco um, der ehemalige Slytherin grinste. „Gute Idee, Mrs. Weasley. Mein Abendessen wird wohl kaum für 13 Personen ausreichen.“
„Wie wundervoll! Draco, mein Lieber, hast du auch an einen Nachtisch gedacht? Denn wenn nicht, habe ich Glück! Ich werde uns im Handumdrehen etwas Köstliches zaubern. Narzissa? Wären Sie mir bitte behilflich?“
Narzissa war richtiggehend aufgeregt, als Draco seine Mutter in die Küche führte und die beiden gemeinsam mit Molly sich um das Abendessen kümmerten. Lucius begrüßte Arthur, schon fachsimpelten sie über Muggelgegenstände. Arthur ließ es sich nicht nehmen, Lucius einige zu zeigen, Harry schüttelte darüber den Kopf. Blaise schnappte sich Kevin, Harry, Ron, Hermine, Ginny und die Zwillinge und zog sich mit ihnen ins Wohnzimmer zurück.
„Das ist unfair! Wieso wollen Frauen bloß alleine in der Küche stehen? Die beiden tratschen über Dinge, mit denen ich nichts anfangen kann. Und dann schmeißen die mich einfach so raus!“, meckerte Draco, als er ins Wohnzimmer stapfte, Ron lachte los. „Ja, ja, so ist meine Mom.“
„Hallo Draco, du siehst gut aus“, hielt Hermine ihm die Hand entgegen, Draco drückte sie nach nur einem kurzen Zögern. „Danke.“
„Hoffentlich macht es euch nichts aus, dass wir euch so überfallen, Harry. Fred und George…“
„Es war unsere Idee!“, trällerten die Zwillinge breit grinsend, Harry stellte sich zu Draco und schlang seine Arme um ihn.
„Hätte ich mir denken können! So lange es Draco nichts ausmacht, dass ihr hier seid…“, schielte Harry zu Draco hoch, dessen funkelnde Augen sein Herz erwärmten. „Komisch, aber mir macht es nichts aus. Im Gegenteil. Die Weasleys sind tatsächlich nett“, flüsterte Draco ihm ins Ohr.
„Klar sind wir nett!“, entrüstete sich Ginny, die Jungs und Hermine lachten los.
„Du hast mich gehört?“, klimperte Draco mit seinen Augen, Ginny reckte ihr Kinn vor. „Hab gute Ohren“, sah sie zu Boden, Harry machte dort einen der Langziehohren aus.
„Ihr seid unmöglich!“, schüttelte Harry grinsend den Kopf, Draco seufzte zufrieden.
„Wie sieht´s aus, Alter! Lust auf eine Partie Schach?“, kam Ron schnurstracks auf Draco zu, der Blonde riss die Augen auf. „Sprichst du mit mir?“
„Gibt´s hier im Raum noch einen anderen, von dem gesagt wird, dass er ausgezeichnet in Schach ist?“, konterte Ron verschmitzt, Hermine kuschelte sich strahlend in seine Arme.
„Du kannst spielen, Weasley?“, musterte Draco ihn skeptisch, Ron grinste nun breit.
„Das kann er, Draco, glaub mir“, konnte Harry bestätigen.
„Beweise es“, forderte Draco Ron mit einem schiefen Grinsen auf, Ron war sofort Feuer und Flamme.
°°°°
In Harrys Haus ging es zu wie unter einer Horde wilder Affen. In der Küche erklärte Molly Narzissa, wie man was zubereitete und lobte Dracos Künste über alle Maße. Selbst Narzissa nahm sich eine Schüssel zur Hand, um den Salat zuzubereiten. Die beiden Frauen hatten Spaß an der Sache, Narzissa blühte regelrecht auf. Sie ging sogar so weit, sich Tipps von Molly zu holen, die die etwas pummelige Hexe ihr gerne gab. Gelächter erklang aus der Küche und wurde fortgetragen in das Wohnzimmer.
Hermine und Ginny unterhielten sich über Ginnys neuen Freund, während Ron mit Draco um den Sieg kämpfte. Fred, George, Kevin, Blaise und Harry diskutierten lautstark über die letzten Quidditchturniere und Arthur beendete soeben die Muggelführung mit Lucius.
„Ach, Harry? Hast du zufällig Brandy im Haus?“, kam Arthur mit Lucius ins Wohnzimmer, Harry zeigte auf die Bar. „Natürlich, bedien dich, Arthur.“
„Wunderbar, ein Brandy wäre jetzt genau das Richtige“, freute sich Lucius, dem der Kopf schwirrte. Allerdings verstand er nun die Faszination des Weasleyoberhauptes im Bezug auf die Muggel. Nach dem ersten Schluck fühlte sich Lucius wohl in seiner Haut und musste zugeben, dass er den Aufenthalt bei seinem Sohn und dessen Freund mit vollen Zügen genoss. Es freute ihn über alle Maßen, dass seine Frau so viel Spaß mit Molly hatte, so beschloss er, auch Freundschaft mit Arthur zu schließen – die beiden Männer tranken darauf.
Das Schachspiel ging langsam dem Ende zu, die Besucher feuerten ihren Favorit an. Schließlich gewann Draco und Ron gab zu, dass der Blonde ein verflucht guter Spieler war.
„Du bist aber auch nicht übel, Weasley“, meinte Draco ehrlich und reichte Ron die Hand.
„Danke, Mann. Kannst Ron zu mir sagen“, war Ron großzügig, der Blonde grinste. „Dann nenn mich Draco.“
Plötzlich erklangen Weihnachtsmuggellieder von allen Seiten her, Molly hatte per Zauber dafür gesorgt. Draco, Narzissa, Lucius, Blaise und Kevin waren mehr als begeistert und summten falsch mit, da sie die Lieder noch nie gehört hatten, diese ihnen aber gefielen.
„Kinder! Es gibt bald Essen!“, rief Molly von der Küche aus, die Kids stürzten sofort zu Tisch. Harry fühlte sich wie damals, als er noch ein Teenager war, er war rundum glücklich. Was ihn aber besonders happy machte, war Draco selbst. Der Blonde strahlte den ganzen Abend lang, wurde von allen in Gesprächen mit einbezogen und um Rat gefragt. Er fühlte sich in die Gruppe integriert, ja, er fühlte sich zuhause.
Bei Tisch ging es ziemlich locker zu. Witze wurden erzählt, ins Essen geprustet und Molly schimpfte leise mit ihren Kindern. Da Draco allerdings von der Lockerheit bei Tisch angesteckt wurde und ebenfalls Witze erzählte, lachten auch die anderen bei Tisch und bekamen sich fast nicht mehr ein. Der Hammer allerdings war Lucius, der zum ersten Mal zeigte, dass auch Witz in ihm steckte und eine Bombe nach der anderen schob. Narzissa lachte bereits Tränen, die Zwillinge knallte mit ihren Köpfen auf den Tisch und Harry verschluckte sich.
Draco hielt sich vor lachen den Bauch, Ginny setzte noch eins drauf und Ron kippte mit seinem Stuhl nach hinten. Weiteres Gelächter folgte und auch Arthur mischte mit. Molly hatte als Anstandsdame kläglich versagt, aber so viel gelacht hatte sie schon lange nicht mehr. Lucius stellte fest, dass Hermine blitzgescheit war, beide fingen an, über Bücher zu fachsimpeln.
„Will jemand von euch Geschenke?“, warf Harry in die Runde, das Tablett mit dem Riesenpudding wurde weitergereicht.
„JAA!“, grölten Fred und George, Molly klatschte sich die Hand auf das Gesicht. Wann würden ihre Kinder endlich ihr erlerntes Benehmen zeigen?
„Entschuldigen Sie, Narzissa“, bedauerte Molly an ihrer Seite sitzend, doch Narzissa lachte nur leise. „Ihre Kinder sind entzückend und so erfrischend!“
„Oh, danke sehr! Und Ihr Sohn ist ein ausgezeichneter Koch. Selten hab ich so köstlich gegessen“, gab Molly das Kompliment gerne zurück, Narzissa war begeistert.
°°°°
Normalerweise stand man vor dem Christbaum und sang Lieder, so nicht in Harrys Haus. Seine Gäste liefen durcheinander, suchten ihre Päckchen und rissen sie auf. Nur Narzissa und Lucius fühlten sich betroffen, da sie keine mitgebracht hatten.
„Mom? Dad? Es ist nicht schlimm, dass ihr keine Geschenke mitgebracht habt. Schließlich kanntet ihr den Brauch nicht. Ihr seid mir Geschenk genug“, stellte sich Draco zu ihnen, die Eltern umarmten ihren Sohn liebevoll und küssten ihn zart auf die Wangen.
Molly schenkte ihren Kindern und Harry wie jedes Jahr selbst gestrickte Pullis, Draco zog Harry damit auf. Hermine überreichte Harry diesmal einen neuen Aurorenumhang, Ron bekam auch einen. Der Rotschopf hatte für seine Frau eine gesamte Bücherreihe gekauft – Hermine war ganz aus dem Häuschen – und für seine Schwester gab´s knallbunte Ohrringe. Die Zwillinge verschenkten großzügig ihre Scherzartikel, sogar Blaise, Draco und Kevin bekamen welche ab. Auch wenn die drei den Zwillingen nichts geben konnten, war das nicht schlimm für sie.
„Spendiert uns ein Glas Brandy und es passt“, deutete Fred auf die Bar, Draco sprintete sofort los. Endlich kam Harry zum Zug und überreichte Fred und George rote Shirts mit dem Aufdruck „Weasleys Zauberhafte Zauberscherze“, die Zwillinge waren begeistert. Ginny bekam eine wunderschöne Brosche, ebenso Hermine. Da Ron noch immer ein Fan von Viktor Krum war, überreichte Harry ihm ein Poster in Lebensgröße, natürlich mit der Signatur des Spielers. Ron sprang auf und ab, knuddelte Harry und musste jedem sein Poster zeigen.
Als der überdrehte Rotschopf Harry sein Geschenk überreichte, staunte der Schwarzhaarige nicht schlecht. Er bekam ebenfalls ein Shirt, nur waren darauf zwei Gesichter zu erkennen, die sich gerade küssten – es waren Draco und Harry.
„Aber…“
„Hab euch in der Winkelgasse gesehen und eine Zauberfotograf gebeten, euch abzulichten“, erklärte Ron mit einem Rotschimmer auf den Wangen, Harry fiel ihm um den Hals. „Danke, Ron!“
„Kein Problem, Kumpel. Draco? Du bekommst auch eines“, drückte Ron dem verdatterten Blonden sein Shirt in die Hand, Draco fehlten die Worte. „Schon gut, Mann!“, lachte Ron, der nun knallrot angelaufen war und Dracos Gesicht nur zu köstlich fand. Harry und Draco zogen es sofort über und genossen die staunenden Blicke sehr.
Blaise schenkte Draco eine goldene Feder, da Draco ein Sammler war und Blaise bekam…
„Nein! Ein Muggel-Teddy! Ist der niedlich!“, kreischte Blaise und wurde augenblicklich wieder zum Kind, drückte den Teddybären fest an sich und schrak zusammen, als dieser zu sprechen anfing: „Blaise ist mein bester Freund!“ Blaise liebte Teddys und hatte nur Draco davon erzählt.
„Danke, Draco!“, schniefte Blaise und schmatzte Dracos Wange ab, der Blonde wischte sich diese unter dem Gelächter der anderen ab. Harry begann erneut zu lachen, als er, Blaise und Kevin ihre Geschenke austauschten – den es waren dieselben: Freundschaftsarmbänder!
„Harry? Ich hab auch was für dich“, wisperte Draco und zog Harry in eine etwas stillere Ecke. Dann überreichte er ihm ein kleines Päckchen, Harry machte es grinsend auf. Als er eine goldene Kette mit einem Löwenanhänger sah, die alles andere als billig war, lachte er erneut auf, Draco runzelte die Stirn.
„Was ist?“, wollte dieser beleidigt wissen, denn er wollte eigentlich einen Kuss von seinem Liebsten stehlen. Harry antwortete ihm nicht, gab ihm nur sein Päckchen und bat Draco, es aufzumachen. Jetzt verstand Draco, weshalb Harry so gelacht hatte, denn auch er bekam eine Kette mit einem Drachenanhänger, nur war diese in Silber gehalten. Beide fielen sich in die Arme und küssten sich zärtlich, Fred und George klatschten und pfiffen.
Alles in allem konnte man sagen, dass dieser Weihnachtsabend perfekt gelungen war. Es wurde ausgelassen gefeiert, zu den Weihnachtsliedern getanzt und viele Missverständnisse aus der Welt geräumt. Vielleicht brachte Weihnachten die Menschen wirklich näher zusammen, denn die Herzen öffneten sich, verschenkten Liebe und nahmen die von anderen, wichtigen Person gerne in sich auf.
Freundschaften wurden geschlossen, zusammen Muggel-Gesellschaftsspiele gespielt und Alkohol getrunken. Gefeiert wurde bis in die Morgenstunden, erst dann verabschiedeten sich die Besucher von den Inhabern des Hauses.
Als Harry und Draco völlig geschafft ins Bett fielen, grinste der Blonde noch immer, doch dann kamen die Tränen.
„Draco? Was hast du denn?“, erkundigte sich Harry besorgt, Draco kuschelte sich zu ihm. „Ich war in meinem Leben noch nie so glücklich, Harry“, schniefte er und fing an zu zittern. Harry küsste seine Stirn und zog den Blonden noch näher an sich.
„Danke, Harry.“
„Für dich immer, mein Herz“, flüsterte Harry zurück, dann schliefen sie mit einem Lächeln auf den Lippen ein.
°°°°
In der Woche zwischen Weihnachten und Silvester ging in Harrys und Dracos Leben die Post ab. Immer wieder bekamen sie Einladungen zum Essen. Entweder von den Weasleys, von Ron und Hermine, von Kevin und Blaise oder aber auch von den Malfoys. Die beiden Verliebten reisten zwischen ihre Freunden und Familien hin und her, wurden nach Strich und Faden verwöhnt und bekamen den neuesten Klatsch und Tratsch zu hören.
Harry war ziemlich erstaunt über die Familie Malfoy, denn diese hatte sich um 180 Grad gewandelt. Inzwischen verstand es Lucius, seine absolut dämliche Verwandtschaft nach Strich und Faden zu verarschen und erzählte seinem Sohn und dessen Lebensgefährten, was er sich an unverzeihlichem Benehmen geleistet hätte. Für den Adel war es nicht angebracht, die Worte „Arsch“ und „Loch“ zu sagen, wobei Draco bei Lucius´ Schilderung vor lachen kaum Luft bekam. Auch Harry wischte sich die Lachtränen aus dem Gesicht und lauschte Lucius´ Geschichten nur zu gerne. Narzissa hingegen fand es besonders lustig, über Dracos Missgeschicke in der Kindheit zu erzählen, sehr zum Leidwesen von Draco…
Ausgerechnet durch so ein lockeres Verhalten wurde die Familie Malfoy zusammengeschweißt und eines Abends gestand Draco Harry, dass er seine Eltern vollkommen neu kennenlernte und es kaum erwarten konnte, sie wieder zu besuchen. Harry freute der Enthusiasmus seines Freundes, denn dieser blühte regelrecht auf.
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Einen Tag vor Silvester musste Draco ins St. Mungos, da er es Dr. Onato versprochen hatte. Hinter des Blonden Rücken hatte Harry allen Bekannten, Freunden und Verwandten per Eulenpost bescheid gegeben und ihnen gleichzeitig versprochen, sie sofort zu informieren, sobald Dracos Ergebnisse feststanden.
Wie in jedem Krankenhaus wirkte das St. Mungos kalt und steril, Draco fühlte sich unwohl in seiner Haut und fröstelte. Eigentlich bekam er alle Zustände und zwang sich, einen Fuß vor den nächsten zu setzen. Seine und Harrys Schritte hallten im Gang wider, dieser Ton war schrecklich für ihn.
„Hab keine Angst, Draco, ich bin bei dir“, fühlte sich Harry ebenfalls nicht wesentlich besser, sie hielten sich verkrampft an der Hand.
„Ich will nicht sterben“, wisperte Draco den Tränen nahe, Harry drückte dessen Hand stärker. „Das wirst du auch nicht, Draco, ganz sicher. Ich weiß es.“
„Harry, du kannst es nicht wissen“, zischte Draco ohne Nerven, Harry schluckte schwer. „Dann glaube ich es eben, basta“, erklärte er dem Blonden unwirsch und klopfte an die Tür des Doktors. Nach einem gerufenen ‚herein!‘ öffnete er sie.
„Mister Potter! Mister Malfoy! Es freut mich sehr, Sie wieder zu sehen!“, stand Dr. Onato hinter seinem Schreibtisch auf, umrundete ihn und kam auf sie zu. Nacheinander schüttelte er den jungen Männern die Hände.
„Guten Tag“, erwiderte Draco matt, Dr. Onato lächelte ihn freundlich an. „Bitte folgen Sie mir ins Behandlungszimmer, Mister Malfoy. Mister Potter? Sie müssen leider draußen warten. Sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind und die Ergebnisse feststehen, lasse ich es Sie sofort wissen.“
Harry sah den ängstlichen Blick seines Freundes und nickte ihm aufmunternd zu. „Ich bin da, wenn du mich brauchst. Sei stark für mich“, flüsterte Harry gegen Dracos zittrige Lippen und küsste sie zart. Dann wandte er sich um und verließ das Zimmer.
„Hier entlang, Mister Malfoy“, wies Dr. Onato ihm den Weg, Draco folgte mit weichen Knien. Am liebsten wäre er geflüchtet…
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Harry stand verloren im weißen, sterilen Flur, sein Körper spielte verrückt. Ihm war speiübel und er schwitzte. Seine Hände waren eiskalt, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Zwei Ärzte, vertieft in einem aufgeregten Gespräch, liefen an ihm vorbei, schenkten ihm keine Aufmerksamkeit. Harry hob den Kopf an, bemerkte die nackte, kleine Bank und setzte sich. Verzweifelt stützte er die Ellbogen auf seinen Knien ab und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Schritte kamen näher, passierten ihn und entfernten sich wieder von ihm, Harry bekam dies nicht mit. Seine Gedanken waren bei Draco, nun würde die Wahrheit ans Licht kommen.
Mehrere Personen liefen in Harrys Richtung, so konnte er hören. Doch diesmal verlangsamten sie sich und blieben vor ihm stehen, eine Hand legte sich auf Harrys Schulter. Der Schwarzhaarige sah frustriert hoch und blickte in die besorgten Gesichter von Narzissa, Lucius und Blaise.
„Wie geht es ihm?“, fragte Blaise leise, Harry setzte sich auf. „Draco wird noch untersucht.“
„Wie lange schon?“, war Lucius´ Stimme belegt, der Schwarzhaarige sah schnell auf seine Uhr. „Erst seit einer viertel Stunde.“
„Dürfen wir uns zu dir setzen, Harry?“, fragte Narzissa höflich, Harry lehnte sich zurück und nickte müde. Die Blonde nahm zu seiner Rechten Platz, Lucius setzte sich zu ihr. Blaise ließ sich links neben ihm nieder und starrte wie ferngesteuert auf die Tür, hinter der Draco untersucht wurde.
Niemand sprach ein Wort, doch die Spannung wurde von Minute zu Minute unerträglicher. Jede Sekunde die verstrich, zerrte an ihren Nerven. In dem langen, weißen Flur hing eine große Uhr an der Wand, sie tickte überlaut und brachte die sowieso schon nervösen Wartenden am Rande des Wahnsinns.
Eine halbe Stunde später stand Blaise auf und wanderte vor den Sitzenden auf und ab. Harrys Augen musterten den besten Freund seines Geliebten unentwegt, Blaise knapperte an seinen Fingernägeln. Harry bemerkte das Zittern seiner Hände, den gehetzten Blick zu Uhr, welcher sich dann auf der Tür einbrannte.
Der ehemalige Gryffindor drehte seinen Kopf den Malfoys zu. Er musste zugeben, dass ihre Haltung bewundernswert war. Nach außen hin zeigten sie keine Regung und verhielten sich, wie man es von Aristokraten gewohnt war. Aber wenn man in ihre Augen sah oder ihre zitternden Lippen genauer betrachtete, konnte man erahnen, was sich ihn ihren Köpfen abspielte. Narzissa drehte ihren Kopf, damit sie Harry ansehen konnte, der Schwarzhaarige erschrak. Obwohl die kühle Blonde keine Miene verzog, schrien ihre Augen ihn regelrecht an, bettelten um gute Nachrichten oder um den Hauch einer Hoffnung.
Harry verspürte den Impuls, ihre Hand in seine zu nehmen, was er auch schließlich tat. Sie waren noch kühler als seine eigenen, ihre Fingernägel krallten sich in seinen Handrücken. Ihre Blicke hingen ineinander fest und am liebsten hätte er sich von ihren Augen losgerissen. Der Schmerz, der in Narzissas graublauen Augen tobte, traf mitten in sein Herz und ließ es brennen.
„Bis jetzt habe noch nie so tief in deine Seele blicken dürfen, Harry. Bitte hör niemals auf, an Draco zu glauben“, wisperte sie ihm leise zu, Harry wurde blass. War ihm so deutlich anzusehen, wie verzweifelt er war? Dabei hatte er eigentlich vorgehabt, ihr zur Seite zu stehen. Und nun war es umgekehrt gekommen.
Narzissa hob ihre freie Hand an und wischte zart über Harrys Wangen, der Schwarzhaarige zuckte irritiert zurück. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass Narzissa die Spuren seiner Tränen beseitigt hatte, erstaunt darüber tastete er seine Wangen ab. Wann hatte er angefangen zu weinen? Harry horchte tief in sich hinein, um sich dem Hauptgrund zu stellen, doch seine Gefühle schienen wie betäubt zu sein. Er spürte nichts, rein gar nichts, nur gähnende Leere.
„Ich halte das nicht mehr aus“, keuchte Blaise. Er stand mit den Rücken zu den Sitzenden und lehnte seine Stirn an die kühle Wand an. Lucius stand ohne Worte auf, stellte sich hinter ihn und legte eine Hand auf dessen Schulter, die sanft Druck ausübte.
„Komm her“, flüsterte er und zog sanft an Blaise´ Schulter, Narzissa und Harry betrachteten die beiden. Blaise schluchzte leise auf, wirbelte herum und verkroch sich regelrecht in Lucius´ Armen. Blaise´ Schultern bebten, Lucius drückte ihn väterlich und fest an sich. Der blonde Familienvater litt enorm, seine Haltung und sein Gesicht verrieten ihn.
Narzissa rutschte zu Harry auf und zog ihn ihrerseits an ihre mütterliche Brust, Harry ließ es zu. Kaum hatte er Kontakt, schienen seine inneren Dämme zu bersten, der vorhin betäubte Schmerz meldete sich nun mit aller Macht. Starr blickte er zur Tür, die vor seinen Augen verschwamm. Harry wusste, wie sich der Cruciatus-Fluch am eigenen Leib anfühlte, doch dieser war lachhaft gegen das, was ihm jetzt unbedingt den klaren Verstand rauben wollte.
Narzissa streichelte ruhig über Harrys Haare, plötzlich hörte er sie summen. Schlagartig fühlte er sich in das Kleinkindstadium zurückversetzt. Es war, als würde er im Bett liegen, die Mutter ihn zudecken und zum Abschluss nur für ihn ein Schlaflied singen. Narzissa summte kein Schlaflied, aber es war beruhigend und berührte Harrys Herz mit einer Stichflamme…
Eine weitere halbe Stunde verging. Ab und zu liefen Ärzte durch den Gang. Lucius hielt einen von ihnen auf und fragte, ob dieser etwas über Dracos Zustand wüsste. Der Arzt verneinte und begründete sein Nichtwissen damit, in einer anderen Station zu arbeiten. Enttäuscht ließ Lucius seinen Arm los und starrte an einen imaginären Punkt. Blaise saß wieder neben Harry, Lucius stand noch immer an Ort und Stelle und Narzissa zückte flink ihren Zauberstab. Ohne ein Wort zu sprechen, löste sich der gewünschte Zauber aus der Spitze und traf die Uhr – das nervige Ticken gab es nicht mehr.
Eine Stunde und fünfzehn Minuten später gab es endlich eine Reaktion. Die Tür ging auf, Dr. Onato kam heraus und schloss sie wieder. Sein Gesicht war angespannt und von seiner Miene konnte man nichts ablesen.
„Was ist mit ihm!“, donnerte Lucius los, Dr. Onato musterte den besorgten Vater, der mit Sicherheit bald durchdrehen würde.
„Fragen Sie ihn selbst, Mister Malfoy. Sie dürfen Ihren Sohn jetzt besuchen. Ich bin gleich wieder bei Ihnen“, erwiderte Dr. Onato undurchsichtig und verschwand den Gang hinunter, Lucius drückte sofort die Tür auf. Harry, Blaise und Narzissa sprangen regelrecht von der Bank hoch und folgten ihm geschwind.
Draco saß in seinem Krankenbett und schluchzte herzzerreißend. Der Blonde weinte bitterlich, schüttelte immer wieder den Kopf und ließ all seinen aufgestauten Gefühlen freien Lauf.
„DRACO!“, riefen die vier besorgt aus und waren sofort bei ihm.
„Sprich, mein Junge! Sag es uns!“, herrschte Lucius ihn ohne Nerven an, Draco suchte nach Worten. Heiße Tränen quollen aus seinen Augen, anfangs versagte seine Stimme.
„Ich weiß nicht, wie lange ich noch zu leben habe“, brachte er schließlich schluchzend hervor, Narzissa schlug sich die Hand vor den Mund. Auch sie weinte, musste sich auf einen der Stühle setzen und versuchte, sich wieder in den Griff zu bekommen. Blaise hielt die blasse Hand seines besten Freundes und schämte sich seiner Tränen nicht, während Lucius erstarrt war und Draco regelrecht angaffte.
Für Harry brach eine Welt zusammen, es war, als würde ein Sog ihn erfassen und ihn lebendig ins Feuer schmeißen. Sein Körper brannte höllisch, Schwindel setzte ein. Harry hatte das Gefühl, soeben geschlagen worden zu sein, das Atmen fiel ihm schwer. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen, der Satz aus Dracos Mund geisterte immer wieder durch seine Gedanken. Ich weiß nicht, wie lange ich noch zu leben habe.
Plötzlich legte sich in Harry ein Schalter um, sein Herz begann zu rasen. „Was?“, keuchte er. „Du weißt nicht, wie lange…“
Endlich schienen auch die anderen zu verstehen, fassungslos sahen sie Draco an. Der blonde Patient bekam sich wieder ein, er lachte und weinte zugleich. „Ich weiß es nicht. Es steht in den Sternen. Und wenn ich Glück habe, dann…“
„…dann hat Mister Malfoy noch ein sehr langes Leben vor sich“, beendete Dr. Onato Dracos Satz und schloss die Tür hinter sich. Die Besucher waren wie betäubt und nicht in der Lage, sich zu bewegen oder etwas zu sagen.
„Die Tränke, die ich Mister Malfoy zukommen ließ, halfen, die letzte Chemotherapie erfolgreich zu unterstützen und haben fast gänzlich die Geschwüre in seinem Körper vernichtet. Noch ist Mister Malfoy nicht vollständig geheilt, denn die Intensiv-Tranktherapie wird noch einen Monat dauern, dann sollte der Krebs vollständig eliminiert sein. Allerdings muss ich noch dazu sagen, dass Mister Malfoy wahrscheinlich sein ganzes Leben lang abgestimmte Tränke zu sich nehmen muss, damit der Krebs nicht noch einmal in ihm ausbricht.“
Die Welt blieb stehen, doch eine Sekunde später drehte sie sich weiter und zeigte allen Anwesenden, wie schön es sein konnte, am Leben zu sein. Narzissa brach auf ihrem Sessel zusammen, Lucius schlug sich die Hände vors Gesicht und Blaise und Harry lagen in Dracos Armen.
„Bei Merlin, DANKE! Ich danke dir!“, stieß Lucius voller Inbrunst aus, sein Gesicht war tränennass. Dr. Onato zog sich diskret zurück, ein sanftes, erleichtertes Lächeln lag auf seinen Lippen. Sein Werk war getan - und verdammt, er war stolz darauf, diesen Jungen gerettet zu haben…
Endlich waren alle vereint und beweinten das Wunder, das ihnen geschenkt wurde. Das Leben war wieder lebenswert und gemeinsam würden sie es schaffen.
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Einen Monat später hatte es Draco überstanden, er war vollständig geheilt. Es war ihm egal, ob er ein Leben lang Tränke zu sich nehmen musste, denn ihm war noch eine zweite Chance geschenkt worden. Sein Herz schlug voller Liebe für Harry, der ihm jeden Tag zeigte, wie schön das Leben sein konnte.
Natürlich gab es zu Dracos Ehren auch eine Party, alle waren eingeladen. Harry, Blaise, Kevin und die gesamte Familie Weasley. Sie alle feierten auf Malfoy Manor und das ziemlich ausgiebig. Mit Dracos Schicksal war ihnen allen klar geworden, wie zerbrechlich ein Menschenleben war und dass es auch von einem Moment zum anderen einfach so enden konnte.
Das Leben war sehr kostbar, deshalb sollte man jede Minute davon bewusst genießen, sei es auch nur, wenn man dem Blättertanz eines Baumes zusah. Draco lebte sein Leben, mit all seinen Tiefschlägen aber vor allem auch mit all seinen Höhepunkten.
Dazu gehörte die Zusage für seinen neuen Job, der Heiratsantrag von Harry und… ein Traumurlaub in der Karibik mit seinen alten und neuen Freunden - und seinen Eltern.
ENDE
In Erinnerung an meine Oma, die ihren Kampf gegen den Krebs vor 15 Jahren verloren hat. Möge es ihr dort, wo sie nun ist, gutgehen. Und in Gedanken an meinen Kater Teddy (auch genannt SnuSnu), der, wie ich heute erfahren habe, den VIV-Virus in sich trägt (gleichgesetzt mit dem HIV-Virus eines Menschen) und bei dem nicht sicher ist, wie lange er noch zu leben hat. Ich und mein Verlobter kämpfen mit und für ihn, bis zum Ende. Teddykatze, ich liebe dich. UPDATE: 29.12.2007: Teddy hat den Kampf verloren, jetzt geht es ihm hoffentlich besser.
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A/N: Bitte verzeiht mir, wenn es Ungereimtheiten in dieser Story gibt oder Dinge, die nicht zusammenpassen. Ich habe leider nicht mehr den Kopf dazu, es umzuändern – sorry.
Dickes Bussi an euch, eure gugi
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