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von Lady Unknown    erstellt: 18.11.2007    letztes Update: 07.12.2008    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
**Memento Mihi – Gedenke Meiner**


Pairing: S/C
Warnungen: Yaoi, Gewalt
Empfehlung: Geeignet für Erwachsenes Publikum *lol*
Disclaimer: Final Fantasy gehört mir leider nicht und ich mach kein Geld damit. XD

Anmerkung: Cloud bekommt eine zweite Chance sein Leben richtig zu stellen und dabei womöglich eine Katastrophe abzuwenden. Was er nicht weiß: Die Beweggründe ihm diese Chance zu geben sind nicht ganz so edel...

@Athanasia: Ja, noch ganz klein XD *Cloud tätschel* Ähm, ich glaube ich würde zu viel vorwegnehmen, wenn ich dazu jetzt Genaueres sage. Fakt ist, das Cloud das ganze ja schon mal erlebt hat, also wird es in gewisser Weise ähnlich verlaufen wie im Spiel, aber eben nicht ganz. X3

@Lena: Vielen lieben Dank für deinen Kommentar.^-^ Ich bemüh mich so schnell zu schreiben wie es geht. XD

-.-.-.-.-.-.-
Kapitel 3 – Adventus


Cloud tat sich schwer sich aus der voran strömenden Meute zu reißen, um in den für ihn vorgesehenen Raum zu gelangen. Dementsprächend war es auch kein Wunder, dass er der Letzte war, der aus der Gruppe noch fehlte.

//Großartig. Damit wäre der erste Eindruck hinüber...// Betrübt senkte er seinen Kopf, um nicht weiter aufzufallen, was natürlich unmöglich in einer so kleinen Runde war.

Shinra erschien ihm jetzt schon wie ein riesiges Labyrinth und somit war er der Menge in gewisser Weise dankbar, denn hätte sie ihn nicht mitgerissen, hätte er nie hierhin gefunden.

Der Aufseher räusperte sich, um die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu erhalten und Cloud erkannte ihn als einen von denen wieder, die hinter dem Präsidenten auf der Bühne saßen.

„Aufstellen!“, forderte er die Kadeten in einem herrscherischen Tonfall auf und Cloud stellte sich mit den anderen neun Jungen in einer Reihe auf. Es gab insgesamt zehn Gruppen a zehn Kadeten. Die erste Ziffer im Shinra Ausweis definierte, zu welcher von diesen man gehörte. Die Zahlen gingen von 0 – 9.

„Mein Name ist Stevens und ich werde ab heute euer Gruppenleiter sein, verstanden?“
„Ja, Stevens, Sir!“, antworteten die Kadeten im Chor und er rieb sich zufrieden die Nase.
„Na das hört sich ja schon mal gut an, Ladies. Dann lasst mich euch jetzt eine kurze Einleitung geben:“, Stevens holte tief Luft, um gleich einen Text herunter zu brabbeln, den er wohl schon unzählige Male in seinem Leben hatte herunterleiern müßen.

„Als Gruppenleiter werde ich euch in sämtlichen physischen Bereichen schulen. Dazu gehört gewöhnliches Aufbautraining, der unbewaffnete Kampf, Schießunterricht, Schwertunterricht und Materia Einsatz. Wann was stattfindet, werdet ihr später erfahren. Für die Theorie werdet ihr mit anderen Kadeten in eine Klasse gesteckt. Alle eure Leistungsergebnisse laufen zunächst über mich, bevor sie an entsprechende Personen weitergegeben werden. Dazu fragen?“ Stevens machte eine kurze Pause und sah auf seine Schüler, die sich im Schweigen hüllten.

„Gut, Kadetenschulung. Drei Jahre sind dafür vorgesehen. Ab dem Zweiten kann man bereits das Soldier Examen absolvieren. Das dritte Jahr ist somit nur für unfähige Idioten gedacht, die nichts auf die Reihe kriegen, denen aber noch aus mir unerklärlichen Gründen eine Chance gegeben werden soll.“

Cloud wollte nicht zu diesen gehören, dessen war er sich bewusst und er nahm sich vor alles zu tun, damit dies nicht passieren würde.

„Schafft ihr es dennoch nicht, oder es wird Makounverträglichkeit festgestellt, werdet ihr in den Idiotenverein, auch Shinra Special Units genannt, degradiert. Das sind diejenigen, die den Müll aufsammeln, den Soldier übrig lassen um ihre Zeit nicht zu verschwenden. Ich hoffe, keiner von euch denkt auch nur im Entferntesten daran eine solche Schande über mich zu bringen!“ Stevens warf den Kadeten einen bedrohlichen Blick zu.

Cloud schluckte. Er würde so hart trainieren und lernen wie es nur ging, um Stevens Zorn nicht über sich zu bringen. Sein Gruppenleiter kam ihm nicht gerade als ein sympathischter Kumpane vor und er wollte nicht am eigenen Leibe zu spüren bekommen, zu was dieser in der Lage war sobald er wütend war.

„Tutorium, und das ist sicherlich eine Überraschung, denn es ist ausnahmsweise mal etwas, von dem die Medien nichts wissen.“ Ein kurzes Raunen wich durch die Gruppe.

„Jedem Kadet wird, bis er in Soldier aufgenommen wird, ein Tutor zugeteilt, der sämtliche Ergebnisse katalogisiert und als Ansprechperson für den jeweiligen Kadeten dient, sowie für dessen Vorgesetzten. Von ihm könnt ihr persönliches Training, oder spezielle Aufgaben erhalten. Ein persönliches Training ist mindestens ein Mal innerhalb des ersten Jahres vorgeschrieben.“ Die Kadeten kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dies war wirklich eine Neuigkeit. Es war das erste interne Geheimnis, das ihnen anvertraut wurde und hatte in Clouds Augen etwas Besonderes an sich.

„Tutoren können alle Soldier Klasse 3-1 sein und jetzt haltet euch fest Mädels: Der General zählt dieses Jahr auch dazu!“, lies Stevens sie mit theatralischer Begeisterung und gespielt quitschiger Stimme wissen.

Die Kadeten hatten Schwierigkeiten die Stellung zu halten. Sie wären alle am liebsten ins Land der Träume und Fantasien abgetaucht. Die Vorstellung war zu gut um wahr zu sein.

„Und besser noch, der Tutant des Generals befindet sich hier in dieser Gruppe.“

Cloud hielt die Luft an. Die Chance war eins zu zehn, dass es sich bei diesem besagten Kadeten um ihn handelte. Seine Imagination spielte verrückt und er hatte das Gefühl, dass Schweiß sich auf seiner Stirn bildete. Die blose Vorstellung, dass er derjenige sein könnte verlieh ihm ein Gefühl von Schwerelosigkeit.

Stevens ging an der Reihe entlang und begutachtete jeden einzelnd, bis er vor Cloud stehen blieb. Er rieb sich am Kinn und schaute skeptisch auf ihn herunter – viel zu lange, als das es Cloud lieb war. Die Spannung war größer, als bei der wöchentlichen Dorflotterie, die jeden Sonntag in Niebelheim für die Bürger stattfand und die Cloud noch nie gewonnen hatte.

//Heißt das vielleicht tatsächlich...?// Cloud biss sich in die Wange, um nicht rot anzulaufen.

„Bist du Cloud Strife, Junge?“, fragte er ihn, obwohl er die Antwort wusste. Stevens hatte offensichtlich eine sadistische Ader und versuchte den ‚Spaß’ unnötig in die Länge zu ziehen.
„Ja, Sir.“ Cloud wurde schwindelig. //Bitte lass meine Vermutungen sich bestätigen...Nein, dass wäre unmöglich. Nie im Leben kann ich soviel Glück haben.//

„Glückwunsch Junge! Du wurdest dem General zugeteilt.“ Cloud war zu begeistert, zu benommen, um die Schadenfreude, die in Stevens Ton mitschwang, herauszuhören.

-.-.-.-.-.-.-

Nervosität war etwas Schreckliches. Sein ganzer Körper war außer Kontrolle, zuckte und zitterte, ohne das Cloud etwas dagegen tun konnte. Je näher er dem Zimmer kam, umso schlimmer wurde es.

Er hatte zuvor seine ID Card, die ihn als Kadet identifizierte, von Stevens bearbeitet bekommen. Diese Erweiterung erlaubte es ihm in das Stockwerk des Generals hochzufahren. Normalerweise war dies den Kadeten untersagt. Ein großes Privileg, dass ihm nur gestattet wurde, weil der General zu beschäftigt war, um sich mit ihm in einem der Schulzimmer, wie die anderen Tutoren es mit ihren Schützlingen machen werden, zu treffen. Den Weg musste er also selbst auf sich nehmen und dies war bei Weitem kein leichtes Unterfangen, wenn einem die Knie schlotterten als seien sie aus Wackelpudding hergestellt.

Shinras Aufbau war einfach nachzuvollziehen. Das oberste Stockwerk war die Residenz des Präsidenten. Dort wurden auch wichtige Meetings abgehalten. Darunter war das Stockwerk des Generals gefolgt von dem des Leutnants. Die nächsten Etagen gehörten den Turks, dann Soldier und schließlich die Barracken der Kadeten. Die letzten Stockwerke waren Schulzimmer, Trainingsräume, Waffenkammer, Bibliothek und Mensa. Es gab auch ein unterirdisches Labor, welches Cloud sich sehr gruselig vorstellte. Ein Ort, den er falls möglich lieber meiden würde. Wenn man auf dem Land aufwuchs, war dieser ganze Chemiekram für einen wie Hokuspokus.

Der Fahrstuhl biebte nach einer Weile und die Türen öffneten sich. Cloud konnte schon vom Weiten die Theke der Empfangsdame, oder besser gesagt der Sekräterin, erkennen. Ihm wurde mulmig in der Bauchgegend und er hätte beinahe auf der Stelle kehrt gemacht, hätten sich die Türen des Aufzugs nicht bereits hinter ihm geschlossen.

Er saß in der Höhle des Löwen gefangen.

Schwitzige Hände kneteten die zuvor wohlgebügelten Enden seines Hemdes. Seltsamerweise hätte Cloud jetzt gerne seine Reisetasche bei sich gehabt, um die armen Zipfel zu entlasten. Diese hatte er allerdings vorher abgeben müßen, damit sie auf sein Zimmer gebracht werden konnte, während er seinen Tutor kontaktierte.

Der junge Kadet stand nun direkt vor der leeren Rezeption und wußte nicht so recht weiter. //Soll ich warten bis jemand kommt, oder gleich anklopfen?// Entscheiden tat sich Cloud für das Erstere, was nicht anders zu erwarten war.

//Wie es wohl ist ihm lebendig gegenüber zu stehen? Hoffentlich kippe ich nicht um...Ah..ich will da nicht rein...// Er hätte sich zu dem Zeitpunkt über seine eigene Feigheit grün und blau ärgern können. Nun hatte er die Chance dem General gegenüberzustehen und anstatt sich darüber zu freuen, lies er sich von Selbstzweifel zernagen.

„Cloud Strife? Guten Tag! Geh doch bitte rein. Der General erwartet dich bereits.“ Cloud zuckte zusammen. Eine junge Frau, die seiner Meinung nach aus dem Nichts erschienen war, deutete nun in freundlicher Manier zur Tür.

//Er erwartet mich. Gott, hoffentlich hat er nicht gewartet... Was wenn ich ihn hab warten lassen?...Oh bitte nein...// Der Junge merkte in seiner Verzweiflung nicht, wie seine Fingerknöchel mit dem Metal der Tür Kontakt aufnahmen und ein leises Klopfgeräusch erzeugten. Auch blieb ihm das amüsierte Kichern der Sekräterin fern.

„Herein.“ Eine simple, ruhige Aufforderung, die Clouds Puls aber in die Höhe schießen und dort vermutlich Rekorde brechen lies.

-.-.-.-.-.-.-

//Kalt.// - War das Schlagwort, welches Cloud im Kopf herum spukte, als er den riesigen Raum betrat. Wände, weiß gestrichen nicht tapeziert, ein sich über den ganzen Hintergrund streckendes Panoramafenster und ein großzügiger Bürotisch aus Ebenholz in der Mitte des Büros.

Dieses Zimmer wirkte steriel und unpersönlich, jagte Cloud einen Schauder über den Rücken.

Viel interessanter als die Inneneinrichtung war jedoch die Person, die an diesem Tisch saß und arbeitete, wobei sie Cloud bis jetzt keines Blickes gewürdigt hatte. Die Nerven des Kadeten drohten mit jedem Schritt, den er in den Raum hinein, und somit auf den General zu machte, zu reißen.

//Sag was, stell dich vor. Nun mach schon!// Seine innere Stimme versuchte Clouds Motorik vergeblich zum Laufen zu bringen. //Salutiere wenigstens!//

Zögerlich hob der Junge seine rechte Hand. „General,...Sir.“ Cloud schreckte vor seiner eigenen Stimme zurück. Obwohl er so leise sprach, sodass es hätte unhöflich wirken müßen, durchschoßen die Laute, die er von sich gab, die Stille, was ihm mehr als unangenehm war.

Er stand nun direkt vor dem Schreibtisch und wartete auf eine Reaktion. Mehr fiel ihm nicht ein.

//Schmeiß mich wieder raus, tadel mich, weil ich zu spät bin, aber bitte, bitte, mach etwas...// Flehte Cloud in seinem Inneren. Keine Reaktion zu erhalten war grausam. Ignoranz, das größte Übel, das einen ereilen konnte. Bilder aus seiner Kindheit in Niebelheim schoßen hoch, doch er versuchte sie zu unterdrücken. Dies war definitiv der falsche Augenblick dafür.

„Cloud Strife, also.“ Sephiroth kannte seinen Namen und das bereits vom ersten Tag an. Diese Realisierung trieb Cloud in den Wahnsinn, obwohl es logisch war, dass der Tutor den Namen seines Tutanten kennen musste.

Er hätte glücklich sterben können. Sephiroths Stimme wirkte wie Samt auf seinen Gehörgang, als er das Gesagte in seinem Kopf durchgehend reproduzierte. Wie sehr hatte er sich gewünscht, dass sein Name einmal über die Lippen dieses Mannes gehen würde und wie sehr hatte er daran gezweifelt, dass es einmal der Fall sein würde. Und nun geschah es, ohne dass er etwas dafür hatte tun müßen. Es war nicht zu fassen.

Versunken in seiner eigenen kleinen Welt, merkte Cloud nicht, dass smaragddfarbene Augen bereits auf ihm ruhten. Seine narkotiserten Sinne schenkten seinem Umfeld keine Beachtung. Erst das Geräusch von einem knarrenden Stuhl und knitterndem Leder holte ihn in die Realität zurück. Zu spät allerdings um festzustellen, dass der General längst vor ihm stand. Zu spät, um diese Tatsache ordentlich verarbeiten zu können. Zu spät, um zu begreifen, wie es zu dem kommen konnte, was jetzt passieren würde.

Sephiroth, der Mann, dem aller Ruhm dieser Welt gebührte, kniete sich vor ihm hin.

Unnötig zu sagen, dass Cloud die Luft anhielt und beinahe nach hinten weggefallen wäre. Hätte er den Mut besessen, wäre er weggelaufen vor dieser Illusion, die er vermutlich seinen Träumerreien zu verdanken hatte, die niemals die Wahrheit hätte sein können.

Doch der eisige Blick des Generals, der Shiva selbst gefrieren würde, fixierte den Jungen an Ort und Stelle. Trotz der knienden Position, erkannte Cloud keinerlei Schwäche in der Haltung des Mannes. Im Gegenteil, er schien umso bedrohlicher. Der instinktive Wunsch Distanz zwischen sich und einer potentiellen Bedrohung zu bringen wuchs in dem Jungen.

//Was geht hier nur vor?// Cloud war den Tränen nahe. Er wusste sich in dieser Situation, deren Anlass ihm überhaupt nicht geläufig war, absolut nicht zu helfen. Die Welt spielte ihm einen grausamen Streich, anders konnte er es sich nicht erklären.

Unsicher schaute Cloud zu Boden, nicht in der Lage dem Blick des Generals standzuhalten. Er verfluchte seine Beine dafür, dass sie sich dagegen entschloßen ihn zu dem sicheren Bereich hinter der Tür zu tragen und weg von dieser ‚Illusion’.

//Vergiss niemals..// Dies waren nicht seine eigenen Gedanken und Cloud empfand dieses Phänomen als beängstigend und fürchtete um seine psychische Stabilität. Seine Konzentration auf das eigentliche Geschehen lies wieder nach, was nicht unbestraft bleiben sollte.

Cloud fuhr zusammen, als sich eine Hand, gehüllt in einen schwarzen Lederhandschuh nach ihm ausstreckte und ihn am Kinn ergriff. Nicht zu fest, aber genug um seinen Kopf nach Herzenswunsch zu bewegen. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen sich zu wehren und doch wusste er, dass selbst wenn er es hätte versuchen wollen, es ihm nie geglückt wäre. Somit wurde Cloud gezwungen, dem General wieder in die Augen zu schauen. Wäre ihm das doch nur erspahrt geblieben. Er hätte in diesen Augen ertrinken können und von dieser Nähe aus wirkten sie noch hypnotisierender, als aus dem Fernsehen.

//Vergiss niemals...// Mahnte ihn erneut eine innere Stimme, die er auch dieses Mal als befremdend einkategorisierte. Was sollte er nicht vergessen? Das seltsame Gefühl von Deja-vu ergriff den Jungen und einer innere Panik brach in ihm aus, als ob die Berührung des Generals nicht genug gewesen wäre. Warum hatte er solche Angst vor diesem Mann, der ihm doch nie etwas getan hatte? Gut, es gab an sich genug Gründe, wenn man ihn nur ansah, aber da war noch etwas anderes. Ein Gefühl, dass wie ihm schien, die unbekannte Stimme in ihm zu erwecken versuchte.

„Makoglanz.“ Cloud fühlte den warmen Atem des Generals auf seinem Gesicht, als jener sprach. Er hatte das Empfinden wie ein Pullover, der bei zu hoher Temperatur gewaschen wurde, zusammenzulaufen. „In deinem Blut fließt Mako.“ Zwar hatte die Feststellung des Generals nichts Vorwurfsvolles an sich, doch verspürte Cloud das unbegründete Verlangen sich zu rechtfertigen.

„Ich.. ähm..ich.“, stotterte der Junge vor sich hin, wobei er immer leiser wurde. Sephiroth neigte seinen Kopf zur Seite und begutachtete weiterhin die mit Makoglanz versehenen Augen des Kadeten, scheinbar ohne dessen Gestammel gehör zu schenken. So dachte Cloud zumindest. „Ich, ähm..nun..“

„’Du’, was Kadet?“

Er hatte sich geirrt.

„Ich..ähm..“, setzte Cloud wieder an.
„So weit warst du bereits, Strife.“, unterbrach ihn der General erneut mit einem eisigen Unterton. Cloud zog hörbar die Luft ein. Nun hatte er es geschafft Sephiroth wütend zu machen. Selbst wenn dieser es sich nicht anmerken lies, seine knappen Worte sprachen Bände. //Oh ich will hier weg.// Nervös biss sich der Junge auf die Unterlippe, fasste aber doch den Mut erneut das Wort zu ergreifen.

„Ich wurde als ich klein war..“ Cloud driftete ab, als der General von seinem Kinn abließ und sich, während dieser sprach, aufrichtete. „Du meinst, als du jünger warst, Kadet.“, korrigierte Sephiroth den Jungen, welcher nun verdutzt zu ihm hochsah. Die Betonung lag auf ‚hochsah’. Erst nach einer kurzen Denkpause realisierte Cloud die ironische Anspielung darauf, dass er immer noch ‚klein’ war. Für sein Alter zumindest. Ein zartes Rot legte sich auf seine Wangen und er senkte seinen Blick.

„Ich wurde als ich ‚jünger’ war..“, setzte er erneut an, ohne dabei auf die für ihn verletztende Äußerung einzugehen. „..in den Gebirgswäldern von Nibelheim von einem Monster angegriffen und verletzt.“ Da der General mit der Aussage zufrieden schien und es keine Kommentare gab, fuhr Cloud fort.
„Ich lag lange krank, mit hohem Fieber im Bett und habe seit dem dieses seltsame Leuchten in den Augen. Es hat mit der Zeit aber abgenommen und ist nicht mehr so intensiv wie am Anfang, General Sir.“

Einzelheiten wie die Tatsache, dass seine Mutter damals kaum Geld für Medikamente übrig hatte und sich der Rest der Bewohner einen Dreck darum scherrte, dass er verrecken könnte, ja viel mehr darauf hoffte und sich darüber freute, ließ Cloud bewusst aus. Genauso wie den Fakt, dass es die anderen Dorfkinder waren, die ihn überhaupt in diesen Wald gejagt hatten. Von alleine wäre er da niemals reingegangen. Eines der vielen düsteren Kapitel seines Lebens, mit denen der Junge hier in Midgar endlich abschließen wollte.

Sephiroth hatte sich noch während Cloud redete an seinen Platz gesetzt und angefangen in den Computer einzutippen.

Das es sich bei dem Leuchten in seinen Augen um Makoglanz handelte, ein Phänomen, welches typisch für Soldier war, da ihnen Mako injeziert wurde, hatte der junge Kadet nicht gewusst. Auch dass er damit die erste Hürde, nämlich Makounverträglichkeit, die ihn von seinem Traum hätte abhalten können, mit Leichtigkeit übersprungen hatte, kam ihm erst jetzt in den Sinn.

„Auf dem Tisch liegt eine Mappe mit sämtlichen Informationen, die du wissen musst. Du wirst sie bis morgen gelesen haben, Strife.“ Wieder hatte der General ihn in einem Moment der Unaufmerksamkeit erwischt. Wenn das so weiter ging, würde Cloud noch an vorzeitigem Herzversagen verenden.

Zögerlich näherte er sich dem Schreibtisch und hob die darauf liegende Mappe, die mit seinem Namen versehen war, behutsam auf. Genauso, wie man es vom Militär erwarten würde. Keine Bitten, nur Befehle. Dabei schien die Mappe nicht gerade dünn. Vermutlich würde Cloud die ganze Nacht daran sitzen müssen, doch das war es ihm wert.

„Wenn du keine Fragen hast, kannst du gehen, Kadet.“

-.-.-.-.-.-.-

Wie ein aufgescheuchtes Huhn flüchtete Cloud förmlich aus dem Raum. Natürlich erst nachdem er sich höflich verabschiedet hatte. Sephiroth wunderte es nicht, dass der Junge es plötzlich so eilig hatte und keine Fragen mehr aufbrachte. Eine bereits routinierte Reaktion, die er offensichtlich in allen Menschen hervorrief.

Erst vor ein paar Tagen wurde ihm mitgeteilt, dass er das Tutorium für einen der Kadeten übernehmen würde und er selbst war nicht ganz unverantwortlich dafür. Schließlich hatte er den Mann, der eigentlich dafür vorgesehen war, eigenhändig wegen Hochverrat umgebracht. Verrat - zur Zeit die innere Kriese in Shinra. Man munkelte das Avalanche, eine extremistische Widerstandsgruppe, einige Mitglieder des Militärs gekauft hatte und bei jenem hatte es sich als eine Tatsache herausgestellt. Clouds eigentlicher Tutor war ein Aufseher, der eine Gruppe von zehn Kadeten unter dem angeblichen Vorwand ein externes Training veranstalten zu wollen in ein von Bestien dicht besiedeltes Gebiet in den Gebirgsebenen geführt und sie dort ihrem Tod überlassen hatte. Der General wusste, dass es noch mehr von ihnen gab und das Tutorium würde ihm die Suche erleichtern, weil er nun die Möglichkeit besaß in direktem Kontakt mit zumindest einem Kadeten zu stehen. Wenn womöglich auch nicht für lange.

Cloud war in seinen Augen der absolute Gegenteil von geeignetem Soldier Material. Sephirtoh müsste sich wundern, wenn er es überhaupt durch das erste Jahr hinweg schaffen würde. Einen Augenblick lang hatte er sogar mit dem Gedanken gespielt, dem Jungen zu einer Resignation zu raten und ihn wieder nach Hause fahren zu lassen, wo er besser aufgehoben wäre. Jedoch hielt ihn irgendetwas davon ab, obwohl er sich sonst keines wegs geniert hätte ein solches Urteil auszusprechen und den offensichtlichen Traum dieses jungen Kadeten zu zerstören.

Vermutlich nur ein Deja-vu, aber er glaubte den Jungen genannt Cloud Strife von irgendwo her zu kennen.

„Interessant.“, sprach Sephiroth zu sich selbst. Wenn es wirklich Clouds Wunsch war sich in diesen Albtraum zu stürzen, so würde er ihn nicht davon abhalten und die Dinge ihren Lauf nehmen lassen.

-.-.-.-.-.-.-

Cloud rannte so schnell er konnte auf sein Zimmer. Das Adrenalin, welches durch seine Adern pumpte schaltete sogar seine Orientierungslosigkeit kurz. Die ganze Umgebung wirkte verschwommen und nur die Tür, der er sich mit schnellen Schritten näherte, wurde immer deutlicher.

Drinnen ließ er sich auf sein Bett fallen. Der Platz neben ihm - es gab immer Doppelzimmer, wirkte unbewohnt. Umso besser. Nun konnte er unbeobachtet seine Gedanken ordnen, ohne in unnötige Gespräche verwickelt zu werden. Ein Ort, an den er sich zurückziehen konnte.

Obwohl er eigentlich noch hätte lesen müssen, fühlte Cloud sich unglaublich müde und seine Augen fielen zu. //Nur für einen Moment.. Ein kurzes Nickerchen...// Versuchte er sich einzureden und schlief dabei schneller ein, als ihm lieb gewesen wäre.

Und als er friedlich vor sich hin schlummerte, hallte ein Echo durch den Raum. Eine weibliche Stimme.

„Vergiss niemals... deinen Traum.“

-.-.-.-.-.-.-

TBC

So, ein weiteres Kapitel geschafft. Ich hoffe, es hat euch gefallen. XD Endlich tritt Seph in Aktion und wir haben einige wichtigen Bestandteile des Storyverlaufs erfahren..*lol*

Kommentare, egal ob Kritik oder Lob, sind wie immer willkommen!^.^
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