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In Memoria
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von Lady Unknown    erstellt: 18.11.2007    letztes Update: 07.12.2008    Drama / P18 Slash    (fertiggestellt) 163 Reviews
**Memento Mihi – Gedenke Meiner**


Pairing: S/C
Warnungen: Yaoi, Gewalt, Death (wenn auch nur vorübergehend und deswegen nicht der Rede wert XD’)
Empfehlung: Geeignet für Erwachsenes Publikum *lol*
Disclaimer: Final Fantasy gehört mir leider nicht und ich mach kein Geld damit. XD

Anmerkung: Cloud bekommt eine zweite Chance sein Leben richtig zu stellen und dabei womöglich eine Katastrophe abzuwenden. Was er nicht weiß: Die Beweggründe ihm diese Chance zu geben sind nicht ganz so edel...

Es fängt als aftergame ff an, wird dann pregame und irgendwann ingame. XD

Kritik und Lob sind wie immer herzlich willkommen. Ich freue mich auf eure Kommentare!

*****
Prolog In Memoria


Eine Schicht von dickem, grauen Nebel senkte sich zu den spitzen Gipfeln der Nibelberge hinab und fraß die letzten Strahlen der untergehenden Sonne, bevor jene auch nur ansatzweise die Erdoberfläche erreichen konnten.

Wie ein Trauermantel umhüllte der kühl gewordene Wind die gebrächliche Figur, die sich trotz der späten Abendzeit noch so weit in die Höhe gewagt hatte. Unter den gegebenen Voraussetzungen würde sie wohl als lebensmüde betrachtet werden.

Der steinige und unebene Weg, der bis zu einem der Gipfel führte, von dem man ganz Nibelheim sehen konnte, erschien jedes Jahr länger und anstrengender als zuvor. Das es an seinem Alter liegen könnte, wollte Cloud sich allerdings nicht eingestehen.

Für ihn war die Zeit längst eingefroren.

Jeder Tag schien wie die Nacht und jede Nacht war nicht heller als der darauf folgende Tag. Monate oder Jahre machten keinen Unterschied mehr. Das letzte Datum an das Cloud sich erinnern konnte war jener eine Tag. Jener schicksalhafte Tag seit dem nichts anderes mehr eine Rolle spielte.

Einst azurblaue Augen, nun stark verblasst richteten sich empor zur Bergspitze, wo sie an seinem in den Boden geramten Schwert haften blieben. Jenes, das früher einen festen Stammplatz auf seinem Rücken hatte und das er heute längst nicht mehr tragen kann.
Wie viele Kämpfe hatte er mit der ‚Ultima Weapon’ bestritten? Wie viele Leben haben an dieser scharfen Klinge geendet? Cloud hatte längst keinen Überblick mehr und es war auch nicht wichtig. Unter all diesen ausgelöschten Leben befand sich nämlich eines, dessen Verlust für ihn womöglich schwerwiegender war, als jeder andere.

Umso weniger konnte er sich selbst an den Festlichkeiten, die jährlich an diesem Tag stattfanden, teilhaben lassen.

Eine brüchige Hand streckte sich in sein Blickfeld, versuchte nach der noch Meilen entfernten Waffe zu greifen und ballte sich zu einer Faust, als hätte sie den Griff erfasst.

So oft wie er es gehalten hatte fühlte er immer noch das beruhigende Gewicht, welches sich erst auf sein Handgelenk, dann auf seinen Arm und schließlich den ganzen Körper auswirkte, sobald er die Augen schloß.

Und doch verabscheute er geannantes Gefühl seit jenem Tag, an dem diese friedenbringende Schneide ihm das raubte, wofür er sein Leben lang gekämpft hatte und es niemals haben konnte. Dieser Hass wurde womöglich nur noch von dem auf sich selbst übertroffen. Seine eigene Ohnmacht, die angebliche Heldenhaftigkeit.

//Tse..//

Was hatte er von einem Held? Was war tugendhaft an ihm, wenn er nicht einmal in der Lage war das Bedeutendste in seinem Leben zu wahren?

„Bewahre dir deinen Traum und lass ihn nie aus den Augen...“


Dieser Satz war es einst, der ihn am Laufen hielt, ihm die Kraft gab voranzugehen. Eine Überlieferung, die seine Existenz ausmachte. Und was hatte er getan? Genau das Gegenteil.

Ein Held?

Nein.

Er was das, was er schon immer war und für alle Ewigkeiten sein wird, das, wozu er geboren wurde und als was er sterben wird:

„Ein Nichts...“

„Ein Versager

„Ein Fehlschlag“

...


„Ein Mörder“


...

.


Tränen bildeten sich in den Winkeln seiner Augen und floßen bald frei an seinen Wangen hinab.

//Ich habe meinen Traum verloren, was bleibt also noch von mir übrig?//

Wie so oft in seinen Kindertagen musste Cloud nun auch im hohen Alter diesen lächerlichen Beweis seiner Hilflosigkeit ertragen.

//Womöglich liegt es an Nibelheim. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich hier nicht weinen musste...//

Doch selbst diese verteidigenden Gedanken konnten ihn nicht von der Schmach, die sein Unterbewustsein über ihn sprach, beschützen.

Jedes Jahr, diesen Bergweg besteigend, kehrten Erinnerungen aus seiner Kindheit zurück und er dankte jedes Mal auf’s Neue, dass keiner von seinen ‚Freunden’ ihn so sah. Je mehr Zeit verstrich um so penetranter wurde Tifa in dieser Hinsicht. Dieses Jahr hätte sie ihn fast nicht gehen lassen und es tat ihm Leid.

Obwohl er um ihre Gefühle wusste und lange Zeit mit ihr ‚heile Familie’ gespielt hatte, konnte er ihr letztenendes nie das geben, was sie wirklich wollte und verdiente. Die Resignation und viel schlimmer noch das Verständnisvolle, was sich nach einer von Jahr zu Jahr immer länger scheinenden Diskusion in ihrem Blick ausbreitete, stach ihm ins Herz. Tiefer, als jeder Dolch es vermochte.

Diese Feigheit, die ihm wohl in die Wiege gelegt wurde und die er noch nicht einmal nach all den Jahren abwerfen konnte, verbot es ihm auch nur ein Wort darüber zu verlieren, was ihn seit jenem Tag so quälte. Und die Gewissheit, dass sie es sicherlich schon längst bermerkt hatte und wusste, dennoch kein Wort darüber verlor und die Fassade niemals brökeln lies, zerfrass ihn.

Tifa war so viel stärker als er selbst. Alle Welt war so viel stärker als er selbst und doch war er der jenige, der an jenem Tag dieses verhasste Schwert, geführt von seiner verhassten Selbst in dieses geliebte Herz rammte und alle Welt glücklich werden lies.

Keuchend sackte Cloud vor der Waffe, die ihn so lange begleitet hatte auf die Knie. Die Frage, ob er es nächstes Jahr überhaupt noch hier hoch schaffen würde, verdrängte er wie so vieles andere in seinem Leben.

Kraftlos rollte er sich auf den Rücken und horchte den Gesang der Stille.

//Unfassbar wie friedlich der Planet nun ist...//

Die Windböhen, die anfangs noch so kalt erschienen legten sich nun wie eine warme Decke um seinen erschöpften Körper und der felsige Boden wandelte sich in ein weiches Bett.

Die gewohnte Einsamkeit genießend, schloßen sich seine müden Augen und sein Atem dämpfte sich.

„Wäre ich nicht so schwach gewesen, würdest du jetzt vielleicht neben mir liegen...“ So absurd diese Vorstellung in sich allein schon war, so wollte er doch in diesem Moment daran glauben. Vor seinem geistigen Auge manifestierte sich das Bild einer stolzen und edlen Person, die er für immer in seinem Herzen tragen würde.

„Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es die Zeit zurückzudrehen, so das jener Tag nie statt gefunden hätte...“

//Sodass ich nicht dein Tod, sondern deine Rettung gewesen wäre...// fügte er noch in Gedanken hinzu, als seine Stimme bereits verstummte. Das Bild in seinen Erinnerungen wurde nun umso deutlicher und der blose Anblick zauberte ein Lächeln auf seine Lippen. Eines, dass er selten zeigte, welches von Ehrlichkeit war.

Er ignorierte die Lüge dieses eine Mal auch wenn er genau wusste, dass selbst wenn er hundert Chancen hätte, er viel zu schwach, feige und unbdeutend war um irgendetwas zu ändern.

***

Aerith kniete stumm neben ihm und vernahm die letzten Worte eines ihrer geliebten Freunde, bevor Cloud in einen Schlaf versank, aus dem er niemals mehr aufwachen würde.

Sie selbst faltete ihre Hände und betete zu allem, was sie in dem Moment wohl hören konnte.
Betete, dass ihrem geliebten Freund sein Wunsch erfüllt werde und er wenigstens in seinem Tode, in dem Paradies, in das er nun hinaufsteigen möge, seine Erfüllung finde.

Tränen nahmen ihr die Sicht, sodass ‚Holy’, die Substanz die ihr einst ihre Mutter schenkte, ungehindert und klanglos vor sich hin leuchtete, als würde sie die Gebete ihrer Besitzerin bekräftigen wollen.

***

„Lass mich dir helfen...“ Eine weibliche Stimme erklang aus dem nichts, als Aerith bereits gegangen war. Ihr Echo schallte über den ganzen Planeten und fiel in Form von Regentropfen nieder.


***
TBC

Lasst euch von Clouds Tod in diesem Kapitel nicht abschrecken. Im nächsten ist er schon wieder mit dabei XD. Und er hat eine wichtige Mission zu erfüllen, wobei er sich noch nicht mal wirklich sicher sein kann, wer sie ihm eingebrockt hat.
Falls jemand Beta-Leser/In für diese Geschichte sein möchte, schreibt mir eine mail oder ein review. ;)
 
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