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Brief an Peter
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25%|50%|75%|100%
| von CmdGabriel erstellt: 12.11.2007 letztes Update: 11.04.2008 Drama / P12 (fertiggestellt) | 22 Reviews |
Hallo Peter,
vielen Dank für Deine Email. Gerne mache ich ein Review auf Deine neue Geschichte, ich bin schon sehr gespannt, was Du geschrieben hast. Zuerst möchte ich Dir noch ein paar Tipps mit auf den Weg, wie Du zu einem tollen Geschichtenschreiber wirst.
Ich habe eine Liste mit zehn relativ einfachen Regeln gemacht, die Dir dabei hilft, in Zukunft tolle Geschichten zu schreiben. Bitte wende diese zehn Regeln konsequent an, dann mache ich auch gerne einen Review auf Deine Geschichten.
Vorher habe ich leider keine Zeit, um einen ausführlichen Review zu schreiben, da ich wichtigere Dinge vorhabe: Es kostet viel Zeit und Mühe, eine Geschichte zu lesen, zu bewerten und einen ausführlichen und guten Review zu schreiben, wenn der Autor nicht eben so viel Zeit und Mühe in die Geschichte investiert hat, ist das vergebliche Liebesmüh.
1. Lies möglichst viele andere Beiträge und lernen von guten und schlechten Beiträgen
Lese Beiträge von anderen Autoren. Stelle Dir die Frage, aus welchem Grund Du manche Beiträge gut findest und manche eher schlecht. Worauf achtest Du dabei?
- War die Idee hinter der Geschichte gut?
- Ist der Text flüssig zu lesen?
- War der Text frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern?
- Ist die gewählte Form (Kurzgeschichte, Roman, ..) passend zum Inhalt?
- Sind die Personen in der Geschichte glaubwürdig? Wird ihre Verhalten erklärt?
- Ist die Geschichte frei von Erzählbrüchen?
- Wird zuviel Hintergrundwissen (Fanfiktion!) benötigt?
- Sind zu viele unwichtige Details beschrieben?
Was hätten die Schreiber besser machen können an ihren Beiträgen, damit Dir die Geschichte besser gefallen hätte.
Mache es Dir zur Regel zwei Beiträge (oder zwei Kapitel bei größeren Werken) pro Tag zu lesen und für Dich zu bewerten. An Anfang wird Dir vielleicht außer "gut"/"schlecht" nicht zu viel einfallen. Aber im Laufe der Zeit wirst Du mehr Kriterien bemerken, auf die Du zunächst unbewusst und dann hoffentlich bald bewusst achtest. Dann wirst Du Deine eigene Frageliste haben, an der Du die Bewertung einer Geschichte festmachst.
2. Je objektiver Du Deine eigene Arbeit einschätzen kannst, umso besser wird sie werden
Am Anfang ist man von seinen eigenen Beiträgen immer begeistert. Oder man tut so, als findet man sie nicht so gut und hofft doch auf ein gutes Review. Aber letztendlich musst Du das, was Du bei Regel 1 gelernt hast auch objektiv bei Dir selbst anwenden können. Dann wirst Du Ideen entwickeln, wie Du Deine eigenen Beiträge besser machst.
Sei kritisch mit Deiner eigenen Arbeit und arbeite konsequent an der Verbesserung.
3. Gute Reviewer und Schreiber können Deine Arbeit besser beurteilen
Wenn ich 95% der Reviews hier durchlese dann geht mir der Hut hoch. Das meiste sind Larifari-Reviews ala "Hey, tolle Story!":
Wenn man in die Geschichten reinschaut, dann hat man häufig den Eindruck, dass der Reviewautor entweder die Geschichte gar nicht gelesen hat oder selbst geistig umnachtet ist.
Solche Review befriedigen kurzfristig das Selbstwertgefühl des Geschichtenautors. Sie sind aber nicht den Plattenplatz wert auf dem sie abgelegt sind.
Schau Dir an, welche Autoren hier gute Beiträge und gute Reviews schreiben. Sprich die dann direkt an, ob sie Dir ein Feedback geben können. Sag ihnen aus welchem Grund Du denkst, dass Sie sich diese Mühe machen sollten. (Weil Du ihre Beiträge gut findest und Dir wahnsinnig viel Mühe mit Deinem Beitrag gegeben hast.)
Aber stecke vorher alle Energie in die Produktion eines guten Beitrags, bevor Du eine andere Person um ein Review bittest. Es macht keinen Sinn und es ist unhöflich, die Zeit anderer Leute zu verschwenden.
4. Wenn Du nicht gut in deutscher Sprache und Rechtschreibung bist, lerne es. Jetzt.
Sprachen ordentlich zu lernen ist eine Investition, die am Anfang Zeit und Mühe kostet, aber später unendlich viel Nutzen bringt. Wenn Du der Rechtschreibung nicht so mächtig bist, dann übe sie. Ein vor Rechtschreibfehlern strotzender Beitrag ist nicht nur mühselig zu lesen, er ist es auch inhaltlich oft nicht wert gelesen zu werden. Die Rechtschreibung ist dann ein Indikator dafür, wie viel Mühe sich der Autor insgesamt gegeben hat.
Wenn Du Schüler bist, dann sprich Deinen Deutschlehrer an, wie Du Deine Rechtschreibung in den Griff bekommst. Das wird Dir nicht nur in Fanfiktion.de helfen, sondern Dich auch vor der Arbeitslosigkeit bewahren.
Du hast keine Zeit die Rechtschreibung und Grammatik richtig zu lernen? Keine Lust die Fehler zu verbessern? Dann bist Du als Autor nicht geeignet. Verschone uns!
5. Lerne mit Ablehnung zu leben.
Ja, wenn Du es tatsächlich schaffst, durch Deine freundliche und überzeugende Art und Deine guten Beiträge ehrliche Reviewer zu finden, dann wirst Du sicher kritische Töne zu hören bekommen. Lerne damit zu leben und werde besser.
Manchmal vergreift sich ein Reviewer im Ton, weil er vielleicht einen schlechten Tag hatte. Dann ignoriere den Ton und versuche den Review inhaltlich zu verstehen.
Es gibt hier leider eine Menge Leute, die Reviews auf ihrer Geschichten erlauben, aber dann bei der geringsten Kritik sofort völlig aus dem Häuschen sind. Ich hatte sogar schon den Fall, dass jemand ein Rachereview geschrieben hat. Schau zum Beispiel mal auf den Review von KitKat Chunky (ehemals ChrisAtena) zu diesem Beitrag. Wenige Tage zuvor hatte ich einen kritischen Beitrag auf einen Artikel von ihr geschrieben....
Mache es besser und lerne, das Beste aus der Kritik zu machen. In vielen Fällen lohnt es sich sogar, noch mal beim Reviewer nachzufragen. Wenn er sieht, dass Du seine Kritik ernst nimmst, wird er Dir sicher noch Tipps geben, was Du besser machen kannst!
Auf der anderen Seite mag es auch die ein oder andere unberechtigte Kritik geben - oder Themen wo Du einfach anderer Meinung bist, als der Reviewer. Dann erinnere Dich an Regel 2.
Und suche das Gespräch mit dem Reviewer, um herauszufinden, wer nun recht hat. Ja, auch Reviewer täuschen sich – manchmal gewaltig. Vielleicht hast Du mit Deiner Kurzzusammenfassung oder deiner Einleitung auch einfach falsche Erwartungen geweckt?
6. Lasse die Beta-Version von Deiner Geschichte gezielt von Freunden prüfen und Korrektur lesen.
Und das bitte nicht hier im System! Fanfiktion bietet die Möglichkeit, unfertige Geschichten zu veröffentlichen.
Aber bitte missverstehe dass nicht so, dass Du auch unfertige Kapitel veröffentlichen sollst. Wenn ich auf eine offensichtliche Schrott-Geschichte eines Autors stoße (z.B. weil er einen Arbeitsstand und kein ordentliches Ergebnis gepostet hat), dann lese ich oft gar nichts mehr von dem Autor. Das wird anderen sicher auch so gehen.
Finde Freunde in der Online-Gemeinschaft oder in der Schule, welche Deine Geschichten lesen und Dir helfen sie zu verbessern, bevor Du sie zum ersten Mal online stellst.
7. Starte an dem Tag mit einem neuen Werk, wenn Du die Idee hast.
Gute Ideen kommen - und gehen leider auch wieder. Entwickle ein System, um gute Ideen und Gedanken festzuhalten. Damit Du sie später in Deine Geschichten einbauen kannst. Gute Autoren schreiben nicht „einfach drauf los“. Sie entwickeln eine so genannte Storyline – einen Fahrplan durch die Geschichte in Stichworten. Dann entwickeln Sie die Charaktere (=Personen) der Geschichte und beschreiben ihre Eigenschaften und Einstellungen vor, während und nach der Geschichte. Erst dann fangen Sie an tatsächlich die Geschichte zu schreiben.
All das gehört in Deine Ideensammlung.
8. Werde selbst möglichst früh ein Reviewer.
Sobald Du selbst ein gute Gefühl für Geschichten entwickelt hast und den Eindruck hast, dass Du einen systematischen Blick entwickelt hast (z.B. klare Sicht auf Idee, Form und Stil) dann beginne selbst Reviews für andere Leute zu schreiben. Diese Reviews sollten dann ausführlich sein und auch wirklich alle Komponenten beleuchten, die Du betrachtest.
Verschone die Online-Gemeinschaft bitte mit Dreizeilern. Baue Deine Reputation als guter Reviewer auf, dann werden sich irgendwann auch Leute an Dich wenden mit der Bitte, ihnen zu helfen.
9. Überlege Dir früh, wann Du anfängst, Teile zu veröffentlichen.
Auf der einen Seite will man gerade bei größeren Werken schon früh erste Kapitel zum Review online stellen; auf der anderen Seite ändern sich frühere Kapitel oft noch, wenn die Geschichte ihren Verlauf nimmt. Sei Dir drüber im klaren, was Du tust.
Grundsätzlich ist es immer besser, etwas zu warten. Beispielsweise könntest Du ein Kapitel dann veröffentlichen, wenn Du das nächste Kapitel schon fertig hast. Damit bekommst Du Stabilität in die Geschichte und veröffentlichst weniger Schrott.
Kennzeichne Kapitel, die sich geändert haben (weil es die Geschichte erfordert oder weil dir ein gutes Review eine Eingebung gebracht hat). Wenn die Geschichte noch in Arbeit ist, dann lohnt es sich vor oder hinter die Geschichte eine kurze Statusbeschreibung und Änderungshistorie zu packen. Auch eine Versionsnummer erlaubt es dem Reviewer klar Bezug zu nehmen.
10. Qualität ist alles
Ich hoffe, das ist einigermaßen klar geworden. Aber was ist eigentlich Qualität? Es sagt sich ja so leicht, aber hast Du drüber nachgedacht, was Qualität ausmacht?
Qualität ist die Erfüllung von Zielen, die man sich vorher gesetzt hat. Für eine Geschichte könnte das sein:
Eine originelle Idee verpackt in eine kurzweilige Geschichte, die den Leser von Kapitel zu Kapitel fesselt. Die Geschichte soll in sich logisch aufgebaut sein und grammatikalisch korrekt sein. Die Geschichte hat keine Rechtschreibfehler.
Das wäre ein Qualitätsziel, welches Du nach jedem Kapitel Deiner eigenen Geschichte überprüfen kannst. Wenn Du Deine eigenen Qualitätsziele nicht erreichst, musst Du solange an dem Kapitel arbeiten, bis die Ziele erfüllt sind.
Es macht keinen Sinn, die Qualität einer Geschichte (oder was auch immer) beurteilen zu wollen, wenn Du Dir vorher keine Gedanken gemacht hast, nach welchen Kriterien Du Qualität beurteilst.
Neben all den Regeln noch ein kleiner Hinweis am Ende: Bei guten Autoren sieht es immer leicht aus - es ist aber nie leicht. Es steckt immer viel Zeit, Mühe und Arbeit hinter einer guten Geschichte.
Ich freue mich auf Deine erste Veröffentlichung auf Fanfiktion.de.
Viele Grüße
Gabriel
PS: Deira hat noch sehr treffend bemerkt, dass es sich lohnt, etwas Zeit in einen Schreibmaschinen (10-Finger-Tippen) Kurs zu investieren. Dann geht die "Arbeit" wirklich viel flüssiger von der Hand.
PPS: Brief an Peter bekommt eine "Fortsetzung" hier: http://fanfiktion.de/s/485b8d88000064c40c9061a8
vielen Dank für Deine Email. Gerne mache ich ein Review auf Deine neue Geschichte, ich bin schon sehr gespannt, was Du geschrieben hast. Zuerst möchte ich Dir noch ein paar Tipps mit auf den Weg, wie Du zu einem tollen Geschichtenschreiber wirst.
Ich habe eine Liste mit zehn relativ einfachen Regeln gemacht, die Dir dabei hilft, in Zukunft tolle Geschichten zu schreiben. Bitte wende diese zehn Regeln konsequent an, dann mache ich auch gerne einen Review auf Deine Geschichten.
Vorher habe ich leider keine Zeit, um einen ausführlichen Review zu schreiben, da ich wichtigere Dinge vorhabe: Es kostet viel Zeit und Mühe, eine Geschichte zu lesen, zu bewerten und einen ausführlichen und guten Review zu schreiben, wenn der Autor nicht eben so viel Zeit und Mühe in die Geschichte investiert hat, ist das vergebliche Liebesmüh.
1. Lies möglichst viele andere Beiträge und lernen von guten und schlechten Beiträgen
Lese Beiträge von anderen Autoren. Stelle Dir die Frage, aus welchem Grund Du manche Beiträge gut findest und manche eher schlecht. Worauf achtest Du dabei?
- War die Idee hinter der Geschichte gut?
- Ist der Text flüssig zu lesen?
- War der Text frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern?
- Ist die gewählte Form (Kurzgeschichte, Roman, ..) passend zum Inhalt?
- Sind die Personen in der Geschichte glaubwürdig? Wird ihre Verhalten erklärt?
- Ist die Geschichte frei von Erzählbrüchen?
- Wird zuviel Hintergrundwissen (Fanfiktion!) benötigt?
- Sind zu viele unwichtige Details beschrieben?
Was hätten die Schreiber besser machen können an ihren Beiträgen, damit Dir die Geschichte besser gefallen hätte.
Mache es Dir zur Regel zwei Beiträge (oder zwei Kapitel bei größeren Werken) pro Tag zu lesen und für Dich zu bewerten. An Anfang wird Dir vielleicht außer "gut"/"schlecht" nicht zu viel einfallen. Aber im Laufe der Zeit wirst Du mehr Kriterien bemerken, auf die Du zunächst unbewusst und dann hoffentlich bald bewusst achtest. Dann wirst Du Deine eigene Frageliste haben, an der Du die Bewertung einer Geschichte festmachst.
2. Je objektiver Du Deine eigene Arbeit einschätzen kannst, umso besser wird sie werden
Am Anfang ist man von seinen eigenen Beiträgen immer begeistert. Oder man tut so, als findet man sie nicht so gut und hofft doch auf ein gutes Review. Aber letztendlich musst Du das, was Du bei Regel 1 gelernt hast auch objektiv bei Dir selbst anwenden können. Dann wirst Du Ideen entwickeln, wie Du Deine eigenen Beiträge besser machst.
Sei kritisch mit Deiner eigenen Arbeit und arbeite konsequent an der Verbesserung.
3. Gute Reviewer und Schreiber können Deine Arbeit besser beurteilen
Wenn ich 95% der Reviews hier durchlese dann geht mir der Hut hoch. Das meiste sind Larifari-Reviews ala "Hey, tolle Story!":
Wenn man in die Geschichten reinschaut, dann hat man häufig den Eindruck, dass der Reviewautor entweder die Geschichte gar nicht gelesen hat oder selbst geistig umnachtet ist.
Solche Review befriedigen kurzfristig das Selbstwertgefühl des Geschichtenautors. Sie sind aber nicht den Plattenplatz wert auf dem sie abgelegt sind.
Schau Dir an, welche Autoren hier gute Beiträge und gute Reviews schreiben. Sprich die dann direkt an, ob sie Dir ein Feedback geben können. Sag ihnen aus welchem Grund Du denkst, dass Sie sich diese Mühe machen sollten. (Weil Du ihre Beiträge gut findest und Dir wahnsinnig viel Mühe mit Deinem Beitrag gegeben hast.)
Aber stecke vorher alle Energie in die Produktion eines guten Beitrags, bevor Du eine andere Person um ein Review bittest. Es macht keinen Sinn und es ist unhöflich, die Zeit anderer Leute zu verschwenden.
4. Wenn Du nicht gut in deutscher Sprache und Rechtschreibung bist, lerne es. Jetzt.
Sprachen ordentlich zu lernen ist eine Investition, die am Anfang Zeit und Mühe kostet, aber später unendlich viel Nutzen bringt. Wenn Du der Rechtschreibung nicht so mächtig bist, dann übe sie. Ein vor Rechtschreibfehlern strotzender Beitrag ist nicht nur mühselig zu lesen, er ist es auch inhaltlich oft nicht wert gelesen zu werden. Die Rechtschreibung ist dann ein Indikator dafür, wie viel Mühe sich der Autor insgesamt gegeben hat.
Wenn Du Schüler bist, dann sprich Deinen Deutschlehrer an, wie Du Deine Rechtschreibung in den Griff bekommst. Das wird Dir nicht nur in Fanfiktion.de helfen, sondern Dich auch vor der Arbeitslosigkeit bewahren.
Du hast keine Zeit die Rechtschreibung und Grammatik richtig zu lernen? Keine Lust die Fehler zu verbessern? Dann bist Du als Autor nicht geeignet. Verschone uns!
5. Lerne mit Ablehnung zu leben.
Ja, wenn Du es tatsächlich schaffst, durch Deine freundliche und überzeugende Art und Deine guten Beiträge ehrliche Reviewer zu finden, dann wirst Du sicher kritische Töne zu hören bekommen. Lerne damit zu leben und werde besser.
Manchmal vergreift sich ein Reviewer im Ton, weil er vielleicht einen schlechten Tag hatte. Dann ignoriere den Ton und versuche den Review inhaltlich zu verstehen.
Es gibt hier leider eine Menge Leute, die Reviews auf ihrer Geschichten erlauben, aber dann bei der geringsten Kritik sofort völlig aus dem Häuschen sind. Ich hatte sogar schon den Fall, dass jemand ein Rachereview geschrieben hat. Schau zum Beispiel mal auf den Review von KitKat Chunky (ehemals ChrisAtena) zu diesem Beitrag. Wenige Tage zuvor hatte ich einen kritischen Beitrag auf einen Artikel von ihr geschrieben....
Mache es besser und lerne, das Beste aus der Kritik zu machen. In vielen Fällen lohnt es sich sogar, noch mal beim Reviewer nachzufragen. Wenn er sieht, dass Du seine Kritik ernst nimmst, wird er Dir sicher noch Tipps geben, was Du besser machen kannst!
Auf der anderen Seite mag es auch die ein oder andere unberechtigte Kritik geben - oder Themen wo Du einfach anderer Meinung bist, als der Reviewer. Dann erinnere Dich an Regel 2.
Und suche das Gespräch mit dem Reviewer, um herauszufinden, wer nun recht hat. Ja, auch Reviewer täuschen sich – manchmal gewaltig. Vielleicht hast Du mit Deiner Kurzzusammenfassung oder deiner Einleitung auch einfach falsche Erwartungen geweckt?
6. Lasse die Beta-Version von Deiner Geschichte gezielt von Freunden prüfen und Korrektur lesen.
Und das bitte nicht hier im System! Fanfiktion bietet die Möglichkeit, unfertige Geschichten zu veröffentlichen.
Aber bitte missverstehe dass nicht so, dass Du auch unfertige Kapitel veröffentlichen sollst. Wenn ich auf eine offensichtliche Schrott-Geschichte eines Autors stoße (z.B. weil er einen Arbeitsstand und kein ordentliches Ergebnis gepostet hat), dann lese ich oft gar nichts mehr von dem Autor. Das wird anderen sicher auch so gehen.
Finde Freunde in der Online-Gemeinschaft oder in der Schule, welche Deine Geschichten lesen und Dir helfen sie zu verbessern, bevor Du sie zum ersten Mal online stellst.
7. Starte an dem Tag mit einem neuen Werk, wenn Du die Idee hast.
Gute Ideen kommen - und gehen leider auch wieder. Entwickle ein System, um gute Ideen und Gedanken festzuhalten. Damit Du sie später in Deine Geschichten einbauen kannst. Gute Autoren schreiben nicht „einfach drauf los“. Sie entwickeln eine so genannte Storyline – einen Fahrplan durch die Geschichte in Stichworten. Dann entwickeln Sie die Charaktere (=Personen) der Geschichte und beschreiben ihre Eigenschaften und Einstellungen vor, während und nach der Geschichte. Erst dann fangen Sie an tatsächlich die Geschichte zu schreiben.
All das gehört in Deine Ideensammlung.
8. Werde selbst möglichst früh ein Reviewer.
Sobald Du selbst ein gute Gefühl für Geschichten entwickelt hast und den Eindruck hast, dass Du einen systematischen Blick entwickelt hast (z.B. klare Sicht auf Idee, Form und Stil) dann beginne selbst Reviews für andere Leute zu schreiben. Diese Reviews sollten dann ausführlich sein und auch wirklich alle Komponenten beleuchten, die Du betrachtest.
Verschone die Online-Gemeinschaft bitte mit Dreizeilern. Baue Deine Reputation als guter Reviewer auf, dann werden sich irgendwann auch Leute an Dich wenden mit der Bitte, ihnen zu helfen.
9. Überlege Dir früh, wann Du anfängst, Teile zu veröffentlichen.
Auf der einen Seite will man gerade bei größeren Werken schon früh erste Kapitel zum Review online stellen; auf der anderen Seite ändern sich frühere Kapitel oft noch, wenn die Geschichte ihren Verlauf nimmt. Sei Dir drüber im klaren, was Du tust.
Grundsätzlich ist es immer besser, etwas zu warten. Beispielsweise könntest Du ein Kapitel dann veröffentlichen, wenn Du das nächste Kapitel schon fertig hast. Damit bekommst Du Stabilität in die Geschichte und veröffentlichst weniger Schrott.
Kennzeichne Kapitel, die sich geändert haben (weil es die Geschichte erfordert oder weil dir ein gutes Review eine Eingebung gebracht hat). Wenn die Geschichte noch in Arbeit ist, dann lohnt es sich vor oder hinter die Geschichte eine kurze Statusbeschreibung und Änderungshistorie zu packen. Auch eine Versionsnummer erlaubt es dem Reviewer klar Bezug zu nehmen.
10. Qualität ist alles
Ich hoffe, das ist einigermaßen klar geworden. Aber was ist eigentlich Qualität? Es sagt sich ja so leicht, aber hast Du drüber nachgedacht, was Qualität ausmacht?
Qualität ist die Erfüllung von Zielen, die man sich vorher gesetzt hat. Für eine Geschichte könnte das sein:
Eine originelle Idee verpackt in eine kurzweilige Geschichte, die den Leser von Kapitel zu Kapitel fesselt. Die Geschichte soll in sich logisch aufgebaut sein und grammatikalisch korrekt sein. Die Geschichte hat keine Rechtschreibfehler.
Das wäre ein Qualitätsziel, welches Du nach jedem Kapitel Deiner eigenen Geschichte überprüfen kannst. Wenn Du Deine eigenen Qualitätsziele nicht erreichst, musst Du solange an dem Kapitel arbeiten, bis die Ziele erfüllt sind.
Es macht keinen Sinn, die Qualität einer Geschichte (oder was auch immer) beurteilen zu wollen, wenn Du Dir vorher keine Gedanken gemacht hast, nach welchen Kriterien Du Qualität beurteilst.
Neben all den Regeln noch ein kleiner Hinweis am Ende: Bei guten Autoren sieht es immer leicht aus - es ist aber nie leicht. Es steckt immer viel Zeit, Mühe und Arbeit hinter einer guten Geschichte.
Ich freue mich auf Deine erste Veröffentlichung auf Fanfiktion.de.
Viele Grüße
Gabriel
PS: Deira hat noch sehr treffend bemerkt, dass es sich lohnt, etwas Zeit in einen Schreibmaschinen (10-Finger-Tippen) Kurs zu investieren. Dann geht die "Arbeit" wirklich viel flüssiger von der Hand.
PPS: Brief an Peter bekommt eine "Fortsetzung" hier: http://fanfiktion.de/s/485b8d88000064c40c9061a8
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