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von --Nine--    erstellt: 12.11.2007    letztes Update: 23.06.2011    Geschichte, Romanze, Humor / P16 Slash    (fertiggestellt)
Kapitel 1

Mal wieder etwas Neues von uns beiden. Diese Story ist mal was ganz Eigenes (Personen und Story gehören allein uns, wer klaut bekommt Schläge ;) ) und sozusagen unser kleines Baby, weil sie doch recht autobiographische Züge annimmt. Das meiste über die Personen zeigt sich im weiteren Verlauf der Geschichte. Hier nur eine kleine Darstellung einzelner Punkte:

Tim:
Alter: 18
Größe: 178cm
Blaue Augen
Schwarze Haare

Daniel:
Alter:17
Größe: 170cm
Braune Augen
Braune Haare

Nick:
Alter 18
Größe: 180cm
Braune Augen
Braune Haare

***

Cholerischer Kampfzwerg trifft auf unterbelichteten Kiffer


Daniel

Nie wieder Alkohol. Ich hatte aufgehört zu zählen, wie oft ich diesen Satz schon ausgesprochen hatte. Man, war mir schlecht, aber zu ändern war es nicht. Die Sonne schien noch durch mein kleines Fenster. Okay, so lange konnte ich also nicht geschlafen haben und mein Wecker bestätigte mir meinen Verdacht. Vor ungefähr drei Stunden war ich einfach auf mein Bett gefallen und eingeschlafen. Nun lag ich hier, hatte einen mörderischen Kater und sicher eine Menge Restalkohol und es war gerade einmal kurz nach 20 Uhr. Ja, ich hatte es mal wieder geschafft, mich so richtig wegzuballern und das mitten am Tag. Mein Gott, war ich stolz auf mich. Das sollte mir mal jemand nachmachen. Dabei hatte ich gar nicht soviel getrunken, okay, ein zwei Gläser Vodka-Cola, so ein komisches Erdbeerzeugs und seltsame Mischungen, welche aussahen wie Schlumpfenkacke und ... . Mist, verdammt ich hatte einen Filmriss. War ja wieder klar. Kein Plan, wie ich heimgekommen war.
Ich schnappte mir also mein Handy und rief die Person an, welche es ja wissen musste, sprich mein bester Freund.
"Moin Nick", lallte (!!) ich (scheiße, immer noch dicht) in das Telefon, ohne auch nur meine Position zu ändern. Zum Glück hatten diese neuartigen Dinger alle eine Freisprecheinrichtung, ansonsten wäre das Telefonieren in meiner Liegeposition schwierig gewesen.
"Na auch wieder unter den Lebenden", laberte mich das Ding am anderen Ende dämlich an. "Man warst du voll." War ich immer noch du Witzbold. Der Typ war auch schon mal lustiger. Mir ging's scheiße und der hielt es mir noch vor.
"Dann weißt du ja auch, warum ich anrufe", maulte ich direkt los, um die Sache ganz schnell hinter mich zu bringen, denn irgendwie machte sich ein fetter Klos in meiner Speiseröhre auf den Weg nach oben und dies war sicher kein angenehmes Gefühl.
"Also, was du da alles gesoffen hast, behalt' ich lieber für mich, sonst kotzt du noch." Mach ich auch so, du Wutz. "Na ja, nachdem du so einem Bahnmitarbeiter vor die Füße gekotzt hast, mussten wir leider laufen und du bist dann allein heim."
Super, ich hatte also schon meine Innereien nach außen gebracht. Warum rebellierte mein Magen dann noch? Mein Körper sollte mal wer verstehen.
"... aber tröste dich, Fritto war genauso rund", fuhr die Stimme aus dem Lautsprecher fort und holte mich wieder in die Realität zurück.
"Klasse, bringt mir viel. Ich geh wieder pennen", murmelte ich und legte einfach auf. Zu viele Informationen bei meinen Kopfschmerzen waren auch nicht gut. Zum Glück hatte ich mich niemanden an den Hals geworfen oder noch schlimmeres. Ich besserte mich allmählich. Die letzten Male im alkoholisierten Zustand hatte ich mich an alles rangemacht, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Ich konnte ja nichts dafür, dass dieses verfluchte Zeug mich so willig gemacht hatte.

Nach weiteren fünf Minuten schaffte ich es sogar aufzustehen und in das Bad zu schlürfen, um mich zu entleeren. Scheinbar hatte ich dies eine ganze Weile nicht mehr getan. Ja, ja, der gute Alkohol. Erst musste man dauernd aufs Klo rennen und ab einem gewissen Pegel überhaupt nicht mehr. Konnte mir das mal jemand erklären? Gut, in meinem Zustand hätte ich es eh nicht begriffen, aber egal. Ich sollte aufhören, über solche Dinge zu philosophieren und lieber aufpassen, nicht auf die Klobrille zu schiffen.
Ich packte also alles wieder ein und kehrte zurück in mein Zimmer. Irrte ich mich oder stank es hier wirklich bestialisch nach diversen Spirituosen? Mhh, wohl eher nicht. Das war nur ich selbst. Ist ja widerlich, aber egal. Duschen schaffte ich jetzt sicher nicht, ohne eine halbe Katastrophe anzurichten.
Ich schmiss mich vor meinen PC, welcher zum Glück 24 Stunden am Stück lief und immer die neuesten Sachen saugte. Natürlich alles Sicherheitskopien. Verstand sich ja von selbst. Ich loggte mich wie gewohnt auf meiner Community ein, jedoch gab es wieder einmal nichts Neues. Warum verbrachte ich meine Zeit überhaupt mit einem solchen Schwachsinn? Schulterzuckend klickte ich auf den Shortcut und eine Minute später war ich schon in der Welt voller Instanzen, Monster und dämlichen Spielern, welche alle fünf Minuten einen Zweikampf wollten. Hach, ich liebte einfach diese Online-Rollenspiele.
So verging die Zeit wie im Flug und ehe ich mich versah, war es zwei Uhr nachts.

Weitere Stunden später erwachte ich in einer mehr als unbequemen Haltung. Mein Kopf lag auf der Tastatur, was ja schon absurd an sich war. Wie schaffte ich es nur immer wieder, mich selbst zu übertrumpfen? Verschlafen und wegen der Nackenschmerzen grummelnd blickte ich auf und sah verdutzt auf meinen Bildschirm, welcher...ja, eigentlich gar nichts anzeigte. Was zur Hölle? Ich schaltete mein Baby doch nie aus. Wie konnte das sein? Panisch drückte ich den Powerknopf und es geschah ... nichts. Nichts! NICHTS!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Bei allen Göttern da oben, wer war so grausam und nahm mir meinen Lebensinhalt?
Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich damit, mein Schätzchen wieder zum Laufen zu bringen, was mir natürlich nicht gelang. Verdammter Dreck aber auch. Vor lauter Wut hatte ich sogar meinen Kater vergessen.

Der Sonntag bestand nun, da mein PC sich wohl für Selbstmord entschieden hatte (natürlich war mein Kopf auf besagter Tastatur nicht der Grund gewesen!!!!), nur aus schlafen, essen und noch mehr schlafen. Zwischendurch musste ich natürlich meinem besten Kumpel, oder ehemals besten, mein Leid klagen, aber dieser dümmliche Spast hatte nichts Besseres zu tun, als mich auszulachen und mir dämliche Ratschläge von wegen "lernen" zu geben. Bah, als ob ich je freiwillig in ein Schulbuch schauen würde. Mein Gehirn bekam ja schon allein bei dem Gedanken Muskelkater.
Daher blieb mir nichts anderes übrig, als den Tag in meinem heiß geliebten Bett zu verbringen, zumindest bis mein Handy penetrant klingelte. Ich versuchte es wirklich zu ignorieren, aber der Anrufer wollte mir wohl noch mehr meinen Tag verderben. Irgendwann schaffte ich es sogar, zu dem verfluchten Ding zu krabbeln und abzunehmen.
"SCHATZIIIIIIIIIIIIIIIIIIII", trällerte es mir in einer Lautstärke entgegen, welche echt verboten werden sollte. Da fiel mir ein: 'OH Gott, ich hab die Alte ja vollkommen vergessen.' Am anderen Ende war keine geringere als meine "heiß geliebte" Freundin. Wie war das mit schlimmer geht es immer? Sie war der absolute Beweis dafür und nichts in dieser Welt rechtfertigte ihre Existenz. Warum ich überhaupt mit ihr zusammen war? Ganz einfach: Dumm fickt gut und Ende der Ansage.
"Was?", maulte ich also in den Hörer und gab somit meine gesamte Begeisterung über diesen Anruf preis.
"Wo warst du denn gestern Abend? Wir wollten doch ins Kino." Ach herrje, das hatte ich ja vollkommen verdrängt. Ich konnte der ja wohl kaum sagen, dass ich zu besoffen war, um mich an diese Tatsache zu erinnern.
"War vorher mit Nick saufen und nicht mehr in der Lage, irgendwohin zu gehen." Soviel zum Thema zuerst denken und dann sprechen. Was soll's. Es sei ja immer wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben, dennoch schob ich ein fast überzeugendes "sorry" nach, auch wenn mir die Tatsache, sie versetzt zu haben, am Arsch vorbei ging.
Das Telefonat dauerte mindestens 5 weitere Minuten, viel zu lange für meinen Geschmack. Doch dann war ich endlich erlöst. Sie hatte mir verziehen und bla, bla, bla ... Der Rest war mir recht egal, Hauptsache ich bekam weiter regelmäßig Sex.

Montag. Musste man mehr zu einem Tag sagen? Ich meinte Schule, lernen (oder so tun), nervige Mitschüler, bescheuerte Lehrer und zu guter Letzt ein neuer Schüler. Na ja, neu traf es nicht ganz. Der Depp war schon mal auf unserer Schule gewesen, so vor 'ner halben Ewigkeit. Keine Ahnung mehr wann, aber der Kerl musste steinalt sein. Scheinbar machten nun die wildesten Gerüchte die Runde. Von zwei Jahren Knast bis zu Entführung war alles dabei. Für mich war die Sache klar: Der Kerl war einfach zu dumm, hatte sich schnell sein Gehirn erweitern lassen und durfte nun wieder hier her. Zum Glück nicht in meine Stufe. Das hätte mir gerade noch gefehlt. All diese Informationen wurden mir auf dem Weg vom Eingang bis zu unserer Raucherecke zugetragen. Schon geil, was man alles erfuhr, wenn man mit Nick auch nur fünf Meter ging. Der Kerl könnte echt einen Rekord im Schnellsprechen aufstellen.
"Oi, sieh mal, Fritto ist auch schon da", beendete der Größere seinen Quasselmarathon und stürzte auf ... OMG ... was hatte mein Ehemals-Kumpel da an? Scheiße noch eins.
"Äh Fritto, dass ist 'ne Karottenjeans", wies ich mal netterweise auf den Umstand hin, dass der Kerl scheinbar seine Eier verloren hatte.
"Ich weiß, sieht gut aus oder?". Ich glaub, ich piss mir gleich ein vor lachen. Das Wort gut und so eine Hose zu verbinden, sollte mit dem Tod bestraft werden. Das grenzte echt an seelische Grausamkeit. Leider konnte ich meinen Gedanken nicht mehr aussprechen, da schon Mister Verschollen den Schulhof betrat. Natürlich verstummten alle anwesenden Schüler sofort und verfolgten jeden Schritt des ... ja, was eigentlich? Bohnenstange? Laufender Elfmeter?
"Was soll der darstellen? Noch so ein verkapptes Emokind", murmelte ich vor mich hin. Ich meine, hallo? Es regnete nicht, also wieso rannte der Typ mit einer Kapuze über den Kopf herum? Hatte wohl seine Haare nicht hinbekommen. Ob ich ihm eine Rasierklinge schenken sollte?
"Mensch Daniel, du müsstest es doch gerade wissen, dass nicht jeder mit einer Kapuze gleich ein Emo ist."
HAHAHAHAHA
"Sagt der, der 'ne Eier abquetschende Hose trägt und damit aussieht wie ein Storch."
"Bist doch nur neidisch, dass du mit deinen kurzen Stamperbeinchen und fetten Oberschenkeln so 'was nicht tragen kannst."
Also, das war ja wohl die Höhe. Manchmal könnte ich Fritto nur erwürgen. Was bildete sich dieses Mannweib eigentlich ein?
"Also, ich find den süß."
Bitte was??????? So was konnte nur von Nick kommen, aber immerhin waren hier Fritto und ich einer Meinung. Wer diesen Typ süß fand, hatte echt was an den Augen. Man konnte ja noch nicht einmal sein Gesicht vor lauter Haaren entdecken, dazu diese Klamotten, welche eindeutig schon mal bessere Tage gesehen hatten. Nichts gegen Used-Look, aber das hieß noch lange nicht, dass eine Jeans gleich auseinander fallen musste.
Einstimmig erklärten wir unseren dunkelhaarigen Freund für unzurechnungsfähig und begaben uns ins Schulhaus, um einen weiteren, nervigen Tag hinter uns zu bringen. Es geschah nicht mehr sonderlich viel aufregendes. Fritto bekam Ärger, weil er sich im Unterricht schminkte, Nick, weil er sich im Unterricht die Nägel lackierte und die restliche Klasse, weil sie sich lieber über den "Neuen" unterhielten, als dem Unterricht zu folgen. Warum ich jedoch zur Strafe die Tafel putzen musste, verstand ich noch immer nicht. Ich trug normale Sachen, sah heute mal halbwegs nett aus, hatte nicht gequatscht und wenigstens so getan, als ob ich dem Unterricht folgen würde. Trotzdem stand ich jetzt als Einziger nach Schulschluss hier und durfte die Kreidereste von dem dämlichen Ding abkratzen. Super Nachmittag echt. Ich freute mir doch gleich ein Loch ins Knie.
"Daniel?"
Es gab nichts, was ich mehr hasste, als erschreckt zu werden und dann auch noch von solch einer Person. Mir blieb heute wirklich rein gar nichts erspart.
"Felix, nett dich mal wieder zu sehen", säuselte ich fast schon freundlich und zwang mich, weiterhin gelassen zu bleiben, sonst würde ich diesem aufgeblasenen Gockel noch an den Hals springen.
"Ja, ich seh' schon. Du platzt regelrecht vor Freude", erwiderte der Angesprochene sarkastisch und ging ein paar Schritte auf mich zu.
"Was kann ich für dich tun? Du wirst wohl kaum aus reinster Nächstenliebe hierher gekommen sein, um zu sehen, wie es mir geht", meinte ich etwas zu schnell, als noch selbstsicher zu klingen und wich etwas zurück. Dieser Kerl sollte mir ja nicht zu nahe kommen.
"Deine Eltern schicken mich." Ach, welch eine Neuigkeit. Hätte ich nicht gedacht. Sie schickten ihn immer.
"Was wollen die denn schon wieder?" Nicht, dass es mich interessieren würde, aber es war schon seltsam, den Blonden mal zwischen Weihnachten, meinem Geburtstag und Ostern zu sehen.
"Sie wollen dich um etwas bitten."
"Bitten ist bei meinen Eltern wohl das falsche Wort."
"Wohl wahr", seufzte der Ältere und ich ließ mich sicherheitshalber auf einem Stuhl nieder. Ich hatte das dumpfe Gefühl, dass ich der Botschaft lieber nicht im Stehen zuhören sollte.
"Ich mache es lieber kurz und schmerzlos: Ein Junge wird bei dir mit in die Wohnung ziehen und deine Eltern wünschen, dass du dich ein wenig um ihn kümmerst."
...
...
Mein Gehirn war ja noch nie das schnellste, aber für diese Informationen brauchte ich dann doch eine Weile länger. Wollte der mich jetzt verarschen? Das kam gar nicht in die Tüte, dass so ein fremder Futzi in meine Wohnung zog.
"Vergiss es."
"Sie baten mich auch, dich freundlich darauf hinzuweisen, dass sie jederzeit die Zahlungen einstellen und dich nach Hause holen können."
Oh, wie ich diese Brut doch hasste. Mir blieb doch gar keine andere Wahl, als zuzustimmen, wenn ich meine eigene Bude behalten wollte. Gott schütze mich vor dem, was nun dort auf mich warten würde.


Tim

Völlig verloren stand ich auf dem Pausenhof meiner neuen, alten Schule und war mir der Blicke der anderen Schüler durchaus bewusst. Allerdings versuchte ich, sie gekonnt zu ignorieren und ließ meine Haare noch etwas mehr in mein Gesicht fallen. Ganz nach dem Motto: Was ich nicht sehe, sieht mich auch nicht. Sicherlich konnten sich noch so einige an meine Visage erinnern, war es doch gerade einmal 2 Jahre her, dass ich diese Bildungsstätte besucht hatte. Bevor mich meine Eltern rabiat aus meiner gewohnten Umgebung gerissen hatten, weil sie der Meinung waren, dass es uns in Frankreich doch so viel besser gehen würde. In finanzieller Hinsicht ging der Plan auch auf ganzer Linie auf, aber wurde ich auch nur einmal gefragt, ob ich das hier alles aufgeben wollte? Nein, natürlich nicht. Ich war damals nur ein dummer 15-jähriger Satansbraten, der seinen Eltern sowieso schon immer ein Dorn im Auge gewesen war. Ein Unfall, wie es mein Vater mal so schön formuliert hatte. Und ich war es auch weiterhin geblieben. Jedoch wäre der Schein einer intakten Familie gewahrt worden, wenn es diesen Vorfall vor zwei Wochen nicht gegeben hätte: Meine Mutter hatte beim Aufräumen meines Zimmers meine Schmuddelheftchen (so nannte sie meine Pornosammlung) entdeckt. Das alles wäre wahrscheinlich nicht weiter schlimm gewesen, wenn es sich dabei um ganz normale Hefte gehandelt hätte. Ich stand nun einmal nicht auf Titten, sondern auf Schwänze. Und genau das war der Grund, warum sie mich ohne Umschweife verstoßen hatten. Nett, oder? An diesem Wochenende war ich mutterseelenallein mit meinem Hab und Gut, was eh nicht aus viel mehr als Klamotten und CDs (die Hefte fanden ihren Weg leider in die Mülltonne) bestand, zurück nach Deutschland geflogen. Ich konnte von Glück reden, dass mich wenigstens meine Patentante bei sich haben wollte. Diese Frau konnte ich zwar auch nicht wirklich leiden - immerhin war sie mit meiner Mutter befreundet -, aber sie und ihr Mann waren meine einzige Chance, der Hölle, die mir nach meinem unfreiwilligen Outing bevor gestanden hätte, zu entgehen. Es war schon ziemlich traurig, mit was für einer Familie ich gestraft war. Aber die konnte man sich eben nicht aussuchen. Vielleicht hatte mein Coming out aber auch etwas Positives. Immerhin war ich wieder zurück in meiner Heimat. Mit Frankreich hatte ich mich in den zwei Jahren nicht anfreunden können und auch die Sprache beherrschte ich noch immer nicht richtig. Dafür die andere Sache...aber egal.
Als ich am Freitag dann bei meiner neuen Familie angekommen war, wurde ich jedoch gleich aufs Neue enttäuscht. Die Beiden wollten mich nämlich auch nicht bei sich haben, sondern schoben mich lieber zu ihrem mir fremden Sohn namens Daniel ab. Verständlich, dass ich mich vor den Kopf gestoßen fühlte, oder? Ich kannte den Typen nicht und umgedreht genauso wenig und sollte nun bei ihm einziehen. Er würde sicherlich platzen vor Freude, mit 'ner Schwuchtel seine Wohnung teilen zu müssen. Die zweite Tatsache würde ich ihm natürlich nicht auf die Nase binden, war ja so schon schrecklich genug. Anscheinend war er bislang auch noch völlig ahnungslos, da meine Patentante gestern meinte, meine Sachen während der Schulzeit am Montag in seine Wohnung zu räumen. Den Schlüssel würde sie mir sofort nachmachen lassen, so ihre Worte. Das konnte echt heiter werden, ich war begeistert.
Vorsichtig ließ ich doch einmal meinen Blick über das Schulgelände wandern, immer darauf bedacht, selbst nicht gesehen zu werden. War zwar etwas anstrengend, durch die Haarsträhnen zu linsen, aber meine Bemühungen wurden belohnt, als ich Daniel entdeckte, den ich bisher nur auf entzückenden Fotos gesehen hatte. Entzückend deshalb, weil er in meinen Augen eine echte Schönheit war, was die Situation in Zukunft nicht gerade erleichtern würde. Aber warum sollte ich auch einmal Glück haben? Er stand jedenfalls mit zwei merkwürdig aussehenden Gestalten auf dem Schulhof und rauchte. Mit seinen hellen Klamotten stach er doch ziemlich raus aus dieser Gruppe. Ich stand eigentlich nicht so auf diese Normalos, aber in seiner blau-braun gestreiften Jacke, den locker sitzenden Jeans und seinen Chucks (wenigstens diese trug er) sah er verdammt heiß aus. Und seine braunen Strubbelhaare, die ihm bis auf die Schulter reichten, standen ihm auch perfekt. Ich war mir sicher, dass er einen Knackarsch hatte, auch wenn man das unter der Schlabberjeans nur vermuten konnte. Seufzend begab ich mich in das mir bekannte Gebäude, nachdem es geklingelt hatte und bereitete mich schon seelisch auf dumme Fragen vor, die unweigerlich kommen würden.
~*~*
Ich konnte kaum glauben, dass ich mich gerade tatsächlich in der Wohnung dieses Schnuckels befand und nun auch noch mit ihm zusammen wohnen würde. Meine Patentante hatte mir den Schlüssel unter die Fußmatte gelegt und ich wunderte mich bereits jetzt über ihr seltsames Verhalten. Wollte sie ihren Sohn etwa nicht sehen? Vielleicht hatte ich ja doch mal Glück und Daniels Verhältnis zu seinen Eltern wäre ähnlich verkorkst wie meins. Allerdings konnte ich dann wohl noch weniger auf sein Verständnis mir gegenüber hoffen, wenn er die Befehle von seinen Eltern ausführen musste. Mir wurde bei meinen Gedanken immer übler und ich machte mich schon mal vorsorglich auf dem Küchenstuhl klein, um damit eventuell Daniels Mitleid erregen zu können. Dass ich noch ganz andere Dinge bei ihm erregen wollte, brauchte ich bestimmt nicht mehr zu erwähnen. Nur schob ich diese Hoffnungen soweit wie möglich fort von mir. Erstmal müsste ich den heutigen Tag überleben und alles andere würde sich vielleicht ergeben. Als ich dann die Haustür ins Schloss fallen hörte, machte ich mich schon bereits auf meinen Untergang bereit.



So das war es erstmal ^^
Kommis wären wirklich toll (ob nun positiv oder negativ)
Zur Belohnung gibt es ... äh die Schmuddelheftchen *fg*
 
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