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von HelenV    erstellt: 10.11.2007    letztes Update: 12.08.2008    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
Das Vermächtnis

Draculas



Disclaimer: Alle bekannten Personen, aus dem „Van Helsing-Universum“ gehören NICHT mir, sondern Universal Picture sowie Stephen Sommers! Ich verdiene kein Geld damit, leider! Alle anderen Personen, die nicht aus der Feder von Sommers stammen, sind MEIN Eigentum, von mir kreiert und gesteuert!
Autor: Aleera
Personen: Die Autorin selbst, sowie in den weiteren Hauptrollen: Graf Vladislaus Dracula / Gabriel van Helsing…
Handlung: Die Autorin, sprich ich, erzählt ihre Erlebnisse während eines Londonaufenthaltes. Und wie sie dort in ein Abenteuer stolperte, welches beängstigte Ausmaße annahm.  

Wer mich kennt, wird schnell feststellen, dass einige Dinge so sind, wie beschrieben! Ich habe hier mein ganzes Herzblut reingesteckt.
Namen wurden von der Autorin der Intimsphäre wegen abgeändert!
Allerdings habe ich die Namen der Orte gelassen, des besseren Verständnisses wegen.

Raiting: ab 18 Jahre
Kategorie: Drama/Mystery/Abenteuer und etwas mehr...


Genug Vorgeplänkel. Ich wünsche nun viel Spaß beim lesen.
Schreibt eure Meinung, ich freue mich über alle Reviews!
Eure Meinung ist mir wichtig!




Transsilvanien 1888


Gabriel Van Helsing war in das alte, schaurig schöne Schloss des Grafen Draculas eingedrungen, um den Schrecken der Karpaten endgültig zur Strecke zu bringen. Das er selbst kurz zuvor von einem Werwolf angefallen und gebissen worden war, brachte ihm zusätzliche Kraft und Ausdauer, die der Monsterjäger auch benötigte, um den Vampir, Graf Vladislaus Dracula zu töten. Es hieß, nur ein Werwolf könnte diese Kreatur töten. Und erst wenn dieser vernichtet war, würden auch seine ganzen Nachkommen, abertausende junger Vampirfledermäuse, die zum Teil schon geschlüpft und auf dem Weg zum Dorf waren, um sich an der Bevölkerung zu laben, vernichtet sein.

Van Helsing hatte die Zeit gegen sich. Wenn er es bis Mitternacht nicht schaffte, sich das Gegenmittel, welches Dracula im inneren seines Schlosses hütete, zu beschaffen und zu injizieren, würde er verdammt sein, den Rest seines unsteten Lebens als Werwolf zu verbringen.
Seine Freunde, Carl der Ordensbruder, der ihn auf dieser gefährlichen Reise begleitete und ihm mehr als dienlich war, im Herumstöbern und Suchen nach Draculas Geheimnis, wie man diesen vernichten konnte, und wie man das Gegen- und Heilmittel für Gabriel beschaffen konnte. Sowie Anna Valerious, die letzte Überlebende eines alten Adelsgeschlecht, welches Dracula selbst angehörte, begleiteten den Monsterjäger und unterstützten ihn, in allem was er tat.

Doch diesen Kampf, der um Mitternacht sein grausiges Ende finden sollte, musste Gabriel allein bestreiten. Wenn er es nicht schaffte Dracula zu vernichten, ehe es Mitternacht schlug, war er verloren und mit ihm seine Freunde, so viel stand fest.

Gabriel fühlte sich nicht gut. Das Gift vom Werwolf, der ihn gebissen hatte, wirkte - er glaubte zu verbrennen, als er leicht benommen und vom Gift gezeichnet in dem Verlies herumstolperte.
Plötzlich tauchte der mächtige fliegende Schatten des Vampirs hinter ihm auf, glitt in menschlicher Gestalt zu Boden und sprach ihn an.
„Du kommst zu spät mein Freund!“, grollte Dracula und Gabriel wich unwillkürlich zurück. „Meine Kinder leben!“ Dracula machte eine ausholende Geste und kam auf Gabriel zugeschritten, der ihm erneut auswich.
„Die einzige Möglichkeit, sie zu töten, ist dich zu töten!“, rief Van Helsing und sah den Vampir wütend an. Er wusste, er hatte nur diese eine Chance. Und doch musste er auf der Hut sein. Dracula würde nicht freiwillig das Feld räumen, das war dem Jäger bewusst.
„So ist es!“, antwortete Dracula und sah ihm ins Gesicht, während er auf Van Helsing zu schritt und dieser ihm weiter nach hinten auswich. Beide Männer ließen sich nicht aus den Augen. Gabriel grinste hämisch und Vlad konnte mit dieser Geste nichts anfangen und sah für Sekunden leicht irritiert aus.
„Also bitte!“, zischte Gabriel, riss sich seinen Mantel vom Leib, sah kurz hinter sich, wo die große Turmuhr hing, die in diesem Moment den ersten Gong für die Mitternachtsstunde anschlug.
„Eins…“, knurrte er und die Verwandlung vollzog sich. Der Monsterjäger fiel auf die Knie, schrie auf vor Schmerzen, die das Gift in ihm bewirkte.
„Nein! Das ist nicht möglich!“, keuchte der Vampir vollkommen erstaunt und starrte auf Gabriel, der am Boden hockte. Der Vampir sah auf den nackten Oberkörper der gerade mutierte. Die Haut riss entzwei und darunter kam dunkles, langes Fell zum Vorschein.

Und als Gabriel sich erhob, schüttelte er sich die noch letzten Hautfetzen vom Leib und stand als imposanter Werwolf, die Arme erhoben vor Dracula.
Seine vormals langen Haare waren zu Werwolffell gewachsen und seine Zähne waren riesige, scharfe Reißzähne und mit denen brüllte der Werwolf den Vampir an.
Dracula konnte es nicht fassen, sein ehemaliger Mörder, Gabriel Van Helsing, war zu einer Kreatur der Nacht geworden, einer Kreatur, die dieser selbst immer bekämpft hatte. Der Vampir lachte kurz auf, schritt aber zurück, als das riesige Tier knurrend und grollend auf ihn zukam.

„Wir sind beide Teil von ein und demselben Spiel, Gabriel.“, rief Dracula und versuchte Zugang zu Gabriels menschlicher Seele zu bekommen. „Aber das heißt nicht, dass wir unbedingt gegeneinander antreten müssen!“, vollendete er seinen Satz und freute sich immer noch über den Anblick der sich ihm bot.
Doch nicht für lange.
Als der Vampir erkannte, dass der Hass, die Abscheu gegen den Vampir, sich in der Kreatur wieder fand und der Werwolf sein grausiges Maul aufriss, gab es nur eines: Kampf oder Flucht!

Im nächsten Moment, verwandelte sich auch die menschliche Gestalt Draculas in die fliegende Bestie, mit Reißzähnen und großen Schwingen und von einer Sekunde zur nächsten fiel der Werwolf über die Kreatur her und ein erbitterter Kampf begann. Der Kampf, den nur eine Seite gewinnen konnte.

Immer wieder schlugen die Kontrahenten aufeinander ein. Auch der Werwolf musste einige heftige Schläge und Tritte einstecken, die die Bestie Dracula ihm zufügte. Kurz lag der Werwolf am Boden und die Faust des Vampirs schlug unbarmherzig zu.
Doch der Werwolf war stark, schnellte empor und drückte mit Gewalt die riesig mutierte Fledermaus gegen einen großen Bottich mit stinkender Flüssigkeit. Dracula bekam jedoch den Werwolf zu fassen, stürzte sich mit ihm nach hinten weg und schlug brutal und unvermindert zu. Die Fledermaus umfasste ihn erneut, schleuderte den Werwolf einige Meter weit zu Boden und trat noch einmal nach. Kurz darauf erhob er sich in die Luft, um sich selbst aus der Gefahrenzone zu bringen, doch in diesem Augenblick war auch der andere wieder auf den Beinen und schnellte in die Höhe.

Gerade als die fliegende Bestie sich weiter in die Höhe schwang, wurde sie vom Werwolf an den Füßen gepackt und herunter gezerrt. Beide Monster stürzten in die Tiefe, rissen noch einen Verbindungssteg, der in der Höhe angebracht war, herunter und stürzten hinab, während um sie beide herum alles explodierte und ebenfalls in die Tiefe stürzte.

„Du wurdest benutzt, Gabriel, genauso wie ich“, grollte Dracula in seiner wieder menschlichen Gestalt und kam aus einem der Trümmer, den sie beide verursacht hatten hervor und schritt energischen Schrittes auf den Werwolf zu. „Aber ich bin entkommen!“, zischte Vladislaus und sah den Werwolf unter einem der Trümmer und dreht sich herum und breitet seine Arme aus. „Das kannst du auch!“

Doch der Werwolf kam grimmig und voller Hass hervor und stürzte erneut, ohne Vorwarnung auf Dracula zu, der augenblicklich reagierte und sich ebenfalls wieder verwandelte.
Der Kampf dieser beiden unterschiedlichen Giganten nahm immer mehr an Brutalität und Grausamkeit zu. Beide Kreaturen verbissen sich ineinander, schlugen sich brutal, schleuderten sich gegen Wände, gegen Stromleitungen, rissen sich gegenseitig Hautfetzen vom Leib ab.
Als der Werwolf die Fledermaus erneut zu fassen bekam, drückte er sie halb zu Boden, saß auf deren Rücken und zerriss in einer grausigen Sekunde einen ihrer Flügel. Die markerschütternden Schreie der Fledermaus, das grausige Knurren und Brüllen des Werwolfes erschütterte das ganze Schloss.

Während der sechste Gong ertönte, kämpften beide weiterhin auf Leben und Tod.
Kurz konnte die Fledermaus sich den Werwolf vom Leib reißen und mit einem zerrissenen Flügel schaffte es die Kreatur in die Höhe zu springen, allerdings geriet sie dabei in den Stromkreislauf einer der Maschinen. Die Bestie wurde von der Wucht der Elektrizität auf eine der noch halbwegs festen Verbindungsstege geworfen, wo die Fledermaus sich in die menschliche Gestalt Draculas zurückverwandelte. Mit blutigen Striemen im Gesicht, erschöpft vom Kampf, lag der Mann da und starrte keuchend nach unten, wo der Werwolf zu ihm hoch sah und die Krallen schärfte, in dem er sie an einem steinernen hohen Sockel entlang führte, welches ein fürchterliches Quietschen erzeugte. Der Werwolf war bereit zu töten! Mehr denn je.

Und als der achte Gong ertönte, sprang der Werwolf auf den Steg, wo Vladislaus sich gerade erhob.
„Verstehst du denn nicht?“, versuchte es der Vampir erneut, Zugang zu Gabriel zu bekommen, „Wir könnten -- wir könnten Freunde sein! Partner!“, brüllte er, schlug mit der Hand zu und verpasste dem Werwolf vor sich schmerzhafte Striemen im Gesicht. „Waffenbrüder!“, grollte der Vampir weiter und verwandelte sich erneut in die grausige Gestalt einer mutierten Fledermaus.
Der Werwolf hörte nicht zu. Wollte nicht hören! Er wollte nur vernichten! Töten!

Der Kampf setzte sich fort. Die Turmuhr schlug zehn.

Doch zwischendurch schob sich eine Wolke vor dem Vollmond und der Werwolf nahm unwiderruflich wieder die Gestalt Gabriels an. Mit einem Satz sprang der Mann vom Steg runter und landete sicher auf seinen Füßen. Dies nutzte Vladislaus, der blutend da stand und zu Gabriel herunter starrte aus, um wieder zu Kräften zu kommen.
„Hatte ich schon erwähnt, dass du es warst, der mich ermordet hat?!“, zischte Dracula hinunter, während er sein eigenes Blut schmeckte. Blut aus der Wunde, die der Werwolf ihm zugefügt hatte. „Was für ein Fluch! Was für eine Last, des allmächtigen Gottes linke Hand zu sein!“, fügte Dracula süffisant nach und schaute Gabriel herablassend von oben an.
Beim elften Gong, als Gabriel sich schweißnass und ebenfalls gezeichnet vom Kampf umdrehte, stand Vladislaus auch schon wieder vor ihm und starrte ihn lüstern an.
„Ich will nur leben, Gabriel!“, rief der Vampir. „Und den Fortbestand meiner Art sichern!“
Der Jäger sah sich hilfesuchend um, irgendwie musste er sich, solange er in menschlicher Gestalt war schützen. Ansonsten hatte er gegen Dracula nicht die geringste Chance.  
„Und vielleicht…“, fügte Dracula hinzu und starrte sein Gegenüber wissend an und hob die linke Hand, „…erhalte ich ja auch meinen Ring zurück.
Verwirrt starrte Gabriel auf seine eigene Hand, wo der silberne Ring saß, in dessen Mitte ein Drache gekennzeichnet war. Das einstige Zeichen Draculas: Draco, der Drache. Das Wappen der Familie Valerious.

Doch Gabriel wollte nichts aus seiner Vergangenheit wissen. Das er nun erfahren musste, das er es war, der Vladislaus 1462 getötet hatte, verwirrte ihn, da er sich nicht an seine eigene Vergangenheit erinnern konnte. Er wollte es auch nicht.
„Manche Dinge bleiben lieber vergessen!“, knurrte er und erneut wurde er von Schmerzen in seinem Inneren gepackt.
Die Wolke schob sich vom Vollmond weg und dieser leuchtete in diesem Augenblick wieder hell zum Fenster rein.
Der Werwolf erwachte zu neuem Leben.

Und ehe sich Vladislaus Dracula selbst verwandeln konnte, stürzte sich der Werwolf in einem Sprung auf ihn, riss ihn nach hinten weg, gegen schwere Eisenrohre und verbiss sich in dessen Kehle.
Die Kreatur Draculas überrascht von dem Angriff, machte keinerlei Gegenwehr mehr, als schwarz geronnenes Blut an seiner Kehle entlang floss und sie unter furchterregenden Schmerzen zerfiel. Bis zuletzt das Skelett und dann nur noch Staub von dem einstigen gefürchteten Herrscher der Karpaten übrig geblieben war.

Im gleichen Moment, als der Vampir vernichtet war, zerplatzten die Tausendschaften von Nachkommen Draculas, die geschlüpft waren, noch in der Luft und fielen in Fetzen zu Boden.
Die Turmuhr schlug zum zwölften Male.
Es war vorbei.

Anna Valerious kam hinzu, als der Werwolf gerade die letzten Überreste der Kammer zu Kleinholz verarbeitete und rammte ihm das Gegenmittel in den Bauch, als der Werwolf mit einem Satz auf sie zusprang und auch sie tötete…

Carl, der Ordensbruder der katholischen Kirche in Rom und Gabriel Van Helsing übergaben in den frühen Morgenstunden Anna dem Feuer und machten sich kurze Zeit später selbst auf den Weg zurück nach Rom.
Es war vorbei.
Der Schrecken der Karpaten war besiegt. Nichts als Asche war von Dracula übrig geblieben. Nur die Erinnerung hing noch wie fahler Nachgeschmack in der Luft.


London 2007



119 Jahre später…

Die Wolken schoben sich vor dem Neumond und ein Käuzchen rief einsam in der Nacht.
Eine Stille lag in dieser Nacht, so friedlich für die einen, so unruhig für die anderen. Von dieser Unruhe getrieben, huschten Schatten durch die engen Gassen. Sie verbargen sich zwischen den Häuserwänden, ehe sie eiligst die Straßen entlang rannten, bedacht darauf, von niemandem gesehen zu werden.

Soho, das Londoner Viertel, welches eine Vielzahl kultureller Mischungen in sich vereinnahmte. Von einigen Schwulenbars und Erotikshops, Pubs und Straßenmärkten war alles darunter, was der Gay Community Londons ausmachte.
Häuserwände die baufällig waren, wo Bruchstücke fehlten und sich lange Risse vom Grund bis zum Dach hinaufzogen. Absplitternde Farbe von den Fassaden, fehlende Dachziegeln auf den Dächern.
Eine heruntergekommene Gegend, alles schlicht, grau und trist. Eine alte Zeitung vom Vortag wurde vom auffrischenden Wind durch die Gassen getrieben und verfing sich in einem vergitterten Kellerfenster.  

Als die Sonne hinter dem Horizont aufging, schien es, als setzte sie mit ihren Rotglühenden Strahlen die Häuserwände und die Straßen in Brand. Es war, als verkünde sie Unheilvolles. Die Stadt lag noch ruhig da, die Menschen wachten gerade erst auf, andere schliefen noch. Wiederum andere gingen erst jetzt zu Bett, wenn sie aus den Pubs und Bars kamen, volltrunken.

„Hast du sie?“, fragte die leicht zittrige Stimme eines Mannes und er sah aus dem Fenster des Hauses, hinunter auf die Straßen. Die Angst saß ihm im Nacken. Dauernd sah er die Gasse hinauf und hinab, ob nicht doch jemand etwas bemerkt hatte.
„Jetzt beruhig dich, verdammt noch mal!“, kam es von der anderen Seite des Raumes und ein blonder Mann trat ins dämmrige Licht der Glühbirne, die an der Decke hing. „Und mach dich nützlich, anstatt dauernd aus dem Fenster zu sehen. Das macht mich nervös!“
„Und wenn uns doch jemand gesehen hat?“, fragte der Mann am Fenster wieder und kaute nervös an seinen Fingernägeln.
„Halts Maul, verstanden?! Und hilf mir!“, blaffte der Blonde ihn an.

Der Blonde stellte eine kleine Kiste in einen Nebenraum.
„Draußen steht noch der Altar. Den schlepp ich garantiert nicht allein! Also hau rein!“
„Ich komm ja schon!“, entgegnete der andere und atmete schwerfällig.
Gemeinsam hievten sie den schweren Mahagoni-Altar vom Wohnungsflur, hinauf in das obere Stockwerk.
„Wo soll das Teil eigentlich hin?“, fragte der Mann seinen blonden Kameraden, als der schwere Altar mitten im Raum stand.
„Dort hin!“, keuchte dieser und deutete mit der Hand auf den Nebenraum. „Wie alles andere eben auch!“

Nach einigen rechtschaffenen Minuten hatten die beiden Männer es geschafft, den schweren Altar an seinem Platz zu stellen und der Blonde versiegelte hinter ihnen beide wieder die Tür.
„Luke?“
„Was?“, kam es vom Blonden, der den Schlüssel einsteckte und sich zur nächsten Tür begab.
„Was wollen die eigentlich mit dem ganzen Zeug?“
„Was weiß ich? Eine rituelle Orgie feiern oder so was! Wir sind nur die Boten! Also komm jetzt!“
„Luke?“
„Was?“, kam es diesmal ungehalten und der Blonde drehte sich an der Tür zu seinem Kumpel um.
„Das gefällt mir nicht!“
„Archie!“, blaffte der Blonde den anderen an, schritt dann energisch auf ihn zu und fasste ihn grob am Jackenärmel. „Wir sind nicht hier um Fragen zu stellen. Wir kassieren die Kohle und das war`s!“
Unwillig ließ sich Archie hinauszerren. Die Tür fiel hinter den zwei Männern ins Schloss, während beide sich auf den Weg runter auf die Straße machten.

Das alte Gemäuer hatte schon viele Jahre überstanden. Es stand bereits vor dem letzten Krieg dort, gleich neben dem Pub. Die Fassade sah mitgenommen aus, von der einstmals gelben Farbe waren nur noch einzelne Flecken zu erkennen. Der Mörtel kam zutage und die Risse in den Wänden zogen sich längs und quer durch das ganze alte Gemäuer. Bewohnbar war das Haus längst nicht mehr. Vielmehr hatten sich in den Jahren immer wieder Randgruppen hier eingenistet, um eine Weile ein schützendes Dach zu haben.
Schwule, Lesben, Junkies, Obdachlose, ebenso wie flüchtige Mörder, Vergewaltiger oder einfach nur irgendwelche Betrunkene, die den Heimweg nicht mehr fanden.
Das alte Gemäuer hatte viele Geschichten zu erzählen, gute und weniger Gute.
Doch was es nun erleben sollte, übertraf bei Weitem alles Vorherige.

Der Tag schlich dahin. Die Sonne strahlte erbarmungslos vom Himmel und die Menschen vermieden es, bei dieser Hitze hinaus zu gehen. Nur wer unbedingt musste, lief den kürzesten Weg zur Arbeit, zur U-Bahn, um schnellstmöglich wieder zu den wenigen schattigen Plätzen zu gelangen.
Die Stunden schlichen dahin und während die Hitze ins Unerträgliche stieg, die Fassaden der alten Gemäuer ringsum weiter abblätterten, gingen immer wieder vermummte Personen in das Haus, verweilten dort kurz, kamen wieder heraus und verschwanden.
Der Tag neigte sich dem Ende entgegen und als die Nacht hereinbrach, versprach sie  einen leichten kühlen Wind von Norden.

Die Nacht brach herein und ein Convoy aus mehreren Fahrzeugen fuhr in die enge Seitengasse. Vermummte Personen in dunklen Umhängen mit Kapuze übern Kopf gezogen stiegen aus und verschwanden in einen Seiteneingang. Über eine Verbindungstür gelangten diese Personen in das alte Gemäuer in den obersten Stock.

**~~*+*~~**


Mit einem Glockenschlag begann das schaurige Ritual.
Der Hohepriester stand, in seiner roten Kutte, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen vor dem Altar, mit erhobenen Armen. Immer wieder murmelte er seltsame Beschwörungsformeln. Schwarzmagische Formeln, die längst in Vergessenheit derer waren, die Magie und Zauberei nur noch aus den Medien kannten, aus Filmen, wie sie in Hollywood szenenreich umgesetzt wurden. Formeln, die einst im alten Ägypten, im fernen Griechenland und selbst in noch ferneren Ländern und Gegenden, die heute längst als Mythen galten, gebraucht wurden, um das Menschenunmögliche zu vollbringen.

Die Leute im Raum murmelten ihrerseits lateinische Worte, die nur ein geschultes Ohr verstand. Worte, die die finsteren Mächte heraufbeschwören sollten, während der Hohepriester seines Amtes wallte und dem Teufel huldigte.

Luke und Archie standen ihrerseits in ihren Kutten im hinteren Teil des Raumes und verfolgten das Szenario, was sich vor ihnen bot. Sie waren noch nicht soweit, um in den engeren Kreis der Gefolgschaft aufgenommen zu werden. Erst wenn sie sich bewährt hatten, würden sie in den Genuss der Gemeinschaft kommen. So war es ihnen beiden bestimmt worden.

„Was passiert dort?“, fragte Archie flüsternd seinen Kumpel und reckte seinen Hals, um über die Menge sehen zu können, was ihm allerdings nicht gelang.
„Halt den Mund und hör zu!“, zischte Luke zurück und verbarg sein Gesicht unter seiner grauen Kapuze.
Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern trugen die beiden dunkelgraue Kutten, als Zeichen das sie Novizen im Anfangsstadium des Ordens waren. Während die Übrigen schwarze oder braune Kutten an hatten. Der Hohepriester, der als Erkennungsmerkmahl einen roten Umhang trug, mit einer gelbgoldenen Kordel um die Hüfte gebunden, stand mit erhobenen Armen vor dem Altar.
„Aber wir haben die ganze Arbeit damit gehabt, dann könnten die uns doch auch zusehen lassen!“, flüsterte Archie erneut zu Luke und machte einige Schritte nach vorn.
„Bist du völlig verrückt! Lass das! Und jetzt sei endlich still!“, zischte Luke gefährlich leise zurück.
Einige der hinteren Mitglieder drehten ihre verborgenen Gesichter zu den beiden Männern herum. Und selbst, wenn man deren Gesichter nicht erkennen konnten, strahlten sie eine gefährliche Aura auf. Luke stieß Archie unsanft in die Seite und deutete mit einem Kopfnicken nach vorn, als wolle er sagen, ´Siehst du, du bist wieder aufgefallen!´ Archie murrte leise. Er wollte nur wissen, was der Hohepriester dort vorn am Altar tat.

Trommeln erklangen von den Seiten und erst jetzt registrierten Archie und Luke weitere vermummte Gestalten, die, verborgen hinter Nischen in den Wänden hervortraten und in einem ganz bestimmten Rhythmus die kleinen Trommeln vor ihren Leibern schlugen. Die Klänge veranlasste die Menge, ihre lateinischen Formeln schneller zu sprechen. Das Gesprochene fiel nach kurzer Zeit in eine Art Singsang, und selbst die beiden jungen Männer im Hintergrund konnten sich der magischen Anziehungskraft dieser Schwingungen nicht länger entziehen. Ihre Blicke wirkten, wie der der anderen entrückt und sie bewegten ihre Oberkörper leicht im Takt.

Es hatte begonnen…

Das Tempo der Trommelschläge erhöhte sich. Der Gesang der geweihten Priester und Priesterinnen um den Altar stimmte mit ein.
Der Hohepriester begann nun seinerseits laut die beschwörenden Formeln im Rhythmus mitzusingen, mit hocherhobenen Armen und immer lauter werdender Stimme.
Dann, während die Vermummten hinter ihm weiterhin das Tempo ihres Gesanges hielten, krempelte der Hohepriester sich den linken Ärmel hoch.

„Was passiert da?“, wisperte Archie und versuchte erneut durch die Menge zu schauen.
„Hör auf damit!“, versuchte Luke ihn davor zu bewahren, eine Dummheit zu begehen. „Wir sollen hier hinten bleiben! Hast du das schon vergessen?“

Mit einer Athame, einem spitzen Dolch, den der Hohepriester zuvor dem Bösen geweiht hatte, fuhr er quer über sein linkes Handgelenk und zog eine Spur, die sofort zu bluten anfing. Der Mann verspürte keinen Schmerz, keine Pein. Das Blut, sein Blut ließ er in eine silberne Opferschale tropfen, bis das der Boden der Schale damit bedeckt war.
Langsam wickelte er dann ein schmales Leinentuch um sein fortwährendes blutiges Handgelenk und weihte dann die Opferschale erneut, in dem er sie den mächtigen Göttern der Unterwelt huldigte.
In dem Augenblick, wo er die Schale wieder absetzte, hörte auch das Trommeln mit einem dumpfen Schlag auf und die Menge verstummte.

„Was? Was ist nun los?“, flüsterte Archie und hüpfte wie ein aufgezogener Springball herum, um etwas erkennen zu können. Luke hatte seine liebe Mühe, den Kumpel wieder zur Räson zu bringen.
„Verdammt! Willst du, dass sie uns rauswerfen?“, zischte er und packte ihn an seiner Kutte und zog ihn zurück.
„Scheiße Mann! Ich will doch nur…“
„Ich weiß was du willst! Aber ich bin mir sicher, dass wir nicht ohne Grund hier stehen! Und jetzt halt dich zurück.“, knurrte Luke ungeduldig. Archie tat beleidigt und schmollte leise vor sich hin.

„Bringt einen der Auserwählten!“, rief in diesem Moment die rauchige Stimme des Hohepriester und die Menge teilte sich und drehte sich herum. Alle Blicke waren nun auf Luke und Archie gerichtet.
„Oh man! Was geht denn nun hier ab?“, keuchte Archie und schluckte nervös.
„Keine Ahnung!“, wisperte Luke und sah sich nervös um. „Aber es ist gewiss nichts Gutes!“
„Bringt einen der Auserwählten!“, hörte man erneut die dumpfe rauchige Stimme des Hohepriester und zwei Gestalten traten aus der Menge, gingen auf Archie und Luke zu und ergriffen, noch ehe beide wussten, wie ihnen geschah nach Archie und zogen ihn nach vorn.
„Hey? Was soll das? Was habt ihr mit mir vor?“, rief Archie und die Panik in seiner Stimme war unüberhörbar. „Luke! Luke?“
Luke stand erneut vor einer Mauer aus vermummten Gestalten, die ihn nicht durchließen.

„Ah! Der Auserwählte!“, lächelte der Hohepriester, als Archie direkt vor ihm stand.
„Wer? Ich? Auserwählt?“, flüsterte Archie und grinste sogleich übers ganze Gesicht. „Hey Luke! Ich bin ein Auserwählter!“, rief er in freudiger Erregung und sein Gesicht leuchtete vor Aufregung. „Was soll ich tun? Beten?“, fragte er neugierig den Mann vor sich.
„Nein! Unwissender! Du sollst das Fass sein!“, erklang die Stimme des Hohepriester und ein teuflischer Zug war in seinem Gesicht kurz aufgeflackert.
„Fass klingt gut!“, grinste Archie. „Hey Luke! Ich bin das Fass! Der Auserwählte! Geil!“
Die Trommeln setzen wieder ein, der Gesang der Umstehenden folgte, während der Hohepriester Archie die letzten Instruktionen gab.

Luke konnte kurz erkennen, wie sein Kumpel sich auf den Altar legen musste und die Schale mit dem Blut des Hohepriester neben ihm abgestellt wurde. Luke lief langsam, ohne entdeckt zu werden, wie er hoffte, um die Gestalten herum. An der Wand drückte er sich so gut es ging in den Schatten und erhaschte immer wieder kurze Momente, wo er den Altar, den Hohepriester und Archie sehen konnte.
Was ging dort vor sich? Warum waren sie Auserwählte und was hatte der Typ dort vorn mit seinem Kumpel vor?, fragte sich Luke, während er versuchte, seine eigene aufsteigende Angst zu kontrollieren.

Archie indessen geriet voller Erwartung, dass er der `Auserwählte´ sei in Ekstase. Seine Augen leuchteten voller Vorfreude, auf das, was er erleben durfte. Der Hohepriester nahm die Athame in die Hand, weihte sie erneut.
`Ich bin der Auserwählte!´, dachte Archie immer wieder und fühlte sich in diesem Moment stark wie nie. `Seine Kumpels würden staunen, wenn sie davon erfuhren!´, dachte der junge Mann weiter. `Er, Archie Langström war etwas Besonderes!´

Luke hatte für sich eine zwar günstige Position gefunden, von wo aus er das Schauspiel besser verfolgen konnte, allerdings gefiel ihm nicht, was er sah.
„Verdammt Archie! Was machen die mit dir?“, flüsterte er mehr zu sich selbst und achtete darauf, nicht von den anderen seitlich neben ihm stehenden Gestalten entdeckt zu werden.

„Nimm den Auserwählten als unser Geschenk an. Bemächtige dich seines Körpers.
Nimm ihn!
Besitz ihn!
Kehre in ihm ein und erlang von neuem die Macht, die dir einst entrissen wurde!“ Mit aufgerissenen Augen starrte Archie nur nach oben. Zu spät realisierte er, was wirklich mit ihm geschah. Die Worte des Hohepriester waren kaum verklungen, als die Athame auch schon nieder sauste, mitten hinein in Archies Herz.

„NEIN!“ Ein heiserer kehliger Laut entwich Luke, der mit ansah wie sein Kumpel erstochen wurde und er erbleichte. „Archie!“

Archies Augen waren weit aufgerissen, in Erwartung, was man von ihm wollte, doch viel zu spät kam er zur Besinnung. Ein erstickter röchelnder Laut, als das Blut in seinem Inneren aufgesprengt würde, als habe man sein Herz durchstochen.
Sein Herz.

„ARCHIE!“, schrie Luke und stürzte nach vorn. „Was habt ihr getan? Nein! Nein! Archie!“ Er sprang vor den Altar, bettete Archies Kopf in seine Arme und hielt ihn einfach fest.
„Archie! Halt durch! Halt durch!“ Tränen der Fassungslosigkeit liefen ihm die Wange hinunter. Er hob den Kopf und starrte die Menge vor sich an. „So helft ihm doch! Er wird sterben! Helft ihm! Er braucht einen Arzt!“

Doch Archies Herz schlug bereits nicht mehr.

„Verdammte Scheiße!“, schrie Luke. „Wer oder Was seid ihr eigentlich?“
Plötzlich wurde er von zwei starken Armen vom Altar und seinem Freund weg gezerrt Alles weitere Geschrei und Gezeter half ihm nicht. Archie war verloren.

Nachdem zwei der Kuttenträger Luke in einen Nebenraum verfrachte hatten, wurde das Ritual fortgesetzt. Das Blut in der Opferschale wurde dem `Auserwählten´ in die offene Herzwunde geträufelt, während die Trommeln und der Singsang der übrigen Gestalten einen weiteren Höhepunkt anstrebten.

„Erwache! Erwache!“, rief der Hohepriester laut und vollendete das Ritual, indem er aus einer Schatulle die darin enthaltene Asche über den Toten rieseln ließ.

Minuten verstrichen, wo nichts geschah. Dann ertönte die Glocke und hob somit die Zeremonie auf.
Gebannte Spannung im Raum. Alle Blicke waren auf den toten Archie gerichtet, der immer noch vor dem Altar lag, in seinem eigenen Blut, beträufelt mit dem Blut und der Asche.
Nach weiteren Minuten wurde der Tote auf eine gebrachte Bahre gelegt und in einen Nebenraum verlegt.

„Archie! Archie!“, schrie Luke, der in diesem Augenblick hinzustürzte, als er sah, wie sie seinen Freund zu ihm brachten, in dem Raum, wo er geschleift worden war und Archie in einer Wind- und Sonnengeschützten Ecke bargen. Erneut wurde Luke zurückgehalten. Mehrere Hände umfassten den Mann, der sich nach Kräften dagegen wehrte.
„Archie! Wach auf! Bitte wach auf!“, wimmerte er nach endlosen Minuten wie es ihm schien. Die Kuttenträger hielten ihn immer noch eisern in ihren Klauen.
„Wenn das Ritual erfolgreich war, wird er erwachen, aber er wird nicht mehr der Archie sein, den du kennst!“, rief der Hohepriester, der den Raum betrat und Luke wissend anstarrte.
„Was haben Sie mit ihm gemacht? Warum?“, rief Luke verzweifelt und wollte zu seinem Freund rüber rennen, wurde allerdings weiterhin von den Kuttenträgern zurückgehalten.
„Er ist für etwas Höheres geopfert worden!“, war die knappe Antwort.

„Hohepriester!“, ertönte eine Stimme von einem der Vermummten, die beim Toten Wache stand. „Seht!“ Mit ausgestrecktem Arm deutete sie auf Archie.
Schnell war der Hohepriester bei dem Toten und kniete sich hin.
„Vergeudung!“, grollte er und erhob sich. „Wascht ihn und bringt ihn weg!“, forderte er seine Leute auf, dann wandte er sich an Luke, der immer noch blass an der hinteren Wand kauerte.
„Mir scheint, dein Freund war doch nicht das Ventil, der Auserwählte, den wir benötigen!“
Verständnislos starrte Luke den Mann vor sich an. Er begriff nicht. Er wollte nicht begreifen.
„Was meinen Sie?“, fragte er dennoch, denn der Blick, mit dem der andere ihn betrachtete, gefiel Luke ganz und gar nicht.
„Das Ritual war vergebens! Aber möglicherweise …“ Er ließ den Satz offen stehen und sah nun begierig Luke an. „Warum nicht den zweiten Auserwählten benutzen?“
„Was? Mich?“ Luke starrte panisch vom toten Archie der gerade hinausgebracht wurde, hin zum Hohepriester. „Was machen die jetzt mit ihm?“, rief er atemlos und wich nach hinten aus.
„Sie reinigen ihn und sammeln die Asche neu ein!“, kam es monoton vom Hohepriester. „Luke! Sei du unser Gefäß! Du bist der zweite Auserwählte! Komm! Trete ein!“ Einladend hielt der Hohepriester seinen Arm ausgestreckt und deutete zur Tür, wohinter das grausige Ritual, der Mord an seinem Freund vor wenigen Augenblicken geschehen war.

„Sie – wollen – mich?“ Diese Erkenntnis ließ auch die letzte Gesichtsfarbe in Lukes Gesicht verschwinden. „Niemals! Niemals!“ Er atmet schwer. Er musste hier raus. Irgendwie.
Drei der Vermummten standen hinter dem Hohepriester, mit ihren Kapuzen sahen sie aus wie Mönche, nur waren dies hier keine Mönche, es waren Mörder.
Luke sprang auf, stieß den Mann vor sich mit den Ellenbogen in die Seite und schlug sich den Weg zur Tür frei. Nur weg von diesem Ort.
„Haltet ihn auf! Wir müssen das Ritual von neuem beginnen!“, rief der Rotgewandte und sogleich rannten weitere Kuttenträger hinter Luke her.
Noch im Treppenhaus hörte man das Gepolter und hier und da ein Aufschrei, dann war es still.

„Hohepriester!“
„Der zweite Auserwählte?“, fragte der Hohepriester und sah sich nach der Stimme um. „Wo ist er? Ich hoffe für euch, dass er nicht entkommen ist!“, knurrte er weiter.
„Er ist tot!“, meldete die Stimme.
„Ihr Narren!“, fuhr der Hohepriester herum und starrte seine Untergebenen wütend an. „Konntet ihr nicht aufpassen!“
„Er stürzte vom Geländer. Wir konnten nicht…“, war zögerlich eine Stimme von einer der vermummten Kapuzen zu vernehmen.
„Habt ihr wenigstens die Asche wieder?“, fragte er zornentbrannt und drehte sich zum Fenster.
„Ja! Hohepriester!“
„Dann bereitet alles soweit vor, bis wir einen neuen Auserwählten haben!“, blaffte er zurück und verschwand durch das Treppenhaus.
„Ja, Hohepriester!“, kam die verhaltene Antwort.

Wenig später verließen der Rotgewandte und seine dunkelgekleideten Lakaien das alte Gebäude wieder durch den Hinterausgang.
Es war noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil, es hatte gerade erst begonnen…
 
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