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Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
/ Musik
/ Tokio Hotel
/ Working Class Hero
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von Pet Shop Hunter
erstellt: 17.09.2007
letztes Update: 09.02.2008
Geschichte, Allgemein / P18 Slash
(fertiggestellt)
Ich hab mich gefreut, als ich direkt Reviews erhalten habe *chihi*
Und ich hab die Widmung im Prolog vergessen, die hole ich natürlich jetzt nach:
Also: Ich widme diese FF meinen süßen Hasis, die meine Stories immer so lieb test- und betalesen =) Was wäre ich ohne euch: Naddl, Anna, Luci - ihr seid meine Besten (von Ferrero) ^^
Ganz dicken Knutscha an euch! ly
Und dann noch mal eine spezielle Widmung an sabine, die
1. immer so toll unsere Stories mitkopiert und
2. mir im Moment erheblich hilft und mir immer wieder die Angst vor dem Uni-Dschungel nimmt. Vielen Dank!
So ihr Lieben - let's get this party started
Name: Working Class Hero
Autor: Pet Shop Hunter
Rating: PG-18
Warnings Kapitel: leicht depressives bzw. verlorenes Verhalten
Kapitel: 1 / ?
Song: „Numb“ – Linkin Park
Kapitel 1
“And every second I waste is more than I can take...”
Man konnte nicht sagen, dass Bill nicht gerne in seinem Job arbeitete – im Gegenteil, würde er sich nicht für seine Arbeit interessieren, wäre er niemals so gut geworden.
Er war schlicht und einfach gelangweilt.
Mit 13 Jahren hatte er sich zum ersten Mal in das Weiße Haus eingehackt – aus Langeweile.
Niemand hatte damals daran geglaubt, dass Bill ein derartiger Computer – Crack sein konnte, im Gegenteil.
Er ging auf Rockkonzerte, verbrachte viel Zeit mit einem ausgesuchten Freundeskreis, probierte Alkohol und Zigaretten wie jeder andere Jugendliche – und doch war er schon immer irgendwie anders gewesen, nicht im negativen Sinne, aber schon immer war ihm ein gewisser Respekt von Gleichaltrigen angetragen worden, den er noch heute in vollen Zügen genoss.
Mit 15 wurde er dann für die Firma engagiert, nachdem sein kleiner virtueller „Ausflug“ in die Datenbank der Präsidentenresidenz durch Presse und Medien bekannt geworden war.
Seitdem wurde es still um ihn und mit 16 Jahren konnte Bill bereits seinen Führerschein und das erste eigene Auto von seinem eigenen Geld bezahlen.
Von seiner Familie, die sich eh nie sonderlich für ihn interessierte, hatte er sich vollkommen losgesagt und ein neues Leben begonnen, unter den Fittichen seines Chefs, der ihn in seiner Anfangszeit immer wieder von mehreren virtuellen Wanderungen hatte abhalten und zur Disziplin erziehen müssen.
Mit 17 Jahren hatte Bill diese eben genannte Disziplin völlig übernommen und war so erwachsen wie manch 30 – jähriger Kollege nicht.
Sein Auftreten ließ ihn um einiges älter wirken - dass er vor einem Monat gerade erst 18 Jahre alt geworden war, sah man ihm bei weitem nicht an.
Auch, wenn er laut des amerikanischen Gesetzes als noch nicht volljährig galt, vergaß sogar sein eigener „Ziehvater“, wie er Neil manchmal nannte, oft, dass Bill gerade einmal 18 war und ließ ihm alle Freiheiten, zumal er sich selten wirklich um den Jungen kümmern konnte, schließlich leitete er einen der größten IT – Konzerne der Stadt und hatte nebenbei selbst noch einen pubertierenden Sohn, den Bill allerdings noch nie zu Gesicht bekommen hatte, weil der bei seiner Mutter in einem ganz anderen Staat der USA lebte.
Doch Bill war es ganz recht, allein zu leben, so war er aufgewachsen und inzwischen hatte er sich ganz gut an den Umstand gewohnt, für sich selbst sein und tun und lassen zu können, was er wollte.
So hatte er auch jetzt, um 23:35 Uhr sein Büro verlassen und schlenderte, die Hände in den tiefen Hosentaschen vergraben und den Kragen der schwarzen, eng anliegenden Lederjacke aufgestellt, den breiten Gehweg entlang, der hineinführte in den Kern der Stadt.
Zwar war er schon seit 15 Stunden auf den Beinen, aber deshalb noch lange nicht müde.
Nun brauchte er dringend einen Ausgleich und entschied sich daher, auf seinem Heimweg einen kleinen Umweg zu machen.
Seine Schritte hallten auf der etwas abseits liegenden, eher unbefahrenen Straße wider, als er sie mit schnellen Schritten überquerte, um ins Zentrum zu gelangen.
Es war April und daher recht wechselhaftes Wetter, im Moment zog ein kalter Wind durch die Straßen und ließ ihn die Stirn in Falten ziehen.
Ein paar Querstraßen weiter befand er sich bereits auf einer der vielen Hauptstraßen und reihte sich in den Menschenfluss ein, der auch noch oder gerade zu dieser späten Zeit immens war, obwohl ein Mittwoch und obwohl dieser unangenehmen Kälte.
Keine fünf Minuten später war Bill am Elite Club „Can-Can“, einer der edelsten Strip Clubs von ganz New York, angelangt.
Da er noch nicht volljährig war, hatte Bill sich mit 16 einen gefälschten Ausweis von einer Freundin besorgen lassen, die in eben diesem Club arbeitete und seitdem war Bill mal hier und mal dort Gast, immer spendabel genug, um gern gesehen zu sein und immer in regelmäßigen Abständen, um nicht auffällig zu werden.
Keiner kannte hier seinen Nachnamen und niemanden interessierte seine Herkunft, weder im „Can-Can“, noch in einem anderen der fünf Clubs des Besitzers ‚Snap’, wie er immer genannt wurde.
Gedämpfte, ruhige Musik drang an Bills Ohren, als er die Stufen zum Eingang hinunterging, die zwar mit rotem Teppich ausgelegt waren, aber sonst ziemlichen Katakomben – Charakter besaßen.
Als er die dunkelbraune, lackierte Holztür aufstieß, wurde die Musik kaum lauter und einige Köpfe drehten sich verhalten um.
Mit einem einzigen Blick konnte man erkennen, dass dieser Club nicht für irgendwelche notgeilen Penner gedacht war, sondern für Leute mit genügend Kohle und damit musste Bill wirklich nicht geizen.
Sein Ausweis und das viele Geld gaben ihm gute Deckung und ließen ihn überall glaubwürdig erscheinen.
Mit 17 Jahren hatte er bei seinem Chef die Kontovollmacht durchgesetzt und jetzt, mit knapp 18 Jahren, war er kurz davor, vor einem Gericht für vorzeitig volljährig anerkannt zu werden.
Der Club war weiträumig mit einer kleinen Bühne, auf der gerade ein Mädchen mit dunklen Haaren tanzte, während an vereinzelten Tischen meist Männer Mitte 30 in ihren Sesseln oder auf den runden Sofas saßen und Gespräche führten.
Das Licht war abgedunkelt und sorgte für eine recht anonyme Atmosphäre, viele Tische standen in kleinen Nischen – schließlich gab es auch junge oder ältere Männer, die sich nicht gerne in der Öffentlichkeit in einem Striplokal zeigten.
Mit einer geschmeidigen Bewegung öffnete Bill seine Lederjacke und wollte sie gerade ausziehen, als zwei zarte Frauenhände sie ihm sanft von den Schultern zogen.
Bill drehte sich, bereits mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu seiner guten Freundin Nicole um, die seine Jacke in der Hand hielt und ihn anlächelte.
Viel trug sie nicht, ein kurzes Trägertop und einen fast noch kürzeren weißen Rock und weiße Stillethos.
„Na, einsamer Cowboy, verschlägt’s dich auch mal wieder hierher.“
„Klar, ich wollte dich doch mal wieder besuchen“, gab Bill prompt zurück und sträubte sich nicht, als die platinblonde Nicole ihre schulterlangen Haare zurückwarf und nach seiner Hand griff.
„Willst du was trinken?“
„Wieso nicht.“
Nicole hatte Bill schon immer gefallen, in jeder Hinsicht.
Sie war längst nicht so einfältig, wie ihr Äußeres es vielleicht hätte vermuten lassen und diese Gemeinsamkeit mit ihm war es, was sie interessant und schließlich zu einer seiner Freundinnen werden ließ.
Wenn man das so nennen konnte vielleicht sogar zu seiner Besten.
Bill ließ sich auf einem der gepolsterten Barhocker nieder und von Nicole einen ‚San Francisco’ servieren.
Er nippte ein paar Mal an seinem Drink, schaute dann wieder zu ihr auf.
„Na, möchtest du heute nur plaudern oder bist du auch gekommen, um etwas zu sehen?“
Kurz flackerte etwas in Bills Augen auf.
„Was hast du denn zu bieten?“
„Ich bin ja schon enttäuscht, dass du in all den Jahren nie nach mir gefragt hast oder mich sehen wolltest…“, wandte die Blonde ein und spülte den eben benutzten Shaker aus.
Das erste Mal an diesem Abend grinste Bill und zog eine Augenbraue hoch.
„So so… du bist also wirklich neugierig auf mich geworden?“
„Wer ist das nicht in diesem Laden, Bill? Ist es verwunderlich, dass ich da langsam beleidigt bin, wenn andere ständig den Vorzug erhalten?“
Bill wandte seinen Blick nicht ab und zog erneut an dem schwarzen Strohhalm.
„Stimmt, ich hätte feinfühliger sein sollen“, lenkte er mit noch immer funkelnden Augen ein.
Die Tatsache, dass er anscheinend bekannter war als es ihm lieb sein sollte, versuchte er zu ignorieren.
Neil hätte es sicher nicht unbedingt gefallen, zu wissen wo sein jüngster Angestellter seinen Feierabend genoss – und vor allem: in welcher Gesellschaft.
„Hättest du vielleicht, ja“, antwortete sie mit einem leicht säuerlichen Unterton, aber das Funkeln in ihren Augen verriet Bill, dass sie nicht wirklich böse war.
„Vielleicht kann ich das ja wiedergutmachen“, schlug er schmunzelnd vor.
„Das wäre aber viel Arbeit.“
„Ich bin gewohnt, viel zu arbeiten“, entgegnete Bill lächelnd.
Nicole wollte schon an ihn herankommen, seit sie sich kannten.
Es war nicht so, dass sie ihn ausnutzen wollte, aber Bill als Person faszinierte sie ungemein, auch damals schon, als er 16 und sie schon 22 Jahre alt gewesen war.
Er strahlte etwas Aufregendes, etwas Erhabenes aus und doch wirkte er nicht ein Stück arrogant.
Jedes Mädchen hier wollte wissen, wie Bill im Bett war, was und wen er bevorzugte, aber auch nach diesen fast zwei Jahren war keine von ihnen in ihrem Vorhaben weitergekommen – auch Nicole nicht.
Zwar schäkerten sie oft miteinander und hier und da konnte man es sogar Flirten nennen, aber Bill war unglaublich beherrscht.
„Hast du Lust, ein bisschen zu tanzen?“, schlug Nicole vor, als ein weiteres ruhiges Lied angestimmt wurde.
„Sicher.“, antwortete Bill und reichte seiner Freundin sehr gentleman-like die Hand, um sie aufzufordern.
Der Club hatte nicht wirklich eine Tanzfläche, aber das störte nicht, hier und da standen sowieso Leute herum, um sich zu unterhalten oder eben, um sich näher zu kommen.
„Man hört so wenig von dir, Bill“, leitete Nicole ein Gespräch ein, während sie Bills Hand auf ihrer Hüfte ablegte und ihn näher an sich zog.
„Das ist Sinn und Zweck der Sache“, antwortete Bill kurz angebunden und ließ seine Hand schon wie automatisch tiefer wandern.
Nicole schmunzelte ob dieser abweisenden Antwort und tat so, als würde sie ihr Kinn auf seiner Schulter abstützen, während sie in Wahrheit begann, sich immer wieder an seinem Hals festzubeißen.
„Schade, ich wüsste wirklich manchmal gerne, was du treibst.“
„Das ist ein sinnloser Dialog, Nicole“, entgegnete Bill in einer schon liebenswürdigeren Tonart, schloss aber die Augen, während sich seine Freundin weiter vorarbeitete.
Als er keine Antwort erhielt, sprach er einfach weiter.
„Baggerst du immer Freunde von dir an?“
„Du bist halt ein besonderer Freund“, konterte Nicole.
Solche Dialoge hatten in den letzten zwei Jahren immer wieder stattgefunden und jedes Mal liefen sie auf dasselbe Ergebnis hinaus – nämlich auf gar keines.
Und doch liebte Bill diese kleinen Diskussionen und seine kurzen Abstecher in die Clubs, denn sie waren außergewöhnlich.
Sie waren das Außergewöhnlichste in seinem so gewöhnlichen Arbeiterleben, das ihn anödete.
Und das schon nach drei Jahren.
Er war ein 18-jähriger, gelangweilter Teenager mit einem Hang zur Melancholie und einer ausgeprägten Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen.
„Alles okay, Bill?“, hakt Nicole irgendwann nach, als sie von Bill keine Antwort erhielt.
„Ja…sicher…“, antwortete der, jedoch eher unsicher.
„Vielleicht solltest du heimgehen. Du siehst müde aus“, überwand sie sich schließlich und gab ihre Versuche, Bill herumzukriegen für heute wieder auf.
Bill überlegte kurz.
Er hatte so oft die Gelegenheit für ein Abenteuer mit Nicole ausgeschlagen.
Er könnte sie haben.
Hier und jetzt.
Mit allem, was er sich wünschte.
Aber vielleicht war auch gerade das langweilig.
Zumindest reichte es nicht.
„Ja, vielleicht sollte ich das.“
Vorsichtig löste er sich aus der Umarmung und fühlte sich irgendwie ungeschützt.
„Ich schaue bald wieder rein“, versprach er, als er sich wieder seine Jacke überzog.
„Ich weiß“, antwortete Nicole nur, hauchte ihm kurz einen Kuss auf die linke Wange und drehte sich dann wieder um, um heute Abend noch etwas Extrageld zu verdienen.
Den Nachhauseweg erlebte Bill eher in Trance. Er fühlte eine Mischung aus Langeweile, Müdigkeit und leichter Dramatik in sich aufsteigen, eine gefährliche Mischung zu dieser Uhrzeit, denn er besaß ein Gemüt, auf welches solche Mischungen manchmal sehr explosiv wirkten.
Zu Hause in seiner Wohnung angekommen hatte sich dieses komische Gefühl noch immer nicht in Luft aufgelöst.
Bill nahm sein mit Designermöbeln eingerichtetes Loft heute schon gar nicht mehr wahr, stattdessen machte er sofort einen Abstecher in sein weiß-schwarz gekacheltes Badezimmer mit den Milchglaslampen, die in der Ablage eingelassen waren und der über 1000€ teuren Stereoanlage mit Frontlader und Dolby-Surround-System.
Mit ein paar geübten Handbewegungen schaltete Bill sie ein und kurze Zeit später erklangen die ruhigen Töne irgendeiner Entspannungs-CD.
Er fühlte sich schmutzig, obwohl er sich den ganzen Tag über kaum bewegt hatte, er fühlte sich ausgelaugt, obwohl er sich nicht sonderlich hatte anstrengen müssen und doch waren seine Nerven zum Zerreissen gespannt.
Mit flinken Händen entledigte er sich seiner kompletten Garderobe und ließ diese auch gleich im Wäschekorb verschwinden.
Mit leicht tappsigen Schritten trat Bill in die ebenerdige Dusche und schloss die Glastür hinter sich.
Eine heiße Dusche wäre jetzt eigentlich genau das Richtige für den Feierabend, aber stattdessen betätigte Bill nur den Regler für die Kaltwasserzufuhr und zuckte merklich zusammen, als das kalte Wasser auf ihn niederprasselte.
Als er die Temperatur immer niedriger setzte, begann sein Herz leicht zu rasen, doch genau das wollte er erreichen.
Als das Wasser die kälteste Temperatur erreicht hatte, lehnte sich Bill zurück, schloss die Augen, atmete schnell und heftig.
Dieser Adrenalinschub tat ihm gut, unheimlich gut.
Langsam begann das schon fast eisige Wasser zu schmerzen, zuerst auf seinen nackten Schultern, wo es zuerst auftraf, dann auf seinem Rücken, aber er ertrug den Schmerz geduldig und voller Genuss.
Er spürte sogar, wie ihn dieser Schmerz leicht erregte, ihn in andere Höhen katapultierte.
Doch als seine Finger und seine anderen Glieder langsam taub wurden erkannte er die Grenze und regelte die Temperatur so, dass sich das Wasser in größeren Abständen wieder erwärmte.
Als sein Körper wieder halbwegs aufgetaut war griff Bill nach einem der weißen, kuscheligen Handtücher und hüllte sich darin ein, trocknetet kurz seine Haare ab und schlich sich, nackt wie er war, in das Loft zurück, um sich keine zehn Sekunden später in seinem in ein Podest eingelassenes Bett einzukuscheln, nachdem er das Licht mit einer von den vielen Fernbedienungen ausgeschaltet hatte.
Selbst in der Dunkelheit glaubte er, sein Herz noch immer viel zu schnell pochen zu hören, doch irgendwann wurden die Schläge wieder regelmäßiger und Bill entspannte sich, sodass der Wahn, der ihn eben gepackt hatte, abklang und ihn dazu brachte, endlich einzuschlafen.
Inzwischen zeigte die LED-Anzeige auf seinem Wecker 2:30 Uhr.
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