Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von Suzu    erstellt: 08.08.2007    letztes Update: 18.10.2007    Geschichte, Drama / P18 Slash    (abgebrochen)
„Ich warte nur sehr ungern…“, knurrte der Blonde. Was sollte Yuu jetzt tun? Er war ihm ausgeliefert… Vielleicht konnte er Zeit gewinnen… Oder versuchen ihn zu beruhigen. „Woher weiß ich, dass du mich auch am Leben lässt, wenn ich es dir sage?“ Ganz toll, Yuu… Wieder so eine alte, abgedroschene Floskel. Doch was hätte er sagen sollen? Außerdem stimmte es, er konnte den Fremden nicht richtig einschätzen und das machte ihm gleich noch mehr Angst. Er war eigentlich ein guter Menschenkenner, doch bei diesem Mann versagten seine Instinkte. Irgend etwas hatte er an sich… Etwas faszinierendes… Etwas, das anders war… Aber was genau es war, konnte Yuu nicht sagen…
Nein, wie niedlich… Der Kleine versuchte doch tatsächlich ihn auszuspielen… Kei ließ seine Pistole kurz aber laut klicken. „Du wirst mir eben vertrauen müssen…“, gab er kalt zur Antwort, „Aber eines kannst du sicher sein: Wenn du nicht bald was brauchbares von dir gibst, wirst du auf jeden Fall sterben…“ Langsam aber sicher wurde sein Geduldsfaden immer dünner. „Dann hast du aber niemanden, den du noch fragen könntest.“, argumentierte der andere. Ein Grinsen legte sich erneut auf Kei’s Lippen. „Ich komme schon an die Information, die ich haben will, keine Angst… Es wird vielleicht länger dauern und vielleicht wird es auch ein wenig komplizierter, doch ich werde sie bekommen. Verlass dich drauf…“, gab er zurück, „Was ist nun? Das ist definitiv deine letzte Gelegenheit mir zu antworten.“
Was nun? Was, verdammte Scheiße nochmal, sollte Yuu jetzt tun? Dieser Typ meinte es vollkommen ernst. So undurchsichtig er auch war, so viel konnte Yuu in dessen Augen sehen, er scherzte nicht! Das Problem war nur: Der Boss… und all die anderen hohen Tiere der Organisation waren am Leben. Sein Verrat würde nicht lange unentdeckt bleiben. Und wer weiß, was sie dann tun würden? Vor allem: Sie hatten immer noch… Wenn ihm selbst etwas passieren würde, hätte er nicht so das Problem damit, aber sie hatten noch… Er wollte gar nicht daran denken.
Er sah den Blonden wieder an. Vielleicht konnte er ihm ja helfen? Vielleicht war das seine letzte Chance sie beide da raus zu holen… „Vorschlag: Ich helfe dir und du mir. Ich sage dir, was ich weiß und du wirst dafür mir etwas behilflich sein… Eine Hand wäscht die andere, so ist es doch…“, versuchte er sein Glück. Der andere sah ihn weiterhin nur schweigend an. Er sah nicht gerade begeistert aus… „Warum sollte ich das tun?“, waren die einzigen Worte, die über dessen Lippen traten. So etwas in der Art hatte Yuu schon erwartet… Und hatte die Antwort parat: „Ganz einfach… Ich kann dir mehr helfen als jeder andere. Rein zufällig habe ich mit dieser Person selbst telefoniert. Soll heißen, wenn ich dieser Person noch einmal begegne, kann ich dir sofort hundertprozentig sagen: ‚Der war es…‘ Das kann sonst keiner…“ Hoffentlich hatte er das auch verstanden. Er war seine einzige Chance…
Kei überlegte… Was genau meinte der Rothaarige damit? Dass außer ihm keiner wusste, wer es war? Dass kein anderer als er diese Person wiedererkennen würde? Wenn das stimmte, hatte Kei ein Problem, sollte er den Kleinen wirklich töten… Nun saß er in der Zwickmühle… Wie schnell sich das Blatt doch wenden konnte. Er ließ die Waffe sinken. „Gut… Aber bevor ich dich losmache, musst mir alles erzählen, was du weißt. Danach nehme ich dich mit und sobald du diese Person erkennst, sagst du mir Bescheid. Und wehe du versuchst irgendwelche Tricks… Dann werde ich nicht zögern dich zu töten, verstanden?“, machte er zur Bedingung. Der andere nickte.
Glück gehabt… Yuu fiel ein Riesenstein vom Herzen. Er hatte also noch eine Frist bekommen. „Zunächst sollte ich mich mal vorstellen. Mein Name ist Yuu.“ Er bekam keine Antwort. Wie unfreundlich… „Du wer bist du?“, fragte er mit leicht genervtem Unterton. „Kei…“, wurde leise und mehr widerwillig zurück gemurmelt. „Hallo… freut mich dich kennenzulernen, Kei…“, sprach Yuu weiter, „Wie du sicher schon mitbekommen hast, sind wir eine organisierte Gruppe, die ab und an engagiert wird. Die Auftraggeber sind unterschiedlich… Der hier hat und telefonisch erreicht, seinen Namen aber nicht genannt. Es war übrigens eine männliche Person. Er meinte, wir bekommen bei der heutigen Aktion Schwierigkeiten und für diese Information sollten wir einen der beiden töten. Dem anderen sollten wir kein Haar krümmen. Wie also unterscheiden? An der Kleidung. Unser Ziel sollte der Mann in dem weißen Hemd und dem schwarzen Mantel sein. Das war dann wohl dein Freund, oder? Und den Mann in dem Pullover sollten wir bloß in Ruhe lassen… Damit warst dann wohl du gemeint.“
Kei gab keine Antwort. Das war zu viel… Dieser schwarze Mantel, den Shô heute getragen hatte… Er gehörte eigentlich ihm und normalerweise hätte er ihn getragen. Wenn Shô heut Morgen nicht so kalt gewesen wäre, hätte er ihm den nie geliehen… Aber dann war er das eigentliche Ziel gewesen. Man hatte es auf ihn abgesehen gehabt. Verdammt, hätten sie doch nie die Kleidung getauscht! „Hat… er sonst noch etwas gesagt?“, wandte er sich dann wieder an diesen Yuu. „Ja, schon… Es war schon irgendwie komisch. Er meinte, wir sollten den Körper an einer Stelle ablegen, wo am Morgen die Sonne hinfällt. Das fand ich schon sehr seltsam…“, antwortete dieser, „Das war alles, was ich darüber weiß. Bitte, können wir hier weg?“ „Natürlich…“, antwortete Kei nach kurzem Schweigen. Er band den Kleinen los und brachte ihn zu sich.
Dort erklärte er, er würde noch einmal ins Krankenhaus gehen und nach Shô sehen. Yuu sollte es bloß nicht wagen abzuhauen oder sich sonst was einfallen zu lassen. Kei würde ihn überall finden… Doch das hatte dieser nicht im Geringsten vor… Nicht, nachdem er jemanden gefunden hatte, der sie retten konnte. Und er brauchte Hilfe, starke Verbündete… Allein war er zu schwach.
Kei verließ das Haus und saß nur wenige Minuten später im Warteraum. Shô war noch immer im Operationssaal. Verdammt, was dauerte denn da so lang? Kei’s Geduld wurde mit jeder Sekunde weniger und seine Sorge dafür um so größer. Was, wenn Shô wirklich nicht überleben würde? Was sollte er dann tun? Er wollte gar nicht daran denken… Shô konnte, er DURFTE einfach nicht sterben! Eine einsame Träne kullerte über Kei’s Gesicht. Er würde sich rächen, das stand fest – und wenn er dafür bis ans Ende er Welt musste, und wenn es das letzte wäre, was er tun würde!!!
Endlich kam einer der Ärzte auf ihn zu. Kei kam es vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen, seit er sich auf diesen Stuhl gesetzt hatte… Er sah den Mann ernst an, als dieser ihm mitteilte, dass Shô gerettet war. Zum Glück… Kei wurde in einen anderen Raum geführt, wo er sich neben den schlafenden Shô setzte, dessen Hand in seine nahm und sanft über sie streichelte. Wie friedlich er aussah… richtig süß.
Kei musste an Shô als Kind denken. Dieser kleine Junger, der mit großen Augen die Welt um ihn herum bestaunte. Das Lächeln, welches er ihm so oft gezeigt hatte, trotz dass auch er in diesem Chaos leben musste… Es hatte Kei immer wieder froh gemacht, hatte ihn alles etwas positiver sehen lassen, hatte ihn verzaubert. Allein der Gedanke, er hätte es nie wieder zu Gesicht bekommen können war grausam. Er ließ Kei’s Herz schmerzlich verkrampfen. Warum nur musste so etwas immer passieren? Warum mussten ihm geliebte Menschen nur immer wieder genommen werden? Er hielt es kaum noch aus, fing an leicht zu zittern. Aber ruhig… Shô war nicht tot, er lebte! Das allein zählte…
Kei legte die Hand seines Freundes an sein eigenes Gesicht. Ihre Wärme beruhigte ihn wieder ein wenig… Zart strich er den Handrücken über seine Haut, wollte Shô zu verstehen geben, dass er hier war, ganz nah bei ihm – dass Shô nicht allein war. Dieser schloss instinktiv seine Hand um die andere. Obwohl er noch immer schlief, wurde er ruhiger, gelassener und fühlte sich so geborgen wie nie zuvor.
Langsam wurde es um ihn herum heller, er stand nicht mehr in tiefster Dunkelheit. Shô erwachte, öffnete die Augen ein wenig. Das erste, was er sah, war Kei’s lächelndes Gesicht. Als Shô seinen Freund erkannte, drückte er dessen Hand gleich noch etwas fester. „Hey…“, flüsterte Kei, während er mit der freien Hand sacht über das braune Haar des Jüngeren strich. „Hey…“, bekam er leicht krächzend zur Antwort. „Wie fühlst du dich?“, erkundigte sich Kei. „Als hätte mich ein LKW überrollt…“, musste Shô zugeben. Doch als er bei dem anderen einen zutiefst besorgten Gesichtsausdruck feststellte, versuchte er ihn zu beruhigen: „Aber es ist nicht so schlimm… Schließlich bist du bei mir…“ Und schon lächelte auch Kei wieder, doch gleichzeitig musste er daran denken, dass das alles nur geschehen war, WEIL er bei ihm war. Das war bitte, sehr bitter… Das konnte er Shô nicht erzählen, jedenfalls jetzt noch nicht.
„Ruh dich aus…“, meinte er nur, „Wenn du etwas brauchst – einen Schluck Wasser oder was auch immer – sag mir einfach Bescheid!“ „Bleib nur bei mir…“, war Shô’s einziger Wunsch.„Wenn du mir nur schnell wieder gesund wirst…“, machte Kei lächelnd zur Bedingung, was den anderen wiederum zu einem schwachen Lächeln veranlasste. „Ich geb mir Mühe…“, murmelte er noch, bevor er erschöpft die Augen wieder schloss und sanft in einen traumlosen Schlaf sank.
Er träumte nicht, doch seine Gedanken waren trotzdem irgendwie bei Kei… Warum eigentlich? Warum konnte er nur noch an den Blonden denken? Warum grübelte er nur noch über dessen Probleme nach? Dabei hatte er doch selbst genug eigene… Kei’s Blutdurst ging ihn nicht mehr aus dem Kopf… Ständig dachte er an Kei’s Problem mit dem Sonnenlicht…
Das Sonnenlicht… Augenblick – Was war eigentlich? Tag oder Nacht? Shô schreckte hoch, sah sich panisch um. Da – ein Fenster… Es war hell draußen, die Sonne schien also… Und Kei? Shô wandte sich um, als er auch schon eine ihm wohl bekannte Stimme vernahm, die leise flüsterte: „Ich bin da, keine Angst…“ „Kei…“, der Jüngere sah ihn entsetzt an. „Warum? Die Sonne… Das Licht…“, stammelte er scheinbar zusammenhangslos. Kei allerdings verstand ihn sofort. „Ich bleibe hier, bis es wieder dunkel wird…“, beruhigte er den anderen. „Aber…“, wollte Shô widersprechen, doch Kei stoppte seinen Redefluss, indem er ihm einen Finger auf die Lippen legte. Das reichte aus, er gab sich geschlagen und schloss erneut die Augen. Shô hatte auch gar nicht mehr die Kraft noch weiter zu streiten.
Irgendwie… war er sogar froh, dass Kei noch an seiner Seite war, dass er nicht vollkommen allein hier liegen musste. Dieser Gedanke tat unglaublich gut. Im nächsten Moment spürte er eine Hand an seiner, sah auf und blickte zunächst in diese Richtung und dann etwas verwirrt in Kei’s lächelndes Gesicht. „Ich werde dich nicht allein lassen… Nicht, solange es dir so schlecht geht.“, meinte der Blonde aufmunternd. Dann wurde seine Stimme betrübter „Du… wärst mir heute beinahe weggestorben…“, er ließ eine kurze Pause, sah Shô mit leicht melancholischem Blick an. „Allein die Vorstellung…“, flüsterte er dann, wand den Blick gequält ab.
Genau diese Vorstellung ertrug er in diesem Augenblick nicht. Der andere richtete sich im Bett auf, obwohl er dabei einen stechenden Schmerz in der Bauchgegend spüren konnte. „Kei…“, murmelte er fast ohne die Stimme zu benutzen, doch trotzdem konnte der Angesprochene es wahrnehmen, sah den Braunhaarigen wieder unsicher an. „Kei… Kann… ich heute in deinen Armen schlafen? Wie früher?“, bat dieser und hielt die Arme auf.
Nur kurz zögerte Kei, bevor er nickte, zu seinem Freund ins Bett krabbelte und sich hinlegte. Sie nahmen dieselbe Position ein, wie sie das immer getan hatten. Shô lag mit dem Rücken auf Kei’s Bauch und Brust, kuschelte sich bei ihm ein und lehnte den Kopf etwas gegen den Hals des anderen. Kei lehnte am Bettgestell, hatte den Körper seines Freundes zwischen den Beinen eingeklemmt und die Arme leicht um diesen gelegt, den eigenen Kopf an den anderen sinken lassen.
Wie hatte Shô dieses Gefühl doch vermisst! Als er noch ein kleiner Junge gewesen war, hatte er nachts oft so in Kei’s Armen gelegen, hatte sich streicheln und beruhigen lassen. Doch irgendwann, als er älter geworden war, hatte er Kei eines Tages einmal gesagt, dass er nun zu alt für so etwas wäre. Es hatte jedoch nicht lange gedauert, bis er seine Worte bereut hatte. Es hatte viele Nächte gegeben, in denen er sich einfach nur an Kei hatte kuscheln wollen, in denen er nicht hatte schlafen können und in denen er nur stumm an die Decke gestarrt hatte. In solchen Nächten hatte er immer wieder dem Drang widerstehen müssen mit in Kei’s Bett zu schlüpfen.
Doch was hätte er sagen sollen? Dass er sich geirrt hatte? Dass er doch nicht zu alt war? Dass er wahrscheinlich nie zu alt dafür sein würde? Dass er gelogen hatte? Dass er das einfach nur so daher gesagt hatte? Nein, das hatte er nie über Lippen bringen können. Er hatte sich nie getraut seinen Fehler einzugestehen oder Kei zu offenbaren, wie sehr er dessen Nähe doch brauchte – bis jetzt…
Jetzt lag er wieder in Kei’s Armen, kuschelte sich etwas an ihn. Dieser dankte es ihm, indem er die Umarmung leicht verengte, ihm so zeigte, dass er ihn nie allein lassen würde, dass er bei ihm bleiben würde. Hauchzart ließ Kei seine Finger über die Haut des anderen streichen. Es waren nur minimale Berührungen und doch lösten sie eine leichte Gänsehaut, vor allem aber das so lang ersehnte Gefühl von Geborgenheit bei Shô aus.
Der junge Mann beruhigte sich langsam, sein Herzschlag und sein Atem waren ruhig und regelmäßig. Aber diese Wirkung hatte Kei schon immer auf ihn gehabt, seit er ihn kannte… Warum hatte er sich nie erklären können. Andere hätten sich von Kei abgewandt, vielleicht sogar panisch die Flucht ergriffen, wenn sie bemerkt hätten, dass er ein Vampir ist. Aber er… Er war bei ihm geblieben, hatte sogar seine Nähe immer und immer wieder gesucht.
Langsam aber sicher wurde Shô wieder ins Reich der Träume gezogen. Er schlief diesmal ruhiger als zuvor. Kei blieb genauso liegen, wie sie waren, wollte seinen Freund nicht wecken. Er bewegte sich kaum, zog nur weiter seine Fingerspitzen über Shô’s Bauch und Brust, ab und zu legte er eine Hand an den Kopf des anderen und strich ihm sanft durchs Haar.
Es war schon ziemlich lange her, seit Kei Shô streicheln und so berühren ‚durfte‘… Auch Kei hatte dieses Gefühl, wie der Jüngere so in seinen Armen lag und sich entspannte, nie vergessen können. Oft hatte er sich vorgestellt, sie würden sich wieder so aneinander schmiegen. Nun zog er die Decke über ihre Körper und hauchte dem Schlafenden einen leichten Kuss auf die Stirn. Er wollte diesen Augenblick so lang wie möglich hinauszögern. Wer wusste schon, wie oft sie das wiederholen könnten? Schließlich… hatte es jemand auf Kei abgesehen...
«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.9-7097