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von Suzu
erstellt: 08.08.2007
letztes Update: 18.10.2007
Geschichte, Drama / P18 Slash
(abgebrochen)
Blutrot – dass er auf einen solchen Vergleich kam, war nicht weiter verwunderlich. Blut, für ihn war es nicht nur eine rote Flüssigkeit, die den menschlichen Körper durchflutet, diesen am Leben erhält und bei Verletzungen austritt. Für ihn bedeutete es viel mehr. Es war seine Lebensquelle – ohne die er kraftlos war, ohne die er vertrocknen würde und ohne die er nicht länger existieren könnte… Ja, Blut war seine einzige Nahrung, denn Kei war ein Vampir. Ein Vampir… und verdammt bis in alle Ewigkeit…
Weißer Schnee fiel sanft und leise auf die einsame Gestalt vor ihm. Diese drehte sich nun zu ihm um und lächelte ihn warn an. Auch Kei konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, während er zur Begrüßung ein wenig die Hand hob. Es war Shô, sein bester Freund, der ihn bereits erwartet hatte und ihm nun entgegen kam. Kei kannte ihn schon, seit Shô ein kleines Kind gewesen war, folglich wusste dieser von Kei’s Geheimnis. Doch das schreckte ihn nicht weiter. Er hatte schon als Junge nie Angst vor ihm gehabt, warum also sollte er jetzt damit anfangen? Außerdem war er sich hundertprozentig sicher, dass Kei ihm niemals etwas antun würde. Wenn er das wirklich jemals vorgehabt hätte, hätte er schon oft genug Gelegenheit dazu gehabt.
So schnell Shô konnte, ohne dabei jedoch zu rennen, lief er auf den Blonden zu und umarmte ich herzlich. Sie lebten zwar zusammen in einer Wohnung, jedoch konnten sie nur nachts, wenn die Sonne untergegangen war, so zusammen sein. Tagsüber schlief Kei etwas oder aber er war so geschwächt, dass er nicht ansprechbar war. Sie hatten sich erst diesen Morgen zu Haus gesehen, doch Shô kam es so vor, als wären seit dem Jahre vergangen… Kei war für ihn mehr als nur sein Partner, mehr als nur sein Mitbewohner und mehr als nur einer seiner Freunde… Kei war einfach ein unverzichtbarer Teil seines Lebens geworden. Er konnte sich eine Zukunft ohne ihn nicht mehr vorstellen. Und das wollte er auch gar nicht.
Nun, da sie zu zweit und alle Vorkehrungen getroffen waren, konnte es losgehen. Kei erklomm mit Leichtigkeit von außen das Dach des alten Gebäudes. Er benötigte lediglich ein paar Sprünge von einem Dachvorsprung zum anderen und hatte nur Sekunden später einen guten Überblick aus circa sechzehn Metern Höhe über die nächtliche Stadt. Von dort aus konnte er ebenfalls seinen braunhaarigen Freund zur Hintertür einsteigen sehen. Kei selbst brach nun geräuschlos die Dachluke auf und stieg leise die Treppen hinab.
Mit einem Mal brach ein Tumult los… Schüsse, Schreie, Flüche und ähnliches schallte durch die Luft und – zu Kei’s Entsetzen – vernahm er auch Shô’s Schmerzensschrei. In Windeseile war er am Ort des Geschehens angelangt, sah seinen Freund verletzt am Boden liegen und fies grinsende Typen um ihn herum stehen und mit den unterschiedlichsten Kalibern auf ihn zielen.
Bei diesem Bild knallte bei Kei eine Sicherung durch, er sah nur noch rot… In Bruchteilen einer Sekunde hatte er alle ihrer Waffen entledigt, einige auch mit einem gezielten Schlag getötet. Nur zwei von ihnen ließ er am Leben. Diese hatte er fest verschnürt, so dass sie sich nicht einen Millimeter mehr bewegen konnten, hatte sie bewusstlos geschlagen und an einen der Balken gebunden. Die Männer wussten gar nicht wie ihnen geschah, so schnell befanden sie sich in dieser misslichen Lage.
Kei unterdessen war zu Shô geeilt und hatte sich über den mittlerweile ebenfalls Ohnmächtigen gebeugt. Ein Blutfleck breitete sich langsam auf dessen Brust aus. Nein, das durfte nicht sein! Kei hob ihn hoch und betrat mit ihm wieder die verschneite Straße. Es war kalt… Hoffentlich würde Shô das nicht noch zusätzlich schwächen…So schnell wie möglich brachte Kei ihn ins örtliche Krankenhaus. Durchgefroren und total durch den Wind kam er in der Notaufnahme an und bat um Hilfe. Nach einigem Hin und Her und nachdem ein paar Scheine den Besitzer gewechselt hatten, wurde Shô diese auch zuteil – und wie es schien gerade noch rechtzeitig…
Während Shô um sein Leben kämpfte, ging Kei wieder zurück zu dem baufälligen Haus, zurück zu den Zweien, die noch immer an der Decke baumelten. Kei hatte nachgedacht… war alles von vorn bis hinten hunderte Male durchgegangen… Doch er kam immer zu dem selben Ergebnis: Diese Kerle mussten gewusst haben, dass sie heute Abend Besuch bekommen würden… Und das wiederum ließ nur einen Schluss zu: Es gab einen Verräter unter ihren restlichen Freunden. Wenn Kei den in die Finger bekommen würde… Er schwor Rache – furchtbare Rache! Und sie würde noch schrecklicher werden, wenn Shô nicht überleben würde…
Die beiden Männer, die wie betrunkene Fledermäuse an der Decke hingen, waren bereits zu sich gekommen. Doch wie waren sie dahin gekommen? Aber was viel wichtiger war: Wie sollten sie hier lebend wieder herunter kommen…?
Da sahen sie jemanden an Eingang auftauchen. Vielleicht könnte er ihnen helfen… Sie sprachen ihn an – der blonde Mann jedoch blieb stumm, sah zu ihnen hinauf und bewegte sich langsam in ihre Richtung. Wer was das? Und was war mit ihm? Der Kerl wurde immer seltsamer…
Mit einem Mal war er plötzlich weg – wie vom Erdboden verschluckt… Wo war er hin? „Sucht ihr mich?“, hörten sie über sich jemanden mit trockener und herzloser Stimme sagen. Moment – über ihnen? Konnte das sein? Fast zeitgleich wanden sie die Köpfe in die Richtung, aus der jene Stimme gekommen war. Und tatsächlich – Der blonde in den dunklen Klamotten, der eben noch Meter unter ihnen gestanden hatte, starrte sie nun mit schon fast hasserfüllten Augen an. Wie hatte er das gemacht? Wie war er so schnell hier hoch gekommen?
„Wow…“, brachte der offensichtlich jüngere der beiden nur heraus. Der andere sah Kei nur mit einem undurchdringlichen Blick an. „Kannst du uns hier raushelfen?“, fragte er dann. „Euch helfen?“, erwiderte Kei tonlos. „Einfach so? Nein… Was bekomme ich denn dafür?“ Da schaltete sich der jüngere wieder ein. So etwas in dieser Richtung hatte sich der rothaarige schon fast gedacht. Er hatte es schon oft genug selbst schmerzhaft zu verstehen bekommen… Heutzutage war nichts umsonst. „Du könntest bei uns einsteigen.“, bot er an. Kei schwieg daraufhin einen Moment, bevor er mit einem hämischen Lächeln antwortete: „Ach… Nur zu dumm, dass ich euch nicht mag…“ „Das tut nichts zur Sache.“, offenbarte der schwarzhaarige Mann. „Hier kann niemand den anderen leiden… Was zählt sind die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder. Und wie ich das so sehe, würdest du gut zu uns passen… Unsere Gruppe ist einzigartig und wächst ständig…“ Kei beobachtete beide weiterhin mit ausdruckslosem Blick. „Mir scheint, heute ist sie geschrumpft…“, erwähnte er fast beiläufig, während er auf den Haufen Leichen deutete, welcher auf dem Boden lag und ganz offensichtlich noch nicht bemerkt worden war.
Die beiden Partner, oder was auch immer die beiden füreinander waren, sahen hinab. Der ältere blieb gelassen, wahrscheinlich hatte er solche Dinge schon öfters erlebt und gesehen. Der Jüngere versuchte krampfhaft sein Entsetzen zu verbergen, was ihm jedoch nicht sonderlich gut gelang…
„Wer…“, flüsterte er fast unhörbar. Er konnte er nicht fassen… So viele Menschen, die eben noch am Leben gewesen waren und nun regungslos dalagen. Sein Komplize hatte jedoch andere Sorgen: „Na toll…“, murmelte dieser, „mit dem schlechtesten Schützen alleine…“ Er war nicht gerade sehr angetan von dieser Vorstellung. Es schien als wäre heute einfach nicht sein Tag. Natürlich… Er war ja seiner Meinung nach überflüssig in dieser Gruppe und zu nichts zu gebrauchen. Er war einmal nicht der beste Schütze, das gab er ja gern zu – aber Yuu hatte andere Talente. Er war ein guter Taktiker, ein geborener Spion und er konnte Reaktionen vorhersehen, wenn er ausreichend Informationen hatte… Nur für Taroo zählte einzig und allein die körperliche Kraft und Zielsicherheit…
Die beiden schienen ja wirklich nicht gerade nicht die besten Freunde zu sein… Aber egal, was kümmerte es Kei? Immerhin hatten sie Shô lebensgefährlich verletzt. Das war unverzeihlich! Wieder stieg in ihm fast unbändige Wut auf. Nur mit Mühe konnte er sich zusammenreißen. „Du willst wissen, wer das war?“, sprach er den rothaarigen an, „Das war ich…“ Ein geschockter Blick war die Antwort des Kleinen. „Warum…?“, brachte er gerade so heraus. „Warum… Warum habt ihr auf Shô geschossen?“, gab Kei zurück.
Alles klar… Yuu war klar, dass sie irgendwann für alles bezahlen mussten. Heute war es also soweit. Heute würde er der Rache zum Opfer fallen. Er war sich sicher, dass dieser Mann ihn auch noch töten würde. Da gab es nicht den geringsten Zweifel. Doch er wollte – er konnte jetzt noch nicht sterben! Nicht bevor er… Es musste eine Möglichkeit geben. Irgend etwas musste ihm einfallen und zwar schnell. Andernfalls würde alles umsonst gewesen sein… Einfach alles…
Kei bekam keine Antwort. „Ich weiß, dass euch jemand beauftragt hat. Und ich will wissen, wer!“, verlangte er mit Nachdruck. Er würde den Verräter finden und zur Strecke bringen, koste es, was es wolle… Von dem älteren der beiden bekam er nur ein verächtliches Lachen, der jüngere schwieg. Er musste also deutlicher werden. Kei richtete seine eigene Waffe auf den schwarzhaarigen und zielte auf dessen Kopf. Bevor dieser verstand, was geschah, drückte Kei auch schon ab.
Blut… überall spritze die rote Flüssigkeit entlang und verteilte sich. Auch auf Yuu’s Gesicht landete etwas, doch dieser war nicht mehr wirklich ansprechbar. Er bekam es kaum mit. Er sah nur zu der Leiche neben ihm und ließ den Blick dann zu dem blonden Mann schweifen, der immer noch über ihm stand und seine Waffe nun auf ihn richtete. „Was ist nun… Wirst du mir antworten?“, wurde er von diesem gefragt. Yuu schwieg weiterhin…
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