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von Fumiyo
erstellt: 04.08.2007
letztes Update: 23.02.2009
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(abgebrochen)
No Light Without Shadows
By Draeconin
(Translator Fumyo)
(Disclaimer etc.: 1st chapter…)
SO, erstmal ein großes SORRY, dass es so lange gedauert hat mit dem zweiten Kapitel… aber ich war die ganze letzte Woche in Weimar und hatte auch sonst noch ziemlich viel für die schule zu tun, da ich jetzt so langsam auf mein Abi zusteuere und ich daher zur Vorbereitung (so meine Lehrer) ne Menge Hausaufgaben über die Ferien aufbekommen hab… #>.> *grummel*
Naja… ich werde mich bemühen, nicht all zu lang für die nächsten Kapitel zu brauchen…
Und jetzt zu euren Kommis. Hab mich riesig gefreut! ^o^
@ Ming-sama: Schön, dass dir der Anfang gefällt. =) Soweit ich bis jetzt gelesen habe, treten noch keine Spoiler zu Band 7 auf. Ich werd es aber auf jeden Fall angeben, wenn es doch welche geben sollte…
@ MoniMahoni: Danke für deinen Kommi. ^^ Hoffe, dass du mit diesem Kapitel zufrieden sein wirst.
@ bill-tomschicka: Dankeschön… Auch wenn es dieses Mal etwas länger gedauert hat, es wird auf jeden Fall noch eine ganze Menge weitere Kapitel geben. ;)
@ AuroraSky: Schön, dass es dir gefällt. Dankeschön… ^^
@ Cornelia: Danke für deinen Kommi… Und dass es ‚Fisch und Pommes Frites’ heißen muss, ist natürlich klar… mein Fehler. Danke für den Hinweis… *g*
So, aber jetzt will ich euch nicht weiter aufhalten…
Also… Have fun and enjoy!
Eure Fumyo ^o^
~*~
Kapitel 2
‚Was würden deine Freunde sagen...’
‚Frag mich, ob’s mich interessiert…’
Draco war so auf Harrys grobe Behandlung ihm gegenüber fokussiert und über seine sexuelle Antwort darauf besorgt gewesen (nicht zu erwähnen, Harrys Kommentar bezüglich seiner Lippen), dass er eine Weile gebraucht hatte bis er der Schlussfolgerung ihres kleinen Austauschs Aufmerksamkeit schenken konnte.
Ärger im Paradies?, dachte Draco. Was war passiert, dass der Goldjunge sich mit dem Trio zerstritten hatte?
Draco schüttelte sich. Warum zur Hölle sollte es ihn kümmern? Der Idiot hatte seinen Vater und einige Väter seiner Freunde nach Askaban gebracht! Obwohl er sich fragte, was das ganze überhaupt sollte. Warum waren sie alle dort?
Aber wenn Potter, das Wiesel und das Schlammblut nicht mehr miteinander auskamen, so könnte er dies doch aus einem bestimmten Blickwinkel aus zu seinem Vorteil nutzen. Potter würde jetzt verletzbarer sein. Ohne es zu bemerken, grübelte Draco den ganzen Tag und bis über ein spätes Abendessen hinaus über das ‘Potter-Problem’. Danach ging er spazieren.
Draco sah den Trottel-der-lebt zum Tropfenden Kessel schlendern – abermals allein. Der Vorfall am Morgen spielte sich wieder vor seinem inneren Auge ab und sein Temperament flackerte auf. Er folgte dem schwarzhaarigen Gryffindor.
~*~
Harry erreichte sein Zimmer im Tropfenden Kessel, um noch etwas zu lesen und dann eine gute Nachtruhe zu haben, doch die Tür wurde ihm aus der Hand gerissen als er sie schließen wollte. Gleichzeitig wurde Harry durch den Raum geschoben, stürzte auf das Doppelbett und hörte die Tür zuschlagen. Jemand war ihm gefolgt! Gerade als er hörte, wie die Tür abgeschlossen wurde und ein Silencio erklang, zerrte er seinen Zauberstab hervor, drehte sich um und wandte sich seinem bisher unbekannten Angreifer zu. Harry verharrte nur den Bruchteil einer Sekunde ehe er seinen Angreifer identifizierte und ihm dann „Petrificus Totalus“ entgegenschleuderte.
Draco wich dem Zauberspruch gekonnt aus – eine beeindruckende Leistung in Anbetracht der geringen Größe des Zimmers – und griff Harry körperlich an, packte dessen Handgelenke. Sie rangen und kämpften. Während des Kampfes zerriss Harry Dracos Robe, was des Blonden Wut weiter anfachte. So rächte dieser sich, indem er Harrys Shirt so viel beschädigte wie er nur konnte. Da es aber ein neues Shirt war und nahezu das einzig Neue, das er je für sich gekauft hatte, wurde Harry nur noch wütender, und so fügten beide Jungen der Kleidung des jeweils anderen mehr Schaden zu als sich selbst.
Letztendlich ermüdeten sie und, in beidseitig unausgesprochenem Einverständnis, hielten sie inne, um zu Atem zu kommen. Ihre Körper waren so gut wie nackt, einige wenige lumpige Fetzen waren alles, was von ihrer Oberkörperbekleidung übrig geblieben war. Da waren einige rote Flecken, aus denen Blutergüsse werden würden, und einige Kratzer, aber keine größeren Schäden.
Und Draco war noch immer in der oberen Position. Er war ebenso der erste, der bemerkte, dass Harry hart war; und dann, dass er selbst auch eine Erektion hatte. Mit einem perversen Sinn von Humor entschied er, Harry darauf aufmerksam zu machen. Er rieb sich an ihm: bedächtig, sanft – und dann fester, als Harry es zu ignorieren schien. Harry ließ ein schwaches Stöhnen hören. Draco grinste selbstgefällig und kicherte leicht.
Harry hatte versucht, zu ignorieren wie gut sich der Blonde Idiot so an ihn gepresst anfühlte, doch bei diesem Laut sah er auf. ‚Schön. Er will spielen? Es gibt zwei die dieses Spiel verdammt gut spielen können’, dachte Harry durch den Nebel seines Zorns. Er griff nach oben, seine Hände bewegten sich so schnell, dass Malfoy keine Zeit hatte zu reagieren, und fädelte seine Finger tief in Dracos Haare, seine Faust darin verkrampfend und Malfoys Gesicht zu sich runter in einen verzehrenden Kuss ziehend.
Dracos Augen weiteten sich. Er war geschockt. Wer war das und wo zur Hölle war Potter? Denn dies war zweifellos nicht der schüchterne, übertrieben bescheidene Goldjunge, den er die letzten fünf Jahre in Hogwarts ertragen hatte müssen: Den Jungen, den er zu ärgern und aus seinem Schneckenhaus herauszulocken liebte. Doch so echt seine Erregung war, so war dies auch Potter. Und wenn Potter spielen wollte, dann würde er den Schwarzhaarigen in die Matratze vögeln und ihn dann in der Schule zerstören, indem er davon prahlte. Er griff nach unten, um nach der Erektion des Gryffindors zu greifen und sie ein paar Mal fest zu streicheln, ehe er wieder von ihr abließ und ungeschickt am Reißverschluss Potters Hose herumfingerte.
Harry tat es ihm gleich: Er wollte dem Slytherin nicht die Kontrolle überlassen. Es war zwar nicht der erste harte Schwanz mit dem er spielte, aber er war überrascht wie sehr Dracos in seine Hand passte, sogar durch die Kleidung des Blonden hindurch. Er hatte Schwierigkeiten mit dem Verschluss von Dracos Robe, da die obere Hälfte ja fast nur noch Fetzen war. Letztlich gab er es auf und zog die Reste einfach über Malfoys Kopf.
Da es Draco nur zu sehr in sein Konzept passte, kooperierte er. Frei von seiner Robe, trug er nur noch einen Bra*1 und Stiefel. Harrys Hose und Boxershorts wurden nach unten bis zu seinen Knien geschoben. Stattdessen fanden Harrys Finger Gummibänder als er versuchte, dem Blonden die Unterwäsche auszuziehen. Er zog an der Schleife und lockerte sie, bis sie sich löste und er Draco von dessen Bra befreien konnte.
Draco unterdessen hatte Harrys Hose und Boxer mit seinen Füßen die Beine des Gryffindors weiter nach unten geschoben. Harry half ihm, indem er seine Schuhe wegtrat. Mittlerweile befanden sich beide jungen Männer in Ekstase vor ungezügelter Lust, tauschten stürmische Küsse und Bisse aus, hinterließen Flecken, die jedoch nicht die Haut aufrissen und griffen hart nach dem jeweils anderen…
Draco konnte es sich später nicht erklären wie es hatte passieren können, aber er fand sich plötzlich unter dem verdammten Jungen-der-lebt und spürte, wie dieser nahezu sanft in ihn stieß, wenn auch ziemlich beharrlich. Wann war er mit Gleitmittel vorbereitet worden? Und wie? Anstatt Potter in die Matratze zu ficken, wurde ihm nun selbst seine Unschuld geraubt. Und während er noch immer wütend und jetzt noch viel mehr entsetzt darüber war, fühlte er dennoch eine Art leidenschaftliches Entzücken aufgrund dieser Tatsache. Niemand war bis jetzt imstande gewesen, ihn zu bändigen und Potter hatte es scheinbar ohne Mühe geschafft.
Doch sofort verbannte Draco diese Gedanken samt der Erkenntnis seiner Gefühle, und verlor sich in seinem Höhepunkt.
~*~
Als Draco erwachte, blickte er in ein Paar schimmernde grüne Augen, die ihn beobachteten. Die Tatsache, dass er nicht sagen konnte was Potter fühlte, ließ ihn sich ziemlich verdrießlich fühlen. Potter hatte sein Herz immer auf der Zunge gehabt, bis jetzt. Und dann erinnerte er sich an die letzte Nacht. Seine Erinnerungen an alles außer der Schmach, genommen worden zu sein, verdrängend – seiner Jungfräulichkeit von jemandem beraubt worden zu sein, der es vermutlich nicht wert gewesen war – rief er all die Wut in sich, die er auftreiben konnte, zusammen.
‚Du magst mich letzte Nach unterworfen haben, Potter, aber heute morgen wirst du mein sein’, so schwor er sich. Er musste den Spielstand ausgleichen. Er konnte es nicht zulassen, dass Potter etwas gegen ihn in der Hand hatte, ohne selbst ein Mittel zu haben, um ihn zum Schweigen zu bringen.
Harry süß anlächelnd und das Aufflackern von Argwohn in den grünen Augen ignorierend, zog Draco ihn sanft zu sich und begann den Gryffindor zu verführen. Es erwies sich als weit einfacher als er erwartet hatte. Potter akzeptierte ihn bereitwillig in seinen Armen und ließ sich auf Dracos behutsames Drängen hin spielend leicht auf dessen Rücken drehen.
Insgeheim hämisch lachend aufgrund des scheinbar sehr vertrauensvollen Wesens des Gryffindors, begann Draco Potters Haut zu streicheln und wanderte mit seiner Hand nach unten, um hin und wieder Harrys schönes Glied zu berühren – das Glied, das ihm letzte Nacht schließlich so viel Genuss geschenkt hatte. Auch war er sich der Art und Weise, in der die Hände des Gryffindors mit seinem Körper spielten und ihm herrliche Gefühle entlockten, überaus bewusst. Ohne es zu realisieren war Dracos Rage versickert und durch Lust und Begierde ersetzt worden. Und wieder fand sich Draco ummanövriert, Potter nun über ihm, von ihm umfasst und bald abermals von ihm erobert. Es schmerzte nicht mehr ganz so viel dieses Mal; er arrangierte es, schneller ausgefüllt zu werden, um so das wollüstige Vergnügen früher spüren zu können.
„Mein“, raunte Harry etwas später in Dracos Ohr, als der Slytherin sich in seinen Gefühlen zu verlieren schien.
Versunken in Begierde, erwiderte er ein heiseres „Ja”.
„Schwöre es“, drängte Harry.
“Dein... Ich schwöre”, keuchte Draco.
„Sag es noch einmal“, forderte Harry sanft.
„Dein – Ich bin Dein!“ Draco stöhnte auf, als sein Orgasmus herannahte.
„Ich glaube dir nicht“, klagte Harry ihn besinnlich an.
Noch immer erfüllt von Harrys Stößen, präorgastisch stimuliert und lustgefüllt versprach Draco, unbedacht seiner Worte: „Völlig… unwiderruflich … ganz und gar… Dein!”, schrie er, als er kam.
Eine Welle Magie wurde freigesetzt und Harry stieß härter zu, ließ sich selbst gehen und explodierte in Dracos Tiefen als dessen Körper sich um ihn verkrampfte. Er lag auf dem Blonden, keuchend und versuchend wieder zu Kraft zu kommen. Einige Sekunden später zog er sich sanft aus Draco zurück und drückte sich hoch, um seinem Erzrivalen ins Gesicht zu sehen.
Draco blickte zu dem Jungen auf, der ihn just zum zweiten Mal gevögelt hatte, sein Gesicht eine Grimasse des Entsetzens als er realisierte, was gerade geschehen war. Nicht der Sex – der war traumhaft gewesen, auch wenn er es vehement zu leugnen versuchte – aber…
Harry grinste selbstgefällig zu ihm runter. „Du hast es drei Mal geschworen, Malfoy. Du gehörst mir. Und nach deinen eigenen Worten: ‚völlig, unwiderruflich und ganz und gar’ mein.“
„NEIN!“ schrie Draco ablehnend.
„Oh, doch“, schnurrte Harry dunkel. „Du wolltest mich ficken, nicht wahr? Was hattest du geplant, Malfoy – wolltest du es in der Schule gegen mich verwenden? Hat wohl nicht geklappt, was?“
Panisch versuchte Draco, Harry von sich runter zu schieben, aber er schaffte es nicht ganz und Harry gewann schnell seine Position zurück. Dann versuchte er zu kämpfen, doch schon liefen ihm Tränen über seine Wangen und blendeten ihn, machten seine Schläge so unwirksam. Er war nur noch fähig einige weitere auszuteilen, bevor Harry sich auf den Blonden warf und seine Arme um ihn schlang, Dracos blasse Arme dazwischen heftend.
Als Draco aufgegeben hatte, wechselte Harrys einschränkender Griff zu einem beruhigenden. Harry wusste nicht, warum genau er den Blonden tröstete. Er mochte den Blonden nicht einmal. Nun, Draco hatte ihm auch nie einen Grund gegeben, ihn zu mögen – im Gegenteil. Aber sie hatten sich auf Sex miteinander eingelassen, hatten miteinander geschlafen und hatten danach eine weitere Runde gehabt. Klar, es war wütender, manipulierender Sex gewesen, aber freiwillig, und im Augenblick war der Blonde so mitleiderregend und verletzlich.
Und Harry fühlte sich zumindest ein bisschen schuldig dafür, dass er Draco getäuscht und in den Bund getrieben hatte. Er hatte eine Aufzeichnung des dreifachen Bindungsschwurs in einem der Bücher aus Trelawneys Wahrsageunterricht gefunden, als ein Beispiel einer wahrgewordenen Prophezeiung. Und da er ja so einfach war und außerdem mit Trelawney in Verbindung stand, hatte er eigentlich nicht angenommen, dass es funktionieren würde. Er hatte eher erwartet, Draco zu täuschen und den dreifachen Schwur leisten zu lassen, um ihn dann selbst geltend zu machen bis hin zu Dracos Sinn bezüglich seiner Reinblüterehre. Erpressung, sozusagen.
Andererseits musste der Slytherin wieder etwas Schändliches planen. Und da Harry angeblich selbst ein Slytherin sein könnte, mit genug Intelligenz, um auch als Ravenclaw angesehen zu werden, war es nicht schwer für ihn zu erkennen, was dieses ‚etwas’ sein dürfte. Also auch wenn seine Gryffindoveranlagung ihn sich schuldig fühlen ließ, war es nur leichte Schuld. Er würde damit fertig werden.
Harry hatte das Leugnen seiner Slytherinseite beendet und sie freudig umarmt.
„Schhh“, flüsterte Harry dem jungen Mann, den er in seinen Armen hielt, beruhigend zu. „Es ist alles okay. Ich werde auf dich aufpassen.“ Und er meinte es auch so. Denn er selbst hatte so wenig Fürsorge bekommen als er aufgewachsen war, dass er alles was er hatte sehr schätzte. Und seine Magie erzählte ihm, dass Draco nun sein war.
~*~
Als Draco sich schließlich beruhigt hatte, säuberte Harry sie und die Bettwäsche mit einem Reinigungszauber. Von seiner neuen Position neben, aber leicht über Draco schwebend, stellte Harry ihm eine Frage, die ihn schon die ganze Zeit still an ihm nagte.
„Was hast du da draußen ganz alleine gemacht, Malfoy? Ich glaube nicht, dass ich dich schon mal ohne mindestens irgendjemand anderen gesehen habe.“
„Das geht dich nichts an, Potter“, antwortete Draco, die Tatsache ignorierend, dass er gerade eben einen emotionalen Zusammenbruch hatte und von Harry Scheiß Potter getröstet worden war. Und was das schlimmste war, es hatte ihn beruhigt.
Harry zuckte geistig mit den Schultern und stellte seine nächste Frage. „Du warst über Nacht weg. Wann musst du zu Hause sein?”
„Ich bin zu Hause“, entgegnete Draco bitter. „Oder zumindest so gut wie.“
„Was?“
„Ich habe diesen Sommer das Dunkle Mal verweigert“, erklärte er. „Ich kann nicht mehr nach Hause gehen. Daher wohne ich jetzt im ‚King and Crown’ in der Nokturngasse.“
„Du hast... das Dunkle Mal… verweigert?“, fragte Harry ungläubig, obwohl seine eigenen Augen es bezeugten. Dracos Haut war vollkommen unmarkiert bis auf die Zeugnisse ihrer Kämpfe.
„Bist du taub, verdammt? Ich hab’s dir doch grad gesagt, oder?“
Harry vermutete, dass entweder Dracos Mutter auch ein Todesser war und ihn rausgeschmissen hatte oder dass Voldemort, oder zumindest einige der anderen Todesser, Zutritt zu Malfoy Manor haben mussten und es somit für ihn zu gefährlich gewesen war dort zu bleiben.
So ignorierte Harry Dracos Tonfall; im Grunde hatte er es ja auch verdient, nachdem er so eine dumme Frage gestellt hatte. „Und deine Freunde?“
“Retten ihre eigene Haut, so gut kleine Slytherins es eben sollten”, erwiderte Draco abfällig. „Gott! Was soll das, Potter – ein Fragespiel?” er drehte sich halb auf die Seite weg von Harry und rollte sich zusammen.
Harry überging Dracos Worte, testend wie weit er den Blonden drängen konnte. Aber jetzt wusste er, warum Draco alleine gewesen war. „Du bist aber immer noch ein Malfoy, oder? Du wurdest nicht enterbt oder verstoßen oder sonst was?“
„Mein Vater ist in Askaban und daher besteht die Möglichkeit eines Erbes nicht, Potter, also was denkst du? Ach, und übrigens danke dafür“, antwortete der Blonde sarkastisch.
Harry zeigte ein halbes Schulterzucken. “Wenn sie nicht versessen darauf gewesen wären, etwas aus dem Ministerium zu stehlen, wäre das nicht passiert. Es ist also nicht meine Schuld.“
„Also, hast du Hunger?“ fragte Harry schnell, um das Thema zu wechseln.
„Mein Vater war ein Beamter des Ministeriums!“ erwiderte Draco scharf, die Frage ignorierend. „Er hatte alles Recht, dort zu sein!“
“In Todesserroben, mit etlichen anderen Todessern und Voldemort selbst?” fragte Harry spitz, einen Bogen zum Unabwendbaren schlagend.
„Das ist eine Lüge!“ entgegnete Draco hitzig und schwang sich einmal rum, um den anderen Jungen anzublitzen. Er glaubte zwar selbst nicht an seine eigenen Worte, aber er wollte es so verzweifelt.
„Es ist eine feststehende Tatsache, über ein Dutzend Personen können es bezeugen. Und mein Pate, dein eigener Cousin, wurde in dieser Nach ermordet, also wage es nicht so zu tun als ob du der einzige wärst, der leidet, Malfoy!“
Draco lächelte höhnisch. „Und wer dürfte das sein?“
„Sirius Black“, antwortete Harry mit kalter und stählerner Stimme.
„Der Blutsverräter?”, war die spöttische Erwiderung.
„Ich wette, du wirst jetzt genauso genannt“, entgegnete er kühl, „und wegen des selben Grundes.“
Dracos Gesicht wurde aschfahl, als ihm die Wahrheit hinter diesen Worten bewusst wurde.
~*~
Sie hatten sich getrennt geduscht und ein europäisches Frühstück eingenommen. Harry lieh Draco sein übriges Shirt und eine Lederhose aus, da Dracos Robe ja nun nur noch etwas mehr als Fetzen war. Harry würde die gestrige Hose und ein Lederhemd tragen.
Harry hatte Draco vorgeschlagen, sein Zimmer im ‘King and Crown’ aufzugeben und bei ihm einzuziehen. Er dachte, dass wahrscheinlich Todesser nach dem Blonden suchen würden. Harry mochte Draco vielleicht nicht leiden, aber er wollte dennoch nicht, dass der Junge starb. Außerdem fühlte er sich nun auch für ihn verantwortlich – und zu zweit konnten sie jeweils den Rücken des anderen decken.
Dann informierte er Tom über den Wechsel und bezahlte weitere fünfzehn Galleonen für den zusätzlichen Bewohner – und es war wieder eine weitere Überentschädigung.
Draco hatte darüber gemurrt, aber eingewilligt. Bei sich dachte er, dass er durchaus sicherer mit diesem Arrangement sein würde. Nicht, dass er eine große Wahl gehabt hätte; er hatte sich freiwillig, auch wenn er zu dieser Zeit nicht bei klarem Verstand gewesen war, an den Gryffindor gebunden. Seine Vorfahren und der Gründer seines Hogwartshauses, Salazar Slytherin, mussten sich in ihren Gräbern umdrehen. Draco selbst war total beschämt deswegen. Und während er wütend auf Harry war, da dieser ihn in den Schwur gedrängt hatte, bewunderte er den Gryffindor gleichzeitig auch dafür; es war durch und durch slytherin gewesen, so etwas zu tun.
Doch Harry hatte Pläne für diesen Tag, die Draco nicht einbezogen, und er dachte, dass es so bald wahrscheinlich keinen Ärger geben würde, wenn er alleine gehen würde. Daher gingen sie getrennter Wege.
Harry fand ein Geschäft für Taschen und ging bald die Koffer durch, um seinen eigenen ramponierten zu ersetzen. Schließlich entschied er sich für ein Modell, welches vier sichtbare Fächer hatte – einen großen Kleiderkasten, eins gefüllt mit Schubladen, einen begehbaren Schrank für Bücher und andere für Regale geeignete Gegenstände und eins für seine Tasche – plus zwei versteckte Fächer, die nur mit einer Kombination von einem Passwort und einer magischen Aura geöffnet werden konnten.
Das Passwort, das Harry wählte? “Voldemort saugt Esel an…” Nun, man versteht, worauf er hinauswollte. Es war eine hieb- und stichfeste Bagatelle, sodass kein Todesser oder Sympathisant darauf stoßen würde!
Sobald Harry den Koffer bezahlt hatte, war der Koffer auf seine magische Signatur eingestellt und wurde zum Tropfenden Kessel geschickt, um auf seine Rückkehr zu warten.
Auf seinem Weg zu Gringotts, um in den Familienverliesen weiter zu forschen, kam er an der Nokturngasse vorbei. Mit einer halb geformten Idee, zu sehen wo genau ‚King and Crown’ war, bog er in sie ab und stoppte dann. In eine Nische tretend, tat Harry was er konnte, um sich ohne Magie zu verbergen, aufmerksam darauf bedacht, nicht wieder vom Ministerium gefasst zu werden, und ging dann weiter. Da er gerade daran dachte, warum hatte er nichts vom Ministerium wegen des Zauberspruches gehört, den er letzte Nacht auf Malfoy gefeuert hatte? Oder der Reinigungszauber? Aber bevor nichts passierte, würde er sich auch keine Sorgen darüber machen. Ersterer war sowieso zur Verteidigung gewesen.
Er war nicht weit gegangen als er ein verschlissenes, verblasstes Schild mit einem Zauberstab darauf abgebildet aber ohne Schriftzeichen bemerkte. Neugierig lief Harry die enge Gasse entlang – kaum breit genug für zwei Personen, um aneinander vorbei zu kommen – bis er bei einer Tür ankam, über der dasselbe Zeichen hing. Harry öffnete die Tür und trat hinein. Der Laden hatte eine unmissverständliche Aura hohen Alters, obwohl er sauber und gut erhalten war.
„Ah“, sagte eine Stimme in Höhe Harrys Ellbogen und überraschte ihn ziemlich heftig. „Mister Potter, nicht wahr? Was verschlägt Sie in die Nokturngasse, und in meinen bescheidenen Laden?“ Der Besitzer dieser Stimme war während er sprach um Harry herum getreten, bis er direkt vor ihm stand, an Harry abschätzend auf und ab blickend. Der Mann erschien bejahrt, obschon sein dünnes Haar, wenn auch strähnig und welk, noch immer dunkel war. Er war dünn und wäre wohl groß gewesen, wenn er nicht so gebeugt wäre.
„Sie verkaufen Zauberstäbe?“ fragte Harry, nicht erstaunt darüber, dass er erkannt worden war. Immerhin war sein Bild viele Male im Tagespropheten gewesen.
„Neben anderen Dingen, ja“, antwortete der Mann. „Ihrer passt nicht wirklich zu Ihnen, wissen Sie“, bemerkte er.
Harry runzelte die Stirn. Er hatte seinen Zauberstab immer gemocht. „Wie meinen Sie das?“
„Stechpalme und Phönixfeder, elf Zoll, nicht?“
Harry nickte. „Ja“, bestätigte er.
„Hm, die Phönixfeder ist geeignet; aber nicht allein. Und Stechpalme? Nein, eher nicht. Geschlossen: Oh, ja, er ist geschlossen, aber eher… Ich denke, etwas von einer magischen Eiche – oder vielleicht…“ Der seltsame Mann schüttelte seine Grübeleien ab und fixierte abermals Harry. „Sollen wir sehen, was wir für Sie tun können, Mister Potter? Sollen wir schauen, ob wir Sie richtig ausrüsten können?“
„Wenn ich zustimme, wird er dann die Aufspür- und Überwachungszauber des Ministeriums auf sich haben?“ wollte Harry wissen, sein Gesicht deutliche Abneigung zeigend.
„Nun, es wäre nicht legal, wenn es nicht so sein würde, Mister Potter“, sagte der Mann, zwinkerte Harry listig zu und schüttelte leicht mit dem Kopf, um seine Worte zu verneinen.
„Dann denke ich… Ja, ich wäre an einem anderen Zauberstab interessiert.“
„Ah, gut gut. Wenn Sie dann einen Finger für mich ausstrecken würden? Ihre Zauberstabhand, wenn sie könnten.“
Vollkommen verwirrt tat Harry, was ihm gesagt wurde. Er erwartete bewegungslos auf ein verrücktes Maßband, das ihn attackieren würde, und konnte nicht verstehen, warum der alte Mann seinen Finger wollte. Er fand es schnell heraus. Der Mann hielt seine Hand fest und so schnell wie ein Schlangenangriff stach er in Harrys Finger, einen Tropfen Blut herausdrückend. Dann, seinen eigenen Zauberstab ziehend, sang er eine kurze Zauberformel und beobachtete sorgfältig, als Farben aus seinem Blut hervorkamen.
„Oh, ich lag falsch. Nein, keine Salamandereiche, obwohl das schon besser gewesen wäre als die Stechpalme. Nein, wir brauchen einen Ableger vom Gehölz des Leir*2. Die Schwanzfeder eines Phönix, natürlich. Und gemahlenen Smaragd – ein dunkles grün: Ich denke, etwa dieselbe Farbe wie Ihre Augen. Und ein Gemisch von Blut: Ihres, natürlich, um ihn an Sie zu binden… Und Amphista wird sicherstellen, dass er sich selbst heilen kann, sollte er jemals zerbrechen und… Ah, genau… Der Chinesische Walddrache. Sehr selten. Sehr teuer. Können Sie sich dies leisten, Mister Potter?“
Harry hatte keine Zweifel, dass er es sich leisten konnte, was auch immer der Preis sein würde, aber er wollte es nicht unbedingt zugeben. „Das wird davon abhängen, wie hoch die Rechnung ist“, entgegnete er.
Harry war sich nicht so sicher über die Idee, Blut für seinen Zauberstab zu benutzen, da ihm nicht selten erzählt worden war, dass Blutmagie schwarze Magie war, aber die Gründe, die der alte Mann dafür angebracht hatte, schienen vernünftig. Er schob sein Unbehagen beiseite. Schließlich wurde auch angenommen, dass es Blutmagie war, durch die er bei den Dursleys ‚sicher’ gewesen war.
„Hahahaha“, gackerte der Mann vergnügt und schüttelte einen Finger in Harrys Gesicht. „Gerissen! Sie haben dazugelernt! Hm, dann wollen wir mal sehen. Leirholz – selten und gefährlich zu bekommen, wissen Sie: Erschüttert einen zu Tode, wenn man nicht vorsichtig ist. Phönixfeder… Ich nehme an, Sie wollen bei einem Feuerphönix bleiben? Vermutlich das beste“, fuhr er fort, ohne Harry eine Chance zur Antwort zu geben. „Den reinste gemahlene Smaragd… Und die Blutgemische – Ihr eigenes wir natürlich nicht dazugerechnet… Dreihundertvierundachtzig Galleonen, fünf Sickel und neun Knut, junger Herr“, sagte der Zauberstabmacher letztlich und betrachtete Harry genau.
Harry war geschockt über den hohen Preis und war nicht völlig in der Lage, es zu verstecken, was den sonderbaren alten Mann wieder zum gackern brachte. Sein Zauberstab von Ollivanders hatte nur neun Galleonen gekostet – die meisten kosteten nur sieben. Aber zusammen mit dem teuren Material bemerkte Harry, dass der Mann ein großes Risiko beim Verkauf eines illegalen, nicht überwachten Zauberstabes an jemanden, der noch Minderjährig war, trug. Demnach war vermutlich eine ordentliche und unerwähnte Risikogebühr mit einbezogen. „Sie nehmen einen Bankscheck?“ fragte er schließlich.
Harry hätte wahrscheinlich eine Preisrabatt bekommen können, wenn er den Mann hätte wissen lassen, dass er rechtsgültig erwachsen war, aber er noch nicht bereit dazu, diese Information publik zu machen.
Der alte Mann hob eine Augenbraue an, nickte aber leicht. „Ja, kann ich machen“, sagte er. Hinter einen Ladentresen gehend, holte er ein Gringotts-Bankscheckformular unter diesem hervor und füllte es aus. Harry überlas es und unterzeichnete. Sowie er fertig war, verschwand das Formular.
„Wir werden einige Minuten warten müssen“, sagte der alte Mann.
Fünf Minuten später ‚klirrte’ ein schwerer Lederbeutel auf den Ladentisch. Es war dennoch nur ein kleiner Anteil im Vergleich mit der Größe, die er hätte haben müssen mit diesem Betrag an Gold, den er enthielt.
„Hm, Sie haben einen alten Mann nicht belogen. Ich habe fast einen Gringottsbeauftragten erwartet, um Sie abzuführen. Aber da es ja nun hier ist, können wir anfangen. Sie werden das Geld natürlich behalten bis Sie mit dem Produkt zufrieden sind.“
Harry fühlte sich ein bisschen angegriffen aufgrund des exzentrischen Zugeständnisses seitens des alten Mannes, aber bei der Klasse seiner Kundschaft hatte er es wahrscheinlich wirklich erwartet und Harry konnte seinen Zynismus verstehen.
Der Zauberstabmacher werkelte herum, die Materialien, die er brauchte, zusammensuchend. Harry hatte noch nie zuvor Leirholz gesehen; es war ein helles, nahezu metallisch aussehendes Holz mit einer wunderschönen geradlinigen Maserung. Fakt war, dass es einen hohen silbernen Gehalt hatte. Die Phönixfeder war offensichtlich von einem anderen Phönix als Dumbledores Fawkes, da sie ein dunkleres, pures Rot aufwies, mit goldenen Glanzpunkten, die Fawkes Federn beinahe gänzlich fehlten. Der gemahlene Smaragd schimmerte beinahe in seiner Reinheit und die zwei Arten von Drachenblut in ihren Phiolen sahen aus wie… nun, Blut.
Dann zog der Zauberer eine flache, goldene Platte nicht zwei Fuß entfernt hervor und kerbte leicht verschiedene Runen und Siegel in die Oberfläche hinein. Das Leirholz aufhebend, platzierte er es auf der Platte und sprach einen Zauber über es, um es darauf vorzubereiten, die anderen Ingredienzien aufzunehmen. Er legte die Phönixfeder oben auf das Zauberstabholz, sprach einen neuen Zauber und die Feder sank ins Innere des Zauberstabes. Er wiederholte diesen Vorgang ebenso mit dem gemahlenen Smaragd. Dann nahm er ein Tropfglas und, während er Beschwörungen sprach, tröpfelte er vorsichtig neun Tropfen des Amphistablutes in umsichtigem Maß auf den Zauberstab, wo sie absorbiert wurden.
Als er damit fertig war, perlte eine dünne Schicht Schweiß über die Stirn des Mannes. Er verschloss das Blut und stellte es mitsamt dem Tropfglas beiseite. Dann ein Tropfglas mit einem größeren Durchmesser nehmend, holte er das Walddrachenblut. Die Zauberformel war dieses Mal in beinahe musikalischer Sprache, von welcher Harry vermutete, dass es eine chinesische Mundart war, obwohl es nach seinem Wissensstand auch jede andere Sprache hätte sein können. Und wieder wurden neun Tropfen benutzt, größere als die anderen, und in die Leerstellen zwischen die Stellen mit Amphistablut getröpfelt. Abermals wurden sie aufgesaugt.
Der alte Mann wischte sich mit einem Schnupftuch den Schweiß von seiner Stirn und steckte das schmutzige Tuch dann in seine Hosentasche. Er blickte auf und lächelte Harry an. „Nur noch eine weitere Zutat, junger Mann. Dürfte ich Sie noch einmal um ihren Finger bitten?“ Als Harry einwilligte, stach der Mann ihn nicht wieder, sondern benutzte einen Zauberspruch, um die alte Wunde wieder zu öffnen. Der Rhythmus dieser letzten Ingredienz war langsamer, als er Zauberer Harrys Hand über den Zauberstab führte, der Farbton dunkler, aber dieses Mal wurden nur drei Tropen hinzugefügt; je einer an den Enden und einer in der Mitte, vorsichtig aus Harrys Finger gedrückt. Allerdings breitete sich das Blut aus und bedeckte den gesamten Zauberstab, ehe es einsickerte und verschwand.
„Nehmen Sie ihn, Mister Potter, aber bitte – versuchen Sie nicht, ihn schon zu benutzen. Wir sind noch nicht ganz fertig. Ich muss noch einen weiteren Zauber sprechen, um ihn auf Sie abzustimmen.“
Harry nahm den Zauberstab und war erstaunt über die Empfindungen, die er schon jetzt bei ihm auslöste. Er sah zu dem alten Mann auf, gerade als dieser mit seinem eigenen Zauberstab auf den neuen in Harrys Hand zielte. Harrys Stab begann in einem sanften Gold aufzuglühen und dehnte sich über Harrys Hand aus, seinen Arm entlang bis hin zu seinem Ellbogen. Der goldene Strahl erhellte, wurde silbern und verklang.
Der alte Mann grinste erst Harry und dann den Zauberstab an. Doch dann verschwand sein Grinsen. „Was ist das?“ fragte er verblüfft.
Harry blickte zu seinem neuen Zauberstab und entdeckte ein Muster auf diesem, das zuvor noch nicht da gewesen war; ein silbernes Furnier verzierte ihn, welches einer wunderschönen geblümten Weinrebe ziemlich ähnlich war, sich aber nur auf einer Seite des Zauberstabes abbildete. Der Rest war genau so geblieben wie zuvor.
Der alte Mann kam nähre, spähte sehr genau auf die Verzierung, aber berührte weder sie noch den Stab. „Mythril? Ich habe kein Mythril. Woher kommt es dann?“ Er sah anklagend auf Harry, als er die letzte Frage stellte.
„Keine Ahnung“, protestierte Harry. „Was ist Myth-rill*4?“
„Das wissen Sie nicht?“ Der alte Mann starrte Harry in die Augen. „Sie wissen es nicht!“ wiederholte er erstaunt. „Es ist ein Elbenmetall – recht magisch. Aber woher könnte es gekommen sein?“ fragte er niemand bestimmtes als er abermals begann, den Zauberstab zu untersuchen. Dann schüttelte er sich, wie er es schon einige Stunden zuvor getan hatte, um aus seinen Grübeleien aufzutauchen, richtete sich so gut er konnte auf und betrachtete Harry.
„Dieser Zauberstab…“ Er verhallte, besah sich zweifelnd zuerst den Stab, dann Harry und begann dann noch einmal. „Dieser Zauberstab sollte Ihren Zaubern mindestens die doppelte Stärke geben können als normal. Normalerweise gewähren meine Zauberstäbe nur eine etwa zehn bis dreißig prozentige Machtzunahme, aber diese Mythrileinlage… Aber versuchen Sie es, Mister Potter. Ein einfacher ‚Lumos’ bitte, für den Anfang.“
Harry sprach den ‚Lumos-Zauber’, welcher ein leichtes Licht, gut genug um mit seinem alten Zauberstab zu lesen, oder ein schummeriges Licht in einem Kreis von ungefähr drei Metern aussenden würde. Doch das Ergebnis war ein leuchtendes weißes Licht, das jede Ecke des Ladens erhellte und die Schatten verwies. Schnell sprach Harry ein ‚Nox’ aus, beendete den Zauber so. Er blickte erstaunt zu dem alten Mann, dessen Fähigkeiten offensichtlich auch ihn selbst überraschten.
„Ich muss eine Quelle für Mythril finden“, sagte der alte Mann schließlich zu sich selbst als er auf den Zauberstab starrte und dann zu Harry sah.
„Ich habe Ihnen einen Preis gestellt, junger Herr“, sagte er.
Harry nickte in Richtung des Beutels mit den Galleonen, den er auf dem Tresen zurückgelassen hatte.
„Es scheint nun kaum genug zu sein“, brummte der alte Mann als er ihn aufhob. „Aber das Mythril war weder von mir, noch war es mein Gedanke gewesen.“ Abermals wandte er seine Aufmerksamkeit Harry zu.
„Das Ministerium wird Ihnen nicht erlauben zwei Zauberstäbe zu besitzen“, warnte er ihn. „Tipp mit diesem gegen deinen Unterarm und er wird sich selbst als ein Armband tarnen. Sie müssen ihn sich nur in die Hand wünschen, wenn Sie ihn benutzen möchten. Oh, und lassen Sie ihn von niemand anderem berühren. Es könnte gefährlich für sie werden.“ Mit diesen Worten drehte sich der alte Mann um und verschwand in einem Hinterraum, den Beutel in der Hand.
Es war offensichtlich, dass er ob des Auftauchens des Elbenmetalls auf seinem Zauberstab aufgewühlt war und es hatte auch Harry sich etwas unbehaglich fühlen lassen. Aber es war eindeutig ein überdurchschnittlicher Zauberstab, wenn die Folgen des Lichtzaubers alles andere als vergänglich waren. Daher schüttelte Harry diese Stimmungslage ab.
„Ich wünsche Ihnen auch noch einen schönen Tag“, murmelte Harry dem gekrümmten alten Mann nach und rief dann ein lautes „Danke!“ aus. Daraufhin schob er seinen Ärmel hoch und tippte mit seinem neuen Stab gegen seinen Unterarm. Nichts passierte. ‚Ah, natürlich’, dachte er nach einigen Sekunden und schob den Ärmel seiner Zauberstabhand nach oben und tippte dann mit seinem Stab gegen dessen Unterarm. Der Zauberstab wickelte sich selbst fest, aber nicht zu straff um seinen Arm, direkt unter seinem Ellbogen verbleibend und das Muster aus Mythril deutlich sichtbar. Harry ordnete seine Kleidung neu, ließ seinen Blick ein letztes Mal durch den Laden gleiten, drehte sich dann um und ging.
~*~
‚Malfoy sollte jetzt Zeit genug gehabt haben, um zum Tropfenden Kessel zurückgekehrt zu sein’, dachte er und gab es daher auf, ‚King and Crown’ zu finden und verließ die Nokturngasse. Es war nicht mehr genügend Zeit bis zum Mittagessen, als dass sich weitere Nachforschungen in seinen Verliesen unterhalb Gringotts lohnen würden und so machte er sich auf den Weg zum Tropfenden Kessel. Draco war noch nicht da, also übte Harry einige Male, seinen neuen Zauberstab in seine Hand zu wünschen, versuchte, ein Gefühl dafür zu bekommen und sprach verschiedene kleine Zauber, die letztlich zehnmal stärker waren als sie es mit seinem alten Zauberstab sein würden (und was in ihm die Verwunderung hervorrief, ob dessen Fähigkeiten Kraft auszuführen abgeschwächt waren – ein Zauberstab, der ein nur zur Konzentration und Machtableitung fähiges Gerät war, ohne jegliche Kraft). Dann beschäftigte er sich damit, seine Sachen aus seinem alten Koffer in den neuen schweben zu lassen, zusammen mit all den neuen Dingen. Alle abgetragenen und alten Sachen von Dudley wurden natürlich mit Eifer in den Abfalleimer geworfen.
Sobald er diese Arbeit erledigt hatte, sprach Harry einen Zeitzauber; die Mittagszeit war vorbei und Malfoy war noch immer nicht zurück. Harry ging runter in den Gemeinschaftsraum der Bar und fragte Tom, ob er den Blonden gesehen hätte. Aber hatte er nicht. Ein bisschen besorgt, ging Harry zurück zur Winkelgasse und bahnte sich seinen Weg zur Nokturngasse, die ganze Zeit mit scharfem Auge nach dem blonden Slytherin Ausschau haltend. Während er jedoch einige bekannte Gesichter aus Hogwarts erkannte, von denen er die meisten Namen nicht kannte, sah er Draco nirgends. Er musste also doch ‚King and Crown’ finden und hoffen, dass Malfoy nur etwas störrisch war.
Harry bekam mehr als einen seltsamen Blick zugeworfen als er durch die Nokturngasse schritt, trotz seines Hutes. Offenbar war er doch keine so gute Verhüllung, wie er es sich gewünscht hatte. Aber er musste nicht weit gehen. ‚King and Crown’ war just auf der anderen Straßenseite und ein bisschen weiter unterhalb der Gasse, in der der Zauberstabladen zu finden ist. Als er einmal im Innern war, fragte er nach Dracos Zimmer – und ging genauso weit, wie er es von jemandem erwartet hätte, der Tom nach seinem Zimmer im Tropfenden Kessel fragen würde. Nirgendwo. In Wirklichkeit noch nie von dem Kerl gehört.
Enttäuscht aber nicht abgeschreckt, zog sich Harry in den inneren Gemeinschaftsraum zurück und wartete, bis der Angestellte beschäftigt war. Dann wanderte er umher und lehnte sich gegen den Tresen, um angeblich auf den Angestellten zu warten, bis dieser Zeit für ihn hatte, doch eigentlich überflog er schnell die Eintragungen. Dracos unverwechselbare Handschrift war etwa ein drittel runter auf der unteren Hälfte der Seite zu erkennen – Raum dreiundzwanzig. Gefunden was er gesucht hatte, wanderte Harry langsam durch die Lobby und duckte sich dann schnell die Treppe hoch.
Er fand das Zimmer im zweiten Stock. Die Tür war angelehnt: nur einen Zentimeter oder weniger, aber es war beunruhigend, da Malfoy nicht so unvorsichtig sein würde. Die Spitze seines Zauberstabes – des legalen – benutzend, stieß er die Tür auf. Der Raum war ziemlich sorgfältig und auf den ersten Blick hastig durchwühlt. Draco lag auf dem Boden mitten im Durcheinander, eine große Beule an seinem Kopf und ein Bach Blut rann die Seite seines Gesichts hinunter, bevor es trocknete.
„Malfoy!“ Nach diesem Zornesausbruch kniete sich Harry schnell an die Seite des Slytherins und ergriff den Arm des Blonden. Er war erleichtert als er ihn warm auffand: Und noch mehr, als er feststellte, dass Malfoy atmete. Er war kurz davor ‚Enervate’ auszurufen, als er sich besann und seinen legalen Zauberstab gegen den anderen austauschte. Das Ministerium mochte ihn vielleicht für die anderen Zauber, die er zuvor ausgesprochen hatte, vorladen und er wollte das Schicksal nicht unnötig herausfordern, sollten sie es nicht tun. Doch als er sich daran erinnerte, wie sein einfacher ‚Lumos’ und die anderen kleinen Zauber ausgeartet waren, als er geübt hatte, minderte Harry die Kraft, die er für seinen Enervate benutzte ein viertel auf das runter als er es normalerweise getan hätte.
Draco keuchte und öffnete seine Augen
~*~
*1 Ich wusste nicht genau, wie ich es übersetzen sollte… Draeconin hat es als eine ‚annähernde Bikiniform’ beschrieben. Da Draco ein reinblütiger Aristokrat ist, würde Draco KEINE Mugglekleidung tragen, daher auch keine Boxershorts. Diese Art Unterwäsche stammt aus dem 15. Jahrhundert und Draco würde diese eher tragen, als einen ‚Ganzköperanzug’ (Ich weiß nicht genau wie man das nennt, aber ich hoffe es ist verständlich) wie es üblich und typisch für diese Zeit war.
*2 Leir ist der keltische Gott des Blitzes. Der magische Leirbaum ist wegen der elektrischen Eigenschaften nach ihm benannt. (Draeconins Kreation)
*3 384 Galleonen, 5 Sickel und 9 Knut: 3381,24 US$ (3/2006) und 2474,02 €.
*4 ‚myth’ – Mythos; ‚rill’ – Rinnsal, Bächlein…
TBC
(hoffe, es hat gefallen… aber ein paar Reviews könnt ihr trotzdem dalassen… *g*)
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