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Dylan wunderte sich nicht schlecht, als Trance ihm entgegen kam. Okay, über die Tatsache das sie ihm entgegenkam wunderte er sich gar nicht, nur über die Tatsache, wie sie ihm entgegenkam. Statt ihres normalen, recht offenherzigen Outfits trug sie nun eine hochgeschlossene Uniform.
"Captain Hunt.", salutierte sie.
Nun war Dylan mehr als Baff.

"Captain Valentine? Ich habe neue Befehle für sie.", ertönte Trances Stimme hinter Beka, die sich überrascht umdrehte.
"Trance, seit wann nennst Du mich 'Captain Valentine'?"
"Entschuldigen Sie, Beka, ich bin etwas verwirrt, durch die Tatsache, das Captain Cat noch am Leben sein könnte, oder eventuell sein Geist hier rumspukt."
Beka lachte hell auf: "Ich bitte dich, du glaubst Doch wohl nicht im Ernst an den Mythos des Geistercaptains, oder?"
Trance kniff die Augen zusammen, trat einen Schritt auf Beka zu und packte sie am Kragen.
"Nun passen sie mal auf, Captain Valentine. Ich bin so real wie es Trance hier ist.", sagte Trance.
"Captain... Cat?", Beka war baff.
Cal ließ Trance leicht fies grinsen. Blitze zuckten von Trances Augen in Bekas.
"Es wird sich einiges Ändern, Captain Valentine. Und noch was. Ein Wort zu Captain Hunt oder sonstwem und sie und Trance sterben. Verstanden?", fragte der Geist und Beka nickte.

Weiterhin zuckten Blitze in Bekas Augen, sie war wie paralysiert. Sie konnte nicht anders als nur zurückstarren.
„W... was haben sie vor?", murmelte Beka kraftlos.
Doch sie wusste es schon. Ihr Willen wurde mit neuen Befehlen gespeist, neue Ziele wurden angegeben.
„Sie wissen doch, Kraftverteilung.", lächelte Cal/Trance.
Plötzlich erklang Harpers Stimme von der Tür her: „Was passiert denn hier? Ne Gruppensexorgie, von der ich nix weiß?"
Mit einem nahezu animalischen Knurren drehte sich Cal/Trance zu Harper um und schleuderte eine Energiekugel auf ihn, die den armen Chefingenieur einmal quer durch den Raum fliegen ließ. Dann ließ sie Beka los, war bei Harper.
„Meine Energie ist zu geschwächt, als das ich Drei Leute mit meinem Willen beseelen könnte.", meinte Cal/Trance, stippte ihm einmal kurz mit der Hand über die Stirn und sagte „Du hast nichts gesehen, Harper."
Verwirrt blinzelte der Chefingenieur und fragte „Was ist passiert?"
„Du bist wohl offensichtlich über etwas gestolpert. Was wolltest Du eigentlich auf der Brücke?
„Nichts wichtiges, meine Lila-Lachmaus. Aber diese hochgeschlossene Uniform steht dir...", grinste Harper.
Damit ging er.
Cal kniff wütend die Augen zu.
„Bete nur, das meine Energie nicht noch stärker wird....", grummelte er. Dann drehte er sich zu Beka.
„Captain Valentine. Setzen Sie Kurs und fliegen sie los."

„Was ist nur mit diesem SCHIFF los?", donnerte Tyr sofort. Die KI Rommie erschien als Hologramm „Ich habe Kurs auf den Raum der Drago Kazov gesetzt, und bin in den Slipstream gegangen.", informierte sie den wütenden Nietzscheaner.
Dylan zog die Stirn kraus: „Wer hat das angeordnet?"
„Beka."
Tyr war noch wütender: „Was? Beka? Wieso tut sie das?"
Doch plötzlich begann das Andromeda-Hologramm zu flimmern: "Dort versucht jemand auf mich zuzugreifen!"
"Du bist doch zeitgleich auf der Brücke! Sag uns, was Beka vorhat!", forderte Dylan.
"Ich....", setzte Rommie an, doch plötzlich schlich sich eine, den beiden nur zu gut bekannte Kälte in die Stimme der schönen Avatarin: "Ich bin nicht befugt Ihnen Auskunft zu erteilen. Captain Dylan Hunt, Tyr Anasazi, hier mit beschränke ich ihre Bewegungsfreiheit auf diesen Raum. Captain Hunt, ich hoffe sie wissen was passiert, wenn Sie versuchen, zu flüchten?"
Dylan nickte.

Einige Minuten vergingen, ehe Dylan wieder das Hauptthema anschnitt.
„Wenn die Nietzscheaner die Gebeine Drabo Mussevenis an Bord der Andromeda finden…", begann Dylan.
„Das müssen wir verhindern."
Damit stürzte Tyr auch schon zur Tür. Dylan blieb im Raum stehen, als die Tür sich wieder öffnete und Tyr rückwärts hereingestolpert kam. Aus dem Korridor hallte das Geräusch von Waffenfeuer wider.
Dylan verzog nicht eine Mine: „Selbstschussanlagen?"
„Selbstschussanlagen! Wir sind eingesperrt. Durch den Lüftungsschacht können wir nämlich auch nicht, da der garantiert irgendwie unter Spannung steht."

Harper arbeitete im Maschinenraum, als das Spektakel losging. Die Andromeda beschleunigte auf Slip-Geschwindigkeit und er flog fast über die Brüstung in den Slipkern. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich am Gitter festklammern und zog sich nach oben.
„Rommie?", fragte Harper ins Blaue hinein.
Sofort erschien die schöne Avatarin und sah ihn an: „Was gibt es, Mister Harper?"
„Was ist hier los?"
Rommie schien, einige Sekunden lang nachzudenken, ehe sie antwortete: „Ich bin nicht befugt, dies zu beantworten. Stellen Sie keine weiteren Fragen, Mister Harper."
„Mit Dir stimmt irgendwas absolut nicht, meine Liebe.", sagte er und machte sich auf, das nächste Computerterminal zu erreichen und sich mit dem Computer zu verbinden. Doch ehe er auch nur einen Finger an das Terminal legen konnte, explodierte dieses in einem blauen Funkenregen.
„Diese Vorgehensweise ist nicht gestattet, Mister Harper!", ermahnte die Holo-Andromeda.
Doch sofort erschien Rommie, also der physische Avatar, packte Harper und zog ihn weg.

Die physische Avatarin setzte Harper vor sich in einen Sessel und blieb vor ihm stehen.
„Sie können mir vertrauen, Harper.", begann sie.
Harper sah sie mißtrauisch an: „Kann ich? Woher weiß ich das?"
„Dazu müssen sie mir schon vertrauen, Harper."
Der Blonde fuhr auf, fixierte sie und sagte: „Hör mal, Rommie, ich weiß wirklich nicht, was hier vor sich geht, aber eines sage ich Dir."
Die Androidin bedachte ihn mit einem forschenden Blick: „Und was?"
Harpers Wutausbruch verflüchtigte sich, er deutete aber immer noch mit dem Zeigefinger auf Rommies Gesicht, also fuchtelte er damit vor ihren Augen herum: „Das!"
Beide wussten, das er in diesem Moment geringfügig lächerlich wirkte.

Cocoolem Nespears langweilte sich. Okay, er hätte jetzt mit seinem jüngsten Sohn eine Runde Schach spielen können, oder sich mal wieder maßlos darüber ärgern, das der Geliebte seiner Frau sich so dämlich anstellte, das diesen die Ferkel bissen. Denn, wer versteckt sich heute schon noch im Schrank??? Während er so seinen Gedanken nachhing, meldete sich mit einem lauten Piepsen sein Interkom.
„Nespears hier?", grummelte er, „Wehe wenn das nicht wirklich wichtig ist."
„Hier Flottenleutnant Neaguillera. Wir haben Meldungen, das sich die Andromeda unserem Planeten nähert.", vermeldete der Flottenleutnant aus dem Bildschirm.
Nespears Laune verbesserte sich umgehend: „Gut gut."

Harper war ungläubig einen Blick auf den Bildschirm, der ihm den Kurs zeigte, der im Hauptrechner eingegeben war.
„Wir haben Kurs auf das Zentrum des Drago-Kazov-Imperiums gesetzt???? Is Beka jetz völlig durchgeknallt?", fragte er laut zu Rommie hinüber, zu der er inzwischen Vertrauen gefasst hatte.
Diese blieb mit gewohnt stoischer Mine und hinter dem Rücken verschränkten Armen stehen und spekulierte: „Vielleicht hat Beka den neuen Kurs auch nicht freiwillig eingegeben."
„Na, ich war vorhin auf der Brücke... Trance und Beka sind dort. Ansonsten nichts ungewöhnliches."
Rommie sah auf: „Moment mal... Trance ist auf der Brücke?"
„Ja."
„Haben Sie irgendwas anderes bemerkt, Harper?"
„Wieso?"
Rommie wanderte auf und ab: „Kurz bevor die Haupt KI nicht mehr auf meinen Zugriff reagierte, hatte ich mir noch einige Daten kopieren können. Darunter Daten über einen massiven Energieanstieg im Hydroponischen Garten."
„Ja, und?"
Rommie: „Ich habe mich vor 45 Minuten mit Dylan unterhalten, 10 Minuten bevor das Schiff sich veränderte. Er sagte mir, er habe Trance gesehen, wie sie an ihm mit hochgeschlossener Uniform vorbeigegangen sei, und auch salutiert habe."
„Jaja, an die Uniform erinnere ich mich noch."
Rommie: „Erinnern sie sich noch an was anderes, Harper?"
Harper überlegte, doch er schüttelte den Kopf.
Rommie sah ihn auffordernd an: „Ich glaube, das Sie an einer verschütteten Erinnerung leiden."
Harper: „Unsinn, ich erinnere mich an wirklich alles."
„Ach ja, was ist passiert, als sie die Brücke betraten?"
Harper sah etwas unglücklich drein: „Ähm... ich verlies die Brücke wieder???"
„Harper, glauben Sie mir, ich habe das Gefühl, da fehlt etwas… vertrauen Sie mir?"
Harper nickte.
„Gut, denn was ich vorhabe, erfordert einiges an Vertrauen. Und bitte denken Sie jetzt NICHTS falsches von Mir.", begann sie, und sah ihm in die Augen.
Harper sah eine Zeit lang zurück, bis er merkte, wie ihm schwindelte.
Ruckartig riss er sich zusammen: „Woa! Was ist denn jetzt passiert?"
In Rommies Blick stand etwas nahezu trauriges geschrieben: „Ich kann ihnen nur helfen, wenn... ich sie hypnotisiere."
Harpers Gesichtszüge entgleisten: „Das meinst Du nicht ernst, oder?"
Rommie nickte.
Obwohl ihm nicht gut bei der Idee war nickte er.
Rommie: „Es ist jetzt nur wichtig, das Sie sich entspannen."
„Moment! Wenn ich weg bin.... nicht das Du da Sachen mit mir machst, die ich nur zu gerne Bewusst miterleben würde."
*RUMMS*
Ein unbedachter Ausspruch und schon schmerzte die Wange... was ja nicht so schlimm gewesen wäre, wenn Harper durch die Ohrfeige nicht einmal quer durch den Raum geflogen wäre.
„Tat’s weh?", fragte Rommie.
Harper rappelte sich auf: „Neeee, absolut nicht!"
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