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von Blacky007    erstellt: 12.07.2007    letztes Update: 19.07.2007    Geschichte, Allgemein / P16 Slash    (fertiggestellt)
Titel: Ein letztes Mal II
Autor: Blacky007
Teil: 2/2
Rating: P16-Slash
Pairing: Bennoda [Linkin Park]
Disclaimer: Nix meins. Geschichte frei erfunden und natürlich gehören sich Mike und Chaz selber. Ich habe keinerlei Rechte an den Beiden (Obwohl… Wäre mal keine schlechte Idee ^^) und ich verdiene hiermit auch kein Geld.
Widmung: Inspiration! Du machst deinem Namen alle Ehre *knuddel*
Anmerkung: So, hier ist dann der letzte Teil von "Ein letztes Mal..." und damit ist die FF dann abgeschlossen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Fortsetzung zu schreiben und ich danke allen, die sie gelesen bzw. ein Review hinterlassen haben. Ihr seit toll!!!
Dieses Kapitel finde ich sehr gelungen, weil es die Gefühlswelt von Chester noch einmal sehr deutlich darstellt. Außerdem wird jetzt endlich mal das Geheimnis des Bildes gelüftet *lach* Aber natürlich ist eure Meinung hier am Wichtigsten.
Also: Noch einmal vielen Dank für's lesen. Wir sehen uns in der nächsten FF ^^


@Black Lilith: Spannend? Boah, ich hätte alles gedacht, aber spannend???? Das gefällt mir tierisch *Leuchtaugen krieg* Vielen Dank!

@Nozomi-chan: *mit Fächer ankomm* Ganz ruhig *wedelwedelwedel* Geht's wieder???? Oi, vielen Dank für den Keks *knabber* Schmet escht legger *krümmel* Ups... Tschuldige....

@Inspiration: Ich habe mich schon gefragt, wann du mal vorbei schaust.... Ok, nächstes Mal sag ich dir rechtzeitig bescheid, ok!? Hmmm.... die Abkürzungen.... Auch auf die werde ich absofort besser achten. Hätte nicht gedacht, dass die so stören.... Oh man *rot werd* du machst mich extrem verlgen!!! Du weißt gar nicht, wie wahnsinnig ich mich darüber freue, dass der Schreibstil so gut ankommt. Ohne diesen kann einem die beste Storyidee nix nützen, finde ich. Also: Vielen Dank!... Ja~a, das Bild... XD Muahahahahaha Ich liebe es, das so geheim zu halten *eg* Macht voll Spaß euch so im dunklen tappen zu lassen *hihihihi*.... Und das mit dem Gefühl/Gänsehaut: Meine Fresse, man sagt mir ja, dass ich ne relativ gute Wortwahl habe, aber du schaffst es immer wieder mich umzuhauen! Also (noch einmal): Vielen, vielen, vielen... Dank!!!


Ein letztes Mal II


Chesters POV

Mein Körper fühlte sich an, wie in Watte gebettet. Gleichzeitig tat mir aber alles weh. Wo war ich bitte? War das die Hölle?
Mühsam öffnete ich meine schweren Augenlieder um sie sofort wieder zu schließen, als mich grelles Weiß empfing.
Weiß? Bin ich doch nicht in der Hölle gelandet?
Ich versuchte es ein zweites Mal, diesmal langsamer und gewöhnte mich so an das blendende Licht.
Ich lag in einem Bett mit weißem Bezug. Die Wände waren weiß, die Vorhänge waren weiß, die Tür war weiß… selbst der Bodenbelag war weiß.
Nein, die Hölle konnte das wirklich nicht sein. Aber kamen Selbstmörder nicht normalerweise immer zum Teufel? Wie kam ich dann zu so einem Ort? Und vor allem: Sah so der Himmel aus?
Verwundert schaute ich mich ein zweites Mal um und entdeckte eine Gestalt, die an mein Bett gelehnt zu schlafen schien. Jetzt war ich mir sicher: Ich war im Himmel. Diese Gestalt dort musste ein Engel sein, denn sie sah aus wie Mike. Wenn ich nicht genau wüsste, dass ich tot wäre, dann würde ich sogar sagen, dass das mein bester Freund war. Aber das konnte nicht sein. Schließlich war ich jetzt an einem vollkommen anderen Ort als er. Dieser Gedanke machte mich unsagbar traurig. Wieso hatte ich nicht vorher daran gedacht? Wieso wird mir das erst jetzt klar? Ich würde Mike nie wieder sehen… Nie wieder. Aber war es nicht genau das, was ich wollte? Ich hatte es nicht mehr ausgehalten, ihn jeden Tag zu sehen. Jeden Tag seine wunderbare Stimme zu hören mit diesem unbeschreibbaren Lachen. Jeden Tag seinen angenehmen Geruch einzuatmen. Jeden Tag jede einzelne seiner Bewegungen in mich aufzusaugen und vor allem jeden Tag in seine strahlenden Augen zu schauen, in denen ich sooft versunken war.
War es nicht genau das, was ich wollte? Warum tat es dann trotzdem so weh?
Schmerzerfüllt hob ich meine rechte Hand in Richtung des Engels. Wenn das doch nur Mike sein könnte. Wenn er doch nur bei mir sein könnte. Wenn er doch nur dieser Engel hier sein könnte. Es würde alles soviel einfacher machen…
Vorsichtig strich ich dem Himmelsboten durch sein Haar. Sie waren genauso weich wie ich Mikes in Erinnerung hatte. Genauso samtig und einzigartig.    
Der Engel schien auf Grund meiner Berührung aufzuwachen. Eigentlich hätte ich ihm lieber noch ein bisschen beim Schlafen zugeschaut. Das hätte den Schmerz erträglicher gemacht.
Müde rieb er sich über die Augen und schaute verwirrt umher, bis er schließlich realisierte wo er war und sich ruckartig zu mir umdrehte. Ein Lächeln zierte seine Lippen, als sein Blick auf mir zu Ruhen kam. Seine Augen strahlten die gleiche Wärme aus, wie die von Mike.
“Chester, du bist aufgewacht!”
Die Stimme dieses Engels hörte sich auch an wie die von meinem besten Freund und er kannte sogar meinen Namen. Gut, wahrscheinlich tat das jeder hier.  Aber warum aufgewacht? Bezeichnet man im Himmel das Leben als Schlaf? Normalerweise kenne ich den Tod auch unter der “ewigen Ruhe” aber nicht anders herum.
“Wie geht es dir?”
Eine Frage auf die man soviel antworten könnte. Gut, schlecht, bestens, miserabel… Alles möglich.
Aber was sollte ich antworten?
Gut, weil ich endlich das hatte, was ich wollte.
Schlecht, weil mir aufgefallen war, dass ich Mike nie wieder sehen werde.
Bestens, weil der Engel so aussah wie meine große Liebe.
Miserabel, weil er zwar so aussah, es aber nie sein wird.
Ja, es ging mir gut und schlecht, bestens und miserabel zugleich.
Diese innere Zerrissenheit… Ich hatte gehofft sie würde ein Ende nehmen, wenn ich erst einmal tot wäre, aber sie tat es nicht. Im Gegenteil: Sie wurde nur noch schlimmer. Warum? Warum nur?
Ich merkte, wie Tränen in meinen Augen brannten und bevor ich auch nur irgendetwas tun konnte, liefen sie mir schon die Wange herunter.
“Warum hört das nicht auf?”, schluchzte ich und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. “Warum hört das einfach nicht auf?”
Es machte mich wahnsinnig, brachte mich um den Verstand. Deswegen hatte ich doch das alles geplant gehabt. Deswegen habe ich mir doch die Pulsadern aufgeschnitten. Um das alles zu beenden. Um diese Liebe und diesen Schmerz mit ins Grab zunehmen. Um diese Gefühle nie wieder fühlen zu müssen.

“Chazy?”

Wie lange hatte ich diesen Konflikt in mir ertragen? Wie oft hatte es mir immer und immer wieder das Herz zerrissen? Wie lange hatte ich mich mit meinen Gefühle auseinander gesetzt? Wie oft stand ich schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch? Wie viele Male hatte ich um Erlösung gebetet?
Nur um jetzt das gleiche weiter zu durchleben?

“Chester!?”

War alles umsonst gewesen? Hatte ich die Welt umsonst verlassen? Würde ich Mike umsonst nie wieder sehen; Nie wieder seine Stimme hören geschweige denn sein Lachen?
War das wirklich alles vollkommen vergebens gewesen?

“Warum nur?” Der Tränenfluss wollte und wollte nicht aufhören. Dabei hatte ich doch schon viel zu viel von ihnen vergossen. “Warum nur? Warum hört das nicht auf?”

Ich versank in meine Verzweiflung. Ich bemerkte nicht wie der Engel aufgeregt nach mir rief und schließlich jemand anderes holte. Ich bemerkte nicht einmal, dass mir diese Personen eine Spritze gaben. Ich fühlte nur diesen unbeschreiblich großen Schmerz, bevor ich langsam aber sicher wieder in tiefe Dunkelheit eintauchte.  

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Als ich das nächste Mal aufwachte, spürte ich als erstes ein schmerzhaftes Pochen in meinem Kopf.
“Oh Scheiße…”
Mit einer Hand an meinem Kopf richtete ich mich auf. Wo kamen denn bitte diese Kopfschmerzen her?
Hatte ich gestern mal wieder einen über den Durst getrunken oder zuviel geraucht?
Mit gequältem Gesichtsausdruck öffnete ich meine Augen und sah mich um. Wo war ich denn gelandet?
Das sah ja wie ein Krankenhauszimmer aus. Urgh, eindeutig zuviel weiß für meine Augen  und für meine Kopfschmerzen.

“Chester?”

“Nicht so laut! Ich habe Kopfschmerzen.”, grummelte ich. Musste Mike denn so brüllen?

“Chaz…”

“Hm?” Vorsichtig drehte ich meinen Kopf in die Richtung, aus der seine Stimme kam. Warum klang er denn so seltsam? War irgendetwas passiert?
Als ich ihn sah, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Er stand vor der schneeweißen Tür und sah auf mich herab. Was mich aber am meisten beunruhigte war dieser traurige aber gleichzeitig auch besorgte Gesichtsausdruck.
“Was ist los? Ist irgendwer gestorben oder warum schaust du mich so komisch an?”

“Kannst du dich denn nicht mehr erinnern?”, fragte er mich und trat auf mich zu, bis er schließlich direkt vor mir stand.
“Woran sollte ich mich denn erinnern?”
Der Blick in seinen Augen wurde noch besorgter.
“Gestern… du hast… Chester, kannst du dich wirklich an nichts erinnern?”
Verneinend schüttelte ich den Kopf (Was ich sofort auf Grund der Kopfschmerzen bereute) und starrte ihn fragend an.
Mike atmete noch einmal tief durch, bevor er zu sprechen anfing. “Du… du hast gestern versucht, dir das Leben zu nehmen…”, flüsterte er und schaute mir dabei in die Augen.
“W-Was hatte ich…?” Und plötzlich war alles wieder da. Das Funkeln des Messers im Licht des Blitzes. Der Schrei, der nicht aufhören wollte. Der Telefonanruf und das Blut, das aus meiner Wunde austrat. Das Bild… Ja, und die Erinnerung an vorhin. An den Himmel, an den Engel, der Mike so ähnlich sah, an die Schmerzen… Aber wenn Mike jetzt hier vor mir stand und das immer noch das gleiche Zimmer war, dann hieße das ja, dass ich gar nicht im Himmel war, sondern immer noch lebte und dass mein Selbstmordversuch damit gescheitert war. Das würde auch erklären, warum ich diese Gefühle immer noch spürte.
Damals, vorhin und auch jetzt wieder.
Wieder stiegen Tränen in mir auf. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Warum lebte ich noch? Warum war ich nicht tot?
“Chester, bitte! Nicht wieder weinen.”, flüsterte Mike verzweifelt und setzte sich zu mir aufs Bett.
Entgeistert schaute ich ihn an.
“Nicht weinen? Was soll ich denn sonst tun?”, schrie ich ihn an und trommelte mit den Fäusten auf seinen Oberkörper ein. “Warum lebe ich noch, Mike? Warum bin ich nicht tot?”
Stumm verfolgte er mein Tun. Er stoppte weder meine Fäuste, die auf ihn einhämmerten, noch das Geschrei, welches ich ihm entgegenbrachte.
“Warum, Mike? Warum?”, schluchzte ich, krallte meine Finger in sein T-Shirt und vergrub mein Gesicht in dieses. Ich hielt das nicht mehr aus. Alles was ich tat, war zum Scheitern verurteilt. Warum brachte ich es noch nicht einmal fertig, mich selbst umzubringen?
Sanft schlossen sich Mikes Arme um meinen zitternden Körper, während ich weiterhin sein Oberteil mit meinen Tränen benetzte.
“Chazy…”, flüsterte er leise und zog mich näher an seinen Körper heran. Ich war ihm so nahe, wie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr. Ich konnte seinen Atem an meinem Hals und seinen Herzschlag an meiner Brust fühlen. Wenn ich nicht so verdammt verzweifelt gewesen wäre, hätte ich die Nähe zu ihm wahrscheinlich in vollen Zügen genossen. Aber so schluchzte ich hemmungslos ein “Warum?” nach dem anderen.
“Weil ich nicht wollte, dass du irgendwo hingehst, wohin ich dir nicht folgen kann!”, antwortete Mike schließlich. Seine Worte ließen mich noch mehr verzweifeln. Es tat so weh, wenn er so was sagte, es aber nicht so meinte, wie ich es gerne hätte. Warum tat er das? Sah er nicht, wie sehr er mich damit verletzte?
Ich versuchte mich von ihm zu lösen. Ich wollte nicht mehr von ihm gepeinigt werden. Wollte nicht mehr diesen Schmerz und all das Leid spüren. Ich wollte doch einfach nur Erlösung. Warum ließ er mich dann nicht los?
„Lass mich los, Michael!“ Er zuckte zusammen. Ich weiß nicht, ob es deswegen war, weil ich ihn mit seinem vollen Name angesprochen habe oder weil meine Stimme so verärgert klang. Aber er kam meiner Aufforderung nicht nach, sondern drückte mich noch fester an sich.
„Das kann ich nicht!“
„Lass mich los!“, zischte ich und versuchte mich von ihm wegzudrücken. Allerdings war er schon immer etwas stärker als ich gewesen.
„Nein!“, murmelte er.
„Bitte, Mike…“ versuchte ich es verzweifelt ein letztes Mal.
„Bitte, lass mich los!“, ich flehte ihn unter Tränen an. Aber es war vergebens. Mike ließ sich nicht umstimmen.
„Ich werde dich nie wieder loslassen, Chazy! Hörst du? Nicht bevor ich nicht weiß, warum du das getan hast!“
Ich gab nach. Mir fehlte einfach die Kraft um weiter zu machen. Sollte er mir doch den letzten Schubs in Richtung Abgrund geben. Es würde sowieso nichts mehr ändern.
„Chester… warum hast du das getan?“, murmelte er und vergrub sein Gesicht in mein Haar. „Warum, Chazy? Was hat dich dazu gebracht?“
Stumm liefen mir die Tränen über die Wangen, während ich mit leerem Blick an die weiße Tür starrte. Was sollte ich auf seine Frage antworten? Dass ich das alles nur seinetwegen getan hatte? Dass ich mit meinen Gefühlen zu ihm nicht mehr klar kam? Dass mich seine Anwesenheit einfach nur kaputt machte?
„Bitte, Chaz…“ Er flehte. Er flehte mich an, ihm endlich zu sagen, was in mir vorging. Aber ich konnte es nicht. Das würde dann nicht nur mich zugrunde gehen lassen. Nein, auch Mike würde früher oder später damit nicht mehr klar kommen. Dafür war er zu sensibel. Und auch wenn es mir wehtat, was er mit mir hier anstellte, so wollte ich ihm auf alle Fälle nicht verletzten. Dafür war die Liebe zu ihm einfach zu groß…
„Ich kann es dir nicht sagen!“, flüsterte ich mit tonloser Stimme.
„Warum nicht?“ Fragend sah er mich an. Ich konnte die Trauer, die Enttäuschung und die Angst in seinen Augen sehen. Ja, er hatte Angst. Das konnte ich deutlich sehen.
Ein Lächeln zog sich über meine Lippen. Es war ironisch, in diesem Moment zu lächeln, aber sein Anblick brachte mich dazu. „Weil du die Wahrheit nicht ertragen könntest!“, sagte ich und legte meine Hand auf seine Wange. Während ich aber gedacht hatte, er würde sie weg schlagen und mich anbrüllen, lehnte er sich dagegen und schloss die Augen.
„Also doch…“
Verwundert zog ich meine Hand zurück. Was meinte er damit?
Quälend langsam öffnete Mike seine Augen, sah meinen fragenden Blick und seufzte schließlich.
„Ich habe das hier gefunden. Es lag neben dir, auf dem Boden.“ Er zog etwas aus seiner Hosentasche. Etwas kleines, aus Papier und als ich erkannte, was es war, war mir wieder zum Heulen zumute.  
Es war das Bild… Dieses kleine unscheinbare Foto, was alles erst ins Rollen gebracht hatte…

Kichernd sah ich dabei zu, wie Mike schwankend und mit glasigen Augen den Fotoapparat auf der Schrankwand platzierte. Jeden Moment würde er umkippen und ich weiß jetzt schon, dass ich mich dann vor Lachen auf dem Boden kullern werde.
“Jetscht jeht’s losch!” , lallte Mike, drückte den Selbstauslöserknopf und eilte zurück. In seinem betrunkenen Zustand übersah er allerdings ein Hindernis und stolperte prompt darüber.
Ich sah ihn auf die Couch und mich zufliegen. Wollte ihn auffangen, aber alles was ich spürte, war etwas Weiches auf meinen Lippen.
Perplex starrte ich zu Mike, der mit geschlossen Augen auf mich lag und leise vor sich her schnarchte. Mein bester Freund war gerade auf mich drauf gefallen und hatte mich geküsst.
Mühsam krabbelte ich unter den Körper des MC‘s hervor und atmete tief durch. Es erschreckte mich. Nicht der Kuss an sich, sondern das es mir gefallen hatte. Was war nur los mit mir?
Das Surren der Kamera schreckte mich aus meinen Gedanken und schließlich hielt ich das Foto in der Hand, was mich die nächsten Monate quälen würde. Es zeigte mich und Mike, küssend. Der Fotoapparat hatte den perfekten Zeitpunkt erwischt.
Ich starrte auf das Bild. Fuhr immer und immer wieder mit den Finger darüber, bis ich es schließlich in meiner Hosentasche, mit samt den komischen Gefühl in meiner Magengegend, verschwinden ließ...



„Es ist deswegen. Habe ich Recht, Chester? Es ist wegen diesem Abend.“, sagte Mike und hielt mir das Foto hin.
Mit Tränen in den Augen schaute ich erst auf das Bild und dann wieder auf ihn.
„Du… Du kannst dich wieder… erinnern?“, stammelte ich in der Hoffnung, dass das alles nur ein schlechter Traum war. Mike war nicht doof und so wie das Bild aussah, musste er nur richtig kombinieren und schon wüsste er meine ganze Gefühlswelt.
„Ja.“, murmelte er und schaute beschämt zur Seite. „Es tut mir leid, Chester!“
Was tat ihm leid? Dass er sich erst jetzt erinnerte? Dass er der Grund für mein Leiden war? Das er meine Gefühle nie und nimmer erwidern könnte?
„Es tut mir Leid, dass ich erst jetzt bemerkt habe, wie schlecht es dir deswegen geht.“
Sein Blick wanderte wieder zu mir, während meiner sich von ihm abwendete.
„Ich liebe dich…“, flüsterte ich mit gesenktem Kopf. Ich hatte Angst vor seiner Reaktion. Angst vor seiner Antwort. Aber am meisten Angst hatte ich vor seinem Blick. Wenn er mich jetzt angewidert anschauen würde, könnte ich das nicht ertragen.
„Ich weiß.“, sagte er genauso leise wie ich. Gut, dann hatte er also verstanden. Dann hatte er die ganzen Narben auf dem Foto richtig gedeutet.
„Chaz, vor ein paar Tagen hätte ich wahrscheinlich gesagt, dass ich deine Gefühle nie erwidern könnte, aber jetzt…“, Er nahm mein Kinn in sein Hand und zwang mich damit in seine Augen zuschauen.
„…Aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher! Als ich dich da liegen sah. Es tat so weh, Chester. Es hat mir das Herz zerrissen. In diesem Moment hatte ich Angst. Angst davor, die wichtigste Person in meinem Leben zu verlieren.“ Er unterbrach sich kurz selber um tief durchzuatmen. Die nächsten Worte schienen ihm also schwer zu fallen.
„Auch wenn es jetzt fast zu spät ist: Ich kann nicht ohne dich. Jede verdammte Sekunde will ich bei dir sein. Ich will deine Tränen wegwischen, will dich zum lachen bringen und in meinen Armen halten. Ich will für dich da sein, deine Wärme spüren und in deine wunderschönen Augen sehen. Sag mir, Chaz: Ist das Liebe? Ist es Liebe, wenn ich so fühle?“
Tränen sammelten sich wieder in meine Augen, während er diese einzigartigen Worte zu mir sagte.
„Sag mir: Ist es Liebe, wenn ich mir nichts anderes wünsche, außer dich zu küssen?“, flüsterte er  bevor er mein Gesicht in seine Hände nahm.
„Ist das Liebe?“
Mit einem letzten Blick in meine Augen legte er sanft seine Lippen auf meine. Ein Feuerwerk explodierte in mir, während ich vorsichtig seinen Kuss erwiderte. War das alles wahr? War das kein Traum? Küsste mich Mike gerade wirklich? Als er mit seiner Zunge behutsam meine Lippen teilte wusste ich, dass das alles pure Realität war. Mike küsste mich und das ließ mich auf Wolke 7 schweben.
Ich legte meine Hände auf seine, die immer noch auf meinem Gesicht ruhten und löste sie von meinen Wangen. Allerdings nur, um seine Finger mit meinen zu verhaken.
Schwer atmend lösten wir uns voneinander.
„Ist das Liebe?“, flüsterte Mike erneut, während er meine Hand mit kleinen Schmetterlingsküssen überzog.
„Ich weiß es nicht.“, antwortete ich ihm. „Aber lass es uns doch zusammen heraus finden.“ Und mit einem Grinsen platzierte ich meine Lippen erneut auf seinen. Ich konnte davon einfach nicht genug kriegen. Viel zu lange musste ich darauf warten…
Während Mike und Ich in einen neuen Kuss verfielen, segelte das Foto langsam vom Bett zum Boden.
Es störte mich nicht. Ich brauchte es mir nie wieder anzusehen. Schließlich würde ich das jetzt öfters bekommen.
Trotzdem streifte mein Blick noch einmal das Bild.
Ein letztes Mal…

~Ende~

So, nun ist euer Abschluß-Kommentar gefragt! See ya *winkz*
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