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von Silberchen    erstellt: 01.07.2007    letztes Update: 01.07.2007    Geschichte, Romanze / P16 Slash    (fertiggestellt)
1. Autor:Silberchen
2. Art der Story:Romanze, Drama
3. Hauptpersonen:Jens Lehmann/Michael Ballack
4. Rating:P16?
5. Warnungen:Keine
6. Disclaimer:Die Kerle gehören sich selbst
7. Claimer:Die Story ist meine
8. Summary (muss nicht sein!): sami hat sich diese Geschichte gewünscht, sie konnte aus vorgegebenen Titel von Tote-Hosen-Songs wählen.

~*~*~*~

90 Minuten hin, 90 Minuten zurück. Und immer schön der Presse erzählen, daß es zu weit sei, um sich zu sehen. Um etwas gemeinsam zu unternehmen.

Micha hatte die Strecke hassen gelernt - und wäre er nicht so verdammt verliebt, dann würde er diese Route nicht mindestens einmal die Woche fahren. Und, wenn es ganz schlecht lief, bei dem Kontrollanruf kurz vor seiner Ankunft Conny am Telefon haben und gleich wieder abhauen müssen. Drei Stunden in den Sand gesetzt.

Und selbst, wenn Conny nicht da war, wenn Jens den Hörer aufnahm und erkärte, daß er alleine war, fühlte Micha, daß er nicht wirklich erwünscht war. Daß Jens lieber seine Ruhe haben wollte - und keine gesteigerte Lust hatte, sich mit dem zerrütteten und verwirrten Herzen seines Mannschaftskapitän aus der Nationalmannschaft zu beschäftigen.

Trotzdem war Micha jetzt wieder einmal auf dem Weg nach Highgate, einmal rund um London, und kurz vor der Autobahnabfahrt tippt er diese eine bestimmte Nummer in sein Handy ein.

"Lehmann?" meldet sich eine dunkle Stimme, und Micha wußte, daß Jens wieder einmal nicht auf die angezeigte Nummer geachtet hatte. Sonst hätte ihn eine andere Reaktion erwartet.

"Ich bins, Micha", meldete er sich schlicht, jede andere Formulierung hätte ihn womöglich gleich wieder auf den Rückweg geschickt. "Kann ich vorbeikommen?"

Ein leises Seufzen klang durch die Freisprechanlage, einen Moment lang war Stille, dann hörte er Jens' Stimme. "Ok, komm."

"Danke", legte Micha auf.

Er hatte es kaum zu hoffen gewagt, daß Jens ihn reinließ - die letzten paar Male war Conny zu Hause gewesen, Jens hatte zu tun gehabt - oder er hatte Micha abgewimmelt, weil er nicht schon wieder Seelenklemptner sein wollte. Besonders nicht für Probleme, die er selbst verursachte.

Von der Autobahn aus waren es noch mindestens 15 Minuten Fahrt, und Micha hatte es auch schon erlebt, dann trotz Anrufs von Conny an der Haustür empfangen worden zu sein. Deswegen wollte er sich auch diesmal nicht zu große Hoffnungen machen, Jens alleine anzutreffen.

Seit Wochen, seit Monaten war Micha in Jens verliebt. Er hatte es nicht geplant - sowas kann man nicht planen - und auch nicht gewollt, immerhin hat er Freundin und drei Kinder, eine Familie, und hatte immer gemeint, das würde reichen. Doch das tat es nicht. Und seit er hier in London war und Jens ihn ein einziges mal angerufen hatte, war es um ihn geschehen.

Jens hatte nur nachgefragt, wie es ihm denn so gehe. "Ich kenn das, wenn man hier in der Stadt neu ist, war für uns auch nicht so ganz einfach, auch wenn ich jetzt davon überzeugt bin, daß es die richtige Entscheidung war, zu Arsenal zu wechseln. Und für dich wird es sich auch als richtig herausstellen, bei Chelsea unterschrieben zu haben. Aber wenn du mal Hilfe brauchst, oder mal quatschen willst, dann ruf mich einfach an."

Das hatte er dann auch immer wieder gemacht, Jens angerufen, ihn um Hilfe, um Unterstützung gebeten, oder einfach sein offenes Ohr genutzt. Jens konnte zuhören, und das machte er auch immer wieder. Und als es bei Chelsea richtig schlecht lief, hatte Jens ihn öffentlich in Schutz genommen, etwas, was Michas Verliebtheit nicht gerade verringert hatte.

Bei den letzten Trainingslagern der Nationalmannschaft war Micha Jens schweren Herzens aus dem Weg gegangen - das hatte Jens so gewollt. Schließlich hatten sie auch vor der WM wenig miteinander zu tun gehabt, und das jetzt zu ändern wäre womöglich auffällig gewesen. So hatte er sich wie immer an Torsten gehalten und nur hin und wieder heimlich zu Jens geschaut.

Abends war er einige Male in Jens' Zimmer geschlichen. Wie gut, daß es Einzelzimmer gab - auch wenn er es anfangs bedauert hatte, sich das Zimmer nicht wie sonst üblich mit Torsten teilen zu können. Jens war wie immer freundlich und unverbindlich gewesen - und Micha hätte gerne die Hoffnung aufgegeben. Nur sein Herz ließ sich nicht so einfach davon überzeugen.

Endlich konnte er den Wagen vor dem gemütlichen Backsteinhaus parken, das Jens mit seiner Familie bewohnte. Connys Wagen war nicht zu sehen, so konnte er Hoffnung haben, ein paar Minuten gemeinsam mit Jens verbringen zu können.

Laut vernehmlich klang die Klingel, als Micha auf den Knopf drückte. Er mußte nur einen kleinen Moment warten, bis sich die Tür öffnete, und der Mann, den er so verehrte, ihn aus grünen Augen anblickte. "Komm rein", wurde er begrüßt und folgte der Aufforderung, die schon fast einem Befehl glich. Auch das war Micha gewohnt.

Jens deutete nur ungefähr in eine Richtung, und Micha wußte, das sie im Wohnzimmer sitzen nehmen würden. Micha setzte sich auf das Sofa, genau in die Ecke, in der er schon so häufig gesessen hatte. Jens würde noch in die Küche gehen, Wasser holen, und sich dann auf den Sessel gegenüber setzen - so, wie immer. Sie würden sich lange anschweigen, Micha würde Jens verliebt ansehen, und irgendwann würde sie über Belangloses reden. Bis Jens auffällig auf die Uhr sehen würde, weil Conny bald nach Hause kommen würde.

Über seine Gefühle sprach Micha nur selten, nur, wenn sie ihn übermannten, unterdrückten, ihn fertig machten. Er wollte Jens damit nicht mehr als unbedingt nötig belasten - aber er war der einzige, mit dem er über dieses Problem sprach.

Heute wurde Micha überrascht. Jens stellte die Flasche und die beiden Gläser auf den Tisch, setze sich dann aber nicht in den Sessel, den er üblicherweise benutzte, wenn Micha da war - sondern auf das Sofa. Nur wenig neben Micha. Und sah ihn dann eindringlich an.

"Du gibst nicht auf, was?" lächelte er wissend. "Du willst einfach nicht aufgeben, oder?"

Micha schüttelte den Kopf. Viel zu lange hatte er diese Gefühlte für Jens, und viel zu lange schon fuhr er diese 90 Minuten hin, 90 Minuten zurück, nur um ihn für einige Minuten sehen zu können. Er konnte einfach nicht aufgeben.

Ein Arm legte sich um Michas Schultern, und er wurde an Jens herangezogen. Er fühlte, wie es in und um ihn herum warm wurde, und wie kleine Schmetterlinge in seinem Bauch umherflatterten. Von seinen Gefühlen überwältigt lehnte er sich an Jens an, lehnte sogar seinen Kopf an Jens' Schulter und schloß die Augen. Wie lange hatte er davon geträumt - und eigentlich nicht einmal zu träumen gewagt?

Wie lange sie so gesessen hatten, das wußte Micha hinterher nicht zu sagen. Es war einfach viel zu schön, Jens hier zu spüren, ihm nahe sein zu dürfen - Micha hätte alles dafür gegeben, daß dieser Moment nie endete.

Doch als dieser Moment dann doch endete, ging er in etwas noch viel besseres über. Jens löste sich ein wenig von ihm, drehte sich zu ihm, und tatsächlich senkte er seine Lippen auf Michas. Micha glaubte zu zerfließen vor Glück, besonders, als Jens nun beide Arme um ihn legte und ihn dichter an sich zog.

Dann setzte sein Herz aus, jedenfalls fühlte es sich glatt so an, als Jens seine Hände über Michas Rücken gleiten ließ - und gleichzeitig mit der Zunge an Michas noch geschlossene Lippen stupste. Nun konnte Micha sich nicht mehr zusammenreißen, sein Mund öffnete sich ganz automatisch und nahm Jens' Zunge in Empfang, und seine Hände strichen über Jens' kräftigen Rücken. Ein Stöhnen entkam ihm, als ihre Zungen sich das erste Mal berührten, und er fühlte, wie Jens an seinen Lippen lächelte.

Viel zu schnell unterbrach Jens ihren Kuß und lächelte erneut, als er Michas Gesicht sah. "Mußt nicht rot werden", grinste er und strich ihm liebevoll durch die Haare. "Komm hoch..."

Micha reagiert erst gar nicht, er hatte nicht realisiert, was Jens da von ihm wollte. Erst, als der aufstand und ihm seine Hand hinhielt, verstand Micha und ließ sich erst vom Sofa und dann die Treppe hoch in Richtung Schlafzimmer ziehen. Was in den nächsten Minuten, in der nächsten Stunde folgte, das konnte Micha eigentlich kaum glauben und wähnte sich in einem wunderbaren Liebesfilm. Oder eher einem Porno...

Kaum waren sie im Schlafzimmer, wurde Micha auf das Bett gestoßen, und Jens lehnte sich über ihn. Wieder fanden sich ihre Lippen, und Jens' Hände wanderten über Michas Oberkörper. Schnell war das Hemd geöffnet und landete auf dem Fußboden, und gleich danach hatte Jens auch sein Hemd ausgezogen. Nackte Haut auf nackter Haut, etwas, was Micha sich so oft gewünschtund vorgestellt hatte, wurde jetzt wahr.

Kurz darauf hatten sie auch ihre Hosen und Shorts verloren, und irgendwie hatte Micha das Gefühl, daß es ihm jetzt doch etwas zu schnell ging. Vollkommen entkleidet legte sich Jens jetzt über ihn und küßte ihn erneut, heiß und innig, und Micha fühlte, wie das Blut in untere Regionen wich. Jens' Blut ebenfalls, das konnte er deutlich an seinem Oberschenkel spüren.

"Ich... ich will dich", flüsterte Jens, und Micha hätte sich keine schönere drei Worte von ihm vorstellen können. Ok, es gab da drei Worte, aber die würde er sowieso nie von ihm hören.

Micha nickte also nur, und Jens rutschte ein wenig von ihm herunter. Er küßte ihn noch einmal, dann rutschte er ein wenig herum und drückte Michas Beine hoch, so daß er an die für die folgende Aktion wichtige Stelle herankam. Er setzte an und schob sich langsam und vorsichtig an Micha heran. Dabei blickte er Micha ins Gesicht, das sich allmählich von Lust in Schmerz wandelte - großen Schmerz. Doch Micha wagte nicht etwas zu sagen, zu groß war seine Angst, daß Jens die Sache dann gleich abbrechen würde.

"Was ist? Tu ich dir weh?" fragte er dann doch das unvermeidliche, und Micha nickte vorsichtig. "Was mache ich falsch?" Jens versuchte es noch einmal, aber wieder brach er ab. Es ging einfach nicht, irgendwas fehlt, das merkte auch Micha.

Nach einem Moment des Nachdenkens wandte sich Jens ab und tastete auf dem Nachttisch herum, anscheinend Connys. Schließlich hielt er eine kleine Tube mit irgendeiner Creme in der Hand. Schnell hatte er die Tube geöffnet und etwas von ihrem Inhalt auf seine Fingerspitzen gegeben. Er tastete zwischen Michas Beine und verstrich die Creme dort irgendwie, dann bestrich er sich selbst ebenfalls damit.

Nach einigen weiteren Versuchen klappte das Eindringen, und Jens konnte sich ganz langsam und behutsam in Micha bewegen. Es brannte noch immer heftig bei jedem Ruck, bei jedem Stoß, doch Micha versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Und wenn er sich vor Augen führte, wer da genau in ihm war, dann war es auch nur halb so schlimm. Immerhin war es Jens, der Jens, den er so liebte, der da gerade mit ihm schlief. Etwas Schöneres konnte er sich kaum vorstellen, und wenn das hieß, einige Schmerzen zu ertragen, so tat er das gerne.

Viel zu schnell kam Jens in ihm und sank auf ihm zusammen. Erst nach einem langen Moment bewegte er sich wieder und richtete sich auf. Unsicher sah er Micha an, küßte ihn noch einmal kurz um sich dann aus ihm zurückzuziehen. "Ich... ich geh dann mal duschen", erklärte er, und Micha fühlte, wie unangenehm Jens diese Situation war. Deswegen nickte er nur und blickte Jens ein wenig traurig hinterher.

Als sich die Badezimmertür hinter ihm schloß richtete Micha sich wieder auf. Er hatte kurz überlegt selbst Hand an sich zu legen, aber irgendwie würde das diesem Erlebnis die Authentizität nehmen. So zog er sich lediglich wieder an - vorsichtig, denn die ersten Versuche und auch der Akt selber hatten ihn ihm Spuren hinterlassen.

Als er fertig war, kam Jens auch schon wieder ins Schlafzimmer. Dicke Wassertropfen liefen seine Locken hinunter und landeten auf dem weißen T-Shirt, das er trug.

Micha hatte schon fast erwartet, jetzt rausgeschmissen zu werden, aber statt dessen setzte sich Jens neben ihn und legte seinen Arm um ihn - ganz so, wie er es vor etwa einer halben Stunde unten im Wohnzimmer getan hatte. "Es... es tut mir leid, daß du nicht... auf deine Kosten gekommen bist", erklärte er leise und küßte Micha kurz auf die Lippen. "Beim nächsten Mal, ok?"

Micha fühlte, wie er vor Freude ein wenig rot wurde. Es würde ein nächstes Mal geben, und das würde sicher noch besser werden. Ein glückliches Lächeln zierte sein Gesicht, als er sich zu Jens wandte und ihn liebevoll küßte.

"Ich will dich nicht rausschmeißen, aber ich weiß nicht, wann Conny..." fing Jens vorsichtig an, und Micha stand sofort auf. "Ist schon klar", erwiderte er und konnte das Lächeln noch immer nicht von seinem Gesicht verbannen.

"Wir wiederholen das, ganz sicher", versicherte Jens ihm, als sie sich an der Haustür verabschiedeten. "Ich ruf dich an."

Und Micha war sicher, daß in den nächsten Tagen sein Handy klingeln würde.

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