■
Geschichte: Fanfiktion
/ Bücher
/ Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
/ Selenas Söhne
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Deira
erstellt: 05.06.2007
letztes Update: 01.10.2007
Geschichte, Abenteuer / P16
(fertiggestellt)
Die Geschichte habe ich mal ab 16 Jahren freigegeben, da sie später doch etwas härter wird.
Die Tür des kleinen Hauses öffnete sich und kalter Wind, vermischt mit Schneeflocken, wehte hinein. Die junge Frau, die gerade den Tisch deckte, sah zur Tür. "Garrow, mach schnell die Türe wieder zu! Roran wird sich noch erkälten!"
Garrow, ein kräftiger Mann von Ende zwanzig schloss schnell die Türe. "Ein Sauwetter ist das! Da jagt man normalerweise keinen Hund vor die Tür, nur ich armer Mann muss in den Holzschuppen gehen ud Holz holen!" Er lachte, ging zum Kamin und legte das Brennholz, welches er mit hereingebracht hatte, auf die Erde. Er legte ein paar Scheite nach. Die junge Frau musste schmunzeln. "Ja, du bist ein armer, armer Mann! Wer jammert denn heute nacht, wenn es hier drinnen eiskalt wird!" Garrow ging zu der Frau und nahm sie in den Arm. "Dann musst du mich halt heute nacht ganz fest in den Arm nehmen und wärmen, Marian!" Er gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Jemand zupfte an Garrows Bein. "Roran, komm zu Papa!" Garrow bückte sich und nahm seinen kleinen, noch nicht ganz zweijährigen Sohn auf den Arm. "Was hat Mama denn heute leckeres für uns gekocht?"
Der kleine Junge zupfte seinen Vater am Ohr. "Eitop", quitschte der Kleine strahlend. Garrow musste auch lachen. Er freute sich immer wieder, wie gut sein kleiner Sohn schon sprach.
"Dann setzt euch mal hin, das Essen ist fertig!" Sie füllte drei Schüsseln mit Gemüseeintopf. Zum Glück hatte sie vor dem Winter genügend Vorräte einlagern können. Beide setzten sich an den Tisch, Garrow nahm Roran auf den Schoss und fütterte ihn. "Alleine essen!" Marian lächelte. "Wenn du alleine isst, dann patschst du nur wieder in die Schüssel und Garrow bekommt den Eintopf ins Gesicht!" Sie kannte das bereits, es war zwar lustig, und Garrow lachte jedesmal, wenn er sich Essen aus den Haaren zupfen musste, aber eigentlich war das gute Essen dafür zu schade.
"Wie war es heute in Carvahall?" Garrow sah seine Frau fragend an. Ihr Lächeln verflog. "Ach, ich habe mich unsagbar über diesen grässlichen Sloan aufgeregt! Ich wollte ein wenig Fleisch kaufen, und er hat mich doch tatsächlich ausgelacht und laut gesagt, so dass alle es hören konnten, ich solle wiederkommen, wenn ich Geld hätte! Dabei hatte ich Geld dabei! Es war einfach abscheulich, Ruth, die Frau von Bäcker Wilhelm, hat richtig gehässig gelacht!"
Garrow sah seine Frau mitleidig an. "Ich werde das nächste mal mit Sloan reden, so geht es nicht! Er denkt wohl auch immer noch, er wäre etwas besseres." Marian sah ihren Mann lächelnd an. "Du brauchst nicht mit ihm zu reden! Ich habe ihm das Geld vor die Füsse geschmissen und Ruth gefragt, was denn so lustig wäre. Da ist sie knallrot geworden und aus dem Laden gegangen. Ich habe mir ein Stück Fleisch geschnappt und Sloan gesagt, das dieses hoffentlich nicht wieder halb vergammelt sei, so wie das letzte Stück, wonach es Roran die ganze Nacht schlecht war." Sie streichelte ihrem Sohn über die Bäckchen. "Der arme Schatz, richtig übel war es ihm!" Roran gluckste fröhlich vor sich hin und strampelte. Garrow setzte ihn auf den Boden. "Perdchen haben!" Roran griff nach zwei Holzpferden, die hatte Garrow ihm geschnitzt. Ein wenig schief waren sie, aber das machte nichts. Roran liebte seine beiden Holztiere heiß und innig, überall nahm er sie mit hin, auch ins Bett begleiteten sie ihn.
Garrow schüttelte den Kopf. "Marian, du bist manchmal ein wenig zu impulsiv!" Dann lachte er.
"Was heisst hier impulsiv? Du bist manchmal viel zu nett! Wenigstens haben wir heute Abend Fleisch im Gemüseeintopf, und es schmeckt diesmal richtig gut."
Nach dem Essen räumte Garrow den Tisch ab. "Hoffentlich schneit es nicht die ganze Nacht, dann müssen wir morgen früh wieder den Eingang freischaufeln." Marian zuckte die Achseln. "Das wird wohl eher noch schlimmer werden diese Nacht! Wirklich, da möchte ich nicht draussen unterwegs sein." Sie nahm Roran auf den Arm und drückte ihm eine Kuss auf die Wange. "Zeit fürs Bettchen, Schatz!"
Nachdem sie Roran samt seinen Holzpferdchen nach nebenann ins Bett gebracht hatte, das Haus bestand aus zwei Räumen, einer Art Wohnküche und einem Schlafraum, setzte Marian einen heißen Tee auf. "Möchtest du auch einen?" Garrow nickte. Draußen heulte der Sturm. Die Holzläden vor den Fenstern waren fest verschlossen, doch sie klapperten im Wind. Er gähnte behaglich. Ein Glück, dass er bei diesem Wetter nicht draußen sein musste.
Marian setzte ihm einen Becher Tee hin. Sie selbst trank auch einen. Die beiden lächelten sich an. "Was habe ich für eine wunderbaren Mann," dachte die junge Frau lächelnd.
Sie hörte ein leises Pochen. "Bestimmt ist eins von Rorans Holztieren aus dem Bett gefallen, ich schau mal nach." Sie ging ins Schlafzimmer, doch Roran lag in tiefem Schlummer da, ein Däumchen steckte im Mund, in seinem anderen Arm hielt er seine Tierchen. Die hatten also nicht das Pochen verursachte, das nun erneut erklang. "Garrow, ich glaube, da ist tatsächlich jemand vor der Tür! Garrow sah sie zweifelnd an" "Bei dem Wetter? Da bleiben die Leute doch in ihren warmen Häusern in Carvahall!" Doch es pochte erneut. "Vielleich braucht ja jemand Hilfe," dachte Garrow und öffnete die Tür. Eine vermummte Gestalt stand vor der Tür. Kalter Wind wehte hinein. Die Gestalt trug einen dunkelblauen langen Umhang mit Kapuze. Nun hob sie den Kopf und sah Garrow direkt ins Gesicht. "Selena!" entfuhr es dem erstaunten Mann.
"Bitte, Garrow, darf ich reinkommen? Ich kann bald nicht mehr!" Selena zitterte am ganzen Körper. Garrow glaubte ein leises Wimmern zu hören. "Nun geh doch endlich mal zur Seite, damit deine arme Schwester reinkommen kann!" Marian hatte die Hände in die Hüften gestemmt und sah Garrow streng an. "Natürlich, komm rein!" Er trat zur Seite und die junge Frau betrat die Hütte. "Setz dich erst mal hin und trink einen Tee! Und zieh diesen nassen Mantel aus!" Marian dachte zuerst einmal an das Naheliegendste. Garrow war dankbar, dass Marian so zupackend war. Er selbst konnte es einfach nicht fassen. Er hatte seine Schwester seit einigen Jahren nicht mehr gesehen. Damals hatte sie ihr Elternhaus sehr übereilt verlassen und der damals noch lebenden Mutter fast das Herz gebrochen, sie und Garrow waren vor Sorge beinahe verrückt geworden. Marian, mit der er sich damals gerade verlobt hatte, hatte ihn über Selenas Verlust hinweggetröstet und war auch seiner Mutter eine gute Schwiegertochter geworden, bis diese vor etwa drei Jahren plötzlich und unerwartet verstorben war.
Wegen eines Mannes, Garrow kannte ihn nicht, hatte ihn nie gesehen, hatte Selena Hals über Kopf die Heimat verlassen. Sie hatte ihn im Nachbarort, wo sie mit der Mutter eine alte Bekannte besucht hatte, kennengelernt und sich bis über beide Ohren verliebt. "Dieser Mann taugt nichts," das hatte die Mutter ihm immer wieder gesagt. "Das ist ein Blender, der ist so lange nett, bis er hat was er wollte, und dann behandelt er die Frauen wie Dreck!" Wieder und wieder hatte Garrows und Selenas Mutter dies gesagt. Er hatte immer gehofft dass es nicht stimmern würde und seine Schwester mit diesem Mann, Moran oder Morzan oder so ähnlich war sein Name, so glücklich werden würde wie er mit Marian. Und nun tauchte sie hier spät abends mitten in einem Schneesturm nach Jahren wieder auf.
Inzwischen hatte Marian Selena den Mantel abgenommen. "Um Gottes willen," entfuhr es ihr. Unter dem Mantel hielt Selena mit einem Arm ein kleines dunkelhaariges Kind an sich gedrückt. Marian wollte Selena das Kind abnehmen, doch es klammerte sich an Selena fest und schluchzte leise vor sich hin.
Selena setzte sich auf einen Stuh und das Kind, es war ein kleiner Junge von vielleicht drei Jahren, schmiegte sich an sie. Garrow war nun nähergetreten. "Ist das dein Sohn?" Selena nickte. "Ja, das ist Murtagh." "Ich mach dem Kleinen ein wenig Milch warm, und dann stecken wir ihn am besten zu Roran ins Bett!" Wieder dachte Marian an das Naheliegendste.
Nachdem der kleine, vollkommen übermüdete Murtagh seine Milch getrunken hatte wollte Marian ihn auf den Arm nehmen. "Ich zieh den Kleinen aus und bring ihn ins Bett!" Sie strich dem Kind übers Haar. "Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin deine Tante Marian und das ist dein Onkel Garrow." Der Kleinen lächelte sie schüchtern an. Doch dann schaute er zu Garrow und er drückte sich ängstlich an seine Mutter.
"Was hat das Kind denn, ich tue ihm doch nichts!" Garrow war ein wenig erstaunt. "Er hat schlechte Erfahrungen mit seinem Vater gemacht, ich glaube, Männer machen ihm ein wenig Angst." Selena sprach sehr leise, sie war auch vollkommen erschöpft. Sie zog ihrem Sohn sein Hemd über den Kopf, und Marian und Garrow erstarrten. Ein dicker Verband war fast um den gesammten Oberkörper des Kindes gewickelt, an einigen Stellenam Rücken war dieser rotbraun verfärbt. "Um Himmels willen, was ist denn da passiert?" entfuhr es der entsetzten Marian.
Selena lachte bitter." Das war sein Vater, er war mal wieder betrunken, so wie meistens! Er hat sein verdammtes Schwert nach ihm geworfen."
Marian und Garrow waren entsetzt. "Die Verletzung sollte sich Gertrud morgen mal ansehen, du erinnerst dich doch noch an unsere Dorfheilerin, oder?" Selena nickte. "Bitte, wir wissen nicht wohin, können wir wenigstens heute nacht hierbleiben?"
Nun fand endlich auch Garrow seine Sprache wieder. "Was heisst hier heute Nacht, ihr bleibt erst mal ganz hier! Obwohl du einiges zu erklären hast!" Selena nickte.
Marian nahm den kleinen Murtagh an der Hand. "Magst du mit mir kommen? Nebenann haben wir ein schönes Bettchen, da schläft dein kleiner Cousin. Was meinst du, was der sich morgen wundert, wenn da noch ein Kind im Bett liegt?"
Murtagh sah seine Tante einen Moment lang an, sie fürchtete schon, er würde sich wieder an seine Mama krallen, doch dann schob sich seine kleine Hand in ihre und er nickte schüchtern. "Wie alt bist du denn?" Sie lächelte ihn liebevoll an. "Drei!" "Dann bist du ja schon ein großer Junge und kannst deinem kleinen Cousin Roran viel beibringen, der ist noch nicht ganz zwei.
Mit Murtagh an der Hand ging Marian nach nebenann und brachte den Kleinen ins Bett. Sie ließ die Türe weit offen, damit der kleine Junge seine Mutter weiterhin sehen und hören konnte.
"Wird es euch denn auch nicht zuviel, wenn wir hierbleiben," fragte Selena ihren Bruder besorgt. " Garrow schüttelte den Kopf. "Natürlich wird es mit zwei Personen mehr nicht einfacherer, aber wir schaffen das, wir sind doch eine Familie." Marian stimmte dem nickend zu.
Selena lächelte ein wenig traurig. Dann stand sie auf und strich ihr Kleid straff. Marian bemerkte sofort, was los war sie hatte es vorhin, als Selena den Mantel ablegte bereits vermutet. "Wir sind aber nicht mehr lange nur zu zweit," Selena streichelte sanft ihren Bauch, der nun auch Garrow verdächtig rund vorkam. "Ich bekomme noch ein Baby!"
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
