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Geschichte: Fanfiktion
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von Xylune
erstellt: 04.06.2007
letztes Update: 04.06.2007
Geschichte, Drama / P12
(fertiggestellt)
Autor: Ich (who else?!)
Warnungen: findet es heraus
Rating: 14 (zum Verstehen)
Genre: Slash; One-Shot
Teile: 1/1
Kommis? JAAAAA *kreisch*
Disclaimer: Die Übersetzung stammt von mir, das Original "Dead Letters" nicht von mir. Lauri gehört sich selbst (oder seinem Management *hust*)
Sonstiges: Das ist der zweite Versuch, Lauris wahren Charakter zu interpretieren. Ich gebe zu, es klingt abwegig, aber ich mag den Gedanken... so als Gedanken eben... oo
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„Ein toter Brief ist ein Brief, der niemals zugestellt werde, weil die Person, an die er geschrieben wurde, nicht gefunden werden kann. Und er kann auch nicht zurückgeschickt werden an die Person, die ihn schrieb.“
Unzählige „tote“ Briefe habe ich während der letzten fünf Jahre verfasst, angekommen ist kein einziger. Allerdings gab es auch nie ein Ziel für jene Schriftstücke, die ich mit meiner imaginären Feder niederschrieb. Es ist sinnlos, hoffnungslos, verloren.
Ich sehe in den Spiegel und sehe eine schwarzgekleidete Gestalt mit schwarzem Haar, schwarz geränderten Augen und schwarzen Fingernägeln. Schwarz, denke ich, das ist das, was mich definiert. Zumindest augenscheinlich.
Ein Spiegel ist trügerisch und zeigt nur das Erkennbare. Er ist weder tiefsinnig, noch geheimnisvoll, er ist oberflächlicher als jedes politisches Versprechen. Dennoch gehört er zu mir, denn auch ich treibe an der Oberfläche, sowohl physisch als auch psychisch.
Vor ziemlich genau fünf Jahren stand unser neuer Manager vor meiner Tür und ich bat ihn ins Haus und bot ihm einen Kaffee an. Ohne Milch, ohne Zucker, purer Kaffee. Schwarz. Wie ein Zeichen.
„Lauri Ylönen“, es machte ihm Spaß, meinen Namen zu zerquetschen wie eine reife Erdbeere.
„Was kann ich für Sie tun?“
„Du musst dich ändern Lauri.“
Und ich änderte mich.
Wir hatten damals Erfolg mit unserer Musik, wir waren jung und liebten das Abenteuer, liebten es, nie die Frage nach dem Morgen stellen zu müssen.
Unser Manager stellte mir sie an jenem Tag.
„Die Menschen wollen keine Gewinner des Männlichkeitswettbewerbes, die Menschen wollen androgyne, emotionale Männer. Eure Hauptzielgruppe sind junge Mädchen. Junge Mädchen wollen Romantik und keine dummen Witze hören.“
Ich schwieg und redete erst, als auch er nicht mehr weitersprach.
„Was bedeutet das?“
„Du musst dich ändern, Lauri. Du musst dich ändern…“
Ich sage, ich änderte mich. Zunächst jedoch dachte ich nicht über die Konsequenzen dieser Veränderung nach, über den Abgrund, den sie mir offenbarte.
Etwas widerwillig, aber gewillt, etwas für uns zu tun, färbte ich mir die Haare schwarz, verbannte die weißen T-Shirts in den Keller und tauschte sie gegen schwarze Hemden und Hosen aus. Ich wurde „schwarz“. „Schwarz werden“, das bedeutet nicht nur, dass man eine Vorliebe für jenen Kontrast entwickelt, sondern auch, dass man ein anderes Denken entwickelt. Bei mir war das jedoch nicht der Fall, da ich so echt war wie die Zähne meiner Großmutter.
Irgendwer fragte mich vor einiger Zeit, warum ich so geworden bin.
„Das entwickelte sich eben so“, erwiderte ich auf die Frage.
Die Lüge war so global, dass ich sie nicht einmal mehr als solche empfand.
Meine Texte, die ich für meine Lieder verfasste, waren nicht anders. Tief- und abgründige Miseren, heruntergebetet und durch meine Stimme zum Leben erweckt. Ich sah ihre Gesichter, wenn sie mitsangen, so voller Schmerz und Leid, das ich nie verkörpern konnte und wollte. Beinahe fühlte ich mich schuldig.
Ich betrog sie. Immer wieder.
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- Ja
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- Ja
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- JA
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- Ja…
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- Nein.
„Bist du schüchtern, Lauri?“
- Nein, verdammt! Ich habe kein Problem damit, irgendwen anzusprechen oder als Marsmännchen verkleidet durch die Stadt zu laufen!
Doch das sagte ich nie.
Ich war Lauri, der schüchterne, skandinavische Schönling mit der Angst davor, anderen in die Augen zu blicken. Ja, so ist es. Ich wollte denen, die ich betrog nicht in die Augen sehen, ich konnte es einfach nicht.
Eine wahre Misere ist es. Ich war Mitte zwanzig, als ich das vollends begriff, wenn ich auch erkannte, dass es kaum mehr anzuhalten war. Die Rolle, die man mir zugeteilt hatte, verschlang mich wie ein gieriges Monster und ließ nichts mehr übrig von dem, was mich einst bestimmt hatte.
Mit sechsundzwanzig wollte ich zum ersten Mal sterben. Mit siebenundzwanzig hatte ich bereits Zyankali im Internet bestellt.
Warum existieren, wenn man doch nur gefangen ist?
Das fragte ich meinen besten Freund, der mich ein wenig skeptisch musterte.
„So was fragst du dich? Du bist Ende zwanzig, siehst gut, bist Millionär und hast alles erreicht, was du erreichen wolltest, als du noch auf dem Schulhof zusammengeschlagen wurdest. Was willst du denn noch?“
Eine Daseinsberechtigung. Dachte ich, sprach es jedoch nicht laut aus.
Ich möchte existieren dürfen. In der Form, die ich vorziehe.
Noch immer spiegelt der Spiegel nur mein Antlitz. Sogar mit einer Frau bin ich verlobt. Obwohl ich bereits mit vierzehn erkannt habe, dass ich nicht heterosexuell bin.
Bin ich es jetzt?
Weil ich es sein soll?
Vermutlich möchte ich nicht wahrhaben, dass der Spiegel mehr spiegelt, als ich denke. Denn auch mein Inneres hat sich verändert, meine Orientierung, alles. Selbst wenn ich wollte, könnte ich dieses blonde, fröhliche Individuum, das ich einst war, wirklich war, nicht wieder hervorziehen.
Ich bin „schwarz geworden“.
Wirklich.
„Warum hat er das getan?“
„Ich weiß nicht. Aber diese berühmten Menschen heutzutage… die leben schneller und mehr als gut ist.“
Mein Sarg ist schwarz lackiert.
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