Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
 
»
von pogozwerg    erstellt: 03.06.2007    letztes Update: 01.07.2007    Geschichte, Allgemein / P12    (abgebrochen, keine anonymen Reviews)
so, ich hab mich auch mal am schreiben versucht. ich hoffe, euch gefällt meine erste ff :)

Geistesabwesend biss Anna in ihr Tofu-Toast. Sie dachte, wie so oft, an Matti, ihren Ex-Freund.
Die Beiden waren so glücklich gewesen. Anna hätte alles für Matti getan. Er war ihr Leben. Er war
immer für sie da, wenn sie ihn brauchte. Er war da, wenn sie Angst hatte. Er war da, wenn es ihr
schlecht ging. Er war da, wenn sie ein Gedanke quälte. Und dann auf einmal war es aus. Anna
wusste nicht, wieso. Matti meinte nur, er habe viel nachgedacht die Zeit, die er in U-Haft saß und
dass es so das Beste wäre. Ja, Matti saß 101 Tage in U-Haft in Berlin-Moabit. Aber zu unrecht.
Die Staatsanwaltschaft wollte ihn wegen Totschlag anklagen. Und das, obwohl der einzige Beweis
die Aussage zweier Faschos war. Matti, ihr geliebter Matti, soll angeblich mit einem Baseballschläger
und Pfefferspray auf die beiden losgegangen sein. Natürlich stimmte das nicht, die Polizei hatte kein
einzigen Beweis gefunden. Aber der Staatsanwaltschaft hat es genügt, dass die beiden Faschisten
Matti angeblich erkannt haben, obwohl die Angreifer vermummt waren. Der Staat war doch froh,
wenn er einen Antifaschist weniger auf den Straßen hatte.
Anna hatte die ganze Zeit fest zu Matti gehalten, genau wie tausende ander Antifaschisten in ganz
Deutschland. Sie hatten Plakate aufgehängt, Flyer verteilt, Graffitis gesprayt, Aufkleber verklebt,
Kundgebungen vor der JVA abgehalten und sogar die Band ZSK hat ein Solikonzert für Matti gespielt.
Auf Demos hatte sie immer ein Banner mit, wo "Freiheit für den Berliner Antifa" draufstand.
Anna konnte sich noch ganz genau an den Tag erinnern, als Matti auf einmal vor ihrer Wohnungstür
stand. Es war der 23. März 2007. Er war entlassen worden und wurde "nur" noch wegen gefährlicher
Körperverletzung angeklagt. Glücklich war sie ihm um den Hals gefallen. Sie hatte seine Nähe so vermisst
die fast vier Monate. Doch Annas wiedersehensfreude hielt nicht lange an. Noch am gleichen Abend
machte Matti Schluss.  Sie hatte geweint und gefleht, doch Matti meinte es Ernst. Er sagte nur, es wäre
besser so.
Anna hatte den ganzen letzten Monat, den sie noch in Berlin war, um Matti gekämpft. Doch er kam nicht
zurück zu ihr. Und nun saß sie in München, wo sie jetzt zusammen mit ihrem besten Freund Malte
studierte, in ihrer Wohnung, mit einem Tofu-Toast in der Hand und starrte die Antifa-Flagge an, die an der Wand
im Wohnzimmer hang. Anna ließ das Toast fallen, lief zu der Flagge und rieß diese runter. Nur durch
die Antifaschistische Aktion hatte sie Matti damals vor knapp 2 Jahren kennen und lieben gelernt. Doch
auch jetzt war Anna stolz darauf, dass sie zu den wenigen Menschen gehörte, die nicht schwiegen und
die Augen verschließen, sondern gegen die Missstände in dieser Welt ankämpfte, und gegen die braune
Szene.
Anna rutschte an der Wand runter, zog die Beine an und nahm die Antifa-Flagge in den Arm. Sie fing
an zu weinen und versteckte ihr Gesicht in der Fahne. Matti hatte ihr Herz geklaut und trug es noch
immer bei sich in Berlin mit rum.
"Gib mir mein Herz zurück", flüsterte Anna in die Antifa-Flagge, "und zerfetz es nicht noch weiter." Es tat so
weh. Der Gedanke an Matti tat so weh. Was er wohl gerade machte? Dachte er vielleicht auch gerade an sie?
Anna hatte seit sie in München wohnte, nichts mehr von Matti gehört und das tat noch mehr weh.
Sie saß noch einige Minuten auf dem Boden mit der Flagge in den Armen, dachte an Matti und weinte.
Die Türklingel ließ sie aus ihren Gedanken erwachen. Schnell wischte sie sich die Tränen ab, hing die Flagge
wieder an die Wand, nahm ihr Skateboard und ging hinunter vor die Haustür, vor der ihr bester Freund Malte stand.
Er holte sie ab, da sie in den Park wollten und sich dort mit andern Linken zu treffen und abzuhängen.
Er sollte nicht merken, dass Anna schon wieder geweint hat. Doch natürlich entging es ihm nicht. Er wusste,
wie sehr Anna an der Trennung von Matti litt. Er öffnete gerade den Mund, um sie drauf anzusprechen.
"Bitte, lass uns nicht drüber reden. Nicht jetzt", kam es von Anna. Malte sah in ihren Augen den Schmerz und er
nickte nur.

Zur gleichen Zeit verließ Phillip Lahm seine Wohnung und machte sich auf den Weg zum Training.
 
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.3-6311