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von Schnixeria    erstellt: 18.05.2007    letztes Update: 20.06.2007    Geschichte, Allgemein / P16    (abgebrochen)
„Was auch immer.“
Sie waren erschöpft, beide. Müde von zwei anstrengenden Wochen, in denen Torsten dreimal auswärts gespielt und einmal zu Hause verloren hatte.
In denen ihre Große Scharlach gehabt hatte und die Kleine Läuse im Kindergarten.
Jetzt das. Mehr ging nicht.

„Hör mal – ich will mich nicht damit befassen, Torsten. Jetzt nicht. Ich will einfach nur einmal ausschlafen, mit dir frühstücken, vielleicht auf nen Flohmarkt gehen. Mehr nicht. Lass mich damit bitte bitte an diesem Wochenende in Ruhe.“

Samstagabend, sie saßen dicht nebeneinander und ruhten sich aus, wie so oft einfach nur vor dem Bullerofen; die Mädchen schliefen. Endlich gesund und läusefrei.

Er musterte seine Frau von der Seite; sah, dass sie müde war und zog sie an sich. Seine Lippen drückten sich auf ihre schwarzen Haare, und sanft begann er ihren Nacken zu streicheln.
„Okay“, murmelte er leise.

Starrte genauso müde wie sie in die Flammen, starrte gleichzeitig sonst wohin. In sich hinein, aus sich heraus.

Italien.
Fuckin hell.

Sie rissen sich fast um ihn.
Schien zumindest so.
Und es machte den Eindruck, als wäre diese Einladung eine, die er nicht einfach so wegpacken könnte.
Eine, die es wert war, seine Zelte noch mal abzubrechen.
Seine und die seiner Familie.

Er schauderte innerlich. Dachte an Petra, die vor sich hin döste, an ihren Laden, der seit einigen Monaten erst schwarze Zahlen schrieb.
An Lena und Lisa. Lena, die noch so klein war und sich allem, was ihre Eltern ausbrüteten, einfach anvertrauen musste. Die er so sehr liebte, dass es ihm manchmal wehtat, wenn er sie wieder einmal alleinlassen musste.

Lisa war groß. Kam zur Schule. Hölle, sollte sie in der ersten Klasse gleich italienisch lernen müssen?
Gab es internationale Schulen in Turin?

Was für einen Bruch würde das bedeuten?

Wenn er seine Kiste fuhr?
Ohne Rücksicht auf Verluste?

Unbewusst stieß er seinen Atem aus; von der plötzlichen Bewegung wurde Petra wieder wach.
Aus ruhigen Augen sah sie ihn an. Dann griff sie in seine vom Duschen noch feuchten Haare und zog sein Gesicht zu sich heran.
„Komm.“

Sie stand mit einer fließenden Bewegung auf, und er schluckte hart. Selbst in seiner alten Pyjamahose und einem schlichten Top erschien sie ihm wunderschön.
Schweigend folgte er ihr ins Schlafzimmer.
Weiße Bettwäsche, kühl und einladend. Frisch bezogen.

Er war sich nicht sicher, warum.
Aber als er sie dastehen sah, in seiner Hose, die Träger des Tops von der Schulter gerutscht, spürte er einen dicken Kloß im Hals.
Schluckte ihn herunter.
Und wusste, er würde wach liegen.
 
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