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von Nitchen
erstellt: 16.05.2007
letztes Update: 22.06.2007
Geschichte, Romanze / P12
(abgebrochen)
1. Wieder zu Hause
María Franchez Munez zog mit ihren 20 Jahren wieder in ihre Heimatstadt Madrid. Sie war schon fünf Stunden in ihrem Auto. Ab und zu fiel ihr Blick auf ihre Rückbank. In wenigen Tagen wird dort ihr kleiner Sohn sitzen. Seufzend fuhr sie auf eine Raststätte, um dort anzuhalten. Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen.
Die Bilder kamen wieder hoch. Wie sie Markus in ihrem Bett erwischt hatte. Mit einer anderen Frau. Mit einer Blondine. Groß und schlank war sie gewesen. Auf mehr hatte María nicht achten können, denn sie war schon hinausgerannt, hatte ihren Geldbeutel genommen und war auch schon ins Auto gestiegen.
Sie blinzelte und versuchte mit aller Mühe, die Tränen zurückzuhalten. Sie wusste, dass es für sie ein Risiko war, als Hochschwangere, die jeden Moment ihr erstes Kind zur Welt bringen konnte, von München nach Madrid zu fahren. Aber sie nahm dies in Kauf. Mit einem letzten Seufzer erhob sie sich schwerfällig und ging in die Raststätte. Sie aß schnell einen Salat, ging auf die Toilette (was aufgrund ihres gewölbten Bauches fast länger als fünf Minuten dauerte) und kaufte sich anschließend im Shop Schokolade.
Nach etlichen Stunden Autofahrt erreichte María endlich die Hauptstadt Spaniens. Sie schluckte schwer. Sie war nun fünf Jahre nicht mehr hier gewesen. Seit dem Tod ihrer Eltern. Die ersten 15 Jahre ihres Leben kamen ihr vor wie ein Traum. Sie hatte eine wunderschöne, wohlbehütete Kindheit gehabt. Sie wohnte in einem kleinen Haus, dessen Garten ein ebenfalls kleiner Innenhof war, von dem eine weiteres Haus abging. Im anderen Haus wohnten ein Ehepaar, die einen Sohn hatten, der 2 Jahre älter war als María. Fernando hieß er. Fernando Torres und sie hatten jeden Tag miteinander gespielt. Sie waren wie Bruder und Schwester. Sie waren beste Freunde gewesen. Sie kannten sich auswendig. Er hatte sie immer verteidigt, wenn andere sie geärgert hatten. Er hatte ihr mit 13 gezeigt, wie man küsst. Aber das war einmal. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte ihr Pate Daniel Winter sie zu sich nach Deutschland genommen. Sie machte in Hamburg ihr Abitur mit dem Schnitt von 1,5. Sie hatten seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr Sie hatte Fernando einige Zeit lang Mails geschrieben und ihm versucht zu erklären, warum sie damals ohne ein weiteres Wort über nacht aufbrechen musste, doch es kam nie eine Antwort zurück. Nach einem Viertel Jahr hatte María alle Versuche aufgegeben und sich damit abgefunden. Alles was sie jetzt von ihm wusste war, dass er ein sehr erfolgreicher und bekannter Profifußballer bei dem Verein Atlético Madrid war.
Nach einiger Zeit parkte María endlich auf dem Privatparkplatz in der Straße Paseo Virgin del Puerto im Stadtteil Arganzuela. Sie schloss das runde Tor zum Innenhof auf und blieb mitten drin stehen. Tief atmete sie den Duft verschiedener Blumen und Pflanzen ein und sah sich um. Von dem Balkon der Torres hing eine riesige Atlético Flagge. Unwillkürlich musste María lächeln. Früher waren Fernando und sie zu jedem Heimspiel gegangen. Das Stadion von Atlético war nämlich nur wenige Meter von ihren Häusern entfernt. In Deutschland hatte sie sich fast jedes Poster von Fernando gekauft. Dann hatte sie jeden Falls das Gefühl, dass er ihr immer noch so nahe war wie damals.
Entschlossen stieg María die Stufen zu Fernandos Wohnung hinauf und läutete. Sie erwartete, dass seine Eltern ihr die Tür öffneten, doch nach einiger Zeit geschah nichts. Daraufhin warf María einen kurzen blick auf die Klingel und sah, dass wahrscheinlich Fernando hier alleine wohnte. Etwas enttäuscht ging María hinüber zu ihrer eigenen Wohnung. Nichts hatte sich verändert. Wenn ihr Sohn erst einmal da war, konnte sie endlich mit der Umgestaltung der Wohnung beginnen.
Nach zwei Stunden hörte María ein Motorgeräusch. So schnell wie ihr Babybauch es zuließ stürzte sie zum Fenster und sah, wie Fernando und eine blondhaarige Frau aus einem schwarzen edlen Audi ausstiegen. Die beiden küssten sich innig und María spürte, wie ihr Herz sich zusammen zog. Sie sah, wie die Frau und Fernando einen abfälligen Blick zu ihrem alten kleinen VW warfen. „Hoffentlich ist es kein nerviger Fan“, hörte sie die Frau an Fernandos Seite sagen. Traurig zog sich María vom Fenster zurück und wollte sich auf die runde Couch werfen, als ihr Unterleib sich plötzlich fest zusammen zog. Kurz darauf spürte sie, dass eine Warme Flüssigkeit ihre Beine hinab lief. Betend schloss sie die Augen. Warum jetzt? Musste sich ihr Baby gerade den ungünstigsten Augenblick für seine Geburt aussuchen? Doch María konnte nicht weiter denken, da wurde sie auch schon von einer starken Wehe überfallen. Instinktiv schrie sie laut auf und suchte an der Tischkante Halt. Sie biss sich auf die Lippen. Sie musste irgendwie zum Telefon gelangen, das in der Diele stand. Doch kaum hatte sie sich ein Schritt Richtung Tür bewegt, kam die nächste Wehe und María fiel zu Boden. Ihre rechte Hand hielt stützend ihren Buch. Auf einmal hörte sie, wie jemand die Haustür aufschloss und ins Wohnzimmer trat. Von Boden sah María auf und blickte geradewegs in die blauen erstaunten und überraschten Augen von Fernando. „Hi“, brachte María schwach hervor und stieß im Anschluss einen weiteren Schrei aus. Tränen traten in ihre Augen. Fernando hatte sich schnell wieder gefasst und kniete sich zu María auf den Boden. María sah die blonde Frau in der Diele stehen, die schon mit ihrem Handy telefonierte. „Hey, María. Alles wird gut. Du musst durchhalten, ok? Der Krankenwagen kommt gleich, hörst du?“, redete Fernando beruhigend auf sie ein.
María Franchez Munez zog mit ihren 20 Jahren wieder in ihre Heimatstadt Madrid. Sie war schon fünf Stunden in ihrem Auto. Ab und zu fiel ihr Blick auf ihre Rückbank. In wenigen Tagen wird dort ihr kleiner Sohn sitzen. Seufzend fuhr sie auf eine Raststätte, um dort anzuhalten. Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen.
Die Bilder kamen wieder hoch. Wie sie Markus in ihrem Bett erwischt hatte. Mit einer anderen Frau. Mit einer Blondine. Groß und schlank war sie gewesen. Auf mehr hatte María nicht achten können, denn sie war schon hinausgerannt, hatte ihren Geldbeutel genommen und war auch schon ins Auto gestiegen.
Sie blinzelte und versuchte mit aller Mühe, die Tränen zurückzuhalten. Sie wusste, dass es für sie ein Risiko war, als Hochschwangere, die jeden Moment ihr erstes Kind zur Welt bringen konnte, von München nach Madrid zu fahren. Aber sie nahm dies in Kauf. Mit einem letzten Seufzer erhob sie sich schwerfällig und ging in die Raststätte. Sie aß schnell einen Salat, ging auf die Toilette (was aufgrund ihres gewölbten Bauches fast länger als fünf Minuten dauerte) und kaufte sich anschließend im Shop Schokolade.
Nach etlichen Stunden Autofahrt erreichte María endlich die Hauptstadt Spaniens. Sie schluckte schwer. Sie war nun fünf Jahre nicht mehr hier gewesen. Seit dem Tod ihrer Eltern. Die ersten 15 Jahre ihres Leben kamen ihr vor wie ein Traum. Sie hatte eine wunderschöne, wohlbehütete Kindheit gehabt. Sie wohnte in einem kleinen Haus, dessen Garten ein ebenfalls kleiner Innenhof war, von dem eine weiteres Haus abging. Im anderen Haus wohnten ein Ehepaar, die einen Sohn hatten, der 2 Jahre älter war als María. Fernando hieß er. Fernando Torres und sie hatten jeden Tag miteinander gespielt. Sie waren wie Bruder und Schwester. Sie waren beste Freunde gewesen. Sie kannten sich auswendig. Er hatte sie immer verteidigt, wenn andere sie geärgert hatten. Er hatte ihr mit 13 gezeigt, wie man küsst. Aber das war einmal. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte ihr Pate Daniel Winter sie zu sich nach Deutschland genommen. Sie machte in Hamburg ihr Abitur mit dem Schnitt von 1,5. Sie hatten seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr Sie hatte Fernando einige Zeit lang Mails geschrieben und ihm versucht zu erklären, warum sie damals ohne ein weiteres Wort über nacht aufbrechen musste, doch es kam nie eine Antwort zurück. Nach einem Viertel Jahr hatte María alle Versuche aufgegeben und sich damit abgefunden. Alles was sie jetzt von ihm wusste war, dass er ein sehr erfolgreicher und bekannter Profifußballer bei dem Verein Atlético Madrid war.
Nach einiger Zeit parkte María endlich auf dem Privatparkplatz in der Straße Paseo Virgin del Puerto im Stadtteil Arganzuela. Sie schloss das runde Tor zum Innenhof auf und blieb mitten drin stehen. Tief atmete sie den Duft verschiedener Blumen und Pflanzen ein und sah sich um. Von dem Balkon der Torres hing eine riesige Atlético Flagge. Unwillkürlich musste María lächeln. Früher waren Fernando und sie zu jedem Heimspiel gegangen. Das Stadion von Atlético war nämlich nur wenige Meter von ihren Häusern entfernt. In Deutschland hatte sie sich fast jedes Poster von Fernando gekauft. Dann hatte sie jeden Falls das Gefühl, dass er ihr immer noch so nahe war wie damals.
Entschlossen stieg María die Stufen zu Fernandos Wohnung hinauf und läutete. Sie erwartete, dass seine Eltern ihr die Tür öffneten, doch nach einiger Zeit geschah nichts. Daraufhin warf María einen kurzen blick auf die Klingel und sah, dass wahrscheinlich Fernando hier alleine wohnte. Etwas enttäuscht ging María hinüber zu ihrer eigenen Wohnung. Nichts hatte sich verändert. Wenn ihr Sohn erst einmal da war, konnte sie endlich mit der Umgestaltung der Wohnung beginnen.
Nach zwei Stunden hörte María ein Motorgeräusch. So schnell wie ihr Babybauch es zuließ stürzte sie zum Fenster und sah, wie Fernando und eine blondhaarige Frau aus einem schwarzen edlen Audi ausstiegen. Die beiden küssten sich innig und María spürte, wie ihr Herz sich zusammen zog. Sie sah, wie die Frau und Fernando einen abfälligen Blick zu ihrem alten kleinen VW warfen. „Hoffentlich ist es kein nerviger Fan“, hörte sie die Frau an Fernandos Seite sagen. Traurig zog sich María vom Fenster zurück und wollte sich auf die runde Couch werfen, als ihr Unterleib sich plötzlich fest zusammen zog. Kurz darauf spürte sie, dass eine Warme Flüssigkeit ihre Beine hinab lief. Betend schloss sie die Augen. Warum jetzt? Musste sich ihr Baby gerade den ungünstigsten Augenblick für seine Geburt aussuchen? Doch María konnte nicht weiter denken, da wurde sie auch schon von einer starken Wehe überfallen. Instinktiv schrie sie laut auf und suchte an der Tischkante Halt. Sie biss sich auf die Lippen. Sie musste irgendwie zum Telefon gelangen, das in der Diele stand. Doch kaum hatte sie sich ein Schritt Richtung Tür bewegt, kam die nächste Wehe und María fiel zu Boden. Ihre rechte Hand hielt stützend ihren Buch. Auf einmal hörte sie, wie jemand die Haustür aufschloss und ins Wohnzimmer trat. Von Boden sah María auf und blickte geradewegs in die blauen erstaunten und überraschten Augen von Fernando. „Hi“, brachte María schwach hervor und stieß im Anschluss einen weiteren Schrei aus. Tränen traten in ihre Augen. Fernando hatte sich schnell wieder gefasst und kniete sich zu María auf den Boden. María sah die blonde Frau in der Diele stehen, die schon mit ihrem Handy telefonierte. „Hey, María. Alles wird gut. Du musst durchhalten, ok? Der Krankenwagen kommt gleich, hörst du?“, redete Fernando beruhigend auf sie ein.
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