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von marliseyna    erstellt: 10.05.2007    letztes Update: 10.03.2010    Geschichte, Allgemein / P16    (abgebrochen)
Aufeinmal schreib ich wie am Fließband. Hmhm.

-

„Die Situation ist höchst kritisch. Mit diesen Leuten ist absolut nicht zu spaßen“.
Cloud musste mit einem Mal über die Worte von Reno lachen. „Was ist so komisch?“, fragte dieser und beäugte ihn kritisch. „Es ist nur...das kommt von dir Reno. Von dir. Du warst mal einer der abgebrühtesten Typen die ich gekannt habe, und auf einmal bist du derjenige, der mich vor den bösen Buben warnt“.
Reno winkte ab. „Jaja, Cloud. Menschen ändern sich. Du müsstest das ja eigentlich wissen. Wobei. Du änderst dich wohl nie“. Cloud verzog die Mundwinkel. „Wie dem auch sei“, Reno holte mit den Armen aus um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen und um darauf aufmerksam zu machen, dass er sich wieder dem geschäftlichen zuwenden wollte. „Diese..Organisation, auch wenn der Ausdruck verbrecherisches Pack es wohl besser treffen würde, hat die chaotische Situation, die sich während den Kämpfen gegen Kadaj und Konsorten hier gebildet hat, trickreich ausgenutzt. Praktisch die ganze Kanalisation ist von ihnen infiltriert worden, sie haben sich Stützpunkte aufgebaut und sind dort gut verteidigt, ein Frontalangriff ist praktisch unmöglich. Sie haben die Möglichkeit, von dort Raubangriffe auf Kleinhändler effektiv durchzuführen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich hier eine regelrechte Untergrundgesellschaft bildet, in der der Schwarzmarkt gerade so blüht und Gewalt zum Alltag gehört. Es ist unsere Aufgabe, sie aufzuhalten.“
Cloud spreizte die Beine, stützte sich mit den Ellbogen auf die Knie und faltete seine Hände. Er schien über die Situation nachzudenken, drehte den Kopf weg und dann wieder zurück, während er seine Füße leicht auf und ab hob. „Wieso fragst du ausgerechnet mich um Hilfe?“
Reno lachte. „Oh Mann, Cloud, du kommt wirklich mit solchen billigen, total überflüssigen und geradezu rhetorischen Fragen, was? Du bist einer unserer Besten, Mann!“ Er schlug ihm kumpelhaft auf die Schulter, Cloud stieß  ihn missbilligend weg. „Vermutlich magst du einfach nur das Lob“, Reno setzte sich grinsend in den Sessel vor dem von Cloud. „Also?“
Cloud seufzte laut. „Was hat Rufus überhaupt davon?“
Reno schüttelte mitleidig den Kopf. „Cloud. Du weißt, dass Rufus kein guter Mann ist, aber er ist ein Geschäftsmann, und solche Sachen schaden seinem Tun. Natürlich könnte man theoretisch annehmen, dass er einer der ersten wäre, die sich diese Situation irgendwie zu nutzen machen, aber sein Name ist schon dermaßen beschmutzt, so etwas kann er sich nicht leisten. Besser ist es für ihn, die Gerechtigkeit in dieser Stadt wieder herzustellen oder so ein Scheiß“, er wedelte mit den Händen, „du weißt schon. Der Ritter in strahlender Rüstung, vom skrupellosen Arschloch zum Retter der Mittelklasse. Ich persönlich mag die Idee. Für mich springt auch Profit raus.“
Cloud hatte Reno offensichtlich überschätzt, seine Art war genauso berechnend und kalt wie früher noch. Nur sein Humor war weniger hart, was ihm eine gewisse Sympathie verlieh. Er hatte zugenommen, aber er sah gut aus.
„Also?“, Reno wiederholte sich, was darauf hindeutete, dass er ungeduldig wurde. Cloud war unschlüssig was diese Sache anging. Er wusste nicht, ob er im Moment in der Lage war, sich in eine derartig gefährliche Situation zu begeben, vor allem da er sicherlich andere Sachen im Kopf hatte, der Duft von Tifas dunklem Haar und das Gefühl, sie in den Armen zu halten.
~
Tifa schloß die Tür auf und lies Denzel den Vortritt. Yuffie kam hinter den beiden ins Haus und fuhr sich durchs raspelkurze Haar. Bewundernd betrachtete sie sich im Spiegel rechts neben der Garderobe. „Diese neue Frisur“, sagte sie stolz, „war eine der besten Ideen die ich in den letzten Jahren hatte“. Sie zwinkerte sich selbst zu und Tifa lachte nur: „Sie steht dir wirklich gut. Fehlt nur noch ein Lederband mit Chocobofedern dran“. Yuffie starrte sie an. „Das meinst du jetzt aber nicht ernst?“. „Natürlich nicht“, Tifa lachte. Sie mochte Yuffie wirklich sehr gern, in ihrer Gegenwart schien alles immer viel farbenfroher zu sein, alles schien mehr Sinn zu haben und nicht so verdammt verkorkst.
Denzel gähnte ausgiebig. „Ooooh, da ist aber jemand müde“, meinte Yuffie, „komm, ich bring dich ins Bett“. In diesem Moment hätte Tifa gerne einen Kniefall vor Yuffie gemacht. Wenn sie damit beschäftigt war, Denzel ins Bett zu bringen, hatte sie genug Zeit für das, was sie schon den ganzen Tag über beschäftigt hatte. Ihr Plan, sich mit einer Shoppingtour von den Gedanken an Cloud abzulenken, war nicht so aufgegangen, wie sie sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Sie ging erst in die Küche und trank ein Glas Wasser, während sie sich die Gedanken, die sie sich vorher gemacht hatte, im Kopf so zurechtlegte, dass sie sie in vollständigen Sätzen präsentieren konnte. Sie bemerkte, dass ihre Hände zitterten. Sie verfluchte sich selbst. Das war Cloud. Cloud, verdammt nochmal. Sie kannte ihn seit frühster Kindheit, das sollte kein so großes Problem sein.
Aber das war es. Sie stellte das Glas ab und ging hoch zum Schlafzimmer, in dem sie Cloud vermutete. Doch dort war er nicht. Er war auch nicht im Arbeitszimmer. Er war auch nicht im Bad.
Er war einfach nicht da.
~
„Ich denke nicht, dass ich heute eine Entscheidung von dir zu erwarten habe, aber das ist schon in Ordnung. Ich kenne dich Cloud, du wirst mitmachen. Ich rufe dich nochmal an. In ein paar Tagen oder so.“ Cloud war dieser Diskussion zu müde, als dass er sich gegen die Unverschämtheit von Renos Seite wehren würde. Kaum jemand außer ihm wäre überheblich genug, Cloud nach Hilfe zu fragen obwohl er im Grunde schon für ihn entschieden hatte, dass er sich an Aktionen gegen diese Gruppierung beteiligen würde. Im Grunde wusste Cloud aber auch, dass Reno recht hatte, deshalb machte er sich in diesem Moment nicht fiel aus dieser Unverschämtheit. „Okay, dann..“, Cloud stand auf. „Bis dann“. Reno verabschiedete sich mit einer hochgezogenen Augenbraue.

Als Cloud nach Hause kam, öffnete er leise die Tür, bedacht niemanden zu wecken. Unmittelbar nachdem er eingetreten war, vernahm er gedämpftes Schluchzen. Es brauchte nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu erkennen, von wem das Schluchzen kam. Seine Nackenhaare sträubten sich zu Berge. Er hasste es, er hasste sie am Boden zu erleben, die souveränste Frau die er je kennen gelernt hatte, immer optimistisch und mit einem aufmunterndem Wort für jedermann. Er hörte das Rücken von Glas auf Holz und ging schnell in die Küche.
Da saß sie am Esstisch, vor ihr nichts außer einer fast ausgebrannten Kerze, einem halbleeren Glas und einer, wie er dunkel erkennen konnte, fast leeren Flasche Wein. Sie saß einfach nur da und schluchzte, eine Hand vor ihr Gesicht gehalten.
Allein ihr Anblick reichte beinahe , um Cloud selbst Tränen in die Augen zu treiben, aber er hielt sie zurück. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt um zu weinen. Langsam näherte er sich ihr, er hatte nicht vorgehabt sie aufzuschrecken, aber er tat es doch. Ihr Kopf fuhr ruckartig um und als sie erkannt hatte, wen sie vor sich hatte, trat ein Ausdruck fragender Verzweiflung in ihre Augen. „wo warst du?“, hauchte sie kaum hörbar. Im nächsten Satz wurde ihre Stimme schon etwas lauter. „Du warst weg, einfach weg“. Ihr Atem stockte. Cloud kniete vor ihr nieder und seine Stirn berührte die ihrige. „Ich bin da, Tifa, ich bin da“, flüsterte er ihr zu, er versuchte sie zu beruhigen, fast so wie man ein kleines Kind beruhigt, das gerade einen schrecklichen Alptraum gehabt hatte. „Ich bin da, ich bin ja hier“, sagte er immer und immer wieder. Er wollte hören, wie sich ihr Atem wieder senkte und leiser wurde, er wollte hören wie sie sich beruhigte. „Und du gehst immer wieder weg. Versprich mir, dass du bleibst Cloud, versprich es mir“, ihre Stimme klang jetzt fester. Cloud sah ihr in die Augen und sah Schmerz, Schmerz und Hoffnung. Vielleicht auch eine gewisse Erwartung.

Er küsste sie. Erst ganz kurz, wie ein leichter Hauch auf ihren Lippen, das zweite Mal bestimmter. Beim dritten mal erwiderte sie den Kuss. Seine Hände fuhren langsam an ihren Armen hinunter, und wanderten dann zu ihrer Taille. Er hob sie gemeinsam auf die Beine. Er hob seine Arme wieder und hielt ihren Kiefer an beiden Seiten, streichelte sie mit dem rechten Daumen, ließ von ihrem Mund ab und platzierte viele kleine Küsse rund um ihre Mundpartie und auf ihrer Wange. Der Kuss war wunderschön, und er war schmerzvoll. Cloud gab Tifa kein Versprechen.
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