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von bootstrapbetti    erstellt: 13.03.2007    letztes Update: 26.01.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
Disclaimer: Diese Geschichte handelt von wahren Personen und basiert, so weit wie möglich, auf realen Fakten. Es werden, neben den Hauptcharakteren, diverse andere reale Personen erwähnt bzw. treten in der Geschichte auf. Ich maße mir nicht an, diese Personen zu kennen oder zu wissen, wie sie ihr Leben leben. Alles, was ich über sie, ihr Verhalten und ihre sexuellen Vorlieben schreibe, ist frei erfunden. Sämtliche anderen Personen sind meine Kreationen, sie existieren nur in meiner Phantasie; Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind nicht beabsichtigt. Alle Situationen in dieser Geschichte sind frei erfunden, und es ist unwahrscheinlich, dass die Handlung jemals so tatsächlich passieren wird. Ich mache mit dieser Geschichte kein Geld. Es sind keine Copyright- oder Trademarkverletzungen beabsichtigt.

Anmerkung: Nicht, dass es nicht schon vorher ein AU (Alternate Universe) gewesen wäre, von wegen Bastian und Lukas kommen irgendwann mal zusammen. Jetzt ist es also erst recht eins, nachdem Bastian und Daniela in dieser Geschichte noch zusammen sind und Dani auch eine einigermaßen wichtige Rolle spielt. Aber ich habe schon im November angefangen, an dieser Geschichte zu schreiben, wer hätte damals schon ahnen können, dass es so schnell endet?

Eine Anmerkung zum Titel, falls es jemanden interessiert. "Invictus" ist der Titel eines Gedichts von William Ernest Henley (http://myweb.dal.ca/waue/Trans/Henley-Invictus.html), das eines meiner Lieblingsgedichte ist. Es drückt einen Trotz und eine Stärke aus, die mich sehr beeindrucken, und die meiner Meinung nach sehr gut zu den beiden Jungs passen, die in meiner Geschichte einen starken Willen und einen eigenen Kopf sehr gut gebrauchen können. Invictus heißt "unbezwungen".

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Im Nachhinein kann man wohl durchaus sagen, dass Rense schuld ist an der ganzen Sache. Immerhin ist er es, der die Zeitung durch die Luft fliegen lässt und damit alles ins Rollen bringt.

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Bastian und Lukas sitzen in der leeren Bayern-Kabine und ringen nach Luft, so sehr lachen sie. Lukas hat bei sich zuhause auf der Suche nach alten Schuhen zufällig einen alten Liebesbrief gefunden, den er jedoch nie abgeschickt hat, und fand ihn einfach zu komisch, um ihn Basti vorzuenthalten. Bastian ist froh, dass Lukas ihn mitgebracht hat; so viel hat er schon lange nicht mehr gelacht. Es geht bestimmt schon fünf Minuten so, und noch immer müssen sie sich nur ansehen, um wieder in schallendes Gelächter auszubrechen.

"Ey Mann, in dir steckt ja 'n Poet, wer hätte das gedacht", sagt Bastian gerade atemlos und erntet dafür einen Faustschlag direkt in den Bauch, worauf er nur noch mehr lachen muss.

Aus dem Augenwinkel sieht er auf einmal, dass etwas auf ihn zugeflogen kommt. Gerade noch so kann er die zusammengefaltete Zeitung mit einer Hand fangen und nimmt die andere Hand von Lukas' Schulter, um sie ordentlich halten zu können.

"Ey Mann Rense, was soll'n der Scheiß", sagt Lukas und sieht zu dem Tormann auf, der im Türrahmen steht und grinst wie ein Maikäfer. "Ich les doch nich die Bild."

"Heute solltest du mal ne Ausnahme machen", sagt Rense und grinst weiter. "Du wirst es lieben."

Bastian sieht Mich an, dann wieder die Zeitung, dann noch einmal Mich. Der weiß ganz genau, wie sehr Lukas es hasst, Artikel über sich selbst zu lesen, also muss er einen guten Grund haben. Schließlich faltet er die Zeitung auf und kommt sich beinahe vor wie an Weihnachten, wenn man noch nicht weiß, ob man sich über das Geschenk nun freuen soll oder nicht.

Das Erste, was er sieht, ist ein Bild, das ihm irgendwie bekannt vorkommt; es sind er und Poldi, wie sie sich nach einem Tor an den Händen halten. Direkt daneben ist ein Bild, das sie im Freudentaumel zeigt, eng umschlungen stehen sie da. Die Bildunterschrift springt ihm ins Auge. Schweinski – Deutschlands neues Traumpaar. Neben ihm gluckst Poldi. "Prinz Peng: Treffsicher auch im Bett.”

Bastian starrt ihn an. "Poldi, was zur –" Erst da bemerkt er, dass Lukas einfach die Schlagzeile vorgelesen hat. Einen Moment lang kann er nur darauf starren, sein Gehirn braucht etwas, um wieder in Schwung zu kommen. "Die denken aber nicht –"

"Dass ihr schwul seid?" unterbricht ihn Rense, und mit einer beinahe synchronen scharfen Kopfbewegung sehen sie zu ihm auf. "Ich glaube, genau das tun sie." Rense grinst immer noch. Sie sehen wahrscheinlich auch unwahrscheinlich doof aus mit ihren verwirrten Gesichtern.

Poldi sieht sich den Artikel mal genauer an. "Das versteckte Liebesglück", liest er vor. "Die beiden WM-Helden Bastian Schweinsteiger (22) und Lukas Podolski (21) sind ein Paar. Offenbar schon seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer soll sich etwas angebahnt haben zwischen den zwei Mädchenschwärmen. "Bastian hat sich ganz schön verändert in letzter Zeit; er redet nur noch von Poldi", so ein sehr guter Freund des Fußballstars, der ungenannt bleiben will. Die Freundinnen der beiden wissen offenbar Bescheid und schützen ihre Männer vor den Blicken der Öffentlichkeit. Doch nun ist es [i]Bild[/i] doch gelungen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Unser Prinz und sein Schwarm: Deutschlands süßestes Liebespärchen. Was Lothar Matthäus dazu sagt: Seite 2." Poldi sieht kopfschüttelnd hoch und sieht Bastian an. "Was hast'n du für Freunde, Schweini. Verpfeifen die uns einfach so." Er grinst.

"Ja, jetzt isses wohl raus." Bastian seufzt und schüttelt den Kopf.

"Kenn ich deinen tollen Freund auch, der hier einfach so Geheimnisse ausplaudert?" fragt Poldi. Er sieht zu ihrem Mannschaftskameraden in der Tür. "Rense?"

"Ne du, ich war's net. Bin ja selber noch ganz platt." Rense zwinkert ihnen zu. "Also Basti, wer war's?"

"Muss ich wohl irgendwie vergessen haben, euch den vorzustellen", sagt Bastian und grinst. Er hebt den Arm, wie um ihm einem Menschen neben ihm um die Schultern zu legen. "Darf ich vorstellen? Sven, mein unsichtbarer Freund. Alter Verräter, du!" Er boxt dem unsichtbaren Sven in die Seite.

Einen Moment lang herrscht absolute Stille in der Kabine, dann fühlt Bastian, wie sich Lukas' Bauchmuskeln anspannen und er weiß genau, dass er das Lachen unterdrückt. Mehr braucht er auch nicht, um lauthals herauszuplatzen und wieder loszulachen. Poldi ist sofort dabei, und sie lachen und lachen und Poldi macht eine Bewegung mit seinem Zeigefinger, von sich zu Basti und zurück, und lacht noch mehr, und Basti weiß genau, was er meint. Die Idee ist aber auch einfach herrlich. Niemand außer der Bild kommt auf solchen Schwachsinn.

Irgendwann jedoch sieht Rense, der immer noch im Türrahmen steht und mit ihnen lacht, auf die Uhr. "Oh, Mist. Los, ihr Turteltäubchen, wir müssen los. Der Trainer wartet sicher nicht auf uns.”

"Recht hast du”, sagt Lukas und hievt sich von der Bank hoch. Sein breites Grinsen klebt immer noch in den Mundwinkeln, als er Bastian die Hand hinstreckt. "Na komm, Hasi, wir sollten gehen."

Bastian rächt sich sofort für das Hasi. Mit dem ernstesten Gesicht, das er sich abringen kann, nimmt er Poldis Hand und steht ebenfalls auf. "Mit dem größten Vergnügen, mein Bärchen." Schnell weicht er zur Seite aus und entgeht so gerade eben einem weiteren Schlag in den Magen von Lukas.

Hell lacht er auf und verschränkt seine Hand mit der seines besten Freundes. Affektiert Händchen haltend legen sie die Strecke zum Platz zurück, und Lukas kann sich einen tänzelnden Gang nicht verkneifen, woraufhin Bastian natürlich noch einen drauf legen muss und übertrieben mit dem Hintern wackelt und seine freie Hand abwinkelt, bis Rense, der ihnen folgt, ihn grinsend fragt, ob er sich wohl das Handgelenk gebrochen habe.

Bastian tritt ihm ganz und gar nicht affektiert gegen das Schienbein und grinst und Lukas flötet "Gut gemacht, Schatzi", und Rense muss schon wieder lachen. Wo das noch hinführen soll, will er sich gar nicht vorstellen.

::

Gut gelaunt schließt Basti die Tür seiner Wohnung hinter sich und wirft den Schlüsselbund in hohem Bogen auf die kleine Kommode, wo er sie immer hinwirft, obwohl sie dafür einen extra Haken an der Wand haben. Gut, dass Dani das nicht gesehen hat; sie würde ihn nur wieder schimpfen.

Lukas und er haben heute den Fans nach dem Training keine Autogramme gegeben; dafür haben sie sich mit Küsschen links und rechts auf die Wange voneinander verabschiedet und dafür lautstarkes Kreischen geerntet. Bastian musste die Augen zukneifen und Poldi ganz bewusst nicht ansehen, um nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Noch immer muss er grinsen, wenn er daran denkt.

Er tritt aus dem kleinen Vorraum in den Flur, den Dani mit Postern von halbnackten Männern dekoriert hat. Erst war er doch etwas beleidigt, hat sich aber mittlerweile mit ihnen angefreundet und ihnen teilweise sogar Namen gegeben. Direkt unter Lukas (der so heißt, weil er der Schmächtigste von allen ist) setzt er seine Sporttasche ab und befördert sie mit einem genau kalkulierten Tritt bis direkt vor die Schlafzimmertüre. Wenn er Glück hat, nervt das Dani so sehr, dass sie sie für ihn ausräumt, um nicht überall alles herumliegen zu haben.

Er grinst in sich hinein und schlendert in Richtung Küche, denn es riecht in der ganzen Wohnung herrlich nach Tomatensauce, und er spekuliert darauf, dass Dani Spaghetti gemacht hat; die liebt er doch so sehr. "Hmmm", sagt er also, als er den Kopf durch die halboffene Küchentüre steckt. "Des riecht aber lecker hier."

Dani steht mit dem Rücken zu ihm und dreht sich nicht um. Stattdessen antwortet sie, "Pech für dich." Bastian schließt die Türe hinter sich und legt von hinten die Arme um ihre Taille. Nachdem er ihr einen Kuss auf die Haare gedrückt hat, sagt er, "Ich find, des is sehr großes Glück für mich, denn ich liebe Spaghetti."

"Für dich gibt es in diesem Haus heute kein Essen", sagt Dani und hackt mit einem gewaltigen Schlag mit dem Messer die Gurke für den Salat in zwei Teile. "Musst du nicht sowieso noch deine Sporttasche ausräumen?"

Oh oh. Bastis innere Alarmsirene läuft auf Hochtouren. Dani ist sauer. Mist. In Windeseile durchforstet er sein Gedächtnis nach Missetaten. Nichts. Jedenfalls nichts, das Dani einen Grund geben könnte, so wütend auf ihn zu sein. Na ja, gut. Vielleicht. Aber deshalb wird sie doch nicht – Er probiert es einfach mal auf die Charmebolzen-Tour. "Tut mir Leid, mein Schatz", sagt er und wühlt mit seiner Nase etwas in den Haaren in ihrem Nacken. Das bringt sie immer zum Lachen.

"Spinn nicht rum", sagt sie heute aber nur, kalt wie ein ganzer Gletscher, und Bastian beißt sich auf die Lippe. Shit. "Ich liebe dich", sagt er deshalb, denn das hilft nun wirklich immer.

Und tatsächlich dreht sie sich endlich zu ihm um und sieht ihn an. Doch irgendwas läuft heute gewaltig schief; sie lächelt ihn nicht an, sondern fixiert ihn mit ernstem Blick. Shit shit shit. Basti versucht ein strahlendes Lächeln und will sie küssen, doch sie schiebt ihn weg von sich. "Du hast wohl gedacht, du könntest es ewig vor mir geheim halten, wie?"

"Was?" Bastian ist jetzt wirklich ratlos; alle seine Erfolgsgaranten haben versagt, und Dani hat irgendein Problem, das er nicht versteht, und eigentlich will er jetzt nicht darüber reden, denn er sieht die Tomatensauce im Topf blubbern und es riecht gut und verdammt noch mal, er hatte Training und will versorgt werden, so wie sich das gehört.

Dani verschränkt die Arme vor der Brust und mustert ihn kühl von oben bis unten. "Du brauchst gar nicht denken, dass ich dich noch weiter bekochen werde, wenn du mich so schamlos hintergehst."

Aha, denkt Bastian, und langsam wird ihm einiges klar. Er ärgert sich über sich selbst, dass er darauf reingefallen ist. Dani erwischt ihn doch immer und immer wieder eiskalt mit ihren kleinen Spielchen, und er checkt es einfach nicht, bis sie ihm dann lachend um den Hals fällt und er sich wieder einmal über sich selbst ärgert. Aber nicht heute. Ha! Heute hat er es bemerkt, und er wird mitspielen. Mal sehen, wie ihr das gefällt. "Pfff", macht er also nur und rümpft leicht die Nase. "Deinen Fraß hab ich sowieso scho lang satt, des kann ja kein Mensch essen. Ich leb seit neuestem nur noch von Luft und Liebe."

Einen Moment lang öffnet sich Danis Mund empört, doch dann scheinen ihn seine Augen verraten zu haben, denn sie hat bemerkt, was hier läuft. "Oh, alles klar", sagt sie und hebt das Kinn mit unbeschreiblicher Arroganz. "Mein Fraß ist ja offensichtlich nicht gut genug für den Herrn Nationalspieler. Gut für dich, dass du dich jetzt anderweitig versorgen kannst. Ich jedenfalls werd jetzt essen, und zwar alles, bis auf den letzten Rest, ganz alleine. Die ganzen Spaghetti, und die ganze Sauce, mit den frischen Tomaten, und dem Basilikum, und dem Mozzarella, hmmm, des riecht ja schon so lecker…" Damit wendet sie sich wieder ihren Töpfen zu und rührt die Sauce um und gießt die Spaghetti ab.

Bastian weiß genau, dass sie jetzt in sich hinein grinst, dass sie dieses Spiel noch ewig so weiterspielen könnte, und dass sie ihre Drohung ohne Probleme wahr machen wird, wenn er nicht nachgibt.

Gut, dass keiner seiner Fußballerkollegen weiß, wie sehr sie ihn unter der Fuchtel hat. Sie würden ihn nie mehr mit Respekt betrachten. Allen voran Poldi, der alte Drecksack. Also stöhnt er leise und vergräbt sein Gesicht in ihren Haaren. "Okay, gut, ich sag's ja. Du hast gewonnen. Wie immer. Frau, du treibst mich in den Wahnsinn."

Dani lacht, und Basti denkt bei sich, dass sich das Aufgeben schon allein für dieses wunderbare Lachen gelohnt hat. Er packt sie an der Hüfte und dreht sie zu sich herum, um ihr endlich einen Kuss zu geben.

Als er damit fertig ist, fährt sie ihm mit der Hand durch die Haare. "Unter diesen Umständen könnte ich mich dazu herablassen, dir einen kleinen Rest abzugeben." Sie taucht den Schöpflöffel in die Sauce und hebt ihn halbvoll wieder heraus, um ihm zu zeigen, wie viel er denn bekommen würde.

Bastian lacht und küsst sie noch einmal, um sie noch ein bisschen milder zu stimmen, was ihm schließlich auch gelingt.

Während er den Tisch deckt, fragt er, "Du weißt es also schon, hm?"

Wieder lacht sie und sagt, "Wenn du ernsthaft glaubst, dass es auch nur einen einzigen Menschen in Deutschland gibt, der es noch nicht weiß, dann bist du wirklich sehr naiv." Nach einer kleinen Pause fügt sie hinzu, "Ganz Deutschland hat Teil an meiner Demütigung. So in aller Öffentlichkeit vorgeführt zu werden… man könnte meinen, du wärst Olli Kahn."

Bastian muss lachen. "Des war fies. Der arme Olli."

Sie schnauft nur. "Sehr arm dran, der Kerl, wirklich. Ich mag ja Verena echt wirklich gern, aber was der Olli mit seiner Frau abgezogen hat, war richtig mies. Naja, aber wenigstens ist der nicht schwul."

"Ach, so is des. Du würdest also lieber für ein anderes Mädel sitzengelassen werden als für nen Kerl."

"Na, lieber als für Lukas auf alle Fälle."

Bastian droht ihr spielerisch mit dem Löffel. "Das lass ihn mal lieber nicht hören, sonst ist er noch ganz gekränkt und traurig." Und als er das belustigte Funkeln in Danis Augen sieht, fügt er schnell hinzu, "Keine weiteren Kommentare, bitte. Lieber noch einen Kuss?"

Mit großen Augen sieht er sie an, und sie schüttelt lächelnd den Kopf. "Du alter Spinner."

Den Kuss bekommt er trotzdem.
 
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