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von Marmotta    erstellt: 26.02.2007    letztes Update: 02.07.2007    Geschichte, Allgemein / P18 Slash    (fertiggestellt)
Disclaimer: Die Personen in dieser Geschichte gehören sich selbst. die Handlung ist frei erfunden!

1.

Endlich wieder ein Trainingslager mit der Nationalmannschaft!
Es gab nichts, was Bastian Schweinsteiger jetzt mehr gebraucht hätte.

Seit einigen Wochen lief in München für ihn gar nichts mehr so wie es sollte.
Sie verschenkten wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft – und zwar gegen wirklich einfache Gegner.
Von seiner Freundin Dani hatte er sich getrennt, weil es einfach nicht mehr lief zwischen ihnen – außerdem hatte sie einen anderen, wie er durch Zufall herausgefunden hatte.
Von allen Seiten wurde er heftig kritisiert, weil er sich einfach nicht in seine neue Position im zentralen Mittelfeld einfinden konnte.
Und zu allem Übel hatte sich sein Freund Lukas Podolski in letzter Zeit so verändert, dass er einfach nicht mehr an ihn rankam.
Lukas, sonst immer lustig und gut gelaunt, war verschlossen und in sich gekehrt und ließ keinen – auch nicht Bastian- an sich heran.

Neben Bastian kauerte Philipp Lahm in sich zusammengesunken auf der Rückbank des Taxis, das sie zum Mannschaftshotel brachte.
Der sonst immer so fröhliche Philipp schien sein strahlendes Lächeln verloren zu haben.
Auch bei ihm lief es nicht rund im Moment.
Er spielte extrem schlecht und war mir seinen Gedanken absolut nicht bei der Sache.
Kein Wunder, denn er hatte vor Kurzem aus der Zeitung erfahren müssen, dass sein Freund Timo Hildebrand in der nächsten Saison irgendwo in Spanien spielen würde.
Timo und Philipp hatten immer über alles miteinander reden können und der kleine Abwehrspieler war tief gekränkt, dass der Torwart nicht zuerst mit ihm darüber gesprochen hatte.

Am Hotel angekommen bezahlten die beiden den Taxifahrer, nahmen ihr Gepäck und betraten die Lobby. Jogi Löw, der Bundestrainer begrüßte die beiden freundlich.

„Schön, dass ihr da seid. Philipp, du hast Zimmer 126 zusammen mit Timo und Bastian, du hast Zimmer 114 mit Lukas zusammen.“

„Äh Jogi, bitte, ich möchte nicht mit Timo in ein Zimmer,“ sagte Philipp leise.

„Oh, ich dachte nur, weil ihr doch sonst so gut klarkommt, aber okay, dann kann sich Timo um Mario kümmern, das ist sowieso besser, wenn der mit jemandem aus seinem Club zusammen ist. Warte mal...du könntest zu Clemens ins Zimmer,“ schlug Jogi vor.

„Wenn du willst, kannst du auch bei mir schlafen. Lukas redet sowieso nicht mehr viel mit mir,“ sagte Bastian sehr zur Überraschung seines Trainers.

„Was? Warum das denn nicht? Ich dachte, ihr seid wie siamesische Zwillinge!“

„Ich weiß auch nicht. Es läuft eben alles irgendwie verkehrt momentan!“

„Also gut, meinetwegen. Dann geht ihr in Zimmer 114 und Lukas stecke ich zu Clemens. Vielleicht überstehen wir dann mal ein Trainingslager ohne größere Katastrophen!“ sagte Jogi und reichte den beiden Bayern-Spielern den Zimmerschlüssel.

Wenn Jogi es sich recht überlegte war es vielleicht wirklich gar nicht so schlecht, wenn Lukas nicht immer mit Bastian zusammensteckte, denn die beiden hatten es bisher geschafft noch jedes Hotelzimmer auseinander zu nehmen.
Clemens und Philipp waren da eher etwas ruhigere und friedlichere Zeitgenossen, die zwar jeden Spaß mitmachten, die aber vielleicht trotzdem einen guten Einfluss auf Bastian und Lukas ausüben konnten.
Außerdem: wenn zwischen dem unzertrennlichen Chaos-Duo sowieso Funkstille herrschte konnte man auf diese Art wenigstens ein paar Konflikte vermeiden.

Um die 3 Bayern-Spieler machte Jogi sich sowieso ein wenig Sorgen. Er kannte alle 3 gut und hatte natürlich gemerkt, dass sie sich verändert hatten und dass die Leistungen sehr stark abgefallen waren. Er hoffte inständig, dass diese Jungs im Kreise der Nationalmannschaft wieder ihre Fröhlichkeit und Leichtigkeit zurückbekommen würden.

*

Nach einer Weile erreichten auch die Stuttgarter Jungs das Hotel. Thomas Hitzelsperger bekam das Zimmer mit Arne Friedrich, seinem besten Kumpel.

„So, Mario, du kannst bei Timo schlafen,“ sagte Jogi und reichte den beiden den Zimmerschlüssel.

„Aber ich dachte ich und Philipp...“ begann Timo.

„Philipp teilt sich das Zimmer mit Bastian Schweinsteiger und zwar auf seinen eigenen Wunsch hin! Ich weiß zwar nicht, was zwischen euch vorgefallen ist, aber ich hoffe, ihr seid beide Profis genug, um euer Privatleben und den Fußball zu trennen.“

„Okay. Komm mit Mario!“

Timo konnte es nicht verstehen. Philipp ging ihm aus dem Weg und er wollte nicht einmal mit ihm ein Zimmer teilen. Gut, es war falsch von ihm gewesen, dass er nicht zuerst mit ihm über den bevorstehenden Vereinswechsel gesprochen hatte, aber war das wirklich ein Grund, daraus so ein Drama zu machen? Philipp gab Timo nicht einmal die Möglichkeit sich zu entschuldigen. Er weigerte sich schlicht und einfach mit ihm zu reden und ging nicht mehr ans Telefon.

*

Es war schon spät am Abend, als endlich auch Lukas Podolski im Hotel ankam. Er hatte noch einen Werbefilm drehen müssen und da heute, am Anreisetag, sowieso kein Training auf dem Programm stand war es auch kein Problem gewesen, dass er erst jetzt erschien.

In der Lobby war niemand von der Mannschaft zu sehen, deshalb steuerte er auf die Rezeption zu und setzte sein charmantestes Lächeln auf.
„Hallo, ich bin Lukas Podolski. Ähm...können sie mir sagen, welche Zimmernummer ich habe?“

„Einen Moment bitte.“ Die Hotelangestellte schaute in ihrer Liste nach. „Zimmer 127 im ersten Stock. Mit dem Aufzug nach oben und dann rechts den Gang entlang!“

„Danke!“

Er schleppte seinen Koffer in den Aufzug und fuhr in den ersten Stock rauf. Das Zimmer lag ganz am Ende des langen Flures. Lukas klopfte kurz an und riss dann ohne eine Antwort abzuwarten die Tür auf.

„Hallo Bas...“ ihm blieb der Name Bastian im Hals stecken. Verwirrt sah er auf den blonden Abwehrspieler aus Bremen, der ihm freundlich entgegensah. „Clemens, was machst du denn hier?“

„Hi Lukas. Ich schätze mal, ich teile mir das Zimmer mit dir für die nächsten paar Tage!“ antwortete er.

„Wie jetzt? Wieso du? Was ist mit Basti?“

„Keine Ahnung. Der hat wohl ein Zimmer mit Philipp zusammen. Jogi meinte, ob es für mich okay wäre, wenn du bei mir schläfst!“

„Basti und Philipp?“ Lukas verstand die Welt nicht mehr. Er hatte nichts gegen Clemens. Aber Basti wäre ihm lieber gewesen. Bei dem kannte er alle seine Macken und sie hätten sicher sehr viel Spaß zusammen gehabt.

„Hast du Krach mit Basti?“ fragte Clemens neugierig.

„Eigentlich nicht. Naja, es läuft momentan eben nicht so bei uns wie es soll, aber richtig gestritten haben wir uns nicht. Wir reden halt momentan nicht so viel miteinander!“

„Aha, verstehe. Aber ich hoffe, wir beide werden uns auch gut vertragen, oder was meinst du?“

„Klar!“ Lukas versuchte zu grinsen, was ihm auch so halbwegs gelang.
 
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