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Geschichte: Fanfiktion
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von phazonshark
erstellt: 25.02.2007
letztes Update: 13.04.2009
Geschichte, Mystery / P16
(fertiggestellt)
Trailer zur Trilogie
http://www.youtube.com/watch?v=UFLeSIvzWKk
Cover
http://img507.imageshack.us/img507/6453/istari1covercopy5small.jpg
Hinweise & Warnungen
- Das Betreten der Review-Ecke ist eine Sache für sich: Zwar finden sich dort wirklich schöne Spekulationen und Gedanken, gleichzeitig aber auch Informationen über solche Kapitel, die man selbst vielleicht noch nicht gelesen hat.
- Die Geschichte basiert auf dem Filmuniversum, bezieht aber recht viele Teile des Buchuniversums mit ein, als Folge basierten Lesertheorien bisher mehr auf den Büchern als auf den Fimen, speziell was die Mythologie angeht. Das kann klappen, kann aber auch zu vorschnellen Annahmen und Verwirrung führen, denn Ausgangspunkt sind die Filme. Einfach im Hinterkopf behalten, dann passt das schon alles. :-)
- Okay, jetzt muss ich aufpassen, wie ich das schreibe. Ich persönlich sage über Istari, dass es einen lufzifermäßig komplexen Plot mit sehr einfachen Charaktergeschichten verbindet. Wenn man es auf letztere abgesehen hat, dann kann man Istari so lesen, wie jede andere Fanfiction auch. Wenn man aber wirklich all die Hintergründe und Zusammenhänge verknüpfen und durchschauen will, dann sollte man diesen Teil oder zumindest die einzelnen Arcs in möglichst einem Rutsch lesen (Rekord liegt bei ein paar Tagen, alles unter zwei Monaten sollte es aber auch tun), sowie ein wenig Vorwissen zu non-linearem Geschichtenerzählen mitbringen, also LOST, Pulp Fiction, The Prestige, etc. Es kommt wirklich darauf an, was ihr von der Geschichte haben möchtet.
Fanfiction General Award
Istari 1 hat 2010 die "Beste Action" gewonnen und war nominiert für "Bestes Drama/Darkfic", "Bester Erzählstil", "Beste erfundene Charaktere" und "Beste Fanfiction". Ah... Um die Erwartungen zu dämpfen: Ich hatte beim Schreiben eine gewisse Lernkurve. Ächem. Positiv ausgedrückt: Die Geschichte wird mit der Zeit eher besser als schlechter.
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Beim ff.de-Standart sieht das alles etwas eigenwillig aus, geschrieben ist das Ganze für 50% oder 75% Zeilenbreite und 15px oder 17px in Sachen Schriftgröße. Ein bisschen Taschenbuch-like. Aber das soll nur eine Anmerkung sein, ich werd' euch natürlich nicht in eventuelle Vorlieben reinreden.
Aufbau
Abzüglich der Anmerkungen und den leichten Übertreibungen des ff.de-Wordcounts kommt Istari 1 auf etwa 190.000 Wörter, verteilt auf sieben Handlungsbögen.
Disclaimer
Diese Geschichte ist in J.R.R. Tolkiens Welt Arda angesiedelt und verwendet Charaktere, Ereignisse und Orte aus Tolkiens Büchern. Die Rechte an diesen bleiben somit bei ihm bzw. seinen Erben. Alle anderen Charaktere und Plot-Elemente kann und sollte man mir zuschreiben. Geld will ich hiermit selbstverständlich nicht verdienen, soweit kommt's noch. Die Artworks zum Projekt entstehen unter Inspiration durch die Film-Trilogie von Peter Jackson, deren Design auf Künstler wie Alan Lee zurückgeht.
ISTARI 1
Das Gift der grünen Unsterblichen
Das Gift der grünen Unsterblichen
1.01
Der Ringtag
Der Ringtag
Edoras, die Hauptstadt Rohans
22. September, Jahr 33 des V.Z.
Die Sonne war halb hinter dem Weißen Gebirge verschwunden und glühte in einem flammenden Rot. Vereinzelte Wolkenbanken schoben sich vor den versinkenden Feuerball, nachdem sie bereits einen Großteil des Abendhimmels in Beschlag genommen hatten. Die Temperatur fiel stetig und trieb die Bevölkerung von Edoras in ihre Häuser zurück, wo die Menschen keinen Gedanken mehr an die einbrechende Nacht verschwendeten. Doch die aus Steinen und dem Holz des Anlan-Waldes errichteten Hütten waren nicht bloß von Licht und Wärme erfüllt.
Sondern vor allem anderen von feiernden Familien.
Denn während die Sonne die Schlacht um den Himmel verlor, feierten die Menschen ein weiteres Mal die Befreiung der Erde.
Die Älteren saßen in den Stühlen, die sie in ihrer Jugend geschaffen hatten, um von jenem Krieg zu berichten, der vor über dreißig Jahren in ganz Mittelerde geführt worden war. Einzelne Kinder lauschten mit Interesse den Erzählungen über die Heldentaten der Menschen, über die schwere Zeit in Helms Klamm, jener Festung, in welcher der verstorbene König Theoden zusammen mit Hochkönig Elessar, dem Herrscher des Wiedervereinigten Königreiches, Rohans Volk verteidigt hatte. Manch ein Mädchen lächelte, als die Geschichten jenen Punkt erreichten, an dem die Schildmaid Eowyn den finsteren Hexenkönig erschlug. Und einige der Eltern erkundigten sich aus Freundlichkeit und Respekt nach der genauen Schlachtaufstellung bei der Belagerung von Minas Tirith.
Doch die Menschen feierten die Zukunft. Die Vergangenheit interessierte, aber sie war nicht wichtig. Den Alten wurde oft nur beiläufig und vorübergehend Aufmerksamkeit geschenkt.
Bis Mitternacht nahte.
„Großvater, erzählst du uns nun die Geschichte vom neunfingrigen Frodo und dem Ring?“
Heute jährte sich Frodos Geburtstag. Der Ringtag, wurde der 22. September auch genannt.
Die Kinder verstanden den Krieg nicht. Sie verstanden nicht, was er gewesen war, was Sauron versucht hatte, wie dunkel das Hier und Jetzt hätte sein können. Sie verstanden nicht, was jener Fremde namens Frodo Beutlin durchgemacht hatte, was er gedacht und gefühlt hatte, wie sehr eine schreckliche Macht an ihm gezerrt hatte, wie verzweifelt er gewesen war.
Aber in ihrem Inneren wussten sie es.
In ihrem Inneren wussten sie etwas, das sie vielleicht ihr ganzes Leben lang nie verstehen würden, und doch würde es sie wie ein Freund auf ihrem Weg begleiten. Denn die Herzen all jener Kinder, die nach dem Ende des Krieges und dem Fortreisen Frodos geboren worden waren, waren – so sagte man – mit der Welt auf seltene Art verknüpft.
Und wenn die graue Oberfläche, der graue Regenvorhang, noch so düster und verschwommen sein mochte, wenn all die Taten und all die Wirren noch so kompliziert und undurchschaubar sein mochten, wenn so viel Böses immer noch über Mittelerde hinwegkroch ...
Die Herzen der Kinder waren durch Frodo mit dem Herzen von Mittelerde verbunden worden. Und sie wuchsen auf und lebten in dem festen Wissen, dass diese Welt in ihrem Innersten gut ist.
Und das ist eine wunderbare Wahrheit.
~*~
Der achtzehnte König von Rohan saß in unauffälliger, naturfarbener Kleidung ein paar Meter abseits jener Treppe, die hinauf zur Goldenen Halle führte, welche den Thronsaal beherbergte. Der Schatten eines Baumes hatte die große, aber sitzende Gestalt des Königs verschluckt und verbarg ihn somit nun schon seit über einer Stunde vor den Blicken jener, die mit vor Freude glühenden Gesichtern die Stufen zur Halle erklommen.
Wann immer einer seiner Untertanen vorbeikam, lächelte er und nickte ihm zu. Niemand bemerkte ihn, doch wäre dies der Fall gewesen, wäre in seinem Gesicht zu lesen gewesen: Feiert weiter. Ich passe auf Euch auf.
Éomer hatte die Krone in das verschattete Gras neben ihm gelegt und lies seinen Blick zufrieden über das Meer aus leuchtenden Fenstern schweifen. Edoras war auf einem kleinen Berg errichtet worden, mit der Goldenen Halle auf seinem höchsten Punkt. Somit war es Éomer möglich, die gesamte Hauptstadt zu überblicken, selbst jene neu gebauten Wohngebiete am Fuß des Berges, außerhalb der ursprünglichen Stadt. Seit dem Ende des Ringkrieges war Edoras beträchtlich gewachsen und breitete sich nun über mehr als die doppelte Fläche aus. Eine zweite äußere Mauer war geschaffen worden – obgleich man annahm, sie wohl niemals brauchen zu würden – und einige Wachtürme, die lediglich dazu dienten, mit dem Licht ihrer Feuer die Stadt zu erleuchten.
„Der Feind wird nicht hereingelangen.“
Éomer wandte sich lächelnd um und sah eine in weiße Gewänder gekleidete Frau die Treppe herabsteigen. Ihr Gesicht und ihre Statur trotzten auf beeindruckende Art ihrem fortgeschrittenen Alter, das ein Fremder irrend auf weniger als 40 geschätzt hätte. Lothíriel, Éomers Frau, war die Tochter des Fürsten von Dol Amroth und als solche mit dem Blut der langlebigen Dúnedain gesegnet.
„Der Feind ist ausgesperrt und kann die Stadt nicht betreten“, wiederholte sie, während sie sich mit einem zurückhaltenden Grinsen neben ihn setzte.
Éomer blickte sie fragend an. „Feind?“
„Die Dunkelheit …“, antwortete sie, mit ihrem Blick kurz zum bewölkten Nachtimmel wandernd. „Sauron mag tot sein, aber du bist noch immer bereit, Edoras gegen alles zu verteidigen, was ihm auch nur ansatzweise gleichkommen mag.“
Ihre Worte waren im Scherz gesprochen, doch wie so oft verbarg sich mehr und treffendere Wahrheit hinter ihnen, als man zuerst meinen mochte. „Ich muss aufpassen“, brummte Éomer leise, „es mir nicht zu wünschen. Mir nicht zu wünschen, dass ich wieder kämpfen muss.“
Lothíriel lachte und ihre Augen strahlten im Schatten des Baumes, unter dem beide noch immer saßen. „Das ist der Mann, den ich geheiratet habe. Nachdem du dreißig Jahre lang zwei Königreiche wiederaufgebaut hast, musst du auf irgendetwas einschlagen.“ Noch immer grinsend erhob sie sich.
„Wo gehst du hin?“
„Die Marmorkrüge meiner Mutter in Sicherheit bringen“, antwortete sie mit gespieltem Ernst. „Du hast sie noch nie leiden können und im Dunkeln sehen sie ein wenig so aus wie die Köpfe von Orks.“
„Ich habe mich immer gefragt, was deine Mutter in ihnen aufbewahrt hat“, gab er trocken zurück. „Gefährliche Frau.“
„Da ist sie nicht die einzige“, lachte Lothíriel, die auf den letzten Stufen der Treppe plötzlich von einem übermütigen Kind umarmt wurde. Elfwine, ihr zehnjähriger Sohn, genoss es sichtlich, mit den Erwachsenen die Nacht im Licht der Feuer verbringen zu dürfen. Seine dunkelblonden Haare waren vom vielen Herumtoben zerzaust und bis auf die besonders edlen Stoffe der Kleidung unterschied sich der Prinz von Rohan in den Augen von Fremden vermutlich nicht von anderen Jungen seines Alters.
„Mutter“, hörte Éomer die fast klagende Kinderstimme sagen, „erzählst du mir die Geschichte vom neunfingrigen Frodo und dem Ring?“
„Sicher, mein Schatz“, kam die sanfte Antwort. „Wusstest du, dass dein Vater damals fast Frodos Kameraden umgebracht hätte?“
„Wirklich?“
„Es hat mich viel Zeit gekostet, ihm diese nächtlichen Kavallerieangriffe abzugewöhnen.“
Éomer musste grinsen, wohl wissend, dass die letzten Sätze für ihn bestimmt waren. Zufrieden blickte er seiner Frau und seinem Sohn hinterher, bis sie hinter dem großen Tor der Goldenen Halle verschwunden waren. Dies waren gute Zeiten, mehr konnte er in jenem Moment weder sagen noch denken. Die letzten dreißig Jahre waren jene gewesen, für die sie damals gekämpft und gelitten hatten. Und auch die Nacht, die nun über dem hell erleuchteten Edoras zu voller Schwärze angewachsen war, würde diese Zeit nicht trügen.
Und dennoch …
Ebenso, wie er damals Grima Schlangenzunges schleichenden Verrat geahnt hatte, spürte er an diesem Abend etwas Dunkles heraufziehen.
Mit versteinertem, düsterem Gesicht, setzte sich der achtzehnte König Rohans, der erste der dritten Königslinie, die Krone wieder auf.
~*~
Henneth Annûn, Nord-Ithilien
22. September, Jahr 33 des V.Z.
Fahles Mondlicht fiel durch das kleine, fensterartige Loch in der Höhlenwand und tauchte die Versammlungskammer in ein gespenstisches Blau. Der unregelmäßige, von kleinen Gesteinsbrocken übersäte Boden, nahm unter der Öffnung ebenfalls diese Farbe an, versank jedoch tiefer im Raum in Schwärze. Die Luft war überraschend kühl für den Spätsommer und erfüllt vom Rauschen des Wasserfalls, dessen Fluten sich etwas entfernt in einen kleinen See ergossen.
Henneth Annûn, das Fenster nach Westen, war im Ringkrieg ein verborgener Außenposten Gondors gewesen, einer jener, die man bis kurz vor dem Fall von Osgiliath hatte halten können. Im Innern eines kleinen Berges hinter einem Wasserfall versteckt, bestand Henneth Annûn im Wesentlichen aus einer großen Höhle mit einer Hand voll Nebenkammern – wie dieser hier – und einigen aus strategischen Gründen zugemauerten Gängen. Damals hatten Faramir und seine Waldläufer hier ihr Nachschublager und Quartier gehabt. Frodo und Sam waren hier eine Weile gefangen gehalten worden.
Legolas der Elb stand inmitten der Versammlungshöhle, am Rande eines ausgebreiteten Nachtlagers, und wusste, dass er nicht schlafen durfte.
Den ganzen Tag über hatte er mit zwanzig anderen Elben aus dem Großen Grünwald versucht, die Natur zu heilen. Sie taten das seit knapp einem Jahr: Allein oder in kleinen Gruppen streiften sie durch ein einst wunderschönes Land, das zwischen die Schwerter zweier Großmächte, Gondor und Mordor geraten war. Die Waldläufer hatten sich hier erbitterte Kämpfe mit dem Haradrim geliefert und Feuerpfeile beider Seiten hatten die Bäume entflammt.
Doch das Schlimmste waren die Tiere gewesen.
Bereits bei ihrer Ankunft hatten die Elben erkennen müssen, dass verdorbene Kreaturen Mordors – Wölfe, Hasen, ja sogar Insekten – in die Wälder Ithiliens eingefallen waren. Und allein deren Dasein hatte ausgereicht, um das Tierreich zu stören, zu schwächen und ins Chaos zu stürzen. Diese finsteren Wesen gehörten hier nicht her und die Vernichtung des Dunklen Herrschers hatte nicht dazu geführt, dass sie sich in die leere Einöde Mordors zurückgezogen hatten.
Also hatten es sich die Elben zu ihrer Aufgabe gemacht, die einheimischen Pflanzen und Tiere zu stärken und die verdorbenen fortzuscheuchen oder – manchmal war es möglich – zu heilen. Es war eine anstrengende Aufgabe und sie würde eine Ewigkeit in Anspruch nehmen, wie einer der jüngeren Elben vor Monaten gesagt hatte. Leglolas hatte gelächelt. Wir sind Elben, hatte er entgegnet. Wir haben eine Ewigkeit. Wir sind für die Heilung dieses Landes geschaffen.
Doch nun war er sich weniger sicher, was er zu tun hatte. Die meisten anderen schliefen bereits, ihm jedoch blieb dies verwehrt. Mehrere Minuten stand er regungslos da und wartete auf jedwede Form von Antwort. Und plötzlich war das Gefühl, seine Ahnung, stark genug.
Mit wachem Blick wirbelte Legolas herum und hechtete mit grazilen Bewegungen durch den kleinen Tunnel, welcher von der Versammlungskammer in die Haupthöhle führte. Er rannte vorbei an schlafenden Elben und gestapelten Vorräten an Lembras-Brot, vorbei an kleinen Leuchtkristallen und Schriftrollen über seltene Pflanzen, um schließlich unter freiem Himmel zu stehen, direkt am Rande des Verbotenen Weihers.
Legolas hatte diesen Ort während des vergangenen Jahres meistens gemieden, weil irgendetwas ihn abstieß. Er erinnerte sich, wie Frodo in seinen Berichten auf Einzelheiten zum Weiher und zu seiner Gefangenschaft verzichtet hatte. Etwas war sonderbar an diesem kleinen Gewässer und der Elb war stets sicher gewesen, es nicht herausfinden zu wollen. Doch nun überwand er diese Art von Furcht und kniete sich auf den Boden, die Augen nicht vom Weiher und den darin schwimmenden Fischen abwendend.
Die Fische zerstreuten sich mit der Zeit, bis schließlich keiner mehr zu sehen war und Legolas Spiegelbild allein zurück blieb. Unsicher sah er in seine eigenen Augen, erwiderte seinen eigenen fragenden Blick und war auf einmal unfähig sich zu bewegen.
Denn plötzlich verwandelten sich seine Züge zu einer teuflischen, grünen Fratze, voller Narben und voll Schmutz. Bösartige Augen funkelten ihn an, Zähne blitzten auf, und die Wasseroberfläche, die fast wie Feuer zu sein schien, kam näher und näher.
Legolas schrie und riss sich gewaltsam fort von dem Meer aus Flammen und dem verzerrten Gesicht, das darin schwamm. Er lag auf dem Boden, hohe Grashalme vor seinen Augen nahmen ihm die Sicht, er zitterte.
~*~
FORTSETZUNG FOLGT …
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