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von Mystique666    erstellt: 12.12.2006    letztes Update: 11.02.2011    Geschichte, Drama / P18    (abgebrochen)
Noch kurz zur Erklärung:

„ …“  Gespräch, alles, was hörbar gesagt wird, auch bei einem Selbstgespräch
iii’  Gedanken einer Person
iii  Erinnerungen oder Träume
/iii/ Telepathie wenn Gedanken gelesen werden, bei Unterhaltung Sprecher
//ii// Telepathie bei Unterhaltung Angesprochener

Prolog

Einsamkeit.

Viele Menschen sind einsam. Wer kennt nicht dieses Gefühl des Alleinseins? Das Gefühl von allen anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein … Diese gähnende Leere tief drinnen. Und zusammen damit auch die Hilflosigkeit nichts dagegen tun zu können.
Es gibt viele, die ganz offensichtlich einsam sind. Menschen, die alleine leben, die jeglichen Kontakt zur Außenwelt abgebrochen haben, weil sie an dem Versuch mit anderen zu kommunizieren, verzweifelt sind. Sie geben sich ihrer Einsamkeit hin.
Dann wiederum gibt es Menschen, die ihre Einsamkeit überspielen. Sie können viele Freunde und Bekannte haben, eine liebende Familie und ein relativ glückliches Leben. Aber dann…
Vielleicht merken sie es zuerst selbst nicht. Es fängt langsam an, dieses nagende Gefühl. Man kann Lachen und für wenige Momente glücklich sein, aber dieses Gefühl kehrt immer wieder zurück. Es lässt sich nicht verdrängen, das Gefühl, dass etwas fehlt. Das Gefühl, dass nichts einen Sinn hat. Und je stärker das Gefühl wird, desto gezwungener und seltener die glücklichen Momente.
Es sind Masken, die viele tragen. Masken um sich selbst und alle anderen zu belügen. Aber wenn dann die Nacht hereinbricht und man kurz vor dem Einschlafen ist, in dem Moment in dem alle Masken fallen, lässt sich das Gefühl der Einsamkeit nicht mehr verdrängen. In dem Moment ist die Leere in einem am deutlichsten, die Verzweiflung am stärksten. Innen drin ist man doch nur einsam.
Manche meinen, dass Einsamkeit die Vorstufe zur Depression ist. Je stärker dieses Gefühl wird, desto größer werden die Zweifel an der eigenen Person, desto deutlicher all die negativen Gedanken und Eindrücke. Je stärker es wird, desto weniger Sinn hat alles andere. Desto weniger Sinn hat das Leben.
Nicht alle Menschen sind einsam. Aber … Letzten Endes sterben alle allein …

Cathy sah ihr Tagebuch einen Augenblick lang ausdruckslos an, bevor sie seufzte und es schloss.  Sie wusste nicht, warum sie das geschrieben hatte, aber sie fühlte sich wenigstens ein wenig erleichtert. Nicht viel, aber wenigstens ein bisschen.
Sie legte das Tagebuch beiseite und schaltete das Licht aus. Sie wusste, dass sie eigentlich schlafen sollte, da sie ziemlich müde war und am nächsten Tag Schule haben würde, aber sie hatte einfach nicht einschlafen können. Auch jetzt riss sie nach wenigen Augenblicken wieder die Augen auf und starrte irritiert zur Decke, bevor sie schließlich aufstand und ans Fenster trat.
Sie lehnte ihre Stirn an das kühle Glas und sah seufzend in die Nacht hinaus. Es war so still… Nicht ein einziges Auto fuhr vorbei und auch die Lichter, die sonst immer die Nacht erhellten, schienen gedämpft. Vielleicht hing das aber einfach nur mit ihrer miesen Stimmung zusammen.
Ihr Blick wanderte nach oben, hinauf zum dunklen Nachthimmel. Sie konnte ein, zwei Sterne ausmachen, aber nicht mehr. Dafür war der Vollmond umso deutlicher. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Züge, während sie den Mond betrachtete, der still über die Erde wachte. Sie musste bei dem Gedanken lächeln, dass der Mond, der ja eigentlich von ganz vielen Sternen umgeben war, doch so einsam schien.
Einsam …
Da war es wieder, dieses Wort. Sie versuchte es abzuschütteln, aber es ging nicht. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen und das Atmen fiel ihr einen Augenblick lang schwer, aber sie unterdrückte es. Nein, sie würde sich nicht unterkriegen lassen. Sie würde dagegen ankämpfen! Sie …
Eine einzelne Träne rann ihre Wange hinunter.
„Warum?“, fragte sie leise den Mond, der jedoch nicht antwortete, sonder einfach weiter schweigend das Licht der Sonne reflektierte.
Warum fühle ich mich so einsam?’
Sie sprach die Frage nicht laut aus, sondern sah den Mond weiterhin fragend an, auch wenn sie wusste, dass sie keine Antwort erhalten würde. Cathy schloss die Augen und seufzte erneut. Sie hatte wohl kein Glück … War es denn wirklich zu viel verlangt? Sie wollte doch einfach nur … Ja, was denn?
Ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Sie konnte nicht sagen, was sie eigentlich wollte. Sie konnte ja nicht einmal sagen, was sie bedrückte! Es war nur dieses Gefühl … Das Gefühl, dass sie ersticken würde, wenn sie ihrem Frust und ihrer Verzweiflung nicht Luft machen würde.
Aber sie konnte nicht.
Sie hätte am Liebsten einfach los geschrieen, aber sie erstickte es, wodurch das Gefühl jedoch einfach nur stärker wurde. Sie konnte es einfach nicht, denn sie hatte Angst, dass sie dann nie wieder aufhören könnte.
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