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von Sarah Martinez
erstellt: 07.12.2006
letztes Update: 20.09.2011
Geschichte, Drama / P18
(pausiert)
Der Aufbewahrungsraum befand sich jetzt nur noch ein paar Schritte von mir entfernt. Ein kleiner Gang führte zu ihm hin. Ich folgte dem kleinen Weg…Der Kerzenleuchter an der Wand brannte doch niemand war zu sehen. Tatsächlich befanden sich in diesem Raum noch immer Kräuter, doch diese waren schon lange verdorrt und unbrauchbar geworden. Keinerlei Nahrung war zu sehen. Wahrscheinlich war sie, als das Kloster aufgegeben wurde mitgenommen oder an das Volk verschenkt worden. Dies würde auch erklären, warum die Kräuter immer noch hier waren. Man konnte ja nicht einfach an ein unwissendes Volk, was nicht wusste welche Kräuter gut waren und welche nicht, alle möglichen Kräuter verteilen. Die zweite Möglichkeit wäre, dass das Kloster von Plünderern überfallen wurde und diese die Kräuter als verdorrt und unbrauchbar zurückgelassen haben.
„Kann ich ihnen helfen, Madame?“
Ich erschrak zutiefst. Da ich die ganze Zeit in dem Türrahmen gestanden und über diesen kleinen Raum gegrübelt hatte, war mir überhaupt nicht aufgefallen, dass sich am Ende des großen Ganges ein Mann eingefunden hatte.
Unter normalen Umständen hätte ich ihn sofort bemerkt, ich musste vorsichtig sein, dadurch dass ich meine eigene Vergangenheit wieder hervorrufe aus der verschlossenen Kammer meines Herzens, machte ich mich selber verwundbar.
„Oh, nein! Ich wollte lediglich einmal schauen, was sich hier alles so verändert hat.“
„Sie wissen, dass es ganz schön gefährlich ist bei so einer Dunkelheit. Und überhaupt-“, seine Stimme wurde misstrauisch, „woher wissen sie von diesem Keller?“
„Machen Sie sich um mich keine Sorgen, ich habe keine Probleme mit der Dunkelheit“, antwortete ich ihm kalt.
„Mag sein. Aber das erklärt noch nicht woher sie von diesem Keller wissen!“
„Ich habe mal hier gearbeitet, es ist lange her!“
„Kommen Sie doch bitte einmal mit“, sein Tonfall war wieder auffallend freundlich, doch da er auf den Raum zuging in den ich sowieso hineinwollte folgte ich ihm.
Ich blieb in der Tür stehen. Tausende von Bildern bildeten sich vor meinen Augen, es war wie als wenn sich diese qualvollen Stunden noch einmal wiederholen würden:
Mein Rücken zerbrach fast an der Wand, gegen die ich geschleudert wurde. Ich fand kein Halt auf meinen Füßen und sackte an der Wand zusammen. Als ich versuchte aufzustehen hörte ich nur die kalten Worte:
„Vergiss es, mein Schatz, du kannst gleich da liegen bleiben, das erspart mir einige Mühe!“
Ich zwang meine Füße mir zu gehorchen, ignorierte den stechenden Rücken und tastete mich, mit den Händen an der Wand, nach oben. Meine Füße zitterten, doch ich stand. Meine smaragd-grünen Augen hefteten sich auf meinen Peiniger.
Er war ziemlich groß und hatte graues Haar welches schon mit strahlend weißen Strähnen durchzogen wurde. Das dunkle Schwarz seiner Kutte passte zu seiner Seele. Sein Gesicht konnte ich nicht sehen, da er gerade die Tür sorgfältig mit einem Schlüssel verschloss und einen Riegel vorlegte. Als er sich umdrehte sah ich von seinem Gesicht nur seine dünnen Lippen, da die große schwarze Kapuze sein Gesicht fast ganz verbarg. Ich erinnerte mich aber noch, dass er mich kalt anlächelte und sagte:
„Das hättest du dir sparen können, Liebes!“
Er packte mich am Kragen. Als ich auf seine Hand schlug und ihn mit den Füßen trat, zog er seine Hand zurück, funkelte mich böse an und verpasste mir eine schallende Ohrfeige, die mich zu Boden schleuderte.
Ich lag auf dem Rücken, unfähig mich zu bewegen. Er kam näher und beugte sich über mich. Ich wusste, dass er keinen Sinn hatte zu schreien. Es würde mich sowieso keiner hören. Mein Kleid wurde in tausend Stücke zerfetzt, als er es mir vom Leib riss. Sein Blick ruhte auf meinem Körper, zufrieden mit dem Anblick machte er sich daran sein grausiges Werk zu vollenden.
Ich sah mich auf dem kalten Steinboden liegen. So wie Gott mich geschaffen hatte ohne jeglichen Schutz. Nur der schwarze Stoff der Kutte kratze an meinem Unterleib.
Er war schon längst verschwunden. Als er seine Männlichkeit in mich hineingestoßen hatte, hatte er etwas in mir zerbrochen. Es glich einem Kristall welcher in tausende von Stücken zersprang.
Die Bilder verschwommen vor meinem Auge und ich schloss das kleine, arme unschuldige fünfzehn jährige Mädchen, welches ich einmal gewesen war, wieder zurück hinter ein Schloss welches nur einen Schlüssel besaß. Diesen Schlüssel hatte ich vor drei Jahren in die Hände des Mannes gegeben, von dem ich gedacht hatte, dass er mich für alle mal von diesem Schloss befreien könnte, doch ich hatte mich getäuscht…
„Ist alles in Ordnung, Madame?“
„Aber natürlich, ich war lediglich in Gedanken versunken gewesen…Früher hatte doch nur ein Mann den Schlüssel zu diesem Raum, habe ich recht?“
„Ja,…das stimmt. Der oberste Priester besaß diesen Schlüssel. Kein anderer außer ihm konnte diesen Raum betreten!“
„Wissen Sie noch wer dies vor fünf Jahren gewesen ist?“
„Aus dem Kopf nicht, doch ich könnte in einem der Bücher nachschlagen, doch wofür wollen Sie das wissen?“
Er fragte zuviel soviel stand fest. Ich ließ zwei Münzen auf den Tisch fallen. Seine Mine hellte auf. Sogleich sah er nach dem Namen nach: Armand.
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