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von Farfie chan    erstellt: 27.11.2006    letztes Update: 27.11.2006    Geschichte, Drama / P12 Slash    (fertiggestellt)
Disclaimer: Nichts von mir, nichtmal das wunderschöne Lied "Der Graf" Das gehört nämlich den Ärzten.

Mir kam das Lied "Der Graf" von den Ärzten in den Sinn und dazu musste ich sofort eine Geschichte schreiben ^^.
Wieder Dank an 007schuldig, die mir geholfen hat meine Fehlerteufel zu verjagen! danke!! ^.^
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Der Graf


~Der Graf, ist nicht das was er mal war, ja der Graf, wirkt heut seltsam
und bizarr...~


Der bleiche Mond hatte sich gänzlig hinter den wenigen Wolken versteckt, welche langsam am schwarzen Nachthimmel vorbeizogen.
Wie tausend Augen funkelten die Sterne über einem Wäldchen in dessen Mitte sich ein kleiner Friedhof mit einer alten verfallene Burgruine befand. Sie warfen ihre
funkelnden Blicke auch auf eine Gestalt, welche einsam inmitten der Gräber stand und zu ihnen hinaufstarrte.

Der lauwarme Sommerwind trug den  Geruch von Abgasen und das monotone Geräusch der knatternden Motoren mit sich, welche am Horizont die
umweltverpestenden Fahrzeuge der Neuzeit antrieben.
Vladislaus atmete seufzend die herbe Luft ein und verzog angewiedert das Gesicht. Er hasste diesen Gestank, er war so unerträglich!

"Was ist bloß aus mir geworden...was ist aus uns geworden?" Fragte er und ließ seinen Blick nicht von den Sternen ab. Doch diese straften ihn mit Gleichgültigkeit.



~Ja der Graf, lebt von Blutkonserven, Ratten und Getier, ja  der
Graf, ist kein Punkrocker, er ist Vampir...~


Mit hängenden Schultern stand Dracula da. Nicht mehr aufrecht und edel wie früher. Seine Augen wirkten trüb und leblos. Das einst so wunderbare samtschwarze
Haar hing in filzigen Strähnen über seine Stirn. Auch wirkte er müde und gebrechlich. Ja...das war nicht mehr der Vladislaus von damals...
Betrübt verfiel er wieder in die endlosen Gedanken, welche nunmehr seit über 100 Jahren nicht mehr aus seinem Kopf verschwinden wollten. Sie hatten sich festgebissen gleich einer fetten, schwarzen Zecke und saugten gnadenlos an seinem Verstand.



~Der Graf, erschreckt, schon längs keine
Kinder mehr. Ja, der Graf, fühlt sich nutzlos, alt und leer. Ja, der Graf
weiß nichts vom Ozonloch und Kernenergie...~


Mit einem schmerzvollen Schluchzer, welcher aus seinem tiefsten Inneren hervorbrach sank Vladislaus auf die Erde.



~Ja der Graf, ist Vergangenheit, Blut
und Nostalgie...~


Es tat weh, richtig weh. Er wusste, dass er seinem entgültigen Verfall entgegensah. Doch...ging es nicht schon lange so? Seit dem Tag an dem
sein Geliebter ihn verlassen hatte...
"Gabriel..." Hauchte der Vampir und kämpfte verbissen gegen die ansteigenden Tränen. "Ich empfinde nichts mehr für dich." Klangen die bitteren Sätze
in seinen Ohren nach. "Es ist besser, wenn wir uns nie wieder sehen." Dann hatte sich Van Helsing umgedreht und war für immer aus seinem Leben
verschwunden. Aus dem Leben, doch nie aus dem Herzen...

Vladislaus erninnerte sich an die qualvollen Stunden ohne Gabriel, welche sich schließlich in mehr als 100 Jahre verwandeln sollten. Hoffnung auf ein
Wiedersehen hatte er längst nicht mehr. Er war sich nicht einmal sicher ob Gabriel überhaupt noch am Leben war.



~Ja  früher war, er gefürchtet bei allen - das Böse in Person...~

Er sehnte sich so sehr nach den alten Zeiten. Da war er noch mächtig, verbreitete Angst und Schrecken und ein Jeder erzitterte wenn er seinen Namen hörte.
Doch nun? Nun war sein Name zum Gespött geworden! Jetzt verband man mit diesen Namen unzählige dieser "Filme" oder wie dieses neuzeitliche Zeug hieß.
Der Schrecken dagegen war untergegangen im Wandel der Jahrzehnte.



~Und trotzdem war, er
begehrt bei den Frauen, sie machten zum Lohn ihm die Hälse frei, doch das ist
längst vorbei...~


Seine längst dahingerafften Bräute kamen Dracula in den Sinn. Wie sie ihn verehrten...vergötterten und alles für ihn taten...doch sie waren nur als Zeitvertreib gedacht. Er hatte nie viel für sie empfunden. Die einzige Person, die er wirklich unsagbar liebte war ebenfalls schon lang von ihm gegangen. Wieder bildeten sich Tränen in seinen dunklen Augen. Wie oft hatte er sich dafür verflucht Gabriel nicht aufgehalten zu haben. Auf die Knie wäre er vor ihm gefallen und hätte ihn angefleht nicht zu gehen.

Docher hatte bloß dagestanden, stumm, während sein Herz langsam zerbrach. Erst als Van Helsing nicht mehr in Sichtweite war, begriff er das ganze Ausmaß der Schmerzen.
Und bis heute zeriss es ihn jeden Tag auf's Neue wenn er daran dachte...



~Der Graf ist jetzt einsam und allein. Ja, der Graf wollte nie, ein
Anachronismus sein...~


So musste sich Vladislaus allein durchkämpfen. Anfangs war es nicht schwer, doch als sich in den Köpfen der Menschen etwas zu regen begann, welches zu einem unaufhörlichen Prozess der Entwicklung heranwachsen sollte, vermehrten sich die Probleme rasch. Anfangs musste er aus seinem geliebten Schloss fliehen und noch viel weiter als eine regelrechte Jagd auf alle Kreaturen der Unterwelt stattfand. Die Menschen waren wachsamer geworden. Sie ließen sich nicht mehr einschüchtern, weder von Werwölfen, Vampiren noch sonst etwas.

Allmälich verschwanden diese Wesen von der Bildfläche. Erinnerungen wie die an Mr. Hyde oder Frankenstein wurden in Bücher gebannt. Doch der Glaube an
sie ward ewiglich verloren.



~Ja, der Graf sehnt sich so sehr nach dem Blut einer
Jungfrau, doch der Graf hat Angst, Angst vor HIV...~


Diese Zeitenwende brachte Dracula viele Schmerzen und Entbehrungen ein. So musste er mit ansehen wie die Vampire langsam ausstarben. Auch war es ihm vergönnt menschliches Blut zu trinken, so musste er mit Tieren vorlieb nehmen, was ganz und gar nicht in seinem Sinne war.
"Vieleicht...bin ich der letzte Vampir..." Dachte er. Dieser Gedanke ließ ihn eiskalt erschauern. In seinen Herzen gab es einen schmerzhaften Stich.



~Ja, früher war er das mächtigste Wesen zwischen Zeit und Raum...~

Das Brennen wurde immer schlimmer. Jetzt konnte er die Tränen nicht mehr aufhalten. Langsam perlten sie seine bleichen Wangen hinab, tropften auf den Boden.
Vladislaus schluchzte unaufhörlich.  So lange hatte er gekämpft, war standhaft geblieben...doch letzten Endes war er allein. Die vergangen Zeiten waren unwiederbringlich im Dunkel der Geschichte versunken.



~Ja, früher war er
ein schöner verbotener Traum von der Unsterblichkeit, sexy in seiner
Erhabenheit...~


Eine urplötzliche Müdigkeit überfiel Dracula. Er wollte nur noch schlafen...all seine Hoffnungen waren umsonst gewesen, niemals würde es wieder wie früher sein.

Der Vampir blickte zum Himmel. Die Sterne waren verschwunden, langsam wich die Nacht. Ein letztes Mal erhob sich Vladislaus Dracula. Blieb ruhig stehen
und floh diesmal nicht in die düsteren Ruine, welche seinen einzigen Schutz vor dem Tageslicht darstellte.



~Der Graf geht auf einen Berg und weint...~

Nun war der Tagesanbruch nicht mehr fern. Dracula konnte spüren wie sich die wärmende Sonne gen Himmel erhob. Doch er hatte keine Furcht...Nein, er war
glücklich. Glücklich darüber, dass sein Leiden bald ein Ende hatte. Doch er bedauerte es zutiefst seinen Geliebten nicht ein letztes Mal gesehen zu haben.



~Ja, der Graf wartet, bis die Sonne
auf ihn scheint...~


Die letzten liebevollen Gedanken des Vampirs galten Gabriel. Und als die Sonne ihre hellen Strahlen in die neue Welt sandte schloss er die Augen.



~Ende~
 
 
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