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von Xylune    erstellt: 22.11.2006    letztes Update: 22.11.2006    Geschichte, Parodie / P12 Slash    (abgebrochen)
Augenscheinlich deprimiert starrte Lauri Ylönen, seines Zeichens Sänger von The Rasmus, einer mehr oder weniger bedeutenden Rockband, über dessen Einordnung sich Kritiker und Fans noch stritten, herunter auf die „Menge“, die ihn in der Halle erwartete. Nun gut, Menge war übertrieben, stark übertrieben, für Lauri Ylönen waren vierzig Leute keine Menge, sondern ein Albtraum, die Ursache für eine neue seiner nicht so zahlreichen (wie nachgesagten) Depressionen.
Wäre er sooft deprimiert, wie der eine oder andere gern behauptete, würde er spätestens jetzt wieder beim Therapeuten sitzen. Aber ein Albtraum war es dennoch. Ein nicht besonders schöner Albtraum, aber wann sind die schon schön?!
Wenigstens sahen die vierzig Leute etwas begeistert aus und eine hatte sogar ein Plakat für ihn gemalt: „Lauri, make me pregnant“ stand darauf und er seufzte hörbar.

Amerika. Sie befanden sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Doch wie es schien, wurden sie doch nur sehr begrenzt auch wahrgenommen. In diesen Klub passten mindestens fünfhundert Leute. Das waren mehr als die vierzig, die sich dort in der ersten Reihe drängelten. Deutlich mehr!
Er seufzte erneut hörbar und drehte sich um, als er eine schwere Hand auf seiner Schulter spürte.
„Was ist, Lauri?“, fragte Aki und Lauri zeigte nur auf die Leute, die ihn noch nicht einmal bemerkt hatten. Ihn nicht bemerkt. Das grenzte schon an Blasphemie!
„Das... ist...“, begann er.
„Eine Menge von Fans?“
„Eben nicht...“
„Antis?“, Aki sah ihn erschrocken an.
„Neiiiin... das sind so wenig.“
„Man fängt immer klein an“, klopfte Aki ihm auf die Schulter und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
Plötzlich kreischte es empört von unten.
„Auch noch homophobe Fans?“, Aki sah ihn noch erschrockener an.
„Ich möchte es gar nicht wissen.“

Wie erhofft (denn Lauri hatte kurz zuvor eine Wette mit Pauli abgeschlossen, dass das Konzert schrecklich werden würde), kamen sie nur noch halblebendig von der Bühne herunter und Lauri starrte mit ausdrucksloser Miene auf das „make me pregnant“-Schild, das sich in ein „make me not pregnant“-Schild verwandelt hatte, anscheinend schätzte man seinen hervorragenden, urfinnischen Erbanlagen hier doch nicht so.
„Es war furchtbar“, jammerte er trotz des gewonnenen Biers und umklammerte Aki.
„Das war auch erst der Anfang...“, versuchte der ihn wieder einmal zu beruhigen.
„Der Anfang?“, weinte sein Gegenüber fast, „Was kommt dann? Tomaten und Eier? Zehn Zuschauer?“
„Na ja, vielleicht liegt es an uns oder unserer Musik.“
„An uns!“, warf Lauri ein, seine Musik durfte niemand kritisieren. Erst recht nicht diese homophoben, untreuen Groupies. Untreue Groupies – DAS war wirklich blasphemisch.

Auf diese vermeintliche Feststellung hin trennte sich Lauri schweren Herzens von seinen Federn und tauschte sie gegen helle Kleidung und einen rasierten Kinn ein. Wenn man erfolgreichen Amerikanern, wie den Backstreet Boys glauben schenken konnte, waren hübsche, ordentliche Gesichter und eine Aura von Licht ein Weg zum Erfolg. Außerdem waren in Amerika so finstere Leute wie er potenzielle Amokläufer, wie sollten sie also Erfolg haben, wenn die Konzerte ab 21 waren?!

Höchstmotiviert und deutlich „heller“ standen sie also Tage später wieder auf der Bühne und lächelten breit in die „Menge“ von inzwischen schon hundert Leuten. Hatte da jemand sich in der Werbung versucht? Anders konnten diese Zahlen nicht erklärt werden...
„Good Evening, America“, rief Lauri voller Zuversicht. Es konnte nur besser werden.
 
 
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