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von Mira Shinya    erstellt: 10.11.2006    letztes Update: 21.06.2007    Geschichte, Romanze / P16    (abgebrochen, keine anonymen Reviews)
@Mila: Hach, ein megal-langes Review für deine dumme Nuss x3 Jaja, du und deine Kritik XD Ich will ja, dass du Beta ließt, aber nein xD Chris kommt extra für dich im 3. Kapitel vor ^^ Was ich mit ihm wohl noch so anstellen kann? Vielleicht sollt ich doch ein bisschen Slash reinbringen? *fg* Aber danke, dass es dir gefällt (oder du zumindest so tust als ob xD). Und jaja… meine Fähigkeit im Lügen sind meisterhaft xD

@Sweet-Sassi: Dankeschön! Echt toll, wenn man beim 1. Kapitel schon etwas Unterstützung kriegt. Und ich hoffe du bleibst auch weiterhin dran =)

@Judith: Toll, dass ich hier nicht die einzige bin, die den Namen nicht leiden kann *g* Aber ich persönlich kenne da nen Clemens, und seitdem verursacht der Name bei mir Grauen. Und um es mit Poldi zu sagen, es geht um Clemens Fritz, aber auch um den Freund des Blonden, wie man in dem Kapitel sieht *g*



~Nichts ist OK

Ihr stumpfer Blick wanderte über das schlicht eingerichtete Zimmer. Ein Bett, ein Tisch, ein Schrank. Und dazu noch einer großer Ficus, der allem doch noch eine freundliche Note einflösste. Zwischendrin ein Haufen zerknüllter Taschentücher.
Lona schniefte kaum hörbar. Ihre Augen brannten und mussten knallrot sein, ebenso wie ihre ständig laufende Nase. Seit Stunden saß sie auf ihrem Bett und starrte hypnotisierend aus dem Fenster. Die Stille legte sich wie ein schwerer Schleier um sie, während ein einzelner Sonnenstrahl auf den Holzboden fiel. Lona konnte den tanzenden Staub sehen, der sobald er sich vom Licht entfernte, unsichtbar wurde. Warum eigentlich? Sie musste dringend mal wieder saugen.
Immer und immer wieder klangen Liedfetzen in ihrem Kopf. Absolut nichts ist in Ordnung. Absolut nichts ist OK. Farin Urlaub, soweit sie sich erinnern konnte. Wie kommt sie jetzt auf dieses Lied? Verkneif dir jegliches Mitleid. Und spar dir jedes Klischee. Irgendwo musste die CD noch in ihrem Schrank liegen. Aber gehört hatte sie sie schon lange nicht mehr. Ja, es geht mir beschissen. Ja, es ist wegen dir. Oh ja, wie wahr! Beschissen ging es ihr, leugnen konnte man das wohl kaum. Und wegen wem? Das war wohl auch irgendwie klar. Ich hasse dich… Ich hasse dich…
Ein leises Klingeln zerrissen ihre Gedanken. Lonas Augen fingen an zucken und schauten schließlich verwundert auf das Handy neben ihr. Läutete es gerade?
Noch vor zwei Tagen hätte sie sich dafür eine geklatscht, aber seit Stunden war sie in eine Art Starre gefallen. Nur die Bewegung ihrer Hand zu den Tempos schien noch intakt zu sein.
Nachdem sie aus dem Privatbereich herausgestolpert war, rannte sie direkt in Bennys Arme. Dieser konnte ihr unkontrollierbares Zittern, ihren verzweifelten, hastenden Blick und das unverständliche Gestammel nicht einordnen. Ihr war nur noch schlecht gewesen und sie wollte weg, weg von diesen ganzen Menschen. Irgendwie war sie dann zu Hause gewesen. Einer von ihren Jungs musste sie heimgefahren haben. Wie sie das mit ihrem abgebrochenen Auftritt geregelt haben, wusste Lona auch nicht. Aber irgendwie interessierte sie das auch nicht.
Lona nahm mit zitternden Händen das Handy. Ihre Finger waren eiskalt. Ein müder Blick auf das Display. Marco.
Sie war an diesem Abend erschöpft eingeschlafen. Vogelgezwitscher weckte sie mit einem unguten Gefühl. Irgendetwas war nicht richtig, das spürte sie. Und als sie schließlich den gewohnten Blick neben sich warf, fiel ihr alles wieder ein. Er war nicht da. Er hat sie betrogen. Die Stunden danach waren der totale Horror, diese immer wiederkehrenden Bilder von diesen Händen an seinem Hosenbund trieben sie fast in den Wahnsinn. Irgendwie hatte sie es geschafft etwas zu essen. Und dann hatte ihr Handy geklingelt. Nach dem Blick auf den Anrufer, hatte sie es klingeln lassen. Die Folter seine Stimme jetzt zu hören, musste sie sich nicht antun. Nach dem elften Versuch hatte er es schließlich aufgegeben und Lona war nach dem vielen Weinen am Abend wieder eingeschlafen.
Sollte sie dran gehen? Die Anrufe von ihm und den Bandmitgliedern hatte sie ebenfalls erfolgreich ignoriert. Warum sie überhaupt ihr Handy anließ, konnte sie sich selbst nicht erklären. Aber irgendwas drängte sie dazu, doch endlich mit jemandem zu reden.
Am folgenden Tag hat sie kaum noch geweint, nur manchmal überkam sie es einfach, und stumme Tränen rannen über ihre Wangen. Und schließlich ist es Abend geworden, und schon den ganzen Tag saß sie im Bett und starrte aus dem Fenster. Er konnte sie nicht betrogen haben! Er liebte sie doch… oder? Sie wollte es nicht glauben, doch in ihrem Kopf hämmerte es grausam. Warum? Warum, Cleo? Sie liebte ihn, und er tat ihr weh. Es war real und sie musste es einsehen, ob sie wollte oder nicht. Und daran änderte auch nichts, dass es an ihrer Türe unzählige Male geklingelt hatte. Wer es wohl war? Irgendwie lustig keinem zu antworten…
„Hey, Marco…“ Ihre Stimme klang brüchig und heiser. Die Worte aus dem Mund zu bekommen war eine Qual und sie fühlte schon wieder diesen Brechreiz. Alles in ihr schrie einfach wieder aufzulegen. Sie wollte nicht reden.
„Man, Lona, hey!!“ Marcos aufgebrachte Stimme ließ sie das Handy ein paar Zentimeter von ihrem Ohr weg halten. War er zu laut, oder sie nur an die Stille gewöhnt?
„Was ist passiert?! Ich hab dich ja noch nie so fertig gesehen, wie vor zwei Tagen! Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber Chris und Benny haben dich heimgefahren. Eigentlich wollte ich noch Cleo suchen, dass er sich um dich kümmert, aber irgendwie war der nicht aufzufinden, der Sack! Hat sich wahrscheinlich verkrümelt um seinen Schönheitsschlaf zu kriegen. Josh und ich haben das mit dem Auftritt geregelt. Ich hab dem Typen gesagt, dass dir schlecht ist, der hat gemeint ihr sollt den Gig irgendwann halt nachholen, echt cool der Mann. Aber egal, ich texte dich hier mit meinem Geschwafel zu, sag, was ist passiert, Lona?“ Lona biss sich auf die Lippe. Soll sie sich Marco anvertrauen? Schlimmer kann es doch eh nicht werden… und er hat soweit sie sich erinnern konnte immer dicht gehalten, egal was passiert ist. Auch wenn er der beste Freund von Cleo ist… Vielleicht kann er sie am besten verstehen. Immerhin hat er sie auch zusammen gebracht.
„Lona? Noch dran?“
„Ja… ’tschuldigung…“ Sie atmete noch einmal tief ein. Um den heißen Brei reden und versuchen ihm die Sache schonend bei zubringen?
„Cleo hat mich betrogen“ Nein, er wird das auch so verstehen. Bei Marco ist es besser direkt zu sein.
„Cleo hat WAS?!“ Lona strich sich mit dem Handrücken über die Augen.
„Er… er hat was mit einer anderen… ich…“, Verdammt, jetzt fängt sie schon wieder das heulen an, „Ich hab ihn a-an dem Abend gesehen… mit Steffi…“
Lona konnte sich nicht mehr halten und schniefte laut los. Ihre feuchten Augen blinzelten wie verrückt, als würden sie so wieder trocken werden.
„H-Hey Lona…! Du meinst… du meinst DIE Steffie?! Mit Cleo?!“
Lona nickt sachte und schniefte anschließend ein leises „Ja“ als sie ihren Fehler entdeckte.
„Das… das glaube ich nicht…!“ Lona schluchzte auf.
„Hey, das war nicht so gemeint! Aber… bist du sicher? Hast du sie… halt so richtig… gesehen?!“
„Ja, verdammt!!“ Ihre Stimme wurde von weiteren lauten Schluchzern unterbrochen.
„Ich hab sie im Privatbereich gesehen…“ Vor ihrem Auge tauchten wieder die Bilder auf und Lona schloss zwanghaft die Augen. Als Marco jedoch nichts sagte, überwand sie sich.
„Er… Er stand da, und Steffi kniete vor ihm… Ihre Hände fummelten an seiner Hose rum und diese war schon halb offen, also der Gürtel war schon aufgemacht… und…“ Sie konnte nicht weiter, ihre Augen füllten sich mit Tränen, welche unaufhaltsam ihre Wangen herunter rannen. Während sie noch versuchte zu schniefen, schluchzte sie laut los, was sich wohl ziemlich brutal anhören musste.
„Sssch… Ganz ruhig, Lona! Lass dir Zeit!“ Marcos beruhigende Stimme war unheimlich tröstend für sie.
„Naja… und dann hat er noch so gemeint…“, Sie schüttelte sich um wieder einigermaßen reden zu können, „dass… dass sie doch schneller machen soll, weil er nicht so viel Zeit hat!“
Am anderen Ende blieb es still, während Lona leise vor sich hinschniefte. Marco schien sich erstmal wieder fassen zu müssen.
„Woah Lona… wenn das stimmt…“ Er war total überrumpelt. „Ich mein, wieso soll der dich denn betrügen?! Ich muss mal mit ihm reden!“
„Nein!“, rief Lona sofort. „Nicht mit ihm reden, halt dich da bitte raus! Ich bin froh, dass ich dir das erzählen konnte, aber mit ihm reden oder so muss ich selbst!“
Marco verstand und murmelte ein leises „Hm“. Sein Gehirn arbeitete und arbeitete, um das erstmal zu verdauen.
„Man… ich versteh das nicht!“
„Was verstehst du nicht…?“, wisperte Lona und presste sich ein Taschentuch gegen die Nase.
„Wieso und warum betrügt er dich?! Ich glaub dir Lona, aber er muss doch total hirnkrank sein! Du bist hübsch, intelligent und alles was Mann will!“
Über Lonas Gesicht huschte seit langem wieder ein Lächeln.
„Wie kann der nur so blöd sein und nicht sehen, was er an dir hat?! Also wenn das echt so ist, dann hat er dich nie und nimmer verdient! Und dass musst du ihm auch ins Gesicht sagen! Mach Schluss, Lona! So was musst du dir nicht antun!“ Lona runzelte die Stirn. Stimmt. So was musste sie sich nicht antun. Einfach nicht mehr an ihn denken. Hey, Life goes on! Warum sich da verstecken und irgendjemandem hinterher trauern, der nicht zu schätzen weiß, was er an einem hat?! Lona stand wackelig auf und tapste vor den Spiegel. Stimmt, so schlecht sah sie gar nicht aus. Gut, ihr Gesicht war zwar verquollen bis zum geht nicht mehr, aber das würde man leicht ändern können. Ihre Haare würden nach einer Wäsche wieder so natürlich glänzen wie immer und mit den passenden Kleidern…
„Also Lona… ich hoffe ich konnte dir helfen! Ich würde echt gern mal mit dem Schwachkopf von Cleo reden, aber wenn du das nicht willst…“
„Das mach ich selbst, ehrlich. Zum Beispiel heute Abend, du feierst doch deinen Geburtstag nach, nicht?“
„Ähm… ja, schon…“
Lona trocknete sich die Augen ab.
„Steht die Einladung noch?“
Marcos Stimme war eindeutig verwundert.
„Natürlich! Aber willst du heute echt kommen… Cleo kommt doch auch, und wenn du noch nicht soweit bist, auf Party zu gehen, dann kann ich das echt voll und ganz-!“
„Ich komme“, unterbrach Lona abrupt, „Wie du gesagt hast, der Idiot weiß gar nicht was er an mir hat.“
„Lona, was hast du vor?!“ Marco kannte Lona  schon lange genug, um bei diesem Tonfall bei ihr Panik zu kriegen.
„Ihm zeigen, was er vor zwei Tagen verloren hat, als er mit dieser Tussi `rumgemacht hat!“
„Lona-?!“
„Nix Lona, bis heute Abend und vielen Dank!“
Sie hauchte ihm noch einen Kuss ins Telefon, ehe sie das Gespräch beendete. Mit einem traurigen Grinsen überflog sie sich noch einmal im Spiegel. Wahrlich, es musste viel getan werden. Aber Cleo wird trotzdem sehen, was für ein Idiot er ist. Oh ja.



Ein ziemlich langes, meiner Meinung nach ziemlich verhunztes Kapitel. In den Nächsten passiert mehr, viel mehr… x)
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