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von TheCount    erstellt: 18.10.2006    letztes Update: 30.12.2006    Geschichte, Allgemein / P18    (abgebrochen)
Nach langem Fußmarsch erreichten die beiden Jungen das Anwesen ihrer Familie.
Leise öffneten sie die schwere Tür und schlichen sich über den mit Fackeln erleuchteten Gang. Gabriel sah, dass Vlad ein wenig nervös war. Er hatte Angst, von seinem Vater erwischt zu werden, wie er sich in aller Frühe in den Wäldern herumtrieb, ohne ihm oder wenigstens einem der Bediensteten Bescheid zu sagen.
Gabriel hatte keine Angst vor Vlad Dracul, auch wenn er ein grausamer und gefühlskalter Mann war.
„Hey, Vlad, guck nicht so bedrückt“, versuchte er seinen Kameraden aufzuheitern. Doch dieser reagierte nicht, nicht einmal auf die Grimassen, die Gabriel zog sondern lief schnurstracks weiter. Er hastete auf eine Treppe zu, die zu seinem Schlafzimmer führte.
Doch urplötzlich blieb er wie angewurzelt stehen, erstarrt vor Schreck. Vor ihm stand sein Vater und sah mit kaltem, strengen Blick auf ihn herab.
Der schwarzhaarige Junge schluckte. Die Stimme Vlad Draculs war bedrohlich leise als er zu seinem Sohn sprach. „Wo wart ihr?“ fragte er den zitternden Jungen. Dieser starrte in das harte Gesicht seines Vaters, in die eisig-blauen Augen.
Er gab keine Antwort, die Angst nahm ihm seine Fähigkeit zu Sprechen. Vlad Draculs Augen verengten sich. „Ich habe dich gefragt wo du gewesen  bist… hast dich wieder rumgetrieben was?“ Die Lippen des kleinen schwarzhaarigen zitterten als er antwortete: „Nein Vater..ich..wir..waren nur spielen. Draußen im Wald“  Der Blick seines Vaters huschte zu Gabriel. „Ja, ja, unser kleiner Wildfang. Nutzt es aus, Liebling des Hauses zu sein. Verleitet meinen Sohn zu solchen Dummheiten. Das Spiel wirst du nicht mehr lange spielen, Gabriel.“
Gabriel sah dem hoch gewachsenen Mann stumm in die Augen. Nein, er ließ sich nicht einschüchtern. Er wusste, dass er Vlad Dracul ein Dorn im Auge war, doch es war ihm egal.
Der grausame Vater wandte sich wieder seinem Sohn zu. „Vlad, ab auf dein Zimmer. Du wirst dort bleiben. Solltest du dich davonstehlen, glaub mir mein Kind, dann ergeht es dir schlecht.“ Vlad nickte, und lief die Treppe hoch.
Er schloss die Tür hastig hinter sich und lehnte sich von innen dagegen. Unten hörte er, wie sein Vater Gabriel erklärte, solle dieser sich Vlad nähern, würde er ihn in den kalten Wäldern Transsilvaniens aussetzen. Dann knallte eine Tür und es war still.
Vlad setzte sich auf den Boden und vergrub das Gesicht in den Händen.
Diesmal hatte er keine Schläge bekommen. Aber er wusste, es würde wieder geschehen. Und wieder. Immer wieder.
Er seufzte und sah aus dem Fenster. Der Nebel löste sich langsam, die Sonnenstrahlen fanden den Weg durch die Wolken.
Die dunklen Augen des jungen Vlad blickten sehnsüchtig über die Gipfel der Berge und die hohen Baumspitzen der Wälder. Er fragte sich, ob dort irgendwo die Freiheit auf ihn wartete. Die Erlösung von der Qual, von der Strenge seines Vaters.
Er wünschte sich auf seinem Pferd über jene Berge und durch die dichten Wälder zu jagen. Einfach zu leben.
Ja, leben. Das war er, sein sehnlichster Wunsch.

Ich habs mal wieder geschafft, diese FF weiterzuführen. Ich hoffe, sie gefällt euch weiterhin. Wie immer freu ich mich über eure KOmmis (seid lieb bitte^^)
Lg TheCount
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