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von Xylune    erstellt: 13.10.2006    letztes Update: 13.10.2006    Geschichte, Romanze / P18 Slash    (abgebrochen)
Hast du nur ein Wort zu sagen -
nur ein’ Gedanken, dann
Lass es Liebe sein.

Ein Ausdruck von Schmerz in deinem Gesicht, Schmerz, der mir tief ins Innere fährt, mich für einen Augenblick aufwachen lässt in meiner Erstarrung, ein Schmerz, der nur zu gut ausdrückt, was du nicht wagst auszusprechen. Die nackte Angst ist es, die von dir Besitz ergriffen hat, die Gewissheit, dass die Steine im ewigen Kreis des Schicksals zu rollen begonnen haben, dass kein Fangnetz sie davor bewahren kann, uns mitzureißen, die wir wie erstarrt am Fuße des Berges stehen. Das Schicksal, an das du nie geglaubt hast. Das Wort, das nie einen Platz gehabt hat in unserem Leben. So etwas gab es nicht, nie, so etwas hat es niemals geben sollen.

Kannst du mir ein Bild beschreiben -
mit Deinen Farben, dann
Lass es Liebe sein.

„Weißt du“, sagst du plötzlich und ich versuche dich anzusehen in der Dunkelheit, versuche deine Augen auszumachen, dir hineinzusehen, obwohl es doch zwecklos ist. Wir sehen uns nicht. Können uns nicht sehen.
„... erinnerst du dich noch daran, was ich dir versprochen habe?“ Beinahe ängstlich klingen deine Worte in den Raum hinein, werden von den kahlen Wänden zurückgeworfen und meine Finger greifen fester in die Bettdecke.
„Könnte ich das vergessen?“, erkundige ich mich nach Sekunden der Stille. Meine Stimme klingt heiser, kaum hörbar, als würde sie jeden Augenblick versagen.
„Wir bleiben immer zusammen“, mit fester Überzeugung ertönt deine laute Stimme, löscht jeden einzelnen Ton der Meinen aus.

Und du gehst - wie du gehst  

Ich möchte etwas erwidern, möchte dir sagen, dass es doch anders sei. Dass es nichts als eine leere Phrase sei, wenn du mir das hier sagst. Es ist nur ein Traum, ein langer, schöner Traum, doch auf einmal wacht man auf und alles ist vorüber.
„Du weißt, dass es anders ist“, krächze ich, doch du schweigst, sitzt dort wie eine Statur in der Finsternis. Keine Regung lässt erkennen, was du jetzt denkst.

Schau mir noch mal ins Gesicht.
Sag’s mir oder sag es nicht.

„Lauri“, sagst du Minuten später und ich zucke erschrocken zusammen. Was wird nun geschehen? Soll ich mich fürchten? Fürchte ich mich? Oder habe ich vor lauter Angst längst vergessen, mich zu fürchten?
Die Angst ist es, die mich innerlich zerfrisst, mich mehr und mehr zersetzt. Deine Worte, dein Sein können sie mir nicht nehmen, lassen sie nur erträglich werden. Doch was, wenn du gehen solltest? Ich mag es mir nicht vorstellen...
„Ich möchte...“, deine Stimme versagt, zögernd klingt sie, als würdest du es kaum wagen, mit mir zu sprechen. Mir zu sagen, was du sagen möchtest.
„Ich möchte noch einmal mit dir...“ Erneut brichst du ab, schaffst es nicht mehr, den letzten Schritt zu tun. Doch ich kenne dein stummes Verlangen, den Wunsch, den du gewährt haben möchtest und ich...
„In Ordnung.“
Du bewegst dich, bist vermutlich überrascht von mir. Noch einmal, hast du gesagt. Das letzte Mal, hast es nicht gewagt, diese endgültigen Worte von dir zu geben.

Dreh dich bitte noch mal um.
Und ich seh’s in deinem Blick.
Lass es Liebe sein.
Lass es Liebe sein.

Deine Hand nähert sich meinem Gesicht, streicht vorsichtig über meine Wange, erfüllt mich mit einem Gefühl von Geborgenheit. Dann hältst du inne, lächelst leicht und blickst mich fragend an. Ich nicke nur, es ist bedeutungslos, die Zeit der Grenzen und Vorschriften ist vorüber, es ist vorbei.
Eine salzige Träne löst sich bei diesem Gedanken aus meinem rechten Augenwinkel, bahnt sich ungehindert ihren Weg über meine Haut, bevor sie im Bettbezug des Kissens unter meinem Kopf versickert. Das ist Freiheit. Das ist zu traurig, um deswegen noch weinen zu können.
Du bemerkst sie nicht, beugst dich stattdessen noch weiter über mich, soweit, dass ich deinen Atem auf meiner Haut spüre, dass ich die warmen Lippen spüre, die federleicht über Meine streichen. Ich schließe die Augen, versuche die Zweifel, die Angst für einen Moment zu verdrängen. Ihr weichen nun eben noch versiegelte Empfindungen, Gefühle, die längst begraben schienen.
Bis jetzt...

Das Bett senkt sich leicht unter deinem Gewicht und ich zucke nicht zusammen, als deine freie Hand die Bettdecke von meinem Körper entfernt, herabblickt auf die Trümmer, die noch übrig sind.
„Du bist schön“, sagst du mir, doch ich glaube dir nicht. Ich bin nicht schön, war es nie und gerade heute werde ich es nicht werden. Bin blass und ausgemergelt, nur noch ein Schatten, ein Gespenst, das sich am Diesseits festhält, sich verzweifelt an dich klammert.

Hast du nur noch einen Tag
Nur eine Nacht, dann
Lass es Liebe sein

„Morgen...“, beginne ich, doch du legst deinen Finger auf meine spröden Lippen, gebietest mir zu schweigen.
Folge deinem Wunsch und verstumme. Morgen. Gibt es einen Morgen? Hast du an den Morgen gedacht?
„Heute...“, erwiderst du nur, möchtest mir mitteilen, dass es eine Frage des Augenblicks ist, nicht dessen, was noch Geschehen wird.
„Bitte...“, schwach erhebe ich meine Arme, strecke sie dir beinahe flehend entgegen. Du verstehst und setzt dich auf, um ein wenig Halt zu haben, bevor du dich meinem Hemd zuwendest, die einzelnen Knöpfe bedächtig öffnest, mich entblößt, die nackte Haut freilegst.

Hast du nur noch eine Frage
Die ich nie zu fragen wage, dann
Lass es Liebe sein

Vorsichtig, beinahe bedächtig, streifst du mir den Stoff von der Haut. Eine Zeremonie, ein heiliges Ritual. Das sind die Stichwörter, die mir für einen Augenblick durch den Kopf gehen. Doch dann lenkst du mich ab, als du dich erhebst, um dich ebenfalls von dem überflüssigen Stoff zu befreien. Beinahe lasziv lässt du dein Hemd zu Boden gleiten, lässt dir viel Zeit, den Knopf der Hose zu öffnen und den Reißverschluss herabzuziehen.

Wann du gehst, wieder gehst
Schau mir noch mal ins Gesicht
Sag’s mir oder sag es nicht

Selbst in der Dunkelheit bist du gut zu erkennen, deine freigelegte Haut, verbunden mit einem Gefühl von Hitze, das mich ergreift, als ich zusehe, wie du deine Hand für einige Sekunden lang unter den Bund deiner Hose schiebst. Fixiere die Ausbuchtung des Stoffes, das leise Rascheln und die schwachen Bewegungen, die erkennbar sind. Kann mir vorstellen, was du tust, was du möchtest und es verursacht ein Kribbeln in meiner Lendengegend.
Habe es vermisst. So unendlich vermisst...

Dreh dich bitte noch mal um
Und ich seh’s in deinem Blick
Lass es Liebe sein
Lass es Liebe sein
 
 
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