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von sunny01    erstellt: 27.08.2006    letztes Update: 30.09.2006    Geschichte, Abenteuer / P12    (abgebrochen)
Und weiter geht’s....

„...“ - reden
>...< - denken
(...) - falls ich mal was zu sagen habe


Zero-One: Ausfall

Eine junge Frau mit langen blonden Haaren und ein etwa gleichaltriger Mann standen in mitten des Maschinenraums von GOA. Beide trugen blaue Overalls und ein Plastikschild mit Namen und Status, die beide als Mechaniker GOA's kennzeichneten.

Sie hatte ein Klemmbrett in der Hand, während er mit einer Taschenlampe ins Innere des Generators leuchtete.
„Es hat keinen Zweck Susan, wir müssen ihn außer Betrieb nehmen!“, seufzte er, „Sag doch bitte den Ausbildern Bescheid, die Sektion 4 und 5 überwachen. Es wird vermutlich eine Woche dauern, bis ich den Schaden behoben habe.“

Susan tat wie ihr geheißen und lief durch die noch leeren Gänge zu dem Büro des Chefausbilders. Hijikata Azuma stand an der Tür.

Gegen 8 Uhr begann für die Anwärter gewöhnlich der Unterricht, bestehend aus 80% Praxis und 20% Theorie, doch heute teilte man ihnen mit, dass es nicht vor 12 losgehen konnte.
„So ein Mist!“, rief Zero, „Dann sind die anderen uns ja voraus. Ahhhh!“
Er raufte sich die Haare und trampelte missmutig auf der Stelle.
„Mach dir nichts draus.“, versuchte Kizuna ihn zu beruhigen.
Sie und ihre Freundin Ikhuny kamen gerade den Gang entlang und sahen belustigt mit an welch ein Theater der Brünette aufführte.

„Du kannst mit uns mitkommen zu den PRO-INGs und uns zugucken wie wir sie warten, das ist schließlich auch wichtig.“
„Aber Kizuna“, ihr Partner stellte sich vor ihr auf und packte sie bei den Schultern, „ich muss doch trainieren, damit ich eines Tages Pilot werden kann.“, er ließ die Lotsin los und stieß die Faust in die Luft, „Ich werde die weiße Ingrid steuern!!“

„So ein kindischer Idiot wie du? Mich würde es schon wundern wenn du nur das erste Jahr hier bestehst!“
„Hiead....“, wisperte Ikhuny, die die kalte und gleichgültige Stimme ihres Partners sofort erkannte.
„Was hast du für ein Problem? Heeeey, ich rede mit dir!“
Aber Nummer #87 war schon um die nächste Ecke verschwunden.

„Der will mir doch schon wieder zuvor kommen!“
Kizuna seufzte theatralisch und Clay flüsterte: „Sehr interessant!“ als sein Kommilitone in einem Affenzahn um die Ecke raste.

„Er ist...ganz schön stürmisch was?“, fragte die braunhaarige Lotsin worauf sich die Katzenohren ihrer Freundin wie aufrichteten.
„Ja, er will um jeden Preis Pilot werden...Und ich werde ihm helfen! Kommst du mit in die Werft? Die PRO-INGs müssen reibungslos funktionieren wenn unsere Partner damit kämpfen wollen.“

Wenn Ikhuny das andere Mädchen so ansah, wurde sie ganz neidisch. Sie hatte einen sehr netten Piloten. Etwas hyperaktiv und kindisch vielleicht, ein wenig nervend und auch begriffsstutzig, aber er war nett. Nicht so wie ihr eigener Partner, Hiead Gner. Der nicht wollte, dass sie ihn verstand, der nicht wollte, dass sie ihm Ratschläge gab, der nicht ihr Freund werden wollte.

Traurig blickte die junge Lotsenkadettinnen zu Boden. Irgendwie musste es doch zu schaffen sein, dass er wenigstens „Hallo“ sagte, oder ihr auch nur kurz zunickte. Sie verlangte ja keine Weltwunder, aber ein bisschen Dankbarkeit währe schon angebracht.


12:03 Uhr.
Knall!!
Eine Tür wurde aufgeschlagen.
Keuchend und röchelnd betraten zwei Jugendliche den Saal.
„Enna, Fortan, ihr seid zu spät!“, das letzte Wort brüllte ihr Ausbilder ihn mit solch einer Heftigkeit entgegen, das beide Anwärter merklich zusammen zuckten.
„Setzt euch!“, befahl er nun um einiges ruhiger, „Nun da auch #88 und #89 neben ihren Lotsinnen sitzen können wir ja fort fahren.“

Azuma begann zu erzählen, von Manövern, früheren Schlachten, geschichtlich bedeutenden Feldherren und Taktiken. All das war wichtig für seine Schüler, denn sie mussten lernen, nicht einfach nur wild drauf los zu kloppen, sondern ihre Kraft mit Bedacht einzusetzen.
Clay wunderte sich, normalerweise folgte er gerne den Ausführungen seines Ausbilders, das war alles „wirklich sehr interessant!“ aber heute war nicht Dienstag.

„Sag Saki, warum haben wir an einem Freitag eine Theoriestunde?“, fragte er flüsternd seine Tischnachbarin.
Sie schnaubte durch die Nase. „Dadurch, dass ihr zu spät kamt habt ihr mal wieder nichts mitbekommen!“
Schnippisch legte sie den Bleistift zur Seite und erklärte mit erhobenen Zeigefinger, dass für die Sektionen 4-5, in denen sie trainierten,  der Hauptstromgenerator ausgefallen war und die Notstromaggregate nicht genügend Saft für die Trainingsräume und Sportanlagen hatte.
„Das heißt also, die ganze nächste Woche keine praktischen Übungen.“, schlussfolgerte er und schob seine Brille zurecht.
„WAAAAAAAAAAAAAAAS??“, brüllte Zero entsetzt und beugte sich über seinen Tisch
um seinen Kommilitonen am Schlafittchen zu packen.

„Anwärter #88 lass die #89 los und setz' dich hin!“
Doch der aufgebrachte Junge blickte nur wütend zu dem älteren Herrn und fragte: „Ist das wahr? Werden wir so lange nicht trainieren?“

„So so, du willst also unbedingt trainieren?“, grinste sein gegenüber spitzbübisch, die Zigarette im Mundwinkel.
Sein Kadett nickte wild.
„DANN LÄUFST DU JETZT DREIMAL UM GANZ GOA, ABER ZACKIG!! UND WEHE DU VERPASST DIE NÄCHSTE UNTERRICHTSSTUNDE!!!!“


***GIS***

„Du solltest mit ihm reden.“
„Hmpf.“
„Nein wirklich, hast du nicht gesehen wie traurig er war?“
„Hmmm.“
„Gareas, es reicht langsam!“, Leena warf den Schraubenschlüssel zur Seite und fixierte ihren Partner.
Seit dieser mit Ernest so gestritten hatte hielt er sich nur noch bei Rio oder Eeva Leena auf. Er machte sie langsam fuchsteufelswild.
„Du bist doch sein bester Freund.“, versuchte es die Blonde noch einmal.
Genervt von ihrem ewigen Gemecker drehte Garu sich um und verschwand einfach. Er wanderte etwas durch GIS, beobachtete die Sterne und grüßte hier und da einen Angestellten.
Erst, als er zum dritten Mal an der Kantine vorbei schlenderte beschloss er einmal hinein zu schauen.
Es war kaum jemand da, war ja auch noch nicht Essenszeit. Der grünhaarige Pilot ließ sich von einer Maschine einen heißen Kakao zubereiten und setzte sich an einen der Tische.
Gedankenverloren starrte er in die braune Flüssigkeit.
Es war zum Verrückt werden!! Einerseits hatte er Ernest schon immer gemocht, seine ruhige friedliche Art, seine freundliche Wärme, das strahlende Lächeln. Die höfliche Zurückhaltung und die intensiven Gedanken, die er sich um jeden machte.
Er wollte, dass es allen gut ging und war nicht wie er -Gareas- ständig launisch.
Er war aber auch nicht wie Yu, Ernest war einfach Ernest und es hatte dem Göttinnenpilot ehrlich geschmerzt, seinen Freund aus Anwärterzeiten so anzufahren.

Mit einem Ruck knallte Gareas die Tasse auf den Tisch. Etwas von der dampfenden Flüssigkeit schwappte über den Rand und tropfte von seinen Fingern auf die polierte Oberfläche.
Es störte ihn nicht.

>Ich hatte verdammt noch mal einen Grund für meine Wut!<, rechtfertigte er sich in Gedanken.
>Rio hätte sterben können, er ist doch auch mein Freund...<

Und tatsächlich war es so gewesen, dass er einen kurzen Moment gefürchtet hatte Rioroute für immer zu verlieren. Der Grünhaarige seufzte schwer, als er daran dachte. Er hatte seine Kameraden verdammt gern und zum Teufel -er würde niemals zulassen, dass einer von ihnen sterben würde!!

Egal wie oft Yu ihn mit seiner Verschwiegenheit zur Weißglut brachte,
egal wie nervig er es fand wenn Ernest ihn sorgenvoll und mitleidig anblickte,
egal wie viele Male er sich noch mit Rio streiten würde
und egal wie seltsam Teela auch war, er würde sie NIE sterben lassen!

***GOA***

Schwitzend und völlig K.O. kam Zero schlitternd vor dem Trainingsraum der Sektoren 2 und 3 zum Halt. Er stützte die Hände auf die Knie um erstmal wieder zu Atem zu kommen, als die Tür auf glitt.
„Du bist zu spät #88.“, stellte Hijikata schadenfroh fest.
„Und wer zu spät kommt der darf als Letzter wählen.“
Sofort hatte der Pilot in spe wieder die nötige Kraft lautstark zu protestieren: „Aber dann hab ich doch gar keine Wahlmöglichkeit mehr!“
„Genau so sieht's aus.“, grinste der Mann mit der Zigarette im Mund. Erst jetzt viel Zero auf, dass sich noch ein Mann außer Azuma im Raum befand. Er trug die Jacke der Ausbilder, mit dem Zeichen GOA's auf der Brust. Verblüfft musterte Zero den Fremden.

„Wie ich gerade sagte trainieren wir heute mit Tomojo's Gruppe zusammen. Da die Trainingsräume in unseren Sektoren immer noch lahm gelegt sind, wir uns aber keine Zeitverschwendung leisten können ist dieses Doppeltraining nötig. Ich erwarte von euch allen gute Zusammenarbeit und keine Streitereien. Was meinen Trupp angeht: Ausbilder Tomjo ist mit höchstem Respekt zu behandeln, ist das klar?“

„Ja, Sir!“
„Gut, dann last uns anfangen!“

Das Training war hart. Härter als sonst, da es mehr Anwärter waren und somit mehr PRO-INGs, die auf dem simulierten Schlachtfeld kämpften. Es wurden viele Kämpfe ausgefochten: Zweikämpfe, Partnerkämpfe, jeder gegen jeden. Auch wurde die Ausdauer gesteigert.
Wie sich heraus stellte war Azuma im Vergleich zu Tomojo ein relativ harmloser Ausbilder. Wenngleich der Chef viel strenger war, Tomojo nahm sie härter ran, erlaubte sich keine Zwischenfälle und hielt volle 4 Stunden, ehe er sie entließ.

„So, Schluss für heute, ihr wart wirklich alle ganz hervorragend.“, lobte der Mann seine Schüler und verschwand in die Räumlichkeiten des Personals.
Roose sackte in sich zusammen. „Oh man, bin ich fertig.“
„Tse, seht euch den Schlaffi an!“, höhnte einer der anderen Kadetten. Er trug die Nummer #90 und hatte glänzend rotes Haar, dass in sämtliche Himmelsrichtungen ab stand.
Nummer #85 schaute zu ihm auf, sagte jedoch nichts. Schließlich mischte sich Zero ein um seinen Freund zu schützen.
„Was hast du für ein Problem? Er hat dir doch überhaupt nichts getan!“, herausfordernd baute er sich vor dem anderen auf.
„Hey Kleiner, du solltest dich da nicht einmischen, das ist eine Sache zwischen mir und dem Weichling da.“
„Suchst du Streit oder was? Lass Roose gefälligst in Ruhe!“, zischte Yamagi und bezog neben seinem Kommilitonen Stellung
Nun gab auch Clay seinen Senf dazu: „Du magst Roose zwar im Kampf geschlagen haben, er ist aber mindestens eben so gut wie du, da er Nummer #93 ins Aus befördert hat gegen den du ja haushoch verloren hattest!“, kommentierte er.

„Ach, das war doch nur Glück!“, schnaubte der Rotschopf verächtlich und verschränkte die Arme.
„War es eben nicht!“, eine helle Mädchenstimme ließ die Jungs zur Tür blicken. Dort stand Wrecka, die Hände in die Hüften gestützt und einen sauren Ausdruck im Gesicht.
„Jetzt hör mir mal gut zu, du aufgeblasener Möchtegern. Mein Partner ist ein sehr guter Kämpfer und selbst wenn er gegen euch alle verloren hätte würde ich ihn gegen niemanden eintauschen wollen. Er ist verdammt nett und zuvorkommend und er versucht sein Bestes. Das allein macht ihn schon zum tollsten Anwärter der Schule! Ist – das – klar?“, sie tippte ihn für jedes ihrer letzten Worte einmal gegen die Brust ehe sie energisch herumwirbelte und mit Roose abzog.

Zero grinste und folgte mit seinen Freunden der leuchtend roten Nummer #85.
Clay blickte kurz herunter zu ihm und grinste: „Das ist wirklich sehr interessant!“
Kizuna, Saki und Ikhuny, die das Schauspiel aus einiger Entfernung beobachtet hatten stießen auch dazu und plapperten wild drauf los.
„Klasse wie du ihn fertig gemacht hast!“
„Ich glaube er hatte wirklich Schiss vor dir.“
„Mutig, dass du so zu deinem Partner hältst.“

Wrecka grinste nur und streckte den Daumen in die Höhe.
Sie war stolz auf sich.

Ende ^.^  Nächstes Kap kommt auch bald
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