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von gugi28
erstellt: 15.08.2006
letztes Update: 08.03.2009
Geschichte, Allgemein / P18 Slash
(abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Ihr wollt einen oneshot? Ihr bekommt einen! Darf´s auch ein Monstershot sein? *g* Mir gefällt er zwar nicht unbedingt (Sorry, ist mir diesmal nicht gelungen. Ich hatte es versucht, aber irgendwie bekam ich es nicht so hin wie ich es wollte), aber vielleicht euch? Danke fürs Lesen!
Und ich würde euch bitten die nun folgenden Infos unbedingt zu lesen, okay? Danke!
Dieser oneshot ist sozusagen ein kleines Crossover mit „Queer as folk“ (Babylon und manche Charas) und Harrys Heim und die damit verbundene Wohnsituation von „You drive me crazy“.
Da bei Queer as folk die Wortwahl doch eher hart ist, habe ich es für diesen oneshot abgeändert – ging nicht anders! Somit sind die Charas (alle) doch etwas OOC! Bitte keine Beschwerden darüber, okay? *breit grins*
KATEGORIE: NEU – erstellt: August, 2006
Disclaimer:
@Das HP Universum und die Figuren gehören JKR
@Das Babylon und sämtliche Charas aus der Serie gehören… ähm… den Machern von QaF (vergessen hab)
@Mir gehört ansonsten nichts, außer Kevin Leary! Verdiene damit kein Geld (WIESO NICHT! HEUL!)
Pairing: Harry/Draco und Blaise/Kevin
Genre: Romantik, Humor, Happy End
Thema: Sommerfeeling
Rating: Slash R18 – Lemon! Achtung, nur für Leser ab 18 Jahren! Wem das nicht gefällt, soll diese Story bitte verlassen!
Info: Story spielt nach Hogwarts! Der oneshot ist wegen Überlänge auf zwei Teile aufgeteilt!
Seiten: 38
Beta: die bezaubernde Jathy! Danke, mein Schatz!
Inhalt: Harry und Kevin leben in einer WG zusammen. Ihr Leben verläuft ein wenig ereignislos, nachdem die größte Hürde – Voldemort – schon seit zwei Jahren geschafft war und Voldemort bereits im Endkampf von Harry getötet wurde. Als Kevin von einem neuen Lokal erfährt, dessen Namen BABYLON lautet, überredet er Harry, mit ihm dorthin zu gehen… So nach dem Motto: Wie werde ich am besten schwul. Crossover mit: Queer as folk.
@~@~@~@
Babylon
By gugi28
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„Schatz? SCHA-HATZ! Aufstehen! Komm endlich! Dein Kaffee wird kalt!“ Ein mehrmaliges Klatschen in die Hände folgte.
Kevin Leary grinste, sein Blick wanderte die Treppen hinauf, von unten her konnte er die Türe zu Harrys Schlafzimmer erhaschen. Ein paar Sekunden vergingen, Kevin sah auf seine Uhr.
„Scheiße, das wird eng“, raunte er leise und seufzte. Abermals hob er den Kopf an und schnalzte mit der Zunge. Ein fieses Grinsen legte sich auf seine vollen Lippen, die meeresblauen Augen blitzten. Selenruhig nahm er seinen Zauberstab in die Hand und hielt sich die Spitze an den Hals. Je lauter, desto besser…
„POTTER! Beweg deinen Arsch sofort zu mir, sonst hexe ich dich samt deiner bescheuerten Schlafkleidung ins Ministerium! Du hast zwei Minuten und keine Sekunde mehr!“, rief Kevin in voller und magischer Lautstärke, die wohl ein Haus zum Erzittern gebracht hätten. Plötzlich wurde die Türe aufgerissen, ein verpeilter Harry stand mit Sturmfrisur und Schlafzimmerblick im Türrahmen und kratzte sich den Bauch.
„Wie? Was? Muss ich schon aufstehen?“ Harry gähnte herzhaft, schmatzte und rieb sich die Augen. Kevin, unausstehlich gut ausgeschlafen und voller Energie, winkte vom Treppenansatz zu ihm hoch und zeigte dann auf seine Uhr.
„Ab mit dir ins Badezimmer! Mach dich fertig, Frühstück wartet auf dich“, zwinkerte er ihm zu und verschwand aus Harrys Blickfeld. Der ehemalige Gryffindor schlief beinahe im Stehen ein, so drehte er sich rasch um und verschwand murrend in seinem Zimmer. Wie gut, dass sein Badezimmer direkt angrenzend lag, mehrere Schritte wären um diese Uhrzeit für ihn einfach noch nicht möglich gewesen.
Zuversichtlich, heute doch noch auf Touren zu kommen, schlurfte er ins Badezimmer und sah in den Spiegel. Kleine Augen blickten ihm entgegen, Ringe zeichneten sich darunter ab. Sein Gesicht wirkte eher fahl – er hatte nicht gerade viel geschlafen. Seit langem suchten ihn Schlafstörungen heim, meist ging er deshalb erst gegen drei Uhr Früh ins Bett. Aus diesem Grund war es für ihn auch eine Qual, schon so früh – um sieben Uhr – aufzustehen.
Gott sei Dank gab es da noch Kevin, der sein menschlicher Wecker war. Harry gähnte nochmals herzhaft, schnappte sich die Zahnbürste und die Zahnpaste und putzte sich die Zähne. Mit der linken Hand zog er sich das Schlafoberteil über den Kopf, ließ es achtlos fallen. Dann wackelte er mit seinen Hüften, nachdem er den Kordelknoten gelöst hatte. Die Schlafhose rutschte ihm zu den Knöcheln und mit einem Tritt segelte sie durchs Badezimmer.
Wasser rauschte, Harry spülte sich den Mund aus. Die Bürste steckte er in einen Becher, der Hahn wurde zugedreht - nun wurde die Dusche anvisiert. So gerne er auch duschen ging, morgens mochte er es nie. Denn Kevin hatte seine Dusche so verzaubert, dass diese in der Früh eher kühles Wasser hergab, was Harry meist darunter erzittern und Kevin verfluchen ließ. Dumm war nur, dass Kevin dafür einen `Familienfluch´ kannte, der Harry angeblich nicht bekannt war. Und da sein `guter´ Freund Kevin morgens gerne an ihm schnüffelte – ob er ja brav geduscht hatte – konnte er sich nicht davor drücken.
„AAH! Scheiße! Kevin! Diesmal ist es saukalt! Blöder Arsch!“ Plötzlich war Harry mehr als wach und vor allem durchaus flink, was das Einseifen seines Körpers und der Haare anging. Die Zähne klapperten, das kühle Wasser prasselte seinen Körper hinab und wusch den Schaum ab. Schlotternd sprang er aus der Dusche und versuchte, sein Herz wieder einzufangen welches bei diesen Temperaturen prompt schreiend die Flucht ergriffen hatte.
Harry kannte, seit dem Kevin bei ihm wohnte, noch mehr unfeine Schimpfwörter, die nun seine Lippen verließen. Ziemlich verpeilt suchte er sich seine Kleidung zusammen und zog sich rasch an. Danach verließ er sein Zimmer und stieg die Treppen hinab.
°°°°
Kevin Leary war generell ein Frühaufsteher und meist sehr guter Laune. Harry hingegen war absolut ein Morgenmuffel. Allerdings wusste Leary, dass er Harry mit einem gut duftenden und schmeckenden Kaffee auf Trab bringen konnte, so richtete er immer das Frühstück her. Zurzeit befand sich Kevin in der Küche, saß beim Tisch und las gemütlich und genießend den Tagespropheten. Auch eine Muggelzeitschrift hatte er sich per Abo bestellt, sie lag jeden Morgen pünktlich in ihrem Briefkasten. Kevin war mit dem Frühstücken schon längst fertig, allerdings musste er erst später zur Arbeit. Nach Hogwarts hatte er durch gute Beziehungen eine Ausbildung zum Muggelmediziner gemacht und danach einen guten Posten als Arzt ergattert. Harry war – wie nicht anders zu erwarten – ein Auror geworden.
Wieso gerade die beiden in Harrys Haus zusammen lebten? Nun, Kevin und er hatten sich nach dem Endkampf gegen Voldemort besser kennen gelernt, im letzten Schuljahr entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Und da Kevin ihm eines Tages eröffnete, dass er sich eine Bleibe suchen wollte, schlug Harry vor doch zu ihm zu ziehen. Kevin willigte freudig ein und so wurde dies per Handschlag besiegelt. Hermine und Ron waren ebenso von ihm begeistert und nahmen ihn natürlich in ihrem Freundeskreis auf.
Apropos Hermine und Ron. Die kluge Hexe arbeitete ebenso als Ärztin, allerdings im St. Mungos. Und Ron hatte nach Schulabschluss auf die Ausbildung zum Auror gepfiffen, stieg bei seinen Brüdern ein und testete mit Freuden und Neugierde die neuesten Erfindungen. Er und Hermine hatten letztes Jahr geheiratet und zwei Kinder bekommen. Seit dem sahen sie Harry etwas seltener, doch wenn es dazu kam, ging in Harrys Haus die Post ab. Die Kinder der beiden kamen mit ihrem Benehmen ganz nach Ron und besaßen den Intellekt, sowie teilweise natürlich auch das Aussehen, von Hermine.
„Guten Morgen, Honey! Wie war deine Dusche? Sehr erfrischend?“ Kevin senkte grinsend die Zeitung, Harry sah ihn mürrisch an. Kevin liebte es, Harry auf diese Art und Weise zu necken. Dazu passten auch sämtliche Kosenamen, die Harry meist auf die Palme brachten. Allerdings gewöhnte er sich rasch daran und ließ Kevin einfach reden.
„Du kannst mich mal, Kevin“, maulte er und schritt an diesem vorbei, steuerte die Kaffeemaschine an. Kevin lachte auf, er amüsierte sich immer wieder über seinen Freund. Ein sehr interessanter Artikel ließ ihn nicht in Ruhe, so stöberte er weiterhin in der Zeitung, während, im Seitenwinkel erkennend, Harry sich zu ihm an den Tisch setzte und zu frühstücken begann.
„Melissa hat angerufen.“ Kevin sah nicht hoch, seine Augen huschten weiterhin über den Artikel. Harry hielt im Kauen seines Frühstücks inne und betrachtete die Zeitung mit großen Augen.
„Oh! Was wollte sie schon wieder?“
Obwohl sich Harrys Haus – früher war es das Haus seiner Eltern gewesen - in Godric´s Hollow befand, was bekanntlich eine Zauberstadt war, besaßen sie trotzdem ein Festnetztelefon, sowie jeder von ihnen ein Handy. Kevin hatte Harry so lange damit zugemüllt, bis Harry seufzend aufgegeben hatte und nachgab.
„Nichts Aufregendes. Sie klang ziemlich reserviert, wenn du mich fragst“, meinte Kevin noch immer in den Artikel vertieft.
„So klingt sie immer. Womit hat sie diesmal genervt? Soll ich sie zurückrufen?“, gähnte Harry, danach griff er sich die Kaffeetasse und nahm einen kräftigen Schluck. Wohlig schloss er für kurze Zeit die Augen, denn Kevin war ein Meister im Kaffee kochen. Der Geschmack war einfach traumhaft! So wie Harry den Kaffee gerne mochte.
„Nicht nötig. Ich soll dir ausrichten, dass sie dich nie wieder sehen will. Anscheinend hat sie genug von dir.“ Kevin ließ die Zeitung sinken und schenkte Harry ein fettes Grinsen. Harry erwiderte es kauend und schluckte den Bissen hinunter.
„Gott sei Dank. Ich dachte schon, dass sie es nie schnallen würde. Immerhin hatte ich ihr schon vor Tagen gesagt, dass es aus zwischen uns ist“, stöhnte Harry auf, Kevin zuckte die Achseln.
„Jetzt hat sie es geschnallt!“, lachte er los, Harry nickte. Danach wurden beide ernst und hingen kurze Zeit ihren Gedanken nach.
„Wir haben kein Glück bei den Frauen, stimmt’s?“, flüsterte Kevin leise, Harry seufzte geräuschvoll.
„Keine Ahnung, was wir da falsch machen, Kevin. Ich meine: Wir bemühen uns, schenken ihnen Blumen, führen sie aus… Und wenn wir ihnen den kleinen Finger reichen, wollen sie immer die ganze Hand. Ziemlich lästig, finde ich. Verdammt! Ist es wirklich so schwer, auf diesem Planeten die richtige Frau zu finden?“ Harry sah zu Kevin, ihre Blicke trafen sich. Komischerweise dachten sich beide nun dasselbe: Musste es unbedingt eine Frau sein? Schnell verwarfen sie den Gedanken – das war doch absurd!
„Harry?“
„Hm?“
„Du hast noch fünf Minuten. Dann musst du im Ministerium sein“, informierte ihn Kevin, Harrys Augen wurden groß.
„Shit. Ist es schon so spät?“ Harry, der Schussel der Nation und trotzdem Held der Zauberwelt, hätte beinahe die heiß geliebte Kaffeetasse umgeschmissen und fluchte dabei unfein. Kevin fing zu glucksen an, seufzte selig und lehnte sich mit seinem Stuhl ein wenig zurück, balancierte ihn auf zwei Holzbeinen. Er suchte sein Gleichgewicht, legte die Beine ausgestreckt auf den Tisch und las weiterhin die Zeitung. Harry flitzte in der Küche herum, räumte seinen Teller weg, trank den Becher aus und machte sich auf den Weg. Im Türrahmen zur Küche blieb er stehen und musterte seinen lesenden Freund.
„Ach, Kevin? Wenn du nicht aufpasst, dann kippst du eines Tages noch um und knallst mit dem Schädel gegen die Küchentüren. Wäre schmerzhaft, würde ich meinen.“ Harry grinste und Kevin lugte über den Rand seiner Zeitung zu ihm.
„Was, ich? Nie im…“ Kevin bekam große Augen, als er doch das Gleichgewicht verlor und mit rudernden Armen umkippte. Die Zeitung flatterte zu Boden, während Kevin aufschrie und es danach krachte. Harry fing daraufhin zu lachen an, während Kevin stöhnend am Boden lag und sich den Kopf rieb.
„Hau ab, du Idiot!“, keifte er los, Harry hielt sich vor lachen den Bauch.
„Ich habe es ja gesagt!“, trällerte Harry jetzt endlich gut gelaunt, Kevin murrte und kam endlich wieder hoch.
„Wir sehen uns am Abend!“, zischte Kevin mit einer beachtlichen Beule am Hinterkopf, während Harry laut lachend das Haus verließ und draußen disapparierte.
°°°°
Lange Schritte, dauernd der Blick auf die Uhr.
„Guten Morgen, Harry!“ Der Schwarzhaarige nickte freundlich, während er die langen Gänge durchs Ministerium entlang eilte, ehe er sein Büro erreichen würde. Zurzeit, eigentlich sollte Harry glücklich darüber sein, war Flaute in Sachen Aktion. Nach dem Endkampf dauerte es nicht lange und die damaligen Auroren spürten einen flüchtigen Todesser nach dem anderen auf. Die Zauberwelt konnte wieder aufatmen und Frieden zog ein. Und da es deshalb keinen Außendienstauftrag für Harry gab, erledigte er schon seit über zwei Jahren Bürokram. Tja, besser als nichts.
Harry bog gerade um die Ecke, abermals wurde er von Entgegenkommenden gegrüßt. Harry grüßte zurück und schenkte jedem ein Lächeln, ehe es auf einmal von seinen Lippen verschwand. Ein weiterer Mitarbeiter des Ministeriums kam ihm schlendernd entgegen, sie sahen sich eher selten. Harry kannte ihn von Hogwarts her und wusste bis jetzt nicht, wie er ihn einschätzen sollte. Dieser junge Mann wirkte eher neutral, doch verschlossen, nickte ihm immer wieder höflich zu und ließ ihn ansonsten in Ruhe. Schwarze Haare stachen ihm ins Auge, die nicht, so wie bei Harry, in alle Richtungen abstanden, sondern richtig gestylt waren. Wachsame, dunkle Augen musterten Harry von Kopf bis Fuß, ein kühles Lächeln folgte.
„Guten Morgen, Potter!“
„Morgen, Zabini!“, grüßte Harry zurück und nickte. Kurz blieben sie voreinander stehen, das erste Mal eigentlich. Harry musterte ihn verblüfft, als Blaise Zabini den Kopf schief legte und Schalk in seinen Augen aufblitzte.
„Hast du schon wieder schlecht geschlafen oder kommst du einfach nur jeden Abend spät ins Bett?“, wollte er wissen, Harry verschlug es für einen Moment die Sprache. Bei Merlin, Zabini redete ganz normal mit ihm! Und vor allem mehr als drei Worte! Wow. Was war denn nun los? Normalerweise gingen sie sich aus dem Weg, heute musste wohl ein ganz besonderer Tag sein. Moment, was sprach Zabini da gerade an?
„Wieso willst du das wissen, Zabini?“, zischte Harry ein wenig kühl, Blaise zeigte mit einem Lächeln eine Reihe weißer Zähne. Das Lächeln stand ihm.
„Seit ungefähr einem Monat läufst du eher als Zombie herum, Potter. Ist ja nicht mehr mit anzusehen! Du bist weiß wie ein Laken im Gesicht und du hast Augenringe. Da du allerdings nicht wie ein Honigkuchenpferd strahlst, nehme ich eher nicht an, dass du gerade liiert bist und deshalb nicht zum Schlafen kommst“, stellte er mit prüfendem Blick fest. Harry bekam leicht rosa Wangen und schlug die Augen nieder. Hui, der Boden war ja so faszinierend…
„Ich weiß. Kann schon seit Monaten nicht mehr gut schlafen und habe keine Ahnung wieso“, nuschelte Harry und fragte sich zugleich, wieso er eigentlich eine Erklärung abgab. Langsam sah er wieder hoch.
„Wer weiß? Vielleicht steht dein Bett auf einer Wasserader? Könnte eine Ursache sein. Finde es heraus und stelle das Bett um, dann wirst du es sofort wissen.“ Harry sah ihn überrascht an, Blaise lächelte milde.
„Oh, danke“, zog Harry die Stirn kraus, Blaise zwinkerte.
„Und wenn du ein Gel benutzt, bin ich mir sicher, dass du deine Haare auch in den Griff bekommst. Frage mich nicht wieso, aber deine Haare beschäftigen mich schon eine ganze Weile! Ich bin eben ein Fanatiker in dieser Hinsicht! Ach, das wollte ich dir auch noch sagen: Es steht dir um einiges besser, dass du keine Brille mehr trägst!“, lachte er frei los, Harry wäre am liebsten zu Boden geknallt. Zabini lachte? Konnten Slytherins überhaupt ehrlich lachen? Sorry, Ex-Slytherins! Wie es schien – schon! Was interessierten ihn eigentlich seine Haare? Hallo?
„Äh…“ Eine geistreiche Antwort seitens Harrys. Blaise japste bereits nach Luft, als er Harrys Gesichtsausdruck sah und klopfte ihm im Vorbeigehen auf die Schulter.
„Schönen Tag noch, Potter!“, rief er über seine Schulter ihm zu, Harry stand starr an Ort und Stelle, er glotzte ins Leere.
„Gut! Geburtstag habe ich nicht. Hat jemand einen Spitzel auf mich angesetzt? Hm, glaube ich weniger. Ist Zabini krank? Könnte sein! Komplimente und Kritik am frühen Morgen? Und das von Zabini? Bizarr! Verdammt, ich brauche noch einen Kaffee.“ Harry redete mit sich selber, fuhr sich durch die wirren Haare und schüttelte immer wieder den Kopf. Nun begab er sich, über Zabini rätselnd, zu seinem Büro, um endlich mit seiner Arbeit anfangen zu können.
°°°°
Geschlaucht apparierte Harry Abends nach Hause und nahm im Wohnzimmer Platz. Immer wieder dachte er an die Begegnung mit Zabini und dessen Tipps.
„Kann ihm doch egal sein!“, meckerte Harry, aber die Worte des ehemaligen Slytherins ließen ihn einfach nicht mehr los. Harry überlegte hin und her, stand auf und trabte auf und ab. Dann blieb er stehen, biss sich auf die Lippen und schon rannte er aus dem Wohnzimmer, eilte die Treppen hoch. Im Schlafzimmer angekommen, holte er seinen Zauberstab hervor. Mit gemurmelten Worten sprach er einen speziellen Zauber aus und siehe da, sein Bett leuchtete auf. Harry ließ fassungslos den Stab sinken, blinzelte sein Bett an.
„Nein, das kann nicht wahr sein!“, kratzte er sich überrascht am Kopf, er ärgerte sich. Zabini hatte Recht! Ein Schlenker und Harry stellte seine Möbel um.
„Ist dir langweilig?“, ertönte Kevins Stimme an seinem Ohr, Harry zuckte kurz zusammen und wurde knallrot im Gesicht. Langsam drehte er sich zu ihm um.
„Ähm… Wollte mal etwas Neues ausprobieren“, stotterte er, Kevin nahm ihm das nicht ab. Er konnte in Harrys Gesicht wie in einem offenen Buch lesen.
„Aha“, meinte er nur und Harry machte einfach weiter. Als alles umgestellt war, seufzte er zufrieden, danach eilte er ins Badezimmer. Kevin legte den Kopf schief, runzelte die Stirn.
„Was…?“ Schnell eilte er hinterher, sah Harry vor dem Spiegel stehen. Wild wuschelte er durch die Mähne, seufzte resigniert und gab es dann auf.
„Was ist denn los, Harry?“, erkundigte sich sein Freund, der direkt hinter ihm zum Stehen kam und ebenso in den Spiegel sah. Dort trafen sich auch ihre Blicke.
„Eventuell stand mein Bett auf einer Wasserader, deshalb konnte ich wahrscheinlich nicht so gut schlafen. Und dann habe ich mir überlegt, ob ich Gel für meine Haare verwenden sollte, damit ich einigermaßen passabel aussehe“, grummelte der Auror, Kevin lachte auf.
„Könnte stimmen! Immerhin hast du dein Zimmer damals selbst eingerichtet. Wahrscheinlich hatte es seinen Grund, wieso das Bett wo anders stand. Heute Nacht wirst du es ja wissen. Und was deine Haare angeht, Kumpel, damit könntest du auch richtig liegen. Allerdings wäre eine neue Frisur auch nicht verkehrt!“ Kevin strahlte und Harry sah ihn entsetzt an. Dieses Grinsen…
„Du wirst doch nicht…!“, entrüstete sich Harry, doch- zu spät.
Zwei Minuten später saß Harry auf einem Stuhl, bekam ein Handtuch um die Schultern gelegt und sah ziemlich angesäuert drein. Kevin war ganz und gar in seinem Element, hatte er doch seinen Geschwistern früher schon gerne die Haare geschnitten.
„Wehe du verschneidest dich, Kevin, dann…“ Kevin lachte auf und machte einfach weiter.
„Du wirst fabelhaft aussehen, Harrylein!“ Gott, wie Harry diese Verniedlichung hasste! Demonstrativ verschränkte er seine Arme vor der Brust und keifte leise vor sich hin. Kevin lachte noch lauter, während die Schere über Harrys Kopf flitzte und satte, schwarze Strähnen zu Boden fielen. Endlich fertig, eilte Kevin aus dem Zimmer, verschwand in seinem. Eine Minute später kam er zurück und fand Harry noch immer mies gelaunt auf dem Stuhl vor. Kevin öffnete die Tube mit Gel, entnahm vom Inhalt und zupfte damit Harrys neue Haarpracht zurecht.
„Bist du endlich fertig?“, maulte der Auror, der Arzt nickte zufrieden.
„Jetzt kannst du dich ansehen!“, rief er stolz aus und grinste breit. Seine Augen strahlten, denn er fand, dass er seine Arbeit gut gemacht hatte. Etwas besorgt stand Harry auf und musterte sich im Spiegel. Seine Augen wurden immer größer, Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Tatsächlich – Kevin war auch darin ein Meister! Sein Hausgenosse zauberte einen weiteren Spiegel herbei, den er hinter Harry in der Luft schweben ließ. So konnte der damalige Gryffindor auch den Hinterkopf begutachten.
„Wow!“, entfuhr es Harry, Kevin kicherte.
„Du siehst stark aus, Kumpel!“, gluckste er zufrieden, Harry drehte seinen Kopf und musterte weiterhin seinen neuen Schnitt. Die kinnlangen Haare gab es nicht mehr, sein Nacken und die Seitenpartie des Kopfes wurden bis zu den Ohren gekürzt. Nur das Deckhaar blieb etwas länger, lässig lagen seine schwarzen Strähnen kreuz und quer. Nur sah es diesmal wirklich gestylt und nicht `vom Winde verweht´ aus. Mit dieser Frisur kam sein markantes Gesicht weitaus besser zur Geltung, er wirkte frischer.
„Sieht wirklich gut aus, Kevin. Wahnsinn“, hauchte Harry, Kevin trat neben ihn und legte einen Arm um seine Schultern. Beide waren gleichgroß.
„So kannst du Bräute aufreißen, Alter“, zwinkerte er, Harry bekam rote Wangen. Wollte er das überhaupt?
„Du Harry?“, fragte er nach einer Schweigeminute, der Auror musterte ihn stumm.
„Ich habe heute in der Zeitung etwas entdeckt“, fuhr er fort, Harry war ganz Ohr. Und während Kevin erzählte, räumten sie das Badezimmer auf, begaben sich danach in Harrys Schlafzimmer.
„Ganz in unserer Näher, direkt an der Grenze zur Muggelwelt, hat eine neue Diskothek namens Babylon eröffnet. Ich würde dort gerne mal hingehen. Was ist? Gehst du mit?“ Harry überlegte, während Kevin ihn bittend ansah.
„Okay, wieso nicht?“, grinste Harry nun, Kevin war ganz aus dem Häuschen.
„Super! Mach dich schick, in einer Stunde will ich los!“, rief Kevin aus und verschwand aus dem Zimmer. Harry sah ihm hinterher und schüttelte lächelnd den Kopf. Tja, wieso nicht? Mal sehen, ob er dort Frauen kennen lernen würde. Nur irgendwie – irgendwie hatte er keinen Bock auf Frauen. Und dieser Gedanke machte ihm ein wenig Angst.
°°°°
„Wow, sieht… eigenartig aus“, legte Harry den Kopf schief, als er und Kevin auf der gegenüber liegenden Straßenseite standen und das neue Lokal bestaunten. Es sah ein wenig anders aus, als die anderen Diskotheken, im hellblauen Schriftzug leuchtete oberhalb des Einganges `Babylon´ auf.
„Siehst du diesen Türsteher? Irgendwie sieht der…“
„…schwul aus“, ergänzte Harry den Satz, beide hatten die Köpfe zusammengesteckt. Nur zu dumm, dass Kevin das Kleingedruckte der Anzeige nicht genau gelesen hatte, denn sie lagen mit ihrer Vermutung goldrichtig.
„Egal, gehen wir rein und sehen es uns an“, entschied Harry, schnappte sich Kevins Hand. Beide überquerten mit Sicherheitsblick in beide Richtungen die Straße – hinter ihnen fuhren langsam fahrende Autos vorbei. Unheimliche Typen in knappen Tops und engen Hosen kamen ihnen entgegen.
„Hey ihr Süßen“, schnurrte einer von ihnen mit lasziven Blick, falschen Wimpern und Perücke, Harry lächelte ein wenig und bekam rote Wangen.
„Hallo“, meinte er leise, Kevins Mund stand offen, er musterte den einen Mann sehr genau. Harry schritt mit seinem Freund die Stufen hoch, der Türsteher grinste sie nur an und nickte ihnen zu. Und als sie eintraten, machte ihre Kinnladen Bekanntschaft mit dem Boden. Die Musik drang laut in ihre Gehörgänge vor, an der Decke hingen viele Scheinwerfer. Sie drehten sich in alle Richtungen und ließen die Lichtkegel über die tanzende Menge wandern. Der Bass wurde immer heftiger, der Schall der Musik wurde an den Wänden zurückgeworfen. Laser wirbelten umher, ebenso Blitze, die den Takt der Musik unterstützten.
Die beiden jungen Männer konnten nicht glauben was sie da sahen, denn sie waren eindeutig in einer Schwulendiskothek gelandet! Hinaus konnten sie nicht mehr, da sie weiter geschoben wurden, direkt auf die Tanzfläche zusteuerten. Kevin drückte Harrys Hand noch fester, seine Augen suchten die nackten und wohlgeformten Oberkörper der verschieden gebauten Männer ab. Auch Harry ließ seinen Blick wandern, er konnte nur darüber staunen. Und dann wechselte die Musik, der Takt wurde schneller. Die tanzende Menge grölte, Nebel wurde auf die Tanzfläche geblasen.
Harry konnte einen süßlichen Duft ausmachen, auch benebelte er ihn im wahrsten Sinne des Wortes. Die Sicht wurde schlechter und die Laser drangen nur schwerfällig durch die Nebelschwaden. Harry fühlte sich beschwingt und ließ sich mitreißen. Ohne es wahrzunehmen, fing er zu tanzen an, hielt noch immer Kevins Hand. Plötzlich legten sich fremde Arme um seine Taille, Lippen zupften an seinem Hals. Aftershave stieg ihm in die Nase und Harry keuchte auf. Kevin schien es nicht anders zu ergehen, denn Harry erkannte nur schemenhaft dessen weit offen stehende Augen und den überraschten Ausdruck im Gesicht. Der Mann hinter ihm zog Harry dichter an sich, wiegte ihn im Takt der Musik.
„Du bist süß“, raunte eine tiefe Stimme, Harry fing abermals zu keuchen an. Der Atem des fremden Mannes floss über die geküssten Stellen seines Halses, rief Gänsehaut hervor. Dann saugten die Lippen fester, eine weiche Zunge tanzte über die Haut. Harry überliefen sämtliche Schauer, er fühlte sich überrumpelt. Wie konnte es sein, dass ein Mann in ihm solche Gefühle hervorrief? Kevin zog an seiner Hand, die Arme und die Lippen lösten sich von Harry.
Auf einmal wurden sie angeschupst, sie stolperten Stiegen hinab und gelangten in einem dunklen Raum. Etwa in Augenhöhe konnten die beiden in regelmäßigen Abständen Fernseher – eingelassen in den Wänden - ausmachen, die Pornos für Schwule zeigten. Nicht nur das schockierte die beiden mit voller Wucht. Nein, denn vor ihnen spielte sich noch etwas anderes ab. Sämtliche Männer vergnügten sich vor ihren Augen. Einige waren komplett nackt, andere hatten nur ihre Hosen hinabgelassen, während ein anderer Mann vor ihnen kniete und ihr bestes Stück hingebungsvoll mit Mund und Zunge bearbeitete.
„Oh mein Gott!“, rief Kevin geschockt aus, Harry verschlug es die Sprache. Wie hypnotisiert starrte er auf die sich vor ihm abspielende Szene. Der Mann, der gerade verwöhnt wurde, lehnte sich an einer Säule an, krallte seine Hände in den Schopf des Leckenden und stöhnte immer wieder, schrie sogar auf und stieß willig in den Mund des Anderen. Kevin zog an Harrys Shirt und schnappte sich sein Kinn, zog es in eine gewisse Richtung. Etwas abseits stand ein anderer Mann zur Mauer, stützte sich mit den Händen an ihr ab. Ein Anderer befand sich nackt dahinter und versenkte sich in ihm. Herzhaft biss der hinten Stehende in den Hals des Anderen, Harry schnappte nach Luft.
„Oh shit!“, stammelte Kevin, Harry stand noch immer der Mund offen. Das harte Glied des einen Mannes kam feucht schimmernd hervor und versenkte sich immer wieder im Po des anderen, vor Lust aufschreienden Mannes. Harry bemerkte, dass er langsam Probleme in unteren Regionen bekam, seine Kehle wurde trocken.
„Soll ich dir einen blasen, Süßer?“, säuselte eine Stimme dicht neben Harrys und Kevins Ohr, der Mann steckte seinen Kopf zwischen ihren beiden durch und sah sie nacheinander an.
„Ich kann es zuerst dir und dann deinem Freund besorgen. Oder du besorgst es deinem Freund und ich sehe dabei zu. Ich stehe auf alles, Darling“, schnurrte er weiter. Kevin schrie spitz auf, schnappte sich Harrys Hand und rannte was das Zeug hielt. Mit einigen Sprüngen nach oben brachten sie den Raum hinter sich, stürmten über die Tanzfläche Richtung Ausgang und gelangten so in die rettende Freiheit. Frische Luft umwehte ihre Nasen, keuchend blieben Harry und Kevin auf der anderen Straßenseite stehen.
Beide schnappten nach Luft, waren knallrot im Gesicht und versuchten zu Atem zu kommen. Danach drehten sie sich um, sahen zum Eingang der Diskothek. Langsam beruhigten sie sich wieder, ihre Mundwinkel zuckten. Danach sahen sie sich an, ein breites Grinsen erschien auf ihren Gesichtern.
„Da müssen wir wieder hin!“, lachten beide los und schüttelten den Kopf. Sie wussten nicht, ob sie schwul waren, aber das, was sie dort gesehen hatten, ließ sie nicht kalt. Allerdings mussten sie das Erlebte erst verdauen und auf dem Nachhauseweg redeten sie eifrig darüber.
In dieser Nacht schlief Harry tief und fest und träumte von nackten Männern, die sich ihrer Lust hingaben und willigen Sex hatten.
°°°°
Am nächsten Morgen war Harry früh auf den Beinen, ging duschen, zog sich an und kam pfeifend die Treppen hinab. Kevin sah erstaunt hoch, blickte auf die Uhr und blinzelte danach Harry entgegen.
„Wahnsinn. Was ist denn mit dir los? Hat dich ein Frosch in den Arsch gebissen?“, wollte er wissen, Harry strahlte ihn an.
„Keine Ahnung, Kevin! Heute Nacht schlief ich hervorragend und meine Träume waren ziemlich lebhaft! Irgendwie bin ich auch gut drauf!“, lachte er, Kevins Augen blitzten.
„Hast du vielleicht davon geträumt, ob du eventuell auch gut drunter wärst?“, grinste er keck, Harrys Wangen brannten, das Lachen verging ihm. Er hüstelte dezent, während Kevin zu prusten anfing.
„Dann hatten wir ja denselben Traum, Alter!“, schlug er lachend mit der Hand auf den Tisch, die Stimmung lockerte sich. Gemeinsam nahmen sie das Frühstück zu sich und holten nochmals die Zeitung zu sich, in der Kevin die Anzeige gefunden hatten. Beide lachten herzlich, als sie endlich das Kleingedruckte entdeckten und sich darüber köstlich amüsierten.
°°°°
Beschwingt schritt Harry durch die Gänge des Ministeriums, schenkte jedem ein fröhliches und ehrliches Lächeln, zwinkerte sogar ab und zu. Verdutzte Gesichter blickten ihm entgegen, doch sie freuten sich.
„Gut siehst du aus, Harry!“, rief eine Kollegin von ihm, Harry verbeugte sich tief.
„Danke vielmals!“, rief er lachend aus, bog um die Ecke. Oh Mann, konnte es sein? Es kam selten vor, dass er zwei Tage hintereinander auf Blaise Zabini stieß!
„Hey Zabini!“, rief er schon von weitem, „Guten Morgen!“ Blaise zog eine Augenbraue hoch, musterte Harry und kam immer näher. Beide blieben voreinander stehen, lächelten sich an.
„Mann, Potter! Was ist denn mit dir geschehen! Der neue Haarschnitt passt dir wirklich gut! Erholt siehst du auch aus? Hm, ich frage mich, was gestern passiert ist.“ Blaise legte den Kopf schief, seine Augen funkelten wieder.
„Das, Zabini, verrate ich dir nicht“, erwiderte Harry gut gelaunt, „Aber ich muss dir danken.“
„Ach – wofür?“, wollte Blaise erstaunt wissen, Harry lächelte.
„Du hattest Recht! Gestern stellte ich das Bett um und siehe da – ich habe geschlafen wie ein Baby! Und Kevin, mein Mitbewohner, hat mir die Haare geschnitten und mir heute Morgen gezeigt, wie ich sie mit Gel in Form bringe. Deine Tipps waren sozusagen Gold wert“, zwinkerte er, Blaise strahlte.
„Wow, freut mich, dass ich helfen konnte. So gut aufgelegt habe ich dich schon lange nicht mehr gesehen“, grinste er und reichte Harry die Hand. Harrys Grinsen verging, neugierig starrte er auf die dargebotene Hand.
„Ich wollte nochmals von vorne anfangen. In der Schule hatten wir uns ja nie so richtig kennen gelernt. Na ja, auch wegen der feindlichen Umstände, was mir allerdings wirklich leid tut. Ich bin Blaise“, meinte er leise und ein wenig unsicher, Harry lächelte wieder und schlug ein.
„Ich bin einverstanden. Wäre mir auch lieber, wenn du mich Harry nennen würdest.“
„Harry? Ich begleite dich ein Stück, wenn ich darf, in Ordnung?“, erkundigte sich Blaise, Harry nickte sofort.
„Würde mich freuen.“ Und schon marschierten beide Seite an Seite Richtung Harrys Büro und tratschten miteinander. Harry fiel es nicht schwer, neu mit Blaise anzufangen. Immerhin hatten Malfoy und er beim Endkampf die richtige Seite gewählt und sie unterstützt. Natürlich war Harry darüber überrascht gewesen – nicht nur er. Aber durch die stille Post in Hogwarts erfuhr er, dass Draco Malfoy und Blaise Zabini es
vorzogen, ihren Eltern nicht nachzueifern. Harry wusste nur, dass deren Eltern seit dem Kampf in Askaban saßen und die beiden Jungs nun ein besseres Leben führen konnten.
„Wie geht es Malfoy? Hast du noch Kontakt zu ihm?“, erkundigte sich Harry – irgendwie wollte er schon wissen, wie es seinem damaligen Erzfeind ging.
„Draco geht es sehr gut! Er hat Snape abgelöst, wusstest du das?“, schmunzelte er, Harry riss die Augen auf.
„Nein! Ehrlich? Lass mich raten! Zaubertränke!“, lachte Harry los, Blaise nickte.
„Was sonst! Und du? Du wohnst mit einem `Kevin´ zusammen?“ Blaise runzelte die Stirn, die Neugierde stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Ja, Kevin Leary, du weißt ja, der damalige Ravenclaw – wohnt jetzt bei mir. Wir bilden sozusagen eine WG und fragen uns, wieso wir so viel Pech bei Frauen haben. Jetzt sind wir schon 20 Jahre alt und noch immer Single. Ist das zu fassen?“ Harry schüttelte den Kopf, Blaise wurde weiß im Gesicht.
„Moment – Kevin Leary? DER Kevin Leary?“, erkundigte er sich, Harry nickte und sah ihn aufmerksam an.
„Ja, wieso fragst du?“, wollte er wissen, Blaise winkte ab. Eine weitere Biegung brachten sie hinter sich.
„Nichts weiter, ich war nur neugierig“, redete sich Blaise raus, doch Harry wusste, dass Blaise ihm etwas verheimlichte. Da sie sich erst seit einigen Minuten so richtig unterhielten und sich auch noch nicht so gut kannten, fragte er nicht nach. Der Weg endete, sie standen vor Harrys Büro.
„Na dann? Ich wünsche dir einen tollen Arbeitstag“, strahlte Harry, dessen gute Laune man ihm schon von einhundert Metern Entfernung ansehen konnte.
„Danke, das wünsche ich dir auch! Ach – Harry?“ Angesprochener wollte schon eintreten, hatte die Klinke in der Hand und drehte sich nochmals um. Blaise grinste ihn verschmitzt an.
„Vielleicht habt ihr einfach kein Glück bei den Frauen, weil ihr eure Besen eigentlich von der anderen Seite besteigt?“ Blaise zwinkerte und machte sich auf den Weg, während Harrys Mund offen stand und geschockt zusah, wie Blaise hinter der nächsten Biegung verschwand. Er musste jetzt unbedingt Kevin anrufen, um ihm davon zu erzählen! Er und Kevin sollten auf Männer stehen? Unsinn – oder doch?
°°°°
„…sind zu dämlich, um simple Zaubertränke zu brauen…!“ Blaise lag lachend auf der Couch und japste nach Luft, während sein blonder Mitbewohner im Kreis marschierte und sich darüber lautstark beschwerte, wie unfähig die jungen Zauberer und Hexen von heute doch waren. Draco Malfoy konnte Severus Snape durchaus Konkurrenz machen!
„Schon gut, Draco! Du hattest es ja so gewollt!“, kringelte sich Blaise weiterhin vor lachen, der Blonde wirbelte herum. Draco Malfoy hatte sich ein wenig verändert, war noch größer geworden und trug sein platinblondes Haar bis zum Ohr. Es glänzte wie eh und je, ein Seitenscheitel brachte Schwung in seine Frisur. Sturmgraue Augen erdolchten den so unverschämt lachenden Schwarzhaarigen, ein Schnauben war zu hören. Draco schaltete auf stur, verschränkte die Arme vor der Brust und schmollte.
„Wir waren früher anders! Diszipliniert! Aufmerksam! Gewissenhaft!“, schnarrte Draco sehr angesäuert, Blaise wischte sich die Lachtränen aus dem Augenwinkel. Er grinste noch immer breit, während im Hintergrund weiterhin der Fernseher lief. Ja, Blaise liebte Muggelzeugs und besonders die Fernseher. Zwar hatte Draco kein Interesse an den primitiven Erfindungen der Muggel, aber dieser Fernseher hatte es ihm dann doch angetan. Beinahe jeden Abend saßen sie davor und schalteten sich durch die Kanäle.
Langsam aber sicher beruhigte sich Draco wieder, ließ sich neben Blaise auf die Couch fallen und seufzte.
„Ich habe Kopfschmerzen“, stöhnte er auf, Blaise sprang auf und holte ihm einen Trank. Als Draco die Phiole entkorkte und sie an den Lippen ansetzte, erzählte Blaise von seinem Tag und natürlich – von Harry Potter!
„Ah! Immer nur Potter! Lass mich bitte mit Potter in Frieden! Mir doch scheiß egal, ob du mit ihm zusammen arbeitest, oder nicht!“, blaffte er ihn an, nachdem der Trank schon längst in seinem Magen weilte und seine Wirkung entfachte. Die Kopfschmerzen gingen zurück, aber dieses komische Gefühl, wenn der Name POTTER fiel, stellte sich jedes Mal aufs Neue ein.
„Aber diesmal war es anders!“, strahlte Blaise und fing zu erzählen an. Draco schnaubte und sah stur zum Fernseher, allerdings spitzte er seine Ohren. Obwohl er es nicht gerne zugab, mochte er es, wenn Blaise von Potter erzählte. Und diese Neuigkeiten waren durchaus interessant.
Alles, was er verstand war: Neue Frisur, sieht heiß aus, hat keine Partnerin, Probleme mit Frauen, wohnt mit Kevin Leary zusammen, hat sein Bett umgestellt, könnte vielleicht schwul sein.
Draco horchte auf, sah Blaise erstaunt und musternd an.
„Augenblick. Du sagtest gerade, dass Potter eventuell schwul sein könnte? Wie – wie kommst du denn auf so eine schwachsinnige Idee!“, ereiferte sich der Platinblonde und Blaise erzählte weiter. Draco wollte – oh Wunder – auf einmal alles genau wissen und Blaise grinste in sich hinein. Hatte er ihn doch endlich an der Angel! Harry Potter war für Draco Malfoy also noch immer interessant, wie?
„Und dieser Kevin Leary… Hm. Blaise? Sag, war das nicht der Junge, auf den du so abgefahren bist?“, erkundigte er sich weiter, Blaise bekam einen Herzchenblick und seufzte. Dann legte er seine Hand auf die Brust und neigte den Kopf schief, schloss die Augen. Draco schmunzelte.
„Ja, das war er. Allerdings fiel ich ihm ja nie auf, wie du weißt. Er interessierte sich ja nur für Mädchen. Scheiße aber auch“, murrte Blaise, er kam wieder zu sich und ließ die Schultern hängen.
„Damals schon. Wer weiß wie es jetzt aussieht?“, meinte Draco mit Seitenblick zu seinem Mitbewohner, Blaise runzelte die Stirn.
„Keine Ahnung. Die Chancen, ihn wieder zu sehen, sind sowieso gering“, knurrte der Schwarzhaarige, Draco lachte auf.
„Wer weiß? Du kannst ja mit Potter in Verbindung bleiben, wenn du es für nötig hältst. Vielleicht kommst du so an ihn ran?“, schlug der Blonde nun schelmisch grinsend vor, Blaise Augen funkelten.
„Keine schlechte Idee“, nickte er dazu, Draco schob sein Kinn vor.
„Sag ich doch. Meine Ideen sind immer brillant“, schnarrte er eingebildet und erhob sich. Stolz und erhaben machte er sich auf zum Badezimmer, während Blaise ihm Kopf schüttelnd hinterher sah.
°°°°
„Nein, Kevin, nein!“, wehrte Harry entschieden ab, er verzog seine Nase. Kevin betrachtete das Teil in seiner Hand und konnte daran nichts Schlimmes finden.
„Aber Harry! Es würde dir wirklich stehen!“, nickte er wild, Harry blieb bei seiner Meinung.
„Das ist zu eng! Mann, ich würde aussehen wie…“ Harry schaute sich im Laden um, kam näher und raunte Kevin ins Ohr, „…wie eine Tunte, verdammt.“ Treuherzige Augen suchten die von Kevin, der seinen Einwand nicht verstand.
„Na und? Es würde deinen Traumbody zur Geltung bringen. Was ist so Schlimmes daran? Sei froh, dass dieses Shirt nicht pink ist!“
„Oh Schatz, da muss ich ihm Recht geben“, meinte eine ziemlich tuntige Stimme hinter ihnen, Kevin und Harry drehten sich um und starrten in das Gesicht eines Mannes, den sie vor Tagen im Babylon nur kurz gesehen hatten.
„Und wer sind Sie?“, hinterfragte Kevin, er musterte den schlanken Mann, mit einem ziemlich außergewöhnlichen Outfit bedacht, eingehend.
„Oh! Zwei so hübsche Augenweiden wie ihr es seid, dürfen mich gerne duzen. Hallo – ich bin Emmett“, hielt er ihnen die Hand etwas weibisch entgegen, Harry und Kevin warfen sich einen undefinierbaren Blick zu.
„Uhm – ich bin Harry“, erwiderte er leise und reichte Emmett die Hand. Ein Strahlen glitt über dessen Gesicht, er legte den Kopf schief.
„Freut mich! Dein Schatz hat Recht. Du würdest heiß in dem Teil aussehen, Darling, glaube mir? Ich weiß, wovon ich spreche“, meinte er mit einer eleganten Handbewegung, ließ seinen Blick über Harry wandern. Der Schwarzhaarige wurde leicht rot im Gesicht und wusste nicht, was er dazu sagen sollte.
„Ähm- Harry ist nicht mein Freund. Ich meine, wir sind nicht zusammen“, stotterte Kevin leicht rötlich im Gesicht, Emmett lachte auf und seufzte herzerweichend.
„Das sagen sie alle, Liebchen. Mir kann es ja egal sein, wenn ihr mich fragt“, legte er seine Hand aufs Herz, er beugte sich leicht vor und neigte dabei den Kopf. Ja, dieser Typ war eindeutig die Frau im Bett – so tuntig, wie er sich benahm.
„Ja, ähm, okay“, räusperte sich Harry, Kevin sah Emmett an.
„Ich bin Kevin“, hielt er ihm die Hand entgegen, Emmett kicherte und schlug ein.
„So ein schöner Name! Na, ihr zwei Schnuckelhasen? Sucht ihr etwas Bestimmtes? Darf ich euch dabei helfen? Ich dulde keine Widerrede! Bei meinen Freunden darf ich nicht, die besitzen keinen Hauch von Geschmack!“, regte er sich künstlich auf, Harry und Kevin kamen nicht dazu zu protestieren. Emmett schob sie einfach voran, drückte ihnen verschiedene Klamotten in die Hand und schupste sie danach in die Umkleidekabinen. Und während die Jungs sich umzogen – sie betrachteten ihre Ausbeute ziemlich kritisch – trabte Emmett vor den Kabinen auf und ab, zog ab und zu den Vorhang beiseite, um zu spannen.
„Hey! Nicht gaffen!“, regte sich Harry mit knallroten Wangen auf, Emmett winkte ab und lächelte. Seine Augen lagen auf Harrys Po.
„Bei so einem Traumarsch kann ich doch nicht anders! Hach! Welch ein Anblick!“, trällerte er los, Harry rollte mit den Augen.
„Genug gegafft!“ Der Vorhang wurde hart zugezogen.
„Ja, ja, bin ja schon weg“, maulte Emmett etwas gekränkt und ging auf Abstand. Und während die Jungs sich umzogen, inspizierte Emmett andere Männer, die seiner Meinung nach aufreizend vor ihm auf und ab spazierten. Endlich wurden die Vorhänge beiseite gezogen, Emmett stieß ein Jauchzen aus.
„Bei allem was mir lieb ist! Ihr seht hinreißend aus!“, erklärte er mit Wimpernaufschlag, Kevin und Harry sahen sich an.
„Wow“, entfuhr es Kevin, der seinen Blick über Harry gleiten ließ. Dieser hatte eine schwarze Lederhose an, sein Oberkörper wurde von einem dunkelroten und sehr eng anliegenden Shirt hervorgehoben.
„Ebenfalls wow“, meinte Harry, da auch Kevin eine Lederhose trug. Sein Shirt war allerdings in Schwarz gehalten, es glitzerte sogar ein wenig.
„Darf ich euch vernaschen?“, zeigte Emmett mit dem Finger von einem zum anderen, Kevin und Harry bekamen große Augen.
„NEIN!“
„Oh, wie schade.“ Emmett war beleidigt. So hatten sich Kevin und Harry ihre Shoppingtour niemals vorgestellt, denn Emmett wich nicht mehr von ihrer Seite. Er machte es sich zur Aufgabe, die beiden Jungs von einem Geschäft ins nächste zu schleifen, um ihnen dort noch mehr aufzuschwatzen. Irgendwann – so nach Stunden – gelang es den beiden die Flucht zu ergreifen, während ihre Taschen neben ihren Füßen umher schlackerten. Nach Luft japsend kamen sie in ihrem Haus an.
„Das war nicht nett“, keuchte Kevin, Harry nickte mit schlechtem Gewissen.
„Ja, aber anders ging es nicht, ehrlich nicht“, stöhnte Harry.
„Nun ja, wir sehen ihn sowieso wieder.“ Kevins Grinsen wurde immer breiter, Harry lachte auf.
„Oh ja!“
°°°°
Samstag. Partylaune. Neugierde. 22 Uhr 30 und die beiden jungen Männer hatten sich zurecht gestylt.
„Wollen wir es angehen?“
„Ja“, krächzte Harry nervös.
Obwohl sie eigentlich die ganze Woche abends im Babylon aufkreuzten, waren sie noch immer nervös. Allerdings legte sich diese, sobald sie dort waren. Als sie das erste Mal beim zweiten Besuch von Männern auf die Tanzfläche gezogen, sogar geküsst wurden, ließen sie es zu und genossen es. Es war so, als ob die beiden sich neu entdeckten – und so war es dann auch. Sie ließen los, hatten Spaß und sammelten neue Erfahrungen. Von den beiden schüchternen jungen Männern fehlte jede Spur. Stattdessen wurden sie selbstbewusst und entdeckten an ihnen vollkommen neue Seiten. Und sie wussten, sie standen auf Männer…
°°°°
Die Bässe dröhnten ihnen schon entgegen, mit dem Strom der Menschenmassen tauchten Harry und Kevin ins Babylon ein. Die Lichter explodierten, die tanzende Menge sprang auf und ab und johlte. Künstliche Blitze zuckten, Laserlichter suchten sich durch die Mengen. Harry und Kevin grinsten sich an und wirkten nicht mehr verstört oder gar unsicher. Nein, sie wussten, auf was sie sich einließen und sie wollten ihrer Neugierde nachgehen. Die Musik wurde immer lauter, es wurde Dancefloor, Hip Hop und House aufgelegt. Harry fand langsam Gefallen daran, Kevin ebenso. Mit hoch erhobenem Haupt suchten sie sich den Weg durch die Menge und steuerten die Bar an. Der Barkeeper tanzte zum Takt der Musik und lächelte ihnen zu. Harry und Kevin schrieen ihm die Bestellung zu, erhielten ein Nicken.
Als die Getränke serviert wurden, lehnte Harry mit dem Rücken am Tresen an und sah dem regen Treiben zu. Kevin runzelte die Stirn und bemerkte, dass der Barkeeper ein Pulver ins Getränk gab. Kevins Hand schnellte nach vorne, er umklammerte das Handgelenk des Mannes. Hart sah er ihm ins Gesicht und stieß den Barkeeper zurück. Danach nahm er das Glas in die Hand, drehte es um und schüttete den Inhalt über die Theke.
„So nicht, klar?!“, blaffte er ihn an, der Mann hinter dem Tresen lächelte entschuldigend und mischte ein neues Getränk an. Er entschuldigte sich vielmals, Kevin sah ihn noch immer hart an.
„Versuche das noch einmal bei mir und meinem Freund und ich hexe dich in die nächste Woche, kapiert?“ zischte er, der Andere bekam große Augen und nicke sofort. Jetzt wusste er, dass er zwei Zauberer vor sich hatte und gab sich alle Mühe. Harry bekam davon nichts mit, nickte mit dem Kopf zum Takt der Musik.
Emmett kam auf sie zu, Harry fing zu strahlen an.
„Hey Emmett!“, begrüßte er ihn, Emmett küsste ihn links und rechts auf die Wange.
„Bereit, ihr Süßen?“, fragte er sie und ohne abzuwarten, zog er sie auf die Tanzfläche…
°°°°
„Hey Draco! Sieh mal!“ Blaise, der ebenso den Tagespropheten las, hatte erst nach einer Woche die Annonce vom Babylon entdeckt. Der Blonde kam gelangweilt näher, setzte sich neben Blaise und nahm ihm die Zeitung ab.
„Da unten“, zeigte Blaise auf die neueste Einschaltung, Draco fing zu grinsen an.
„Hast du heute schon etwas vor?“, wandte sich der Blonde an seinen Freund, Blaise grinste.
°°°°
Blaise und Draco standen auf der gegenüberliegenden Straßenseite und beäugten kritisch das Babylon. Auch sie hatten das Kleingedruckte nicht gelesen. Allerdings wäre die Information, dass sich dort nur Schwule aufhielten, nicht schwer von Gewicht. Blaise wusste schon lange, dass er auf Männer stand, während Draco sich noch nicht sicher war, welches Geschlecht er bevorzugte. Bisher hatte er noch nicht das Bedürfnis verspürt, in eine Schwulenbar zu gehen. Und er hatte derweil auch nicht vor, dies in naher Zukunft zu tun. Wenn er nur wüsste, was ihn jetzt in dieser Disko erwartete?
„Gehen wir.“ Blaise Augen glitzerten, er wusste schon Bescheid. Draco musterte mit einem kühlen Gesichtsausdruck die schrägen Vögel, die ihm zuzwinkerten. Als ihn endlich die Erkenntnis traf, weiteten sich seine Augen überrascht, aber handeln konnte er nicht mehr. Blaise schleifte ihn in die Disko, schon wurden sie in Richtung Tanzfläche geschoben. Die Musik dröhnte, heiße Typen wiegten sich im Takt der Musik. Blaise fand es wunderbar hier, während Draco eher zu Eis erstarrte und nicht wusste, wo er hinsehen sollte.
„Gehen wir etwas trinken!“, schrie Blaise, da die Musik unheimlich laut war. Draco nickte nur und so steuerten sie die Bar an. Blaise bestellte, beide drehten sich zur Tanzfläche. Der Schwarzhaarige leckte sich über die Lippen, seine Augen suchten die Körper der Männer ab. Dracos Miene war noch immer etwas unterkühlt, allerdings stand auch er in Flammen. Nie hätte er sich gedacht, dieses Gefühl so schnell wieder zu empfinden. Früher war ihm das öfters passiert, es fing ab der fünften Schulklasse an. Und dieses Gefühl, welches er nicht einordnen konnte, verspürte er nur bei Harry Potter. Blaise hatte ihn oft damit aufgezogen, dass Draco Harry mit Absicht so reizte, damit sie sich streiten konnten.
Auch damit, dass Draco ihm viel zu oft in den Schritt oder auf den Hintern geglotzt hatte. Natürlich stritt Draco es jedes Mal aufs Neue ab, doch mit der Zeit gestand er es sich ein: Er war auch an Männern interessiert, wusste allerdings nicht damit umzugehen. Als die Schule dann vorbei war, legte sich dieses Gefühl und Draco sah sich wieder nach Frauen um. Aber seit dem Moment, als Draco sich eingestand, Männer anziehend zu finden, verflog der Reiz für Frauen immer mehr. Der Blonde war oft ohne weibliche Begleitung nach Hause gekommen, was Blaise vorerst verwundert hatte. Doch dann verstand er und bat Draco um ein Gespräch. Blaise erklärte Draco, dass es nicht schlimm war, ebenso auf Männer zu stehen. Dieses Gespräch hatten sie vor zwei Jahren geführt und Draco akzeptierte seine neue Neigung.
Aber nun waren sie hier, im Babylon, und das Gefühl war wieder da. Draco drehte sich wieder um, schnappte sich sein Getränk und setzte es an den Lippen an. In nicht einmal zwei Minuten hatte er alles ausgetrunken, Blaise lachte auf. Plötzlich hatte Draco das Gefühl auf Wolken zu schweben. Sein Verstand vernebelte sich ein wenig, aber er genoss diesen Zustand. Er liebte starken Alkohol! Dieser Zustand ließ ihn lockerer werden, nicht mehr so verkrampft dastehen.
Minuten standen er und Blaise an der Bar, genossen die Stimmung und ließen ihre Augen an süßen Männern auf und ab wandern. Ein neues Lied erklang und Draco wurde Eins mit dem Babylon. Er liebte dieses Lied und anscheinend war er nicht der Einzige. Die Menge tobte, die Blitze kamen wieder zum Einsatz. Jede Bewegung schien roboterhaft zu wirken, blechern. Draco und Blaise trennten sich, um die Gegend zu erkunden. Ab und zu spürte Draco eine Hand auf seinem Po oder an seinem Schritt. Sie streichelten ihn zärtlich, Lippen pressten sich ab und zu auf seinen Hals. Draco genoss es einfach, ging allerdings weiter.
Plötzlich stellte sich ihm ein junger blonder Mann in den Weg, musterte ihn eindeutig. Er lächelte ihm aus blauen Augen zu, Draco erwiderte es. Ohne ein Wort zu sagen, kam der Junge näher, schob seine Hand in Dracos Schopf und legte seine Lippen auf die seinen. Ein wilder Zungenkampf entstand, die Bässe dröhnten. Und während ihre Zungen vorstießen, pulsierte der Lautsprecher in seinen Boxen. Der Kuss wurde gelöst, einander zugenickt, Draco ging weiter. Ja, hier konnte es ihm gefallen… Kein Erkennen seiner Person, keine Vergangenheit, keine Verantwortung.
Eine weitere halbe Stunde verging, in der Draco schon einige Männer geküsst hatte, aber noch immer nach dem besonderen Kick suchte. Seine Augen suchten die wild tanzende Menge ab, bis er plötzlich die Stirn runzelte. Dieser Moment gab ihm einen Stich ins Herz, Adrenalin schoss durch seine Adern. Hatte er sich das nur eingebildet? Draco setzte sich in Bewegung, schob die Tanzenden einfach achtlos beiseite und versuchte sein davoneilendes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Bei der Verfolgung traf er auf Blaise, den er gleich einmal mit zerrte.
„Was ist denn?“, brüllte Blaise gegen die Musik an, Draco zeigte nach vorne.
„Ich glaube, da ist Potter!“, zeigte er in die Menge, Blaise streckte den Hals.
„WO?“, überschlug sich seine Stimme, Draco zog ihn einfach mit. Blaise konnte den Gesuchten noch immer nicht ausmachen, doch Dracos Augen waren die eines Luchses.
Out of my way, I´m running. I´m gonna catch you, if I can…
Draco hörte dieses Lied, es musste eine neue Version der ursprünglichen sein. Und der Text war beinahe passend! Und dann teilte sich die Menge, gab den Weg frei. Draco und Blaise blieben wie angewurzelt stehen, denn Harry und Kevin waren wirklich hier! Etwas abgelegen, präsentierte sich vor ihnen eine Couchecke, direkt davor stand ein Tisch. Kevin saß auf der Couch und johlte; andere Männer standen oder saßen bei ihnen und lachten auf, prosteten dem Tanzenden zu. Und dieser Tanzende war kein Geringerer als Harry hot Potter. Dieser stand auf dem Tisch und ließ seine Hüften schwingen. Seine Hände verweilten über seinem Kopf, den er in den Nacken gelegt hatte. Harry wurde aufs Heftigste angefeuert, auch Draco fand diesen Tanz einfach nur heiß. Blaise entdeckte Kevin, der seine Augen nun auch in ihre Richtung schwenken ließ.
Kevins Lächeln verging, sein Blick verfing sich in dem von Blaise. Dieser kam langsam auf ihn zu, Kevin stand auf und verließ seine Bekannten und Harry – der tanzte noch immer weiter und Draco glotzte noch immer, stand an Ort und Stelle. Voreinander blieben Blaise und Kevin stehen, sahen sich einfach nur wortlos in die Augen, der Bass und die Musik dröhnte noch immer. Plötzlich hob Kevin seinen Arm und legte ihn um Blaise Nacken. Der andere Arm schlang sich um dessen Hüften, Blaise sog scharf die Luft ein. Kevins Mimik war noch immer ernst, aber seine Augen sprachen Bände.
Mit Nachdruck presste Kevin seine Lenden an jene von Blaise, gemeinsam ließen sie ihre Hüften kreisen. Auf Blaise Lippen zeichnete sich ein verruchtes Grinsen ab, als auch er seine Arme um Kevin schloss und nun den Takt angab.
Und Draco stand noch immer da und glotzte Harrys Rücken an. Die Musik wechselte, Harry verbeugte sich. Endlich stieg er hinab und drehte sich um. Seine Augen weiteten sich, das Herz setzte kurz aus. Jetzt stand er vor ihm: Draco Malfoy. Der Racheengel, wie Harry ihn insgeheim nannte. Emotionslos sah er auf Harry herab, der mindestens einen halben Kopf kleiner als er war. Harry keuchte noch immer, aufgrund seines vorherigen Tanzes, er sagte allerdings kein Wort. Draco ließ seine Augen wandern, sie glitten über Harrys enges Shirt. Danach waren die Lederhose dran und ganz besonders sein Schritt. Und Harry? Der tat nichts anderes, denn Draco Malfoy sah heute eigentlich verflucht heiß aus. Moment – war Malfoy schwul? Vielleicht fragte er sich grade dasselbe?
Doch Zeit zum Nachdenken hatten sie nicht, denn Draco handelte aus reinem Instinkt heraus. Wie Kevin es bei Blaise gemacht hatte, schlang Draco seine Arme um den Kleineren und tanzte mit ihm. Harrys Lippen öffneten sich leicht, Draco starrte gebannt darauf. Ihre Becken berührten sich immer wieder, sendeten heiße Blitze durch ihre Körper.
„Ein schönes Paar, nicht?“, seufzte Emmett selig und sah dabei zu Justin Taylor. Der Blonde lächelte, erinnerte sich gerade an den Kuss, den er mit Draco geteilt hatte - der alles andere als schlecht gewesen war. Allerdings wurde ihm jetzt bewusst, dass dieser Schönling besser zu Harry passte. Verflucht – sie sahen heiß aus!
„Ja, da hast du Recht“, schnarrte Justin mit einem Anflug eines Lächelns, Brian Kinney legte einen Arm um ihn. Der knapp 12 Jahre Ältere sah ebenfalls zu Draco und Harry, er raunte Justin ins Ohr:
„Sie sehen nicht so heiß aus, wie wenn wir beide auf der Tanzfläche sind.“ Langsam drehte Justin seinen Kopf zu Brian, küsste ihn auf die Lippen.
„Das stimmt“, gab er ihm Recht, sie küssten sich nochmals.
Harry und Draco versanken in den Augen des jeweils Anderen, sie blendeten alles aus. Vergessen war, dass die damals Feinde gewesen waren. Vergessen waren die Streitereien, die Duelle und die Flüche. Heute waren sie Harry und Draco, alles andere war egal. Harry fühlte sich komisch und suchte nach dem Ursprung. Dieses Gefühl hatte er schon lange nicht mehr gefühlt. Ja, früher – früher hatte er es oft gespürt. Ja, direkt in der Nähe von Draco Malfoy. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass ihm dieses Gefühl gefehlt hatte. Harry und Draco drehten sich eng umschlungen im Kreis und wiegten noch immer ihre Hüften hin und her.
Harry wollte einfach nicht mehr schüchtern sein, alles hinterfragen. Er wollte endlich einmal aus sich herausgehen, mutig sein. Riskieren und herausfinden, wie weit er gehen konnte. Auch fühlte er sich bei Draco Malfoy sicherer, er kannte ihn. Er war ihm nicht fremd, im Gegenteil. So drückte Harry seine Lenden gegen die seines Tanzpartners und näherte sich mit seinen Lippen Dracos Hals. Es war das erste Mal, dass Harry seinerseits den ersten Schritt machte. Der Blonde registrierte es natürlich und konnte nicht glauben, dass Harry Potter wirklich so dreist war. Wo war der Junge hingekommen, der er damals gewesen war? Nein, das war nicht der Harry Potter, den er kannte! Ob er das gut finden sollte, wusste er nicht. Plötzlich fühlte er Harrys Lippen auf seinem Hals, eine neckische Zunge, die Draco um den Verstand brachte. Leise stöhnend schloss er die Augen, ließ Harry nur machen und genoss es.
Doch irgendetwas lief hier falsch, ganz falsch! Es passte nicht zu… Er brachte den Gedanken nicht mehr zu Ende, denn Harry zog ihn nun durch die Menge – Draco wurde mit dieser Aktion überrumpelt. Er stellte fest, dass Harry einen festen Händedruck hatte und das gefiel ihm. Mit dieser Hand konnte er sicherlich fest zupacken, Draco stöhnte abermals. Künstliche Blitze riefen abgehakte Bewegungen der Tänzer hervor, die Menge teilte sich. Dann führte ihr Weg Gusseisenstufen hinab, sie landeten im Dark Room. Draco bekam beinahe einen Herzinfarkt, als er davon Zeuge wurde, wie sich beinahe direkt neben ihnen zwei Männer befriedigten.
Er wollte schon hinterfragen was dieser Scheiß sollte, als er gegen einen Pfosten gedrückt wurde und Harrys Lippen auf den seinen spürte. Eigentlich sollte er darüber jubeln, aber er konnte sich einfach nicht darüber freuen. Die Situation passte einfach nicht. Bei wildfremden Männern war es einfach anders, nicht bei Leuten die ihm etwas… Ja, was, eigentlich? Die ihm wichtig waren? Draco schüttelte den Gedanken ab. Bevor Harry auch seine Zunge sprechen lassen konnte, drehte Draco den Kopf weg und schnappte nach Luft. Er fühlte sich ein wenig unterwürfig, ihm gefiel das nicht. Gut, bei Harry Potter hätte er nichts dagegen gehabt, aber nicht unter diesen Umständen und an diesem Ort! In einem Raum, in dem sämtliche Männer andere vögelten, sie oral befriedigten oder mit ihren Fingen zwischen weit gespreizte Beine stießen.
Draco zuckte zusammen, als Harry vor ihm kniete und sich an seiner Hose zu schaffen machte. Der Blonde riss ungläubig die Augen auf, die Hose glitt zu seinen Beinen. Das kann doch nicht dein Ernst sein, Potter! Die Boxer war schon halb hinab gezogen, da kam Draco endlich zu sich.
„Nein! Hör auf, Potter!“, schrie er ihn an, Harry sah hoch und ließ die Hände sinken. Langsam stand er auf.
„Was?!“, blaffte er ihn seinerseits an, Draco suchte in den grünen Augen nach dem anderen Harry.
„Lass das, verdammt! Ich lasse mir von dir doch hier keinen blasen!“, schnarrte er ihn an, Schmerz wallte in Harrys Augen auf – Draco stutzte.
„Gut, wenn das so ist?“ Harry drehte sich einfach um, fühlte sich wie ein geprügelter Hund und stieg die Treppen empor. Als er sich nochmals umdrehte, sahen sich beide in die Augen – Draco stand noch immer am Pfosten angelehnt. Harrys Gesicht verzog sich zu einer wütenden Grimasse, als Draco endlich realisierte wieso. Ein anderer, fremder Mann nahm Harrys vorherige Position ein und schob die Boxer ganz hinab. Ohne Draco zu fragen, küsste er seine Lenden, befand sich knapp an Dracos Heiligtum.
„Aber von dem schon! Du kennst diesen Typen nicht einmal!“, brüllte Harry los, er sprintete nun die Stufen hoch. Draco sah an sich hinab, hätte beinahe aufgekeucht. Der Blonde riss an den Haaren des fremden Mannes, zog ihn zurück und fauchte ihn an.
„Was ist an `ich will nicht geleckt werden´ so schwer zu verstehen, Arschloch!“ Der Andere zuckte einfach mit den Achseln, erhob sich und schlenderte zu seinem vorherigen Spielgefährten, der gerade in seine Faust stieß und sich über die Lippen leckte. Draco zog schnell die Hosen hoch, lief ebenfalls die Treppen empor. Er suchte nach Harry Potter, um ihn zur Rede zu stellen, aber er fand ihn nicht auf Anhieb. Die Menschenmenge ließ ihn beschwerlich weiterkommen, unsanft schob er die Massen beiseite. Endlich erhaschte er Harry Potter, der auf der Couch saß, Blaise und Kevin befanden sich direkt neben ihm. Hinter der Couch standen Emmett und Michael, die sich angeregt unterhielten.
Draco kam mit eisiger Mimik näher, Blaise lächelte ihm zu.
„Hey, Draco!“, rief er ihm entgegen, der Blonde kam näher. Seine Augen hingen an Harry, dessen Seelenspiegel blitzten zurück. Kevin zog die Stirn in Falten, während er zwischen den beiden hin und hersah. Harry wollte ihm nämlich gerade erzählen was vorgefallen war, doch jetzt schwieg er. Also musste es mit Draco Malfoy zu tun haben.
„Na, Malfoy? War´s gut?“, erkundigte sich Harry triefend vor Sarkasmus und mit einem teuflischen Lächeln, Draco setzte sein fiesestes Grinsen auf.
„Oh ja, und wie!“, erwiderte er schnarrend, Harrys Gesichtszüge gefroren ein. Kalte Wut und Bitterkeit huschten über sein Gesicht. Eine Sekunde später sah er an Draco vorbei, fing wieder zu lächeln an. Draco wollte sich gerade umdrehen, als Justin an ihm vorbeiging, Harry an der Hand nahm. Draco erstarrte, seine Miene blieb ausdruckslos.
„Komm, tanzen wir“, raunte Justin Harry lüstern zu, der, mit kurzem Blick zu dem damaligen Slytherin, Justin zunickte. Draco stand der Mund offen, jetzt mochte er den anderen Blonden absolut nicht mehr. Als er und Harry an ihm vorbei gingen, raunte Harry Draco zu:
„Du solltest an deinem Durchhaltevermögen arbeiten, Malfoy.“
Draco verzog sein Gesicht zu einer wütenden Grimasse, blähte seine Nasenflügel auf und beugte sich zu Harry hinab, so dass sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten. Sie starrten sich fest in die Augen.
„Du kannst mich mal, Potter! So gut wie der war, hättest du niemals sein können! Bei so einem Mund muss man einfach abspritzen“, zischte er ihm direkt ins Gesicht. Harry schnaubte, seine Augen blitzten kalt auf, die Kiefermuskulatur trat unter der seitlichen Hautpartie des Gesichtes hervor. Er starrte nur zurück, brachte kein Wort hervor. Malfoy fing gehässig zu grinsen an.
„Merlin, du wolltest es wirklich tun?! Ich kann es noch immer nicht glauben – Ein Potter wollte einem Malfoy den Schw-…“, weiter kam er nicht, denn Harry packte Draco hart am Kragen.
„Du bist ein Arsch, Malfoy! Ein verdammt großes Arschloch! Du kanntest nicht einmal seinen Namen!“
Justin legte den Arm um den stehen gebliebenen Harry, zog ihn nun sanft mit sich. Draco stand der Schweiß auf der Stirn, aber seine Miene blieb ausdruckslos. Er sah Harry und Justin nach, als sie sich mittig der Tanzfläche aufstellen und verflucht sexy miteinander tanzten. Wut stieg in Draco empor, er riss sich von ihrem Anblick los. Gerade noch rechtzeitig, denn Justin küsste Harry. Was Draco nicht mitbekam, war, dass Harry diesmal den Kopf wegdrehte, sich hundeelend fühlte. Er verstand nicht, was Malfoy auf einmal hatte! Hatte er ihn früher nicht immer damit aufgezogen, dass er eigentlich nicht mutig war? Er gerne einen Rückzieher machte? War er nicht froh darüber, dass Harry endlich selbstbewusst war, von ihm aus die Initiative ergriff?
Harry hatte ehrlich geglaubt, dass Malfoy es wollte. Andeutungen hatte er in der Schule oft genug gemacht, die Harry jedoch niemals ernst genommen hatte. Und jetzt endlich hatte er sich getraut, wollte ihm den ersten Blowjob seines Lebens verpassen und Malfoy verweigerte sich ihm! Wieso denn? Und wieso ließ er dies dann von einem wildfremden Typen zu? Wut kroch in ihm hoch, er drückte sich näher zu Justin. Jetzt wusste er endlich Bescheid, hatte die Bestätigung: Draco Malfoy wollte ihn nicht, mochte ihn nicht und Harry war nicht einmal sein Typ. Gott, das war so peinlich!
°°°°
„Gehen wir!“, zischte Draco, Blaise sah ihn irritiert an.
„Wie bitte? Aber es ist noch nicht einmal Mitternacht! Und wir haben Wochenende!“, rief Blaise aus, Draco schnaubte.
„Dann bleib eben hier! Ich gehe!“, zeterte Draco und verschwand. Blaise blieb zurück – geschockt und nicht verstehend.
„Wir gehen der Sache auf den Grund, okay? Gib mir deine Nummer, dann könnte ich ja mit dir im Kontakt bleiben“, flüsterte Kevin in sein Ohr, Blaise nickte nur und sagte ihm seine Handynummer an. Als sie sich wieder zuwandten, kamen sich ihre Gesichter immer näher. Kevin machte den letzten Schritt und fing an, Blaise zu küssen. Der Schwarzhaarige vergaß alles um sich herum, sein Herz klopfte hart in der Brust. Mit einer nie gekannten Innbrunst küsste er Kevin zurück, drang mit der Zunge zwischen die geöffneten Lippen und erntete ein Keuchen. Kevin krallte sich an ihm fest, erwiderte hungrig den Kuss und brachte Blaise zum Stöhnen. Beide fielen seitlich der Länge nach auf die Couch, küssten sich leidenschaftlich weiter, während Blaise sich auf ihn legte und sein Becken an ihm rieb. Der Kuss wollte einfach nicht enden und die Musik dröhnte weiter.
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Als Kevin und Harry heimgingen, war der eine glücklich und der andere weniger glücklich. Kevin gab auf dem Nachhauseweg keine Minute Ruhe und entlockte Harry somit, was passiert war.
„WAS?!“, brüllte Kevin entsetzt, beide standen direkt unter einer Laterne. Irgendwoher hörten sie das Zirpen der Grillen, Harry zuckte zusammen. Er wurde rot im Gesicht, sah verlegen zu Boden und scharrte mit dem Fuß.
„Sag mal, spinnst du? Du kannst doch nicht gleich so in die Vollen gehen, nicht bei dem! Vielleicht hast du Malfoy damit einfach nur überrumpelt?“, fragte er weiter, als er sich gefangen hatte, Harry schnaubte.
„Verdammt, Kevin! Früher beschimpfte er mich bis aufs Blut, zog mich gerade damit auf, ich sei nicht mutig genug! Er hatte genügend Andeutungen darüber fallen lassen, dass ich mich nie trauen würde, es jemals einer anderen Person so richtig zu besorgen! Was hätte ich denn tun sollen? Auf der Tanzfläche hatte ich das Gefühl, dass er mehr von mir wollte und deshalb zog ich ihn dann mit. Ich hätte mir denken können, als er den Kuss nicht erwiderte und abbrach, dass ich einfach nicht sein Typ bin! Scheiße! Ich habe mich vor ihm blamiert, weil ich diesem Mistkerl einen Blowjob geben wollte!“, rief Harry aus, Kevin ging auf ihn zu und umarmte ihn.
„Schon gut, Harry, schon gut.“ Harry vergrub sich in Kevins Shirt und zitterte.
„Verfluchter Mist, ehrlich. Er wies mich einfach so ab und ließ sich dann von diesem Typen vernaschen. Von einem Wildfremden! Wie genau müssen die Zeichen noch sein, um mir zu zeigen, dass er mich abstoßend findet? Und dann sagt er mir noch ins Gesicht, dass der Typ es besser könnte, als ich! Dabei hatte ich ihn ja noch nicht mal im Mund! Du hättest seine Augen sehen sollen, Kevin. So viel Verachtung. Ich fühlte mich wie an der Schule. Er hat mich gedemütigt und weißt du, was das Schlimmste daran war?“ Harry löste sich von ihm, sah Kevin traurig an.
„Nein, was?“ fragte Kevin besorgt nach.
„Ich bin selber schuld. Hätte ich es nicht gewagt, wäre es niemals so weit gekommen. Ich bin so ein Vollidiot, Kevin. Ich habe alles falsch gemacht! Ich an seiner Stelle hätte mich auch gefragt, was er vor mir auf Knien zu suchen hätte. Gott, ich bin so dämlich. Wieso habe ich das nur gemacht?“ Harry senkte mit brennenden Wangen seinen Kopf, Kevin seufzte.
„Menschen machen Fehler, Harry. Sieh mal, Malfoy kam schnell wieder zurück. Eventuell kam der Typ nicht einmal so weit, ihm einen Blowjob zu verpassen? Ich meine, es dauert doch eine gewisse Zeit, bis er erst einmal steht, richtig? So schnell ist niemand fertig. Und du kennst ja Malfoy. Er lügt einem gerne ins Gesicht“, erwiderte Kevin sanft, Harry überlegte. Ja, es konnte möglich sein, trotzdem hatte er sich idiotisch verhalten und Scheiße gebaut. Und – er war wütend auf Malfoy – verdammt wütend! So übel sah Harry nun auch wieder nicht aus! Niedergeschlagen, Kevin legte einen Arm um seine Schultern, gingen sie heim und wollten dieses Thema vergessen.
°°°°
Der Sonntag kam und ging, ebenso der Montag. Harry ging Blaise aus dem Weg, denn Blaise erinnerte ihn an Draco. Wieder einmal hatte er Ringe unter den Augen, er fühlte sich matt und ausgelaugt. Harry war sich sicher, dass Blaise und Draco sich über ihn lustig machten, denn Draco Malfoy prahlte gerne mit solchen Erlebnissen. Und von der Schulzeit her wusste er auch, dass Blaise gerne mitgelacht hatte.
Was Kevin und Harry nicht ahnten, war, dass Draco und Blaise ganz normal darüber sprachen, Draco ihm sogar erzählte, dass er Potter so nicht kannte. Dass dieser Mann einfach nicht mehr der Potter von früher war.
„Was hast du erwartet, Draco? Sieben Jahre lang hältst du ihm vor, dass er die Flasche in Person sei, sich nie etwas traut und dann? Dann tut er es und du weist ihn einfach so zurück? Er bekam nicht einmal mehr mit, dass du den anderen Typen ebenso hast abblitzen lassen. Nicht umsonst dachte er sich, dass du wirklich einen gebl-…“
„Das hat noch nie jemand bei mir getan!“ Draco sprang auf, schritt im Wohnzimmer auf und ab. Blaise stand der Mund offen, seine Augen folgten Dracos Bewegungen.
„Wie bitte?“, hauchte Blaise, Draco drehte sich zu ihm und blieb stehen.
„Mir hat es noch nie jemand mit dem Mund gemacht, Blaise. Keine Frau, kein Mann. Ich hätte bei Potter vielleicht nicht nein gesagt – das erste Mal. Aber… Nicht dort und nicht unter diesen Umständen. Wenn ich schon darin eingeführt werde, dann unter vier Augen! Ich will es einfach nicht vor anderen treiben!“
Blaise fing zu strahlen an, denn er dachte sich dabei, dass Draco doch mehr für Harry Potter empfand, als er zugeben wollte. Nicht umsonst war damals sein Name mindestens einhundert Mal am Tage gefallen. Blaise hatte ihn durchschaut.
„Und dann? Dann tanzt er einfach mit diesem… diesem anderen Typen, lässt sich von ihm abknutschen! Treibt er es mit jedem? Wie viele Typen hatte er schon an sich ranlassen?! Ist er jetzt zur männlichen Prostituierten mutiert?!“ Draco keifte immer lauter, purer Hass stand in seinen Augen.
°°°°
„ER KANN MICH MAL!“ Rums, die nächstbeste Türe krachte ins Schloss zurück.
°°°°
Kevin und Blaise, jeweils in ihrer Behausung sitzend, starrten ihren Freunden hinterher, die exakt im selben Moment und zur selben Zeit dasselbe geschrieen hatten.
Oh Mann, vor ihnen lag noch ein hartes Stück Arbeit.
Gut, das Stück harte Arbeit war noch härter, als angenommen. Während Blaise und Kevin sich freuten, wenn sie sich im Babylon trafen, wild miteinander flirteten und sich küssten, gingen sich Harry und Draco dort aus dem Weg. Und wenn sie sich doch sahen, dann schnappten sie sich immer eine wildfremde oder weniger bekannte Person, tanzten mit diesem Mann oder küssten ihn. Es war nicht nötig zu erwähnen, dass der unfreiwillige Zuschauer dann die Augen zu Schlitze verengte und sich rächen wollte. So ging es eine Woche lang, ehe Kevin der Kragen platzte.
„So, du setzt dich jetzt hin und siehst dir die Anzeigen durch! Vielleicht findest du so einen netten Zeitvertreib, der ehrlich ist und sich nicht andere Typen krallt. Viel besser – er heißt nicht Draco Malfoy!“
Mit diesen Worten knallte er Harry auf den Stuhl zurück und schmiss ihm den Tagespropheten in den Schoss. Harry seufzte, verkniff sich einen bissigen Kommentar und las tatsächlich. Plötzlich fiel ihm eine Kontaktanzeige ins Auge, die sehr nett klang. Schließlich erzählte er Kevin davon, zeigte ihm die Anzeige. Kevin war begeistert und riet ihm, sich per Eule zu melden. Und das tat Harry dann auch am darauf folgenden Abend. Er schrieb dem Unbekannten, erzählte ihm etwas von sich, schrieb ihm auch, wie er aussah. Schließlich erzählten seine Schlusszeilen dem Leser, dass er um ein Date bat, wenn dieser es wollte.
Zwei Tage vergingen, in denen Harry Blaise weiterhin aus dem Weg ging und abends eher zu Hause blieb. Er wollte den Brief nicht verpassen und wurde auch nicht enttäuscht. Eilig band er den Brief von Kevins Eule ab – er wollte Hedwig nicht damit losschicken – und las sich die Antwort mit klopfendem Herzen durch. Ein Lächeln glitt über seine Lippen, Kevin stellte sich hinter ihn.
„Und?“
„Er hat zugesagt! Heute Abend treffen wir uns noch! Oh! In einer Stunde! Das geht aber schnell!“ Harry strahlte wieder und Kevin war glücklich darüber. Als die Türe ins Schloss fiel, wünschte Kevin ihm viel Glück und setzte sich seufzend ins Wohnzimmer. Heute war er besonders müde, weil sehr viele OPs auf dem Plan gestanden hatte. Beinahe wäre er auf der Couch eingeschlafen, als sein Handy läutete. So zog er es hervor und meldete sich.
SCHEISS LEBEN! Ich bin so was von betoniert! – tönte es aus dem Handy, Kevin stutzte. Was war denn nun wieder passiert, dass Harry so stocksauer war? Ein paar Sekunden später knallte seine Haustüre, Kevin saß noch immer wie vom Donner gerührt auf der Couch und starrte in den Flur hinaus. Er hörte, dass Harry die Schlüssel auf den Boden knallte, wütend wurde und vor dem Durchgang zum Wohnzimmer auf und abschritt. Kevin wollte sich schon erheben, auf ihn zugehen, als Harry zu keifen anfing:
„Wirklich, Kevin! Ich habe es so satt! Da geht man ohne einen Hauch einer Ahnung zu so einem bescheuerten Date und was passiert? Dein Date entpuppt sich als Draco Malfoy! Kannst du dir vorstellen, was für ein Geschrei das im Restaurant ergab? Sein Gesicht hättest du sehen sollen, als er mich erkannte! Wahnsinn! Das war mehr als peinlich! Ich weiß nicht, was genau passierte, aber wir schimpften uns nur noch und dann schmiss der Kellner uns auch noch raus! Verdammt!“
Hui, Harry tobte und Kevin verbiss sich ein Grinsen. Na so ein Zufall! Anscheinend hatte Blaise auch die Idee gehabt, Draco zu etwas Anderem zu überreden. Wie es aussah, hatte Draco Malfoy eine Kontaktanzeige für sich schalten lassen und siehe da – Harry und Draco fanden nochmals zueinander. Tja, wenn auch im Streit und mit viel Aufsehen.
„Lachst du mich aus? Lachst… Du lachst ja wirklich! Wie kannst du nur!“, donnerte Harry los und stapfte ins Wohnzimmer. Kevin lag auf der Couch und hielt sich den Bauch, bekam sich nicht mehr ein. Harry kam näher und pflanzte sich direkt neben ihn – er schmollte. Kevin bekam sich langsam wieder ein und entschuldigte sich.
„Sorry, Harry, aber das ist echt ein Zufall! Das Schicksal will anscheinend, dass ihr euch immer wieder über den Weg läuft! Oh Mann!“, kicherte er noch immer. Harry war noch immer stocksauer und verhielt sich mürrisch.
„Harry? Ich… Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer: Es tut mir Leid. Schlaf einfach eine Nacht darüber, dann sieht die Welt morgen schon anders aus, hm?“ Kevin stand auf, streichelte Harry übers Haar und ging schlafen. Und Harry saß noch lange dort, überlegte und kam einfach nicht zur Ruhe. Es war ihm egal, ob er morgen arbeiten gehen musste, aber jetzt konnte er einfach noch nicht schlafen gehen. Auf Zehenspitzen schlich er nach oben, zog sich um und besuchte das Babylon – alleine. Heute wollte er jemanden aufreißen, egal wer es war. Und er wollte endlich wissen, wie es war, wenn man Sex mit einem anderen Mann hatte. Vielleicht bekam er auch einen Blowjob? Ja, der Dark Room wäre absolut geeignet dafür!
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An die Leser: klickt weiter!
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