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Geschichte: Fanfiktion
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von schaefchenbetreuerin
erstellt: 29.07.2006
letztes Update: 24.08.2006
Geschichte, Romanze / P12 Slash
(fertiggestellt)
Viel Spass Eure Schäfchenbetreuerin
Nach dem Entspannungstraining rappelte ich mich langsam von der Bodenmatte auf und warf ein Blick auf meine Mitspieler. Einige waren scheinbar eingeschlafen und schnarchten leise vor sich hin. „Schau dir das an. Die pennen tatsächlich.“ Kicherte Lukas und tigerte zwischen den schlafenden Jungs hin und her. „Tja, war ja auch wirklich entspannend.“ Antwortete ich und rieb mir die Augen. „Na ja, aber gleich schlafen? Komm wir wecken die mal! Aufstehen ihr Luschen!“ schrie unser Youngster-Stürmer laut und die eben noch friedlich schlafenden Herren wurden aus ihren Träumen gerissen. „Poldi, musst du immer so laut sein?“ fragte selbst Basti angefressen, der noch still auf der Matte gelegen hatte. „Wie soll ich euch denn sonst wach bekommen? Einen Eimer Wasser vielleicht?“ Lukas zog eine Schnute und ich musste lachen. „Du bist echt unmöglich, Kerl.“ Lachte ich und machte mich auf den Weg in mein Zimmer.
Genau dort fand ich auch schon Philipp, der sich eine frische Jeans und ein T-Shirt überzog. „Du hattest es ja eben eilig.“ Bemerkte ich und kramte ebenfalls ein paar Freizeitklamotten heraus. „Ich wollte, dass du das Bad frei hast, wenn du hoch kommst.“ Sagte er leise und ich runzelte die Stirn. „Warum das? Ich kann doch auch einen Moment warten. Manchmal bist du echt komisch:“ sagte ich und biss mir kurz darauf schon wieder auf die Zunge, als ich sein verletztes Gesicht sah. „Sorry, so meinte ich das nicht Philipp, aber schau du brauchst da nicht so eine Welle zu machen. Ich habe auch mal angefangen und du brauchst nicht zu kuschen, nur weil ich ein paar Jahre länger hier spiele.“ Oder auch nicht spiele. Murmelte ich in mich hinein. „Torsten hat aber immer auf sein Recht bestanden und da dachte ich.“ Ich schüttelte den Kopf. „Manchmal ist der halt ein Idiot. Aber ich bin nicht so einer, also versuch das hier mit uns ganz und gar entspannt zu sehen, o.k.?“
Ich sah sein Nicken und wendete mich dann dem Badezimmer zu um mich ebenfalls frisch zu machen.
„Na da seit ihr ja endlich. Wir haben schon gedacht, ihr seit eingeschlafen.“ Flachste Micha, der bereits mit den anderen einen Tisch am Pool besetzt hatte. „Ihr wisst doch, als das Modell im Team brauch ich immer ein bisschen länger fürs Styling.“ Nahm ich den Jungs gleich den Wind aus den Segeln, bevor sie überhaupt weiter lästern konnten. „Da hast du dich auf was eingelassen Philipp. Der und seine Schönheitspflege, ich war einmal mit dem Kerl in einem Zimmer. Ich sags dir, nie wieder.“ Witzelte Jens und lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nahm einen Schluck seines Cocktails.
„Bis jetzt geht’s noch, ist mir noch nichts Besonderes aufgefallen.“ Grinste nun mein Zimmerkollege und blickte mich erwartungsvoll an. „Das kommt ja auch erst heute Abend. Gurkenmaske, Nachtcreme, Antifaltencreme. Wenn du willst, kann ich dich gern in die Geheimnisse moderner Kosmetik einweihen.“ Ging ich lachend drauf ein.
Entgegen meinen Befürchtungen integrierte sich Philipp wirklich schnell in die Gruppe und auch die anderen schienen ihn zu akzeptieren. Manchmal war er noch ein wenig naiv, was uns anderen immer wieder die Möglichkeit gab, ihn aufzuziehen, aber ich denke er merkte, dass es nichts bös Gemeintes war.
„Danke Timo.“ Hörte ich es leise von der anderen Seite des Zimmers, nachdem wir im Bett lagen und das Licht ausgeschaltet hatten. „Wofür?“ fragte ich, doch natürlich wusste ich worauf er hinaus wollte. „Das du mich mitgenommen hast. Ich fühl mich schon wesentlich besser.“ Seine weiche Stimme drang an mein Ohr und lies mich glücklich lächeln. Es war schön zu wissen, dass der Kleine mit den großen blauen Augen nicht mehr das Gefühl hatte, von niemanden gemocht zu werden.
„Kein Ding. Wie gesagt, ich bin für dich da, jederzeit! Wenn du reden willst hast du in mir immer jemanden, der zuhört. So und nun schlaf gut.“
Die nächsten Tage gingen schnell herum. Das Training war zwar hart, aber es machte unheimlich Spaß und auch das Team wuchs immer mehr zusammen. „Timo, kann ich dich mal kurz sprechen?“ das war die Stimme von Jürgen, die mich davon abhielt in den Speisesaal zu gehen.
„Klar, was gibt’s?“ fragte ich und drehte mich zum Bundestrainer herum. „Ich muss mal mit dir reden, komm wir gehen kurz rüber in den Konferenzsaal..“ er deutete auf die große Tür gegenüber. Ich nickte nur und folgte ihm dann, unwissend was er denn von mir wollen würde. Er sah ernst aus und das machte mir im ersten Moment Sorgen, doch Angst hatte ich nicht.
Als wir gegenüber Platz genommen hatten, begann er „Ich habe dich nicht umsonst mit Philipp in ein Zimmer gesteckt.“ Ich sah meinen Trainer fragend an. Normalerweise leitete er das Gespräch immer mit ein paar belanglosen Worten ein. Heute aber kam er direkt zur Sache und seine sonst so fröhlichen Augen sahen mich prüfend an „Das hab ich mir schon irgendwie gedacht, aber..“ „Timo, Philipp ist so ganz anders als ihr anderen, aber das brauche ich dir ja sicher nicht zu erzählen. Es ist wichtig, das er so akzeptiert wird, wie er ist. Er ist hochintelligent und das ist sein Problem. Eigentlich hätte er beruflich ganz was anderes machen können, aber da er nun mal ein außerordentliches Talent als Außenverteidiger hat…“ Timo nickte verständnisvoll. „Ich habe schon gemerkt, dass er auf einem ganz anderen Level ist als die meisten von uns, aber mit den alten Herren kommt er inzwischen schon ziemlich gut klar und fühlt sich denke ich auch nicht mehr ausgegrenzt.“ „Das ist gut, dass ihr ihn schon richtig integriert habt. Ihr redet ja auch mal über andere Themen als „nur“ Playstationspiele. Trotzdem Timo, bitte pass auf den Kleinen auf, daß er nicht von irgendwem aus dem Team blöd angemacht wird, wegen seiner besonderen Neigung zur Philosophie. Er ist wirklich wichtig für unser Team.“ Nun war Timo doch ein bisschen geplättet. Philosophie? Also, dass der Kleine auf Bücher stand hatte er ja selbst schon festgestellt, aber das war ja nun ein ganz anderes Kaliber. „Ich weiß, du wirst mit der Neigung auch nicht viel anfangen können, aber lass ihn einfach seine Bücher lesen und seine Sachen schreiben, dann tust du schon alles was wichtig ist.“ riss mich der Trainer aus meinen Gedanken. „Ja keine Angst, ich achte schon auf ihn. Meine Güte, ich fass es nicht.“ Sagte ich immer noch vollkommen geplättet und verließ den Saal.
Die anderen sahen mich fragend an, als ich als letzter den Speisesaal betrat „Was wollte er denn von dir?“ fragte Torsten neugierig, doch Jürgen hatte mir zu verstehen gegeben, dass ich über das Gespräch Stillschweigen bewahren sollte. „Ach nichts Besonderes.“ Wiegelte ich ab und zog meinen Stuhl zurecht.
„Was steht denn heute Abend auf dem Plan?“ fragte ich stattdessen um von mir abzulenken. „Wir wollen nachher in die Stadt fahren. In die Disko, die Poldi und die anderen am Anfang der Woche ausgegraben haben.“ Antwortete Micha und hörte Lukas laut juchzen „Ob die euch da wohl noch reinlassen? So alt wie ihr ausseht!“
Grinsend schüttelten wir alle den Kopf und unterhielten uns dann weiter über die morgige bevorstehende Rückreise.
„Kommst du nicht mit?“ fragte ich Philipp, der mal wieder versunken in einen dicken Wälzer auf dem Bett saß. „Nein, ich glaube mir ist nicht so sehr nach lauter Musik. Ich bleibe da.“ Ein wenig enttäuscht blickte ich auf den Kleinen herab, der noch nicht einmal seinen Kopf gehoben hatte. „Aber das ist doch erstmal unser letzter Abend Phil.“ Entrüstete ich mich und wunderte mich über mich selbst, denn so hatte ich ihn die ganze Woche noch nicht genannt. „Ich weiß ja Timo.“ Sagte er leise und legte sein Buch beiseite, „Aber ich denke ich passe da echt nicht hin. Ich kann nicht tanzen und trinken wie die anderen tu ich auch nicht.“ Ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen. „Ich kann auch nicht tanzen und wenn du willst, bleib ich heute mit dir abstinent und wir machen uns über die anderen lustig.“ Schlug ich vor. Die großen blauen Augen vor mir schienen zu überlegen und als ich dann noch ein lautes „Phil bitte!“ hinterherschickte gab er seufzend auf. „Na gut, aber ich sag es dir, wenn es mir nicht gefällt, fährst du mit mir gemeinsam zurück ins Hotel.“ Ich nickte sofort, er würde schon Spaß haben, dafür würden wir schon sorgen. Da war ich mir sicher.
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