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von schaefchenbetreuerin    erstellt: 29.07.2006    letztes Update: 24.08.2006    Geschichte, Romanze / P12 Slash    (fertiggestellt)
Hallo,

hier nun die überarbeitete Fassung des ersten Kapitels *schäm*… Das mit den Namen ist mir sehr unangenehm! Danke das Ihr mich darauf hingewiesen habt!

Das mit den Haaren… ich habe ihn wohl immer nur verschwitzt gesehen *lach*.. da kam mir die Farbe vor wie „schwarz“.. aber ich habe es abgeändert.. So denn, nun viel Spass… Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen…  Eure Schäfchenbetreuerin…


Disclaimer: Diese Geschichte ist frei erfunden und alle Personen die hier in der Geschichte beschrieben sind, gehören sich selbst.



Kapitel 1



Der Nachmittag schien mal wieder nicht herum zu gehen. Das Training zog sich in die Länge und meine Beine fühlten fast an, als hätte ich nicht all die Jahre so hart trainiert um in den WM-Kader aufgenommen zu werden.
Sicher war mir klar, dass ich auch dieses Mal wieder nur auf der Bank sitzen würde und dennoch versprach ich mir von den Wochen mit den anderen Jungs und vor allem mit unserem Torwarttrainer Andreas Köpke einiges an Erfahrung, die ich sammeln konnte.
„So, jetzt laufen wir noch locker 6 Runden aus und dann ist das Konditionstraining für heute erstmal beendet.“ Rief unser amerikanischer Fitnesstrainer grinsend, während wir alle geschlossen aufstöhnten und uns aus der Hocke wieder auf die Beine stellten. Dieses Oberschenkeltraining war wirklich die Hölle und ich war froh, dass ich eine recht angenehme Körpergrösse hatte. Jens, der nun gut über 1, 90 war, schien sich jedes Mal wie ein Klappspaten zu fühlen, denn sein Gesicht sprach wirklich Bände.
„Na da hat sich ja Jürgen wirklich den richtigen Schleifer engagiert.“ Murmelte mir Torsten im Vorbeilaufen zu. „Das kannst Du glauben. Wenn wir hier nach 6 Wochen fertig sind, können wir statt 120 Minuten den ganzen Tag gegen die Brasilianer spielen und werden nicht müde.“ Stimmte ihm Per zu, der rechts neben unserem Mittelfeldspieler lief. „Ich glaube wenn ich heute ins Hotel komme will ich nur noch schlafen. Ich kann nur hoffen, dass Basti mit Poldi in ein Zimmer kommt, denn wenn ich einen von den beiden als Mitbewohner kriege?!“  sagte ich verzweifelt und ließ den Rest des Satzes im Raume stehen. „Ach so ist also. Der Herr Hildebrand gehört jetzt auch schon zum alten Eisen.“ Lukas Stimme klang belustigt und schubste mich ein wenig, sodass ich leicht ins Stolpern geriet. „Hör doch auf du Idiot!“ hörte ich da eine schüchterne Stimme, die von niemand anderem als unserem kleinen Philipp kommen konnte.
„Wer wagt es, den Prinzen des Fussballs als Idioten zu betiteln?“ Bastian, der den Rückstand spielend wieder aufgeholt hatte sah zwischen uns hin und her und knuffte seinen besten Freund in die Seite „Na das ist ja fast Gotteslästerung“ scherzte er und warf Philipp einen gespielt bösen Blick zu.
„Das mein ich auch. Der Kleine sollte mal ein bisschen aufpassen was er hier zu wem sagt.“ Ging Poldi auch noch drauf ein und ich spürte fast, wie sich Philipp ein wenig zurückfallen ließ um nicht weiter Mittelpunkt des Gesprächs zu sein.
„Ich denke es ist gut jetzt.“ Fuhr mein Torhüterkollege Jens nun die jungen Wilden an „Oder wollt ihr, dass uns Paul noch weiter laufen lässt?“ Seine Locken, die sonst immer wild um seinen Kopf hingen, wirkten durchs viele Schwitzen wie angeklebt und sein hochrotes Gesicht ließ keinen Widerspruch zu.
So liefen wir unsere Runden zu Ende und gingen dann Duschen.

„Wir fahren jetzt ins Hotel rüber. Die Zimmereinteilung hab ich bereits im Vorfeld gemacht und sie bleibt, egal was ihr sagt, verstanden?“ Jürgen war dieses Mal gleich von Anfang an etwas strenger, denn letztes Mal hatte es nach der Einteilung einen wilden Zimmertausch gegeben, der nicht nur die Hotelrezeption fast zur Verzweiflung getrieben hatte.
„Also fangen wir an: Gerald und Oliver N., Robert und Marcel, Arne und Christoph, Per und Mike, Jens N. und Tim, Thomas und Sebastian, Miro und Bernd, David und Torsten.“ Das erste Stöhnen war zu hören. Nicht von David wie erwartet sondern von Torsten, der schon seinen schönen Erholungsschlaf gefährdet sah. „Ruhe.“ Fuhr Jogi Löw dazwischen und der Trainer führte seine Ausführung weiter „Basti und Poldi.“ ein Jubeln war zu hören und unsere beiden Verrückten sprangen wie kleine Gummibälle im Bus herum. „Ja ist ja gut. Ich konnte es ja keinem anderen zumuten.“ Sagte Jürgen grinsend und nickte den anderen dankbaren Gesichtern zwinkernd zu.
„Und dann bleiben noch Timo und Philipp und unsere beiden alten Herren, die jeweils ein Einzelzimmer bekommen.“
Erleichtert ließ ich mich in den Bussitz sinken. Ich hatte es wirklich gut getroffen. Philipp war bis jetzt eigentlich immer sehr ruhig und freundlich gewesen und auch wenn ich bis jetzt nicht viel mit ihm zu tun hatte, mochte ich den Kleinsten unseres Teams sehr gern.
„Na, da hat unser neuer alter Herr ja das große Los gezogen.“ Kicherte Basti, der sich langsam wieder beruhigt hatte. Ich schüttelte nur den Kopf und wandte mich von dem albernen Völkchen ab und blickte nach draußen. Der Tag war heiß gewesen und noch immer flimmerten die Weite der Felder von der gleißenden Sonne. „Ist es für dich in Ordnung, wenn wir uns ein Zimmer teilen?“ riss mich eine leise Stimme aus meinen Gedanken. Erschrocken drehte ich mich zum Gang und erkannte, wie Philipp Lahm unsicher vor mir stand und mich fragend anschaute.
„Natürlich ist das in Ordnung.“ Beeilte ich mich schnell zu sagen und deutete auf den freien Platz neben mir. „Ehrlich gesagt bin ich heil froh, dass ich nicht mit Poldi, Basti oder David in ein Zimmer gekommen bin. Da hat man ja nie seine Ruhe.“ Philipp nickte wissend und kramte in seiner Tasche rum „Ich habe da aber auch einen Tick.“ sagte er leise und zog nach einander etwa 6 Bücher raus. Stirn runzelnd betrachtete ich das Schauspiel und fragte dann „Und das wäre?“ „Ich lese, immer und überall und vor allem wenn ich nicht schlafen kann.“ „Aha.“ erwiderte ich nicht gerade geistreich. „Na ja, es könnte sein, dass ich dann Nachts länger das Nachtlicht anlasse oder das halt überall meine Bücher rum liegen.“ Die dunkelblauen Augen sahen mich nervös an. Er schien wirklich fast Angst davor zu haben, dass ich ihm den Kopf abreißen könnte, doch ich quittierte es nur mit einem Grinsen. Wenn das alles war, würde das eine ruhige Woche werden mit dem Kleinen neben mir.

„Gut Leute, ihr habt jetzt zwei Stunden Zeit und dann treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen.“ wies Olliver Bierhoff an, als er die Schlüsselkarten ausgeteilt hatte. „Ach ja und zieht euch heute Abend ruhig einen Trainingsanzug an, wir wollen danach noch ein wenig Entspannungstraining mit Euch machen.“ Rief Jogi Löw hinter uns her, denn die meisten von uns waren schon mit ihren großen DFB Reisetaschen auf dem Weg zu den Fahrstühlen.
„Welches Bett möchtest du?“ fragte ich Philipp, der nach dem Öffnen unserer Zimmertür noch hinter mir stand. „Ist mir egal, such dir eins aus.“ Sagte er unsicher und zerrte seine Tasche hinter sich ein Stück weiter ins Zimmer hinein.
„Also mir ist das total egal. Dann schlaf du mal am Fenster.“ Sagte ich und schmiss meine Sachen aufs Bett, das fast direkt neben der Badezimmertür stand. „ Du warst letztes Mal mit Torsten in einem Zimmer oder?“ fragte ich, während wir gemeinsam unsere Sachen in die Wandschränke räumten. „Hmh, ja war ich.“ Antwortete Philipp leise. „Sprech doch mal ein bisschen lauter.“ sagte ich grinsend, wie du von vorhin weißt, bin ich jetzt ein alter Herr.“  „Tut mir leid Timo, ja ich war mit ihm in einem Zimmer.“ Innerlich schüttelte ich den Kopf, wirklich gesprächig war der Kleine ja nicht gerade. „Sag mal, geht’s dir nicht so gut, oder bist du immer so still?“ fragte ich einfach frech und blickte den jungen Dunkelblonden direkt an. „Ich, ich bin eher ein stiller Typ denke ich. Deshalb kann ich auch mit Poldi, Schweini und David nicht so viel anfangen. Ich mag sie zwar,  aber wir haben nicht so viel Gemeinsamkeiten.“ Rechtfertigte er sich sofort. „Ist doch vollkommen in Ordnung. Es muss ja nicht jeder mit Anfang Zwanzig so durchgeknallt sein, wie die drei. Das wäre ja auch kaum zum Aushalten, wenn es noch mehr von der Sorte geben würde!“ beteuerte ich und zwinkerte Philipp zu, der sich scheinbar langsam entspannte.
„Sag mal, wie lange hast du damals gebraucht um dich richtig in die Mannschaft zu integrieren?“ Die Frage kam überraschend, denn nach meinen letzten Worten waren bestimmt 5 Minuten vergangen, in denen wir weiter unsere Sachen verstaut hatten.
„Hmh, das ist schwer zu sagen. Ich war damals ja auch so jung wie du jetzt und die meisten waren schon da um ein wesentliches älter. Ich denke so etwa ein gutes Jahr hat es damals gedauert, bis ich mich richtig wohl mit allen gefühlt habe.“ Ich nickte um die Worte noch zu unterstreichen. „Dann hab ich also noch Hoffnung?“ Ich sah unseren Linksverteidiger irritiert an. „Wie meinst du das?“
„Na ja, ich hab einfach das Gefühl, dass mich noch lange nicht alle hier akzeptiert haben. Auf dem Platz schon, ich denke meine Leistung ist durchaus in Ordnung. Aber ich meine so privat. Ich habe immer das Gefühl, dass sie mit mir nichts zu tun haben wollen.“
Ich ließ die Worte einen Moment sacken und ging in Gedanken Situationen durch, die Philipp zu dieser Annahme veranlasst haben konnten. Irgendwann schüttelte ich den Kopf und suchte seinen Blick „Also ich habe eben mal überlegt wie du darauf kommen könntest, dass es Leute gibt, die dich nicht mögen, aber mir ist kein einziger eingefallen. Was veranlasst dich dazu das zu glauben?“ hakte ich nach, denn ich fühlte, dass es dem Kleinen scheinbar wirklich belastete. Das war etwas was unbedingt geklärt werden musste, denn schließlich war das hier die WM Vorbereitung und alle Spieler mussten hier zueinander stehen.
„Na ja, bei den jungen weiß ich eh, dass wir nicht so viel zusammen zu tun haben, aber das ist auch in Ordnung. Poldi und Basti sind ja auch mit mir in München und wir haben ein loyales Verhältnis. Aber solche Leute wie zum Beispiel Torsten oder Michael oder Per und Christoph. Die reden so gut wie gar nicht mit mir, jedenfalls nicht freiwillig.“ Seine dunklen Augen sahen traurig aus und sofort weckte das meinen Beschützerinstinkt und ich stand auf und schüttelte erneut energisch den Kopf. „Quatsch. Das ist totaler Blödsinn! Eher legt meine Oma ein Ei, als das ich das glaube!“ ging ich vehement dagegen. Philipp zuckte nur kurz mit den Schultern und ging dann ins Bad.

Beim Abendessen achtete ich extra darauf mit meinem Zimmerkollegen an einem Tisch zu sitzen. Michael, Jens und Torsten leisteten uns ebenfalls Gesellschaft und wir unterhielten uns gerade angeregt über die bevorstehenden Tage. „Und was habt ihr geplant an unserem freien Abend heute?“ fragte ich und die anderen sahen mich genauso ratlos an, wie ich mich fühlte. „Ich denke wir sollten uns vielleicht einfach schön an den Pool setzten und ein paar kleine Cocktails trinken.“ Schlug Torsten vor, dem heute scheinbar nicht nach Weggehen und Party war. „Ja das ist ne gute Sache. Ich habe heute auch keine Lust mehr eine Stunde zu fahren, bis wir in der nächsten Stadt sind.“ Stimmte Micha zu. „Na dann treffen wir uns am besten alle nach dem Entspannungstraining in der Lobby. Sollen wir die anderen fragen, ob sie uns beiwohnen wollen?“ fragte Jens, doch Torsten schüttelte den Kopf. „ Ne lass uns mal lieber unter uns bleiben. Die ganzen Kinder kann ich echt nicht gebrauchen heute Abend!“ Ich merkte wie Philipp in seinem Stuhl neben mir immer kleiner wurde. „Aber Phil kann doch mitkommen oder?“ fragte ich die anderen nun direkt und ich spürte, wie er neben mir zusammenzuckte. „Klar, er ist ja der einzige Rookie, der nicht nur Spaß, Saufen und Playstation im Kopf hat.“ Michael blickte hinüber zu dem Kleinen an unserem Tisch, der immer noch intensiv seine Serviette musterte. „Oder hast du keine Lust mit uns rumzuhängen?“ fragte er ihn. „Doch, wenn es euch nicht stört.“ Philipps blaue Augen blickten unsicher zwischen uns „alten Männern“ hin und her. „Kappes Kleiner. Natürlich nicht. Also bis später dann.“ Sagte Jens und verließ den Tisch.
 
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