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von Mavis
erstellt: 26.07.2006
letztes Update: 26.07.2006
Geschichte, Allgemein / P16
(abgebrochen)
Die Charaktere von Xena, Gabrielle & Argo sowie aller anderen Personen der Serie Xena: Warrior Princess sind geistiges Eigentum von Universal/MCA. Diese Geschichte beabsichtigt keine Urheberrechtsverletzung.
Die Kälte der Nacht
Mavis
Xena betrat die Taverne und sah sich um, Gabrielle war nicht zu entdecken. Sie wird wohl noch auf dem Markt sein, dass macht sie doch für ihr Leben gern.
Gut dann werde ich etwas Essen und auf sie warten, dachte Xena.
Sie setzte sich an einen Tisch, bestellte einen Braten und Wein.
So hatte sie noch etwas mehr Zeit um sich auf das Wiedersehen mit Gabrielle vorzubereiten.
Schnell brachte der Wirt den Wein und sagt, dass der Braten bald kommen werde.
Xena nahm einen tiefen Schluck und sah sich um. Es war eine kleine, saubere Gaststube und hinter einer Tür neben der Küche befanden sich wohl die Zimmer.
Es wäre nicht schlecht, mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen, ging es durch ihren Kopf.
Der Wirt brachte das Essen, sie nickte nur kurz und deutete ihm an, dass sie noch einen Becher Wein haben möchte.
Erst jetzt bemerkte sie, dass sie doch sehr hungrig war.
Sie genoss das Essen und mit einem Stückchen Brot nahm sie den letzten Rest der Soße auf.
Vom Tresen lächelte sie der Wirt fragend an und brachte ihr einen neuen Becher Wein.
„Ich suche meine Freundin, sie wollte hier auf mich warten“, sprach sie ihn an.
„Ist es so eine kleine rotblonde, mit einem Kampfstab?“, fragte der Wirt zurück.
„Ja“.
„Sie war hier“.
„Und?“.
„Sie saß dort drüben am Tisch und trank Wein. Nach dem zweiten Becher ließ sie ihren Kopf auf den Tisch fallen. Wir dachten sie verträgt wohl nichts und ließen sie in Ruhe, es war an dem Abend nicht viel los hier. Als wir schließen wollten versuchten wir sie zu wecken, aber wir hatten keinen Erfolg. Da sie schon für eine Nacht bezahlt hatte brachten wir sie auf ein Zimmer und seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen“, antwortetet der Wirt.
Er drehte sich um und rief nach seiner Frau in der Küche. Langsam näherte sie sich dem Tresen.
„Du wolltest doch nach der kleinen Frau sehen“, fragte er.
„Ja, das habe ich auch gemacht. Sie liegt immer noch im Bett und schläft. Das ist nun schon die zweite Nacht. Wer bezahlt das?“, antwortete sie und sah Xena fragend an.
„Das klären wir später, welches Zimmer ist es“, erwiderte Xena.
„Komm ich zeige es dir“, sagte die Frau.
Sie gingen durch eine Tür in den hinteren Teil der Taverne und blieben vor der Zweiten auf der rechten Seite stehen.
„Mein Mann und ich haben sie her gebracht und ins Bett gelegt. Mein Mann war draußen, als ich ihre Kleidung auszog. Wie schon gesagt, vor einigen Stunden hat sie noch geschlafen. Ich gehe dann, sollte noch etwas sein, du findest mich in der Küche.“
Xena stand vor der Tür und viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Sie glaubte nicht, dass Gabrielle betrunken gewesen sei.
Als sie sich getrennt hatten, war immer noch etwas zwischen ihnen gewesen. Etwas, was sich wie eine unsichtbare Wand aufgebaut hatte.
Zögernd öffnete Xena die Tür und schaute in den Raum. Er war klein, aber behaglich.
Zwei Betten, ein Tisch und zwei Stühle waren das ganze Mobiliar.
Langsam ging sie zum Bett, immer noch überlegend, was sie Gabrielle sagen würde.
Obwohl sie sich ihre Worte schon lange zurecht gelegt hatte.
Aber was sind Worte? Sie wollte wieder in ihrer Nähe sein, ihre Stimme hören, ihr Lachen.
Vergessen was war.
Liebevoll sah sie die schlafende Bardin an.
Sie nahm ihre Hand, die Hitze ließ ihren Körper erschauern.
Fest drückte sie die Hand und rüttelte die Schlafende an ihren Schultern.
„Gabrielle, wach auf “.
„Xena, du bist endlich hier“, kam die leise Antwort.
Die Kriegerin nahm Gabrielle in ihre Arme und erwiderte: „ Ja, ich bin hier“.
Sanft drückte sie Gabrielle wieder in das Kissen zurück, holte die Decke vom anderen Bett und wickelte sie fest ein.
Sie bekam dafür, das Lächeln, dass sie so liebte und die Augen die sie anstrahlten hatten ihren Glanz nicht nur vom Fieber.
„Ich komme gleich wieder. Es wird alles gut werden“, sagte sie und eilte zur Tür.
Sie stürmte in die Küche, erschrocken ließ die Wirtin ihren Löffel in die Suppe fallen, die sie gerade bereitete.
„Was ist passiert?“, fragte sie immer noch etwas erregt.
„Meine Freundin hat hohes Fieber. Ich brauche einige Kräuter um einen Tee zu kochen und es wäre gut, wenn du ihr eine Hühnersuppe bereiten könntest“, sprudelte es aus Xena
heraus.
„Natürlich, ich mache gerade eine, sie ist in wenigen Minuten fertig. Dort rechts findest Du mein Kräuterregal, du wirst sicher einige nützliche Zutaten finden. Ein Topf Wasser steht auch schon auf dem Feuer “.
Schnell mixte Xena einige Kräuter zusammen und übergoss sie mit dem heißen Wasser.
Das Gemisch roch nicht gerade wie der morgendliche Tee, den Gabrielle machte, aber sie würde die Bardin schon davon überzeugen ihn zu trinken.
Die Wirtin füllte die Suppe in eine kleine Schale und reichte sie Xena auf ein Brett. Sie stellte den Teebecher dazu.
„Warte, du hast den Löffel vergessen,“ rief die Wirtin.
Im Nu stand Xena wieder am Bett von Gabrielle, rückte einen Stuhl heran und stellte das Brett ab.
„Ich weis, der Tee ist nicht gerade dein Geschmack, aber du musst ihn trinken“.
Xena half Gabrielle langsam auf, die mit zittrigen Händen den Becher nahm und einen kleinen Schluck trank.
„Xena, willst du mich vergiften“, kam es krächzend aus ihrem Mund, bevor sie ihr Gesicht zur einer fürchterlichen Grimasse verzog.
„Natürlich nicht, aber du musst alles trinkest. Bitte, vertrau mir. Danach gibt es auch diese herrliche Hühnersuppe.“
„Gut, ich hoffe nur ich überlebe es auch um noch in den Genuss der Suppe zu kommen“.
Widerwillig trank Gabrielle den Becher aus und schüttelte sich, bevor sie ihren Kopf auf das Kissen legte.
„Siehst du, ich wusste, dass du es schaffst.“
Als Antwort bekam sie nur ein gequelltes Lächeln.
Xena holte noch das Kissen vom anderen Bett, legte es Gabrielle unter ihren Kopf und Löffel für Löffel flößte sie ihr die Hühnersuppe ein.
Als die Schale leer war zog sie noch die Decken zurecht nahm Gabrielle’s Hand und sagte:
„Jetzt schlaf, wenn du aufwachst wirst du dich besser fühlen“.
„Xena, ich ... die Schriftrolle ...“.
Behutsam strich sie Gabrielle eine Strähne aus dem Gesicht und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
„Schlaf“.
Langsam ließ der Druck in ihrer Hand nach, ein Zeichen dafür, dass Gabrielle schlief.
Diesmal war es an Xena ein Lächeln zu zeigen, sie wusste ihre Mischung verfehlte ihre Wirkung nicht.
Ihre Gedanken wanderten in die Nacht zurück.
Xena erwachte, eine innere Unruhe ließ sie aufschrecken und ihre Hand griff ins Leere. Gabrielle war nicht da, sie rief nach ihr.
Der Ruf schallte durch die nächtliche Stille des Waldes. Sie hörte nur den Widerhall ihrer eigenen Stimme und das leise Spiel des Windes mit den Baumgipfeln.
Eilig entfachte sie das Lagerfeuer neu, nahm einen Stock und ein Tuch, tränkte es mit etwas Wein und zündete die Fackel an.
Der Schein führte sie durch die Dunkelheit, immer wieder rief sie nach Gabrielle.
Angst bemächtigte sich ihres Körpers, eine Gefühl, das sie noch nie so in ihren Leben empfunden hat.
Sie war wütend auf sich selbst. Warum hat sie nur so reagiert? Gabrielle erzählte so voller Leidenschaft von ihrem Aufenthalt bei den Amazonen, ihrer Nacht bei Ephiny.
Sie wollte es nicht hören, sie hat Gabrielle unterbrochen und nur gesagt: „Ich bin sehr müde, erzähle morgen weiter“.
Schon als sie ihr den Rücken zudrehte, bereute sie ihre Worte und hätte Gabrielle am liebsten in ihre Arme genommen und gesagt: „Verzeih“.
So entsetzt wie sie über ihre Reaktion war, so erschrocken war sie auch über ihre
aufkommenden Gedanken.
Hier im dunklen Wald, auf der Suche nach Gabrielle, wurde ihr zutiefst bewusst, das sie ihre Begleiterin liebte.
Entfernt hörte sie ein leises Geräusch und ihre Füße trugen sie ohne auf die ihr entgegenspringenden Äste oder auf die Unebenheiten des Bodens zu achten in die Richtung.
Am Ufer eines kleinen Baches saß Gabrielle zitternd vor Kälte, im Wasser spiegelte sich ihr verweintes Gesicht im Mondlicht, dass langsam durch die Bäume seinen Weg suchte.
Wie versteinert stand Xena, konnte kein Wort über ihre Lippen bringen, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen.
Gabrielle spürte, dass sich um sie herum etwas verändert hatte, sah das Spiegelbild der Kriegern neben ihren Gesicht.
Schwankend stand sie auf, wischte sich die Tränen von den Wangen und sah Xena schweigend an.
Xena nahm Gabrielle in ihre Arme, trug den kalten Körper zum Lager zurück . Eng umschlungen schliefen sie beide ein, Xena ihre Wärme ab .
Beide erwachten übermüdet am Morgen, still nahmen sie ihr Frühstück ein.
Keiner sprach über die Ereignisse der Nacht.
„Wir treffen uns in drei Tagen in der Taverne von Chipos,“ sagte Xena nur zum Abschied.
„Ich werde dort sein“, erwiderte Gabrielle.
Xena bestieg Argo und ritt langsam davon, mit sich kämpfend einfach wieder umzukehren und Gabrielle in ihre Arme zu nehmen, ihr ihre Gefühle zu offenbaren.
Ihr zu gestehen, dass sie aus Eifersucht so regiert hat.
Sie wandte sich aber nur kurz um und winke der Bardin zu.
Gabrielle drehte sich im Bett und brachte Xena wieder in die Gegenwart zurück.
Xena sah die Schriftrolle, die aus Gabrielles Rücksack herausragte, diese meinte die sie wohl vorhin.
Gespannt entrollte sie das Pergament und las :
Träumereien
Da war er erneut, dieser immer wiederkehrende Traum.
Der meine kalten Nächte erwärmt, der mich in eine Welt der Glückseligkeit versetzt.
Du hältst mich in deinen starken Armen und langsam, ganz sanft berühren sich unsere Lippen.
Ich spüre wie mein Körper erzittert, ein lang ersehnter Wunsch geht in Erfüllung.
Du bist mir so nah in diesen Träumen.
Ich möchte die Zeit anhalten.
Auch wenn ich nie den Mut aufbringen werde es dir zu sagen, in meinen Träumen sind wir vereint.
Ich liebe dich, meine stolze Kriegerprinzessin.
Xena bewachte den Schlaf, wie sie es schon immer getan hatte. Nur wusste sie, das es ein anders Erwachen werden würde.
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