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von Inuki-chan    erstellt: 09.07.2006    letztes Update: 09.07.2006    Geschichte, Drama / P6    (fertiggestellt)
Titel: Something stupid
Autor: Inuki-chan
Pairing: Rioroute / Phil Phleira
Warning: Keine besonderen. Nur: IRONIE! Leute hütet euch!
Disclaimer: Die Welt ist hart, gemein und viel zu engstirnig. Wäre sie es nicht, würde ich jetzt freiheraus behaupten The Candidate for Goddess würde mir gehören ... aber ... aber ... das tut es leider, leider nicht. Mir gehört noch nicht mal ein lausiger Charakter. Selbstverständlich verdiene ich auch kein Geld damit... sonst könnte ich mir nämlich das Artbook kaufen, aber -na ja- wie ich sagte: Die Welt ist grausam, gemein und kalt.
Blabla: Ja, Leute, ich weiß! War ́n bisschen still um mich in letzter Zeit. Es ist grad 0:49Uhr und ich hatte grad wieder diesen fanatischen Drang eine nette, kleine Fic zu schreiben. Hoffentlich gefällt sie euch!
^ . ~ Inu-chan ^ . ~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In dem kleinen Raum mit dem kreisrunden Fenster irgendwo auf dem GIS-Schiff war es ruhig.
Man hörte nur leise Atemzüge - gleichmäßig und - durch die schwer lastende Stille - unnatürlich laut.
Durch das Fenster, welches unter dem Atem leicht beschlug, sah man nur den pechschwarzen Weltraum.
Helle Sterne schimmerten.
Es erinnerte an ein schwarzes Samttuch, das mit Tausenden von schönen, glitzernden Diamanten bestickt war.
Die Sterne spendeten das einzige Licht und so war es doch erstaunlich hell in dem Raum, der für gewöhnlich eigentlich leer war. Doch diesmal war es nicht so.
Auf dem breiten Rahmen des großen, runden Fensters hockte ein Mädchen - 15 Jahre alt, die Knie an den Oberkörper gezogen und den Kopf darauf gelegt. Ihr rötlich-braunes Haar reflektierte leicht das Licht der Sterne und auf der zarten Haut schimmerten noch leicht die Spuren der Tränen, die sie noch vor wenigen Minuten vergossen hatte...
Doch nun Phil Phleira hatte sich wieder beruhigt, schließlich musste sie stark sein!
So wie immer!
Kein Schwäche zeigen!
Ihr Brustkorb hob und senkte sich und ihre vom Weinen geröteten, grünen Augen fielen ihr immer wieder zu. Sie war müde. Zwei Tage lang hatte sie nun nicht mehr geschlafen und so war sie auch dementsprechend blass und vor allem reizbar.
Doch schlafen wollte sie nicht. Vor zwei Tagen erst hatte sie einen schrecklichen Alptraum gehabt und war schweißgebadet in ihrem Bett aufgewacht. Es war kalt und niemand war bei ihr gewesen.
Niemand hatte bemerkt, wie sie hemmungslos und hilflos geschluchzt hatte.
Niemand hatte ihr geholfen.
Und niemand hatte sie getröstet.
Die Kopfschmerzen, die aus der Schlaflosigkeit resultierten, brachten sie fast um, doch es war in Ordnung, denn diese Schmerzen erinnerten sie immerhin daran, das sie noch einen Körper hatte und nicht irgendwo in der Gegend umher schwirrte.
Sie öffnete die Augen wieder und wandte den Kopf in Richtung Weltall. Die Sterne spiegelten sich in ihren feuchten Augäpfeln wieder. Ihre Gedanken drehten sich momentan nur um eine einzige Person. Phil hätte alles gegeben um sich mit dieser Person die Sterne jetzt anschauen zu können, doch gleichzeitig erinnerte sich daran, dass sie wahrscheinlich wieder alles kaputt gemacht hätte - mit ihrer panischen Angst vor sich selbst und ihren Gefühlen.

I know I stand in line,
until you think you have the time
to spend an evening with me.


Sie dachte daran, ob ihr Partner jetzt wohlbehalten in seinem Bett lag und schlief. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, wohltuend und überaus willkommen, beim Gedanken daran, wie Rio jetzt in seinem Bett lag - die Arme weit ausgestreckt, ein Bein über die Bettkante hängend, leise atmend und die Bettdecke bis zur Hüfte hinuntergerutscht. Ja, das war typisch Rio! Chaotisch, wie sie es von ihm kannte. Phil glaubte nicht wirklich, dass er schnarchte. Das würde sie wissen, hätten sich Rios damalige Zimmergenossen sicher darüber beschwert. “Würde allerdings zu ihm passen!”, dachte sie lächelnd, war ihr Partner doch sonst immer laut und unüberhörbar.
Eigentlich mochte sie ihn gerade wegen dieser ungezwungen Art, die sie immer mal wieder zum Lachen brachte, aber manchmal ging er ihr schlicht und ergreifend einfach auf die Nerven.
Sie dachte dabei kurz an damals zurück, als fast jedes ihrer Zusammentreffen damit geendet hatte, dass er sie komplett auf die Palme gebracht hatte. Einmal bekam er es sogar fertig, dass sie am Ende weinte, nicht aus Angst oder Schmerz, wie es vielleicht heute der Fall war, sondern aus tiefster Verzweiflung und Wut. Eigentlich hatte sie gar nicht weinen wollen - schon gar nicht vor ihm! Aber letztendlich hatte es sich doch gelohnt.
Mit einem genugtuerischem Grinsen entsinnte sie sich daran, wie panisch Rio darauf hin geworden war, besonders als seine verzweifelten Versuche sie wieder aufzumuntern gescheitert waren. Diesen Anblick hatte sie bis heute nicht vergessen und sich doch im Stillen geschworen, dieses Bild für immer in ihr Hirn zu brennen.
Rio.. manchmal konnte er richtig hysterisch werden, aber das war nicht schlimm.
Am meisten störte sie immer noch seine Unachtsamkeit und Naivität. Ein Verhalten, dass er wohl nie ablegen würde. Ja, manchmal war Rio wirklich wie ein Kind: einfältig, unvorsichtig, überoptimistisch und einfach viel zu fröhlich, wenn man daran dachte, das Krieg war.
Phil lehnte sich zurück und stieß dabei unsanft an den Fensterrahmen. Stöhnend schloss sie die Augen und wieder rannen zwei Tränen einsam über ihre Wangen.
Es war wirklich alles so unfair! Sie waren hier gefangen in einem Krieg, der kein Ende zu nehmen schien.
In einem Krieg, der Opfer forderte.
In einem Krieg, der vielleicht das Ende der gesamten Menschheit bedeuten konnte.
Ein Schauer lief ihr über den Rücken, wenn sie an Rios unzählige Verletzungen dachte - mal mehr, mal weniger schlimm -, an all das Blut - sein Blut - und die Tränen, die sie selbst bereits vergossen hatte.
Sie hatte Angst.
Angst Rio zu verlieren, wo sie grade angefangen hatte zu verstehen, wie es sich anfühlte, jemanden aus tiefstem Herzen zu lieben.
Das war eine neue Erfahrung. Liebe.
Als sie noch auf ihrer Kolonie lebte, hatte es keine Liebe gegeben.
Sie war immer allein gewesen. Freunde hatte sie nicht und ihre Eltern betrachteten sie mehr als ein Objekt und nicht als einen Menschen, der Liebe brauchte um vor Schmerzen nicht einzugehen.
Das hatte eine beträchtliche Wirkung auf Phils Charakter gehabt. Sie wandte sich von den fröhlichen, lachenden Kindern draußen ab und begann sich für Technik zu interessieren. Maschinen konnten keinen Schmerz fühlen. Sie konnten gar nicht empfinden - nur tun. Maschinen waren stark und so wollte sie auch sein: stark.
Sie wusste nicht, wen sie mehr beneiden sollte: die gefühllosen Maschinen oder die scherzenden Kinder auf der Straße. Keines von beiden konnte sie sein, obwohl sie sich Beides so sehr wünschte.
Irgendwann versuchte sie dann ihre Eltern dazu zu überreden, sie nach GOA zu schicken um dort noch viel mehr zu lernen. Und ihr Plan war aufgegangen.
Auf der GOA war dann plötzlich alles so anders geworden. Ihr Leben hatte sich um 180 Grad gedreht. Sie hatte Leute kennen gelernt, die wirklich etwas mit ihr zu tun haben wollten.
Und sie hatte Rio kennen gelernt. Ein Jungen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen und ein paar kleinen Eigenarten. Nun gut, der musste zwangsweise mit ihr zu tun haben, wenn man es genau sah.
Und dann war Rio plötzlich so selbstverständlich geworden. Sie hatte jemanden, für den sie Verantwortung trug. Sie hatte Gesellschaft und - zugegebenermaßen - auch jemandem an dem sie ihre Wut auslassen konnte. Phil hasste sich für diese Angewohnheit. Leider hatte sie nie gelernt über ihre Gefühle zu sprechen, sie konnte sie nur ausleben. In Worte fassen ließen sie sich nicht. So direkt sie sonst auch war: Das konnte sie ganz sicher nicht.
Gefühle waren für Phil eine ganz intime Sache. Sie wusste weder was sie fühlte noch warum. Manchmal ängstigte sie sich selbst vor der Macht ihrer Empfindungen. Sie waren unkontrollierbar und stark - stärker als ihr eigener Wille.
Ihr eigener Wille.
Was wollte sie eigentlich?
Momentan wollte sie nur ins Bett.
Aber sie wollte auch nicht schlafen.
Sie wollte sich eigntlich einfach nur ihren Wünschen hingeben und das Drumherum vergessen. Nur die Sterne ansehen.

And if we go some place to dance,
I know that there's a chance
you won't be leaving with me.
And afterwards we drop into a quiet little place
and have a drink or two.


Und dann, wenn es soweit war, würde sie sich selbst wieder alles zerstören.

And then I go and spoil it all,
by saying something stupid
like: "I love you."


Sie seufzte. Es hatte einfach keinen Sinn hier herumzugrübeln. Was sie jetzt brauchte, war ein Glas heiße Milch - ihr Allheilmittel.
Leise schwang sie sich vom Fensterbrett. Etwas hämmerte in ihrem Kopf.
Ihr war schwindlig.
Taumelnd stieg sie die Staufen hinauf und sie versuchte einen klaren Kopf zu bewahren, doch ihr Blick verschwamm. Die Tür war nur noch wenige Meter entfernt.
Phil stolperte über ihre eigenen Füße und fiel hin.
Dann wurde ihr schwarz vor Augen.
Schwarz und gähnend leer.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Phil hatte keine Ahnung, wann sie wieder zu sich kam.
Das Erste, was sie wahrnahm, war, dass sich ihre Umgebung verändert hätte. Sie lag auf einer weichen Matratze und weißes Licht durchdrängte ihre Augenlieder. Es roch hier nach Medizin. Die Krankenstation! Wie war sie hier her gekommen?
Ihre Augenlieder zuckten und sie legte sich auf den Rücken.
Und schon waren wieder ihre gigantischen Kopfschmerzen da.
“Oh, Gott!”, murmelte sie.
Und dann aus dem Nichts hörte sie ein leise, sanfte Stimme: “Bist du wach?”
Mit einem erschrockenen Aufschrei saß Phil nach Bruchteilen einer Sekunde kerzengrade im Bett und suchte mit ihren Augen nach dem ihr wohlbekannten Besitzer der Stimme. Rios vor Schreck geweitete, dunkelbraune Augen starrten sie an.
“Was machst du hier?”, sagte Phil mit schriller Stimme und errötete unwillkürlich.
“Ich wollte nur mal sehen wiés dir geht! Du hast mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt!”, meinte er schulterzuckend und sah sie entschuldigend an.
“Mir geht́s gut, siehst du doch. Dann kannst du ja jetzt wieder gehen! Ich bin vollkommen in Ordnung.”, antwortete Phil ziemlich abweisend. Die Kopfschmerzen waren fast unerträglich!
Rio zog ungläubig die Augenbrauen hoch. “Sicher?

I can see it in your eyes,
you still despise the same old lies
you heard the night before.


“Ja, ja!”, meinte Phil ruppig. Unwillkürlich erinnerte sie sich  an ihre Gedanken gestern Abend. Warum fühlte sie sich jetzt ertappt?

And though it's just a line to you,
for me it's true,
it never seemed so right before.


Und warum um Himmels Willen wurde sie jetzt schon wieder rot?
“Hör mal!”, fing Rio an und nahm ihre Hand, “Du arbeitest zu viel! Du musst mehr schlafen!” Er klang wirklich ernsthaft besorgt-
“Was du nichts sagst!”, fauchte sie, “Woher das wohl kommt, dass ich so wenig schlafe! Erstens: Du bist Schuld daran und zweitens...”
Und Zweitens? Was war Zweitens noch gleich? Gab es ein Zweitens?
Sie überlegte fieberhaft. Das war ja alles so peinlich!
Rio schien ihre Hilflosigkeit zu begreifen und ein Grinsen zu unterdrücken. “Und zweitens?”
“Und zweitens.... LASS MICH LOS!” Phil zog ihren Arm weg und sah ihn finster an.

I practice every day
to find some clever lines to say,
to make the meaning come true.


Rio rückte ängstlich mit seinem Stuhl ein Stück von ihrem Bett weg. Er wusste, wann es besser war, sich zurückzuziehen.
“Du solltest jetzt gehen!”, fauchte Phil.

But then I think I'll wait
until the evening gets late,
and I'm alone with you.


“Aber, sieh mal...”, begann er, stand auf und nahm sie erneut am Handgelenk. Wieder versuchte sie, ihren Arm von seiner Hand zu befreien - wenig erfolgreich. Mit einem heftigen Ruck löste sie die nächste mittelschwere Katastrophe aus. Rio - nicht auf Phils heftigen Widerstand gefasst - fiel nach vorn, genau auf ihr Bett.
Beide erstarrten. Phils Wangen nahmen allmählich die Farbe von überreifen Tomaten an und Rio starrte ihr in die Augen und schien geradezu auf den großen Knall zu warten.

The time is right,
your perfume fills my head,
the stars get red,
and oh, the night's so blue.


Und dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Phil rammte ihm ihre Knie regelrecht in die Magenkuhle.
“VERSCHWINDE!”, schrie sie ihn an. “HAU AB, DU IDIOT!”

And then I go and spoil it all,
by saying something stupid


“Aber...”
“HAU AB! NA LOS!”
“Ich..”
“ARGH!”
“Au! Hör auf mich zu treten!”

like: "I love you."

“ICH HASSE DICH!”

"I love you."

“DU BIST EIN IDIOT! ICH HASSE DICH!”

"I love you."
“I love you.”

...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Und, hat´s euch gefallen? Wenn einer Interesse dran hat, kann ich ja, weitermachen, muss er mir dann nur auf irgendeinem Weg mitteilen.
Also, hier mal ein kleiner Selbsttest:
*********************
*                                *
*                                *   <– starrt auf dieses Kästchen
*                                *
*********************
Also, wenn das Kästchen lila wird, wäŕs gut, wenn ihr mal den Psychiater aufsucht.
Bei so grünen Punkten würde euch Schlaf mal ganz gut tun.
Wenn´s allerdings hellgraubraun bleibt, sehe ich eigentlich nicht ein, warum ihr nicht in der Lage sein solltet, mir ein Kommentar zu schreiben, oder?
Na, wie wär´s? Ihr könnt mich auch so richtig fertigmachen! ^^
Alles Liebe! *legt sich hinter eine Mauer aus Sandsäcken*
Inuki-chan
 
 
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