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Geschichte: Fanfiktion
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von Seraluna
erstellt: 17.06.2006
letztes Update: 17.06.2006
Geschichte, Humor / P12
(fertiggestellt)
Autor: Shiva
Email: Shiva@anime.de
Fanfiction: Crossover: Slayers/ Excel Saga
Rating: G
Pairing: Kein wirkliches - aber sie fassen sich an XD
Inhalt: Zel und Xellos kommen aus Versehen in die Welt von Excel Saga.
Disclaimer: Keiner der Charaktere gehört mir, und wenn sie das täten, dann könnten sie einem auch seeeehr Leid tun.
Kommentar: Das ist die zugegebenermaßen schlechte Antwort auf Mirages Challenge, in der zwei Charas einer mittelalterlichen Welt in eine moderne versetzt werden sollten. Außerdem musste der Satz „Der/Die ist gerade im Keller, Kartoffelchips zählen“ vorkommen.
Sehr sinnlos, aber die Story hat mir beim Schreiben echt Spaß gemacht. XD
***
„Warum nicht?“
Zelgadis war außer sich. Er versuchte es noch einmal mit einem vor dem Spiegel erprobten Deathglare.
„Milghazia-san, wenn du mich jetzt nicht sofort zur Claire Bible [1] lässt, dann werde ich wirklich böse!“
„Bist du doch schon“, erwiderte der Golddrache in Menschenform ungerührt. „Ich habe es dir schon einmal gesagt und ich werde mich nicht noch einmal wiederholen. Was du vorhast, ist ein Missbrauch der Claire Bible. Die Quelle allen Wissens ist nicht dazu gedacht, um sich herumtreibenden Chimeras Tipps für ihre Wiedermenschwerdung zu geben. Sie ist ein heiliges Artefakt, das nur in Notfällen angetastet werden darf.“
„Na toll, aber Lina durfte da rein!“ Der blauhäutige Steinmensch wies auf den unsichtbaren Eingang im Felsen.
„Das war ja auch eine Notlage.“ Milghazia war unerbittlich.
„Muss denn erst die Welt untergehen? Ich tu der Claire Bible schon nichts! Außerdem bist du doch dabei und passt auf mich auf. Na komm schon! Ich gebe dir auch“, er kramte in seiner Tasche und suchte nach etwas, womit er den Golddrachen bestechen konnte, „diese total unechte Abschrift der Claire Bible. Und noch eine. Und diese hier!“
Bald häufte sich vor dem Mann mit den goldenen Haaren ein ganzer Berg vergilbter Schriftrollen. Ein Schweißtropfen bildete sich an seinem Kopf. Der Typ hatte sie ja nicht mehr alle.
„Du siehst, ich habe es auf jedem erdenklich anderen Weg versucht. Ich habe unzählige Dungeons durchsucht und sogar Grabräuber gespielt, woraufhin mich eine Mumie fast umgebracht hat. Aber ich hatte keinen Erfolg. Verstehst du denn nicht?? Ich bin verzweifelt!
Das hier ist meine letzte Hoffnung, und wenn du mich jetzt nicht zu der Claire Bible bringst, dann schwöre ich beim Lord of Nightmares [2], dass es bald keine Golddrachen mehr geben wird!“ [3]
Milghazia musterte ihn abfällig. „Und wie stellst du dir das vor? Wie willst du einfacher Mensch einen Golddrachen besiegen?“
Ein Surren zerriss die Luft und eine wohlbekannte Stimme ließ beiden Gesprächspartner eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
„Er hat tatkräftige Unterstützung“, lachte ein in der Luft schwebender Mann. Die Augen unter dem ordentlichen, violetten Pagenschnitt waren mit einem Lächeln verschlossen. Doch sowohl Milghazia als auch Zelgadis wussten, welche Hinterhalt hinter diesen Augen lauerte.
„Xellos“, knurrte Zelgadis verächtlich. Milghazia sah ihn nur emotionslos an.
„Na na, Zelgadis-san, freust du dich gar nicht über unser Wiedersehen? Schließlich bin ich da, um dir in deiner misslichen Lage zu helfen.“ Langsam senkte er sich gen Boden.
„Mazokus helfen niemandem“, widersprach Zelgadis. „Und du schon gar nicht.“
Xellos’ Stimme hob sich in Belustigung. „Wer weiß? Vielleicht habe ich ja auch ein Interesse daran, die Claire Bible unter die Lupe zu nehmen?“
„Verschwinde, ich regle das hier allein!“ fauchte Zelgadis.
„Aber Milghazia-san wird dich nie da rein lassen, solange er nicht ein wenig ernsthaften Druck bekommt. Doch ich bezweifle, dass er vor dir besonders große Angst haben wird. Ich könnte dir da ein wenig zur Hand gehen...“ [4]
„Ich will deine Hilfe nicht! Verschwinde!“
„Schade. Dann wirst du nie zur Claire Bible kommen!“
Zelgadis schwieg eine Weile und blickte zu Milghazia hinüber. Der sah ihn mit einem schwer definierbaren, aber sicherlich nicht begeisterten Blick an. Das Hirn unter Zelgadis’ drahtiger, zartvioletter Sturmfrisur begann zu arbeiten. Er würde keine andere Wahl haben, als sich von Xellos helfen zu lassen. Auch wenn ihm diese Regelung nicht sehr gefiel. Dieser verfluchte Mazoku hatte doch bestimmt irgendwelche Hintergedanken. Doch nur durch Herumstehen, Grübeln und Golddrachendiskussionen würde er nicht zur Claire Bible gelangen.
„Es tut mir Leid, Milghazia-san aber für mich gibt es bestimmte Prioritäten, die für mich über alles stehen. Um wieder meine menschliche Form zu erlangen, würde ich sogar einen Pakt mit dem Teufel eingehen.“
Er schickte ein böses Grinsen zu dem gut gelaunten Mazoku. „Was ich ja hiermit auch tue. Sag mir nur, was du im Schilde führst, Xellos!“
Der erhob erläuternd den Zeigefinger und öffnete verschmitzt ein Auge. „Sore wa himitsu desu!“ [5]
Zelgadis schüttelte resigniert den Kopf. „Warum habe ich eigentlich gefragt?“
„Mieser Erpresser“, zischte Milghazia Xellos zu, während er an ihm vorüberschritt, um die beiden zur Claire Bible zu geleiten. Der Mazoku grinste diabolisch. Mission accomplished. Fast jedenfalls.
Zunächst mussten die drei noch durch das unendliche Labyrinth, das ähnlich der Astral Ebene, außerhalb dieser Dimension lag. Wer sich dort verirrte, würde nie wieder herausfinden.
Bei Zelgadis’ erstem Besuch des Dragon’s Peak, dem Ort an dem sich die Golddrachen aufhielten und sich die Claire Bible befand, hatte Milghazia gesagt, dass selbst ewig lebende Mazokus ein ganzes Leben damit verbringen könnten, aus diesem Labyrinth herauszufinden. Daher war es auch so wichtig, einen qualifizierten Führer zu haben.
Wieder übernahm Milghazia diese Rolle, doch diesmal war es Zelgadis, der das unendliche Wissen der Claire Bible erben sollte. Heute würde er sein Ziel, nach dem er so viele Jahre gestrebt hatte, erreichen. Und dann würde er...
„Wir sind fast da“, riss ihn Milghazia aus seinen Gedanken. „Doch bevor ich einen Schritt weitergehe, will ich wissen, was du mit der Claire Bible vorhast, Xellos.“
„Wie ich schon sagte: Das ist ein...“
„Unsinn!“ fuhr ihn der Golddrache barsch an. „Du hast doch einen Auftrag! Wie lautet er?“
Xellos öffnete die Augen und brachte zwei gefährlich dunkle Amethyste zum Vorschein. „Das hat dich nicht zu interessieren. Bring uns zur Claire Bible oder es wird ernste Konsequenzen für dich und deine Rasse haben!“
„Außer mir gibt es niemanden, der den Weg zu diesem heiligen Artefakt kennt. Ich bin gern bereit, mein Leben zu geben, solange dies die Sicherheit der Claire Bible gewährleistet. Doch wenn du mich jetzt umbringst, kommt ihr hier nie wieder heraus. Also sag mir, was du vorhast oder ich bewege mich keinen Zentimeter weiter.“
„Oh...“ Das hatte Xellos’ Auftraggeberin Greater Beast-sama nicht bedacht. Jetzt war die Ausführung seines Auftrags wirklich in Gefahr. Er musste sich eine Ausrede einfallen lassen, eine Ausrede.... Ah, da war schon eine!
„Ähm, ich wollte die Claire Bible nur fragen, was jetzt ist, da Hellmaster[6] tot ist. Ob es das Gleichgewicht vielleicht irgendwie stören könnte. Greater Beast-sama Xellas ist sehr beunruhigt.“
Milghazia zog zweifelnd eine seiner buschigen Augenbraue hoch, nickte aber verstehend. „Das ist eine Frage, die schnell zu beantworten ist. Das wird Zelgadis für dich fragen. Du wartest hier und rühr dich ja nicht von der Stelle.“
Verdammt, das hatte nicht funktioniert. Er musste unbedingt selbst zur Claire Bible. „Ich muss es aber persönlich fragen. Hörensagen zählt nicht.“
„Ein sehr gewissenhafter Mazoku bist du“, mischte sich die Stimme eines alten Mütterchens ein. Xellos blickte herum und fand schließlich zu seinen Füßen eine kleine, alte, runzlige Frau mit spitzen Öhrchen vor.
„Der Wasserdrachenkönig“, entfuhr es Zelgadis vor Erstaunen.
„Ja, oder was davon übrig ist“, lachte die alte Dame im blauen Kleidchen. „Ihr wollt zur Claire Bible? Hier ist sie!“
Ein Stückweit vor ihren Augen erstrahlte eine golden leuchtende Kugel. „Die Claire Bible!“ rief Zelgadis aus und wollte auf das Objekt seiner Begierde zustürzen.
Xellos grinste triumphal. Mit einem Surren bildete sich ein Energieball in seiner Hand und schon holte er zu einem vernichtenden Schlag aus.
Kurz bevor Zelgadis die leuchtende Kugel berühren konnte, traf ein gleißender Lichtblitz die Claire Bible. Das Leuchten der magischen Kugel erlosch und sie zersplitterte in tausend Teile.
„Das ist das Ende der Claire Bible!“ Xellos grinste. „Auftrag ausgeführt.“
Zelgadis zitterte. Er war seinem Ziel so nahe gewesen. Und nun, in letzter Sekunde war sie ihm durch die Finger geglitten, dank dieses verfluchten Xellos! Mit einem Kampfschrei stürzte er sich auf den Mazoku. Xellos, von dieser unerwarteten Aktion überrascht, ging zu Boden und wurde von Zelgadis mit seinem Stab gewürgt.
„Ich bring dich um! Das schwöre ich! und wenn es das letzte ist, was ich...“
„Hab ich’s doch gewusst. Ihr seid beide darauf hereingefallen“, flötete Auntie Aqua, die Verkörperung der übrig gebliebenen Gedanken des Wasserdrachenkönigs.
„Das ist der Grund, warum nur bestimmte Personen zur Claire Bible vordringen dürfen. Sie ist ein heiliges Artefakt und darf nicht für eigennützige Zwecke missbraucht werden.“
Das galt Zelgadis, der zwar immer noch auf Xellos saß und den Stab gegen dessen Kehle presste, aber dennoch beschämt zu Boden blickte.
„Es hat auch keinen Sinn, sie zu zerstören zu wollen. Ich lasse mich nicht so schnell überlisten.
Zur Strafe werdet ihr nun eine Weile hier bleiben und darüber nachdenken, was ihr getan habt. Wenn ihr artig seid, wird euch Milghazia wieder abholen. Ansonsten werdet ihr den Rest eures Lebens hier verbringen. Und das dürfte vor allem für dich, Xellos, eine unheimlich lange Zeit werden...“
Mit diesem Worten entschwand Auntie Aqua wieder und auch Milghazia war nicht mehr zu sehen.
„Das ist alles deine Schuld“, blaffte Zelgadis, immer noch auf Xellos sitzend und selbigen würgend.
„Beschwer dich bei Greater Beast-sama, ich bin doch nur die Exekutive!“
„Das interessiert mich nicht! Du bist ein gemeiner, hinterhältiger, widerwärtiger...“
„Mazoku?“ schlug Xellos vor. Er teleportierte sich unter Zelgadis weg und selbiger landete unsanft auf dem Boden.
Wenn man dies hier überhaupt Boden nennen konnte. Alles hier schien völlig ohne Raum zu sein, es gab kein erkennbares oben und unten, kein nah und kein fern.
Zelgadis rauchte fast vor Wut, als er sich wieder aufrappelte. Xellos war hinter seinem Rücken wieder erschienen und klopfte sich den nicht vorhandenen Staub von den Schultern. Zelgadis’ blaue Haut wurde ob der Überheblichkeit des anderen puterrot. Am Liebsten würde er ihn erwürgen. Leider wusste er nur zu gut, dass er kein Gegner für diesen mächtigen Dämon war. Doch es gab andere Mittel und Wege, ihn zu ärgern. Und das würde er auch tun.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte er scheinbar resigniert.
„Wir können nichts anderes tun als warten“, seufzte Xellos, wirklich entnervt. Er setzte sich neben Zelgadis. Das würde Ärger geben. Der Auftrag war gescheitert, und jetzt saß er hier mit diesem dämlichen Chimera hier fest, wie ein kleiner Junge, der zur Strafe in der Ecke stehen muss.
„Wir könnten ja was singen“, sagte Zelgadis mit einem bösen grinsen. Oh ja, es gab eine Methode, Mazokus zu ärgern. Und diese Spezialmethode, erfunden von Amelia Will Tesla Sairune würde er jetzt anwenden.
Xellos hatte Zelgadis’ Blick schon richtig gedeutet. Das verhieß nichts gutes. Leicht verängstigt zog er schützend die Beine vor seinen Körper. „Nein, das kannst du nicht tun, bitte!“
Zelgadis lachte nur dreckig und holte tief Luft, um eine Ballade an die Schönheit des Lebens zum besten zu geben.
***
„Heil, Il Parazzo!“, schallte es durch den großen nur schwach erleuchteten Thronsaal. Eine junge Frau stand vor ihrem Meister, die Hand zum Gruß erhoben. Violette Locken umrahmen das blasse Gesicht.
„Oh Hyatt. Du bist schon wieder zurück. Sehr gut.“ Der breitschultrige Herrscher versuchte seinen Game Boy Advance schnell unter seinem weiten Mantel zu verstecken. Er zauberte einen würdevollen Blick auf sein Gesicht und blickte mit goldenen Augen durch seine Brille auf sie herab.
„Wo ist Excel-sempai?“, fragte die zerbrechlich wirkende Frau. Das enge Kostüm brachte ihre zierlichen Rundungen noch besser zur Geltung.
„Die ist gerade im Keller, Kartoffelchips zählen“, erwiderte Il Parazzo kalt. „Im Gegensatz zu dir ist nicht von großem Nutzen. Hast du deinen Auftrag, den ich dir gegeben habe, erfüllt?“
„Jawohl, Il Parazzo-sama. Ich habe mich in das Kongresszentrum eingeschlichen und heimlich die Einstellungen des Quantenstrahlers so verändert, wie Ihr es befohlen habt.“ Hyatt hustete und ein dünnes Rinnsal Blut rann aus ihrem Mundwinkel, das sie eilig mit einem Taschentuch wegwischte.
„Gut. Wenn meine Berechnungen stimmen, wird dieses Gerät, das du soeben manipuliert hast, Störungen im Raum-Zeit Gefüge hervorrufen. Durch ein Wurmloch könnten Objekte und Lebewesen aus anderen Welten in unsere dringen und hier eine Panik auslösen. Sollte dies der Fall sein, wird die Regierung den Notstand ausrufen und dann werde ich die Macht an mich reißen und diese verdorbene Welt revolutionieren!“ [7]
„Heiiiiiiiiil, Il Parazzo-samaaaaaaaaa!“ kreischte es dem zukünftigen Weltherrscher entgegen. Eine zweite junge Frau mit feuerorangen Haaren war aus einer Luke im Boden gekrabbelt. Ihre unglaubliche Kondition hatte es ihr erlaubt, die glatten steilen Wände des Schachts hinaufzuklettern. Und nicht zuletzt hatte ihre Liebe zu Il Parazzo sie so schnell wie möglich zu selbigem zurückkehren lassen.
„Ich habe euren Auftrag mit Freuden erfüllt, Il Parazzo-sama! Ich bin überglücklich ein Mitglied der geheimen Geheimorganisation Across zu sein!
Banzaiiiii! Es sind genau 345.672 Kartoffelchips in alles Tüten des Lagers gewesen! Ich habe jeden einzelnen gezählt! Meine Finger sind zwar von dem ganzen Salz verätzt und der Paprikageruch hat meine Geruchsnerven abgetötet, aber für Euch, Il Parazzo-sama, würde ich sogar bis in die Hölle und zurück gehen! In meiner unendlichen Liebe für Euch werde ich.... AHHHHHHH“
Il Parazzo hatte eine Schnur gezogen, die neben seinem Thron hing. Eine Luke unter der energiegeladenen Quatschnudel hatte sich aufgetan und Excel wieder in den Keller befördert. Es würde nun wieder eine Weile dauern, bis sie wieder hochgekrabbelt kam.
„Hyatt, für wann ist das Experiment mit dem Quantenstrahler angesetzt?“
Die übrig gebliebene Frau warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. „Etwa genau.... jetzt!“
*****
„Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein...“ Zelgadis hatte sich schon so richtig schön eingesungen und Hits wie „What a wonderful world“ oder „Ein bisschen Frieden“ zum Besten gegeben. Xellos hielt sich verzweifelt die Ohren zu, doch Zelgadis’ kräftiger Bariton war lauter.
Das ging jetzt schon über eine Stunde so und Zelgadis’ Repertoire schien unerschöpflich zu sein. Er hatte eindeutig zu viel zeit mit Amelia verbracht. Xellos’ Kopf war kurz vor dem Platzen und er dachte schon darüber nach, ob es nicht doch besser wäre, an der Stelle um Gnade zu betteln.
„Zelgadis, bitte...“, jammerte er gequält.
„Bitte...“ Er erstarrte mitten im Satz. Vor seinen Augen und hinter Zelgadis Rücken tat sich so etwas wie ein Loch im Raum auf. Milghazia-san hatte wohl Mitleid mit ihnen bekommen und wollte sie nun rausholen. Das war seine Rettung!
„Was möchtest du mir sagen Xellos?“, griente der Chimera breit. Er hatte gewonnen.
Xellos hatte seine Augen geöffnet. Sie sahen erstaunt aus. Das war doch mal was neues. „Bitte schau dir das doch mal an!“
Zelgadis drehte sich um und sah das Schwarze etwas hinter sich. „Oh. Was ist das?“
„Keine Ahnung“, erwiderte der ältere der beiden. „Sieht aus wie ein Durchgang.“
„Milghazia?“, hakte Zelgadis ungläubig nach. Das hier sah so golddrachen-untypisch aus...
„Ich weiß es nicht. Finden wir es heraus?“ Xellos hatte seinen Augen wieder fröhlich zugekniffen.
„Also mir hat die letzte Stunde mit dir viel Freude bereitet“, grinste Zelgadis. „Aber gut, las uns gehen, ich muss mal für kleine Chimeras und habe Hunger. Und ich habe keine große Lust dich anzuknabbern. Sind Mazokus eigentlich essbar?“
„Das willst du nicht herausfinden“, knurrte Xellos und machte sich daran, durch das schwarze Loch zu schreiten.
„Alter vor Schönheit.“
„Wenn du schön bist, dann bin ich Mr Universe.“
„Du bist ein Mister?“
„Du kannst einen wirklich in den Wahnsinn treiben.“ Xellos gute Laune war angesichts der letzten Stunde ziemlich aufgebraucht.
„Kann ich nur zurückgeben, du Idiot.“
Kaum hatten die beiden einen Fuß in das schwarze, raumlose Dunkel gesetzt, hatten sie das Gefühl, als würden sie in ihre einzelnen Zellen auseinandergerissen und danach wieder zusammen gesetzt. Selbst in seinem langen Leben als Mazoku hatte Xellos selten solche Schmerzen durchlebt. Es war die Hölle.
Für den Bruchteil einer Sekunde.
Denn kaum fanden sie sich in der realen Welt wieder, war auch die Schwerkraft wieder sehr real und ließ aus dem sich 2 Meter über dem Boden befindlichen schwarzen Loch herauspurzeln. Diesmal saß Xellos auf Zelgadis, der gemartert aufstöhnte. Irgendwo zwischen den Schmerzenslauten waren Satzfetzen wie „Hölle“, „solche Schmerzen“ und „nie wieder Wurmlöcher“ zu vernehmen.
Erst als die erste Benommenheit verflogen war, entdeckten sie, dass sie ja gar nicht am Dragon’s Peak befanden. Die Umgebung sah aus, wie aus Kristall gemacht, nur ebenmäßiger, kühler, steriler.
Was beide nicht wussten: Sie befanden sich in einem Labor im 21. Jahrhundert. Willkommen in der schönen neuen Welt.
„Wo sind wir hier?“
„Sie sind im Forschungslabor der Academic Scientists. Wie kommen Sie hier herein?“
„Das wüssten wir selbst gerne, erwiderte Xellos mit einem schiefen Lächeln.
Zelgadis sah sich um. Hinter sich erblickte er etwas, das wie eine riesige silberne, in der waagerechte liegende Rakete aussah. Doch da der gute Zelgadis ja nicht wusste, was eine Rakete ist, war es für ihn einfach nur ein riesiges blechernes... Ding. Und an der Spitze dieses Dings hing das schwarze Loch aus dem sie soeben gefallen waren.
Hinter einer Scheibe stand eine Traube Menschen in weißen Mänteln. Ein großer Anteil davon war im fortgeschrittenen Alter. Die meisten davon waren Männer im fortgeschrittenen Alter. Der Herr, der sich nun mit Xellos unterhielt hatte bereits eine Halbglatze, nur ein wenig weißer Flaum befand sich noch auf seiner Platte.
„Haben Sie dieses Ding gebaut?“, fragte er den haarlosen Wissenschaftler.
Statt einer Antwort schrie der Mann entsetzt auf. Nein! Zelgadis hatte vergessen, sein Gesicht zu bedecken! Doch dieser Mann lief nicht davon, nein, er trat näher und sah sich sein Gesicht genau an. „Oh mein Gott! Ich habe noch nie eine so schlimme Form der Psoriasis [8] gesehen!“
Verunsichert wich Zelgadis einen Schritt zurück. „Wie bitte?“
Auf den Aufruf des kleinen Glatzkopfs kamen auch die anderen Forscher hinter ihrer Glasscheibe hervor und umringten Zelgadis, der sich langsam wirklich in die Enge getrieben fühlte. Xellos beobachtete dieses Schauspiel mit einem wohlgefälligen Grinsen.
„Seit wann ist Schuppenflechte blau? Oh nein! Der Typ ist ja überall blau!“ rief nun ein anderer Mann aus.
Ein jüngerer Wissenschaftler vermutete: „Vielleicht hat er ja zusätzlich noch eine Lungenembolie [9]?“
„Ruft einen Krankenwagen! Schnell, das ist ein Notfall!“
„Ähm...“, wollte Zelgadis unterbrechen und hob erklärend einen Zeigefinger.
„Oh nein, er hat Artikulationsschwierigkeiten! Muskelstarre! Wir werden ihn verlieren!“
„Aber mir geht’s prima!“
„Ein Wunder!“
Xellos konnte sich nur noch auf die Faust beißen, um nicht laut loszulachen. Zelgadis kräuselten sich die Haare. Das reichte jetzt wirklich.
„Sleeping!“, rief er und sobald die ganzen Menschen von dem sich ausbreitenden Lichtkegel erfasst wurden, fielen sie in einen tiefen Schlaf.
„Zu viel Lärm um nichts“, murrte Zelgadis. „Wo sind wir hier? Das ist nicht der Dragon’s Peak!“
„Ich fürchte, wir sind in einer anderen Welt gelandet.“ Xellos musterte ihre Umgebung. Das schwarze Loch war noch offen. Mit etwas Glück würden sie dahin zurückkehren können, wo sie hergekommen waren. „Ich schlage vor, wir gehen wieder da rein, bevor sich das Loch wieder...“
Die Maschine in Form einer Rakete summte ersterbend. Der Raum-Zeit-Tunnel fiel in sich zusammen.
„...schließt“, beendete Xellos seinen Satz.
Zelgadis gab ein lautes, kehliges Geräusch des Missfallens von sich. Es hörte sich an, wie das Knurren eines sehr großen Hundes. „Na toll! Und wie kommen wir wieder zurück?“
Schritte kamen hallend näher.
„Da kommt jemand!“ rief Xellos alarmiert. Er dachte an die ganzen Männer in den weißen Kitteln und ihre Reaktion auf Zelgadis. „Verstecken?“
„Verstecken!“
Eine laute, schrille Stimme hagelte durch den Raum.
„Ilu, Ilu, Ilu, Il Parazzo-samaaaaa! Für Il Parazzo-sama werde ich die Maschine klaun. Yahooo! Das alles nur für die geheime Geheimorganisation Across! Und natürlich für Il Parazzo-sama!“
Eine junge Frau mit feuerorangen Haaren und einer schnelle Zunge entfernte diverse Schläuche und Kabel von dem riesigen Metallteil und brachte dafür einige Gurte daran an. Dann wuchtete sie das ganze auf eine Rollvorrichtung, die sie mitgebracht hatte.
„Uh, ist das schwer“, ächzte sie. „Aber für Il Parazzo-sama erleide ich das gern! Meine Liebe zu ihm ist 1000 mal stärker als die Schwäche dieses Körpers! Ich werde jede Last tragen, solange es nur Across dient!“
„Hey, die klaut unseren Rückweg“, flüsterte Zelgadis aufgebracht.
„Dann werden wir sie eben verfolgen“, flüsterte Xellos zurück.
„Sie redet noch schneller als Lina...“
Als wäre es das Normalste von der Welt, zog Excel den riesigen Quantenstrahler auf zwei Rollfüßen hinter sich her. Mitten über die Straße. Über eine Ampel und direkt durch die Fußgängerzone. Die Leute um sie herum fanden das nicht mal merkwürdig.
Aber kaum erhob sich ein Zelgadis mit einem Ray Wing [10] in die Lüfte, um Excel besser verfolgen zu können, brach die komplette Panik aus. Irgendetwas war mit dieser Welt nicht in Ordnung. Xellos wollte die Lage schnell unter Kontrolle bringen, indem er sich neben Zelgadis in die Luft und sie beide dann wieder auf den Boden der Tatsachen teleportierte.
Doch das machte es auch nicht besser. Die Leute kreischten, stoben auseinander und ergriffen in Panik die Flucht.
„Ist fliegen hier verboten?“, fragte Zelgadis verwirrt.
„Nee, ich glaube, die hier können nicht fliegen...“
„Oh...“
Excel ging dabei unbeirrt weiter, drehte sich nicht einmal um und bekam von alledem nichts mit, da sie mit dem Gesang von Lobeshymnen auf Il Parazzo-sama beschäftigt war.
Xellos und Zelgadis sahen sich derweil mit einem neuen Problem konfrontiert, nämlich mit kreischenden Blechmonstern, die laut aufheulten und dazu noch blinkten. Die bereits alarmierte Polizei war angerückt und hatte die beiden deplazierten Männer eingekreist.
Derart beschäftigt bekamen sie nicht mehr mit, wie Excel ihre Last in eine große Fabrikhalle zerrte, in das Hauptquartier von Across.
„Keine Bewegung oder wir eröffnen das Feuer!“ klang es blechern aus dem Megaphon eines Polizeibeamten.
„Die können scheinbar doch zaubern...“ bemerkte Xellos verunsichert. Feuer klang nach Fireball [11] oder schlimmerem. „Und was machen wir jetzt?“
„Ich würd sagen, wir haun erst mal ab“, schlug Zelgadis vor.
Nach Xellos’ eiliger Zustimmung hüllte Zelgadis die Anwesenden in einen undurchsichtigen Dark Mist [12] und dann machten sich die beiden eiligst aus dem Staub.
Die Spur der jungen Frau mit ihrem „Rückweg“ hatten sie verloren.
Doch das war erst mal zweitens. Jetzt hatten sie jede Menge Verfolger am Hals. Verfolger mit Feuer und Monstern aus Metall. Nicht, dass sie beide nicht schon gefährliche Gegner gehabt hatten, doch hier wussten sie absolut nicht, womit sie es zu tun hatten. Selbst Xellos, der eigentlich keinen Grund hätte sich zu fürchten, war unheimlich zumute. Dieses Unwissen oder besser: die Ungewissheit brachte ihn fast um den Verstand.
„Wir sollten uns irgendwie tarnen“, schlug er vor. „Die Leute hier tragen alle so komische Kleidung, vielleicht fallen wir nicht so auf, wenn wir uns auch so anziehen.“
Zelgadis brummte zustimmend. „Nur leider können wir nicht einfach in das nächste Geschäft reinspazieren. Wenn die uns sehen, brechen die garantiert wieder in Panik aus.“
„Da hast du allerdings recht.“ Xellos ließ seinen Blick suchend durch die Gegend schweifen. Dann erhellte sich seine Miene und er zeigte auf einen Balkon, auf dem eine Ladung frisch gewaschener Wäsche im Wind wehte. „Und was ist damit?“
Zelgadis grinste. „Volltreffer.“
***
„Heiiiiiiil, Il Parazzo-samaaaaaa!“ kreischte Excel durch die ausladende Lagerhalle. „Ich habe das entsprechende Gerät für Euch besorgt! Seid ihr stolz auf mich?“
„Ja, ganz toll“, brummte der breitschultrige Imperator teilnahmslos. Vielmehr interessierten ihn die neuesten Nachrichten, die gerade über den kleinen Mini-Fernseher in seiner Hand flimmerten.
„Excel, ich habe einen neuen Auftrag für dich und für Hyatt. Ich möchte, dass ihr diese beiden Männer findet und sie hierher schafft.“
Ein Bild von zwei gewissen unorthodox aussehenden Herren flimmerte über eine große Leinwand die wie durch Zauberhand aus der Decke gefahren kam.
„Vielleicht sind sie der Schlüssel für unsere Herrschaft über diesen Planeten.“
***
„Also irgendwie siehst du seltsam aus“, meinte Zelgadis mit verzogenem Mundwinkel zu dem ihm gegenüber stehendem Mazoku.
„Ich finde es eigentlich ganz hübsch“, erwiderte Xellos. „Aber deine Kleidung finde ich merkwürdig.
Das konnte Zelgadis, eingehüllt in einen blau geblümten Damenkimono, gar nicht verstehen. Immerhin verdeckte es ganz gut einen Großteil seiner Haut. Er könnte jedenfalls nicht mit bauchfreiem, knallgrünem und Top und schwarzen Hotpants herumlaufen, so wie das Xellos tat.
„Wie dem auch sei, ich hoffe, wir fallen so weniger auf“, gab Zel zurück und schlug vor, sich jetzt ein wenig umzusehen. „Vielleicht finden wir ja so das Ding, das uns hierher befördert hat.“
Jetzt stoben die Menschen aus dieser komischen Welt zwar nicht in Panik auseinander, dafür beäugten sie Zelgadis und Xellos mit Blicken, die irgendwo zwischen Belustigung und Empörung lagen. Einige kicherten hinter vorgehaltener Hand.
Die beiden taten so, als würden sie es nicht merken, fühlten sich aber dennoch unwohl.
Doch nun erregte etwas Xellos’ Aufmerksamkeit. Wie angewurzelt blieb er vor einem Schaufenster stehen und rief: „Hey Zel! Wie kommst du da rein? Du bist doch hier bei mir? Oder nicht?!“ Er drehte sich um und erblickte Zelgadis, der schon weitergegangen war. Er schaute zwischen den beiden Zelgadis-Ausgaben hin und her. Die eine stand neben ihm und sah ihn gerade verwirrt an, die andere war kleiner und bewegte sich in einem komischen schwarzen Kasten, der hinter der Glasscheibe des Schaufensters stand.
Nun guckte auch Zelgadis auf den schwarzen Kasten. Er erkannte schnell, was da los war.
„Ich glaube, diese Kästen können zeigen, was in der Vergangenheit passiert ist. Siehst du, das war doch vorhin, als die Männer mit den Blechmonstern uns angegriffen haben“, sagte Zelgadis aufgeregt.
Plötzlich war der kleine Zelgadis in dem Kasten verschwunden und ein komischer Mann mit komischen Kleidern saß an einem Tisch und erzählte etwas, das er aufgrund der Schaufensterscheibe nicht hören konnte.
„Diese Welt ist verrückt“, beschloss Xellos kopfschüttelnd für sich.
„Ich finde, wir sollten uns das zu Nutze machen und mit dem Kasten in die Zukunft gucken, vielleicht sehen wir ja da, wo dieses Gerät ist, das wir für unsere Rückkehr brauchen.“
„Meinst du, diese Kästen können auch in die Zukunft sehen?“
„Mir persönlich würde es reichen, wenn er die Gegenwart zeigen könnte. Wir wollen ja schließlich wissen, wo das Ding, das wir brauchen, jetzt gerade ist“, meinte Zelgadis.
„Also dann nichts wie rein hier!“ Xellos war motiviert. Sie hatten etwas, das sich ansatzweise einen Plan nennen könnte.
„Entschuldigen Sie“, hauchte eine zarte Stimme hinter ihnen. „Ich habe Sie gesucht..“
Die junge Frau, die sie gerade angesprochen hatte, hustete und spuckte dabei Blut. Sie krümmte sich und fiel zu Boden.
Zelgadis nahm sie sacht in den Arm, ihre violetten Locken hingen in ihr schönes Gesicht. „Oh nein, sie blutet! Recovery!“ [13]
Der Blick des Chimera wurde starr vor Entsetzen. Xellos stand beunruhigt daneben. „Was ist los? Sag doch was Zel!“
„Es ist zu spät! Sie ist tot!“
„Aber wie...“
Eine sanfte, weibliche Stimme mit einer Art überirdischem Widerhall unterbrach Xellos.
„Nein, Hyatt, du darfst noch nicht sterben. Diese Geschichte ist noch nicht zuende! Diese beiden hier gehören nicht hierher, sie müssen noch zurückgebracht werden. Und nur du kannst das tun...“
Xellos und Zelgadis blinzelten verwirrt, als sie das schwebende Universum sahen, aus dem zwei weibliche Arme mit rot lackierten Fingernägeln herausragten.
Xellos klappte der Kiefer tiefer und Zelgadis wollte etwas sagen, verschluckte aber fast seine Zunge, als sich die Frau in seinen Armen wieder regte. „Danke Iz-chan“[14], sagte sie. „Ich werde dafür sorgen, dass sie wieder zurückkehren können. Doch erst werde ich sie wie befohlen zu Il Parazzo-sama bringen.“
Gesagt, getan. Zelgadis und Xellos ließen sich ohne großen Widerstand zu diesem Il Parazzo bringen, nachdem sie gehört hatten, dass Hyatt, als die sich die Wiederauferstandene vorgestellt hatte, sie wieder nach Hause bringen könnte.
***
„Wo ist Excel-sempai?“, wollte Hyatt von dem Mann mit dem weiten Mantel auf dem Thron wissen.
„Da sie ohne Ergebnisse wieder zurück gekehrt ist und mich genervt hat, habe ich ihr aufgetragen, die 345.672 Kartoffelchips im Keller aufzuessen.“
„Das wird sie umbringen!“ rief Hyatt entsetzt aus.
„Und wenn schon...“ Wozu hatten sie Iz-chan? Diese Nervensäge von Excel würde er wohl nie loswerden. Warum hatte er das untrügliche Gefühl, dass sie ihn sein ganzes Leben lang begleiten würde? Oh, wie er Koshi Rikudo [15] dafür hasste, dass er die Serie „Excel Saga“ und nicht „Il Parazzos großartige Herrschaft über die Welt“ genannt hatte... Aber jetzt wollte er sich erst mal der aktuellen Lage und somit Zelgadis und Xellos zuwenden.
„Das sind also die beiden Herren aus der anderen Welt“, stellte Il Parazzo fest. Sie sahen ja nicht gerade wie eine zerstörerische Macht aus, die diese Welt derart ins Chaos stürzen könnte, so dass er die Herrschaft über selbige an sich reißen könnte.
Ok, sie hatten eine Panik ausgelöst, aber der Notstand war noch nicht ausgerufen worden. Ziel zwei war noch nicht erreicht. Also würde er vielleicht etwas mehr nachhelfen müssen Doch erst musste er abklären, mit wem er es zu tun hatte.
„Haben sie irgendwelche speziellen Fähigkeiten?“ fragte er. „Außer Fliegen?“
„Ich bin so gut wie unsterblich“, gab Xellos schnell zurück. „Und ich kann eine Armee Golddrachen mit einer Hand erledigen.“
„Angeber. Wir haben hier aber keine Golddrachen“, zischte Zelgadis ihm zu. „Oder?“, gab er die Frage an Il Parazzo.
Dem zuckte nervös eine Augenbraue. „Nein... haben wir nicht.“ Er machte eine Pause und dachte darüber nach, wie er die Sache am besten angehen sollte. „Sie beide haben nicht schon zufällig eine Weltherrschaft an sich gerissen?“
„Nö“, erwiderten beide unisono.
Die Typen hatten auch von nichts eine Ahnung. Rumfliegen ja, aber sonst nix können, das hatte man gerne.
„Da Sie ja so unsterblich sind, Xellos-san“, begann Il Parazzo, „wäre es sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie mir bei der Unterwerfung dieser Welt behilflich sein könnten. Dann werde ich Sie auch nach Hause gehen lassen.“
Mit einem Satz stand Zelgadis neben Il Parazzo und hielt ihm sein Schwert an die Kehle, das er im Sprung aus seinem blau geblümten Kimono hervorgeholt hatte.
„Meine Fähigkeiten interessieren Sie wohl nicht. Ich bin Schwertkämpfer und Magier. Und ich schlage vor, Sie schlagen sich ihre verrückten Pläne aus dem Kopf und zeigen uns einfach, wo das Ding ist, das uns hierher befördert hat.“
Il Parazzo verzog das Gesicht. Damit hatte er nicht gerechnet. Darum blaffte er knapp: „Hyatt!“
Diese zerrte das silberne Ungetüm hinter Il Parazzos Thron hervor, hustete und starb. Iz-chan kam vorbeigeflogen und Hyatt rappelte sich wieder auf.
„Wenn Sie vielleicht die Güte hätten und das Ding da starten würden?“, bat Xellos in dem freundlichsten seiner Tonfälle.
Hyatt tat wie ihr geheißen. Il Parazzo durfte nichts geschehen. Auch wenn das Across das große Ziel kosten würde.
Kaum war der Quantenstrahler am Laufen, bildete sich auch schon ein Loch im Raum.
„Es funktioniert!“ freute sich Zelgadis. „Nach dir Xellos!“
„Nichts lieber als das. Also dann Il Parazzo, Hyatt, ich empfehle mich. Wir sehen uns gleich, Zel!“
Der nickte. Kaum war Xellos durch das Loch verschwunden, nahm er Il Parazzo das Schwert vom Hals und näherte sich langsam, ohne Il Parazzo den Rücken zuzuwenden, der Dimensionslücke.
„Wer die Welt beherrschen will, muss auch ein guter Herrscher sein und darf sich nicht auf die Hilfe anderer verlassen. Außerdem sollten sie ein wenig netter zu ihren Untertanen sein. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Glück bei Ihren Plänen. Ihre Welt ist wirklich seltsam.“
Mit einer Geste verabschiedete er sich und ließ sich in das Loch gleiten.
Il Parazzo schaute noch eine Weile in das Dimensionsloch und verhieß Hyatt dann, die Maschine abzuschalten.
„Kann ich sonst noch etwas für Euch tun, Il Parazzo-sama?“ fragte Hyatt.
„Ja. Hol Excel aus dem Keller, bevor sie sich an den Chips zu Tode futtert.“
***
„Na toll. War ja klar, dass wir wieder hier landen. Wär ja auch zu schön gewesen, wenn wir außerhalb dieses Tunnels wieder raus gekommen wären...“ brummte Xellos und scharrte im Boden des geheimen Zugangs zu Claire Bible.
„Jetzt müssen wir eben doch auf Milghazia warten“, gab Zelgadis zurück.
Die beiden Männer schwiegen eine Weile. Xellos hatte eine Gänsehaut, hier war es ihm in seinem bauchfreien T-Shirt und den kurzen Hosen doch ziemlich kalt.
„Wie erklären wir Milghazia eigentlich unsere Aufmachung?“ warf Xellos in den Raum.
„Ganz einfach, wir sagen die Wahrheit.“
„Sehr glaubwürdig...“
Zelgadis zuckte mit den Schultern. „Wir hätten unter normalen Umständen hier nicht weg gekonnt. Also wird er uns schon glauben. Und wenn nicht, ist das sein Problem.“
„Und was machst du jetzt? Meinst du, er lässt dich noch zur Claire Bible?“, wollte Xellos wissen.
„Keine Ahnung“, sagte Zelgadis deprimiert. „Da fällt mir was ein! Warum wolltest du die Claire Bible zerstören?“
„Sore wa himitsu desu!“
“Vergiss nicht, dass es eine Weile dauern kann, bis Milghazia wiederkommt. Und ich habe noch eine Menge Lieder auf Lager...“
„Greater Beast-sama hat mir die näheren Details ihres Plans leider nicht eröffnet“, meinte Xellos mit einem leidenden Ausdruck auf dem Gesicht.
Zelgadis holte Luft. Seine Stimme hallte durch den endlosen Raum.
„Ein bisschen Friede, ein bisschen Freude, auf dieser Erde, auf der wir wohnen....“
„Neeeeeeeeiiiiiiiiinnnn!!!“
Today’s Experiment.........................................................…........failed
[1] Bei der Claire Bible handelt es sich um die Quelle allen Wissens. Ein magisches Artefakt, das die Erinnerungen des ältesten Drachen, des Wasserdrachenkönigs, beinhaltet.
[2] Höchster aller Teufel
[3] Die Golddrachen sind fast ausgestorben.
[4] Milghazia hat Angst vor Xellos, weil er allein in dem großen Krieg zwischen Mazokus (Dämonen) und Drachen vor 100 Jahren für den Zustand gesorgt hat, der in [3] beschrieben ist...
[5] = Das ist ein Geheimnis
[6] ehemaliger Chef von Xellos, ein Rebell unter den höchsten Mazokus, der von Lina und Co gekillt wurde.
[7] Seine Logik möchte ich nicht haben...
[8] Schuppenflechte
[9] Blutgerinnsel in der Lungenarterie, sehr gefährlich
[10] Flugzauber
[11] Kaum zu glauben: Ein Feuerzauber, wenn auch einer der schwächeren.
[12] Zauber, der einen dichten schwarzen Nebel ausbreitet
[13] Heilzauber
[14] Iz-chan ist wie beschrieben eine Figur aus Excel Saga, die wie ein fliegendes Universum mit Armen aussieht, und eigentlich nur dazu da ist, etwas gegen die hohe Sterblichkeit der Hauptcharaktere zu tun.
[15] Autor von Excel Saga ^_^;;
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