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von moondancer    erstellt: 22.05.2006    letztes Update: 08.02.2010    Geschichte, Drama / P16 Slash    (abgebrochen)
Disclaimer: Die Charaktere gehören alle J. K: Rowling. Ich habe sie mir nur ausgeliehen und verdiene mit dieser Story auch kein Geld. Der Plot gehört mir.

Danksagung I: Erste einmal ein großes Dankeschön an meine Betaleser R.A.B. und Kiwio. Ihr helft mir wirklich viel, auch wenn ich nicht alle eure Vorschläge übernehme. Ich hoffe, ihr seid deshalb nicht böse *große Hundeaugen*.
@Angel Cindy: Ich hoffe, ich habe dich durch meine Erwiderung auf deine Bemerkungen zum 2. Kapitel nicht vergrault. Ich fände es toll, wenn du mir als Betaleserin erhalten bleiben würdest.

Danksagung II:
@hime-niwa: Vielen Dank für deine nette Review. Mit „nicht in sein Bett“ meinte ich, dass Severus seinen „Sklaven, nach Harrys „neuer“ Erinnerung, ihn in der letzten Zeit regelmäßig in sein Bett geholt hat. Ich weiß, dass Harry in dieser Fiction erst 16 Jahre alt ist, aber ich glaube nicht, dass das Voldemort sehr interessiert hat, als er Harrys Erinnerung veränderte. Der dunkle Lord weiß nur, dass Severus schwul ist und hat deshalb Harry die Erinnerung eingepflanzt, dass er bereits von seinem Herrn in dessen Bett geholt wurde. Die ganze Problematik wird aber in den späteren Kapiteln noch behandelt.
@angelseys: Vielen Dank auch an dich. Hier ist das nächste Kapitel, und ich hoffe, es gefällt dir ebenso sehr wie die anderen beiden.
@Wolf: Meiner Meinung nach ist Voldemort sehr mächtig. Ich meine, er ist der mächtigste Schwarzmagier aller Zeiten, und Dumbledore ist der Einzige, den er fürchtet. Doch auch Dumbledore wird alt, und somit steht er dem Ganzen etwas ratlos gegenüber. Ich hoffe, du bleibst der Story trotzdem treu.
@R.A.B.: Voldemort hat Harrys Erinnerung verändert. Das wird in den Kapiteln 4 und 5 aber noch einmal abgehandelt.
@Schwarze Katze: Keine Sorge. Severus ist zwar ein bisschen überfordert mit der ganzen Situation und auch nicht besonders begeistert, dass er jetzt seine geschätzte Privatsphäre ausgerechnet mit Harry teilen muss, aber er wird die Situation nicht ausnutzen. Warum? Kannst du in diesem Kapitel lesen.
@ Jini: Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber sEverus wird nicht ganz böse sein. Jedenfalls nicht Harry gegenüber. Was Neville angeht ...


Und nun wünsche ich Euch allen viel Spaß beim Lesen!!


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3. Kapitel

In seinen Räumen wartete Pot-, Harry, bereits auf ihn. Er kniete neben Severus’ Lieblingssessel und hielt den Kopf gesenkt. Als der Tränkemeister den Raum betrat, schaute der Junge nur kurz auf, um dann den Blick wieder auf den Teppich zu lenken. Severus unterdrückte ein Seufzen. Was sollte er jetzt mit dem Jungen machen?
„Sei gut zu ihm“.

So wie er Albus verstanden hatte, sollte Pot-, Harry, so wenig wie möglich irritiert werden. Das hieß, er musste sich den Jungen gegenüber so verhalten, wie dieser es nach seinen „neuen“ Erinnerungen gewohnt war. Severus ließ sich in den Sessel fallen und sah auf den schwarzen Haarschopf hinab. Welche Erinnerungen bargen sich darunter? Albus hatte gesagt, dass der Junge ihn als streng, aber gerecht erlebt hatte.

Er konnte natürlich in die Erinnerungen des Jungen eindringen, aber das er wollte nicht. Vielleicht sollte er ihm einfach einen Befehl geben und sehen, was er tat. Ein Grummeln in der Magengegend erinnerte Severus daran, dass er noch nicht gefrühstückt hatte.

„Ich habe Hunger.“
Der Junge schoss in die Höhe und verneigte sich.
„Sehr wohl, Herr.“
Damit verschwand er in der kleinen Küche, die Severus manchmal nutzte, um sich selbst etwas zu kochen. Der Tränkemeister hörte ihn mit Töpfen und Pfannen rumoren, und widerstand nur schwer der Versuchung, nachzusehen, was Pot-, Harry, mit seinem wertvollen Geschirr anstellte. Zum Glück klang es nicht danach als würde er gerade die Einrichtung demolieren.

Bald zog der köstliche Duft von Rührei mit Speck durch Severus’ Räume. Plötzlich flackerte grünes Feuer im Kamin auf, und eine braune Eule flatterte heraus. Da seine Quartiere in den Kerkern keine Fenster hatten, erreichten ihn die Eulen auf diesem Weg. Dieses Exemplar hatte ihn, wie so oft, vergeblich in der Großen Halle gesucht und dann den Weg durch den Kamin gewagt. Sie trug den Tagespropheten in ihrem Schnabel und rauschte, nachdem Severus ihn bezahlt hatte, wieder davon.

Der Tränkemeister schlug die Zeitung auf, aber konnte sich nicht auf die neuesten Nachrichten konzentrieren. Seine Gedanken waren bei dem Jungen in der Küche und wurden zusätzlich noch von dem köstlichen Duft abgelenkt.

Schließlich öffnete sich die Küchentür und Harry stellte ein Tablett auf den Wohnzimmertisch. Der Junge hatte ein reichhaltiges Frühstück bereitet, dass Severus so sonst nur aß, wenn es einen besonderen Anlass gab.

Es bestand aus einem großen Teller Rührei mit Speck, garniert mit Paprikastreifen und gefüllten Tomaten.. Dazu gab es einen frisch gepressten Orangensaft und einen schwarzen Espresso. Den süßen Abschluss bildete ein Vanillemuffin mit Schokoglasur Harry deckte für sich nur eine Schale Wasser und einen kleinen leeren Teller mit einem kleinen Besteck.
„Ich wünsche Euch einen guten Appetit, Herr.“
Er sprach so leise, dass Severus ihn kaum verstand. Er nickte dem knienden Jungen zu und begann zu essen. Es schmeckte zu seiner Überraschung sehr gut, sogar noch besser, als wenn es die Hauselfen zubereitet hätten.

Auf einmal hörte er ein schwaches Grummeln. Er sah auf Harry hinunter, der an seiner Wasserschale nippte und hin und wieder einen sehnsüchtigen Blick auf Severus’ Frühstück warf, um dann wieder auf den Teppich zu starren.
Wieder war ein Grummeln zu hören und Harry biss sich auf die Unterlippe.
„Hast du Hunger?“
„Ein wenig, Herr.“
Ein weiteres Grummeln. Es klang, als hätte der Junge seit Tagen nichts gegessen.
„Warum sagst du dann nichts?“ fragte Severus ungehalten.

Ein Zusammenzucken Harrys sagte ihm, dass er sich wieder einmal im Ton vergriffen hatte.
„Es tut mir leid, Herr! Bitte vergebt mir, ich ...“
„Ist schon gut“, unterbrach ihn Severus ungehalten.
Er häufte dem Jungen Rührei auf den kleinen Teller und stellte ihn vor Harry. Dieser dankte ihm und hatte, bevor Severus dies verhindern konnte, seine Lippen auf den Handrücken des Tränkemeisters gedrückt. Dann begann er zu essen.

Er aß hastig in kleinen Bissen, so als fürchte er , dass Severus ihm das Essen im nächsten Moment wieder wegnehmen würde. Dem Tränkemeister fiel plötzlich ein Buch ein, das Lucius ihm einmal halb zum Scherz, halb im Ernst geschenkt hatte:
„Das Handbuch für den zufriedenen Herrn – Wie erziehe ich den perfekten Sklaven?“
Wo hatte er das noch? Er erhob sich und durchstöberte seine Regale. Schließlich, in der hintersten Reihe, fand er es. Das Buch war in einen Einband aus vergoldetem Leder gefasst und mit silbernen Ornamenten verziert. Als er zu seinem Sessel zurück kehrte, waren Pot-, Harrys, Augen fragend auf ihn gerichtet.

Plötzlich packte Severus die Wut.
Warum sollte gerade er sich um Potter kümmern? Hatte Dumbledore keine anderen Handlanger, die sich ohne Zweifel darum reißen würden, sich um ihren Goldjungen kümmern zu dürfen? Aber nein, er musste seine Privatsphäre mit dem Sohn seines Erzfeindes teilen.
„Räum´ das weg!“ herrschte er den Jungen an.

Er wollte ihn aus den Augen haben und ihn am besten für eine lange Zeit nicht mehr sehen. Reichte es nicht, dass er ihn trainiert hatte, was jetzt ohne Zweifel nicht mehr möglich war? Würde der Dunkle Lord nicht Verdacht schöpfen, wenn Dumbledore ihm einfach seinen Goldjungen überließ? Natürlich würde er das und er, Severus, durfte sich dann wieder eine plausible Geschichte ausdenken.
Was für ein Glück, dass Voldemort seinen Gegenspieler ohnehin für beschränkt hält, dachte er ironisch.
Er war es leid, den Krieg, das Versteckspielen, die Heuchelei und vor allem den Orden des Phönix, dessen Mitglieder hinter seinem Rücken über ihn lästerten und ihn nur zu gerne spüren ließen, dass er für sie immer der Todesser bleiben würde.

„Er ist auch mein Sohn.“
Er sah plötzlich Lilys Gesicht vor sich, ruhig und freundlich. Es erinnerte ihn an den Schwur, den er geleistet hatte, als Harry noch ein Baby gewesen war.

Flashback

„Ich schwöre dich zu beschützen und dir zu helfen mit allem, was ich kann. Ich schwöre, dich vor unnötigem Leid zu bewahren und nicht zu ruhen, bis du deine Aufgabe erfüllt hast. Ich schwöre, dein Leben zu schützen, mit meinem eigenen, wenn es sein muss. Dies soll gelten von diesem Tag an bis zu dem Tage an dem deine Aufgabe erfüllt ist.“

Er beugte sich über den kleinen dunklen Kopf des Babys, das in seinen Armen ruhte, und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Ein grün-goldenes Licht wand sich um ihrer beiden Hände, ein Licht, das sich bis in die Herzen der beiden erstreckte. Severus war jetzt an den Sohn seines Erzfeindes gebunden.

Nein, an Lilys Sohn, der ihn gerade anstrahlte.
Lily trat an den Slytherin heran und küsste ihn auf die Wange.
„Danke.“

Flashback Ende

Er hatte es Lily versprochen. Sie war die Einzige gewesen, die ihm das Gefühl gegeben hatte ein Mensch zu sein, sogar ein guter Mensch, in einer Zeit, in der er sich erst noch hatte beweisen müssen. Es hatte geschmerzt ihre Augen in Potters Gesicht zu sehen, selbst wenn dieses Gesicht erst elf Jahre alt gewesen war.
Er ist nicht James, dachte er, Jetzt schon gar nicht.

Der Gedanke brachte ihn wieder auf das Problem zurück, was nun vor ihm lag. Was sollte er mit dem Jungen tun? Training stand außer Frage. Pot-, Harry, hatte kaum noch das magische Potential eines Hauselfen und auch, wenn die kleinen Helfer durchaus magische Kräfte hatten, so waren sie keine Gegner für den Dunklen Lord. Dazu kam, dass er nicht wusste, wie stark Voldemort Harry überwachte und vor allem, was der Lord durch ihn über seinen Tränkemeister erfuhr. Es war durchaus möglich, dass nur ein Fehler seine Karriere als Spion abrupt beendete.

Außerdem hatte er zu tun. Er musste Tränke brauen, ZAGs korrigieren und jetzt auch noch einen Trainingsplan für Longbottom entwerfen. Schon allein die Idee war lächerlich. Was sollte er diesem Hohlkopf denn beibringen? Zu Laufen, ohne über seine eigenen Füße zu stolpern? Dumbledore wurde wirklich langsam senil.

Er stöhnte und drückte seine Fäuste gegen die Stirn, hinter der sich pochende Kopfschmerzen ausbreiteten.
„Herr?“
Er fuhr auf und starrte in zwei große grüne Augen. Lily.
„Was?!“
Harry senkte schnell den Blick. Der Junge zitterte.
„Ich bin fertig, Herr“, wisperte er.

Severus öffnete und schloss seine Hände, während er versuchte seiner hilflosen Wut Herr zu werden. Er atmete tief durch. Auf einmal hatte er eine Idee. Vielleicht gab es doch ein Möglichkeit Harry etwas beizubringen, ohne dass der Dunkle Lord Verdacht schöpfte. Schließlich wusste die Kreatur, wie sehr Severus Dummheit verabscheute.

Er erhob sich und zog ein Buch aus dem Regal, in das der Junge garantiert noch nie hinein gesehen hatte und das er für seinen Kampf brauchen würde. Es war verboten und hieß: „Die dunklen Künste im Spiegel der Jahrhunderte.“ Natürlich konnte Harry in seinem Zustand die Flüche nicht ausführen, aber er würde die Theorie beherrschen. Und wenn es Albus gelang die Barriere zu durchbrechen und Harry wieder zu dem arroganten Gör zu machen, das er eigentlich war, dann würde dieses Wissen vielleicht sein Leben retten. Natürlich wäre Albus nicht begeistert, wenn er wüsste welche Bücher er Harry gab, aber Severus bezweifelte, dass die Nervensäge die Geheimnisse ihres „Herrn“ verraten würde, und er selbst würde es dem Schulleiter ganz gewiss nicht erzählen.
Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß.

Er knallte das Buch vor dem Jungen auf den Tisch.
„Lies’ das! Ich frage dich heute abend ab.“
Der Junge verneigte sich und griff nach dem Buch.
„Sehr wohl, Herr.“

Dann schlug er es auf und begann zu lesen. Severus ließ sich seine Erleichterung nicht anmerken. Wenigstens das kann er, dachte der Tränkemeister.
„Während ich im Labor bin, wirst du hier nichts anrühren. Du wirst das Schlafzimmer nicht betreten und dir bei den Elfen etwas zu essen bestellen, wenn du Hunger hast. Du wirst die Räume hier sauber halten und wehe du zerstörst etwas.“

Die letzte Ermahnung hatte seinen Mund verlassen, bevor er sich daran erinnerte, was er in Harrys neuer Erinnerung gesehen hatte: Wie er den Jungen erbarmungslos schlug, weil er ein Glas zerbrochen hatte. Kein Wunder, dass dieser wieder zitternd am Boden kauerte.
„Achte mein Eigentum“, fügte er in einem versöhnlichen Ton hinzu.
„Das werde ich, Herr.“

Severus ließ seinen Blick auf den mageren Oberkörper des Jungen und die ausgeleierte Pyjamahose gleiten.
„Ich will, dass du etwas isst, wenn du Hunger hast.“ Für sich beschloss er einfach, zur Mittagszeit einen Elfen in seine Quartiere zu schicken, der dem Jungen etwas zu essen brachte. Außerdem wollte er an der Kleidung etwas ändern. So konnte Harry nicht herum laufen, ohne über kurz oder lang die Hose zu verlieren. Severus schwang seinen Zauberstab und plötzlich trug Harry eine Hose aus weich fließendem Stoff in dunkelgrün und Mokassins in derselben Farbe.
„Vielen Dank, Herr.“
Er eilte auf Severus zu und küsste ihm die Hand.
„Ich werde Euch nicht enttäuschen, Herr.“

Severus nickte ihm noch einmal zu und verließ seine Quartiere, nicht ohne das Buch über die Erziehung eines Sklaven mitzunehmen.

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Anmerkung:
Der Flashback ist ein Teil aus meiner Fanfiction „Das Versprechen“. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr dort die ganze Geschichte lesen, wie es dazu kam, dass Severus versprochen hat den Sohn seines Erzfeindes zu beschützen.

Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen. Lob und Kritik sind, wie immer, sehr willkommen.
Jede Review wird beantwortet :)
Also los!
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