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Geschichte: Fanfiktion
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von moondancer
erstellt: 22.05.2006
letztes Update: 08.02.2010
Geschichte, Drama / P16 Slash
(abgebrochen)
Danksagung I: Vielen Dank an angelseyes, Schwarze Katze und Lion für die tollen Reviews. Ich hoffe Euch gefällt auch dieses Kapitel.
Danksagung II: Vielen Dank an meine Beta-Leser Kiwio, Angel Cindy, R.A.B. und Raona. Ihr habt mir sehr geholfen.
Warnung: Ab diesem Kapitel geht es um Sklaverei. Wer das nicht lesen möchte, bitte jetzt wegschalten.
Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
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2. Kapitel
Harry Potter schlief nichts ahnend in seinem Bett im Gryffindorschlafsaal. Albus Dumbledore hatte ihn nach seinem 16. Geburtstag nach Hogwarts kommen lassen, um ihn zu trainieren, aber auch um ein wenig auf ihn zu achten, jetzt, wo Sirius tot war. Der Schulleiter hoffte auch, dass Harry und Severus bei dem gemeinsamen Training sich endlich näher kennen und verstehen lernen würden. Sie hatten zu seiner großen Freude auch schon kleine Fortschritte gemacht, aber von einer Freundschaft, wie sie Albus vorschwebte, waren sie noch himmelweit entfernt.
An all das erinnerte sich Harry nicht mehr, als er die Augen aufschlug und in die Sonne blinzelte. Er erinnerte sich nur daran, dass sein Herr vor kurzem sehr wütend auf ihn gewesen war und ihn auf unbestimmte Zeit aus seinen Räumen, und vor allem aus seinem Bett, verbannt hatte.
Er griff traurig nach seinem Halsband und legte es sich um. Er spürte das vertraute Kribbeln, das ihn als rechtmäßiges Eigentum seines Herrn auszeichnete und lächelte.
Er mochte seinen Herrn. Er war sehr streng, aber konnte auch sehr liebevoll sein, wenn er mit ihm zufrieden war. Vor einigen Tagen hatte er allerdings beim Saubermachen ein Glas mit einer seltenen Tier fallen gelassen. Das Glas war zersplittert und das Wasser hatte sich über den ganzen Boden verteilt. Der kostbare Wurm war inmitten des Desasters innerhalb von Sekunden verendet.
Der Tränkemeister war außer sich gewesen. Er hatte Harry erbarmungslos die Gerte über den Rücken gezogen und ihn dann fortgeschickt. Seit dem hielt er sich im Gryffindorturm auf und bemühte sich seinem Herrn nicht unter die Augen zu kommen und ihn noch mehr zu erzürnen. Die Striemen auf seinem Rücken waren mit Hilfe der Salbe, die sein Herr ihm über einen Hauselfen hatte zukommen lassen, geheilt, aber sie hatten sowieso kaum geschmerzt, im Vergleich zu der Verbannung. Das Ganze war jetzt fünf Tage her, und er beschloss für sich in die Kerker zu gehen und seinen Herrn nochmals um Vergebung anzuflehen. Vielleicht … vielleicht erlaubte er ihm wenigstens in seiner Nähe zu sein, wenn er auch nicht in sein Bett durfte. Harry sprang aus den Federn und verließ, nachdem er sich kurz gewaschen hatte, den Turm. Er trug nur eine ausgeblichene Pyjamahose, aber darum scherte er sich nicht. Er wollte seinen Herrn finden.
Severus Thomas Snape, seines Zeichens Zaubertränkelehrer und momentan eher unfreiwilliger Trainer der Hoffnung der Zaubererwelt, rauschte durch die Gänge zur Großen Halle. Albus hatte darauf bestanden, dass er auch in den Ferien alle Mahlzeiten in der Großen Halle zusammen mit Potter, Pomona, Poppy, Filius und ihm einnahm, statt wie sonst, in seinen Räumen zu essen. Diese Maßnahme sollte die Gemeinsamkeit fördern. Severus schnaubte.
Albus’ Versuche, Potter und ihn näher zusammenzubringen, waren schon lächerlich. Er würde mit dem Jungen zusammenarbeiten, bis dieser seine Aufgabe erfüllt hatte, und gut. Er plante wahrlich nicht eine lebenslange Freundschaft mit dem Sohn von James Potter, wie sie Albus vorschwebte, einzugehen.
Er ging gerade im Kopf noch einmal die Zauber durch, die er mit dem Balg in Duellieren üben musste, als er in etwas hineinrannte - oder eher in jemanden: Potter, der zu Severus’ großer Verwunderung lediglich mit einer ausgeleierten Pyjamahose bekleidet war.
Der Tränkemeister öffnete gerade den Mund, um einem passenden Kommentar abzugeben - Albus hatte ihm verboten in den Ferien Punkte abzuziehen - , als Potter begann zu sprechen.
„Bitte vergebt mir, Herr! Bitte, ich flehe Euch an! Bitte vergebt mir.“
Der Sohn seines Erzfeindes kniete vor ihm auf dem Boden und hatte sich in seine Roben festgekrallt.
„Was soll das, Potter? Ist das einer Ihrer intelligenten Scherze?“
Bei der Nennung seines Nachnamens war Potter zusammengezuckt. Er zitterte und hielt den Kopf gesenkt.
„Bitte vergebt mir, Herr. Bitte!“
Severus hatte genug von dem Theater. Er packte den Jungen und zog ihn hoch. Große Augen starrten ihn angsterfüllt hinter den Brillengläsern an. Der Tränkemeister runzelte die Stirn.
Leglimens, dachte er, und das Erste, was er wahrnahm, war panische Angst.
Er sah eine Erinnerung, die er sich nicht erklären konnte: Potter putzte in seinem Labor die Einmachgläser mit den Zutaten. Plötzlich glitt ihm eines aus der Hand und zerschellte auf dem Boden. Ein großer Wurm, ein Lobalug, zappelte noch einige Sekunden und vertrocknete dann auf einen Schlag. Severus konnte sich das nicht erklären. Lobalugs verwendete er schon seit Jahren nicht mehr in seinen Tränken, da sie sehr selten waren und ihre Verwendung vom Ministerium für seinen Geschmack etwas zu streng überwacht wurde.
Er hatte längst herausgefunden, dass man ein ähnliches Sekret, wie das des Wurmes, auch aus der Kombination magischer Pflanzen gewinnen konnte.
Plötzlich sah er sich selbst in den Raum stürmen und den Jungen anschreien. Zu seinem Entsetzen sah Severus, wie sein Alter Ego eine Gerte zog und mit ihr dem vor ihm knienden Jungen erbarmungslos auf den Rücken schlug. Potter schrie wie leid es ihm tat und flehte ihn um Vergebung an. Dann verschwand die Erinnerung und Severus sah den Jungen mit gesenktem Kopf und mit Striemen überzogenem Rücken die Stufen zum Gryffindorturm hinaufsteigen, unendlich verzweifelt darüber, dass sein Herr ihn auf unbestimmte Zeit verstoßen hatte.
Was war hier los?
Der Tränkemeister zog sich aus den Gedanken Potters zurück und starrte auf die vor ihm kauernde Gestalt. Der Junge hatte seine Stirn gegen die Stiefelspitze des Professors gedrückt und Severus sah etwas an seinem Hals. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um ein Halsband aus dunkelgrünem Samt handelte, auf dem mit silbernen Buchstaben: „Eigentum von Severus T. Snape“ stand. Was zur Hölle …?
Er musste sofort mit Albus sprechen. Er rief einen Hauselfen und trug ihm auf, den Schulleiter um ein dringendes Gespräch in dessen Büro zu bitten. Nur einen Moment später erschien der Hauself wieder und richtete ihm aus, dass der Schulleiter auf ihn wartete. Severus riss sich von dem Potterjungen los und machte sich auf den Weg. Potter ging nahezu lautlos zwei Schritte hinter ihm.
Albus erwartete ihn hinter seinem Schreibtisch sitzend und schaute die Ankömmlinge gespannt an.
„Du wolltest mich sprechen, Severus?“
„Allerdings.“
„Setz’ dich. Möchtest du einen Zitronenbonbon?“
Severus lehnte dankend ab.
Albus wollte seine verfluchten Drops gerade Potter anbieten, hielt aber mitten im Satz inne, denn Potter hatte sich nicht auf den zweiten Stuhl gesetzt, sondern kniete neben Severus’ Sitz auf dem Boden, als wäre das die normalste Sache der Welt. Der Schulleiter runzelte die Stirn.
„Was ist hier los?“ fragte er mit einem durchdringenden Blick auf seinen Tränkemeister.
Dieser verzog keine Miene.
„Deswegen bin ich hier. Sieh’ dir seine Erinnerungen an.“
Der Schulleiter konzentrierte sich. Eine Weile saß er regungslos da, während das Entsetzen in seinen Augen immer größer wurde. Schließlich klärte sich sein Blick, und er wirkte auf Severus so alt wie nie zuvor. Die Augen, die sich auf den Jungen richteten ließen jedes Funkeln vermissen.
„Harry?“
Potter hob den Kopf.
„Geh’ in die Räume deines Herrn und warte dort.“
Potter sah Severus fragend an. Dieser nickte kurz, worauf der Junge aufsprang, sich tief verneigte und das Büro über das Flohnetzwerk verließ.
Der Tränkemeister wand seine Aufmerksamkeit wieder dem Schulleiter zu. Albus seufzte und fasste sich an die Nasenwurzel.
„Was ist mit ihm?“, wollte Severus wissen.
„Seine Erinnerung ist ausgetauscht worden.“
Severus hob eine Augenbraue. Ihm schwante nichts Gutes.
„Alles, was ich sehen konnte war, dass er sich als dein Sklave sieht und zwar seit seinem 11. Lebensjahr. Damals wurde er nach seiner Erinnerung von seinem Onkel für 100.000 Pfund an dich verkauft. Er hat großen Respekt vor dir und empfindet große Zuneigung für dich. Er erfährt dich als strengen, aber gerechten Herrn, und er ist dir absolut ergeben.“
Severus hatte Schwierigkeiten zu atmen. Er ahnte, wer für diese verhängnisvollen Wandel in Potters Persönlichkeit verantwortlich war. Es sah ganz so aus, als hätte der Dunkle Lord herausgefunden, dass er mittels seiner Verbindung zu dem Jungen diesem nicht nur vorgaukeln konnte, dass dessen geliebter Pate in Gefahr war, sondern dass sich diese Verbindung noch zu ganz anderen Zwecken eignete. Wie dem, ihm gleich eine neue Existenz zu geben.
Der Tränkemeister spürte wie leise Panik seinen Rücken hinaufkroch.
„Was ist mit seinen anderen Erinnerungen?“
Albus schüttelte leicht den Kopf.
„Sie sind noch vorhanden. Allerdings sind sie in eine dichte magische Membran gehüllt, die nur ein mächtiger Gedankenzauberer auflösen kann. Leider gibt es nur sehr wenige von ihnen, und es kann Monate dauern bis wir einen finden. Das Problem ist, dass nicht nur seine Erinnerung, sondern auch seine Magie betroffen ist.“
„Wie meinst du das?“ Severus’ Kehle entrang sich nur noch ein heiseres Flüstern.
„Der größte Teil seiner Magie ist ebenfalls durch eine solche Membran blockiert. Harry hat im Moment weniger magische Kräfte zur Verfügung als ein Hauself.“
Severus unterdrückte ein Keuchen.
„Er hat nach seiner Erinnerung nie einen Zauberstab in der Hand gehabt.“
Der Tränkemeister biss sich auf die Unterlippe. Verdammt!
„Und jetzt?“
„Harry ist nicht der Einzige, auf den die Prophezeiung hätte zutreffen können. In der letzten Dekade des Julis 1980 wurden zwei Jungen geboren, und auch, wenn Voldemort Harry als seinen Gegner gewählt hat, so könnte der andere Junge nun unsere Chance sein.“
„Wer ist der andere Junge?“
„Neville Longbottom.“
Severus glaubte sich verhört zu haben.
„Longbottom?! Du willst unser aller Los in die Hände von Neville Longbottom legen?!“
Das konnte nicht sein Ernst sein!
„Es bleibt uns nichts anderes übrig. Ich werde ihm noch heute eine Eule schicken und ihn nach Hogwarts kommen lassen. Ich möchte, dass du ihn sowohl in Duellieren als auch in Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichtest. Ich denke ein wenig Nachhilfe in Zaubertränke könnte auch nicht schaden.“ Albus’ Ton ließ keinen Widerspruch zu.
„Und Potter?“
„Ich möchte, dass er in nächster Zeit bei dir wohnt und du dich so verhältst, wie er es erwartet. Ich möchte, dass er sowenig Irritation wie möglich erfährt, und dass er sich wohl fühlt. Ich denke, das ist das Beste, was wir im Moment tun können. Sprich’ ihn bitte mit dem Vornamen an, denn nach seiner Erinnerung nennst du ihn nur Potter, um ihm deine Verachtung zu zeigen, wenn er einen großen Fehler gemacht hat.“
Der Tränkemeister erhob sich, als er die Augen des Schulleiters fast flehend auf sich gerichtet sah.
„ Bitte sei gut zu ihm.“
Damit war er entlassen.
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Was meint ihr? Reviews und Kritik sind sehr erwünscht. Wenn noch jemand Beta lesen möchte, kann er oder sie das auch tun. Je mehr, desto besser.
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