Genre: Humor
Disclaimer: die Wiener Inszenierung gehört den VBW
Dedication: für Babsi und Bine...die die besten Inspirationen liefern, die man bekommen kann ;)
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Kapitel 1: - Seufz -
Von Firlachiel
„Du bist ein gottverdammter Idiot!“
„Ich? Wer hat denn gesagt: ‚Lass uns mal über die Mauer klettern, da drüben ist sicher was Interessantes.‘ ?“
„Ich wars nicht.“
„Ah nein?“
„Nein.“
Wie? Verwirrt? Achja, ich vergaß die ersten beiden Protagonisten meiner Geschichte vorzustellen:
Der angebliche Idiot nennt sich Benvolio, der zweite Herr ist Mercutio. Wir befinden uns einige Jahrhunderte vor unserer Zeit im schönen und im Moment nicht ganz so ruhigen Verona.
Nicht ganz so ruhig, weil die beiden Unglücksraben hinter besagter Mauer im wahrsten Sinne des Wortes über einen Haufen Capulets gestolpert sind. Dass diese über ein paar staubige Fußabdrücke auf ihrem Rücken nicht allzu begeistert waren muss sicher nicht extra erwähnt werden.
Nun befinden sich unsere beiden „Helden“ jedenfalls in einer schmalen Gasse, welche sie in gestrecktem Galopp entlanghasten, dicht gefolgt von den verärgerten Capulets.
„Du warst es sehr wohl!“, schnaubte Benvolio, mittlerweile ein wenig außer Atem.
„War ich nicht!“, verteidigte sich Mercutio.
„Warst du doch!“
„Nein!“
„Doch!“
„Nein!“
„Doch!“
„Aber du bist trotzdem ein Idiot!“
„Wenigstens sehe ich gut aus.“
Damit schien das Thema vorerst erledigt, denn nicht allzu weit entfernt entdeckten die beiden ein blaues Häufchen. (Nein, kein Hundehäufchen, das eine andere Farbe angenommen hat. Ich spreche von einigen blau gekleideten Montagues.)
„Wir sind gerettet!“, freute sich Benvolio.
„Tja, und das haben wir nur mir zu verdanken.“, triumphierte sein Kumpel Mercutio.
„???“
„!!!“
Aufgrund körperlicher und seelischer Grausamkeiten in den folgenden Minuten, decke ich hier einen Mantel des Schweigens über die Ereignisse und setze einige Zeit später wieder ein...
„HIMMELHERRGOTTSAKRA, WAS IST DENN HIER SCHON WIEDER LOS?“, brüllte eine offenbar recht gereizte Stimme über den allgemeinen Trubel hinweg.
Augenblicklich hielten alle inne. Man stelle sich den Anblick von etwa 20 rot-blau gemischten Personen vor, die ähnlich eines Twister-Spiels ineinander verkeilt sind.
„Ähm...“, erwiderten einige unisono (und eloquent wie selten zuvor) und blickten verlegen auf den Boden.
„Kann man denn hier nie in Ruhe seine Gute-Nacht...äh...*hüstel*...seine Abendlektüre lesen? Müsst ihr euch denn jeden Tag verprügeln?“, fragte ein schlechtgelaunter (da unausgeschlafener) Fürst.
„Also, das war so...“
„Eigentlich...“
„Gar nicht wahr!“
So und so ähnlich begannen Montagues und Capulets sich zu rechtfertigen. Natürlich alle gleichzeitig, denn hätten sie nacheinander gesprochen, wären sie ja zu verstehen gewesen. Nicht auszudenken.
Der Fürst spürte langsam seine Migräne aufsteigen, daher gebot er mit einem Wink Ruhe.
„Also, hört mal, ich finds ja toll, wenn ihr miteinander Räuber und Gendarm spielt, oder wie diese modernen Gesellschaftsspiele heutzutage so heißen...aber muss das denn ausgerechnet hier sein? Macht das doch zu Hause.“
Das ging natürlich nicht. Denn die Montagues durften keine Capulets mit nach Hause bringen und umgekehrt. Nicht, dass ein Capulet freiwillig einen Fuß in die montaguesche (dämliches Wort ^^) Villa gesetzt hätte.
Da man sich jedoch einig war, dass der Fürst das nicht so wirklich verstehen würde, erhob sich zustimmendes Gemurmel. Natürlich hegte niemand einen Zweifel daran, dass es am nächsten Tag wieder von vorne losgehen würde. Doch für heute zerstreute sich die zerbeulte Menge.
Währenddessen, nicht allzu weit entfernt...
„Seufz...“
Mehr hat diese Person im Moment nicht zu sagen, also zurück zu Benvolio und Mercutio.
„Hui, war das klasse. Machen wir das gleich nochmal?“
Ein fröhlicher Benvolio hüpfte vor seinem Freund (welcher meist vehement abstritt, Benvolios Freund zu sein) hin und her.
Ein verständnisloser Blick war jedoch die einzige Antwort, die der Fragende erhielt.
„Was denn? Hat doch Spaß gemacht...“
„Du hast dich ja auch im Gebüsch versteckt.“, maulte Mercutio und rieb sich sein schmerzendes Schienbein. Tybalt, sein Lieblingsfeind im Lager der Capulets (und unglücklicherweise nicht gerade die größte unter den Tulpen), hatte mit seinem Tritt ganze Arbeit geleistet. Mercutio wollte sich lieber nicht vorstellen, welchen Körperteil Tybalt getroffen hätte, wäre er ein wenig größer.
„Ich hab mich nicht versteckt, ich habe den Angriff koordiniert.“, konterte Benvolio mit vielsagendem Lächeln. „Außerdem war der Busch voller Dornen.“
Als Beweis seiner Qualen zupfte er eine Dorne aus seiner Hose.
„Geschieht dir recht.“
Mercutio war, wie meistens, nicht beeindruckt von den Heldentaten seines Kumpels.
„Soll ich dich stützen?“
Hilfreich wie immer streckte Benvolio ihm einen Arm entgegen.
„Nein danke. Das letzte bisschen Würde, das ich noch habe, würde ich gerne behalten.“
„Du bist ein Montague, das hat nichts mit Würde zu tun.“
Einmal mehr erntete der Montague einen irritierten Blick.
Zur gleichen Zeit, auf der anderen Seite der Stadt.
„Seufz...“
Nein, das war nicht der gleiche Seufzende wie vorhin, aber trotzdem war das auch schon alles, was dieses Wesen an dieser Stelle zu diesem Epos beizusteuern hat. Also wieder zu den beiden Montagues...
„Vivaaaa Veronaaaaa.“
Laut (und falsch) hallte Mercutios Stimme durch die Straßen. Aus Sympathie (oder um das Gejaule zu übertönen) maunzten einige Katzen mit.
Ein mittlerweile verzweifelter Benvolio hielt daher Ausschau nach einer Wand, an die er seinen Kopf deppern konnte. Oder noch besser, einer Socke, die er dem verkappten Figaro in den Mund stopfen konnte, auf dass endlich Stille herrsche.
„Was genau denkst du eigentlich, was du da tust?“, fragte er nach einer Weile, in der Hoffnung, es würde den „Gesang“ wenigstens für eine Weile unterbinden.
„Na...singen?“
„Das ist alles, aber nicht singen.“
„Du hast doch keine Ahnung!“
„Ach nein?“
„Nein.“
„Hab ich wohl!“
„Hast du nicht!“
„Wohl!“
„Nein!“
„Dohoch!“
„Naien!“
„Seufz...“
Automatisch hielten beide inne und sahen sich nach dem Ursprung des Seufzers um.
Unter einer Linde, auf einer Bank, über dem Boden, ins Licht der untergehenden Sonne blickend (wie romantisch ^^) entdeckten sie ihn schließlich. Romeo. Benvolios Vetter. Mercutios...öhm...Freund oder sowas in der Art.
„Ohje...“, flüsterte Benvolio. „Den Blick kenne ich...er ist wieder unglücklich verliebt.“
„Meinst du?“
Mercutio musterte den Blondschopf auf der Bank prüfend.
„Jede Wette...lass uns verschwinden so lange wir noch können...“
Doch da war es schon zu spät...
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Was geschieht nun? Welch grausames Schicksal wird Benvolio und Mercutio ereilen? Und vor allem: In welcher Beziehung stehen Mercutio und Romeo wirklich? Wer war der zweite Seufzer? Und welchen Sinn hat diese Fanfic?
Einige Antworten folgen in Kapitel 2, wenn Interesse besteht ;) *g*
