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Geschichte: Fanfiktion
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von Lunniluna
erstellt: 25.10.2005
letztes Update: 25.10.2005
Geschichte, Allgemein / P6
(fertiggestellt)
Die Taten und Aussagen beruhen nicht auf tatsächlichen Situationen! Alles in meinem Hirn entstanden!
Also dann, viel Spass mit:
Unbelievably
Ich wischte mir mit dem Taschentuch übers Gesicht. Schmutz blieb daran haften. Ärgerlich versuchte ich die aufsteigenden Tränen zurückzuhalten und Die Wut auf mich selbst wuchs immer weiter. Wie hatte ich nur so dumm sein können? Wie um alles in der Welt hatte man mich dazu gebracht, ihm zu vertrauen?
Warum habe ich mich nicht früher gewehrt? Es war und blieb mir ein Rätsel!
Es war, als ob alle Energie aus meinem Körper gesogen worden wäre. Keuchend ließ ich mich an der Wand hinabrutschen, blieb in zusammengekauerter Stellung hocken. Warum hatte ich das alles verdient? Was hatte ich getan, um so was erleiden zu müssen?
"Immer noch hier?", erklang eine kalte Stimme neben mir. Ich zuckte zusammen, wollte meinen Kopf drehen, doch ich brachte die Kraft dafür nicht auf.
Also blieb ich stumm...So wie immer.
"Dachte du wärst n bisschen gescheiter da oben..." Er pochte mit seiner dreckigen Hand auf meinen Kopf und ich verzog kaum merklich das Gesicht. Meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer...
"Aber so kann man sich täuschen!" Sein stinkender, heißer Atem streifte meine Wange und ich schauderte zurück, hatte das Gefühl, mich gleich übergeben zu müssen, so übel war mir. Arschloch! Er wusste genau, ich war zu schwach um abzuhauen!
Noch immer war ich außer Stande zu antworten. Ich verwendete alle Energie die ich noch hatte darauf, nicht ohnmächtig zu werden. Dann hätte ich verloren.
"Schlaf dich aus, kleine Hure. Morgen musst du wieder arbeiten!", lachte der Typ gehässig, verließ das Zimmer und knallte die Türe zu. Der Riegel wurde vorgeschoben, dann entfernten sich die Schritte.
Ich nahm nichts mehr um mich war, weder den dreckigen, kalten Boden, auf den mein Körper fiel, noch die Fliegen, die sich auf meinem Körper breit machten. Die süße Dunkelheit verschlang mich unaufhaltsam. Oh hol mich, du selig erträumter Tod...
Wenig später wachte ich jedoch wieder auf. Schweißgebadet, doch ich fror. Ich fieberte- und das nicht nur einwenig. Das bisschen Flüssigkeit, was ich noch in meinem Körper hatte, erbrach ich und ein weiterer Schwindelanfall schien mich zu übermannen. Doch ich wehrte mich mit dem letzten bisschen klaren Verstand dagegen. Wollte hier weg. Raus aus diesem verdammten Loch!
Langsam legte sich der Sturm in meinem Kopf wieder etwas. Das Erbrochene stank und ich robbte mit aller Kraft etwas davon weg. Shit! Was sollte ich jetzt tun? Seit fast einer ganzen Woche harrte ich nun schon hier aus. Es stank nach Kotze, Urin und Sex.
Ihr habt richtig gelesen! Sex!
Hier war das Zwischenlager für die Nutten, die Markus, so hieß der Typ, der vorhin hier war, weiterverkaufte.
Seine Opfer stammten von überall her. Ich zum Beispiel war auf einer harmlosen Reise in Italien auf ihn hereingefallen. Er hatte sich als Moderator eines Fernsehsenders ausgegeben und mir versprochen, wenn ich mit zum Sendebus kommen würde, könne ich über die Kamera meine ganzen Verwandten grüssen und obendrein wollte er angeblich noch ein Interview mit mir über meine absolute Lieblingsband führen. Leichtgläubig, gut gelaunt und in Ferienhochstimmung war ich ihm gefolgt.
Ein Knall auf den Hinterkopf. Dann war ich hier aufgewacht.
Täglich waren nun Männer gekommen, die Markus´ "Ware" inspizierten. Mich hatten sie nie "gekauft" und ich wusste nicht ob ich enttäuscht oder glücklich darüber sein sollte. Einige Male habe ich schon gehört, dass mein Alter der ausschlaggebende Punkt war. Ich war 15, noch am entwickeln. Das war wohl momentan nicht so gefragt...
Mein Blick wanderte zum Fenster ganz oben an der Mauer. Tagsüber, wenn diese Männer da waren, standen Stühle im Raum. Da hätte ich mit Hilfe eines solchen locker anhauen können. Doch Markus räumte sie jeden Abend sorgsam weg.
Da fiel mein Blick auf die hinterste Ecke des unhygienischen Raumes. Dort stand es! Das Mittel zu meiner Flucht!
Ein Stuhl! Dreckig, schäbig, zerschlissen. Doch es war ein Stuhl! Ein hoher Stuhl! Er würde zum Fenster reichen!
Mühsam versuchte ich aufzustehen, schaffte es nach dem dritten Mal eher kläglich. Doch ich stand. Mit tastenden Schritten, schlurfte ich langsam und irgendwie hölzern zu dem Stuhl hin, ließ mich drauf sinken und atmete erstmal tief durch. Ich musste jetzt Kräfte sammeln, damit ich, wenn ich es schaffe durchs Fenster zu klettern, schnell weglaufen konnte.
Markus würde mich töten, wenn er es bemerken würde. Hat er selber gesagt. Und ich traue es ihm ohne weiteres zu!
Als ich mir einigermaßen sicher war, nicht gleich wieder zusammenzuberechen, stand ich erneut auf, kratzte meinen ganzen Willen zusammen und schleppte den Stuhl unter dieses Fenster, kletterte rauf und machte das Fenster auf.
Frischer Wind fuhr mir entgegen und ich war überwältigt, wie gut die Welt riechen konnte. Gegen den Gestank in diesem Kellerloch waren die Abgasdüfte da draußen der Himmel auf Erden!
Unter größter Anstrengung schaffte ich es schließlich, mich aus dem schmalen Fenster zu zwängen. Als ich auf der Erde kauerte, voller Angst, entdeckt zu werden, fühlte ich, wie ungeahnte Kräfte durch meine Venen schossen. Das Adrenalin, der Fluchttrieb der Menschen hatte eingesetzt!
Das Gebäude in dem ich gefangen gehalten worden war, trug die Hausnummer 18a, wie ich mit einem Blick feststellen konnte. Es musste ganz in der Nähe eines Bahnhofes liegen. Ich hörte den Lärm der ankommenden und abfahrenden Züge bis zu mir hin.
Ich hatte meinen Entschluss gefasst. Ich würde mich zum Bahnhof schleppen und dort in den erstbesten Zug einsteigen, der auf den Gleisen stand. Nur weg von hier...
Ich stand auf und ohne mich noch ein weiteres Mal umzusehen, rannte ich Hals über Kopf davon.
Tatsächlich fand ich den Bahnhof sofort und ein Zug, prächtig wie eh und je, stand bereit, die Reisenden ans gewünschte Ziel zu bringen. Ich wusste nicht, wohin mich diese Reise führen würde, als ich in den Zug stieg. Das Einzige was ich wusste war: Ich bin frei!
Das Abteil in dem ich saß, war menschenleer. Keiner schien sich näher als drei Meter an mich heran zu trauen. Meine Augen flatterten, ich spürte wie mir wieder übel wurde und ich hatte das Gefühl, mein Fieber würde mich noch umbringen. Meine Kehle fühlte sich so ausgetrocknet an, wie eine ganze Wüste. Irgendwann kam dann eine Frau ins Abteil, warf mir eine Flasche Wasser und ein Brot hin. Ohne ein Wort verschwand sie wieder und ich war froh darüber. Reden konnte ich nicht im Moment. Dazu fühlte ich mich zu schrecklich.
Mit hastigen Zügen trank ich das Wasser. Ich musste husten, mein Kopf begann erneut heftig zu pochen.
Erledigt ließ ich mich zurück sinken und schlief ein.
Ich wurde von einem lauten: "Magdeburg! Endstation!", geweckt. Mühsam stand ich auf und verließ den Zug.
Meine Augen wanderten schreckhaft durch die Menschenmassen. Ich stolperte, fiel hin und stand wieder auf. Mit wenigen Schritten war ich bei einer Bank, ließ mich drauf fallen und wurde Ohnmächtig. Die Misshandlungen der letzten Tage hatten mehr Folgen als gedacht.
Ich hielt krampfhaft meine Augen geschlossen. Bloß nicht aufwachen! Dachte ich. Bloß nicht aufwachen und wieder bei diesem Arsch von Markus sein!
Doch ich konnte nicht verhindern, dass meine Augen trotz allem plötzlich aufsprangen.
Ich lag in einem Bett!
In einem wunderschön, warmen, kuscheligen Bett!
Ich seufzte erleichtert auf. Ängstlich schaute ich mich um. Ein Junge mit schwarzen Haaren war auf einem Stuhl, nicht weit von mir, eingeschlafen. Doch als ich mich aufsetzten wollte und mir vor lauter Schmerz ein grauenvolles Stöhnen entwich, wachte er sofort auf.
Als er den Kopf hob, konnte ich es nicht fassen.
Neben meinem Bett saß Bill Kaulitz! Der Sänger meiner absoluten Lieblingsband! Von denen wollte ich Markus vor knapp einer Woche...Ich brach den Gedanken ab. Es schmerzte zu sehr!
Trotzdem! Was machte Bill Kaulitz neben meinem Bett?
"Hey...", sagte er leise. "Du bist wach..."
Ich zuckte unter diesen Worten zusammen, als wären sie ein Schlag ins Gesicht.
Er blickte mich unsicher an und wollte weiter sprechen, doch mir rann plötzlich wie von selbst, ohne dass ich es bemerkt hatte, eine Träne über die Wange. Und der einen folgten hunderte andere!
Bill wusste nicht so recht, was er tun sollte. Er hatte wohl Angst vor meiner Reaktion, wenn er mich berühren würde!
"Schhhh...", machte er deshalb auch nur leise aber bestimmt. "Du bist im Krankenhaus...schhh...es wird bestimmt alles wieder gut!"
Ich versuchte mir mit dem Ärmel meines Pyjamas, welches mir das Krankenhaus verpasst haben musste, die Tränen abzuwischen, doch Bill streckte mir ein Taschentuch hin und ich nahm es dankbar entgegen.
Sanft blickte er mich an. "Durst?"
Ich nickte. Verdammt, warum brachte ich kein Wort über die Lippen?
Er stand auf, holte mir ein Glas Wasser und ich nahm es mit zitternden Händen entgegen, trank es eilig aus.
"Du willst sicher wissen, warum du hier bist und wahrscheinlicher, warum ich hier bin...Oder?"
Wieder nickte ich und er lächelte traurig. "Ich kam gerade von nem Gig, du musst wissen ich hab ne Band, und da seh´ ich wie du über so ner Bank ohnmächtig wirst. Keiner der Leute hat was getan...Da musste ich dir einfach helfen. Ich habe mit dem Handy den Krankenwagen gerufen und weil ich dich gefunden hatte und wahrscheinlich auch auf Grund dessen, dass sie mich kannten, haben sie mir erlaubt, mitzufahren. Du warst jetzt knapp dreiviertel Stunden weg...", endete er mit bedrückter Stimme. "Mein Name ist übrigens Bill. Bill Kaulitz."
Ich sah ihn mit großen Augen an und nickte abermals.
"Wie heißt du?", fragte er, als ich keine Anstalten machte, etwas zu sagen.
Ich wollte Sprechen, machte den Mund auf, doch es kam kein Wort heraus. Nur ein unverständliches Gurgeln. Bill sah mich überrascht an. Dann zog er Kugelschreiber und Blockpapier aus der Tasche und hielt sie mir hin. "Kannst du´s schreiben?"
Ich setzte an und schrieb wackelig meinen Namen.
Sonja Weber
"Hey Sonja...", flüsterte Bill. "Nett dich kennen zu lernen!"
Ich versuchte zu lächeln. Es misslang gründlich!
"Ich werde jetzt die Krankenschwester rufen. Ich sagte, ich melde es ihr wenn du wach bist. Ist das ok für dich?"
Ich formte ein lautloses JA und Bill drückte einen Knopf an der Seite meines Bettes.
Wenig später, als mich die Krankenschwester umwuselt hatte und der Arzt untersucht, saß Bill immer noch neben mir auf dem Stuhl. Ich fragte mich, was ihn dazu bewog, zu bleiben.
Als die Leute das Zimmer wieder verlassen hatten, sah Bill mich offen an.
"Ich weiß, du kannst im Moment nicht sprechen. Aber die Ärzte haben gesagt dass du in zwei Stunden das Spital verlassen müsstest, weil dir dann nur noch Therapien wegen dem Reden und so helfen können. Die Ohnmacht kam von Unterernährung und Entkräftung. Außerdem hattest du einige Prellungen und Schürfwunden und Fieber. Gegen das Fieber haben sie dir ja bereits n Mittel gegeben und gegen Magenschmerzen und so auch. Aber eben, in spätestens zwei Stunden musst du gehen. Wo willst du hin?"
Ich hatte ihm aufmerksam zugehört und schüttelte den Kopf. Ich griff wieder nach Kugelschreiber und Stift.
Ich weiß nicht...
Er seufzte. "Das hab ich geahnt. Aber so wie du im Moment drauf bist kann man dich nicht auf die Menschen loslassen. Ich werde dich mit zu mir nach Hause nehmen müssen!"
Meine Augen weiteten sich geschockt. Was, wenn das wieder so eine Falle wäre? Wenn ich nachher wieder in einem Loch sitzen und beinahe sterben würde? Konnte ich überhaupt noch jemandem trauen? Aber das war Bill Kaulitz. Der würde so etwas nie tun, oder?
Bill muss in meinen Augen gelesen haben wie in einem offenen Buch. Denn er fing ganz ruhig an zu reden. "Es wird dir nichts geschehen! Ich versprechs dir! Auf der Strasse würdest du nicht weit kommen! Vertrau mir! Ich will dir nichts Böses! Will dir nur helfen!"
Langsam streckte er seinen Arm aus und fasst mit seiner Hand nach meiner. Einen Moment lang wollte ich schreien und ihn zurückstoßen. Doch dann ließ ich es geschehen. Ich sah den Dank in seinen Augen.
"Geht das Klar für dich? Du kannst jederzeit nein sagen!"
Ich nickte und er lächelte mich offen an. "Dann telefonier ich mal eben mit Georg, das is´ n Kumpel von mir. Der hat n Auto und wird uns abholen kommen. Er ist wirklich ein ganz Lieber! Er wird dir auch nichts tun!", erklärte Bill, als er aufstand und sein Handy hervorzog. Ich nickte schon wieder.
Kurz darauf standen wir vor dem Krankenhaus und Bill half mir, mit möglichst wenig Körperkontakt einzusteigen. Ich war ihm echt dankbar für alles was er bis jetzt getan hatte. Klar hatte ich Angst, es würde wieder etwas Schlimmes geschehen, wenn ich mit Leuten mitging, die ich nicht kannte. Doch auf der Strasse hätte ich wohl kaum überlebt, da ich noch nicht mal sprechen konnte.
Georg hatte nicht viel gesprochen, als er sah, in welchem Zustand ich war. Still und konzentriert fuhr er uns nach Loitsche, dem Dorf, in dem Bill wohnte, wie ich aus verschiedensten Heftchen wusste. Vor einem Haus, welches über und über mit Plakaten zugemüllt war, auf denen Bill oder Tom ich liebe dich standen, stiegen wir aus. Bill bedankte sich leise bei Georg, der nur nickte und dann wieder davon fuhr.
Bill stützte mich sachte, ohne mich zu groß zu bedrängen und wir gingen den kurzen Weg zur Haustüre, die wir durchtraten. Ich wurde sofort die Treppe hinauf, in ein wunderschön mit schwarzen und orangen Farben eingerichtetes Zimmer geführt und dort wies er mich an, mich aufs Bett zu legen, was ich auch ohne zu Murren tat.
Ich hörte wie Bill draußen mit jemandem sprach. Die Stimmen waren sich sehr ähnlich. Das musste Tom sein. Oder?
Tatsächlich kam ein Junge mit Rastas und Hip-Hop Klamotten durch die Türe geschlurft.
"Jo, hey Sonja...Ich bin der Tom. Ich bin Bills Bruder, musst du wissen. Nun, ich...Wie geht es dir?", fragte er unsicher und ich versuchte zu lächeln, dieses Mal gelang es mir fast. Er nickte darauf und schenkte mir einen von diesen Blicken, die ich auf den Postern immer angeschmachtet hatte und für den jedes Girl dass Fan war, im Staub gekrochen wäre!
Da trat Bill wieder hinzu. Er hatte in Tablett in der Hand, darauf standen ein Glas Wasser, Zwieback, Salzstängelchen und ein Apfel.
"Falls du Hunger hast...Du bist etwas dünn...", erklärte er lächelnd und ich lächelte zurück. Langsam wurde ich wieder etwas mehr ich selbst. Ich griff nach einem Zwieback und als ich den ersten Bissen schluckte, merkte ich erst wie hungrig ich war. Ich aß alle 11 Zwiebacke auf und trank das Wasser.
"Willst du noch mehr davon?", fragte mich Tom, der sich wie Bill neben mein Bett gesetzt hatte und mir stumm beim Essen zugesehen hatte.
Ich schüttelte de Kopf. Und versuchte ein Danke rauszuwürgen.
"Schon ok!", sagten die beiden Twins gleichzeitig und ich musste unwillkürlich grinsen.
Bill grinste auch, wurde aber gleich wieder ernst. "Kannst du wirklich nicht sprechen? Versuch es doch nochmals!", bat er mich und ich nickte, versuchte erneut ein Danke hervor zu würgen, doch es ging nicht...
Bill sah mich einen Moment gedankenverloren an. Dann sagte er nachdenklich: "Kannst du schreien?"
Ich probierte es und tatsächlich! Schreien konnte ich.
"Probier jetzt mal das ganze in AAAA umzuwandeln. Schau, diese Bewegung macht dein Mund!" Er zeigte mir langsam, wie er ein A hervorbrachte und ich konnte sein tolles Zungenpircing sehen, was mich leicht lächeln ließ. Doch dann probierte ich es und es klappte sogar recht schnell. Bill ging so mit mir alle Buchstaben durch, bis zum Z. Er zeigte mir jede Bewegung die Zunge und Mund machten und den dazugehörigen Laut.
"Probier´s jetzt nochmals!", wies er mich aufmunternd an. Ich schluckte.
"Daaanggee!", quetschte ich heraus.
"Danke?", fragte Tom verwirrt nach und ich nickte. Dann versuchte ich es nochmals.
"Daaannnccee!" "Daaaannngce!" "Daaanke!" "Danke!"
Bill und Tom grinsten und ich mit ihnen. "Danke irr zwai!", sagte ich und lachte über diese komische Sprache.
"Schon gut!", grinste Bill. "Ist doch Ehrensache!", versicherte Tom mit big Smile im Gesicht.
Ich wurde müde und Tom schien das schnell zu bemerken. "Komm Bill, wir lassen Sonja jetzt n bisschen in Ruhe. Sie ist sicher müde, nicht wahr? Du kannst und rufen wenn was ist oder du was brauchst, ok?"
"Jahaa!", machte ich und verzog das Gesicht. Meine Stimme wollte immer noch nicht so ganz wie ich.
Bill füllte noch einmal mein Wasserglas, stellte es neben das Bett aufs Nachtkästchen und dann verließen die beiden das Zimmer und ich schlief sofort ein.
Wach wurde ich erst am nächsten Morgen wieder. Ich musste durchgeschlafen haben... Als ich mich aufsetzte sah ich die Isomatte, die neben mir auf dem Boden lag. Darauf lag Bill.
Er musste die ganze Nacht auf mich aufgepasst haben! Wohlige Wärme schoss mir durch den Körper, als ich Bill so daliegen sah. Er hatte mir in größter Not geholfen! Ich würde ihm ewig dankbar sein!
Ein Blick auf die Uhr, die an der Wand hing, verriet, dass es fast halb neun Uhr morgens war. Tom war anscheinend bereits wach, denn ich hörte wie jemand in der Küche rumturnte. Wo waren eigentlich die Kaulitzeltern?
"Hey!", klang es plötzlich von der Türe her. "Wieder wach?"
"Jah! Widderr wachh!", antwortete ich und wir grinsten wieder beide über meinen komischen Akzent.
Bill drehte sich murrend auf die andere Seite, was zur Folge hatte, dass er von der Matte kullerte und sich den Kopf an der Wand stieß.
Tom fing schallend an zu lachen, als Bill verdattert den Kopf hob und sich verwirrt umblickte. Ich lachte mit und Bill setzte sich peinlich berührt zu mir auf den Bettrand.
"Guten Morgen!"
"Morgen!", antwortete ich ihm und es klang schon fast normal. Nur ein weinig härter als man es gewohnt war.
"Wie geht es dir heute?", fragte er mich wie ganz beiläufig und ich sah deutlich wie Tom näher rückte.
"Besser!", antwortete ich ziemlich knapp.
Tom setzte sich auf die andere Seite des Bettes und zögerlich klopfte ich mit den Händen aufs Bett. "Legt euch doch hin!"
Die beiden guckten mich überrascht an, taten aber erfreut was ich gesagt hatte. Bill kuschelte sich sogar leicht an mich, was mir eine richtige Gänsehaut verursachte. Ich vertraute den beiden. Sie würden niemals so sein wie ER.
Tom strich mir sanft über mein Haar, welches dringest gewaschen werden müsste.
"Erzählst du uns, was mit dir passiert ist?", fragte er leise aber bittend.
Ich versteifte mich sofort, doch die Hände von Tom und Bill, die mich beruhigend über den Kopf streichelten, ließe mich wieder etwas entspannen.
Eine längere Pause entstand. Dann begann ich leise zu berichten...
Als ich geendet hatte und mir die Tränen unaufhaltsam übers Gesicht liefen, dachte ich, ich müsse vor Scham vergehen. Mir war das ganze so peinlich! Und als ob sie meine Gedanken erahnt hätten, sagte Tom bestimmt: "Es war nicht deine Schuld, Sonja! Dieser Typ war in absolutes Drecksschwein und ich schwöre dir bei meinem Leben, dieser barbarische Was-Weiß-Ich wird hinter Schloss und Riegel landen, ehe es ihm lieb ist!" Zum Schluss war er immer lauter geworden.
Ich setzte mich auf und Bill zog mich in seine Arme, wiegte mich hin und her wie ein kleines Kind. Auch ihm lief eine einsame Träne die Wange hinunter und ich konnte die unterdrückte Wut auf ihn wahrnehmen.
"Keiner kann dir jetzt mehr etwas tun! Wir sind da und beschützend dich Kleines!", flüsterte er mir ins Ohr und ich drückte mich so eng es ging an ihn. Eine Weile blieben wir so sitzen, Bill und ich. Tom war unterdessen raus gegangen. Als er wieder reinkam, lösten wir uns und Bill brachte mich sanft dazu, mich wieder hinzulegen und dann stand auch er auf.
"Sonja, wir sollten natürlich deinen Eltern und der Polizei Bescheid sagen, dass wir dich gefunden haben!", meinte Tom und sah mich besorgt an.
"Meine Mutter ist tot. Mein Vater...Jah, ihm müsste man es sagen....Ihr müsst wissen, dass es unser erster gemeinsamer Urlaub seit langem war. Wir waren noch im Urlaub sauer aufeinander, doch jetzt bereue ich es so. Weil wir so weit weg von der Schule wohnten, musste ich nämlich ins Internat. Und dort war´s schrecklich..."
Bill sah mich lange an. Dann nickte er. Gut, ich gebe jetzt der Polizei bescheid, das wir dich haben. Und die werden wohl auch gleich deinen Vater informieren!", damit verschwand er aus dem Zimmer und Tom setzte sich wieder zu mir.
"Bill mag dich sehr! Er hat dich richtig in sein Herz geschlossen!", flüsterte er mir ins Ohr. "Ich natürlich auch, Kleines. Du bist total lieb! Aber Bill insbesondere..." Ich strahlte ihn an und er lächelte wissend. "Was willst du machen, wenn dein Vater dich wieder ins Internat stecken will?"
Ich schüttelte den Kopf. "Das wird er nicht tun! Ich habe im Internat nie Freunde gefunden. War immer Außenseiter weil ich wegen dem Tod meiner Mutter vor einem Jahr so traurig war. Ich werde ihm sagen, ich könne nicht zurück ins Internat. Ich will da sein, wo ich Freunde habe..."
Tom sah mich verständnislos an und schien es nicht zu raffen. Ich seufzte.
"Ihr seid doch meine Freunde, oder?"
Da fing er plötzlich an zu strahlen und nickte heftig mit dem Kopf. "Auf alle Fälle! Mensch da bin ich aber froh, wenn wir uns nicht aus den Augen verlieren. Irgendwie gehörst du schon voll dazu!"
Ich lachte. "Wo sind eigentlich eure Eltern?" Ich bemerkte plötzlich, dass ich wieder normal reden konnte. Cool!
"Ach die. Die sind verreist!", meinte Tom und mit einem dreckigen Grinsen in Richtung Decke sagte er. "Gut für uns, wenn du weißt was ich meine..."
Bevor ich antworten konnte, kam Bill wieder zurück ins Zimmer. Er sah bedrückt aus.
"Die Polizei war begeistert, als ich gemeldet habe, du seist bei uns! Die haben mich sofort mit deinem Vater verbunden und der weinte vor Freude am Telefon und ist jetzt per Flugzeug unterwegs, dich zu holen...Dann wirst du wieder weg sein..."
Er kam auf mich zu und schloss mich wieder in die Arme. "Schade...", flüsterte er.
Ich drückte ihn und löste mich dann. "Von wegen schade! Ich werde hier bleiben! Also nicht in eurem Haus, aber in Loitsche, mindestens in Magdeburg!", grinste ich. Und Tom klärte ihn darüber auf, was ich ihm gerade erzählt hatte. Bill umarmte mich vor Freude gleich noch mal und Tom starrte grinsend an die Decke. Er kannte seinen Bruder nur zu gut...
Während Bill sofort auf seinem Laptop nach freien Wohnungen in Loitsche zu suchen begann, war Tom ins Badezimmer gedüst, hatte sich frisch gemacht und war nun in der Küche und schob dort scheinbar Pizza in den Ofen. Das Einzige was er könne, wie Bill mir augenrollend erzählt hatte.
Ich saß auf dem Bett und versuchte das Erlebte wenigstens für die Stunden, bis mein Vater käme, zu verdrängen und konzentrierte mich auf das Hier und Jetzt. Bill jubelte auf und zeigte mir ein Bild eines Häuschens. Schnuckelige Größe, mit Pool im Garten und Balkon. Fünfeinhalbzimmer. Klang nicht schlecht und war zu Fuß gerade mal fünf Minuten von den Kaulitzen entfernt. Bill kannte natürlich den Besitzer des Hauses, ein hagerer alter Mann, dem der Garten und die Putzerei zu viel wurden.
"Wusste gar nicht dass der alte Hansen auszieht!", freute er sich. "Das ist ja n Katzensprung von hier bis zu ihm. Besser geht es nicht!"
Ich lachte. "Also das kannst du dann gerne meinem Vater zeigen!"
"Mach ich! Mach ich!"
"Pizza gefällig?", unterbrach uns Tom eifrig, der drei Teller mit je einer großen Pizza anschleppte.
"So ne große Pizza hab ich in meinem Leben noch nie aufgegessen!", rief ich lachend, doch Tom antwortete nur naseweis: "Damit du wieder n bisschen zulegst, Madame!"
Bill schüttelte grinsend den Kopf und biss herzhaft in sein erstes Stück. Ich tat es ihm nach und bald war der Raum erfüllt von lautem Geschmatze.
Bill räumte die Teller weg und Tom betrachtete mich eingehend. "Willst du duschen?"
Ich nickte froh. Ich hatte mich nicht getraut zu fragen. Aber wenn Tom es ansprach...
Also half mir Tom aus dem Bett und führte mich, da ich immer noch etwas schwach war, ins Badezimmer.
"Da ist Shampoo, Duschgel, Badetuch. Außerdem habe ich dir noch frische Kleider meiner Mam hingelegt. Müsste dir in Etwa passen. Sie ist ziemlich zierlich! Da liegt ein Waschlappen, den du benützen kannst. Zahnbürste und Pasta. Alles klar?"
"Klar!"
"Dann lass ich dich mal alleine! Viel Spaß!" Er grinste und schloss die Badezimmertüre hinter sich.
"Fertig?", fragte mich Bill überflüssigerweise, als ich wieder vor ihnen im Zimmer stand.
"Logisch...", gab ich als Antwort. Plötzlich wurde mir etwas schwummerig und meine Knie wackelten bedenklich. Bill reagierte sofort und umfasste meine Taille, zog mich zum Bett.
"Du wirst ganz nass...", warnte ich ihn doch er antwortete nur mit "Egal!" Und ich ließ mich wieder aufs Bett sinken. Die Twins sahen mich beide prüfend an und ich fühlte mich unter den Blicken fast etwas unwohl. Dann kam Bill plötzlich auf mich zu und schloss mich in eine Umarmung.
"Wie konnte man das einem bezaubernden Geschöpf wie dir nur antun?", flüsterte er und drückte mich heftig. Ich zuckte mit den Schultern.
Es klingelte an der Türe und Tom ging um zu sehen, wer es war.
Vor der Tür stand mein Vater. Er wirkte ziemlich mitgenommen und zerzaust. Seine Wangen waren etwas eingefallen und er hatte abgenommen. Alles in allem sah er kränklich aus.
Tom begrüßte ihn freundlich, führte ihn dann sofort zu uns in Zimmer. Bill stand von der Bettkante auf und mein Vater schoss auf mich zu, um mich zu umarmen und zu küssen!
"Mein Liebling! Meine arme, kleine Süße! Ich hatte solche Angst um dich! Ich dachte du wärst tot! Genau wie deine Mutter! Und...ach was ich mir alles ausgemahlt habe! Schrecklich! Aber du lebst! Ich bin ja so froh dich wieder zu haben, Kind! Sonja!"
Ich schluchzte und ließ mich fest in die Umarmung fallen. Endlich! Hämmerte es mir im Kopf. Der Ganze Alptraum war jetzt endlich vorbei!
Nach einer Weile löste er sich wieder von mir und drehte sich nach Bill und Tom um, die an den Türrahmen gelehnt dastanden und das Szenario beobachtet hatten.
"Danke an euch beiden! Danke für alles!" Er schüttelte ihnen die Hände und die Jungs antworteten ganz cool, das wäre doch selbstverständlich gewesen!
Dann setzte er sich zu mir aufs Bett und ich erzählte ihm alles noch einmal, was mir in der letzten Woche angetan worden war. Als ich endete war er schreckensblass.
"Mein Gott Kind! Ein Wunder dass du entkommen bist!" Er drückte mich wieder an sich. Ich erzählte ihm auch, dass ich nur dank Bill wieder sprechen konnte und mein Vater dankte dem Schwarzhaarigen abermals.
"Papa..."
"Ja?", kam es sofort. Besorgt sah er mich an und drückte meine Hand ein wenig fester.
"Papa, ich möchte hier bleiben. Hier in Loitsche, wo Bill und Tom wohnen. Sie sind die einzigen Freunde, die ich je hatte!"
Mein Vater sah mich lange an. Dann sah er zu den Jungs, die irgendwie verlegen wirkten. Und dann...nickte er!
"Von mir aus! Wenn es dir hilft mit all dem erlebten umzugehen! Ich will dir nicht mehre im Weg stehen! Zu kurz könnte die Zeit sein!"
Ich jubelte und fiel ihm um den Hals.
"Aber gibt es denn überhaupt freie Wohnungen oder Häuser hier?"
Bill präsentierte ihm auf dem Laptop das gefundene Haus des alten Hansen und mein Vater runzelte die Stirn.
"Gut, gut. Ich werde es besichtigen und wenn alles klargeht, können wir eigentlich sofort einziehen. Da steht ja, Herr Hansen sei schon seit vier Tagen im Pflegeheim..."
Ich ließ mich wieder aufs bett zurückfallen. Ein Moment lang herrschte absolute Stille. Dann stand mein Vater auf und wandte sich an die Jungs.
"Ich weiß es ist viel verlangt...Aber könntet ihr noch ein, zwei Stunden auf sie aufpassen? Bis dahin habe ich das Haus sicher besichtigt und so weiter..."
Bill nahm die dargebotene Hand und schüttelte sie kräftig. "Aber mit dem größten Vergnügen! Sonja ist sicher bei uns!"
Ich strahlte und mein Vater drehte sich wieder zu mir um. "Ist das ok für dich, wenn ich jetzt gehe und..."
Ich unterbrach ihn sofort. "Klar, ich fühl mich wohl, hier bei Bill und Tom..."
"Da bin ich erleichtert! Ich werde bald zurück sein!", sagte er und sah mich liebevoll an. "Jungs!", wandte er sich an Bill und Tom. "Ich bin euch echt so was von dankbar!"
"Ist schon gut!", wehrte Bill ab.
"Jah, easy! Sie ist doch jetzt unsre Freundin!", fügte Tom an.
Mein Vater gab mir noch schnell einen Kuss und verschwand dann aus dem Haus.
Tom guckte mich an und sagte dann als wäre es das Natürlichste der Welt: "Ich lass euch dann mal alleine! Bill pass auf sie auf!" Und schon war er weg.
Ich sah zu Bill, welcher unbehaglich mit seinen Fingernägeln rumspielte und den Nagellack abpulte. "Ähm..."
Er sah mich an und grinste. "Ja? Sprich dich aus..."
Ich gab ihm einen Knuff worauf er hellauf lachte. "Nun sag schon, was ist los?"
Ich starrte ihn an. Da saß er. Vorhin, als ich duschen war, hatte er sich im anderen Badezimmer ebenfalls zu Recht gemacht. Seine Frisur sah zwar etwas zerwuschelt aus, aber es gefiel mir ungemein gut. Das Shirt war schwarz. Ich erinnerte mich dunkel an ein Poster, auf dem er es getragen hatte. Der Kajal war sauber aufgetragen und ich musste schlucken. Bill sah einfach zu perfekt aus.
"Es ist echt verrückt!", murmelte ich schließlich.
"Was denn?", fragte er und zog eine Augenbraue hoch.
"Du weißt schon was mir passiert ist...Also zuerst dies und dann werde ich von den Kaulitz Twins gesund gepflegt! Berühmt über die Grenzen von Deutschland hinaus!"
Er lachte. "Du kennst unsre Band also auch?"
"Na klar! Ich will jetzt nicht rüberkommen wie ein Groupie oder so...aber gib mir mal bitte deinen Laptop!"
Etwas überrascht schien er schon zu sein. Doch er tat das gewünschte ohne ein Widerwort und ich ging ins Internet. Ich tippte eine Adresse ein, klickte dann auf einen Link und dann...
Sah man ein Mädchen mit ausgebreiteten Armen vor einer Wand stehen, die über und über mit Postern beklebt war. Auf einem zweiten Foto war die Decke abgelichtete, ebenfalls voller Poster und Bilder. Und dann wieder das Mädchen. Mit einem T-Shirt auf dem vorne Bill und hinten Tom zu sehen waren.
"Du???", fragte Bill fassungslos.
"Ja...Ist jetzt zwar etwas peinlich, aber ja...Das bin ich. Ich war ziemlich Fan von eurer Band!"
Einen Moment lang starrte Bill auf den Laptop. Dann grinste er mich an. "War?"
Ich lachte. "Bin natürlich immer noch! Ich wollte nur dass du es weißt. Irgendwie habe ich sonst so n komisches Gefühl...Als ob ich euch belogen hätte oder so..."
Er nickte und grinste immer noch. "Da freust du dich sicher auf das erste Konzert, zu dem ich dich mitnehme!"
"Mitnehmen? Ist das dein Ernst?", fragte ich und blickte ihn ungläubig an.
"Na klar! Oder meinst du, ich lass dich zu Hause hocken, während ich jemanden brauche, der meine Hand hält, vor dem Auftritt? Ich hab mir immer gewünscht ich hätte so jemand! Und jetzt...Willst du dieser Jemand sein?"
Er sah mir in die Augen. Braun traf auf Grün! Es war als hätte ich einen Elektroschock abgekriegt. Langsam kamen sich unsere Gesichter näher. "Ja...", flüsterte ich leise und mit einem letzten Blick in diese wunderschönen, braunen Augen, berührten sich unsre Lippen und ich dachte ich müsse sterben! Das löste Gefühle in mir aus, die ich noch nie gespürt hatte! Überwältigt schloss ich meine Augen und begann den Kuss zu erwidern.
Zuerst war es nur ein leichter Druck von Lippen auf Lippen gewesen, doch als Bill mit seiner Zunge etwas über meine Oberlippe fuhr, öffnete sich mein Mund automatisch und unsere Zungen trafen sich das allererste Mal! Ich hatte das Gefühl zu vergehen, so sehr hatte Bill mich gefangen. Er begann meinen ganzen Mund mit seiner Zunge zu untersuchen und ich konnte ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Bill, angespornt durch meine Töne, saugte sich an meiner Oberlippe fest. Als sich unsre Zungen wieder trafen, wusste ich, warum alle so von Bills Zungenpircing schwärmten! Es war einfach der Hammer! Es gab einem einen richtigen Kick und gerade, als ich mir vorstellte, Bill für immer so weiter zu küssen, löste er sich langsam von mir. Scheiss Timing! Mit verklärten Augen blickte ich zu ihm auf. Er fuhr mit seiner Hand sachte durch meine Haare.
"Du bist einfach zu süß, Kleines!", wisperte er und ich seufzte. Er zog mich in eine Umarmung und endlich war ich mal wieder zufrieden mit mir und der Welt!
Lange saßen wir einfach nur so da. Irgendwann war Tom wiedergekommen und sah lächelnd zu uns aufs Bett.
"Hey ihr Turteltäubchen! Bill, lass deine Chica bitt mal los! Sonja, dein Vater ist an der Tür! Er will dass du mit ihm kommst. In drei Stunden werden eure Möbel hier sein. Sie werden mit eurem Privatflieger her geflogen."
Bill sah mich an. "Privatflieger?"
Ich nickte. "Ja, mein Dad hat ziemlich Kohle! Er ist n erfolgreicher Geschäftsmann!" Ich löste mich von Bill und stand auf. "Das heißt wir ziehen wirklich in das Haus?"
Tom lachte. "Na klar! Komm schon! Wir bringen dich rüber und helfen euch einzuräumen. Und vor allem zu putzen, bevor die Möbel kommen. Aber nur wenn du das willst, natürlich!"
Ich nickte heftig. Dann zog ich Bill und Tom in eine Umarmung. "Danke für alles!"
Sie drückten mich und dann gingen wir los. Mein Vater hatte das Haus wirklich gekauft!
Es war wunderschön! In warmen Farben gestrichen und mit unsren schwarzen Möbeln sah es einfach geil aus! Mein Zimmer hatte ich mit Hilfe der Zwillinge bald eingerichtet. Wenn sie wollten konnten sie wirklich mit anpacken! Abends saßen wir zufrieden am Tisch und aßen Spagetti, die mein Vater hatte liefern lassen.
Noch heute gehe ich regelmäßig zur Therapie um das erlebte in dieser einen Woche zu verarbeiten, in der ich wie ein überflüssiges, gehasstes Tier gehalten worden war. Bill hilft mir viel dabei! Ich bin echt stolz auf ihn! Ihre zweite Single, Schrei, ist inzwischen draußen und seit drei Wochen auf Platz eins der Charts. Mein Leben hat sich grundlegend geändert. Ich hoffe Bill und ich werden für immer zusammen bleiben!
Ende!
Ja, wie wär es mit einem klitzekleinen Kommi? Da wär ich echt dankbar für!
Alles Liebe, eure Lunni.
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